Provoziertes Kanonenfutter

Rami
Der Betreiber einer Londoner Imbissbude, Rami Abdul-Rahman, ist im Nebenberuf für fast alle westlichen Massenmedien, aber ebenso für die UNO, die wichtigste Informationsquelle für Nachrichten aus Syrien überhaupt. In den Zeiten zwischen der Bewirtung seiner Kunden schafft er es zusammen mit nur einem einzigen Kollegen, die permanent hereintickernde Information aus dem heimatlichen Syrien zu monitoren und einen erschöpfenden Bericht über die Verbrechen des Regimes in dem jeweiligen Augenblick zu liefern.

Heute hat Rami Abdul-Rahman unter dem gewohnten Label „Syrisches Beobachtungszentrum für Menschenrechte“ (gängiges frz. Kürzel OSDH) eine Nachricht über die brutale Auflösung einer Protestdemonstration in der Provinz Hama in den Äther gegeben. Dabei soll ein Mensch getötet worden sein.

Kleiner Exkurs, hier ein Video von vor der Waffenruhe. Friedliche Demonstranten. Proteste. Zivilisten. Das sind genau die, welche in den westlichen Medien  „nach Angabe von Aktivisten“ immer als „Hunderte zivile Opfer“ figurieren. Man achte besonders auf das Kaliber der Waffen und auf die Panzerabwehrwaffen sowie den Panzer selbst:

Besondere Freude macht natürlich der SPz mit den sperrangelweit geöffneten Türen für die Truppen – und damit direkter Schusslinie auf den Treibstofftank. Oder der zauberhafte Linkshänder-Sniper, der seinen Adlerblick in die Ferne schweifen lässt und dabei eine Rechtshänder-Dragunow mit Zielfernrohr ohne Sehfeldblende hält. Viele Grüße an den Ophthalmologen Bashar.
Angesichts der Bewaffnung jedenfalls ist es nicht verwunderlich, dass das Verhältnis zwischen getöteten Rebellen zu getöteten Armeeangehörigen ungefähr 1,5:1 beträgt.
Übrigens ist heute Freitag. In muslimischen Ländern bedeutet allein das unvermeidliche Menschenansammlungen auf den Straßen – das kann man immer bequem als „Demonstration“ oder „Protest“ ausgeben. Menschenmengen sind wunderbares Terrain für Provokationen gleich welcher Art, und wenn es als Resultat einer solchen Provokation Tote gibt, so ist damit die Frage nach dem Mörder noch lange nicht den Tatsachen entsprechend geklärt.
Zweifellos wird es auch weiterhin solche Informationseinwürfe geben – allerdings wird ihre Vertrauenswürdigkeit immer in Frage gestellt werden. Über dieses „Syrische Observatorium“ hat u.a. das russische Außenministerium mehrfach geäußert, „dass die Kompetenz dieser Organisation doch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der von ihr verbreiteten Informationen weckt. Nach allem, was dem russische Außenministerium bekannt ist, hat die OSDH nur zwei Mitarbeiter (einen Leiter und einen Sekretär / Dolmetscher), und der Leiter, Herr Rami Abdul-Rahman besitzt nicht einmal eine abgeschlossene mittlere Reife als Ausbildung. In Interviews hat Herr Abdul-Rahman eingeräumt, dass er ständig in London lebt und dort ein Imbissrestaurant unterhält…“
Es gibt keinerlei Zweifel daran, dass die Teile der Opposition, die auf Krieg aus sind, alles dafür tun wird, die Waffenruhe scheitern zu lassen. Für den morgigen Samstag kündigt Scheich Adnan Arur zwei Bombenanschläge in Damaskus an. Wie hier schon vor ein paar Tagen geschrieben, rasseln die Säbel weiter. Die Tätigkeit des Rami Abdul-Rahman jedenfalls war in der Vergangenheit schon sehr zweifelhaft, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass er das in Zukunft bessert. Die Briten würden wohl kaum eine solche Tätigkeit von Seiten eines Ausländers zulassen, wenn es nicht in ihren Interessen wäre. Es ist klar, dass Rami entweder um drei Ecken benutzt wird oder seine Tätigkeit direkt gesteuert wird. Das kann man schon daraus schließen, dass der „Syrische Nationalrat“ SNC, der ja ein ureigenstes Interesse an einem solch ideologisch gefestigten Freiwilligen hat, zu Rami allerdings in keinerlei Verbindung steht. Das hält letzteren aber nicht davon ab, ein weltberühmter und von allen zitierter Newsmaker zu sein.

Tags:,

Trackback von deiner Website.