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Aggression der USA gegen den Iran – unvermeidlich?

Eines der zentralen Themen der Weltpolitik in den letzten Jahren ist der amerikanisch-iranische Konflikt, auf amerikanischer Seite werden entsprechend die Domänen der USA mit in die Sache hineingezogen. Unter der frei erfundenen Bedrohung für die „Weltgemeinschaft“ versuchen die USA, dem Iran den Zugang zur Atomtechnologie zu verwehren, während sie gleichzeitig nichts dagegen haben (oder wenigstens nicht den Bruchteil des Brimboriums veranstaltet haben, das sie gegenüber dem Iran inszenieren), dass viele andere Länder (beispielsweise Israel, Pakistan, Indien, manches „Schwellenland“) diese vorantreiben, und zwar sowohl für die zivile, als auch für die militärische Nutzung. Der Grund für diese Eigenartigkeit ist, dass die Sprungfeder des Konflikts die Lage des Iran als eines zentralen Glieds eines eurasischen Sicherheitssystems ist. Davon, auf welchen Wegen ein Ausweg aus dem derzeitig zugespitzten Verhältnis zwischen den USA und dem Iran gefunden werden kann, hängt der „Gesundheitszustand“ der Weltwirtschaft ab, die mehr und mehr direkte Abhängigkeit von den Rohstoffressourcen unter Beweis stellt.

„Greater Middle East“ vs. Iran


Die internationalen Beziehungen laufen heute dergestalt, dass die USA ständig und überall ihre Rolle als einzige Supermacht bestätigen und demonstrieren müssen. Dabei ist die Elite in den Staaten, ganz unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, einer militärischen Herangehensweise an die Weltpolitik verschrieben. Davon zeugt unter anderem ein solches Ziel, wie die Umgestaltung ganzer Regionen, die Ziehung neuer Grenzen beispielsweise im Projekt der Makroregion „Greater Middle East“, welcher als eine gigantische proamerikanische Strukturgruppe auf dem eurasischen Festland konzipiert ist. Nach Erreichung dieses Ziels können die USA nicht nur eine führende Rolle beim Diktat des Weltmarktpreises für Kohlenwasserstoff-Energieressourcen spielen, sondern auch auf ganz andere Weise mit den eurasischen Giganten China, Indien und Russland reden.

Der Iran ist der vordergründige neuralgische Punkt in puncto Sicherheit im Nahen Osten. Diese Rolle nimmt er aufgrund seiner geographischen Lage, der natürlichen Rohstoffe und logistischen Vorteilen wie etwa einem Zugang zu den Weltmeeren, Kontrolle über Teile davon (Persischer Golf), ebenso auch Perspektiven in der Entwicklung eines Transportnetzes, das die wichtigsten Transportkorridore für ganz Eurasien stellen kann. Ein Regimewechsel im Iran, den Washington anstrebt, und die Rückkehr Persiens in den Orbit der USA würden bedeuten, dass die drei genannten eurasischen Giganten vor ernsthafte außenpolitische Schwierigkeiten gestellt wären, während die Rolle der USA hinsichtlich des Machtdreieck Russland – China – Indien deutlich an Bedeutung gewinnen würde.
Raketentest im Iran

Der Iran ist der „vierte Pfeiler“ eines eurasischen geostrategischen Gleichgewichts. Demzufolge muss der Schutz des Iran vor einem Angriff durch die USA zu den dringendsten Aufgaben der Außenpolitik Moskaus und Pekings zählen.

Entsprechend nimmt sich die permanent von Washington demonstrierte „Besorgnis“ darüber, dass die Iraner in den Besitz von Atomwaffen gelangen, eher aus wie die allmähliche Vorbereitung der Weltöffentlichkeit auf einen Krieg (terminologisch: eine „Militäroperation“) der USA gegen den Iran. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Folgendes Gedankenexperiment: der Iran bekommt ein paar Atomsprengköpfe in seine Verfügung. Das einzige Objekt, an dem er sie möglicherweise anwenden könnte, wäre Israel. Allerdings ist die Beziehung zwischen Israel und den USA dergestalt, dass letztere im Falle auch nur der Ahnung eines Angriffs auf Israel den Iran massiv – und sicher ebenso nuklear – in die Schranken verweisen werden. Dadurch würde das Territorium des Iran zu einem einzigen großen Tschernobyl werden. Wenn man aber in Washington keine „Besorgnis“ über die real existierenden Atomwaffen der Chinesen an den Tag legt, die erwiesenermaßen um ein vielfaches verheerender sind als die hypothetischen im Iran, wer glaubt da noch an das Gerede von der „atomaren Bedrohung durch den Iran“? Jeder, der sich nicht bloß von Schlagzeilen berieseln lässt, kann das leicht als Meinungsmache identifizieren.
MOAB, die Mutter aller Bomben, soll eine
multipolare Welt verhindert

Es ist vollkommen offensichtlich, dass die hypothetischen iranischen Atomwaffen kein Mittel für einen Erstschlag sein können (Teheran besteht nicht aus Selbstmördern), sondern, erstens, ein wichtiges Element für die Gewährleistung einer Wehrfähigkeit des Iran und, zweitens, ein Instrument der Außenpolitik. Hier verbirgt sich die Antwort auf die Frage, warum die USA so verzweifelt verhindern wollen, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt: bekommen die Iraner solche Waffen, so würde das einen herben außenpolitischen Rückschlag für die USA bedeuten – es wäre die endgültige Zementierung einer multipolaren Weltordnung.

Eine multipolare Welt aber bedeutet, dass die amerikanische Hegemonie, in welcher der US-amerikanische militärisch-industrielle Komplex die Rolle des Dollars als Weltreservewährung und die Rolle der USA als einzige Supermacht aufrecht erhält, funktionell zuschanden geht. Der Verlust der Hegemonie wiederum führt zum Bankrott des jetzigen US-amerikanischen Wirtschaftsmodells, das auf ausländischen Krediten gründet, und in der Perspektive droht den USA ein Verlust von Ansehen und Macht bis hin zu einer Art nordamerikanischem „Australien“.

Das Ölpreisdiktat als Waffe gegen die öllose Konkurrenz

Entgegen der gängigen Meinung wollen wir einmal für einen Augenblick lang annehmen, dass die USA bewusst einen hohen Ölpreis aufrechterhalten. Es ist bekannt, dass die Amerikaner die irakischen „Massenvernichtungswaffen“ frei erfunden haben, die es in Wahrheit nie gegeben hat. Das einzige wesentliche Argument, das für einen US-amerikanischen Einfall in den Irak sprach (abgesehen von der Errichtung einer direkten militärischen Kontrolle über die reichhaltigen Erdölvorkommen), war das Verständnis davon, dass nach Beginn der militärischen Handlungen der Ölpreis ansteigen wird. Ein hoher Ölpreis bremst die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern aus, die keine eigene Erdölförderung besitzen. Die Vereinigten Staaten fördern ja selbst Öl, sie gehören zu den weltweit fünf führenden erdölfördernden Ländern. Freilich verschiffen sie dieses Öl nicht nach außerhalb, sondern gebrauchen es fast ausschließlich auf dem Binnenmarkt. Entsprechend haben hohe Ölpreise auf den Wirtschaften jener Länder und Staatengemeinschaften einen verheerenden Effekt, die als Konkurrenten der USA kein eigenes Erdöl besitzen. In erster Linie sind das die Europäische Union, China und Indien.

Die Errichtung einer militärischen und politischen Kontrolle des Irak, die Umformatierung gigantischer eurasischer Territorien im Zuge des Projekts „Greater Middle East“, Erlangung von Kontrolle über den Iran – all das sind Glieder einer Kette, all das sind Schritte dazu, den Zugang Chinas und Indiens zu Energieressourcen zu beschränken. Das ist eine uralte Strategie der Angelsachsen noch aus Zeiten des klassischen britischen Kolonialismus, als das kontinentale Europa gezwungen war, Kolonialwaren ausschließlich beim Welthandelsmann, dem englischen Monarchen und seinen Untergebenen, zu kaufen, statt sie direkt aus den Herstellerländern zu beziehen.
Die Ölkonzerne der USA, deren Interessen kein einziger Präsident dieses Landes zu durchkreuzen wagen wird, sind die führenden Player auf dem Weltmarkt. Wenn man sagen kann, dass z.B. Russland seinen Haushalt durch die seit relativ kurzer Zeit einströmenden Petrodollars saniert hat, so haben die USA ebenso permanent einen solchen Zustrom an Geld. Da die US-amerikanische Wirtschaft aber aus einer Reihe von Gründen „heiß gelaufen“ ist, muss sie dann und wann den Überschuss an Geld „verbrennen“, was man am besten mittels des militärisch-industriellen Komplex bewerkstelligt beziehungsweise durch eine aggressive „Verteidigungs“strategie.
Eine Möglichkeit, die überschüssigen Dollars zu verbrennen, ist die permanente Aufrüstung der Streitkräfte, der Unterhalt und die Erweiterung eines weltweiten Netzes an Militärbasen, regelmäßige Kampfhandlungen. Heute genügt es, dass die Amerikaner dafür die eine oder andere Region der Welt zu einem „Krisenherd“ erklären, wie man zum Beispiel daran erkennen kann, dass der gesamte Nahe Osten zur Region des „Arabischen Frühlings“ erklärt wurde. Terminologisch sind die Amerikaner auf der Höhe. Eine weitere Möglichkeit wäre kostenintensive Forschung und Entwicklung im Militärbereich.
Eine gut entwickelte eigene Ölförderung und die Politik der Aufrechterhaltung eines hohen Preises für Öl und andere Energieressourcen gestatten es den USA, Schritt für Schritt einen absoluten technologischen Vorteil vor möglichen Konkurrenten zu besitzen. Diese Strategie folgt dem Ziel, die USA proaktiv und anderen zuvorkommend in ständigem, entscheidenden technologischen Vorsprung im Bereich Rüstung und Militärtechnik zu halten.

Fazit

Die Amerikaner können gut mit dem derzeitigen hohen Ölpreis leben (sofern das amerikanisch-iranische Verhältnis nicht weiter eskaliert), ebenso ist ihnen ein militärischer Konflikt recht, welcher die Preise für & den Bedarf an Energieträgern noch weiter in die Höhe treiben wird; bei China sieht die Sache anders aus – China müsste nun schon nicht mehr mit Teheran, sondern mit Washington verhandeln. Zur Erinnerung: die Weltmarktpreise für alle natürlichen Ressourcen werden nicht allein von ihrer Verknappung bestimmt, sondern auch durch das bedeutende Witschaftswachstum (7-10%) solcher Staaten wie China, Indien und Brasilien (und in manchen Jahren auch Russland).
Das Hauptproblem für die Amerikaner ist nun, dass das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern ungeachtet aller Krisen fortdauert, während die Krisenerscheinungen in der Ökonomie der USA mehr und mehr werden. Die US-Hypothekenkrise zum Beispiel, die einen vergleichsweise kleinen Teil der weltwirtschaftlichen „Finanzblase“ verbrannt hat (ungefähr 500 Milliarden Dollar), bedroht in erster Linie die USA und Großbritannien. Selbst eine ursprünglich so unbedeutende Krise führte zu verheerenden Folgen für die Finanzsysteme und die Kreditinstitute der angelsächsischen Welt, welche nunmehr nicht nur das Vertrauen ausländischer Investoren, sondern auch eines bedeutenden Teils der eigenen Bevölkerung verloren haben. Außerdem förderte die Hypothekenkrise gefährliche Erscheinungen in einem Schlüsselbereich der amerikanischen und britischen Wirtschaft – dem Immobiliengeschäft –zutage: es ist bekannt, dass der „Wert“ Großbritanniens als Land zu 70% aus dem Wert seiner Immobilien besteht – zu Deutsch, das ist ein (noch) recht nettes Land zum Wohnen. Aber nicht mehr. Die Krise zeigt nun, dass sowohl die Engländer, als auch die Amerikaner etwas über ihre Verhältnisse „wohnen“.
Das Wirtschaftswachstum führt zu qualitativen Veränderungen in der Kräfteverteilung der wichtigsten „Global Player“. Es kann passieren, dass die USA es nicht schaffen, ihren technologischen Sprung zum Jahre 2020 vollendet zu haben, und der Gefahr ist man sich in Washington bewusst. Das Erstarken Russlands, Chinas und Indiens haben die Amerikaner bereits mehr oder weniger verschlafen bzw. konnten es nicht verhindern. Dasselbe steht nun mit dem Iran bevor. An diesem Konflikt entscheidet sich die künftige Architektur der Welt.
Original: fondsk.ru

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  • Anonymous

    Israel bestückt ihre von Merkel geschenkten Dolphin´s

    ….und keiner greift ein……..

    skandal oder normal?

    • Anonymous

      Für zionistische Bankmarionetten einer Besatzerrepublik wie der unseren denke ich mal ist das kein Anlass zur Verwunderung.

  • Anonymous

    Die Zeit schreitet unerbittlich fort- , die Meteoritenschauer sind Teil sehr alter Prophetien…………….