Glückssträhne für Israel

Die syrische bewaffnete Opposition regelt bereits jetzt außenpolitische Fragen eines künftigen „freien Syrien“. Dergestalt, dass man den Israelis traditionell gegen das Schienbein tritt.
Burhan Ghalioun
Ungeachtet dessen, dass die Israelis den möglichen Fall der syrischen Regierung unter Baschar al-Assad frenetisch begrüßen, sind deren Gegner durchaus keine Bestätigung für den Spruch „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“.
Der Chef des gegen die syrische Regierung kämpfenden „Syrischen Nationalrats“ (SNC), Burhan Ghalioun, der erst unlängst seinen Rücktritt ankündigte, ließ verlauten, dass Israel von der syrischen Opposition als Verbündeter des „Assad-Regimes“ betrachtet wird und dass die „jetzige Opposition“ (sprich: die künftigen Machthaber) die Besetzung der Golan-Höhen auf keinen Fall zu akzeptieren gedenkt. Dabei hat der Status quo dieser Territorien für die Israelis höchste Priorität.
Und obwohl die im SNC integrierten Banden teilweise offensichtlich mit israelischen Waffen gegen Assad kämpfen, haben die Israelis also noch keinen Grund, sich über den möglichen Regimewechsel in Syrien zu freuen. Vielleicht werden sie sich später einmal an den alten Witz erinnern: „Früher dachte ich, ich habe einfach eine Pechsträhne, jetzt weiß ich, dass es eine Glückssträhne war“.
Ob, wann und wie Ghalioun nun wirklich zurücktritt oder zurückgetreten wird, könnte angesichts dieser Äußerungen auch ein interessantes Indiz werden. Man erinnert sich mit Schrecken an das Ende des libyschen Generals Abd al-Fattah Yunis, der, nachdem er zum libyschen „Nationalen Übergangsrat“ übergelaufen war, dort in Ungnade fiel und nach Folter und schlimmen Verstümmelungen umgebracht wurde. Riad al-Asaad, den entlaufenen Brigadegeneral und Chef der „Freien Syrischen Armee“, hat man scheinbar auch schon versucht, in der Versenkung verschwinden zu lassen.

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