Situation in Al-Hula (Syrien)

Die Medienkampagne über das Blutbad in Al-Hula soll den Rückzug von umstellten Rebellenbanden ermöglichen. Dazu ist der „Freien Syrischen Armee“ und den assoziierten „Aktivisten“ jedes Mittel recht.
Die syrischen „Menschenrechtler“ sind über Nacht in Aufruhr über einen Angriff der Armee auf das kleine Städtchen Al-Hula in der Provinz Homs ausgebrochen. Sie sprechen von bis zu 100 Opfern, darunter Kinder, und beschuldigen die Armee dafür.

UPDATE (das vor dem Text stehen sollte). Die UN bestätigt den Angriff, die Zahl der Opfer und beruft sich dabei auf die UN-Mission vor Ort. Damit sind die Fakten klar. Vollkommen unklar ist allerdings in dieser Lesart der Anlass des Angriffs. Es spricht momentan nicht viel gegen die unten geschilderte Version. Die UN beschuldigt allerdings direkt die Regierungstruppen. Die FSA nimmt die Situation zum Anlass und verlangt einmal mehr eine Militärintervention und kündigt gleichzeitig ihre Unterstützung des Annan-Plans auf. Die groteske Provokation von Al-Hula könnte damit zum Casus belli werden.

Die momentan in Syrien befindliche Korrespondentin Olga (angesichts der Headhunter-Seiten der bewaffneten Opposition auf Facebook wird ihr Nachname nicht genannt; sie schreibt unter dem Pseudonym „Draft“) berichtet folgendes:
„In der Nacht auf den 25. Mai haben mehrere Gruppen bewaffneter Kämpfer, insgesamt mehr als 100 Personen, die Stadt überfallen. Angegriffen wurden staatliche Einrichtungen sowie das städtische Krankenhaus. Die Syrische Arabische Armee begann eine Gegenoffensive. Die Zahl der Opfer wird momentan noch geklärt, da die Operation andauert.
Von uns aus können wir hunzufügen, dass die Armee derzeit eine größere Gruppe bewaffneter Banditen in der Stadt blockiert. Es ist wahrscheinlich, dass die Medienkampagne Druck auf die syrische Führung ausüben soll, damit die Armee von der Stadt zurückgezogen und den festgesetzten Banden so eine Fluchtmöglichkeit eröffnet wird.
Die bewaffneten Kämpfer zeigen der Öffentlichkeit Aufnahmen von Kinderleichen, die in einem Raum gelagert sind. Es ist dabei unmöglich nachzuvollziehen, wie und unter welchen Umständen diese Kinder zu Tode gekommen sind. Man kann lediglich mutmaßen, dass sie nicht bei einem Artillerieangriff getötet wurden.“
Anders gesagt, es war nicht die syrische Armee, die aus unerfindlichen Gründen eine syrische Stadt angreift, sondern diese Stadt wurde von bewaffneten Banden besetzt. Da der Ort nunmehr von der Armee abgeriegelt und komplett umstellt ist, besteht die einzige Chance der Rebellen darin, dass die Armee von der Stadt zurückgezogen wird. Es zeichnet sich exakt das Gleiche ab, was man bereits aus dem ersten Tschetschenienkrieg oder auch der vormaligen Lage im syrischen Homs kennt: bewaffnete Kämpfer werden nur dadurch gerettet, dass man der Armee auf Befehl von „ganz oben“ Halt gebietet. Genau das ist das Ziel der heutigen Medienhysterie über „Bluttaten des Regimes“. Den „Menschenrechtlern“ ist nicht so sehr an der Rettung der Zivilbevölkerung gelegen, als vielmehr an der Rettung einer großen Zahl bewaffneter Banditen. Angesichts dessen, was in der Vergangenheit an Dokumentationen über die Brutalität der Banden zusammengestellt wurde, wäre es nicht verwunderlich, wenn der Tod der Kinder – sollte das wirklich in Al-Hula sein – auf das Konto der bewaffneten Opposition geht, die damit eine Medienkampagne zur eigenen Rettung lostreten will.

(Fortsetzung)

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