Divide et dele

Wo Sanktionen nicht helfen, werden die Beziehungen des Iran mit seinen Nachbarn vergiftet. Das gute alte „teile und herrsche“ in all seiner Pracht am Beispiel des Eurovision-Gastgebers Aserbaidschan.
Zwischen Aserbaidschan und Iran gibt es territoriale Streitigkeiten. Bisher werden sie lediglich auf einer rein verbalen Ebene angeschaukelt, aserbaidschanische Parlamentarier äußern seit Wochen laute und hastige Statements, der Iran nennt Aserbaidschan nur noch den „Baku-Staat“, hat unlängst seinen Botschafter aus Aserbaidschan abberufen. All das sind die jüngsten Entwicklungen, infolge derer die Beziehungen zwischen den beiden Staaten innerhalb von nur Monaten auf quasi Null zusammengebrochen sind. Es gibt Anzeichen dafür, dass es bald in den Negativbereich geht. Es gibt faktisch keinen diplomatischen Kontakt zwischen den beiden Ländern mehr.
Ein dümmlicher Nationalismus ist durchaus in der Lage, einem Menschen, und eher sogar noch einer Gruppe davon sozusagen ein paar Latten aus dem Zaun des gesunden Menschenverstands zu entfernen. Wenn man ihm fortwährend einredet, dass dieser Maulbeerstrauch da am anderen Ufer rechtmäßig eigentlich seinen Urahnen gehört, dann fängt sein Blut zu kochen an und dieser Mensch beginnt davon zu träumen, wie er diesen Maulbeerstrauch umarmt. Die Frage, wozu er ihn überhaupt braucht, bleibt außerhalb seines Verständnisses.
Im Fall mit Aserbaidschan und dem Iran muss man gar nicht mehr anmerken, dass diese Sache ziemlich gut in die Entwicklungen der jüngsten Zeit passt. Aserbaidschan selbst ist noch in Clintons Zeiten, genau wie der ganze Kaspi-Raum, zur nationalen Interessenszone der USA erklärt worden, und diese haben nicht erst seit der Eurovision 2012 eine Basis für diese ihre Interessensvertretung in Baku aufgebaut.
Der unter schwerem Sanktionsdruck stehende Iran wird, wenn sich die Beziehungen zu Aserbaidschan weiter verschlechtern, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Land einschränken oder gar einstellen müssen. Damit wäre er gezwungen, seine überdies schon schlimme Lage noch weiter zu verkomplizieren. Und, nicht wahr, das ist es doch, was seine geopolitischen Feinde wollen… und für einen solchen eurovisionären Coup könnte man Aserbaidschan auch unter der Hand ein „Demokratie“-Zertifikat zukommen lassen.

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