Schleichender Verrat?

Die allgemeinen Eindrücke, die man aus den Informationen von in Syrien ansässigen und von dort berichtenden Leuten bekommt, sind – gelinde gesagt – niederschlagend.
Die operative Lage hat sich wesentlich verschlechtert. Die Ströme an aus dem Ausland geschmuggelten Waffen sprengen jede Vorstellungskraft. Selbst das, was davon von der Armee abgefangen wird, sind enorme Mengen. Dabei sind sich die Syrer selbst dessen bewusst, dass die Armee nur einen Bruchteil des gesamten Waffenschmuggels abfangen kann.
In vielen Fällen ist die Armee vorwiegend mit Selbstverteidigung beschäftigt. Das tut sie teilweise eher schlecht als recht, das System der Kontrollpunkte im Land ist lange nicht vollendet, deswegen werden auch die Straßen teilweise über lange Distanzen schlichtweg nicht kontrolliert. Abseits der Straßen ist die Lage entsprechend schlimmer. Die Verluste unter den Armeeangehörigen sind enorm angestiegen, dabei geht es schon nicht einmal mehr um ein Verlustverhältnis von 1:1 zu denen der Banditen, sondern um ein wesentlich ungünstigeres.
Die bewaffneten Banditen verstehen, dass die Armee nur äußerst ungern ohne ausdrücklichen Befehl in bewohnte Ortschaften einrückt und handeln dementsprechend absolut zynisch – bringen kleinere Ortschaften unter ihre Kontrolle und attackieren von dort aus Kontroll- und Beobachtungspunkte und sonstige Positionen der Armee. In den Fällen, in denen man sie dann doch vertreiben kann, morden sie die Zivilbevölkerung und filmen die Leichen nach dem alten Schema unter der Überschrift „Opfer des blutigen Regimes“. Heute ist ein Teil der Luftabwehr in die Hände der Banditen gefallen – darunter russische S-75 („Dwina“)-Systeme und Flakpanzer vom Typ ZSU-23-4; ein bedeutender Teil der Besatzung dieses Stützpunkts soll angeblich „übergelaufen“ sein. Das wird nicht ohne diverse Sondereinheiten abgelaufen sein.
Dabei ist es immerhin noch so, dass die Armee einen deutlichen Vorteil hat, wenn es ihr denn gelingt, Rebelleneinheiten in Bewegung zwischen den Ortschaften zu erwischen, technisch ist sie ihnen immer noch überlegen – wie beispielsweise eine Aktion durch einen einzigen Militärhubschrauber im Nordwesten des Landes, der eine größere Menge Banditen aufbrachte, die über die Grenze eingesickert kamen und sich zu einer der grenznahen Ortschaften begab.
Anders gesagt, de facto hält die syrische Staatsmacht immer noch am Annan-Plan fest: sie zögert bei der Erteilung von Befehlen, reagiert ungebührlich langsam, die Armee hat keine eindeutigen Verhaltensmaßregeln. Die Bevölkerung beginnt bereits, darob und über die offenkundige Schwäche der Staatsmacht Ungemach zu äußern (wie es z.B. ANNA-News in den letzten beiden Reportagen über die Terroraktionen in Al-Haffah und Al-Kusair dokumentiert hat). Man ist inzwischen fast überall der Meinung, dass die Armee viel aktiver sein und viel härter durchgreifen müsste als bisher.
Ungeachtet dessen, dass es unter den Banditen eine Menge an Syrern aus kriminellen Gruppierungen gibt, ist der Anteil der Ausländer ist letzter Zeit bedeutend gestiegen. Libanesen, Jordanier, Libyer, Iraker, Saudis, Kuwaitis, Algerier, Pakistanis – für unsereins ist es (besonders auf Internetvideos) schwierig zu erkennen, ob jemand aus dieser Region Syrer ist oder nicht, aber die Ortsansässigen verstehen es sehr wohl zu unterscheiden, wer wer ist. Schon allein deshalb hat die Bevölkerung die Worte Baschar al-Assads über eine ausländische Aggression auch entsprechend verstanden und nachvollziehen können.
Es gibt große Befürchtungen, dass Russland Syrien aufgeben wird. Die meisten verstehen sehr wohl, dass Russlands Verzicht auf eine aktive Parteinahme und einen Schutz Syriens die Lage augenblicklich psychologisch kippen lässt. Die Hoffnungen, welche die Syrer auf eine russische Protektion setzen, sind sehr groß – sollte dieser Schutz auch wenigstens auf diplomatischer Ebene weiterbestehen.
Zur Psychologie: der Großteil der Bevölkerung hat sich auch noch nicht auf die Realität des tobenden Kriegs eingestellt. Noch ein alarmierender Umstand – der gezielte Mord von hochrangigen Militärs und Regierungsbeamten nimmt enorme Ausmaße an. Dabei sind diese Mordanschläge ihrer Art nach außerordentlich professionell ausgeführt, zum Beispiel unter Nutzung nicht eben trivialer Waffen – beispielsweise solchen mit Wärmedetektoren. Vor ein paar Tagen wurde ein hoher syrischer Militär beim Verlassen seines Hauses erschossen. Drei Schüsse – zwei Tote. Geschossen wurde nicht (wie üblich) durch die Fenster des Autos, sondern durch dessen Türen; Profis eben. Professionell organisiert war sowohl der Hinterhalt, als auch die Flucht der Mörder. Offensichtlich auch die Aufklärung und Vorbereitung des Attentats.
Kurzum, eine Verschlimmerung der Lage ist offensichtlich. Die Worte Lawrows darüber, dass sie einer Katastrophe ist, sind den Vorgängen durchaus angemessen. Das Problem besteht, wie so oft, in einer wankelmütigen und inkompetenten Führung. Auf rein organisatorischer Ebene dominieren sowohl die Armee, als auch die Geheimdienste in den meisten Einzelepisoden, für die sie das Recht auf der Lage entsprechende Reaktionen bekommen.
Wie bereits früher erwähnt, ist das fast exakt die gleiche Situation, wie es sie in Russland zum Zeitpunkt des ersten Tschetschenienkriegs gab. Es tritt immer mehr zutage, dass ein Teil der Elite des Landes schleichenden Verrat begeht. Assad sollte besser schnell mit diesen Elementen klarkommen, denn wenn er, wie Gaddafi, sie nur zu überreden versucht, redet er sich bis zur offenen Aggression durch die NATO und muss sich am Ende in einer Kanalisation verstecken. Letztlich ist es tatsächlich fast schon so weit wie zu Beginn der Libyen-Kampagne. Der Westen weiß die Ergebnisse dieses Spiels lange im Voraus.
Ein Ausweg bestünde einzig in der Konsolidierung der Führung und einer harten Hand. Was exakt für eine Verbesserung der Lage unternommen werden müsste, ist in der Theorie klar: die Kette von Kontrollposten dicht machen, Bandengruppierungen bei der Dislozierung abfangen, Ortschaften säubern, das Kommunikationsnetz und die -mittel der Rebellen vernichten. Diese Dinge sind für die Syrer durchaus technisch und personell machbar.
Die Hilfe aus Russland könnte vorerst durchaus nur in der Entsendung von Beratern mit Entscheidungskompetenz bestehen – es ist mehr als seltsam, dass diese sich selbst anbietende Zug nicht schon längst unternommen wurde. Allerdings kann es auch sein, dass diese Berater – die es dort vielleicht schon gibt – sich bei der Schwäche der Führung nicht sicher sind, dass man sie nicht aufgibt und letztlich übers Messer springen lässt.
Solcherlei sind also die ersten Eindrücke des in den letzten anderthalb Tagen gehörten und gelesenen.

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Trackback von deiner Website.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass Russland über die diplomatische Unterstützung hinaus etwas tun wird. Die unparteiische Haltung zu dem Konflikt wäre dann nicht mehr glaubwürdig. Das politische Risiko würde maßgeblich erhöht, der zu befürchtende Schaden wäre immens. Russland kann das Steuer nicht herumreißen, wenn Syrien es nicht aus eigener Kraft schafft.

    • Die Haltung, von der Du schreibst, ist in dem Fall bestenfalls Russlands diplomatisches Gesicht, und selbst das ist nicht mehr unparteiisch. Tatsächlich aber ist Russland in diesem Konflikt direkt betroffen, nicht nur wegen Tartus und des Jihad, der nach Lawrows Besuch von der FSA gegen alle Russen verkündet wurde.

      Einerseits leben mehr als hunderttausend Russen in Syrien. Andererseits kommen nach einem Fall des syrischen Regimes Dutzende Umarovs und andere „Emire“ als nächstes in den Kaukasus und nach Mittelasien.

      Hier hängt vieles davon ab, wer im durchaus nicht monolithischen Kreml die Oberhand behält. Es muss nicht unbedingt Putin sein.

      Zuletzt habe ich Aufrufe gelesen, Putin „physisch zu vernichten“, wenn „er“ Syrien aufgibt. Das hat nichts damit zu tun, dass die Russen angeblich Assad besonders mögen. Es geht hier um ihre eigene Sicherheit und ihre Interessen, ganz abgesehen von dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschen, das (spätestens nach dem NATO-Überfall auf Serbien) immer dann aufmuckt, wenn die Amerikaner & Co. das nächste Land zerbomben.

    • MK

      Nicht zu vergessen das Gerücht, dass Russland der syrischen Seite Zugriff auf Satelliten gewährt hat um die Angriffe auf die bewaffneten Kriminellen, Jihadisten und Söldner besser auszurichten. Jedenfalls gibt es das Gerücht seit vorgestern.. ob es stimmt oder nicht ist schwer zu verifizieren.. ;)

    • Hi apxwn,
      Du kannst eine Guerilla nicht vermittels einer Feldkriegs-Kommandostruktur bekämpfen. Ich denke, die Gründe ergeben sich mit ein wenig Vorstellungskraft von selbst. Ausländische Kräfte könnten nur ihrerseits als Todesschwadronen eingesetzt werden, die dort, wo sie eingesetzt werden, alles killen, was sich bewegt. Das will – gedankt sei’s dem Allerwertesten – niemand.
      Panzerabwehrwaffen und Mörser wären umgekehrt der Guerilla zur untauglichen Last zu machen. In der zweiten Phase des Libyenkrieges haben die verbliebenden Verteidiger gezeigt, wie man das macht. Trotz ihrer relativen Schwäche waren sie nur aus der Luft zu besiegen, und letztlich auch nur mit genozidalen Drohungen gegen die Bevölkerung.
      Es gälte also – ich habe es schon in einem anderen Kommentar gesagt – das Heer zu demobilisieren, auch wenn man dabei die Hälfte des Personals verliert – und autonom-kooperative Kampftruppen zu bilden. Selbst mit nur 30.000 Mann solcher Verbände, sofern sie hoch beweglich wären und blieben (Hubschrauber!), sähe die Guerilla plötzlich ziemlich alt aus.
      TG

    • Hi, Tom. Ja, ich hatte diesen Vorschlag ja schon gebührend gelobt. Du schriebst aber, diese Einheiten seien – aus offensichtlichen Gründen – außerhalb der Befehlahierarchie des Militärs zu positionieren. Sicher, andrea wäre es sinnlos.
      Was aber gibt Dir die Sicherheit, dass sich die so unabhängig gewordenen Kommandeure nicht zu lokalen Emiren mausern und z.B. Latakia kraft ihrer Einheiten für unabhängig erklären? Gerade im Libyenkrieg lief und läuft es ja so. Die Clanstrukturen sind in Syrien vielleicht noch hoffnungsloser vertrackt als in Libyen.

    • Ja, apxwn, das ist der Punkt, an dem man mich einen Zyniker nennen wird. Wenn es überwiegend Gewohnheit, gewohnheitsmäßiger Gehorsam, drakonische bis vernichtende Strafe, Korpsgeistkontrolle und dgl. ist, was Feldkommandeure, technisches Offizierspersonal und Verbindungsoffiziere bei der Stange hält, dann haben sie schon verloren.

      Aber danach sieht es m.E. (noch) nicht aus – wobei mein Eindruck natürlich reichlich unmaßgeblich ist. Z.B. die Checkpoints – viele von ihnen scheinen bloß eine Last und Schwäche zu sein. Da hockt eine Abteilung, die sich gegen konzentrierte Angriffe gerade lang genug halten kann, um nach Entsatz und Unterstützung mobiler Infanterie zu rufen – die dann promt auf den wohlbekannten Einsatzwegen in die Fallen rasselt, die u.a. mit tragbaren Rakentenwaffen von 2 (!) km Kernschußreichweite gestellt werden. Da muß ein Heer ja verrückt werden! Das ist einerseits eine obsolete Taktik, die wahrscheinlich auch rasch umgestellt wird und vmtl. umgestellt werden kann, aber das beseitigt nicht einen ihrer Gründe, nämlich das Mißtrauen in die Truppe einerseits, und deren Indolenz andererseits.
      Deshalb: ohne diese Last ist die Truppe kampfkräftiger.

      Und daß die Abspringenden gleich die Seite wechseln, ist weitgehend widerlegt. Das ist in 15 Monaten nicht geschehen, warum dann jetzt, da die Kämpfe tödlicher werden.

      Außerdem taugt der Vergleich mit Libyen in einem entscheidenden Punkt nicht (der der syrischen Armee und Bürokratie schon von entscheidendem Nutzen war): Syrien ist im Ggstz. zu Libyen ein Industrieland, wenn auch ein rel. schwach entwickeltes. Die LA-Times hat vor längerer Zeit recht anständig über eine Mittelstadt zwischen Aleppo und Hama berichtet, in der die Herrschaft über die nichtkommerziellen Quartiere „großzügig“ Emirn und Sheiks überlassen wurde – sie konnten dort außer Drangsalierung nix ausrichten! Der Raum Idleb lebt nun mal von Aleppo, weil die Subsistenz zu nichts reicht und die säkular-urbanen Gesellschaften Syriens haben bis zur Stunde dem islamischen Ansturm recht gut widerstanden – bis auf die Hungerleider, für die man halt was zu tun hätte.

    • @MK: Als ob die Syrer irgendwas mit einem „Zugriff auf Satelliten“ anzufangen wüssten… bestenfalls geht es hier um Daten der Aufklärung.

      @all: Die Einnahme der Luftabwehrposition und der entsprechenden Technik nebst dem „Überlaufen“ von bis zu 70% der Besatzung von der Armee zur FSA wurde inzwischen in verschiedenen Quellen als unglaubwürdig dokumentiert. „Desinformation“. Mal sehen, was hinter der Ankündigung von massiven Propaganda-Broadcasts am 15. Juni stecken wird.

  • Giftgasanschlag geplant?

    Es wird tatsächlich immer schlimmer. Die Rebellen sollen im Besitz von chemischen Kampfstoffen [I] sein, die in Libyen erbeutet wurden. Damit soll dann wohl demnächst ein neues Massaker an der syrischen Zivilbevölkerung verübt werden. Je mehr Leute diese Information bereits im Vorfeld verbreiten, desto mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es versucht wird.[II]

    • Je mehr man sich auf derartige Gerüchte stürzt, desto weiter entfernt man sich vor der Realität. Wenn es nun mal so ist, dass Syrien den konzertierten Angriffen nicht gewachsen ist, dann sollte man sich eher Gedanken über das Syrien nach dem Umsturz machen. Die Umstürzler werden alles daran setzen, die syrische Armee als eine Verbrecherorganisation darzustellen und die Baath-Partei zu verbieten. Wie in Libyen werden die Aufrührer ihre Toten zu anbetungswürdigen Helden der Revolution zu erklären und staatliche Invaliden-Renten für ihre Verletzten einfordern. Auf die Weise wird der heutige Bürgerkrieg das Land auch noch in zehn oder zwanzig Jahren spalten. Wenn man sich das vor Augen führt, wird klar, welche Bedeutung die diplomatischen Anstrengungen Russlands für die Zukunft Syriens haben.

  • Ja, es sind ziemlich offensichtlich Psyop-Gerüchte. Wenn es in Syrien „abgeht“ geht es nicht ohne mörderischste israelische Gewaltschläge ab, und zwar erstens, weil sie militärisch zweckmäßig bis notwendig sind, zweitens aber, soweit sie das nicht wären, MÜSSTE Israel zum mythologischen BEWEIS seiner Legende von der schwerwiegenden Bedrohung durch Iran, Syrien und insbesondere Hezbollah zuschlagen. Es ginge nicht an, daß Israel NICHT zuschlägt und die Hezbollah darauf hin AUCH nicht!
    Aber in Israel hat man noch Zeit:
    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4240696,00.html

    Das war letzte Woche. Auch an der israelischen Propagandafront ist nüscht los, nach dem Fanfarenstoß von Netanyahu (jedenfalls nicht in Haaretz udn YNet.)

    Voltairnet / Thierry Meyssan lernen nicht. Sie wurden schon zweimal in Sachen Syrien düpiert („Milane“ und „französische Fallschirmjäger“), und zwar auf methodische Weise: was ihnen gesteckt wird, ist global gar nicht verkehrt, aber entweder übertrieben oder verfrüht. So wird die Plattform diskreditier, und soweit sie nicht diskreditiert wird, wird das Publikum auf das „Unerhörte“ und „Empörende“ gleichsam in vitro der Virtualität vorbereitet. Schlau ausgedacht.

  • Russia Sending Attack Helicopters To Syria, Clinton Says
    http://www.bloomberg.com/news/2012-06-12/russia-sending-attack-helicopters-to-syria-clinton-says.html

    – laut Clinton werden derzeit russische Kampfhubschrauber an Syrien geliefert. Warum auch nicht?

    – Clinton würde Kofi Annan bei der Bildung einer internationalen Gruppe unterstützen, deren Ziel die Bildung einer Roadmap für einen politischen Übergang sein müsse; Russland würde dazugehören, nicht jedoch der Iran, weil es die syrischen Streitkräfte angeblich „trainiert und unterstützt“ haben soll. Wird das einfach nur behauptet oder gibt es dafür auch Belege?

    – Clinton spricht von einer Timeline bis Mitte Juli; wenn Kofi Annan bis dahin keine Erfolge bei der Eindämmung der Gewalt vorweisen kann und nicht wenigstens ein Anfang zur Ablösung von Präsident Assad gemacht sei, dann werde die Beobachtermission kaum verlängert werden können

    • Laut Clinton liefern die Russen Hubschrauber an Syrien, und laut McCain liefern die Golfmonarchien Waffen und Material an die „Rebellen“: McCain: Gulf states supply arms to Syrian opposition. Tja. Der Krieg zwischen den „Großinteressenten“ wird also momentan auf dem Rücken der Syrer ausgetragen.

    • Möglicherweise werden die selben russischen Hubschrauber auch in Afghanistan zur Bekämpfung der Aufständischen eingesetzt. In diesem Fall finanziert die US-Regierung sogar diese Hubschrauber. Die Vorwürfe gegen Rosoboronexport sind daher kaum haltbar, zumal Hillary Clinton nicht mal angeben konnte, welcher Hubschrauber-Typ genau auf dem Weg von Russland nach Syrien sein soll.

      http://uk.reuters.com/article/2012/06/13/uk-syria-crisis-clinton-idUKBRE85B12E20120613

      Gemäß eines russischen Waffenexperten auf RIA Novosti wurden russische Kampfhubschrauber das letzte mal vor 20 Jahren an Syrien geliefert. Es wird vermutet, dass Clinton sich auf Hubschrauber bezogen haben könnte, die in Russland gewartet oder modernisiert werden. Dazu sei Russland aufgrund der lange schon bestehenden Verträge verpflichtet.

  • http://tehrantimes.com/politics/2095-iran-denies-intervention-in-syria-

    Eine Meldung vom August 2011, in der ein Sprecher des iranischen Außenministeriums Berichte als falsch zurückwies, wonach sich die Islamischen Revolutionsgarden des Iran in die inneren Angelegenheiten Syriens eingemischt hätten.

    Dass der Iran die „syrischen Streitkräfte und Milizen trainiert und unterstützt“ hat (Clinton) ist deshalb immer noch möglich. Nur ist Unterstützung ein dermaßen unbestimmter und weitläufiger Begriff, dass bereits die Lieferung von Baumwolle oder Lebensmitteln darunter verstanden werden kann. Auch Russland „trainiert und unterstützt“ die syrischen Streitkräfte und Milizen.

  • Laut Ahmad Fawzi, dem Sprecher Kofi Annans, kommt die Kontaktgruppe zustande:

    http://www.un.org/apps/news/infocus/sudan/infocusnews.asp?NewsID=1228&sID=

    Zur Teilnahme des Iran äußert er sich nicht direkt, aber was er sagt, kann durchaus so verstanden werden, dass auch der Iran teilnehmen wird. Als Ziel der Kontaktgruppe gibt er allgemein die Umsetzung des 6-Punkte-Plans an und besonders „to put irrevocable pressure on the parties to implement the plan and stop the killing and begin a political transition.“

    Unter den „parties“ auf die Druck ausgeübt werden soll, sind die Parteien in Syrien zu verstehen. Da wär’s natürlich interessant, ob die Terrorgruppen (vom SNC vertreten werden oder ob die als eigenständige Partei gesehen werden. Die Rede ist von bis zu 16 unterschiedlichen Gruppen, die alle eine eigenständige Agenda haben.