Hoffähige Intellektuelle

RIA Nowosti meldet, dass Vertreter der in Syrien Krieg führenden Auslandsopposition (dieser sperrige Begriff, um nicht gleich zu Beginn mit Anführungszeichen hantieren zu müssen) demnächst auf hoher Ebene in Moskau empfangen werden sollen. Zu den geladenen Gästen gehört der Chef des SNC, Abdulbaset Sieda, sowie auch der „namhafte Politiker und Menschenrechtsaktivist Michel Kilo“.
Beide dieser Figuren leben nicht in Syrien. Von letzterem musste der russische Vizeaußenminister noch dazu erläutern: „Michel Kilo nimmt derzeit am Kairoer Treffen der Opposition teil… Er lebte in Paris und ist ein ziemlich einflussreicher Politiker“.

So, so. Es ist nicht ganz klar, in welchem Volk dieser, ein paar Ellen von Syrien entfernt lebende Politiker Einfluss und Autorität genießen soll. Aber nun hat man ihn schon einmal eingeladen, dann muss man ihn zumindest als wichtig beschreiben und Interesse demonstrieren.
Die von vornherein zu einer Totgeburt verdammte Idee einer Koalitionsregierung für Syrien, wie sie am Samstag in Genf aus dem Hut Kofi Annans gezaubert wurde, wird trotz aller Unsinnigkeit vorangetrieben. Wahrscheinlich sind sich alle der Mangelhaftigkeit und des fehlenden Realismus dieser Idee im Klaren. Bedenkt man die ganze Fülle der Probleme, vor denen Syrien bereits vor dem bewaffneten Konflikt stand, plus die massiv während des letzteren durch internationale Söldnertrupps hinzugekommenen, so kann man mit etwas Menschenverstand eigentlich nur konstatieren, dass die Lage im besten Fall von einer parteineutralen Regierung von „Technokraten“ gebessert werden könnte, die keine Zeit für Streitereien untereinander verschwenden, sondern ihre Energie auf die Lösung der anstehenden Probleme richten würden.
Abdulbaset Sieda (SNC)
Nichts desto trotz sieht die Genfer Idee vor, ein paar dem syrischen Leben vollkommen entfremdete Intellektuelle zusammenzuklauben und sie mal ein wenig „mit voller Exekutivgewalt“ ans Regierungssteuer zu lassen. Selbst, wenn man politische Betrachtungen außen vor lässt, so kann man sich leicht vorstellen, wozu solche Dilettanten beim Versuch, die recht verfahrene Lage zu entwirren, letztendlich kommen werden. Es ist ja nicht so, als gäbe es keine Beispiele in der jüngeren Weltgeschichte. Die Regierungen der meisten ehemaligen Sowjetstaaten hatten eine solche Phase: Gamsachurdia in Georgien, Eltschibei in Aserbaidschan, Ter-Petrosjan in Armenien… und von den diversen Machthabern im Kaukasus ganz zu schweigen, die in Zeiten ihrer Regierungsgewalt oder auch nur irgendeiner Machtausübung faktisch Non-Stop-Massaker vom Zaun brachen – Blut, besonders das von Fremden, war für sie wie Wasser, das schnell versickert. Das, was diese ganzen Redner und Schöngeiste zuallererst mit Feder und Mundwerk geschafft haben, war es, alles kaputtzubekommen, was sich noch irgendwie bewegte. Es wäre naiv anzunehmen, dass die nun nach Moskau und anderswohin zitierten „syrischen“ Intellektuellen da besser seien.
Trotz all dieser Dinge nicken alle weiter brav mit ihren Denkerhäuptern und machen bedeutsame Gesichter – ja, nur diese Leute können das ächzende syrische Volk retten. Wenn das Optimismus sein soll, dann ist er idiotisch. Eine andere Erkenntnis ist in diesem Zusammenhang viel wichtiger: wenn solche Leute auf dieser Ebene in Moskau empfangen werden sollen, dann hat Moskau Assad sehr wahrscheinlich aufgegeben. Die Aufgabe der hier eingeladenen  „Oppositioniellen“ wird es wohl sein, den Russen zu gefallen. Mal sehen, ob ihnen das gelingt.

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Trackback von deiner Website.

  • Anonymous

    @Apxwn

    Michel Kilo ist tatsächlich ein in Syrien bekannter Oppositioneller, der in sofern bei vielen Syrern eine Reputation geniesst, weil er bereits während des „damaszener Frühlings“ den Wind in eine andere Richtung gelenkt hat.
    Seine Reputation gewinnt an Größe wenn man obendrein bedenkt, dass er sich als „innerer Oppositioneller“ von anfang an gegen die Strategie und das Ziel des SNC positioniert hat. Unter diesem Aspekt macht eine Einladung einen Sinn, mit Sicherheit einen größeren, als den Deppen Sieda oder Ghalioun einzuladen. Mit Kilo kannst du eine Regierungsbeteiligung besprechen und realisieren, mit den anderen beiden Lakaien definitiv nicht.

    • Du hast Recht. Umso gespannter kann man sein, was die Moskau-Visite bringen wird.

  • Anonymous

    apxwn: Wer bist du eigentlich, dass du dich dermaßen über langjährige syrische Oppositionelle erheben kannst? Dass du von Michel Kilo offenbar rein gar nichts wusstest, zeigt, dass du von Syrien, über das du hier schlau-schwätzt, keinerlei Ahnung hast. Macht dich insgesamt sehr glaubwürdig. Der Urteilskraft von so unverschämt-arroganten Nichtwissern kann man unbedingt vertrauen. Du redest vom „ächzenden syrischen Volk“? Was weißt du denn davon? Außer dem, was du selektiv im Internet oder sonstwo liest?

    • Kollege, wir sind ja hier nicht bei Reuters oder so. Irgendein Verzeichnis ordnet die hier erscheinenden Texte beständig unter „Meinung“ ein, und das tut es vollkommen richtig. Ich verfolge hier andere Prinzipien als die Allwissenheit und erhebe nicht einmal Anspruch auf Objektivität – siehe Info. Dort steht entsprechend implizit auch etwas zur Selektivität dessen, was ich „im Internet oder sonstwo“ lese.

      Zum „ächzenden syrischen Volk“ habe ich also entsprechende Primärquellen, bei denen Michel Kilo weitgehend unbekannt ist – siehe auch weiter unten die Einlassungen von TomGard.

      @all: Zu Michel Kilo und zu dessen aktueller Bedeutung kann man die Wahlergebnisse der Parlamentswahlen – keine Parteien-, sondern Kandidatenwahlen – als Indiz heranziehen. Kilo selbst scheint seine Möglichkeiten dabei recht realistisch eingeschätzt zu haben.

    • Anonymous

      @anonym vom 3. Juli 2012 01:58
      Wer bist du denn eigentlich? Solche Typen wie dich habe ich gefressen, selbst keine Ahnung haben, aber andere die sich bemühen Licht ins dunkle zu bringen, andere Sichtweisen zu präsentieren, aber vor allem andere Quellen/Informationen uns zu liefern als die gleichgeschalteten Westmedien, zu beleidigen und zu verunglimpfen.
      Ich bin selbst Syrer kenne die Situation zumindest im Bereich von Adana bis Tripolis sehr gut und wundere mich immer wieder über die Blödheit der West- und NATO Medien. Auch wenn man keine Ahnung hat, langt gesunder Menschenverstand schon aus die richtigen Fragen zu stellen und zu verstehen, was zur Zeit in Syrien abgeht.
      Und ich glaube nicht an Verschwörungstheorien und dergleichen, auch bin ich nicht immer glücklich, wenn man voltairenet.org oder Hörtsel zitiert, aber den Dreck, den man in den Massenmedien liest ist einfach nur noch peinlich, lächerlich, unverschämt. Ein Beispiel: die türkische Zeitung Sabah meldet, 100.000 syrische Soldaten seinen in die Türkei dessertiert. Also, wenn du dich aufregen willst, rege dich über diese Medien/Ahnungslose auf und träume weiter von deiner sunnitisch-salafistischen Weltordnung mit Hilfe deiner heuchlerischen und verlogenen US-Freunden.

      @apxwn: Danke für deine Arbeit. Ich stimme deinen Analysen nicht immer zu, aber lese deine sehr gerne und vor allem die vor Ort Berichte der Journalisten. Ohne deine Arbeit hätten wir gar kein Zugang zu solchen Medien wie ANNA und anderen.

    • Anonymous

      „Selbst keine Ahnung haben … und träume weiter von deiner sunnitisch-salafistischen Weltordnung mit Hilfe deiner heuchlerischen und verlogenen US-Freunden.“ Schon bemerkenswert, das aus meinem Kommentar herauszulesen. Warum kommt ihr Oppositionsgegner aus dem Schwarz-Weiß-Denken nicht raus? Immerhin: „ich glaube nicht an Verschwörungstheorien und dergleichen, auch bin ich nicht immer glücklich, wenn man voltairenet.org oder Hörtsel zitiert“. Das ist ja schon mal was. Aber wenn man nicht mal Michel Kilo gelten lassen kann, ohne gleich von der sunnitisch-salafistischen Weltordnung zu reden – wo kann das hinführen? Im übrigen scheint ihr Sunniten und Salafisten gleichzusetzen und nicht wirklich akzeptieren zu können, dass die Bevölkerungsmehrheit in den arabischen Ländern nun mal Sunniten sind. Aber darauf hinzuweisen, reicht sicherlich wiederum für die oben genannte Unterstellung.

  • Mit diesen Oppositionellen zu reden und sie ernst zu nehmen, kann auch dazu dienen, sie zu entzaubern. Der militärische Flügel hat offenbar auch keine allzu hohe Meinung von denen, die sich da in Kairo treffen

    http://www.naharnet.com/stories/en/45211-free-syrian-army-activists-to-boycott-cairo-opposition-talks

  • Michel Kilo.
    Am 7.5.’11 wurde er von Assads persönlicher Referentin Butheina Shaaban zum Dialog geladen (er, der 2009 aus dem Knast entlassen wurde) und berichtete seinen Anhängern anschließend, er habe ultimate Forderungen gestellt, kein Gespräch geführt.
    In demselben Posting von SyriaComment sagen die dort zusammen gebrachten Zeugen, was Aaron Lund
    http://tomgard2.blog.de/2012/07/01/ausnahme-muslimbruderschaft-opposition-nie-syrienkrieg-beteiligt-14013024/
    ein Jahr später als „neue Erkenntnis“ ausgeben wird: Niemand, außer den Organsatoren in den USA, Spanien, Frankreich, UK kannte diese „Opposition“ der „20-30jährigen ohne sichtbare Führung und ohne politische Agenda“. Vornehm weggelassen werden die Scharfschützen aus der Türkei und die MB, die niemand, auch M. Kilo nicht, erwähnen mag …

    Drei Wochen zuvor – da war halt noch nicht erkennbar, wer und welche Massen da mit Waffen und Geld zu Werke gingen – hatte sich Kilo andererseits klar von „radikalen“ Elementen (in““, weil hier offen bleibt, was er meinte) distanziert und, mehr noch, für „Reform“ statt „regime change“ ausgesprochen.

    Das sind nur zwei Splitter, die zeigen, daß Kilo – ähnlich wie Haytham Manaa – sich wahrscheinlich große Mühe gab, redlich zu bleiben, sich aber unter dem Druck der ausländischen Subversion immer wieder zu korrumpieren gezwungen sah, um nicht gänzlich an die Seite gedrängt und schließlich aus dem Spiel genommen zu werden.
    Es wäre albern, ihm das vorzuwerfen.
    Aber es ist noch alberner – und in gewisser Weise häßlicher – diesen Mann, der von der syrischen Repression übel hergenommen und zugerichtet wurde, jetzt auf einer Moskauer Bühne zum Pappkameraden aufzubauen.

    Übrigens kann man aus den Einladungen nach Moskau nichts Neues heraus lesen: Sie waren mehr oder weniger alle schon da, etwa zwischen Nov.’11 und Feb.’12.

    Ansonsten, apxwn, nehme ich einfach mal an, dies ist eine Auftragsarbeit für Syriadingsbums, für die Du Dir die erhaltenen Nasenstüber zu Herzen nimmst. Die „historisch richtige Seite“ (daß man das von 150 Jahren katastrophalen Arbeiterbewegungssozialismus nicht lernt ??!) stellt sich immer als „die Falsche“ heraus. Warum? Schachspieler wissen es…;)

    • @TomGard

      Syriadingsbums? Auftragsarbeit, Nasenstüber? Ich kann Dir, offen gesagt, nicht folgen. Ehe ich jetzt hier auf Verdacht irgendwas dementiere, verweise ich lieber noch einmal auf den Akzent in dieser Nachricht: der liegt in den letzten drei Sätzen. Zur Einschätzung des „Pappkameraden“ habe ich ausschließlich Erfahrungen der Ex-SU-Staaten mit analogen Figuren herangezogen, wie oben beschrieben.

      Ach, und danke für den Verweis auf das FEPS-Dokument.

    • Na, mit „Nasenstüber“ meine ich die nur allzu treffende Kritik daran, daß Du – wenn Du über Michel Kilo schon rein gar nichts wußtest – es nicht für nötig hieltest, da mal nachzugucken und einfach Parteilichkeit sprechen läßt – Propaganda halt, und fehlgeleitete dazu, denn:

      Ich mag noch (aus dem Gedächtnis) erwähnen, daß Michel Kilo sich bei der Spaltung des SNC, wenn man das so nennen will, Verdienste erworben hat – seine Autorität aufgrund seines Alters, seines langjährigen Engagements und des Preises, den er dafür zu zahlen bereit war (statt, wie so viele „Kollegen“, aus der sicheren Deckung zu operieren) verliehen seiner Stimme gegen den Einfluß der MB im SNC und die direkte Umleitung der Gelder an die Bruderschaft und die Söldner Gewicht.
      Es ist schwer abzuschätzen, welchen Beitrag er damit zur Verhinderung des libyschen Szenarios geleistet hat, aber es ist immerhin möglich, daß er beträchtlich war. Hände weg von diesem Mann!

      Nichts für ungut.
      Tom

    • Da ich Deine & auch anonyme Kommentare und Korrektiva zu obigem Inhalt veröffentliche, mag dafür herhalten, dass ich mich, soweit möglich, nicht für Propaganda hergebe. Der Gesamteindruck kommt nicht vom Text allein, sondern auch mit seiner Diskussion zustande. Du urteilst also ungerecht.

      Ich wiederhole noch einmal: der Fokus des Posts oben ist nicht Michel Kilo, sondern die russische Position, und Einschätzungen der Perspektiven von solchen Figuren beruhen erklärtermaßen ausschließlich auf analogen Erfahrungen in den Ex-SU-Staaten.

      Dabei belasse ich jedem gern seine Heiligen und Märtyrer.

    • Zum Trost sei dir gesagt, ὦ Ἄρχον: Ich kann dem Gardetom oft auch nicht folgen.

    • „Du urteilst also ungerecht“ – Nö, das erscheint nur so, wenn Du meinen Vorwurf wg. mangelnder Sorgfalt bei diesem Text und einem empfindlichen Gegenstand gleich auf Deine Arbeit insgesamt ausdehnst. Es gibt derzeit niemanden, der zum Thema schreibt, den ich höher schätze.

    • @Поц (Odessit?) – es tröstet ein wenig. Ich habe mitunter bei der Lektüre das Gefühl, ich sei tumb.

  • Anonymous

    Weiter so apxwn. Ich lese hier sehr gerne

  • Ich finde es sehr passend, was apxwn schreibt.

    Grob gesagt läßt sich die vom Ausland unterstützte „Opposition“ in zwei Gruppen einteilen:

    (1) Sich unverstanden fühlende Kunst- und Literaturkritiker
    (2) Dschihadisten und Bombenleger

    Die Gruppe (1) scheint langsam zur Besinnung zu kommen und wäre zu Verhandlungen bereit. Nur die Gruppe (2) will von ihrem falschen Tun nicht ablassen. Sie wird nur mit Gewalt zu überzeugen sein. („Wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“, Mt. 26, 52)

    Dazwischen mag es noch eine kleine Gruppe von Leuten geben, die sich tatsächlich für die Übernahme von Regierungsverantwortung eignen würde. Die wären aber überfordert, wenn das gesamte syrische Staatswesen hinweggefegt würde.

    • Ich kenne nur eine Sorte Täter, auf die ich persönlich Deinen Spruch anwenden täte: Diejenigen, die allen Ernstes Gewalt zum überzeugenden Mittel einer Besinnung ausgeübt und -gestaltet sehen wollen.

      Die Sache ist insofern von Bedeutung, als sie einen Hinweis gibt, wer die radikalsten Fundamentalisten theologischer Weltsicht sind – Muslime gehören bis auf noch relativ seltene, christlich versaute Exemplare nicht dazu.

    • @TomGard
      Ich werde nicht schlau aus dem, was Du schreibst.

    • Nun mach aber nicht noch dieses Faß auf.

      Ich fasse mal zusammen:
      Obiger Eintrag braucht als Ergänzung bzw. Korrektiv eine nähere Beschäftigung mit Michel Kilo, den man als „echten“, weil inländisch-syrischen Oppositionellen betrachten darf und der unter den Syrern tatsächlich nicht unbekannt ist und einiges an Reputation hat. (Um das von vornherein gewußt zu haben, habe ich nicht die passenden Kontakte.)

      Insofern bleibt die Einladung an Sieda das vielleicht problematische Element. Im Kontext mit dem Stopp der Lieferung der S-300, den heimgekehrten, reparierten Helikoptern und dem Zögern wirft das kein für Syrien günstiges Licht auf Russland. Sofern die Bewahrung Syriens vor dem Zerfall oder vor ausländischer Intervention zu den Interessen Russlands gehört, verfolgt es dieses Interesse nicht so, dass man es klar erkennen würde. Eine Großmacht mit ein wenig Selbstbewußtsein handelte da anders.

    • Anonymous

      @apxwn

      Wie Russland handeln könnte, gibt z.B. dieses Statement von „kaumi“ aus dem Sarsura-Blog vor…
      Dazu sage ich: wer mit den Wölfen leben möchte, muss mit ihnen heulen!

      kaumi
      on 4. Juli 2012 at 10:40 schrieb: In Nordmali haben Islamisten ein Gebiet unter ihrer Kontrolle gebracht, welches ca. die doppelte Fläche der Bundesrepublik hat.
      Premium-Unterstützer dieser Phalangisten sind – Saudiarabien und Qatar.

      In der Stadt Diwanija/Irak sind abermals schiitische Einwohner und Pilger durch ein Bombenattentat der sunnitischen Islamisten getötet worden. Hauptgeldgeber sind – Saudiarabien und Qatar.

      In Syrien morden und massakrieren die Salafisten im Namen Allahs. Unterstützt werden diese “Rebellen” von – Saudiarabien und Qatar.

      Wenn ich Russland wäre (und selbst unter Ausschluß der Causa Syrien), würde ich mal langsam, hauptsächlich im Hinblick auf die eigenen Grenzen zu den Radikalislamischen Staaten, eine Strategie entwickeln, bevor das Gesindel auch da einsickert.
      Man könnte z.B. einen der greisen, fetten Saudi-”Prinzen” einfach mal mit zwei Einschußlöcher in der Stirn aufwachen lassen, eine Woche später einen Anderen mit dreien. Diese Botschaft würde auch ohne Bekennerschreiben seine Wirkung nicht verfehlen. Der Golg-Mob, und das ist meine ehrliche Meinung, hat die Grenzen der Menschlichkeit und des Rechtes weit überschritten. Multimilliardäre, die dazu fanatisch und primitiv sind, bedeuten in der Tat eine Gefahr für die Weltgemeinschaft!

    • Anonymous

      Sehr interessante Idee.
      Zwei, drei oder auch vier getötete Faschoislamisten im Tausch für Tausende Opfer… diese Rechnung könnte aufgehen und Allah würde bei der Bestrafung der rübertransferierten Hüter Mekkas ein (hoffentlich nur kleines) Auge zudrücken!

  • Anonymous

    Teil 1:
    Revolution in Syrien? Was für eine Revolution soll das sein, ohne revolutionäre Massenbasis, ohne revolutionäre Volkskomitees zur Führung, ohne eine große Idee sozialer Gerechtigkeit als Leitmotiv? Tatsächlich ist der Begriff Reaktion die richtige Bezeichnung für bezahlten Terror, Tod, Zerstörung und Chaos zur sozialen Rückschrittlichkeit und Sicherung der Machtverhältnisse von Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.

    Die Sunniten sind die Mehrheit in Syrien. Die Katholiken sind die Mehrheit in Deutschland. Na und? Was soll das heißen? Zurück ins Mittelalter der Glaubenskriege? Oder dass alle Sunniten Minderheiten abschlachten wollen und alle die nicht so sind wie sie? Wenn das stimmt, warum müssen die ihr eigenes Volk abschlachtenden brutalen Diktatoren Saud, Thani und all die anderen, mit freundlicher Unterstützung des Westens, für die ganzen Massaker extra ihre bezahlten Mörderbanden nach Syrien schicken? Das war die syrische Armee? Ja das klingt logisch, dann schlachtet die wohl ihre eigenen Familien ab, oder von woher sonst sollen die syrischen Armeeangehörigen kommen? Sieht eher aus, als schließen da einige mit solchen abstrusen Behauptungen von sich auf andere. Dafür spricht Immerhin deren künstlich gererierte Empörung. Und alles das auch noch unter der uralten Fahne der französischen Kolonialdiktatur, die plötzlich die Fahne der syrischen Unabhängigkeit sein soll.
    Das wäre so, als würden Anhänger katholischen Sekten für die Freiheit in Deutschland kämpfen, unter der Fahne des deutschen Kaiserreichs. Aber vielleicht wird uns diese Story auch noch aufgetischt, der menschenrechtlich parfümierte Massenmediensumpf könnte noch so manches politische Irrlicht produzieren.

    Wie geht noch deren Spruch? „Alawiten und Christen ins Grab“? Das sind übringens auch 6 Millionen. Passt dazu nicht auch, dass die sunnitischen Muslimbrüder schon damals die Verbündeten der deutschen Faschisten waren?

    „Wie Nazis und CIA mit den Muslimbrüdern paktierten“
    http://www.welt.de/politik/ausland/article12442027/Wie-Nazis-und-CIA-mit-den-Muslimbruedern-paktierten.html

    • „Christen in den Libanon, Alawiten ins Grab“ – so lauteten die Graffitis in Homs, wo die Rebellenbanden sich verschanzt hatten.

  • Anonymous

    Teil 2:
    Gleich welche Bemühungen, psychologisch oder militärisch, merkwürdig erscheint, dass am Ende immer ein Ergebnis steht: Araber töten Araber. Wem nützt das? „Für euch die Scharia, die Rohstoffe die Pipelines und die Sicherheit Israels für uns.“ Ist das nicht der Deal mit dem Westen? In speziellen Moscheen von halbgeheimdienstlichen Predigern geistig und seelisch vergiftete Kinder aus der kapitalistisch verelendeten Arbeiterklasse, die als billige Söldner für ein blutiges Märchen vom Paradies kämpfen, das man ihnen gab, statt gegen ihre wahren Feinde, für den sozialen Fortschritt aller, beanspruchen folglich keine Rohstoffe, wie praktisch. Konditioniert sie auf religiösen Wahnvorstellungen des Todes, gebt ihnen Waffen und lasst sie sich gegenseitig umbringen. Das geplante faschistische Modell des bankrotten Kapitalismus, zur Selbstzerstörung aller Völker der Erde?

    Wie damals werden nicht nur religiöse, sondern auch linke Symbole bereits wieder von den rechtsradikalen Faschisten missbraucht, wie der Arzt und Sozialrevolutionär Ernesto Guevara de la Serna, den die rechten imperialistischen Faschisten und ihre Söldner nun versuchen für sich zu vereinnahmen, doch in Wirklichkeit ermordet haben, weil er sich für die Rechte der Armen einsetzte. Die Geschichte ist in Wirklichkeit keine Geschichte der Kriege zwischen Fürsten und auch nicht zwischen Religionen. So sehen Ablenkung und Irreführung aus, um die Einigkeit der Völker zu verhindern. Die wahre Geschichte ist die Geschichte der Kämpfe zwischen den Klassen. Das aus diesen Kämpfen entstehende Klassenbewusstsein ist und bleibt der einzig wirklich passende Schlüssel zur eignen Befreiung von den Wahnideen der Tyrannen und ihrer Lakaien, mit denen sie immer versucht haben, die Gehirne der Menschen gegen ihre objektiven Interessen der gegenseitigen Solidarität und Freundschaft zu vernebeln, um sich durch Täuschung, Spaltung und Chaos noch eine Weile länger an der Macht halten zu können. Wie lange bleibt dieses plumpe und immer wieder aus dem Müll der Geschichte hervorgezogene, nur immer anders verpackte Vorgehen diesmal unbemerkt?

  • JMW

    Schein so, als wäre der arabische Frühling auch bei den Lesern von „chartophylakeion tou polemou“ angekommen.. Ich kann mich auf jeden Fall nicht erinnern, dass ein Beitrag hier jemals so hohe Wellen geschlagen hat.

    Was mich natürlich für dich freut, apxwn. Mich hat es aufgrund der von dir exzellent recherchierten, vierteiligen Reihe über Katar (die zum Staat ernannte Gasquelle im persischen Golf) auf deinen Blog verschlagen und seit dem lässt er mich nicht mehr los.

    Kilo hin oder her, das zeigt doch vor allem, dass deine Beiträge bisher sauber recherchiert waren. Kein Mensch ist allwissend, auch keine zwanzigköpfige Nachrichtenagentur.

    • Dazu gibt’s doch die Kommentarfunktion. Es hat mich nur gefreut, etwas mehr zu Michel Kilo zu erfahren. Im Endeffekt ist dadurch nämlich der pessimistische Ton des Beitrags oben gar nicht mehr so zu halten.

      Ansonsten Dank für die Blumen. Habe noch ein paar Dinge (Saudi-Arabien) in Bearbeitung, das ist nur noch nicht reif…