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Damaskus – Mission accomplished

Panzer in At Tadamon, Damaskus

Fast drei Wochen hat es gedauert, bis die letzten Rebellenkämpfer aus den Stadteilen und Vororten von Damaskus ausgeräuchert wurden. Sehr lange. Der letzte Stadtteil, in welchem letztlich die öffentliche Ordnung wiederhergestellt werden konnte, ist At Tadamon. Häuserkampf in der eigenen Hauptstadt ist wahrscheinlich nichts, was irgendeine Armee dieser Welt gut kann oder gerne tut. Derweil treten mit Einrücken der Armee in die befreiten Stadtteile weitere Greueltaten der Rebellenbanden von der „Freien Syrischen Armee“ zutage. Die folgende Reportage des russischen Fernsehkanals 1TV.Ru berichtet von einem Massaker der Rebellen unter der Zivilbevölkerung in Al Tadamon und lässt Zeugen aus den Reihen der verängstigten Einwohner zu Wort kommen.

Quelle: 1TV.Ru
Vertreter von internationalen Menschenrechtsorganisationen sprechen erstmals darüber, dass die bewaffnete Opposition in Syrien Kriegsverbrechen begeht. Genauer geht es um einen vielfachen Mord in einem Schulhof von Aleppo. Über Massenhinrichtungen berichten auch die Einwohner von Damaskus. Zurzeit ist ein Team des Ersten Kanals vor Ort.
00:18: Am Rande einer Baugrube stehen die Menschen in gespanntem Schweigen. Hier fällt das Atmen schwer. Dort unten liegen die Leichen von Bewohnern der umliegenden Häuser. Noch ist es unbekannt, wieviele es sind, doch es gibt Zeugen dafür, wie und vom wem sie umgebracht worden sind.
Mann:

Ich habe die Erschiessungen vom Balkon aus gesehen. Man bemerkte mich, sie brachen bei mir ein, zogen mir einen Sack über den Kopf und brachten mich in ein Haus, wo ich verhört wurde. Ich habe gesagt, ich sei nur ein kleines Licht und wüßte von nichts.

Frau aus dem Auto:

Ich habe es selbst gesehen, wie die Menschen an den Rand der Grube gebracht, erschossen und die Leichen hinabgeworfen wurden. Ich weiß nicht, weshalb man sie umbrachte – wahrscheinlich haben sie es abgelehnt, mit denen – den Oppositionellen von der Freien Syrischen Armee – gemeinsame Sache zu machen.

Diese Frau ist die einzige Zeugin, welche diese Morde namentlich den Einheiten der bewaffneten Opposition anlastet. Die anderen Zeugen drücken sich vorsichtiger aus: das seien irgendwelche Bewaffneten gewesen. Sie sagen, dass Zivilisten täglich im Verlauf von fast 2 Wochen erschossen wurden. Erst, als der Stadtbezirk At Tadamon von den bewaffneten Kämpfern befreit wurde, haben sie das Vorgefallene der Armee gemeldet.
Mahaddin Simach, Soldat:

Die genaue Zahl wissen wir derzeit noch nicht. Uns wurde gesagt, es seien ungefähr 20 Ermordete in der Baugrube. Sie sehen – obenüber liegt Bauschutt, Armaturen, Steine – wir werden das jetzt alles durchsuchen.

Rauch, Einschusslöcher, Patronenhülsen – diese Straßen sind noch nicht von den Kämpfen erkaltet. Vom Stadtviertel At Tadamon bis ins historische Zentrum der syrischen Hauptstadt sind es 10 Autominuten. Die Regierungstruppen haben mehrere Tage gebraucht, um die bewaffnete Opposition von hier auszutreiben – erst mittels Artillerie und Panzerfahrzeugen, dann – am frühen Morgen – ist die Präsidialgarde eingerückt.
Nach Auskunft der Militärs hat die bewaffnete Opposition At Tadamon tatsächlich unter ihrer Kontrolle gehabt – an den Häuserwänden sieht man die Fahnen der Opposition, und hier den Spruch: „Wir gehen nicht!“. Man zwang sie aber dazu. Die Befreiung des Stadtteils stand unter der Führung dieses Mannes – eines Feldgenerals, der beim Interview sein Gesicht von der Kamera abwendet.
Feldgeneral:

Wir haben faktisch alle Stadtteile von Damaskus von den bewaffneten Banden gesäubert. Das hier war das letzte. Einzelne halten sich noch versteckt. Morgen werden die Oppositionellen verkünden, dass wir sie gar nicht besiegt haben, sondern dass das ein taktischer Rückzug sei. Wundern Sie sich also nicht.

Der Stab der Oppositionskräfte wurde in einer Moschee eingerichtet. In ein und demselben Saal betete man und schmiedete taktische Pläne.
Reporter:

So, wie es hier aussieht, hatten die Rebellen hier nicht nur ihren Stab, sondern auch ein Lazarett. Hier gibt es Verbandsmaterial, chirurgische Instrumente, Medikamente, und dort sieht man, wo die Verwundeten lagen.

Ihre Toten übergaben die Rebellenkämpfer im Nachbarhof der Erde – 12 sorgfältig angelegte Gräber. Der Stab in der Moschee wurde von den Regierungstruppen eher mit einer List als mit Gewalt eingenommen.
Soldat:

Eine Moschee ist ein Ort des Gebets, nicht des Kampfes. Wie könnte man hier schießen oder bomben? Wir haben sie schön in die Zange genommen und alle verhaften können.

Wie viele Rebellenkämpfer verhaftet wurden, wird von den Armeeangehörigen nicht mitgeteilt. Wir haben vier gesehen. Man versicherte uns, dass sie verhört und dem syrischen Sicherheitsdienst übergeben würden. Danach bekommen sie ein Gerichtsverfahren.
Die Verwandten haben indes schon die Leiche eines der Bewohner identifiziert. Er war entführt worden, man forderte für ihn ein Lösegeld oder 10 Maschinengewehre. Hier wurden ebenso die Leichen von drei Lehrerinnen der hiesigen Schule gefunden. Insgesamt wurden in unserem Beisein 9 Leichen aus der Baugrube hervorgeholt – damit ist die Arbeit aber noch nicht beendet. Auch das Militär verlässt diesen Stadtteil von Damaskus noch nicht. Die Panzer stehen nach wie vor auf den Strassen.
Alexander Jewstigneew, Wladimir Grinewitsch, Wjatscheslaw Manichin. Erster Kanal, Syrien.

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  • die armee muss in den städten bleiben nachdem diese „gesäubert“ werden. säuberungen sind nun mal nicht 100%-ig. ich hoffe dass in jeder befreite stadt noch schön soldaten patroullieren können und ihre scharfschützen auf dächern unterbringen. so und nicht anders, bis der krieg zuende ist.

  • oschasieber

    Endlich mal gute Nachrichten aus Syrien.

    In der Zwischenzeit hetzt die zionistische Wochenschau munter weiter und erklärt PKK-Kämpfer zu Terroristen.

    http://www.tagesschau.de/ausland/pkk144.html

    Das was sie in Syrien ekelhaft abfeiern, ist plötzlich abgrundtief böse. Für wie bescheuert, mit Verlaub, halten die ihre Leser eigentlich?

    mfG, oschasieber

  • Anonymous

    Die unvorstellbaren Kriegsverbrechen der sogenannten „Opposition“ müssen geahndet werden. Die bestialischen Verbrechen an Alaviten, Schiiten, Christen usw. dieser entmenschten sunnitischen Bestien sollten überall öffentlich gemacht werden.
    Gernhold Berlin

    • Das ist ja gerade die Richtung, die man dem Konflikt zu geben versucht. Sanktionen – reichen nicht; Massaker – reichen nicht; Drohungen, Provokationen mit Kampfflugzeugen, etc. – alles nicht genug, das syrische Volk steht zusammen. Nun bedient man eben die religiöse / konfessionelle Schiene, ein fast todsicheres Mittel. Die Entführung der iranischen Pilger ist eine in genau diese Richtung gehende Provokation. Dazu wartet man nur, bis der Iran aufmuckt und sich irgendwie „offiziell“ einmischt.

  • gernhold, das sind keine sunniten. das wäre ja, als ob du den ku-klux-klan als entmenschte evangelische christen bezeichnen. im falle von „keine ahnung“ bitte den mund halten. danke.

    • Netter und treffender Vergleich, das Ding mit dem Ku-Klux-Clan!

  • Anonymous

    „…du den ku-klux-klan als entmenschte evangelische christen ….“

    Und das ist ja richtig!

    Zu den bestialischen Sunniten sollte klar sein, daß es auch keine bestialischen Sunniten und somit der Begriff „bestialisch“ als Kennzeichnung einer Untermenge dient.
    Die Obermenge sind Sunniten und deren Teilmenge sind diese entmenschten Verbrecher.
    Das heit ja nicht daß alle Sunniten Verbrecher sind.
    Gernhold Berlin

  • Update. Den Videobeitrag gibt’s jetzt mit einem deutschen Voice-Over auf Youtube – besten Dank an Halfdralf vom Gegengift!