Kadri Dschamil in Moskau

Bei der Visite des syrischen Vizepremiers Kadri Dschamil nach Moskau kann man zwei Ziele und Themen unterscheiden. Der erste Teil – der wirtschaftliche – war eigentlich nur Formsache, ist aber trotzdem interessant. Alle entsprechenden Verhandlungen sind im Vorfeld geführt worden, und Dschamil sprach lediglich davon, dass Syrien “…nun wirkliche wirtschaftliche Unterstützung von Russland bekommen wird, und das passiert bereits in den kommenden Wochen”. Es geht in erster Linie um Kredite, über deren Umfang und Bedingungen die Vertreter beider Länder sich bereits während der vorigen Delegationsreise nach Moskau ausgetauscht hatten.
Klar ist dabei, dass unter den schwer wiegenden Sanktionen die Mittel aus solchen Krediten nur in Syrien befreundeten Ländern überhaupt eingelöst werden können, und Kadri Dschamil hat auch die Liste dieser Länder genannt: Russland, China, Indien und Venezuela. Der Iran gilt dabei wahrscheinlich als selbstverständlich und keiner gesonderten Erwähnung wert.
Wie auch immer, man kann fast davon ausgehen, dass der russische Kredit in erster Linie auch für Güter aus Russland eingesetzt werden wird. Bei den von Dschamil genannten Ländern braucht man auch nicht skeptisch sein: sie stellen zusammen die Hälfte der Weltbevölkerung, gehören insgesamt zu den führenden Wirtschaftsländern, darunter ist ein Land mit enormen Rohstoffvorräten, drei davon besitzen Atomwaffen, eines davon ist im Besitz des ganzen Spektrums an strategischen Atomwaffen. Die auf diese Weise als “befreundet” eingestuften Mächte kann man also nicht ohne weiteres von der Hand weisen.
Wie auch anzunehmen war, zeichnet sich unter der Bedrohung eines Abrutschens der Welt in einen Weltkrieg (wie dieser aussehen wird, ist eine ganz andere Frage) die Bildung von sich gegenüberstehenden Koalitionen nun langsam ab. Interessant ist, dass alle Alliierten Syriens zu den Gläubigerländern gehören. Die ihnen entgegenstehende Koalition sind die Schuldner dieser Welt plus die arabischen Geldsäcke. Das klassische Schema dieser Koalition – einen Haufen Schulden machen und den Gläubiger dann beseitigen. Kennen wir alles schon.
Das zweite Thema des Moskau-Besuchs – derzeit von allen Medien mit großem “Ui!” beleuchtet – ist die Antwort auf die Frage nach einem möglichen Abtritt Assads:

Was seinen Rücktritt angeht: Diesen zu einer Bedingung für einen Dialog zu machen bedeutet, dass man niemals diesen Dialog erreichen wird. Während eines solchen Dialogs aber können wir über alle Probleme sprechen. Wir sind auch bereit, diese Frage zu erörtern.

Das von Kadri Dschamil Gesagte bedeutet übersetzt folgendes: Diese Frage wurde bereits von der syrischen Elite aufgenommen und wird besprochen, und wenn jemand bei solchen Gesprächen dabei sein möchte – bitte sehr. Die übrigen können sich trollen und mit ihren MGs durch die Steppe rennen. Die Ergebnisse der Gespräche zu diesem Thema wird das nicht beeinflussen.
Es stellt sich heraus, dass diese Auskunft eines der Hauptziele der Moskau-Reise der syrischen Delegation war. Solche Verlautbarungen macht man nicht einfach so aus der Kalten, sondern das sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ergebnisse vorangehender und schwieriger Konsultationen im eigenen Land und auch mit befreundeten Ländern.
Was Obamas “Sensation” über eine mögliche Intervention angeht, sollten die Syrer ihre chemischen Waffen irgendwohin schaffen, so hat Dschamil nur relativ gelangweilt angemerkt, dass dies wohl eher ein innenpolitishes Statement des US-Präsidenten gewesen ist. Tatsächlich weiß man, dass sich die US-Außenpolitik in der Regel so dreht, wie es innenpolitisch gerade nötig ist.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Tags:

Trackback von deiner Website.

  • kaumi

    Die (Gesamt-)Opposition in Syrien erfährt gerade eine echte Spaltung. Die syrische Opposition hat sich nun auch durch Haitham Manaa`, für mich durch seine Person durchaus überraschend, dazu aufgerafft, den Einsatz des syrischen Militärs als einen „patriotischen und gerechten“ Akt zum Schutze seines Volkes gegen islamistisch-ausländische Mörderbanden“ zu erklären… quasi eine Kriegserklärung an die FSA/SNC und somit ein Schlag in das Gesicht derer Supporter. Michel Kilo hatte diesen Standpunkt ja bereits zum Ende des letzten Jahres eingenommen.

    Abgesehen davon, dass man vor allem bei Manaa` opportunistische Manöver wittern könnte, birgt auch diese Erkenntnis eine klare Botschaft: man setzt sich nicht mitten im Rennen vom Siegerpferd auf ein Verliererpferd. Die Rolle und die Macht der Exilopposition scheint bei den „oppositionellen Führungskräften“ durchaus weit weniger interpretiert zu werden als es und die westliche Allianz gern implizieren möchte.
    Mit „einem Wort“: Qadri Djamil scheint eher mit einer breiten Brust den Weg nach Moskau angetreten zu sein.

    • Anonymous

      @kaumi

      ich tendiere, dir recht zu geben.
      nicht nur die syrische „inside-opposition“ zeigt zur „outside-opposition“ einen klaren graben, inzwischen treten auch im teufelsmoloch „fsa“ immer mehr offene konflikte ans tageslicht, die einzig und allein nur noch vom gemeinsamen ziel des assad-sturzes gedeckt werden. blad wird auch dieser kitt nicht mehr ausreichen und das chaos wird noch stärker. aber ein vorteil für die „opposition“ wird das nicht sein!

  • Anonymous

    „Das klassische Schema dieser Koalition – einen Haufen Schulden machen und den Gläubiger dann beseitigen.“

    Tja, könnte gut so ausschauen, als ob der Amerikanische (Alp-)Traum am kleinen Syrien zerschellt ist.

    Könnte gut sein, dass nun das Szenario eintrifft, wie es von Prof. Fursow aufgezeigt wurde.
    Nämlich dass USA in eine Finanz- & Wirtschaftskrise taumelt, gegen die die letzten nur ein kleiner Schnupfen waren.

    USA, mit ihrem gewaltigen Haushalts- & Handelsdefizit, ist wie jemand, dem die Schulden längst über den Kopf gewachsen sind.
    Alte Schulden werden nach dem Prinzip der Umschuldung ständig durch neue ersetzt.

    Und ihre Gier nach Wachstum ist wie jemand, der eine kleine Gehaltserhöhung gekriegt hat und dann gleich zur Bank läuft, um seinen Dispo zu verdoppeln.

    Wichtig ist, dass die Bank ihr Vertrauen nicht verliert.

    Bei den ganzen kleinen Dreckskriegen, die USA geführt haben, ging es nicht zuletzt darum, dass das Vertrauen der Märkte gesichert wird.
    Oder mit anderen Worten: Signalisieren, trotz enormer Defizite, dass immer noch erhebliche Handlungsfähigkeit gegeben ist. Dass immer noch etwas erreicht werden kann.

    Mal ganz ehrlich: Als Nation mag ich die Amerikaner nicht. Ich mag ihren Zeitgeist nicht.

    Vor ein Paar Tagen hatte ich noch gelesen, dass am Syrien-Krieg kein grosses Interesse in der amerikanischen Bevölkerung besteht.
    Oder mit anderen Worten: Die Amerikaner interessieren sich schon gar nicht mehr für jeden einzelnen Überfall auf ein fremdes Land.

    Ich meine, wie abgestumpft und degeneriert muss man denn sein, um solch eine Haltung zu haben?
    Fühlen sich nach ihren Siegen über Irak & Afghanistan noch als grosse Helden.

    Man braucht sich ja bspw. auf DMAX nur einmal diese ganzen militaristischen Docutainment-Formate anzuschauen.
    Wo Kriegsveteranen ganz stolz nacherzählen, wie sie im Irak den Kameltreibern mal gehörig in den Arsch getreten haben.

    Millionen junger Amerikaner erklären sich bereit, ferne Länder zu überfallen und, mit AC/DC am Ohr, die dortige Bevölkerung abzuschlachten.
    Nur, weil sie anderweitig keine gescheiten Job-Chancen haben, wenn sie aus einer armen Familie stammen.
    Nicht, weil sie ihr Land oder ihre Unabhängigkeit verteidigen wollen.

    Sorry, aber sollte es in Folge einer grossen Wirtschaftskrise dort zu einem Bürgerkrieg kommen, dann habe ich kein grosses Mitleid.
    Sich gegenseitig die Köpfe wegzublasen, ist ohnehin schon ein fester Bestandteil ihrer nationalen Identität. Also bitte…

  • Anonymous
  • Anonymous
  • Anonymous

    Sollen die Syrer zugeben das sie die Chemiewaffen bereits nach Tartus, in die vorübergehende Obhut, der Russen gegeben haben, im gleichzeitigem leihweisen Austausch, für 6 Eskander A-Raketen.
    Die wird Syrien ja wohl kaum auf die eigenen Leute werfen können.

    Aber ich denke das alles in den letzten 2 Jahre, nur ein sehr blutiges Spiel ist, nicht wirklich ernst gemeint, aber es muss ebend richtig echt wirken.
    Im Hintergrund ist längst alles geregelt:
    Der $ ist am Ende, da die Brics und Europa jede Menge Cashreserven und US Vermögen (Schuldverschreibungen)besitzen und diese nicht abschreiben wollen–wurde heimlich die neue Weltwährung vereinbart, wo dann jeder seine SZR ausüben kann.

    Vorher muss Europa allerdings erst eine Transferunion werden.Das hängt überwiegend vom BverfG ab, der ESM Entscheid.
    Danach kollabiert der $

    Lehnt das BvG den ESM ab, scheitert die NWO und alle Schuldtitel verfallen, $ ist aber dann auch nicht mehr Leitwährung..
    Könnte aber dann WK3 geben.

    Das paradoxe an diesen ganzen Kriegen ist, das es so gar nichts mit Religion,Energie und Nationen zu tun hat.

    Es ging schon immer allein um die Vormacht des Finanzsystems.

    Hatte vor 5 Jahren ja schon mal angeboten die gesamten Schulden der Welt abzusichern–habe Geld ohne Ende (Trilliarden(ist ja eh nur eine Glaubenssache-wie sich das für diesen Gjhat gehört), nur gibt es da eine Handvoll Leute, die unbedingt diese Weltbank/1Weltwährung kontrollieren wollen und das ist die Gefahr, weil das keine Guten sind.
    Sundance

  • Jörg

    Rußland läßt die syrische Regierung nun offenbar im Stich: „Moskau will Damaskus künftig nur noch politisch, humanitär und informell unterstützen“

    RUSSLAND LÄSST MARINESTÜTZPUNKT IN SYRIEN RUHEN – „NESAWISSIMAJA GASETA“ – http://de.rian.ru/security_and_military/20120824/264255389.html

    • Hallo Jörg, wir müssen das mal abwarten. Es gibt diese Information bislang einzig bei der „Nesawissimaja Gaseta“, wo man sich auf anonyme „Quellen bei Militär und in der Diplomatie“ beruft, die bei den Gesprächen mit Kadri Dschamil dabeigewesen sein sollen; das ganze wird mit Zitaten von Lawrow gewürzt. Im Verteidigungsministerium keine Information dazu, auf der Seite der russischen Marine (www.navy.ru) und im Ministerium ist die diesbezüglich letzte Meldung, dass ein Teil des bekannten Flottenverbandes im Mittelmeer auf Übung ist. Dazu wird offiziell dementiert, dass der Stützpunkt Tartus evakuiert wurde. Und interessanterweise wird diese Nachricht bisher von keinem Kommentator, Experten oder auch Blogger aufgegriffen.

    • ITAR-TASS meldet z.B. auch „heftige Kämpfe“ nur 7km von Damaskus entfernt, die Linie Damaskus-Jordanien sei schwer umkämpft, allein in den letzten 24 Stunden sollen dort 71 Zivilisten, 31 Soldaten und 9 Rebellenkämpfer umgekommen sein. Und das, obwohl die Armee mit Luftwaffe kämpft. Erklärung: man bezieht sich auf Meldungen von Al-Arabiya. Also abwarten, was Tartus betrifft… :)

    • Die russische Marine handelt nur rationell, indem sie sich an Land Provokateuren entzieht, die mit Milanen, TOV’s (um 2.5 km Reichweite) und Flak-Maschinengewehren ausgestattet wurden. Auch der Rückzug der Restflotte ins westliche Mittelmeer vor Sardinien (ria novosti und jamestown found. berichteten) ist vernünftig: Man begibt sich außer Reichweite libanesischer (oder gar libyscher) Marineeinheiten, deren Kapitäne durchaus z.b. von der Feltman-Truppe bestochen werden könnten, Torpedos auf die russische Flotte abzufeuern, damit es rappelt im Karton. In der syrischen Armee wird man dafür dankbar sein, wenn man noch ’n bißchen Verstand hat.

      apxwn’s Antwort ist in meinen Augen erbärmlich.
      (Ja, letztes posting hier)

    • @TomGard, Du darfst Deine diesmalige beknackte Insinuation ausführlich erklären, dazu habe ich Deinen Kommentar freigeschaltet.

    • Ich darf, ja?
      Als Du vor 10 Tagen einen Link blockiert hast, den ich zu Fursow setzen wollte, dürfte das schwerlich wegen der zwei Kraftworte in dem einsätzigen Posting geschehen sein, die ich bei der Gelegenheit über das Interview verloren hab. Ich will Dir überhaupt nicht bestreiten, daß Du eine Diskussion über die völkisch -militaristischen Reichserweckungsideologien dieses Herrn, die u.a. auch eine Wiedererweckung Reichsdeutschlands vorsehen und ebensogut alt-faschistisch genannt werden könnten, aber nicht müßten, hier nicht haben willst, schon gar nicht unter meiner Beteiligung. Es stünde Dir umgekehrt nicht schlecht an, mir meinen Ärger über den Extremismus Deines Werbefeldzuges für russische Großmachtpolitik zuzugestehen. Okay, „erbärmlich“ vs. „beknackt“ – das ist wohl quitt.

      Hier gings mir nur um den Hinweis auf eine Folge dieser selbstverordneten ideologischen Beschränktheit: Im Reflex hast Du Jörgs Hinweis nach gewohntem Muster abgewiegelt, obwohl Du durchaus im Sinne Deines Werbefeldzuges genau dasselbe hättest sagen können, wie ich oben, unter Richtigstellung gewisser Illusionen über die militärischen Optionen und Machtverhältnisse der Beteiligten. Die „Quittung“ hat Dir Jörg inzwischen weiter unten präsentiert …

      Sachlich konnte es an dem Punkt nur um eines gehen: Zwar ist Russland gegen den Angriff auf seine Marinebasis militärisch wehrlos unter der Voraussetzung, keinen atomaren Erstschlag gegen die amerikanischen Großstädte sowie Paris und London führen zu wollen. Aber es hätte die Option gegeben, der vollmundigen Ankündigung Moskaus, man werde eine Aufbringung russischer Frachter mit syrischem Zielhafen „nicht dulden“ die Tat militärischen Begleitschutzes folgen zu lassen. Indem man im Kreml entschied, die Flotte bis auf drei Schiffe aufzulösen, welche sich obendrein ins westlichste Eck des Mittelmeeres zurück zogen, war eindeutig klar gestellt, daß Russland aus eigenem Kalkül ein Waffenembargo gegen die syrische Armee verhängt hat – zumindest bis auf Weiteres. Eine ANDERE Bestätigung für diesen Fakt ist schlechterdings nicht zu haben!

      Ich habe in einem anderen Kommentar schon mal begründet, daß und warum Parteilichkeit dumm macht, und die Gelegenheit, dies zu demonstrieren, war das einzige und letzte, was mich gereizt hat, hier zu posten.

      bye und gehab Dich wohl.

    • > Als Du vor 10 Tagen einen Link blockiert hast, den ich zu Fursow setzen wollte, dürfte das schwerlich wegen der zwei Kraftworte in dem einsätzigen Posting geschehen sein… < Doch, nur deswegen habe ich Deinen Kommentar nicht freigegeben. Du lässt eine ebenso kurze wie unflätige Tirade ab und mutest den Lesern zu, zur Erklärung Deines Ausfalls einen ellenlangen Artikel zu lesen. Das fehlte noch. Erkläre Dich gefälligst selbst. Du hast Deine Meinung von der Komplizenschaft Russlands mit den Imperialisten selbst als „Obsession“ bezeichnet. Aus dieser Obsession hat sich wohl eine Neurose entwickelt, die auch jene mit in Verdacht zieht, welche Dich bei sich zu Hause nicht unflätig werden lassen. Die „Grundlagen“ hier sind Texte, von denen ich einfach nur nicht will, dass Sie in der Versenkung verschwinden. Ich bin kein Ideologe. Ich publiziere hier nichts, um eine Ideologie zu propagieren. Meine Prinzipien sind unter „Info“ nachzulesen. Deine Vorwürfe über Parteilichkeit, wie sie Dir vozuschweben scheint, gehen ins Nichts. Im übrigen steht auch Parteinahme jedem frei. Und dabei habe ich mir die Worte Fursows nicht einmal zu eigen gemacht. Adieu und kleiner Tipp zum Schluß: versuch mal so zu schreiben, dass man sich nach dem Lesen Deiner Beiträge nicht fühlt wie durch den Wolf gedreht.

    • Jörg

      @TomGard
      Sei mal nicht so und schreib hier bitte weiter. Deine Kritik an apxwn verstehe ich allerdings nicht so ganz. Auch nicht die Schärfe. Wenn ich zensiert werde, poste ich immer gleich „Warum wurde ich zensiert?“. Mach das doch auch!
      Ich finde apxwn ’s blog prima – und wenn in den Kommentierungen jemand anderer Ansicht ist, macht es doch erst richtig Spaß! Also TomGard melde Dich hier wieder (bei Dir wollte ich unlängst kommentieren, wurde aber als „Spam“ rausgeworfen (lag’s daran daß ich vier links angegeben hatte?)

      Zu Tartus und der Frage, ob die Russen sich zurückziehen kommentiere ich jetzt noch mal unten (wäre eine vielleicht eine chronologische Kommentierung – wobei explizite Antworten als „@username“ gekennzeichnet werden, z. B. „@TomGard25. August 2012 15:57“ womöglich übersichtlicher?).

  • kaumi

    @TomG.

    Ich empfinde Deine Postings oft zu elitär, provokativ und aggressiv. Die Schlacht tobt nicht hier und hier kann sie auch nicht gewonnen werden.
    Du solltest Deine Analysen und Standpunkte sachlich und verständlich vortragen. Oft schwingt leider eine anklagend-verdummende Note mit.
    apxwn macht eine sehr gute Arbeit und er weiß selbst, dass seine Berichte nicht göttlich, sprich frei von Fehlern, sind. Aber deswegen gibt es ja die eminent wichtige und fleißig benutzte Kommentarfunktion, in der man Ergänzungen, Klärungen und Zusatzinformationen einbringen kann. Auch Deine bisherigen Posts waren, zum Teil, durchaus lesenswert und interessant.

    Bezüglich der undurchsichtigen Geschichte um die Aufgabe des syrischen Mittelmeerhafens:
    Weder westliche noch syrische Quellen haben breiter oder überhaupt darüber berichtet. Was dran ist wird man erst noch sehen. Ich persönlich setze eine Aufgabe Syriens seitens der Russen mit der Aufgabe deren Großmachtsstellung gleich.
    Tartous ist die russische Joker-Karte im Spiel gegen die US-Nato:
    Entweder sie benutzen sie um im Spiel zu bleiben oder sie ziehen sie zurück und überlassen den Pokertisch den Schwergewichten.

  • Jörg

    @apxwn
    Dank für Deine Ausführungen. Ich sehe das aber doch anders.

    Auf http://de.rian.ru/security_and_military/20120824/264255389.html lesen wir: … Moskau will Damaskus künftig nur noch politisch, humanitär und informell unterstützen…
    Somit wird klar, warum der Schiffsverband im Mittelmeer, für den drei russische Flotten (die Nord-, die Ostsee- und die Schwarzmeerflotte) ihre Schiffe bereitgestellt hatten, plötzlich aufgelöst wurde, und warum der Generalstab seine Pläne geändert hat, Schiffe der Nordflotte ins Schwarze Meer zu schicken.
    … Im Gegensatz zum Westen, der die Opposition mit Waffen zu versorgen begann, hat Russland fast alle seine Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer abgezogen. „

    Und daran daß das vorstehende stimmt, gibt es doch keine Zweifel. Immerhin untersteht „RIA Novosti“ sogar dem russischen Präsidialamt! Ja, es wurde nicht „bestätigt“. Aber wer soll das denn auch noch bestätigen: Etwa CNN oder BBC oder die „tagessau“ oder der „SPEIGEL“?

    Ja, es ist richtig: Jederzeit könnten die Nato-„Rabbles“ auf den russischen Marinestützpunkt mal eben eine Granate oder auch zwei niedergehen lassen. Nur: Das wäre doch eine einmalige Chance!
    Daß Rußland verletzliche Schiffe aus Tartus abzieht, ist o. k. Aber nun müßten statt dessen Boote mit jede Menge an Waffen in Tartus anlegen. Denn die Provokation durch einen etwaigen Granaten-Angriff durch Nato-Rabbles auf den russischen Militärstützpunkt Tartus böte doch die einmalige Chance, die Soldaten der syrischen Regierung neu zu bewaffnen und auch auszubilden. Denn Rußland könnten dann – in aller Lautstärke – von der syrischen Regierung den sofortigen Schutz ihres vertraglich(!) vereinbarten Militärstützpunktes verlangen! Vertrag ist nun einmal Vertrag!
    Und dann würde Assad ein Regiment in Tartus abstellen, die von den Rußen mit neuen Waffen ausgerüstet und trainiert würden.. Alle 14 Tage wird (klammheimlich) die syrische Schutz-Regiment gegen ein neues Regiment ausgetauscht – das auch neu ausgerüstet und trainiert würde. Und niemand – z. B. in der UNO – würde dies rügen können. Die Diktatur von Bahrein würde ich wohl mit einer handvoll Söldnern/Soldaten ‚befreien‘ können. Aber ich würde sofort von den US-Streitkräften angegriffen werden, mit dem Argument, ich hätte den (gewaltigen) US-Marinestützpunkt angegriffen 8notfall würde die USA so einen „Angriff“ ’stagen‘) . Und dann hätte ich im Sicherheitsrat sogar China und Rußland gegen mich! Denn für alle(!) Großmächte hört der Spaß auf, wenn ein Militärstützpunkt angegriffen wird.
    Auch dürfte die Stadt Tartus über eine Flughafen verfügen. Putin könnte deshalb auch Luftwaffenschutz von Assad verlangen. Und die landenden (veralteten) syrischen Maschinen könne man dann mit neuen Waffensystemen ausrüsten.

    Syrien kann(!) nicht alleine gegen die Waffen- und Finanzgewalt der USA/Nato bestehen. Auch Vietnam konnte sich seinerzeit der US-Invasion nur deshalb erwehren, weil es von der Sowjetunion (und auch ein bißchen von der VR China) massiv (!) mit Waffen versorgt wurde.

    Die Sache mit Tartus ist so interessant, daß ich der moskauer Regierung sogar raten würde, einen Angriff auf den russischen Marinehafen in Tartus notfalls zu ’stagen‘ (oder man reizt die bekloppten Nato-Rabbles solange bis sie endlich einen Granatenangriff veranstalten) .

    Aber …. was macht die Moskauer Politik?! Schon beim Eindringen dieser türkischen Militärjets hätte Rußland (oder die VR China) eine sofortige Sondersitzung(!) des UN-Sicherheitsrates verlangen müssen! Aber: …. NIX!

    Rußland hat m. E einen SONDERVERTRAG MIT ISRAEL.

    Du, apxwn, fühltest dich zu Unrecht angegriffen, als ich diesen Prof. Fursow kritisierte. Die Einstellung seines Interviews hatte ich jedoch keinesfalls kritisiert – im Gegenteil: Mir hat dieses Interview die Augen geöffnet! Gerade seine vielsagenden (und liebdienerisch- absurden!) Ausführungen zu „Israel“!

    Siehe auch: “ RUSSIA AND ISRAEL“ – http://aangirfan.blogspot.de/search?q=Russia

  • kaumi

    „SYRIEN – TARTUS: Eine „Russia Today“ Kollegin hat’s geprüft. Der leitende Offizier einer der Tartus-Plattformen hat die Sache klar dementiert. Die Zeitung, die das faule Gerücht aufgebracht hat, ist „anti-Putin“. Die Frage bleibt, warum RIA/N das übernommen hat.“ … C. Hoerstel, vor 6 Stunden!

    • Jörg

      Klasse recherchiert! Danke!
      Eine g u t e Nachricht!

  • Jörg

    @kaumi 25.August 2012, 18:03

    Leider scheint mir das Bestreiten der Nachricht von Novosti (http://de.rian.ru/security_and_military/20120824/264255389.html ) nun doch noch nicht ausreichend sicher.

    Du, kaumi, erwähnst Christoph Hörstel. DER aber gibt sich sehr skeptisch. Auf
    http://www.facebook.com/Infoseite.zu.Christoph.Hoerstel/posts/222189907907206
    lesen wir von ihm: „Es gibt Russen, die das leugnen: http://navaltoday.com/2012/08/23/russia-bsf-hq-denies-tartus-base-evacuation/ „.

    Und der Artikel von „navaltoday“ leugnet auch nur eine EVAKUIERUNG von Tartus. Eine solche Evakuierung behauptete der Novosti-Artikel aber auch gar nicht.
    Vielmehr behauptet Novosti:
    1.) „Moskau will Damaskus künftig n u r noch politisch, humanitär und informell unterstützen“
    2.) „Schiffsverband im Mittelmeer, für den drei russische Flotten (die Nord-, die Ostsee- und die Schwarzmeerflotte) ihre Schiffe bereitgestellt hatten, plötzlich aufgelöst“
    3.) „Im Gegensatz zum Westen, der die Opposition mit Waffen zu versorgen begann, hat Russland fast alle seine Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer abgezogen“

    Und genau das muß die Syrische Regierung sehr beunruhigen, da sie von Rußland offenbar nicht die selbe Wafenunterstützung erhalten wird, wie es die rabbles von der USA/Nato bekommen. Daß Syrien da bald die Luft ausgeht, kann man sich an den Fingern abzählen.

    • Ja, das Dementi der Evakuierung ist offiziell und kam sowohl vom Außenministerium als auch vom Flottenkommando. Es bezog sich aber auf eine ganz andere Meldung, und zwar eine von der „Izwestija“ vom 22. August. Auch da bezog man sich übrigens auf Quellen im Flottenkommando.

      Zur Meldung von NG, um die es hier geht: ich habe immer noch keine einzige Stelle gesehen, an der das bestätigt, widerlegt, oder auch nur kommentiert oder überhaupt erwähnt wurde. Auch und gerade nicht in der in dieser Hinsicht sehr sensiblen russischen Blogosphäre.

    • PS. Selbst bei Twitter (*klick*) wird die NG-Nachricht insgesamt nur exakt 5 Mal erwähnt, immer mit Quelle NG oder mit Verweis auf Duplikate dieser Nachricht. Mein vorläufiger Schluss: es ist kein Thema, es ist weitgehend eine Ente.

      Dass der Flottenverband im Mittelmeer gesplittet wurde, ist hingegen schon lange bestätigt.

    • kaumi

      Hoerstel berichtet, dass ein beteiligter Offizier der „Tartous-Plattform“ die Nachricht k l a r dementiert.
      Da die ausschlachtende Westpresse keinerlei Notiz von dieser, im Grunde hochwichtigen, Nachricht nimmt und auch keinerlei syrische Agentur (Pro oder Contra) auf dieses Pferd aufspringt, wage ich ebenfalls den realen Hintergrund dieser Meldung stark zu bezweifeln. Rein Technisch.

  • Jörg

    @apxwn26. August 2012 01:01 + 01:25
    “ Zur Meldung von NG, um die es hier geht“

    Lieber apxwn, ich weiß jetzt nicht, was du mit „NG“ meinst.

    Mir geht es allein um diese drei Behauptungen von Novosti
    1.) „Moskau will Damaskus künftig n u r noch politisch, humanitär und informell unterstützen“
    2.) „Schiffsverband im Mittelmeer, für den drei russische Flotten (die Nord-, die Ostsee- und die Schwarzmeerflotte) ihre Schiffe bereitgestellt hatten, plötzlich aufgelöst“
    3.) „Im Gegensatz zum Westen, der die Opposition mit Waffen zu versorgen begann, hat Russland fast alle seine Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer abgezogen“

    Zu „1“: Dafür, daß Rußland sich weigert die syrischen Regierung so mit Waffen zur versorgen (wie die US-Nato ihre Invasoren), brauchen wir keine ‚Bestätigung‘. Wir brauchen vielmehr eine Bestätigung, daß Rußland ENDLICH WAFFEN LIEFERT.
    Solange diese nicht vorliegt, haben wir davon auszugehen, daß das von allen Seiten blockierte Syrien von keiner Seite – auch nicht von russischer – Waffen- oder Munitionslieferungen bekommt.
    Dies müssen wir um so mehr annehmen, als die russische Regierung vor ein paar Monaten Waffenlieferungen an Syrien ausdrücklich b e s t r i t t e n hatte: Und zwar anläßlich des Entzuges des (international vorgeschriebenen) Versicherungsschutzes für einen russischen Frachter durch einen (britischen?) Schiffsversicherer. Die russische Regierung verlautbarte damals, daß der russische Frachter keine Waffenlieferung an Syrien geladen habe, sondern nur alte syrische Hubschrauber, welche lediglich in Rußland überholt worden seien.

    Rußland liefert also weder Waffen noch Munition an Syrien, obwohl die dortige Regierung diese dringend(!) zum Kampf gegen die bestens und fortlaufend mit modernsten Kampfmitteln versorgten Nato-Terroristen benötigt.
    Wer behauptet, daß Moskau den Syrern doch mit Waffen- und Munitionshilfe beispringt, soll uns eine dahingehende MELDUNG vorweisen. Diese fehlt aber (von einer ‚BESTÄTIGUNG‘ ganz zu schweigen!). Auch in den Nato-Medien (eine womöglich existierende polemische Pauschalbehauptung von BILD reicht mir da nicht)!

    Zu „2“:
    Wenn Du, lieber apxwn, jetzt sagst: „Dass der Flottenverband im Mittelmeer gesplittet wurde, ist hingegen schon lange bestätigt“, dann ist das nun zwischen uns unstreitig.
    Und gerade die Auflösung dieses eben erst gebildeten Schiffsverbandes BESTÄTIGT(!) doch die Tatsache, daß sich Moskau hartnäckig weigert, den um den Bestand ihres Landes und um ihre Freiheit kämpfenden Syrern auch nur die GERINGSTE MUNITIONSVERSORGUNG zu gewähren.
    Denn dieser russische „Schiffsverband“ war vor einigen Wochen doch extra für den Geleitschutz russische Frachtschiffe gebildet worden. Denn damals hatte die Nato die Kontrolle aller Schiffsladungen Richtung Syrien angekündigt, worauf Moskau empört verkündete, man werde die Kontrolle russischer Frachtschiffe keinesfalls gestatten. Gerade um diesem Protest Moskaus Nachdruck zu verleihen war dieser „Schiffsverband“ ja überhaupt erst aufgestellt worden.

    Wenn nun aber diese „Schiffsverband“ unstreitig aufgelöst wurde, so heißt das, daß Moskau ihn nicht mehr benötigt um Nato-Inspizierungen von Schiffsladungen abzuweisen. Und warum benötigt Moskau diesen „Schiffsverband“ plötzlich nicht mehr: Weil Moskau sich entschieden hat, auch zukünftig der syrischen Regierung keinerlei Munitions- und Waffenhilfe zu gewähren. Wo keine russischen Frachter vor Syrien auftauchen, droht auch keine Nato-‚Inspektion‘. Als weg mit dem „Schiffsverband“!

    Resümee: Moskau ist fest entschlossen, die syrischen Streitkräfte mit leergeschossenen Magazinen in die Hände der bestens mit Waffen und Munition versorgten Nato-Terroristen fallen zu lassen.

    Wenn Du, apxwn, hier anderer Auffassung bist, dann bitte ich aber um Substantiierung durch einschlägige ‚Meldungen‘ und ‚Bestätigungen‘.

    • Anonymous

      >>Und warum benötigt Moskau diesen „Schiffsverband“ plötzlich nicht mehr:

      Vielleicht aber aus dem Grund, weil Moskau keine Durchsuchung russischer Schiffe mehr befürchtet.

      Zumal Nato-Einheiten kein Recht hätten (zivile) Schiffe zu durchsuchen, sofern sie kein Mandat der Vereinten Nationen haben.

      Ein weiterer Grund könnte sein, dass Moskau um seine Schiffe fürchtet, sollte es da unten ernsthaft knallen.
      3 Flottenverbände auf so engem Raum…
      Wäre Schade um die Verluste.

  • Jörg

    @ kaumi26. August 2012 08:22
    „Hoerstel berichtet, dass ein beteiligter Offizier der „Tartous-Plattform“ die Nachricht k l a r dementiert“

    Bester kaumi, ich weiß nicht, warum Du nicht verstehen kannst, daß hier etwas „dementiert“ wird, was auch überhaupt niemand behauptet hat. Das (angebliche) ‚Dementi‘ eines „beteiligte(n) Offizier(s) der Tartous-Plattform“ ist eine völlige Quatsch-Meldung!
    NIEMAND(!) hat behauptet, daß Moskau Tartus „evakuiert“! Das Dementi einer Nicht-Behauptung ist also völliger Blödsinn!
    Auch reichte mir bei einem wirklichen(!) ‚Dementi‘ (hier liegt ja keines vor, da es die Ursprungsbehauptung gar nicht gibt) eine solche eines kleinen „beteiligte(n) Offizier(s) der Tartous-Plattform“ in keiner Weise aus. Was wüßte denn schon so ein kleiner Militärar***??

    Auch wenn Novosti titelte „Russland lässt Marinestützpunkt in Syrien ruhen“, dann ist dieses „ruhen“ sicher auslegungsfähig. Aber „ruhen“ ist eben keinesfalls(!) eine „Evakuierung“ – sondern das genaue GEGENTEIL! Wer evakuiert „ruht“ keinesfalls!

    (Hörstel schreibt sich übrigens mit „ö“)

    • Jörg, doch, von einer „Evakuierung“ des Stutzpunktes sprach ja gerade Izwestija am 22. August. NG ist die Nesawissimaja Gaseta, auf die sich – RIAN bezieht. Zum Rest äußere ich mich spater.

    • kaumi

      @Jörg >>> siehe apxwn

      Hörstel wird mit „ö“ geschrieben, richtig, somit ist ein „oe“ auch sehr nah dran und ich als nicht reiner Deutscher verfalle manchmal in ausländischer Schreiblösung der deutschen Umlaute.

    • Jörg

      @apxwn26. August 2012 11:26
      „Jörg, doch, von einer „Evakuierung“ des Stutzpunktes sprach ja gerade Izwestija am 22. August“

      Bester apxwn – ICH WEISS NICHT WAS DU WILLST!
      NIEMAND spricht von einer „Evakuierung“ der Russen aus deren Marinestützpunkt Tartus!
      DU SELBST führst doch sogar diesen (m. E. belanglosen) „beteiligte(n) Offizier(s) der Tartous-Plattform“ an!! Ja, gut, dann ist das doch aber UNSTREITIG(!) zwischen uns, daß die Russen nicht (so bekloppt sind) ihren Stützpunkt zu „evakuieren“.
      Worauf willst du mit Deinem Lamentieren hinaus, wenn dies doch unstreitig zwischen uns ist?!!

      Und … nein .. noch nicht einmal die Isvestia behauptet eine angebliche „Evakuierung“ von Tartus durch die Russen!
      Übersetzt lesen wir auf http://translate.google.com/translate?hl=de&ie=UTF8&prev=_t&sl=ru&tl=de&u=http://izvestia.ru/news/533413%23ixzz24HJ7Hm87 ), daß lediglich(!) das hochseefähige Marine-Reparaturschiff „PM-138“ mit nur(!) 78(!) Matrosen an Bord abgezogen wird! MEHR NICHT!

      Während Du erst aufgrund dieser Propagandameldung eines „beteiligte(n) Offizier(s) der Tartous-Plattform“ der Ansicht bist, daß die Russen Tartus nicht evakuieren, bin ich eben schon von vornherein dieser Ansicht – warum ALSO DISKUTIEREN UM DES KAISERS BART??

      Was mein Punkt war, ist, daß Moskau mit der Auflösung des „Schiffsverband“ („Schiffsverband im Mittelmeer, für den drei russische Flotten – die Nord-, die Ostsee- und die Schwarzmeerflotte – ihre Schiffe bereitgestellt hatten, plötzlich aufgelöst“ ) der Nato signalisiert hat, daß Moskau dabei mitmacht, die eingekesselten Syrer am ‚langen Arm (leere Magazine) verhungern zu lassen.

  • kaumi

    @Jörg26. August 2012 12:39

    „Was mein Punkt war, ist, daß Moskau mit der Auflösung des „Schiffsverband“ („Schiffsverband im Mittelmeer, für den drei russische Flotten – die Nord-, die Ostsee- und die Schwarzmeerflotte – ihre Schiffe bereitgestellt hatten, plötzlich aufgelöst“ ) der Nato signalisiert hat, daß Moskau dabei mitmacht, die eingekesselten Syrer am ‚langen Arm (leere Magazine) verhungern zu lassen.“
    Hier sind wir aber bereits sehr tief ins Spekulationsland eingedrungen.
    Würde die Nato dieses „Signal“ der Russen genauso interpretieren wie Du, sollten in den nächsten Tagen militärische Interventionen der Westallianz zu erwarten sein…aber:
    Die Russen, und hier spekuliere ich dann auch mal, werden Syrien nicht aufgeben (können). Immerhin kehrt man dann einfach so Laufkundschaftstaaten wie China oder den Iran unter den Teppich (die spielen doch auch eine Rolle, oder?)und weiter bedeutete eine Aufgabe Syriens seitens Moskaus das Eingeständnis der Niederlage. Warum also, ausgerechnet in dieser für die syrische Regierung relativ vorteilhaften Phase, sollten die Russen die Monate langen Bemühungen einstellen und sich freiwillig ins zweite Glied einreihen?

  • @Jörg, ich versuche nur, in aller Ruhe die Quellen einzuordnen, mit denen man hier um sich wirft. Zu einer Evakuierung des Stützpunktes Tartus brachten kaumi und Du doch via Ch. Hörstel das Dementi von „navaltoday“. Ich ergänze nur, dass das offiziell ist, sich aber auf eine ganz andere Meldung bezieht, nämlich eine von Iswestija. NB: 78 Mann sind in etwa die gesamte Besatzung des Stützpunkts. Dass sie an Bord der PM-138 sind, ist kein Wunder: sie sind ständig dort, an Land gibt es keine Kasernen. Dieses Schiff liegt dort permanent vor Anker. Damit hatte Izwestija sehr wohl eine Evakuierung suggeriert. Die neuerliche Meldung von NG (und darauf basierend RIAN) spricht mit ähnlichem Vektor von einem „ruhen lassen“.

    Zu dem, worum es Dir und mir geht, kann ich mich nur wiederholen: der Flottenverband ist m.W. planmäßig gesplittet, ein Teil davon übt im Atlantik, der andere Teil, soweit ich weiß, irgendwo nahe Italien. Ich bin mir dessen nicht bewußt, dass dieser Verband zum Schutz von Waffenlieferungen gebildet worden sein soll.

    Deine Darstellung, der syrischen Armee würde es an Munition und Waffen gebrechen, teile ich nicht. Zumindest momentan und kurzfristig sehe ich das noch nicht so. Dass Russland offen keine „neuen“ Waffen liefert, ist auch bekannt – die Meldung gab es schon im Juli. Woran es den Syrern wirklich zu mangeln beginnt, ist Treibstoff und Gas (und genau dafür gibt es den Kredit und die direkte Hilfe, siehe dieser Artikel hier).

    Einigen wir uns darauf, dass ich Dir bei folgender Aussage recht gebe: „Wir brauchen … eine Bestätigung, daß Rußland ENDLICH WAFFEN LIEFERT.“ Es würde aber vermutlich schwer werden, das hinter der Diplomatie zu erkennen.

    • Jörg

      Alles klar … warten wir es einfach mal ab: Die Zukunft wird uns ja zeigen wie das, was wir aus spärlichen informationen herauslsen, w i r k l i c h zu interpretieren war.

  • Anonymous

    @kaumi:

    Die syrische Opposition besteht u. a. aus:

    ADO, AKP, ASM, CAP, BSS, DASU, DBASP, DD, FSA, HCRS, KDP, KNC, LCC, MB, MJD, NCB, NCC, NDA, NSF, NPF, PFLC, PKK, PPW, PUK, PYD, SCP, SDP, SDPP, SNC, SNDB, SRGC, SSNP, SSNP/i, TYM und WRAP.

    Die waren sich nie einig, sind sich nicht einig und werden sich nie einig sein. Zwei der Minister der gegenwärtigen Übergangsregierung Syriens allerdings sind Oppositionelle.