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Mummenschanz (Rondo alla Turca, Teil 2)

Dass die türkische Zeitung “Yurt” schon vor einer Weile bestätigt haben soll, die in Akçakale eingeschlagenen Geschosse stammen aus NATO-Beständen bzw. seien NATO-Standard, den die syrische Armee nicht besitzt, ändert eigentlich nichts an der extrem volatilen Lage, die inzwischen in der Region besteht. Selbst, wenn jetzt eindeutig bewiesen werden könnte, dass es ganz sicher die syrische Armee gewesen ist, welche diese Geschosse abgefeuert hat, würde das kaum noch eine Bedeutung haben.
Die Türkei unterstützt in Syrien agierende Terrorkommandos, bildet sie aus, versorgt sie mit Menschenmaterial, Waffen und Munition, und führt damit bereits Krieg gegen den südlichen Nachbarstaat. Dass man diese Aktionen rein juristisch wohl noch nicht als “Krieg” qualifizieren kann, zeugt lediglich davon, dass das geltende internationale Recht hinter der Realität zurückgeblieben ist.
Jewgenij S. in der Türkei
Im Grunde trägt die Türkei – vor allen anderen – selbst die Schuld am Tod der eigenen Bürger in dem Grenzort. Ebenso wie am Tod tausender Syrer, die von den Händen dieser Terrorbanden gemeuchelt werden. Die Frage danach, ob es nun zu einem Krieg zwischen der Türkei und Syrien kommt, ist also nicht ganz korrekt. Dieser Krieg läuft bereits seit längerer Zeit, anders kann man das Verhältnis nicht qualifizieren. Man kann höchstens noch danach fragen, wann denn die nächste, intensivere Phase beginnt.
Der Redakteur hier auf Deutsch erscheinenden russischen Serie “Umgestaltung der Welt”, Jewgenij, hat seine Ankündigung wahr gemacht und sich in die Türkei begeben. Er hat dort – auf Empfehlung von Journalistenkollegen – Kontakt mit Leuten gehabt, die über die Lage und die Hintergründe bestens im Bilde sind. Hier ist sein zwischenzeitliches Fazit, das er derweil aus der Türkei übersandte:

Nur kurz zur Lage. Am heutigen Tag meines Aufenthalts in der Türkei hatte ich bereits Gelegenheit, mit einer Menge von Leuten zu sprechen (…) Gerade eben komme ich von einem Treffen mit einem mir sehr viel bedeutenden Menschen, welcher über die aktuelle Lage bestens im Bilde ist. Unser Gespräch war ausführlich und bedrückend. (…) Ich führe nur das Wichtigste daraus an: den Krieg gegen Syrien wird es geben, und das sehr bald. Es sei denn, es kommt noch ein UFO gefolgen und vernichtet uns alle (oder es passiert etwas ähnlich wahrscheinliches). Das, was wir derzeit beobachten, ist ein extrem zynischer Mummenschanz. Und wir alle befinden uns eigentlich in einer Art seligen Unwissens, sind voller romantischer Vorstellungen, Übertreibungen und Verirrungen. Etwa wie sich Kinder die Welt der Erwachsenen vorstellen, in einem Alter, in dem man meint, der beste Beruf sei der eines Eisverkäufers.

Den Krieg in Syrien wird es geben, er steht unmittelbar bevor. Und das traurigste daran ist, dass wir [Russland] nichts dagegen tun können. Überhaupt nichts. Das beste, was noch denkbar wäre, ist, wenn wir einfach unsere Position beibehalten. Aber es wird keinerlei Rettung für Syrien geben, etwa durch eine entschiedene Militäraktion oder dergleichen.

Die türkischen Zeitungen schreiben, dass die Ereignisse sich nicht in einer faktischen Abkühlung der Beziehungen zwischen Türkei und Russland niederschlagen werden, sondern dass sich unsere Diplomaten so geeinigt hätten, dass man äußerlich gegensätzliche Positionen demonstriert, das aber keine Auswirkung auf die wirtschaftlichen Beziehungen haben wird.

So weit, so schlecht.
Da heute die Türken ihren Luftraum komplett für syrische Flugzeuge gesperrt haben (als Antwort auf eine analoge Sperre in Syrien), kann man bloß noch konstatieren, dass die Spannungen nicht mehr bloß zunehmen, sondern unaufhaltsam auf Konflikt zusteuern. Weder die Türkei, noch Syrien unternehmen Schritte, diesen Konflikt zu vermeiden – die eine Seite will das nicht, die andere versteht wohl, dass solche Schritte fruchtlos sind. Die “internationale Gemeinschaft”, zum Beispiel der UN-Sicherheitsrat, schweigen still. Dagegen stoßen eine Reihe von Staaten die Türkei und Syrien merklich mit den Köpfen aneinander und können es kaum erwarten, dass die Sache explodiert.
Man kann wohl leider wirklich nur schließen, dass Krieg zwischen Syrien und der Türkei eine bereits entschiedene Frage ist. Vom türkischen Außenminister Davutoglu wurde angedeutet, dass man nur noch auf den “letzten Anlaß” wartet, um diesen Mechanismus anzuwerfen. Die letzten beiden Anlässe – der Beschuss von Akçakale et al. sowie die Sache mit der “Notlandung” des Flugs Moskau – Damaskus in Ankara, wo Raketenteile Munition subversive Geheimdepeschen letztlich keinerlei “illegales Material” an Bord gewesen ist – sind inzwischen von ihrer Verwertbarkeit abgelaufen bzw. konnten generell nicht für irgendetwas verwertet werden. Jedenfalls ist es den türkischen Geheimdiensten offenbar nicht gelungen, etwas glaubwürdiges zusammenzuschustern. Vielleicht helfen da ein paar ausländische Kollegen.
Andererseits interessiert die “Rechtmäßigkeit” für einen Krieg kaum noch jemanden. Unter den gegenwärtigen Bedingungen kann man schon fast daran gehen, verschiedene Varianten gegeneinander abzuwägen. “Ob” oder “ob nicht” war gestern, jetzt kann man sich langsam fragen, wann und wie es losgeht und wie es wohl endet.

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  • AlDamas

    Tja, in aller erster Reihe wünscht man sich, dass sich alle irren und übertreiben…
    Wenn aber der allseits erwartete (offizielle) Krieg, Heer gegeh Heer, Armee gegen Armee, tatsächlich losgehen sollte, wird Syrien face to face keine Gewinnchance haben, weil auch ich denke, dass die Russen im Geheimen zwar alles tun werden, um die Syrer zu unterstützen, aber keine öffentliche Hilfe, in Form von Soldaten oder Streitkräften, nach Syrien bringen werden. Auf der anderen Seite wird die Nato/Israel, je angeschlagener Syrien ist, desto mehr militärisch intervenieren.
    So weit – so schlecht. Aber:
    es wäre damit zu rechnen, dass die Vielzahl an modernen Waffen und die Patrioten sowie Nationalisten, die bereit wären, unter diese Bewaffnung zu gehen (auch einige Hunderttausend), einen erbitterten asymmetrischen Krieg führen werden, der die bereits von vielen Stellen geplante Teilung des Landes endgültig manifestieren würde.
    Ein „Kernland-Syrien“ wird es weiter geben, viele Tausend Tote wird es geben, Ruhe indes wird es nicht geben. Nie!
    Und Erdogan: er hat jetzt schon verloren.

  • „Ich versichere Ihnen, niemand braucht sich [angesichts des Luftzwischenfalls] um die russisch-türkischen Beziehungen Sorgen zu machen. Sie entwickeln sich auf einer soliden und tragfähigen (!) Grundlage“, erklärte Lavrov vor Journalisten in Luxemburg.
    Gleichwohl „wünsche“ (souhaite) Russland von der türkischen Seite weiter eine „Erklärung“ (commentaires) zu dem Vorfall um eine völlig legale Lieferung eines russischen Unternehmens an einen syrischen Partner.
    http://fr.rian.ru/world/20121015/196315935.html

    „keine Auswirkung auf die wirtschaftlichen Beziehungen“, wie Jewgenij schreibt, ist zudem ein (vermutlich) unbeabsichtigter Euphemismus. Wie ich bereits vor Monaten berichtete, hat nicht Syrien, sondern der Iran die „Kurdenkarte“ gespielt mit der Folge, daß kürzlich die Gasleitung Iran-Türkei zum zweiten Mal in diesem Jahr gesprengt wurde. Gazprom war augenblicklich zur Stelle, seine Lieferungen um 60(!!)% zu erhöhen, sodaß es jetzt satte 2 Drittel des türkischen Gasbedarfs deckt und damit maßgeblich dazu beiträgt, daß die türkische Bevölkerung bislang kaum Kriegslasten zu tragen hat – von der Geschäftswelt zu schweigen. In diesem Sinne ist Russland nicht erst seit gestern Kriegsteilnehmer auf der Seite der Türkei, wie ich unter Unmutsbekundungen des gesamten Publikums vor einem knappen Jahr diagnostizierte.
    Tschuldigung, aber soviel Rechthaberei brauch‘ ich, angesichts der Last, die ich an der Sache trage.

    • Pünktlich ist M.K. Bhadrakumar zur Stelle, für die „Strategic Culture Foundation“, eine russische Plattform mit, um es sehr vornehm auszudrücken, gewissen Affinitäten nach Rechtsaußen, für die der Inder m.W. erstmals schreibt, die türkisch-russische Kollusion im Angriff auf Syrien in einen taktischen Sieg für die „Guten“ umzudeuten. Weil, so sein Argument, das „leicht zu entschlüsselnde“ geopolitische Ziel Obamas gewesen sei, den Syrienkrieg zum Keil zu nehmen, der in die wachsende Partnerschaft zwischen Russland und der Türkei zu schlagen sei, habe diese vergebliche Erwartung neben innenpolitischen Rücksichten Obamas maßgeblichen Anteil daran, daß der amerikanische Präsident nicht geneigt sei, den Krieg forcieren und entscheiden zu lassen. Deshalb „warteten“ in der Region alle Nebenplayer „auf Godot“, eben Obama, der „nicht komme“.
      Ich will hier gar nicht darauf eingehen, daß und warum der Artikel ein grober Unfug ist, mir gehts erstmal um sein perfektes Timing.
      Doch eines stimmt gewiß an Bhadrakumars impliziten Aussagen, behaupte ich: Erdogan denkt nicht im Traum daran, einen regulären Krieg mit Syrien loszutreten. Erdogan ist eine ziemlich reinrassige Schachertype, seine militanten Neigungen sind Freizeitfolklore, die er notorisch nützlich macht; das funktioniert prächtig, obwohl niemand, mit ein bißchen Ahnung über den Mann und seine Clique, seine Rhetorik für etwas anderes nimmt, als sie ist: Prahlerei einer alten Hure, die sich in Positur wirft, um ihren Diensten wenigstens ein Stück echten Silbers zu erwerben. Das Silber haben, denke ich, Romney und Clinton geboten – vielleicht haben sie Erdogan auch ganz simpel in der Hand. Denn – das sollte man bei der ganzen Angelegenheit nicht vergessen – Erdogan und mit ihm sein außenpolitischer Quasimodo ist ein „Dead Man Walking“, ihm kann nichts mehr passieren. Doch seine Nebenleute werden das Ärgste zu verhindern wissen, und das weiß Bashar Assad vermutlich noch viel besser, als ich.
      http://www.strategic-culture.org/news/2012/10/15/syria-waiting-for-someone-named-obama.html

    • gesundheitlich ein „Dead Man W~king“, deshalb politisch mit seinem Nachruf zu erpressen, war gemeint.

    • Anonymous

      Tomgard

      Wenn man mit falschen Zahlen versucht etwas zu analysieren, ist höchstwahrscheinlich die Analyse auch falsch. Energieversorgung Türkei:60% Russland, 10% Iran, Rest andere. Die gesprengte Pipeline in der Türkei am 08.10. betraf die Gaslieferungen aus dem Iran. Sie wurde im türkischen Dogubayazit in der Nähe der iranischen Grenze gesprengt. Dafür ist Russland dann eingesprungen, sie liefern jetzt 66%. Reparaturen dauern meistens nicht besonders lange (+-10Tage).

      Wo leiten sie eine 60%-ige Gewinnsteigerung (und über welchen Zeitraum) für Russland her? Da für iranisches Oel schon ein Embargo besteht, der Iran sowieso von interessierten Kreisen mit Sanktionen belegt wird, kommt die Sprengung der iranischen Gaspipeline diesen interessierten Kreisen zumindest nicht ungelegen, besonders da sowieso auch ein Gasembargo geplant ist. Und mir ist nicht bekannt, dass Russland Iran mit Sanktionen überzieht, ebensowenig wie Syrien.

      http://www.nachrichten.ch/detail/559455.htm

      Ist vielleicht mal ein anderer Gedankenansatz.

    • Anon 19.10.
      Wo steht bei mir was von Gewinnen geschweige deren Steigerungen?! Und wieso nennen Sie meine Größenangabe falsch, wenn Sie sie doch bestätigen?!
      Wenn Sie nachrecherchieren, erkennen Sie übrigens, daß Gazprom der Türkei seit langem Sonderkonditionen gewährt, die bis Ende letzten Jahres auch strittig waren – bis die Türkei Gazprom die Baurechte für South Stream schenkte. Jedenfalls wurde von keiner Seite eine Gegenleistung genannt.

      Heute meldete RT ohne Ortsangabe, daß die Iran-Pipeline erneut gesprengt wurde. Man kann da sonst was vermuten, aber das war und ist nicht mein Geschäft, ich stelle nur fest, daß Russland die Türkei vor Engpässen bewahrt, die aus Kriegslasten entstehen – ob nun Syrienkrieg oder Irankrieg ist auf der Ebene wurscht! – ohne dafür einen ERKENNBAREN – ich wiederhole: erkennbaren! – politischen Preis zu verlangen. Punkt.

    • @TomGard
      Die Pipeline wurde im äußersten Osten der Türkei, in der Provinz Ağrı gesprengt. ITAR-TASS hat’s auch gemeldet.

    • Anonymous

      @TomGard
      Sorrry, ich bin nicht immer zeitnah dabei. Sie haben geschrieben:

      „Gazprom war augenblicklich zur Stelle, seine Lieferungen um 60(!!)% zu erhöhen, so daß es jetzt satte 2 Drittel des türkischen Gasbedarfs deckt …“
      Wenn Gasprom seine Lieferungen um 60 % erhöht hätte, würde es 96 % des Energiebedarfs der Türkei liefern. Das tun sie nicht. Die 6%(von 60 auf 66 %) über ein paar Tage machen den Braten nicht fett.

      Ich denke für das Einspringen, wenn ein Lieferant kurzfristig ausfällt, wird es vertragliche Regelungen geben. Das kann ja auch bei Wartungsarbeiten geschehen.

      Was die wirtschaftliche Lage z.B. der Bewohner im Grenzgebiet betrifft – da macht ein Geschäft/Firma nach der anderen zu. Speditionen die durch Syrien fuhren, müssen weite Umwege fahren etc.

      @apxwn

      Das war die gleiche Pipeline. Der Artikel den ich eingestellt habe spricht von Doğubeyazıt (liegt in der Provinz Agri). Die Pipeline wurde da am 08.10. und nochmal am 19.10. gesprengt. Da muss sie gerade repariert gewesen sein. Sie verläuft von da aus runter und dann an der syrischen Grenze entlang bis zum Mittelmeer.

      http://wikimapia.org/#lat=39.4842348&lon=44.0065437&z=7&l=5&m=b

    • Anon 24./ 7:17
      Die Steigerung um 60% bezog sich auf den Stand vor dem Oktober, da lieferte Gazprom nach unterschiedlichen Angaben 46 bis 48% des türkischen Gasbedarfs. Sie erforderte eine gesonderte Vereinbarung, war keine altvertragliche Ausfallsdeckung. Woher ich die Info hatte, weiß ich nicht mehr genau. Kann Today Zamen, Hurryet, Tagesanzeiger, fr.rian.ru. oder RT gewesen sein.

  • Hallo, es ist nicht ganz korrekt, dass Syrien keine Schritte unternimmt, um einen Einmarsch der türkischen Armee zu verhindern.
    Syrien hat seine Armee von der türkischen Grenze weiter zurückgezogen, um eigenen Nachteil, und der Türkei vorgeschlagen, ein gemeinsames Grenzregime einzusetzen, welches den illegalen Waffenhandel unterbinden soll.
    Natürlich weis man auch in Damaskus, dass die Türkei auf solche Vorschläge nicht eingehen wird. Aber man kann sicher nicht die alte: „Zum Streiten braucht man immer 2“-Nivellierung anwenden. Syrien ist einer Aggression ausgesetzt und es gibt nichts, was sie entschärfen kann.

    • Anonymous

      Hallo Elynitthria,

      Es stimmt, daß Syrien „einer Aggression ausgesetzt“ ist und es nichts gibt, „was sie entschärfen kann.“

      Die tiefere Ursache ist ein zusammenbrechendes (kapitalistisches) Weltwirtschaftssystem mit der Folge eines verschärften Konkurrenzkampfes der maßgeblichen Staaten um die noch verbliebenen Reichtümer dieser Welt.
      Jedes Nachgeben bzw. die geringste Schwäche der USA bzw. NATO würde unweigerlich die sog. Finanzmärkte beunruhigen und z.B. den Dollar ruinieren bzw. wertlos machen.
      Letztlich ist es „eine Flucht nach vorne aus Angst vor dem Tod“.

      VGFlash

      PS: Allerdings wurde meines Wissens der Rückzug der Syrischen Armee von der türkischen Grenze bisher nicht offiziell bestätigt.

  • Anonymous

    Hallo apxwn!
    Journalisten wie z.B. Herr Jewgenij sollten „ihre Finger von der Feder“ lassen und keine Meinungsäußerungen von „einem mir sehr viel bedeutenden Menschen, welcher über die wirkliche Lage bestens im Bilde ist“ (vielleicht Erdogan?) als Nachrichten verbreiten, um zur weiteren Verwirrung beizutragen.

    Selbstverständlich hat Russland mehrere Optionen:
    1. Einen Atomschlag, mit dem führende Militärs bereits seit
    seit längerem drohen.
    2. Den Krieg mit konventionellen Streitkräften beizutreten.
    3. Den Iran (der eine Niederlage Syriens nicht hinnehmen
    wird) vor allem miltärisch zu unterstützen und einen sog.
    Stellvertreterkrieg gegen den WESTEN zu führen.

    Da allerdings die USA bzw. NATO die 3.Option kaum zulassen und versuchen werden, tatsächliche bzw. vermeintliche Waffenlieferungen an den Iran zu unterbinden, bleibt nur noch Option 2 (die vorerst wahrscheinlichere) und 1 (die heutzutage ebenfalls nicht auszuschließen ist).

    Derart geheim ist das alles nicht.
    Und Leute, die sich mit angeblichem „Insiderwissen“ hervortun möchten, sind meist Wichtigtuer und verfolgen ihre eigenen Interessen.
    VGNobody

    • Ja, die Quelle für seine Aussage ist natürlich völlig nebulös. Aber lies mal, was TomGard oben schreibt, oder meinetwegen auch nur das, was Lawrow gestern in Luxemburg abgelassen hat. Gerechtigkeitsempfinden und Hoffnung möchten Dir beipflichten, aber……….

    • Anonymous

      Hallo apxwn,
      Danke, daß Du Dich meldest.

      TomGard ist mit seinen Äußerungen etwas schwer verständlich und macht den Fehler, die Ereignisse weitgehend an den Personen festzumachen.
      Der FDP-Politiker Westerwelle soll z.B. homosexuell sein (ähnlich wie der Berliner Bürgermeister).
      Meint jemand allen Ernstes, daß die FDP ohne Westerwelle ein anderes Programm hätte oder Berlin mit einem anderen (nicht-homosexuellen)Bürgermeister anders regiert würde?
      Und Erdogan persönlich anzugreifen ohne dessen Politik, die er stellvertretend für seine Partei AKP vertritt, zu kritisieren, ist nicht gerade eine intellektuelle Glanzleistung.

      In dem Syrienkrieg geht es schon um etwas mehr bzw. etwas anderes als ein paar persönliche Befindlichkeiten.

      Wie ich bereits in meinem anderen Kommentar geschrieben habe, möchte Russland derzeit (noch) keinen Weltkrieg und weicht der Konfrontation mit den USA bzw. der NATO so gut wie möglich aus.
      Deshalb beschönigt z.B. Lawrow gerne und ist um eine Deeskalation bemüht.
      Bekanntlich hat auch der damalige britische Außenminister Chamberlain wenige Tage vor dem „Ausbruch“ des 2.WELTKRIEGS mit strahlender Mine der versammelten Weltöffentlichkeit erklärt, daß nunmehr „Peace for our time“ wäre.

      Und der damalige amerikanische Präsident meinte noch einem Tag vor dem Börsencrash 1929 an der New Yorker Börse und der nachfolgenden Weltwirtschaftskrise (die wiederum in den 2.WELTKRIEG führte), daß die US-Wirtschaft so gut wie niemals zuvor dastehe und nunmehr die Zeit für einen Wohlstand für alle gekommen wäre.
      Die Liste der Beispiele liesse sich beliebig fortsetzen.

      Also seid nicht gar so naiv und gebt nicht allzuviel auf das diplomatische Gerede, die
      Wirklichkeit sieht meist anders aus.
      Zumal die weitere Entwicklung nicht von einem Akteur (z.B. Russland), sondern vielmehr von mehreren anderen abhängig ist, die in einer Welt der (auch staatlichen) Konkurrenz meist gegensätzliche Interessen verfolgen und den Berechnungen des einen oder anderen „einen Strich durch die Rechnung“ machen.
      Die sog. Diplomatie könnte genausogut abgeschafft werden, an den tatsächlichen Entwicklungen ändert diese nichts.

      Das mit dem von Dir genannten „Gerechtigkeitsempfinden und Hoffnung“ möchte ich ‚mal so stehenlassen, da das ein eigenes Thema wäre.

      VGNobody

    • Nobody, verstehe erstmal apxwn, bevor Du Dich über mich beschwerst.
      Der schrieb ausdrücklich, die Türkei befinde sich bereits mit Syrien im Krieg. Implizit hat er damit widerholt, was in voran gegangenen Einträgen steht und sich iwie auch von selbst verstehen könnt: Die Türkei führt diesen Krieg in der Eigenschaft des NATO-Staates und folglich unter Deckung der NATO.
      Dann ergibt sich aus dem Verlauf des Krieges, daß die NATO, voran ihre Führungsmacht USA, ihn bislang nicht zu ihren Gunsten hat entscheiden wollen, weil sie das zweifellos könnte. Daraus folgt wiederum, die USA stellen die Eskalationsstufen des Krieges bislang vorbehaltlich neuer Kalkulationen der Hoheit der Kriegsparteien Türkei und Syrien (nebenher noch Libanon, Jordanien und Israel) anheim, und zwar präzise bis zur Schwelle eines syrischen Gegenangriffes auf Feindterritorium, weil Syrien ohne einen solchen Gegenangriff den Krieg nicht beenden kann.
      Diese einfachen Tat-Sachen erfasse bitte erst mal, bevor Du mich abwatscht.
      Das heißt nämlich simpel, daß die USA mit der NATO dem syrischen Bündnispartner Russland einen Regionalkrieg angetragen hat, den Russland nicht annahm.
      Von „Weltkrieg“ ist allenfalls in dem Sinn zu sprechen, daß der US-Angriff auf Syrien Bestandteil des Krieges ist, den Bush im September 2001 dem Rest der Welt erklärte und den Obama fortgeführt und auf neue Schauplätze ausgeweitet hat. Der findet also statt und Russland hat mit einer halben Ausnahme teils kooperiert (Afghanistan, Iran), teils passiven und zivilen Widerstand geleistet. Die halbe Ausnahme war der Südossetienkrieg, der kein Georgienkrieg war.
      Die Hoheit, die die USA ihren Proxies einräumt, ist bitteschön ernst zu nehmen: Die USA setzten auf türkische Kriegskalkulationen und dies sind selbstverständlich politische Kalkulationen des ausführenden Personals.

      Falls Du Dich mit der Sache befassen willst, statt mit apokalyptischen Lüsten, nimm mal zur Kenntnis, daß die USA die Pferde gewechselt haben. Erster (Haupt-)Proxy des Krieges war der Libanon. Nach der Zerschlagung der libanesischen „Front“ in Gestalt der Rebellenstellungen in Homs und im Raum Damaskus und mit der offiziellen Stationierung von CIA-Führungsoffizieren in der Türkei ist Letztere aufgerückt und hatte sich dafür mit dem Phantom-Fantom qualifiziert.
      Zugleich erhöhte die NATO mit einer Reihe von Vorbereitungsmaßnahmen den Kriegsdruck von der jordanischen und damit mittelbar der israelischen Seite. Jordanien aber ist – gemessen an der Türkei – kein souveräner Staat, sondern eine Usraelische Provinz. Der haschemitische König ist binnen Tagen aufgehängt oder aus dme Land gejagt, wenn er den Günstlingsstatus verliert. Die jordanische Front fungiert daher aus der Sicht der Türkei als NATO-Reserverfront für den Fall, daß die türkische Kooperation nicht wunschgemäß verläuft, bzw. zur Entlastung der Türkei im Falle einer syrischen Gegenoffensive.

      Summe: Die handelnden Akteure in diesem Krieg sind ausschließlich diejenigen, welche über die Souveränität verfügen, ihn zu entscheiden, und das sind die Befehlshaber in den USA und in Israel. Die Befehlshaber in der Türkei sind ausführende Akteure – allerdings keine Organe. Die türkische Armee könnte die syrische gewiss schlagen, aber zu einem hohen Preis, gegen den gemessen an der vorgängigen Politik des nachbarschaftlichen „null problemo“ rein gar kein nationaler Gewinn stünde und daher würde die AKP den Krieg nicht überleben, sondern die Herrschaft an die Militärhierarchie abgeben müssen.
      (Fortsetzung folgt)

    • (Fortsetzung)
      Die Befehlshaber von der AKP haben aber immerhin genug eigene Machtmittel und Souveränität, um ihre Rolle ausgestalten zu können. Die handelnden Akteure in den USA müssen mittelbar auf sie einwirken, indem sie den Rahmen für eigenwillige Kalkulationen zu setzen versuchen. Präzise auf diesem Feld liegt das „Interface“ der russischen Türkeipolitik. Russland hat zu kalkulieren, ob es gewinnt, oder verliert, wenn es die Türkei über den Syrienkrieg politisch und ökonomisch konfrontiert. Es hat bereits im letzten Jahr, gipfelnd in der Lizenznahme für „South Stream“, entschieden, daß es nur verlöre. Die jüngsten Vorgänge stellen nach der Genfer Syrienkonferenz, die das schon diplomatisch klarstellte, noch einmal praktisch klar, daß Putin dieses Kalkül aufrecht hält.
      Somit ist eine Lage entstanden, in der Erdogan und seine Blase Gestaltungsräume in der Form der Kriegseskalation auszuschöpfen haben. Diese Form war – gemäß apxwn’s Aussage, der Krieg finde längst statt – das Thema des Eintrages und das rückt in der Tat persönliche Handlungsvoraussetzungen der politischen Akteure in’s Blickfeld.

    • Anonymous

      Hallo TomGard,
      Danke für Deine ausführliche Antwort.
      Allerdings würde ich Dich niemals für Deine Ansichten „abwatschen“ (auch nicht gedanklich und emotional), sondern allenfalls darauf eingehen.
      Schließlich erkenne ich sehr wohl Deine Bemühungen um die Wahrheit, die ich schätze.
      Darin unterscheiden wir uns kaum.

      Auch sind wir uns einig, daß der Krieg der Türkei mit Unterstützung der NATO bzw. des Westens gegen Syrien schon längst begonnen hat.

      Desweiteren beruhen unsere Differenzen nach Deiner Antwort, der ich im wesentlichen zustimme, anscheinend mehr auf (wechselseitigen) Mißverständnissen (was in der Kürze unseres bisherigen Kontakts auch kaum anders zu erwarten ist).
      Da wir aus verschiedenen „Ställen“ kommen, fällt es mir erstmal etwas schwer, Dich zu verstehen.

      Differenzen in unseren Ansichten sehe ich wie folgt:
      1.Während Du schreibst, „…,daß die NATO, voran ihre Führungsmacht USA, ihn (Anm.: den Syrienkrieg) bislang nicht zu ihren Gunsten hat entscheiden wollen (Anm.: vorbehaltlich neuer Kalkulationen), weil sie das zweifellos könnte“, vertrete ich den Standpunkt, daß die USA bzw. die NATO schon längst den Krieg in Syrien zu ihren Gunsten hätten entscheiden wollen und derzeit einzig aufgrund der strategischen Atomwaffen Russlands (und des darin enthaltenen unberechenbaren Moments) noch etwas zögern.
      Bekanntlich arbeiten die USA derzeit (zur Verärgerung Russlands) mit Hochdruck an einem sog. Raketenabwehrschirm, um dieses letzte Risiko kalkulierbar zu machen.
      Nur deshalb lassen es sich die USA (bzw. NATO) derzeit noch bieten, einen Krieg auf niederem Niveau (z.B. mittels indirekter Unterstützung bewaffneter Kämpfer und neuerdings mit dem vorgeschobenen „Bluthund“ Türkei, die dabei durchaus auch eigene Interessen verfolgt) – den von Dir genannten „Regionalkrieg“ – zu führen, anstatt gleich mit der vollen Wucht ihrer Streitmacht loszuschlagen.

      2.Russland wiederum möchte derzeit einer militärischen Konfrontation (noch) ausweichen (deshalb übrigens auch die beschwichtigenden bzw. beschönigenden Worte Lawrows z.B. hinsichtlich der Türkei), ist aber dennoch nicht bereit, Syrien und Iran (und damit den strategisch und geopolitisch wichtigen Nahen Osten) allein den USA bzw. der NATO und dem Westen zu überlassen.
      (Und China als rohstoffarmes Land sieht das ähnlich und steht an der Seite Russlands.)

      Insgesamt ist die heutige Situation der Lage vor dem 1.WELTKRIEG sehr ähnlich.
      Während sich damals die konkurrierenden Interessen der Großmächte auf dem Balkan entzündeten, ist das „Pulverfaß“ diesmal der Nahe Osten.
      Der (unmittelbar) bevorstehende Angriff der Türkei auf Syrien löst mit Sicherheit eine sog. Kettenreaktion aus (zumal der Iran eine militärische Niederlage Syriens nicht hinnehmen würde),
      die zwangsläufig in den 3.WELTKRIEG führt.

      VGNobody

      PS: Es mag zwar den Anschein gehabt haben, daß ich mich bei ‚apxwn‘ über Dich beschweren wollte, war aber nicht meine Absicht.
      Zumal ich denke, daß sich ‚apxwn‘ für die Rolle eines (Schieds)richters vermutlich auch zu schade wäre.
      Dennoch bitte ich um Verzeihung, falls ich Dich unbeabsichtigt verletzt haben sollte.

    • Ich bin bloß gerade ein paar tausend Meilen weg vom heimatlichen Keyboard, sonst würde ich hier alle nach Strich und Faden „zusammenschiedsen“! Deshalb hier nur eine kurze Ankündigung. Die demnächst folgende „Wochenschau“, ein rein russisches Projekt, kommt langsam vage auf den „Trichter“, den TomGard hier verfolgt. Ich schätze, sie kommt spätestens am Dienstag in deutscher Sprache heraus.

  • @Anonym
    Es gibt für Russland noch eine Option:

    4. Sich nicht einmischen und darauf hoffen, daß die USA ihr Imperium überdehnen.

    Das ist die Variante, mit der Russland Napoleon und Hitler besiegt hat. Kräfte sparen, hinhaltenden Widerstand leisten, aber einer Entscheidungsschlacht ausweichen!

    Es wäre eine Torheit, wenn Russland sein Schicksal an das von Syrien oder es Iran hängen würde. Man wird im russischen Außenministerium sehr gut wissen, wie viel bzw. wie wenig hinter den großen Worten aus Damaskus und Teheran steckt.

  • Anonymous

    Hallo antifo!
    Seit wann wurde die damalige Wehrmacht besiegt, indem sich Russland (bzw. die damalige UDSSR) nicht eingemischt hätte und einer Entscheidungsschlacht ausgewichen wäre?
    Meines Wissens war es die Schlacht um Stalingrad, die das Schicksal Deutschlands besiegelte.

    Inzwischen hat auch der ansonsten nicht gerade gescheite Putin mitbekommen, daß sich die Kriege der NATO letztlich gegen Russland (und China) richten.

    Und der Westen ist nunmal wirtschaftlich weitgehend bankrott
    und verhält sich deshalb zunehmend wie verarmte Bürgerliche,
    die deshalb eine Bank (in diesem Fall andere Staaten) überfallen, um sich deren Reichtümer anzueignen.
    (Ähnlich wie das frühere Deutsche Reich, für dessen Reichsmark es im Ausland auch kaum mehr etwas zu kaufen gab.)

    Es stimmt schon, daß Russland dem bevorstehenden und unausweichlichen 3.WELTKRIEG gerne ausweichen möchte.
    Allerdings liegt das schon längst nicht mehr in derem Ermessen, zumal sich die USA bzw. die NATO von den STRATEGISCHEN ATOMWAFFEN RUSSLANDS (auf dessen zerstörerische Wirkung bislang einzig die Macht Russlands beruhte) immer weniger abschrecken lassen.

    VGNobody

  • @ Anonym
    Es ist schon richtig, daß die Rote Armee Schlachten nicht ausgewichen ist. Im Großen und Ganzen verlief der Sieg über Hitler aber nach dem selben Muster wie der über Napoleon.

    Meine Absicht war eine Idee davon zu vermitteln wie Russland in der Vergangenheit übermächtige Gegner besiegt hat: Kräfte sparen und nur hinhaltenden Widerstand leisten.

    Richtig gekämpft wurde immer nur dann, wenn Russland selbst angegriffen wurde. Dann aber richtig!

    Wenn Putin sich in Syrien und Iran scheinbar nur halbherzig engagiert, dann deshalb, weil das Kräfte und Ressourcen kosten würde, die zur Stabilisierung des eigenen Landes gebraucht werden.

    Wenn Russland seine Kräfte für Kämpfe anderswo vergeudet und diese Kämpfe dann nicht zu seinen Gunsten ausgehen, dann droht eine Neuauflage dessen, was 1917 passierte.

    • Anonymous

      Hallo Antifo,
      Danke für Deine schnelle Antwort.

      Wie Du bereits in Deinem letzten Satz schreibst,
      wurde in Russland nicht immer nur dann „richtig gekämpft…,wenn Russland selbst angegriffen wurde“ und verweist dabei auf den Kriegseintritt Russlands im 1.WELTKRIEG hinsichtlich des damaligen Serbiens und den Folgen 1917.

      Allerdings hat auch die nachfolgende Sowjetunion keineswegs nur immer dann „richtig gekämpft…, wenn Russland selbst angegriffen wurde.“
      Bekanntlich kämpfte die frühere UDSSR ebenso wie das vergangene Zarenreich an den verschiedensten Kriegsschauplätzen auch außerhalb der russischen Grenzen, z.B. zuletzt in Afghanistan.

      Großmächte (oder gar „Supermächte“) haben nunmal weltweite Interessen, die zwangsläufig im Gegensatz mit anderen (Groß)mächten stehen und deshalb nicht selten in einer miltärischen Konfrontation enden.

      Daß sich Russland wiederum überhaupt den „Luxus“ leisten kann, tatsächlich etwas defensiver als manche andere Staaten zu erscheinen, liegt schlichtweg daran, daß es aufgrund seiner Landmasse mit beinahe unerschöpflichen Ressourcen
      an Menschen und Rohstoffen weitgehend autonom existieren könnte.

      Staaten wie z.B. China (von anderen ganz zu schweigen) haben relativ wenig eigene Rohstoffe und verhalten sich deshalb auch aggressiver.

      Da allerdings Russland nach der Selbstaufgabe seiner bisherigen sog. realsozialistischen Ökonomie heutzutage ebenfalls kapitalistisch wirtschaftet, zählt nunmehr wie bereits zur Zarenzeit einzig der [nationale) Geldreichtum und dessen Vermehrung.

      Und an diesem Maßstab gemessen, reichen die eigenen Ressourcen im internationalen Vergleich (z.B. mit den USA) von vorne bis hinten nicht, um in der Konkurrenz der Staaten um den globalen Reichtum mithalten zu können.
      (Wären z.B. die USA auf ihre landeseigene Wirtschaft und deren Gelderträgen angewiesen gewesen, hätte es weder eine imperiale Armee noch einen Flug zum Mond gegeben. Dafür mußte die Welt schon erst für die Geldvermehrung der USA mittels einer amerikanischen Weltordnung – die bekanntlich bereits seit längerem zum Streitfall mit den konkurrierenden anderen Mächten und unter dem Titel „unipolare oder multipolare Welt“ öffentlich geführt wurde und nunmehr in den 3.Weltkrieg führt – hergerichtet werden.

      Für alle Nationalstaaten (und Großmächte ganz besonders) geht es immer darum, sich möglichst viel Geldreichtum vor allem auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen anzueignen, was alles andere als ein „friedlicher“ Handel bzw. ein gemütliches nachbarschaftliches Miteinander und stattdessen eine konfliktträchtige Konkurrenz (mit wenigen Siegern und vielen Verlierern) ist.

      Und da sich Russland nunmal wie die meisten anderen Staaten mit der Einführung der kapitalistischen Marktwirtschaft völlig vom Geldreichtum (der auf dem sog. Weltmarkt zu verdienen ist) abhängig gemacht hat, bleibt Russland gar nichts mehr anderes übrig, als seine (vor allem wirtschaftlichen) Interessen auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen zu sichern und notfalls auch militärisch zu verteidigen.
      (Übrigens gehen die Äußerungen Putins schon seit längerem in diese Richtung und auch die russische Militärdoktrin wurde dementsprechend geändert.)

      Du scheinst eine ziemlich idealistische Ansicht vom heutigen Russland zu haben.

      Die derzeitige Lage ähnelt vielmehr sehr der Situation vor dem 1.WELTKRIEG.

      VGNobody

  • Anonymous

    Hallo Antifo,
    zum besseren Verständnis des heutigen Russlands noch ein paar Zeilen:

    Die frühere UDSSR hat zwar paradoxerweise auch an einer „Geldwirtschaft“ festgehalten (obwohl es nach der Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln dafür keinen Grund mehr gegeben hat) und deshalb eine äußerst merkwürdige und auch ungemütliche Planwirtschaft (die in Wirklichkeit weder Markt noch Plan war) gemacht, aber sich aus guten Gründen zumindest weitgehend vom Weltmarkt nit seinen zerstörerischen Konsequenzen ferngehalten.
    Deshalb konnten es sich die damaligen leitenden Parteifunktionäre im Kreml tatsächlich leisten, nicht in jedem Krieg mitzumischen.

    Das kapitalistische Russland wiederum konnte es bekanntlich bis vor kurzem kaum mehr erwarten, WHO-Mitglied zu werden und am sog. Weltmarkt teilzunehmen.

    Und ein (erfolgreicher) Kapitalismus ist ohne einen entsprechenden Imperialismus gar nicht möglich.

    Während die UDSSR z.B. genügend konventionelle Streitkräfte
    unterhalten konnte und deshalb während des sog. Kalten Kriegs ausdrücklich auf einen atomaren Erstschlag verzichtete, sieht heute die russische Militärdoktrin (genau wie die US-amerikanische) diesen vor und kalkuliert damit.

    So ändern sich die Zeiten.
    Um eine Gesellschaft mit deren „Charaktermasken“ (z.B. Politiker/innen) verstehen zu können, ist es unabdingbar, sich deren wirtschaftliche Grundlagen anzusehen.
    Das erklärt das Verhalten mehr als tausend Worte.

    VGNobody

  • @Anonym,

    Ich bin seit über 20 Jahren von Kapitalismus- und Imperialismus-Theorien geheilt und werde mir das nicht wieder aufschwatzen lassen. Was die wirtschaftliche Seite Russlands anbelangt, ist der Weltmarktpreis für russisches Öl und Gas viel wichtiger als alles andere. Solange der nicht in den Keller geht, braucht man sich um die politische Stabilität Russlands keine allzu großen Sorgen zu machen. Interessant wird es, wenn es doch einmal passieren sollte, z.B. als Folge einer lang anhaltenden weltweiten Rezession. In dem Fall würde die Frage wohl lauten, wen es zuerst zerreißt: Die USA oder Russland.

    Die USA haben schlechtere Chancen, weil sie ihr Imperium schon lange überdehnt haben. Russland ist dagegen in der glücklichen Situation gar kein Imperium mehr zu haben, das es überdehnen könnte. Daß Russland politisch zu den ersten Fünf weltweit zählt, liegt daran, daß die UdSSR zu den Siegermächten des WK2 gehörte und daß es Atomwaffen hat, mit denen es die USA auslöschen könnte. Das ist als theoretische Option zwar von großer Bedeutung, aber Realität wird es niemals werden.

    Der entscheidende Unterschied zwischen Russland und den USA liegt darin, daß Russland eine Regionalmacht ist, während die USA den Anspruch zur Weltherrschaft haben. Aus diesem Unterschied ergeben sich unterschiedliche Betrachtungsweisen, die sich dann in unterschiedlichem Handeln niederschlagen. Man wird die USA immer aggressiver auftreten sehen, als Russland. Das ist aber kein Zeichen von Schwäche auf Seiten Russlands, sondern ein Zeichen imperialer Hybris bei den USA.

    • Anonymous

      Hallo Antifo,
      Danke für Deine Antwort, die ich wie folgt erwidern möchte:

      Jede Theorie muß sich letztlich an der Wirklichkeit beweisen und ist nur so gut, wie sie diese beschreibt.
      Doch warum sollte ich Dir etwas „aufschwatzen“ wollen?
      Schließlich ist es Dein Leben und nur Du selbst kannst entscheiden, was Du für richtig bzw. falsch hälst.

      Zu Deinen Ausführungen:
      1.Wie Du schreibst, ist für Russland „…der Weltmarktpreis für russisches Öl und Gas viel wichtiger als alles andere“.
      Das stimmt.
      Allerdings zeigt diese starke Abhängigkeit von den Einnahmen aus dem Verkauf naturgegebener Rohstoffe auch die Schwäche der russischen Wirtschaft, die als „Geldquelle“ ansonsten scheinbar nur wenig taugt.

      2.Weiterhin stimmt es, daß Russlands Macht daran liegt, „…, daß die UdSSR zu den Siegermächten des WK2 gehörte und daß es Atomwaffen hat, mit denen es die USA auslöschen könnte.“
      Doch wie kommst Du darauf, daß das „..als theoretische Option zwar von großer Bedeutung…“, aber niemals Realität werden wird?

      Derartige Waffen machen nur dann Sinn und entfalten eine abschreckende Wirkung, wenn sich der Gegner sicher sein kann, daß diese im Ernstfall auch zum Einsatz kommen.
      Daran ließen übrigens auch die früheren sog. Realsozialisten (im Rahmen einer sog. Zweitschlagdoktrin) und die danach folgenden Machthaber (mit einer sog. Erstschlagdoktrin) nicht den geringsten Zweifel und bereiteten sich dementsprechend vor.
      (Zuletzt warnten bekanntlich nicht nur Lawrow, sondern auch andere führende russische Politiker und Militärs vor einem drohenden globalen Atomkrieg. Und wer soll diesen führen außer die Atommächte selbst?)

      3.Aus welchen Gründen auch immer, beschönigst Du das heutige Russland, indem Du dieses als friedliebend(er) und die USA als agressiv(er) darstellst.
      Dieser Standpunkt hatte zu Zeiten der UDSSR eine Berechtigung, da diese eine Ökonomie hatte, die weder ständiges Wachstum noch Expansion brauchte.
      Das heutige Russland hingegen mit einer weitgehend kapitalistischen Ökonomie (deren Anfänge bekanntlich ziemlich gewaltsam waren und in manchen Schießereien zwischen rivalisierenden „Oligarchen“ endeten) unterscheidet sich (ebenso wie China) nur noch marginal von den USA.

      Ich empfehle Dir ‚mal gelegentlich z.B. die deutschsprachige Webseite der russischen staatlichen Nachrichtenagentur ‚ria.novosti‘ oder auch ‚Stimme Russlands‘ zu lesen.
      Da vergeht beinahe kein Tag, an dem nicht ein neues Waffensystem in Betrieb genommen wird, Manöver oder sonstige Militärveranstaltungen stattfinden.
      Und der russische Rüstungsetat hat inzwischen wieder die Höhe des sowjetischen während des sog. Kalten Kriegs erreicht, was neulich sogar den russischen Finanzminister aufgrund einer drohenden Staatspleite (immerhin verfügt Russland über weitaus weniger Mittel als die frühere Sowjetunion, weshalb die von Putin angeordnete Hochrüstung mit zunehmender Verschuldung bezahlt wird) zum Rücktritt bewegte.
      Staaten müssen ihre Interessen nunmal ständig verteidigen, fragt sich nur, warum es in einer Welt der Nationalstaaten derart ungemütlich ist.

      Da die USA derzeit rüstungstechnisch meinen, „die Nase vorne zu haben“, bleibt den anderen (soweit sie diesen Standpunkt teilen) gar nichts anderes übrig, als defensiv aufzutreten.
      Heutzutage haben wir es mit konkurrierenden kapitalistischen und deshalb zwangsläufig auch imperialistishen (Groß)mächten zu tun, von denen bei genauerer Betrachtung keine wesentlich besser bzw. schlechter als die andere(n) ist.
      Und die an der jeweiligen Spitze der staatlichen Hierachie agierenden Mächte (derzeit allen voran die USA) erscheinen immer als das größte aller Übel.

      Deinen bisherigen Kommentaren nach zu beurteilen, scheinst Du ein gläubiger Mensch zu sein.
      Würden allerdings der Schein und das Sein regelmäßig übereinstimmen, bräuchte es keine Wissenschaft mehr.

      VGNobody

  • Nobody, ich beantworte hier unten auch das im Strang weiter oben Stehende, weil Antifo den Finger im Wesentlichen auf den Punkt gelegt hat.
    Dir ist offenkundig nicht ganz klar, was imperialistische Interessen heute im Unterschied zur Zeit des 1. Weltkriegs sind. Der Unterschied hat einen Namen: Dollar. Dollar sind kein technischer Ersatz für Gold, die als ein solcher Ersatz als Weltgeld benutzt würden und arbeiteten. Zwar sind Goldquanta wie Dollar Weltgeld , aber Dollar sind darüber hinaus Kreditgeld, ein Kredit, der auf die militärische Macht der USA gezogen ist, den Weltmarkt militärisch durchzusetzen und aufrecht zu erhalten. Dieser Weltmarkt – und darin als ein besonders gewichtiger Posten der Öl- und Gasmarkt, der nach Waffen und Munition den zweitwichtigsten Hilfsstoff der Ausbeutung von Arbeitskraft liefert – als ein Ganzes, d.h. nach den Seiten Produktion, Distribution und Konsum, bestimmt Masse und – noch viel wichtiger – Rate der Ausbeutung jeder kapitalistischen Wirtschaftstätigkeit auf dem Globus, die nicht selbstgenügsam auf einen lokalen Umkreis bezogen ist.
    Du kannst nahezu alle Mitteilungen apxwn’s in diesem Blog als Beispiel dafür heran ziehen, daß Russland, die Nation, auf Gedeih und Verderb am Fortbestand und Gedeih des Weltmarktes hängt und damit am US-Staatskredit. Er ist auf absehbare Zeit – soll heißen, vermutlich bis ca. 2018 – nicht zu ersetzen. Fiele morgen der Dollar, zerfiele Russland drei Tage später in schwarz-grün-rosa Quarks und China folgte eine Woche später, zumindest mit drei oder vier Provinzen, um das mal etwas dramatisch auszudrücken. Alternativ wäre in beiden Reichen eine faschistische Revolution von oben fällig, um die Macht der Kreditfähigkeit dieser Staatswesen durch rohe Militärgewalt zu ersetzen und das zöge gewiß dauerhafte Bürgerkriege nach sich.
    Ein Atomkrieg, selbst ein begrenzter lokaler Atomschlag, hätte voraussichtlich dieselbe Wirkung auf den Weltfinanzmarkt und zwar ganz einfach deshalb, weil er von dem Willen der ausführenden Macht zeugte, die Lasten des Weltmarktes unter schwindendem Nutzen nicht länger auszuhalten. Mit Ausnahme Nordkoreas und Pakistans, vielleicht auch des Vereinigten Königreiches, das kaum mehr, als ein Bankenplatz ist, prädestinierte dieser Wille bzw. Unwille das Schicksal des Weltmarktes. Israel ist auch ein Sonderfall, auf den ich hier aber nicht eingehen will.

    Ich will die Argumentation hier nicht weiter ausdehnen, daher breche ich einfach ab.

    • Anonymous

      TomG.,

      bei allem Respekt, aber die Vereinfachung deiner Rechenkette auf „Dollar=Amerika=Weltherrschaft“ kann ich nicht gelten lassen.
      Der Dollar und alle die damit verbundenen Systeme und Zirkel sind, korrekt, real-existierend. Aber der Mensch wäre nicht Mensch, wenn er nicht sehr kurzzeitig und -fristig eine improvisierte Lösung bereit hätte.
      Dann wird halt eine Ersatzwährung, Gold, Silber, Platin, Rohöl oder einfach eine andere nationale Währung, installiert.
      das wird nicht ohne regionale Konflikte über die Bühne gehen, aber es wird gelten: bei Vernichtung des Dollars leidet primär der Common Wealth und seine engsten Kombattanten. Auch Israel (Sonderstellung hin oder her). Die Russen, Iraner und die Chinesen werden es aufgrund ihrer politischen Ausrichtung leichter haben, die Situation zu meistern.
      Und aufgrund des überdehnten, künstlich am Leben erhaltenen Kapitalismus wird und muss es zu einem fulminanten Wechsel dieses Systems, und damit zwingend, auch des Dollars kommen.
      Gaddafi wird nicht der einzige gewesen sein, der daran ernsthaft gearbeitet hat. Und alle „Wechsler“ werden die „Dollarstaaten“ nicht demokratisch bombardieren können!

      MfG, Whitesea

    • Anonymous

      Hallo TomGard,
      Du scheinst viel zu wissen und auch gebildet zu sein.

      Daß sich der Imperialismus seit dem 1.WELTKRIEG verändert hat, ist mir bekannt.
      Allerdings nur in seinem Wesen, nicht aber im Kern.
      Dachten z.B. die früheren Nazis noch, man müsse ein Land unbedingt militärisch erobern und besetzen (und hinter jeder Straßenecke einen Soldaten bzw. Polizisten stellen), um es ausbeuten zu können, haben die USA (sicherlich unbewußt) die bekannte Aussage von
      Berthold Brecht beherzigt, daß es klüger wäre, eine Bank zu gründen anstatt auszurauben und die (damals noch geteilte Welt) nach dem 2.WELTKRIEG in ihrer Einflußspäre weitgehend kreditiert.
      Damit hat das US-Kapital mittels Zinsen beinahe an jedem Geschäft mehr oder weniger automatisch (mit)verdient.
      Die Rolle des Dollars als (heutzutage nicht mehr auf Gold, sondern auf „plutonium“, d.h. auf die militärische Macht der USA gestütztes) Weltgeld ist mir ebenfalls bekannt.
      Und da ihnen heutzutage ihr geliebter Kapitalismus zunehmend „um die Ohren“ fliegt, müssen sie nunmehr vermehrt auf diese unmittelbare Gewalt zurückgreifen (und ihr „wahres Gesicht“ zeigen) und ähneln bzw. landen wieder bei den Nazis.

      Desweiteren sind Russland und China nur solange auf „Gedeih und Verderb“ dem Weltmarkt bzw. Dollar ausgeliefert, solange diese sich darauf einlassen.
      Bekanntlich laufen derzeit bereits etliche Anstrengungen, um diese Abhängigkeit(en) zu verringern (z.B. mittels der Schaffung eines mehr östlichen Wirtschaftsraums, Abwicklung von Geschäften nicht mehr vorwiegend in Dollar, sondern anderer Währungen usw.).
      (Und zumindest theoretisch könnten die noch etwas ganz anderes und endlich ein vernünftiges bzw. gescheites Wirtschaftssystem machen und auf die ganze kapitalistische bzw. bürgerliche Scheiße einfach verzichten.)

      Der 3.WELTKRIEG wiederum wird sicherlich nicht aus kleinlichen Berechnungen (die bekanntlich bereits Hitler nicht mochte und als „Krämerseelen“ kritisierte) geführt werden.
      Vielmehr geht es dabei um weit Grundsätzlicheres, d.h. Sein oder Nichtsein – koste es, was es wolle.

      VGNobody

      PS: Trotz Deiner herausragenden Intelligenz erscheinst Du mir machmal als etwas verwirrt, da es mir weiterhin schwerfällt, den Kern Deiner Aussagen zu erfassen bzw. auf was Du inhaltlich hinaus möchtest.
      ‚Antifo‘ dagegen scheint die Angelegenheit ziemlich anders zu sehen und möchte von einer Kapitalismuskritik (ohne die eine richtige Erklärung der heutigen Welt nunmal nicht möglich ist) kaum etwas wissen.

    • Hallo Whitesea,
      „Dollar=Amerika=Weltherrschaft“ ist Deine Gleichung, bei mir steht fast Gegenteiliges. Die USA sind die Führungsnation eines Imperiums , steht implizit in meinen Worten, dessen nationale Bestandteile arbeitsteilig den Weltmarkt schaffen, betreuen und ausbeuten. Russland ist Bestandteil dieses Imperiums kraft seiner Klassenherrschaft mitsamt der zugehörigen nationalökonomischen Formierung, wenn es auch anders dazu zählt, als beispielsweise Deutschland, nämlich zur „Peripherie“ zu rechnen ist, keine Metropole im Imperium ist. Seine Atommacht taugt just dazu, sich gewisse regionale Vorrechte einer Metropole anzumaßen, dafür steht z.B. der Einmarsch in Südossetien.
      Im Falle Chinas – füge ich der Vollständigkeit halber hinzu – liegen die Dinge etwas verwickelter, aber diese Verwicklungen muß man wohl im vorliegenden Fall nicht zwingend einbeziehen.

    • Nobody,
      Du kennst Dich mit meinen Aussagen nicht aus, weil Du vergebens nach einem „Kern“ gemäß DEINER Vorurteile („auf etwas inhaltlich (!) hinaus“ wollen (!)) Ausschau hältst … und deshalb bin ich verwirrt, gelle?
      Ich verrat Dir was … ich WOLLTE Dich verwirren. Vergeblich, wie man an obigem sieht. Never mind, wird nicht wieder vorkommen.
      Beste Grüße

    • Anonymous

      Hallo TomGard,

      meines Erachtens betreibst Du trotz Deiner meist guten Analysen ein wenig „Rechthaberei“.
      Komm‘ ‚mal ein bißchen ‚runter von Deinem „Trip“, da Du Dich ansonsten isolierst.
      Und was ist schon dabei, ‚mal die eine oder andere Differenz in den Ansichten zu haben?

      Also hab‘ Dich nicht so und lese stattdessen meinen zusammenfassenden Kommentar zur Weltlage vom 17. Oktober 2012 19:06.
      Schaden würde das sicher nicht.

      VGNobody

  • WIE BITTE? MOSKAU KANN NICHTS MACHEN???
    Jewgenij: Haben Sie irgendwie schon einmal mit praktischer Politik zu tun gehabt?
    Moskau WILL NICHTS MACHEN.
    Die Gründe dafür zu untersuchen – da fängt Politik an. Alles Andere ist nur Laientheater.
    Beste Grüße – Christoph Hörstel

    • Anonymous

      Hallo Herr Hörstel,

      es freut mich, Ihnen auf dieser Webseite zu begegnen, nachdem Ihr Kommentar von ‚apxwn‘ unmittelbar nach dem meinigen veröffentlicht wurde.

      Seit längerem beobachte ich Ihre Aktivitäten und nutze öfters die auf Ihren Webseiten zur Verfügung gestellten Informationen für den eigenen (nicht-kommerziellen) Gebrauch.
      Für diese Arbeit möchte ich Ihnen hiermit danken.

      Aufgefallen ist mir, daß Sie ein ziemlich moralisches Weltbild haben und darin derzeit auch kaum Komprisse machen.
      (Was Ihnen bekanntlich trotz Ihrer allgemeinen Beliebtheit besonders bei Kritiker/innen und einer ansehnlichen „Fangemeinde“ auch schon ‚mal die eine oder andere Ablehnung gebracht hat, z.B. zuletzt hinsichtlich Ihres Visum-Antrags für Syrien. Und auch dem Iran, in dessen Medien Sie als deutscher Oppositioneller dennoch gerne zitiert werden, scheinen Sie etwas suspekt zu sein.)

      Das Problem an Ihrem Standpunkt sehe ich darin, daß Sie die Welt mit einer „moralischen Brille“ betrachten (und z.B. in gut und böse aufteilen) und sich damit die Sicht auf die wirkliche Welt (die nunmal gar nicht moralisch ist und nach ganz anderen Kriterien bzw. Gesetzesmäßigkeiten „funktioniert“) versperren.

      Da ich mir heute einige Mühe gemacht habe, auf dieser interessanten Webseite zumindest ein paar sog. Tatsachen klarzustellen, empfehle ich Ihnen auch das Lesen meiner letzten Kommentare, zumindest aber meine Zusammenfassung zur Weltlage in diesem Blog vom 17. Oktober 2012 19:16 unter dem Pseudonym ‚Anonym‘.

      Da ich mir denke, daß es sich für Sie lohnen könnte, würde ich mich freuen, wenn Sie damit etwas anfangen könnten.

      In der Hoffnung, Ihnen die eine oder andere Anregung geben zu können,
      verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

      Nobody

  • Anonymous

    schade, dass Sie alle so wunderbar die Argumentationsschlachten der Vergangenheit schlagen, statt zu eroerten, was gerade in der Welt geschieht, und wie Einfluss dagegen gesetzt werden kann. Wir Syrer IN SYRIENN fuehlen und von ihnen weder verstanden noch sehen wir echte Interessen uns zu helfen. Se liefern nur Bla Bla um sich zu schoenen. Schade. Gruss aus Syrien. La Dame Syrienne

    • Wenn Söldner Waffen sprechen lassen, ist die Zeit, „Einfluß“ nehmen zu können, abgelaufen. Dann kann nur zurück geschossen und – zum Zeichen, daß es ernst ist – gemeuchelt werden. Fragt sich nur an welchem Ort, mit welchem Zweck und mit welchen diesem Zweck und den zu verschaffenden Mitteln angemessenen Zielen.
      Um den Zweck und daher mittelbar die Ziele geht der Streit, selbst wenn die Beteiligten davon nichts wissen wollen, Dame.

    • Anonymous

      Hallo Tomgard,

      eine Option hast Du vergessen:

      Sich aus den Kampfhandlungen möglichst herauszuhalten (und sich das „Köpfe einschlagen“ den Idioten überlassen) und eigene Wege zu gehen.

      Zumal in derarigen Fällen im Regelfall keine der verfeindeten Parteien Sympathien verdient.

      VGNobody

    • Anonymous

      Hallo La Dame Syrienne!

      Falls Sie sich (wie sowohl aus Ihrem Pseudonym als auch Ihrem Kommentar hervorgeht) weitgehend gedanklich, emotional und körperlich bzw. materiell als Syrer(in) fühlen – anstatt als Mensch – ist Ihnen wahrscheinlich beim besten Willen kaum mehr zu helfen.

      Der Grund liegt schlichtweg darin, daß die meisten Menschen auf dieser Welt nunmal keine Syrer(innen) sind und deshalb mit Ihren (mit der „syrischen Brille“ betrachteten) Ausführungen kaum etwas anfangen können.

      Wäre es nicht schon längst an der Zeit, daß wir uns – zumal angesichts der heutigen ausgesprochen ungemütlichen Weltlage – nicht z.B. als Amerikaner(innen), Russ(innen), Chines(innen), Syrer(innen) oder Deutsche, sondern vielmehr als Menschen begegnen?

      Dann würden wir vermutlich ziemlich schnell bemerken, daß wir derart verschieden gar nicht sind und etliche gemeinsame Interessen bzw. Gemeinsamkeiten haben.

      Andernfalls lebt jede(r) in seinem bzw. ihrem nationalen (bornierten, d.h. engen und begrenzten) „Gefängnis“ und wundert sich, daß andere einem nicht verstehen.

      In der Hoffnung, Ihnen ein paar Anregungen gegeben zu haben
      verbleibe ich dennoch mit freundlichen Grüßen aus Deutschland

      Nobody

      PS: Ihre derzeit sicher schwierige Lage in Syrien läßt sich angesichts der (internationalen) Bedrohung seitens der USA bzw. NATO und des WESTENS sowieso nicht mehr „syrisch“ bereinigen.
      Dafür brauchen Sie tatsächlich Hilfe auch von Nicht-Syrer(innen).
      Schon allein deshalb wäre es besser, den engen nationalen Rahmen (vorerst zumindest gedanklich und emotional) zu verlassen und die Erde als unsere gemeinsame Lebensgrundlage zu erkennen.

    • Anonymous

      Ergänzend ‚La Dame Syrienne‘

      möchte ich anmerken, daß ich Ihren Vorschlag „..zu erörtern, was gerade in der Welt geschieht…“ auf dieser Webseite beherzigt habe, um etwas Klarheit zu schaffen.

      Um die Welt zu verstehen bzw. zu begreifen, ist nunmal d i e notwendige Voraussetzung, um die r i c h t i g e n Schlüsse zu ziehen und Mißständen abhelfen zu können.
      (Es ist ähnlich wie mit einer Diagnose bei einem Arzt. Ist die Diagnose falsch, erübrigt sich die nachfolgende Behandlung und scheitert zwangsläufig.)

      Deshalb empfehle ich Ihnen dringend, meine Kommentare unter dem Pseudonym ‚Anonym‘ auf dieser Seite möglichst genau und in Ruhe zu lesen – besonders meine zusammenfassende Erklärung der Weltlage vom 17.Oktober 2012 19:06.

      Nur wenn wir gemeinsame Ziele vertreten, haben wir eine Aussicht auf Erfolg!
      Andernfalls bleibt jede(r) in seinem bzw. ihrem nationalen „Schneckenhaus“ befangen.

      VGNobody

  • Anonymous

    Hallo Antifo, TomGard, Herr Hörstel, La Dame Syrienne (in der Reihenfolge der Beiträge) sowie allen Jungs und Mädels von der „Syrien-bzw. Ostfront“!

    Zum besseren Verständnis der Welt (und um Euch bzw. Sie nicht „im Regen stehen“ zu lassen), noch ein paar zusammenfassende Hinweise.

    Von dem (vor allem in den Medien) vielgepriesenen Wirtschaftsaufschwung in der Türkei mit der AKP-Regierung unter Führung von Erdogan haben die meisten Türk(innen) kaum etwas mitbekommen – im Gegenteil.
    Wie beinahe weltweit hat auch in der Türkei die Armut oder gar Not von weiten Teilen der Bevölkerung nicht ab-, sondern vielmehr zugenommen.

    Wie überall war auch dieser „Aufschwung“ vorwiegend kreditfinanziert (z.B. mit Kapital aus Katar, Saudi-Arabien und anderswo her), während die Erträge aus den Investionen schwer zu wünschen übrig lassen – mit der Folge einer riesigen Schuldenlast.

    Entgegen den beschönigenden Darstellungen der türkischen Regierung ist die Zahlungsfähigkeit der Türkei heutzutage ebenso gefährtet wie die vieler anderer Staaten.
    D a s ist die (treibende) Ursache für Erdogans zunehmend aggressiver werdende Expansions- und Kriegspolitik bzw. den darin enthaltenen „Größenwahn“.

    (Übrigens ähnlich wie damals in Deutschland, als die Weltwirtschaftskrise die sog. Weimarer Republik ökonomisch weitgehend ruinierte, was wiederum die – nationalistisch eingestellten – „Rechten“ zu einem neuen Aufbruch ermunterte und Hitlers Kriegspläne beflügelte.)

    Es versteht sich von selbst, daß das der falsche Weg aus der Misere ist.
    Demnächst wird z.B. die Türkei gleich von 3 Seiten „in die Zange“ genommen werden.
    (Vom inneren Widerstand, vor allem der meisten Kurden und Armenier, ganz zu schweigen.)
    Vom Iran im Osten, Russland im Norden und im Süden wartet mit Syrien, der Hisbollah usw. auch noch einiges.

    So wurden nach den vergangenen (verlorenen) größeren Kriegen aus früheren „Paschas“ Schuhputzer und spätestens nach dem bevorstehenden 3.WELTKRIEG Kamelscheißesammler.

    (Aus den Deutschen hingegen wurden nach 2 verlorenen Weltkriegen bekanntlich aus ehemaligen sog. Herrenmenschen „gemäßigte Demokraten“, die zwar manchmal noch immer im „Konzert“ der Großmächte mitspielen möchten, aber aufgrund ihrer heutigen militärischen Unterlegenheit kaum mehr können bzw. eine untergeordnete Rolle spielen.)

    Und wie das frühere sog. Deutsche Reich schrumpfte auch das Osmanische Reich zusehends, um letztlich weitgehend zu zerfallen bzw. einer neuen Ordnung Platz zu machen.

    Fortsetzung folgt…

    • Anonymous

      Fortsetzung meines Kommentars „Anonym“ vom 17. Oktober 2012 19:06:

      Desweiteren ist es eine Ironie der Geschichte (und zeigt die Unwissenheit der heutigen Menschen), daß ausgerechnet vor kurzem – nachdem aufgrund einer globalen Finanz-, Weltwirtschafts- und nunmehr sich erweiternden Staatenkrise mehr als offensichtlich wurde, daß das derzeitige kapitalistische (Welt)wirtschaftssystem kaum mehr haltbar ist – z.B. die in Syrien regierende Baath-Partei den Sozialismus aus ihrem Programm endgültig gestrichen hat und sich nunmehr (weitgehend unkritisch) zu Marktwirtschaft bzw. Kapitalismus mit der dazugehörigen demokratischen Herrschaftsform bekennt und den dementsprechenden Nationalismus befördert.

      So fehlerhaft die Vorstellung(en) von einem „panarabischen Sozialismus“ in einer Aufbruchsstimmung vor allem jüngerer Araber(innen) in den vergangenenen 50er bzw. 60er-Jahren und darüber hinaus auch gewesen sind, enthielten diese zumindest noch eine (allerdings leider meist falsche) Kritik an den bestehenden Verhältnissen.

      Zumindest sollte sich niemand mehr wundern, wenn die Alte Welt zusehends barbarischer wird und letztlich zerfällt.
      Immerhin sollten im Sozialismus die (wirtschaftlichen) Gegensätze der Menschen untereinander (und damit auch zwischen den Staaten) weitgehend aufgehoben und ein miteinander (anstatt des derzeitigen Gegeneinander) organisiert, d.h. die Ursache für Armut, Not und Kriege beseitigt werden.

      Mit einer rückwärts-gewandten, d.h. reaktionären Politik jedenfalls wird das Nichts und endet stattdessen mit Sicherheit in einem erneuten WELTKRIEG, der angesichts der modernen (auch atomaren) Waffentechnik als die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte in die Geschichte eingehen wird.

      Also wacht bitte endlich auf und helft mit, eine Neue Welt zu schaffen.
      In der werden wir wieder lernen müssen, miteinander zu kooperieren – anstatt uns wechselseitig zu schaden.
      Andernfalls wird es auf diesem Planeten bald keine menschlichen Wesen mehr geben.

      VGNobody

  • Ich habe schon gelegentlich angeregt, es für plausibel zu halten, daß man in der iranischen Führung ernsthaft erwogen hat, mittelfristig auf ein Stück Souveränität zu verzichten, indem man den kurdischen Separatisten zunächst in Richtung Türkei, später aber auch auf eigenem Territorium Bewegungsraum gibt, weil dies erstens ausnutzbare Konfliktpotentiale im eigenen Land mindert und zweitens die Türkei ganz deutlich mehr schädigte, als den Iran selbst.
    Soeben erschien auf Al Akhbar / englisch ein Artikel, „Turkey Can’t Have it Both Ways“, der mir, wenn ich ihn um das diplomatische / nationalfolkloristische und sonstige Geschwätz bereinige, genau das anzukündigen scheint.
    Es ist ja hier schon verschiedentlich gesagt worden, daß die türkische Syrienpolitik schwerlich anders begreiflich ist, denn als „Flucht nach vorn“ vor dem Hintergrund der imperialen Entschlossenheit, Syrien entweder zu kolonisieren, zu zerlegen oder zu entstaatlichen. Auch eine türkische Mitsprache beim künftigen geopolitischen Status Syriens als konkurrierendes Energie-Transitland mit evtl. sehr nennenswerten eigenen Gasressourcen aus den levantinischen Lagerstätten dürfte die künftigen Lasten des Syrienkrieges, wie immer er letztlich beendet wird, nicht kompensieren können, davor steht die Macht und die Protektion der transnationalen Energiekonzerne.
    Neben weitergehendem Ärger mit den Kurden könnte das Kriegsszenario der AKP und den MB eine wachsende und ernst zu nehmende alevitische Opposition eintragen. Zahlreiche Aleviten spielen, wie einst die Alaviten in Syrien auch, die Rolle der „Juden“ in der postfeodalen Klassenherrschaft eines imperialen Randstaates, wie es die Türkei nun mal ist. Sie sind ein „Tribus jenseits der Triben“ und daher prädestiniert für Positionen in der Ökonomie, die funktionshalber aus der allgemeinen familiären und mafiösen Vettern- und Günstlingswirtschaft heraussen bleiben müssen, daher stark vertreten in der Finanzwirtschaft und der Industrie – nicht zuletzt (auch darin den Juden ähnlich) dank der weniger subalternen Rolle der Frauen in der alevitischen Tradition.
    Ich erwähne die Aleviten, weil der Autor des Akhbar-Artikels, Kamal Dib, die „Soziologie“ des vorderen Orients bestens kennt, wie in seinem Buch „Warlords and Merchants: The Lebanese Business and Political Establishment“ ausgewiesen und bis 10/2010 auch in seinen Daily Star – Artikeln als ein unabhängiger Autor auffiel, der seine Feder nicht willentlich verkauft.
    Nachdem Obama abermals wie Godot nicht kam, der türkischen Eskalation massive Rückendeckung zu geben, wird die „kurdische Option“ für den Iran, aber auch den Irak zunehmend spielbar. Wie bestellt kündigte der Irak an, die türkischen Besatzungtruppen im Nordirak militärisch konfrontieren zu wollen, falls sie der Aufforderung, sich zu trollen, nicht nachkämen. Und RT vermeldete heut vormittag die ersten ernsten Vergeltungsdrohungen aus Syrien gegen die Türkei.
    Mir will daher scheinen, gegen die pessismistischen Kriegserwartungen kann zumindest mit Blick auf die Türkei eingewendet werden, daß die USA durch den innenpolitischen Konflikt zwischen Wall Street und Militärisch Industriellem Komplex ausreichend gelähmt sein könnten, daß sich für Iran, Syrien, Irak, aber auch die Kriegsgegner im Libanon zählbare Handlungsspielräume ergeben.

  • Daß Israel den Südlibanon, einer „Dahiya – Strategie“ gemäß, dem Erdboden gleichmachen wird, ist längst entschieden. Steht der Termin nun fest?
    Drei Wochen vor den US-Wahlen und parallel zu den Vorbereitungen für ein israelisch-amerikanisches Manöver von Infanterie- und der Raketenstreitkräften (Austere Challenge 2012, Beginn vorgesehen für Ende Okt./ Anf. Nov.) hat Botschafterin Susan Rice im Sicherheitsrat für einen Vernichtungsangriff auf die Hezbollah geworben.
    Annie Robbins hat für Mondoweiss die Presseberichte darüber zusammengestellt.

    Vermutlich die wichtigste Nachricht daran:
    Kein Sterbenswort zu den stärkestmöglichen Worten der amerikanischen UN-Botschafterin in der iranischen, russischen und chinesischen Auslandspresse (Press TV, RT, Voice of Russia, Ria Novosti englische und französische Ausgabe, Xinhua.net)

  • Anonymous

    Danke Tom

  • Anonymous

    Immer öfter hört und liest man jetzt über den 21. Dezember 2012, das soll der Tag sein, an dem der Maya-Kalender endet. Ein Datum, welches sich in vielen Prophezeiungen indigener Völker wieder findet. Natürlich gibt es da auch viele Endzeitspekulanten, die nur zu gerne Katastrophen herbeibeschwören, aber was passiert wirklich?
    Dieses Datum markiert das Ende eines großen Zyklus, nämlich die beinahe 26.000 Jahre andauernde Präzession der Erdachse. Die Präzession ist eine Taumelbewegung der Erdachse, die eine kreisförmige Umlaufbahn beschreibt. Im Laufe dieses Kreises durchwandern die Pole der Achse aller zwölf Tierkreiszeichen, jeweils 2160 Jahre in einem Zeichen. Die meisten der alten Kulturen waren sich dieser Präzession bewusst und maßen dem Wechsel in ein neues Zeichen große Bedeutung zu, da es einen starken Einfluss auf das Bewusstsein der gesamten Erdbevölkerung hat.
    Am 21.12.2012 tritt die Erdachse in das Zeichen des Wassermanns ein und wird sich gleichzeitig das erste Mal seit fast 13.000 Jahren wieder in Richtung des kosmischen Zentrums bewegen, anstatt davon weg.
    In der Vergangenheit war so ein Wechsel der Ausrichtung begleitet von einem Wechsel der magnetischen Polung unserer Erde. Dieses als Polsprung bezeichnete Phänomen lässt sich anhand von Gesteinsproben belegen und fand offensichtlich schon mehrmals statt. So einem Polsprung geht immer eine Verringerung des Erdmagnetfeldes voraus. Genauso wie es unsere Wissenschaftler seit Jahren registrieren. Mittlerweile hat sich das Magnetfeld so stark verändert, dass jederzeit mit einem Polsprung gerechnet werden kann.
    Zusätzlich zu diesem Ereignis bewegt sich unser Planet auf seiner Reise durch unser Sonnensystem gerade durch einen Photonengürtel. Dieser umkreist die Plejaden mit ihrer Sonne Alcione. Unser gesamtes Sonnensystem kreist in einem Orbit um die Zentralsonne der Plejaden in einem Zyklus von 24.000 Jahren. Innerhalb dieses Zeitraumes passiert unser Sonnensystem den Gürtel zweimal und hält sich jeweils 2000 Jahre darin auf.
    Laut den Überlieferungen der Maya ist auch dieser Zyklus wieder entscheidend für die gesamte Menschheit, so kennzeichnet die Galaktische Nacht das Vergessens unserer spirituellen Herkunft und damit ein Verhaftet sein auf der materiellen Ebene der Dualität, während der Eintritt in den Galaktischen Tag uns ermöglicht, wieder zu erwachen.
    Auch die moderne Wissenschaft erkennt an, dass Lichtenergie, wie sie zum Beispiel von unserer Sonne ausgeht, einen großen Einfluss auf unsere Psyche und unser Bewusstsein hat. Genauso hat man mittlerweile herausgefunden, dass starke Schwankungen im Magnetfeld, sowohl zur Verstärkung von psychischen Störungen, als auch zu genialen Inspirationen und Eingebungen führen können.
    Insgesamt lässt sich sagen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt mehrere große galaktische Zyklen an einen Wendepunkt kommen, was auf allen Ebenen des menschlichen Seins zu spüren ist.
    Wenn man den Durchsagen der geistigen Welt Glauben schenkt, so sind wir an dem Moment der Evolution oder Entwicklung des Kollektivbewusstseins, der es uns und vor allem auch dem Planeten Erde ermöglicht, eine Schwingungsoktave höher zu steigen. Dieses Ereignis wird allgemein als Aufstieg in die 5. Dimension bezeichnet.
    Im Hinsicht auf diese Entwicklung ist zu hoffen, das sich die Politik dieser Welt nachhaltih aendern wird.

    MgG
    Nobody-2

    • Anonymous

      Hallo Nobody-2!

      Auf die Mayas würde ich nicht gerade setzen.

      Letztlich waren die ähnlich dumm wie die heutige bürgerliche Welt und haben ihre wirtschaftlichen
      und natürlichen Grundlagen soweit ruiniert, bis sie sich wechselseitig „abschlachteten“.

      Bekanntlich waren die Mayas bereits untergegangen bevor die damaligen spanischen Eroberer den südamerikanischen Kontinent betreten haben.

      VGFlash

  • Wegen des thematischen Zusammenhangs zu den Sichtweisen u.a. von tomgard, hier eine kurze Zusammenfassung eines mir auf Englisch vorliegenden Artikels von einem zur russischen Orthodoxie konvertierten Juden, den ich in den vergangenen Tagen übersetzt und auf meinem Blog veröffentlicht habe:

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    Die in der christlich-orthodoxen Theologie gängige Sichtweise ist, dass Gott alle Völker und Nationen straft, die sich für Gottes geliebtes Israel halten. Im Einklang mit der Lehre der Kirchenväter wird die Kirche (d.h. die orthodoxe Kirche) als das „Neue Israel“ gesehen. Mit der Erweiterung des von Gott angebotenen Bundes auf alle Völker und Nationen hat Jesus Christus den „Zaun“ zwischen Juden und Heiden „abgebrochen“ (Eph 2,14) und somit die Möglichkeit zum Friedens eröffnet. Analog zu der in den Kirchen des Westens diskutierten „Theologie nach Auschwitz“, wird in der Russisch-Orthodoxen Kirche eine „Theologie nach dem Gulag“ diskutiert.
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    Der Zusammenhang besteht darin, daß Russland ein Problem mit der Selbstfindung hat. Eine Folge dieses Problems ist die komplette Ablehnung alles Jüdischen in nationalistischen Kreisen Russlands. Aus dieser Haltung heraus mag es hier und da auch in der Gruppe „Umwandlung der Welt“ zu Fehleinschätzungen kommen.

  • Die atomare Abschreckung

    Aufgrund der atomaren Abschreckung sind wir schon etwa 30 Jahre über den Zeitpunkt hinaus, an dem der 3. Weltkrieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – hätte stattfinden müssen (wenn es keine atomare Abschreckung gäbe). Die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten, hat darum heute ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht, sodass wir unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle stehen. Sobald sie evident wird (mit einiger Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr), verbleiben genau zwei Möglichkeiten: der Rückfall in die Steinzeit, oder die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

    Was der atomare 3. Weltkrieg anrichten würde, können sich die „Normalbürger“ (die Masse nach Le Bon) gerade noch vorstellen; dass aber die globale Liquiditätsfalle, der vollständige Zusammenbruch des Zinsgeld-Kreislaufs und damit der Arbeitsteilung, zwar nicht die Ökosphäre des Planeten Erde, jedoch unsere gesamte „moderne Zivilisation“ ebenso auslöschen würde (über 90% der Weltbevölkerung müssten innerhalb weniger Monate verhungern, würde die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung nicht mehr rechtzeitig erfolgen), liegt für die Masse (noch) weit außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.

    Das ist die eigentliche Gefahr: Eine für die Masse vorstellbare Katastrophe macht ihr Angst; eine für die Masse unvorstellbare Katastrophe macht ihr keine Angst – und deshalb wird die halbwegs zivilisierte Menschheit völlig ahnungslos in die größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte hineinschlittern. Erst dann kommt die Angst.

    Die Natürliche Wirtschaftsordnung, der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, wird verwirklicht, sobald die reale Angst vor der Auslöschung unserer gesamten „modernen Zivilisation“ durch die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) insgesamt größer wird, als die seit Urzeiten eingebildete Angst vor dem „Verlust“ der Religion:

    http://www.deweles.de/files/wahrscheinlichkeit.pdf

    Und glauben Sie bitte nicht, dass die politische Seifenoper auch nur ansatzweise über die Kompetenz verfügt, eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform durchzuführen, ohne dabei eine Katastrophe in der Katastrophe auszulösen:

    http://www.swupload.com/data/Das-Juengste-Gericht.pdf