Terroristische Internationale

Der folgende Frage-Antwort-Text erschien bei der russischen Nachrichtenagentur NR2 (“Nowyj Region”) und gibt die Einschätzung eines gewissen Dmitrij Jerschow wieder, der nach Worten der Agentur derzeit in Damaskus ist. Das ist auch wahr, denn nachdem Kreml.TV seine täglichen Live-Übertragungen in Zusammenarbeit mit ANNA-News eingestellt hat, fand sich dieser russische Enthusiast, um Marat Musin vor Ort zu unterstützen. Der Mann ist ein Blogger (hauptberuflich?) und positioniert sich als Politologe. Sein Engagement ist durchaus bemerkenswert und zeigt, auf welcher Ebene nun schon versucht werden muss, die Informationsblockade zu durchbrechen. Dazu braucht man übrigens keine Einladung der syrischen Regierung. Nun ist auch die Schutzausrüstung von Musin – Schutzhelm und kugelsichere Weste – eine Spendengabe. Nicht etwa der syrischen Regierung oder Armee, sondern der russischen Firma Armocom. Ähnliches gilt für die Kamera, die seit ein paar Tagen im Einsatz ist und einfach einem Panzer oder Truppentransporter aufgesteckt werden kann. Sie stammt von einem russischen TV-Projekt namens Neuromir.TV (grob umschrieben ist das ein Projekt der Sparte „user generated content“). Was der in Moskau sitzende Repräsentant des SNC, Mahmud al-Hamsa, über eine staatlich gesteuerte Meinungsmache zugunsten der syrischen Regierung phantasiert, trifft überhaupt nicht zu. Hier engagieren sich normale Bürger, um eine Berichterstattung aus Syrien zu ermöglichen.
Der Artikel bei NR2 titelt “Syrien. Krieg gegen die terroristische Internationale” (wird hier leicht gekürzt übersetzt). Musin selbst hat in Vorlesungen den Begriff “Wahhibitischer Komintern” geprägt, den man hier später auch noch einmal erläutern kann. Weiter unten im Text noch ein ANNA-News-Mitschnitt von Kampfhandlungen am 16.12.2012 in Daraja.

Quelle für den Text ab hier: www.nr2.ru
NR: Dmitrij, welches waren die ersten Eindrücke von dem, was Sie in Syrien gesehen haben?
Dmitrij Jerschow: Gleich nach der Ankunft in Damaskus fiel auf, dass es keinerlei Panik gibt. Es gibt am Flughafen nicht etwa Menschenmengen mit ihrem Hab und Gut, die ganz dringend abreisen wollen. Ganz im Gegenteil, die Atmosphäre im Flughafen von Damaskus ist vollkommen ruhig und unterscheidet sich nicht z.B. von der im Moskauer Flughafen Wnukowo. Um den Flughafen herum und entlang der 30 Kilometer langen Straße nach Damaskus gibt es Checkpoints der Armee. Aber es sind viele Fahrzeuge unterwegs. Es fiel nur auf, dass sie alle recht schnell unterwegs waren. Diese Magistrale ist also nicht etwa durch die Terroristen abgeschnitten, auch wenn es, wie unser syrischer Begleiter sagte, in der letzten Zeit einige erfolglose Versuche dazu gegeben hat.
Dmitrij Jerschow in Daraja
NR: Wie gravierend sind die Zerstörungen in Damaskus und in anderen Städten? Arbeiten die Läden in Damaskus? Wie steht es mit der Wasserversorgung, gibt es Mangel an Lebensmitteln? Was ist mit Schulen, Kindergärten, Banken und anderen sozialen und staatlichen Einrichtungen?
Dmitrij Jerschow: Abgesehen vom Stadtteil Abun, wohin die Rebellenbanden vor einem halben Jahr erfolglos einzudringen versuchten, gibt es in Damaskus keinerlei Zerstörungen, abgesehen von den Spuren der ab und an passierenden Terroranschläge – in Damaskus gibt es keine Kämpfe. In den syrischen Städten und Dörfern, in denen gekämpft wird, sind die Zerstörungen hingegen sehr bedeutend. Analog verhält es sich mit den Läden, Banken, Schulen und anderen Einrichtungen. Wo es unruhig ist und gekämpft wird, ist der Großteil dieser Einrichtungen geschlossen. Wo alles ruhig ist, arbeiten die Menschen im gewohnten Rhythmus.
In Damaskus läuft die Wasserversorgung stabil und es gibt auch keine Probleme mit Lebensmitteln. Doch die Wirtschaftssanktionen des Westens und die von ebenda koordinierten, mit den Händen der Islamisten verübten Anschlägen gegen wirtschaftliche Einrichtungen führten zu Preissteigerungen von mehr als 50%, was den Lebensstandard einfacher Syrer natürlich verschlechtert hat.
NR: Gibt es in den Krankenhäusern von Damaskus viele Verwundete?
Dmitrij Jerschow: Es gibt Verwundete, aber es sind verhältnismäßig wenige. Dabei muss man bemerken, dass hier sowohl verwundete Soldaten der syrischen Armee und Zivilisten, wie auch gefangengenommene und verwundete Rebellenkämpfer behandelt werden.
NR: Vor einigen Tagen wurde berichtet, dass die gegen die Regierung kämpfende Opposition dazu übergehen wird, in Syrien lebende russische Staatsbürger umzubringen. Wie wurde diese Nachricht in Syrien selbst aufgenommen, also von den Einwohnern, den russischen Syrern und den Armeeangehörigen? Gibt es Schutzmaßnahmen für russische Bürger?
Dmitrij Jerschow: Die kämpfende Opposition bringt jeden um, egal wann und wie. Das sind Unmenschen, die auch Frauen und Kinder umbringen, nur, um den westlichen Medien entsprechende Bilder zu liefern. Sie sprengen Busse, beschießen Schulen aus Granatwerfern und begehen viele andere Niederträchtigkeiten. In Syrien wird das von den normalen Menschen eindeutig abgelehnt – die Terroristen werden gehaßt. Das muss auch die übrige Welt einmal verstehen. Was konkret den Mordaufruf gegen Russen angeht, so ist dieser von Scheich al-Qaradawi, einem der Ideologen der Salafiten ausgesprochen worden, ebenso vom geistlichen Führer der Al-Nusra-Front, Scheich al-Arur.
NR: Wie ist die Lage in Syrien insgesamt?
Dmitrij Jerschow: Die Gesamtlage ist verhältnismäßig ruhig. In Damaskus, wo ich mich gerade befinde, gibt es keinerlei Panik. Die Stadt lebt ihr gewohntes, gemessenes Leben. Es gibt keine Proteste oder Kampfhandlungen. Die Terroristen, die nach Damaskus vorzudringen versuchten, sind in entfernten Vororten blockiert worden, etwa in Daraja oder Duma, und werden von der syrischen Armee jetzt systematisch vernichtet. In Daraja laufen derzeit recht angespannte Kämpfe. Ich bin dort gleich nach meiner Ankunft in Syrien, am Donnerstag, gewesen, am Freitag habe ich Daraja wieder besucht. Auf den Straßen liegen die Leichen der dort liquidierten Rebellenkämpfer. Das sind Leute aus dem Libanon, aus Libyen, Saudi-Arabien, Irak und aller Herren Länder – eine terroristische Internationale. Wie syrische Armeeangehörige sagten, war selbst ein Australier unter den Getöteten. Wir fanden dort auch Geld in den Währungen Saudi-Arabiens und Libyens.
Mitunter gelingt es der syrischen Armee auch, Instrukteure aus NATO-Ländern zu fangen. Das sind viele Türken, ebenso auch Instrukteure aus Saudi-Arabien.
Abgesehen von Daraja und Duma ist die Situation in Aleppo und auchin Harasta weiterhin schwierig. Ich bin bisher nicht dort gewesen und kann deswegen nicht als Augezeuge der dortigen Vorgänge berichten. Allerdings kann man zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass die Lage in Syrien sich im Großen und Ganzen stabilisiert. Die Armee liquidiert die Terroristen in großen Zahlen, und es hat den Anschein, als gehen dem Katar und Saudi-Arabien die Mittel aus, diese internationalen Banden weiterhin ausreichend mit Kanonenfutter und Waffen zu versorgen.
NR: Was meinen Sie sind die wirklichen Gründe für den Konflikt in Syrien? Wem nützt er?
Dmitrij Jerschow: In erster Linie, so glaube ich, muss man sagen, wem der Konflikt in Syrien nicht nutzt. Das ist das syrische Volk. Vorteilhaft ist der Konflikt für die, welche sich außerhalb Syriens befinden. Das sind zuerst die Hauptsponsoren, der Emir des Katar Hamad bin Chalifa al-Thani und die in Saudi-Arabien herrschende Dynastie der Saud mit ihrer irrwitzigen Idee der Wiedererrichtung eines arabischen Kalifats auf Grundlage der radikalen religiösen Lehre des Wahhabismus. Al-Thani und die Saud bewaffnen und bezahlen Terroristen aus dem gesamten Nahen Osten, damit sie in Syrien kämpfen. Darin werden sie vom türkischen Premier Recep Erdoğan unterstützt, der sich mit seiner eigenen Armee überwarf und durchsetzte, dass die Türkei zum Schlupfwinkel für Abschaum aus dem ganzen Nahen Osten wurde, das von dort aus in den Krieg nach Syrien zieht. Ohne al-Thani, ohne die Saud und Erdoğan gäbe es keinen Konflikt in Syrien. Er wurde von außerhalb durch Kräfte initiiert, die zum syrischen Volk keinerlei Beziehung haben.

Das Video titelt „Scharfschützen greifen einen SPW in Daraja an“. Interessant ist auch, dass diese Panzerfahrt von ebenjenen Positionen der Terroristen aus gefilmt worden ist (ab ca. 1:30).

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  • Anonymous
    • Insoweit durchaus richtig. Nur nicht ganz, es gibt ja ein paar neue Entwicklungen:
      – Es wurden gestern in Syrien wieder u.a. zwei (oder anderthalb) Russen entführt, Verbände der russischen Schwarzmeerflotte sind nach Tartus unterwegs – man sagt, „zur Evakuierung der Russen“; ob durch die Entführung(en) Russland herausgepresst werden soll (dass Außenministerium der RF offenbarte kürzlich das Vorhandensein von Evakuierungsplänen) oder das als Vorwand für ein Eingreifen herhalten kann, muss sich erst noch zeigen.
      – Es gibt Anzeichen und die offensichtliche Option, dass die Golfmonarchien durch die USA eine Frist gesetzt bekommen haben; manches deutet darauf hin, dass die Amerikaner den Iran als „Partner“ in Betrachtung ziehen könnten. Kein Scherz. Das wird aber frühestens in 2 Monaten zu schlussfolgern sein, falls diese Option aktuell wird.
      – Nach Frieden riecht all das nicht. Auch nicht die Version mit den UN-„Friedenstruppen“.

    • UPD. Russische Schiffe der Baltischen Flotte. Zusätzlich zu denen der Schwarzmeerflotte, die derzeit in der Ägäis kreuzen.

    • Der Kommentar des Narren bei Denkbonus, gekürzt um die letzten beiden ärgerlichen Sätze:

      Ich geb mal ne Linksammlung ab.
      Die ersten beiden sind die genau zwei englischsprachigen Quellen, die außer dem Kopp-Verlag, über den ein Urteil zu fällen, ich dem Leser überlasse, was von Iskandern in Syrien getuschelt haben.

      Die erste (vom 7.12., auf sie beziehen sich alle englischsprachigen Meldungen, entweder explizit oder per copy&paste)
      http://www.wnd.com/2012/12/russia-arms-syria-with-powerful-ballistic-missiles/#limojItRI3c7MCBY.99
      Über den Autor heißt es:
      „Reza Kahlili served in CIA Directorate of Operations, as a spy in the Iranian Revolutionary Guard, counterterrorism expert; currently serves on the Task Force on National and Homeland Security, an advisory board authorized by Congress. He is the author of the award winning book „A Time to Betray“ and regularly appears in national and international media as an expert on Iran and counterterrorism in the Middle East.“
      WND’s Selbstdarstellung:
      Independent conservative news website with an emphasis on aggressive investigative reporting and gossip. Founded by Joseph and Elizabeth Farah.
      Mehr dazu weiter unten.

      Die zweite, nachgeschoben gestern:
      „In an EMAIL (!!!) interview, Sean O’Connor, a contributor to IHS Jane’s and an expert in air defenses and strategic warfare, discussed Syria’s missile arsenal.“
      nämlich hier:
      http://www.worldpoliticsreview.com/trend-lines/12576/global-insider-beyond-scuds-syrias-missile-arsenal-includes-precise-modern-weapons
      Diesen Artikel bitte ich ganz zu lesen.
      NICHTS von SS-26 liest man:
      auf der Homepage des Autors:
      http://geimint.blogspot.de/
      bei Jane’s:
      http://ihs.digitalpc.co.uk/SitemapPage.aspx?PortalId=1&IssueId=85
      Weiteres:
      Wikipedia über WND:
      http://en.wikipedia.org/wiki/WorldNetDaily
      Die letzte journalistische Großtat des Herrn Khalili vom April:
      http://www.wnd.com/2012/04/iran-preparing-for-the-last-six-months/
      (Kurz zusammengefasst: Die Führer des Irans wollen mit aller Macht binnen 6 Monaten eine globale, atomare Apokalypse auslösen, weil ihnen ihre religiösen Wahrsager sagen, das sei die ihnen von Allah gegebene Pflicht und Bestimmung)
      Wer kein Englisch lesen kann oder mag, könnte dies zur Kenntnis nehmen.
      („Kopten ohne Grenzen“): http://koptisch.wordpress.com/2011/06/24/interview-mit-reza-kahlili/

      Damit komme ich nur, weil mit Logik und Nachdenken wohl kaum etwas zu erreichen ist. Sonst hätten sich Autoren und Leser wohl mal informiert, was die Iskander kann, und was sie nicht kann – insbesondere die 18 mobilen Basen, von denen Sean O’Connor NICHT weiß, daß sie geliefert wurden, obwohl er weiß, daß GANZ BESTIMMT welche geliefert wurden. Ums wenigstens gesagt zu haben: Eine wirksame PRÄVENTIVwaffe ist die Iskander ausschließlich in den Szenarien, für die sie gebaut ist: Feindliche atomare Abschußrampen zu zerstören und – mehr noch – Raketenstellungen auszuschalten, die gegen die atomare Zweitschlagsfähigkeit Russlands errichtet werden. Mit anderen Worten: Für Syrien wäre sie – rein militärtaktisch gesehen – AUSSCHLIESSlihc dann von Nutzen, wenn sie mit taktischen Atomsprengköpfen bestückt wäre. Und – wie Sean O’Connor den informierteren Lesern gerne mitteilen mochte – dafür BRAUCHT Syrien keine Iskander, weil es nämlich SS-21 hat, die für diesen Zweck konzipiert sind und kaum schlechter taugen. Nämlich dann, wenn man NICHT, wie Lieschen Müller in der Rache-Logik von Hänschenklein, annnimmt, eine taktische Nukleardrohung Syriens müsse sich gegen Tel Aviv oder Ankara richten.

    • Iskander? Achwas. Ich habe glatt vergessen, darauf einzugehen. Muss ich ja nun aber auch nicht mehr.

    • kaumi

      @TomGard

      ich muss gestehen, dass ich bei dir selbst mit Kompass orientierungslos bin. Was genau ist deine Mission? Was genau ist deine Botschaft?
      Deine Beiträge stechen permanent mit den Versuchen hervor, alles zu negieren und zu widerlegen, was nicht aus deiner „Denkfabrik“ stammt.
      Ich wage mal zu behaupten, dass Spekulieren derzeit die einzige Wahrheit ist… oder glaubst du ernsthaft, dass dieses Kuddelmuddel noch von irgend einer Regierung genauso berechnet und vorhergesagt wurde?
      Vieles in den Entwicklung muss angepasst werden, die Eigendynamik und die Windungen werden fast wöchentlich angepasst. Der anfangs beschlossene Blitzkrieg von Syrien über den (Süd)-Libanon bis zum Iran hat (zumindest bisher) nicht stattgefunden. Weil sich die Geschehnisse in Syrien nun mal anders entwickelten. Wer weiß wie die Geschichte weitergegangen wäre … hätten die Syrer den türkischen Jet NICHT abgeschossen? Hätten die Russen (Chinesen) ihr Veto zurückgezogen? Wäre das
      syrische Militär derstiert? Hätte es einen Putsch der sunnitischen Militärelite gegeben? Wäre die Mehrheit der sunnitischen Bevölkerung gegen Assad auf die Strasse gegangen? Wäre Assad samt Familie (inklusive „Gören“) ins südamerikanische Exil geflüchtet? Wäre Assad von einem Kollaborateur ermordert worden?
      So viele Möglichkeiten hat es gegeben, die Schicksalsstränge dieses Konflikts radikal zu verändern. Aber diese Möglichkeiten liegen ausserhalb der Durchführungshoheit der NATO, des GCC, der Russen oder irgend einer anderen menschlichen Regierung.

      PS:http://www.breakingnews.sy/ar/article/9527.html?m=0
      Hier sagt die „syrische Regierung“, dass Sharaa`s Interview „seine persönliche Meinung“ widerspiegele und nicht die Linie der „regierung“ widerspiegele…
      überrascht mich etwas, beweist aber, dass „Spielchen“ keine rein amerikanische Strategie ist!

    • Kaumi,
      ich danke Dir für die Nachfrage, obgleich es mir schwer fallen wird, zu antworten. Wenn ich eine „Mission“ und / oder Botschaft hätte, was sollte mich gehindert haben, sie auszusprechen? Diese Gegenfrage ist ein Beispiel für meine „Nicklichkeiten“ und eines meiner Anliegen, das doch gar nicht verborgen ist: Ich hätte es gern (im Eigeninteresse übrigens), wenn mehr Leut ihren Denkapparat selbst nutzen, statt ihn von den Kräften, welche die politische Öffentlichkeit formen, benutzen zu lassen und dabei auf ihr persönliches Urteilsvermögen und vor allem die Autorität des eigenen Urteils setzen, statt beides an ideologische Fertigprodukte und geltend gemachte Vorurteile abzugeben. Deine Frage nach einer „Mission“ oder „Botschaft“, die ich bisher verborgen oder unausgesprochen gelassen hätte, ist eine Frage nach solchen „Schubladen“, in die abzusortieren wäre, was ich im Einzelnen von mir gebe.

      Ich möchte das deshalb – jetzt kommt Punkt 2 – weil ich will, daß die Anbetung der Macht irgendwann ein Ende findet, die das Leben aller zivilisierten Generationen beherrscht hat, seit Kriegeraristokratien und Tempeleliten einander zu Klassenherrschaften verbündet haben.

      Weil nämlich seither drittens alle Kriege, alle Schlachtereien außerhalb tribaler Selbstbehauptungskämpfe an den Rändern des ausgedehnten Herrschaftsbereichs besitzender Klassen, nur Erscheinungsform eines einzigen, jahrtausende andauernden Krieges ist, des Krieges der Herrschenden gegen die Unterworfenen, den sie um höhere Erträge ihrer jeweiligen historischen Herrschaftsformation führen.

      Ich bin gewissermaßen „technisch“ daran gehindert, letzteres Anliegen direkt zu verfolgen, wenn ich mich zu aktuellen Vorgängen äußere. Das setzte bei den Adressaten Kenntnisse voraus – nämlich über die Anatomie, Organik und die Stoffwechselprozesse beiderseits der Klassenschranken der imperialen Herrschaft des Privateigentums – die kaum jemand (mehr) hat. (Gewiß mach ich bei dieser Einschätzung auch Fehler und verpasse Argumente, die am Platze wären)

      Weil ich es andererseits ablehne, mich in die klösterliche Enge und Abgeschiedenheit elitärer Zirkel zu sperren, in denen solche Kenntnisse tradiert und weiterentwickelt werden – eine Arbeit, der diese Klösterlichkeit übrigens abträglich ist – und weil ich es zusätzlich ablehne – was man mir mit guten Argumenten vorwerfen kann – immer bloß gebetsmühlenartig die allgemeinen Grundlagen und Urteile von mir zu geben, wie das die Leute vom „Gegenstandpunkt“ tun, deren Argumente neulich zu meiner Befriedigung von Antikriegs.TV aufgenommen worden sind, versuch ich so gut ich kann auf der Ebene der aktuellen Verlaufs- und Erscheinungsformen argumentativ einzugreifen.
      So viel zu der Frage. Auf das andere will ich etwas spätr auch eingehen.

  • Danke für deine Einschätzung apxwn!

  • Anonymous

    Russische Schwarzmeerflotte im Mittelweer: um Russen aus Syrien zu evakuieren oder um offenen Krieg der NATO gegen Syrien zu verhindern?

    • Die werden nichts verhindern, es sind ja keine Flugzeugträger. Sie sind halt präsent. Es sind zwar zwei Landungsschiffe mit Marineinfanteristen an Bord dabei, die reichen aber bestenfalls, so man das beabsichtigt, für einen so oder so (nicht allzu) großen Sicherheitskorridor.

  • Anonymous

    „Vorteilhaft ist der Konflikt für die, welche sich außerhalb Syriens befinden. Das sind zuerst die Hauptsponsoren, der Emir des Katar Hamad und die in Saudi-Arabien herrschende Dynastie der Saud“
    …man oh man…was für ein blödsinn !
    Wer wirklich wissen will wer den Vorteil hat (nicht nur in Syrien) muß auf die Wallstreet schauen … !

  • Bei As-Safir gibt’s eine nette Zusammenfassung der Vorgänge rund um den „zweiten Vulkan“ um/in Damaskus: Syrian Army May Have Set Damascus Trap for Rebels.