Syrien – keine Gefangenen

Moas al-Chatib, Chef der syrischen Nazikoalition, erklärt, dass er sein Verhandlungsangebot zurückzieht, sollten bis zum morgigen Sonntag nicht “alle Frauen” aus den Gefängnissen freigelassen werden. Das Gezerre, hin und her, ist recht charakteristisch für solche Situationen – Angebot machen, Angebot zurückziehen. Spielereien und Erpressung gehen los. Es ist klar, dass keine Regierung so mir nichts, dir nichts einfach unreflektiert Großpackungen Gefangener nach geschlechtlichen, sozialen oder religiösen Merkmalen an die Luft setzt. Eine Amnestie wäre eine zuvor wohl abzuwägende Sache, denn sonst kann man sich Gelichter freilassen, dass einem nur so die Ohren schlackern. Libyen hat das zum Beispiel durch.
Insofern war al-Chatibs Forderung nach der Freilassung irgendwelcher 160.000 Gefangenen von Anbeginn an mindestens eine nicht zu erfüllende Prämisse, was er mit Sicherheit auch selber weiß. Doch allein der Fakt, dass er überhaupt von Verhandlungen sprechen musste, nachdem schon allein ein solcher Gedanke zwei Jahre lang von den Banditen & deren jeweiligem politischen Flügel strikt verworfen wurde, zeugt davon, dass die Dinge bei der „Opposition“ nicht eben zum Besten stehen.
In den letzten drei-vier Tagen ist die Härte und Unerbittlichkeit der Kämpfe in Syrien noch einmal enorm angestiegen. Allerdings hat jetzt fast ausnahmslos die syrische Armee die Initiative. In Damaskus und Umgebung verbleiben, wie das syrische Militär mitteilt (und u.a. ANNA-News bestätigt), fast nur noch ausländische Dschihadisten, die nichts haben, wohin sie sich zurückziehen oder fliehen können. Sie besetzen nur mehr recht eng umrissenes Territorium, deshalb nehmen die Kämpfe an Brutalität zu. Es kommt laufend zu Nahkämpfen und Handgemenge, da man inzwischen so nah auf den Pelz rückt.
Ein Teil der Truppen wird so frei, das Militärkommando setzt sie nun in Ost-Ghuta und Duma ein, um Aleppo intensivieren sich die Anti-Terror-Operationen; beispielsweise ist die Armee wieder in Al-Safira eingerückt, das vor ungefähr einem Monat samt seinem Chemiewerk in die Hände der Rebellenbanden gefallen ist. Außerdem nehmen die Streitigkeiten innerhalb der diversen Rebellenformationen zu, es kommt auch zu bewaffneten Konflikten der Banden untereinander.
Seit ca. Mitte der Woche kommen Nachrichten über verstärkte Kampfhandlungen in Damaskus selbst bzw. den diversen Vororten. Das ist nicht nur Propaganda, sondern zum Teil wahr: die Rebellen versuchen verzweifelt, sich in zwei Richtungen durchzuschlagen und aus Duma auszubrechen. Wenn man bedenkt, dass sie in den vergangenen zwei Monaten schwerste Verluste hinnehmen mussten – nicht weniger als 5.000 Tote im Großraum Damaskus – sowie auch, dass es sichtlich keine nennenswerte Aufstockung ihrer Reihen mehr gibt (die Kindervideos der letzten Tage sprechen Bände), so kann man das, was jetzt aus Damaskus gemeldet wird, sicher nicht als “Erstürmung der Hauptstadt” bezeichnen. Hier geht es schlicht und ergreifend um verzweifelte Versuche der Dschihadisten, die Situation wenigstens irgendwie zum Besseren zu wenden. Man kann von vornherein annehmen, dass diese Versuche zum Scheitern verurteilt sind, denn ohne Reserven und Nachschub sehen sie eher ungesund aus. Andererseits haben sie keine andere Wahl – die Armee macht keine Gefangenen mehr, sofern es sich eben um ausländische Guerilla handelt.
Die Frage ist, wie das mit der Initiative des Moas al-Chatib über Verhandlungen mit der syrischen Führung zusammenhängt. Hängt diese Initiative mit der Verschlechterung der Lage der Rebellen zusammen, oder ist es anders herum – die Lage eskaliert aufgrund dieses Verhandlungsangebots? Bevor solche Verhandlungen beginnen (falls das passiert), werden die Parteien sich alle Mühe geben, ihre Positionen maximal auszubauen.
Die Einschätzung der Armee, dass zur Jahresmitte die wesentlichen Städte und Ortschaften von Banditen befreit sein sollen, sieht so etwas realistischer aus. Wenn der Westen sich nicht zu einer Intervention entschließt – die Möglichkeit bleibt bestehen, wenn sie auch verschwindend gering scheint – so wird der Konflikt dann in den Modus von reinen, relativ lokalen Anti-Terror-Einsätzen übergehen, und bis dahin können die sich nun neu heranbildenden inneren Streitkräfte den wesentlichen Teil der Sicherung übernehmen, wähend die Armee die Grenzen unter Kontrolle nimmt.
Sobald die derzeitigen Durchbruchsversuche um Damaskus zurückgeworfen und die Rebellenbanden wieder in die Ruinen zurückgedrängt werden, wo man sie weiter planmäßig bügeln wird, kommt al-Chatib schätzungsweise mit der nächsten Verhandlungsinitiative mit nun schon neuen Bedingungen.
Als Abspann noch ein kleines Video, das am 6. Februar 2013 in Bustan al-Harir (Provinz Daraa) aufgenommen wurde. Nachdem dieser Ort befreit worden war. Man sieht bei 01:22 einen Blondschopf unter den Soldaten.

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  • kaumi

    „Man sieht bei 01:22 einen Blondschopf unter den Soldaten.“

    Lieber apxwn, ich weiß jetzt nicht genau, welcher Sinnesecke dieser Satz entstammt, aber sollte ich recht haben mit meinem ersten Gedanken, dass du „ausländische“ Helfer in Reihen der Armee witterst so lass` dir sagen, dass du zumindest in diesem Video irrst, denn am Ende des Films sieht man diesen Blondschopf im Hintergrund die Pro-Assad-Chants „sicher im Text“ mitsingen. Desweiteren ist der Anteil „hellerer“ Syrer recht hoch. Es gibt eine Region in Syrien, in den Bergen vor der Küste, die „deutsche Gegend“ genannt wird. In Anlehnung an die vielen „Blonden“ unter ihnen. Ich im Übrigen bin, obwohl aus der Stadt Homs kommend, eher hellhaarig und blauäugig.

    Den Rest deines Beitrages kann ich aber bestätigen. Die eingekesselten Söldner versuchen ihre Lage zu verbessern, in dem (wenige) in den Norden der Stadt eingesickerte Kameraden terroristische Schläge in Zentrumsnähe fabrizieren, um idealerweise die syrischen Truppen dazu zu bewegen, sich wieder verstärkt in die Stadt zu bewegen und somit Kräfte abgezogen werden müssten, die die Einkesselung garantieren.
    Das hat aber nicht stattgefunden und die syrische Armee macht – salopp gesagt – nun auch „keine Gefangenen“ mehr. Alles in allem scheint sich die militärische Lage eindeutig zu Ungunsten der „FSA“/Al Qaida-Schergen zu entwickeln.

    • Nee, nee, ich wittere hier gerade keine Helfer. Das wäre nicht der erste blonde Syrer – in den Bildern von Anhar Kotschnewa (klick) waren auch welche Menge dabei (dort z.B. das dritte Bild unter dem Text).

      Dass es solche „Helfer“ aber gibt, dass können wir ruhig als gegeben hinnehmen. Ist, glaube ich, auch kein Geheimnis mehr.

  • Nach crossgecheckten Informationen hat die syrische Luftwaffe (!) in As Safir Stellungen der kurdischen Volksverteidigungsmiliz YPG angegriffen, worauf die Kurden am Boden mit allem, was sie hatten, zurück schlugen.

    Zur gleichen Zeit hatte der Oberste Rat der Kurden ein von Michel Kilo überbrachtes Ultimatum Erdogans und Al Khatibs, Westkurdistan in die Hand der FSA zu geben und unter die Hoheit der Syrischen Nationalkoalition zu stellen, abgewiesen.
    The stage is set für den Ablösungskrieg und die syrische Restauration geht den Türken und ihren Patronen, zu denen auch die Russen zu zählen scheinen, voll in die Falle.

    Wie kann das geschehen?

    Assad ist auf etlichen Feldern borniert und dumm, aber gewiß nicht auf diesem. Und die meisten Kommandeure der Landstreitkräfte haben bei der Übergabe der kurdischen Provinzen an die Selbstverwaltung kooperiert.
    Eine Sonderstellung hatte und hat die Provinz Hasaka, weil Christen, Turkmenen, Arabern und Kurden gleichgewichtige Bevölkerungsanteile stellen. In diese „Lücke“ in der kurdischen Selbstverteidigung hat die Türkei über Ras al Ain die FSA und diverse islamistische Schlächtergruppen gezielt geschickt. Die Provinz Raqqah soll inzwischen praktisch eingekreist sein, wenn man dem Bericht über die Besetzung des Baath-Staudammes glaubt.

    Ich „rieche“ hier ein Komplott mit dem Ziel, möglichst viele Ultranationalisten und ihrer Shabib-Parteigänger auf dem Schlachtfeld Westkurdistan aufzureiben, zusammen mit islamistischen Kopfabschneidern und Räuberbanden, zugunsten eines türkischen Protektorates einer südkurdischen Föderation, die das türkisch-russische Gegengewicht sowohl zu iranischen wie qatarischen Plänen darstellte. Zu Lasten, wieder einmal, zig tausender geschlachteter Kurden. Zu zehntausenden, wenn nicht eine Größenordnung mehr, müßte man sie nach diesem Plan, wenn es ihn denn gibt, aus dem Großraum Aleppo nach Osten vertreiben, will man Aleppo nicht den Türken überlassen.

    Wer soll unter diesen Umständen „syrische“ Leben gegen kurdische aufrechnen?!
    Wenn dieser Verlauf sich bestätigen sollte, dann ist es schon fast wurscht, ob die IDF Damaskus dem Erdboden gleich macht, oder nicht. Das westliche Narrativ, „sollen sich diese Affen doch alle gegenseitig ins Jenseits befördern“, bekäme maximalen Stoff.

    • TomGard, zeig mal bitte die Quellen. Ich las von Auseinandersetzungen der „FSA/Militia untereinander“ in As-Safir plus den Angriffen der Armee darauf. Kurden sind mir da nicht untergekommen.

    • Ein ausführlicher Bericht in deutscher Sprache:
      http://www.diekurden.de/news/westkurdistan/aleppowestkurdistan-ypg-uebernimmt-kontrolle-ueber-strategische-zentren-2020909/

      Dazu die hetzerische Version der „irakischen“ Kurden, die mit der Türkei gegen die PKK verbündet sind:
      http://kurdpress.com/En/NSite/FullStory/News/?Id=3759#Title=%09%09%09%09%09%09%09%09Kurdish%20and%20government%20forces%20clash%20in%20Aleppo%20district%09%09%09%09%09%09%09

      Sprecher der Letzteren ist Abdulhakim Bashar:
      http://kurdpress.com/En/NSite/FullStory/News/?Id=3770#Title=%09%09%09%09%09%09%09%09Transitional%20government%20is%20not%20our%20priority:%20Syria%20Kurdish%20leader%09%09%09%09%09%09%09

      Er spricht hier von „Föderalismus“, wie die PYD auch, aber das ist eine banale Lüge, wie man vergangenen Äußerungen aus dem Kreis des KNC entnehmen kann, der in Doha bis auf einige dissidente Figuren nicht zugelassen war und aus allen SNC Kongressen ausgezogen war, weil dort über kurdische Eingestaatlichkeit (aka de facto Anschluß an irakisch Kurdistan) nicht geredet werden sollte.

      Ahmed Dicle am 2.2. zu den Vorgängen in Ras al Ain:
      … handelt es sich um Angriffe des türkischen Staates, welche das Ziel haben, den neuen Status der Kurden in Syrien zu sabotieren. Die islamistischen Banden werden zwar in den Vordergrund gedrängt, aber die Kraft, die gegen das kurdische Volk kämpft, ist der türkische Staat.
      … aber auch internationale Kräfte. Insbesondere Frankreich … Die Banden, welche Serêkaniyê angreifen, haben ihre Lobby in Frankreich. Vor einigen Tagen wurde ein französischer Krankenwagen beschlagnahmt, mit dem Waffen transportiert wurden.
      3. Im Augenblick herrscht eine `Stille`, während für neue … Angriffe Vorbereitungen getroffen werden. Aus strategischen Gründen können die Banden keine selbstständige Entscheidung treffen.

      Hier ein angeblicher Originalbericht aus Aleppo über die Ziele der YPG dort:
      http://www.davidmeseguer.com/2013/02/06/arabs-join-kurdish-militia-in-aleppo/

      Die Nachrichtenagentur Firat meldete 25 Tote nach Luftangriffen am 31.1. Damit ist einigermaßen gesichert, daß dies die Ursache der Kämpfe ist.
      http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2013/06/05.htm

      Sprechend ist das Schweigen auf http://civaka-azad.org/ – also auch keine Dementis, Richtigstellungen, Differenzierungen. Diese Leutz sind sorgfältig bedacht, zwischen Kurden und syrischer Regierung keinen Keil zu treiben, sie gehören zur Fraktion in der PYD, die auf Versöhnung mit dem Hauptland drängen, im Gegensatz zu Populisten in den eigenen Reihen.

    • Die ersten Meldungen der YPG’s über den Luftangriff vom 31.1., verbreitet über ANF:

      „Ersten Angaben zufolge befinden sich die Zivilisten mit den Namen Xelîl Hisên Cefer, Celal Mihemed Heftaro und Mihemed Dîbo unter den Opfern. Emde Rengin, Mitglied des Volkshauses von Aleppo, sei auch unter den Schwerverletzten.

      In der Nähe von Ashrafiye liefern sich derzeit die syrische Armee und FSA-Einheiten schwere Kämpfe.“

      Der Bericht in As Safir über das erwähnte türkisch /irakische / „Nat.syr coal.“ – Ultimatum:
      http://www.al-monitor.com/pulse/security/2013/02/kurd-syrian-opposition-negotiations.html

      Daß es in der Frage auch in der PYD und unter den YPG’s Spaltungen gibt, die mit aller Macht befördert werden sollen, zeigt indirekt die durchsichtige Lüge, die oben berichteten Verhandlungen hätten auf türkischen Befehl nicht stattgefunden:
      http://www.diekurden.de/news/tuerkei-will-krieg-fortsetzen-davutoglu-laesst-syrisches-gremium-nicht-ueber-die-grenze-1920941/

      Einer der Gründe von derselben Seite:
      Kurdische Söldner aus Westeuropa werden zum Kampf gegen die zur PKK-Gefolgschaft stilisierte PYD eingekauft:
      http://www.diekurden.de/mehr/kurden-aus-europa/niederlande-kurdische-jugendliche-im-visier-der-salafisten-2120929/

      Das ist nur ein Teil meiner Quellen. Andere, v.a. die älteren, die ich jetzt nicht ohne längere Suche in meinen chaotischen Archiven parat habe, verraten einiges über die Vorgeschichte dessen, wovon ich sage: es riecht nach Komplott. Insbesondere die Werbungsoffensive des russischen Außenministers bei den „amerikanisch – irakischen“ Kurden und Todfeinden der PYD, die die Drehtüren in Moskau rotieren ließ. (v.a. bei Kurdpress zu finden)

    • stedi

      im gegensatz zu dir, dünkt mich hat al assad sehr wohl die tassen der reihe nach im schrank

    • stedi, streich bitte mein erbostes „dumm“ oben, aber die Borniertheit wird Dir Assad im persönlichen Gespräch freizügig eingestehen. Er war ein aristokratischer Nerd und wird es in irgend einem Umfang bleiben, der die Syrer sein neoliberales Annäherungsprogramm an die Bush-Regierung zu Millionen hat büßen lassen. Das ist der nackte Boden des Söldner- und Proxykrieges, ohne ihn hätte der nicht stattfinden können.

      Man mag das damit entschuldigen, daß Assad vom Irakkrieg, der zionistischen Kriegspolitik im Libanon und von der nepotistischen, neofeudalistischen und faschistischen Funktionärselite schwer in die Zange genommen wurde und unter diesem Blickwinkel ist er tatsächlich eine tragische Figur, aber das ist Folklore, die nicht zählt, wie man sieht.

  • kaumi

    Tom,

    auch ich bitte dich skeptisch und kritisch deine dir vorliegenden Quellen (die mir unbekannt sind) zu bewerten.
    Die militärische Situation in Syrien lässt es inzwischen zu, dass die Armee etwas flexibler agieren und reagieren kann. Eine derartige „Verzweiflungstat“ mit dem völlig sinnlosem Eröffnen einer weiteren Front innerhalb Syriens kann ich nicht nachvollziehen. Es entbehrt jeglicher bisher gemachten Erfahrung, dass die Armee auf einmal aggressiv gegen kurdische Verbände vorgeht. Es sei denn, es läge eine Ausnahmesituation vor, wie z.B. dass versprenckelte kurdische Kämpfer MIT der „FSA“ zusammen kämpften. Soll es auch schon gegeben haben, heisst aber nicht, dass die syrische Armee nun offiziell gegen die YPG kämpfen würde. Beide Seiten brauchen sich (noch).
    Dieser Kampf könnte nach einem vollständigen Sieg der Armee über die Söldner ein Thema werden, denn was wird aus den von dem Militär verlassenen Gegenden im Norden an der Grenze zur Türkei und dem Irak?

    • Kaumi,
      die „von dem Militär verlassenen Gegenden im Norden an der Grenze zur Türkei und dem Irak“ gibt es allenfalls als taktische Maßnahme der SAA selbst. Zumindest die YPG’s haben nur den Abzug aus den Städten verlangt und in Einzelfällen mit mehr oder minder sanftem Druck erzwungen. Die eine oder andere Garnison wurde erst angegriffen, als von dort offenbar Kommandeure auf eigene Rechnung ohne Absprache herum schlächterten. Die zogen nach wenigen Schußwechseln mürrisch ab, was beweist, daß sie keine Rückendeckung hatten.

      Die Gegner der PYD wurden in den vergangenen drei, vier Monaten massiv aufgerüstet. In der Region Quamlishi hoben die YPG’s z.b. im Dezember ein irakisch-türkisches Trainingskamp für mit der FSA verbündete Jugendgruppen / banden aus. Von dieser Seite gab es also gewiß Provokationen gegen die verbliebenen Garnisonen außerhalb der Städte, aber da hat die Armee halt verdammt zu differenzieren.

      Doch die syrische Luftwaffe fiel auch im letzten Jahr im Verlauf der Kämpfe in Ras al Ain (heißt das jetzt so? Ich hab notorisch Schwierigkeiten, mir die Namen zu merken) durch Angriffe auf die kurdische Selbstverteidigung auf, die nur noch mit ganz, ganz viel gutem Willen für Versehen durchgehen konnten. Und jetzt wird halt offenbar, daß da Figuren am Werk sind, die UNVERZÜGLICH aus dem Verkehr zu ziehen sind. Und zwar von OBEN, nicht von unten!

      Wer in Syrien nicht einsieht, daß den Kurden ihre Selbstverwaltung nur um den Preis des Verlustes ganz Nordmesopotamiens zu nehmen ist, hat entweder ein faschistisches Rad zu viel am Wagen, oder er will die Nordwestprovinzen der Türkei und Russland opfern.

      Bleib mir mit Deiner taktischen Rhetorik des „ich kann mir nicht vorstellen“ vom Leib, Kaumi, die verfängt bei mir nicht, wie ich Dir andernorts zeigte. Das syrische Offizierscorps, und besonders das der Luftwaffe, kann nur noch darum kämpfen, im nächsten „Frieden“, wer immer den herstellt, nicht in Gänze an die Wand gestellt zu werden, sondern mit Degradierung zum einfachen Volk davon zu kommen.

      Und ich möchte andererseits solche Frontstellung vermeiden. Schlichte, faktische Vernunft hat jetzt an Stelle der ideologischen Titel und die Versuche zur Massenlenkung im Interesse der alten Eliten zu treten, oder die verlustreichen Kämpfe der Syrer werden total vergebens sein.

    • Korrigiere: „Nordostprovinzen“ … „Nordwest“ war eine Interferenz mit Pakistan, die liegt ja gar nicht fern, nicht wahr!!?

      Überall dieselbe Scheiße.

    • Und zur Erklärung der „harten“ Worte an Kaumi:

      (http://apxwn.blogspot.com/2013/01/umbruch.html?showComment=1359660285459#c456243363483319880T)
      „Das syrische Volk hat von der unterdrückenden heuchlerischen Politiker-Kaste hüben wie drüben die Nase gestrichen voll.“

      Wenn das wenigstens zu einem Viertel zutrifft und Kaumi dann doch wieder auf Linie „die (Armee, Assad etx) werden schon wissen, was richtig ist“ einschwenkt, dann muß ich den Satz entweder für gelogen oder geheuchelt halten. Und wenn es nicht zutrifft, dann war es ’ne taktische Lüge zur Vernebelung der Lage – und sowas ist in meinen Augen das Übelste, weil Verkehrteste, was man in der gg Lage tun kann.

    • kaumi

      Tom, wo genau liegt dein Problem?
      Was für eine „taktische Lüge“ hast du entdeckt? Und wer bin ich, um taktisch irgendwas zu verdrehen? Der Oberbefehlshaber der syrischen Infanterie?
      „Das syrische Volk hat von der unterdrückenden heuchlerischen Politiker-Kaste hüben wie drüben die Nase gestrichen voll.“ – Zu diesem Zitat stehe ich, soweit man zu so einer Einschätzung überhaupt „Stehen“ muss, voll umfänglich.
      Dass die syrische Armee eine zweite Front aus Ignoranz, Naivität oder schlichtweg aus Dummheit in dieser aktuellen Situation eröffnet, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen und so eine zweite Front kann keiner meiner vielen syrischen Freunden oder Verwandten im Ausland und vor Ort bestätigen. Also was willst du?
      Und überhaupt: was hat das obige Zitat mit meiner Einschätzung der Vorgehensweise der syrischen Armee zu tun? Ausser, dass sich die syrische Armee aus eben jenem zitiertem Volk rekrutiert?
      Hör auf hinter jeder Einschätzung, die nicht deiner entspricht eine Verschwörung oder bestenfalls dämliche politische Laien zu vermuten. Nicht mal der Mossad weiß, wie die nächsten Entwicklungen aussehen…

    • kaumi

      Hatte ich oben vergessen zu verlinken:
      http://www.diekurden.de/news/kommentare/tareq-hemo-plaene-der-syrischen-opposition-und-akp-gescheitert-1120948/
      Kannst du in diesem aktuellen Bericht (ausser AKP und FSA-Bashing) irgendwas über die syrische Armee lesen?

    • Verstehe. Habe es mit einem Profi zu tun – ob bezahlt oder nicht.

      Kaumi setzt darauf, daß ihr Leser die Links nicht zur Kenntnis nehmt. Der ausführliche unter den verlinkten Berichten ist sehr eindeutig:
      ERST bombardierte die Luftwaffe.
      Dann stießen SHABIHA zusammen mit einer Abteilung Regulärer nach. Die „Assad oder wir fackeln das Land ab“ – Shabiha, von denen Kaumis „viele syrische Freunde und Verwandte“ ihm nix erzählen brauche, weil er selbst mit ihnen nebenan mauschelt.
      DANN schlugen die Kurden zurück und fertig war –

      … natürlich keine „zweite Front“, von der nur Kaumi redet, aber nicht TomGard. Ich sprach von der Vorbereitung eines „Ablösungskrieges“, eines zusätzlichen Krieges in Westkurdistan, den man im Schach ein „Besänftigungsopfer“ nennen würde, weil er mit den lauernden Patriots an der Grenze nicht zu gewinnen ist und nicht gewonnen werden soll.

      Davon zeugen Erdogans Worte an die Presse, auf die sich der Artikel bezieht, den Kaumi oben verlinkt hat. Erdogan sagte:

      „Gegenüber von Journalisten sagte der türkische Premier über die größte kurdische Partei PYD in Syrien folgendes: “Wenn wir zur der PYD kommen, ist die PYD momentan beunruhigt. Warum? Weil die oppositionellen Kräfte die PYD in die Enge getrieben haben. Von Qamislo bis Heseke hat die PYD große Schwierigkeiten. Der PYD ist es deswegen nicht sehr wohl. Dieser Prozess wird von den oppositionellen Kräften sehr gut geführt. Die syrische Luftwaffe verliert immer mehr die Macht über den Luftraum. Noch besitzt die Armee die Gewalt über den Luftraum. Doch wir wissen nicht, wie lange die syrische Regierung den Luftraum noch sichern kann.
      http://www.diekurden.de/news/nordkurdistan/erdogan-uebernimmt-offiziell-die-verantwortung-fuer-angriffe-auf-kurden-in-syrien-4520917/
      Eine unmißverständliche Ansage kommender deutscher / amerikanischer / türkischer Angriffe auf die syrische Luftwaffe im Grenzgebiet, gegen die Syrien sich nicht wehren darf.
      Das zitiert / verlinkt Kaumi nicht, stattdessen eine Stellungnahme der PYD, die klingt, wie Erfolgsmeldungen vom „Oberkommando der Wehrmacht“, wenn mal wieder eine halbe Armee hops gegangen war. „Gar nichts los“, sagt Kaumi, wohl weil er sich darauf verläßt, daß ihr Leser nicht lest, was er verlinkt, geschweige nachhakt.

      Unterdessen werden die Kurden in Aleppo systematisch zum Feind aufgebaut, damit der durchschnittliche Bürger außerhalb der Nordprovinzen sich zu den kommenden Massenschlachtungen an Parteigängern der PYD denkt: Oh, schön, da trifft es ja die Richtigen! „Fraktionskämpfe“ zwischen „Ratten“, oder „Kanalratten“, wie ihr so schön sagt, gelle?

      Zum Schluß darf nicht die überlegene Geste des „Insiders“ fehlen und die sanfte „staatsmännische“ Verachtung („ich kann mir nicht vorstellen, daß“ … daß die hohen Herren in Damaskus so dumm sind, wie – der kleine TomGard, der ohne Amt und Würden angeblich glaubt, daß sie so dumm sind.
      Nur daß ich das glatte Gegenteil gesagt hatte: Ich halte es für kaum wahrscheinlich, daß aus „Naivität, Ignoranz oder Dummheit“ geschieht, was geschieht, sondern denke, daß ein mindestens taktischer, wenn nicht strategischer Plan zugrunde liegt.

      Und während alledem geht Kaumi mit keinem Wort auf die Berichte ein, um die es hier geht. So enthebt er sich der Unannehmlichkeit, Lügen zu erzählen, die sich rasch als Lügen erweisen müssen.

      Aber mit euch kann man es ja machen, Leser, nicht wahr?
      Nicht?
      Fände ich schön, wenn’s so wäre.

    • kaumi

      Tom, bei allem Respekt, beruhige dich und hör auf zu hyperventilieren. Vieles, was du von dir gibst, ist pseudo-wissenschaftlich. Und hätte ich den „bezahlten Job“, die „Leser“ irre zu führen oder zu manipulieren, würde ich einen eigenen Blog aufmachen. Dann könnte ich alle unliebsamen Kenner und Versteher dieser Welt, also z.B. dich, einfach sperren :-)

    • Anonymous

      Der gute Tom rotiert in letzter Zeit. Warum weiss ich nicht aber irgendwie erinnert mich das an die letzte Schwangerschaft meiner Frau.

      Franz

    • Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

  • Die Europäer sollen den Islamismus nicht in Vorderasien und Afrika bekämpfen, sondern in Europa. Im Übrigen muss nicht nur der Islam reformiert werden, sondern auch das Christentum. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

  • Übrigens,
    der türkische Außenminister hat schon kurz nach dem Auftragsmord an den drei Kurdenvertreterinnen aus Paris und Brüssel angekündigt, der „nächste Vorfall dieser Art“ dürfte „wahrscheinlich“ in Deutschland geschehen.

    Der in Paris verhaftete Verdächtige ist jüngst als ein vom türkischen Geheimdienst plazierter Maulwurf enttarnt worden.

    Braucht also keiner zu befürchten, ich ziehe mit meinen Reden hier Ungemach auf die kurdischen Gemeinden, die stehen schon im Fadenkreuz. Die deutschen Dienste trauen sich da (noch) nicht heran. Die Kurdenvereine haben in der Vergangenheit bewiesen, ihre Leute mobilisieren zu können. Da sind ggf. schnell 200 Tausend und mehr zusammen zu ziehen, mit denen man nicht so umspringen kann, wie mit deutschen „Linken“. Man läßt sie entweder gewähren oder schießt sie zusammen.
    Das zählt – wenn auch am Rande – ebenfalls zum Hintergrund der Geschehnisse in Syrien.

  • Und das gehört auch dazu:

    A bomb exploded on the roof of an Iraqi satellite channel’s offices Saturday night, one day after the broadcaster aired a caller’s criticism of a revered Kurdish leader, an official said on Sunday.

    On Friday evening, the Nalia television station briefly aired a caller’s criticism of Mullah Mustafa Barzani … the father of Kurdistan’s current president, during its „Free Microphone“ program before cutting off the caller.

    On Saturday, 300 supporters of Barzani’s Kurdistan Democratic Party (KDP) tried to storm the broadcaster’s offices but were turned away by riot police, an AFP journalist said.

    Later that day, a bomb went off on the roof of Nalia’s offices, a security official said, speaking on condition of anonymity.
    (Al Akhbar, heute)

  • Antraxxxa

    danke für den artikel roman!!

  • Ja, großes Kino.

    apxwn schreibt einen Bericht.
    TomGard kommt angelaufen, sagt, der ist auf irreführende Weise unvollständig und gibt die Fakten dazu. (Die Auslegung kann der Leser ignorieren, oder nicht)
    apxwn sagt: Her mit Deinen Quellen.
    TomGard liefert einen Teil der Quellen (12:12 – 12:34)
    Kaumi kommt herbei, 12:25: „Kann ich mir nicht vorstellen“ und streitet alles ab, ohne Bezug auf die Quellen und ihren Inhalt.
    TomGard beschwert sich, auch über eine Fehlinformation Kaumis.

    14:53 hat Kaumi von „seinen vielen Freunden und Bekannten“ gesagt bekommen, es stimmt nicht, was TomGard behauptet.

    Nur hat TomGard DAS, was er angeblich behauptet haben und die „Freunde und BEkannten“ abgestritten, nicht gesagt.

    TomGard wird böse.
    Unter anderem deshalb, weil es hier um irgendwas zwischen 200 und 300 Tote, Verletzte, Gefangene, und einfach „Verschwundene“ geht.

    Kaumi: Tom „hyperventiliert“ und ich würde ihn sperren.
    Franz: Der Gute, er „rotiert“.

    Wißt ihr was Leute? Ich brauche keine Freunde und Bekannte in Syrien, um zu wissen, daß da unter den Soldaten etliche sind, die würden euch für das „hyperventilieren“ und „rotieren“ an die nächste Laterne knüpfen, weil es nämlich ihre Leiber und Leben sind, die da verhandelt werden.

    Ja, ich rede hier nicht „wissenschaftlich“, das stimmt. Das Einzige von Kauni, das stimmt. An seiner Einlassung:

    „Beide Seiten brauchen sich (noch).
    Dieser Kampf könnte nach einem vollständigen Sieg der Armee über die Söldner ein Thema werden …“

    kann man sehen, welcher Technik er huldigt. Der Technik, „wie schlächtert sich eine Armee, resp. ein Haufen Halsabschneider, Vergewaltiger und Sklavenhalter / -händler ein VOLK zusammen?“
    Keine Wissenschaft, aber ein Handwerk; jawohl ein Handwerk ist das, und sei es eines, zu dem die Adepten nur Hand an sich legen …

    • Anonymous

      Sorry admin@offtopic.

      Tom!
      Wiso siehts du die Reaktion der Leser nicht einfach als ehrliches Feedback an? Dir gegenüber bin ich völlig uneingenommen und muss neuerdings feststellen dass du am rotieren bist. Nicht mehr und nicht weniger.

      Franz

  • Jörg
  • Da Tom mich als Leser direkt anspricht, komme ich nicht umhin zu bemerken dass ich immer mit offenen Ohren, zuweilen und vermehrt mit offenem Munde dem Disput lausche.

    Aus eigener Erfahrung kenne ich das Nahrhafte eines solchen Dialogs, nämlich den Ansporn vertiefter zu recherchieren um seinen Standpunkt zu verteidigen/erklären und für sich selbst zu entzweifeln.

    Mir hat es klargemacht, vermehrt die Rolle der PYD & YPG, in Bezug zur syrischen Armee zu beleuchten.
    Die Reise Karl Mays, durch das wilde Kurdistan geht heute lange nicht mehr so unkompliziert.
    http://www.navend.de/images/kurdistan.gif
    Kurdistan ist, wie viele Völkerheimaten ein von Kolonialherren, durch willkürliche Grenzen, grausam zerstückeltes Etwas.
    Somit Dauerbrennpunkt für Konflikte.
    Da es nur indirekt mit der Not Syriens zu tun hat ist es umso interessanter zu lesen, wie faktisch, die syrischen Kurden diese Not zu lindern oder zu verstärken vermögen.

  • Mal kurz was von meiner Seite. Ich hab‘ für die Kommentarfunktion die Vormoderation abgestellt und sehe deswegen nicht gleich, wer hier was schreibt. Schaut, bei aller Sperrigkeit halte ich persönlich TomGards Ergänzungen für wertvoll. Wenn er sagt, mein Bericht sei „auf irreführende Weise unvollständig“, so räume ich das gern ein – ich kann ja nicht alles abdecken, sondern habe mein kleines Dutzend Quellen, die ich immer wieder nutze, von denen ich aber der Meinung bin, sie decken vieles ab, was man hierzuland nicht so hört und liest. Ich beschäftige mich z.B. kaum mit den Kurden. Oder mit den Tuareg. Beides Objekte eines glühenden Eifers von Seiten TomGards. Ist mir nur willkommen.

    Was aber nicht willkommen ist, Tom, sind Unterstellungen, irgendwer wäre „bezahlt oder nicht“, oder Schlimmeres. Das kann verletzend sein. Wäre hier irgendwas bezahlt, so wäre es sicher weniger angreifbar. Und Idealisten wie Du & die meisten hier sind nun mal angreifbar.

    Zur „Hyperventilation“: vergesst nicht, TomGard treibt Geister aus, zuerst die guten.

    • apxwn,
      ob Du oder sonst jemand mich für einen „Idealisten“ hält, ist mir schnuppe. Nur das, womit ich hier aufgetreten bin, hat mit Idealismus nichts zu tun. Wenn jemand falsch redet – und damit meine ich nicht Irrtümer, Selbsttäuschungen, blinde Flecke aus Voreingenommenheit oder Parteilichkeit, die auszuräumen ich ja antrete, wenn es mir möglich ist, auch bei mir selbst – dann „schlage“ ich verbal „zu“, und dabei bleibt es. Denn „falsch Zeugnis reden“ ist die Fortsetzung der Knüppelei, Folterei und Schlächterei „draußen“ hier drinnen mit verbalen Mitteln. Ein Falschredner in diesem Sinne handelt per se in fremdem Auftrag oder Dienst, ob bezahlt oder unbezahlt, weil er sich auf die Macht von Bewaffneten stützt.

      Herabsetzung des Überbringers (Zitat Kaumi) „unwillkommener“ Nachrichten , Mitteilungen, Überlegungen und Schlüsse, um Dritten das Gesagte zu entwerten, ist in obigem Sinne „falsch“. Wer das leugnen will, hat entweder nicht nachgedacht, oder redet selbst falsch, basta.

  • „Ultranationalisten“ sollen fuer die Tuerkei arbeiten? Sie sollten kuenftig den Karneval (Alkohol) meiden!
    Die syrischen Kurden sind entweder Syrer, dann stehen sie auf der Seite der Syrischen Republik, oder Verraeter.

    • Denk mal nüchtern über den Widerspruch Deiner zwei Sätze nach – wenn Du das noch vermagst.

    • PS. Falls es aus der Erinnerung gefallen sein sollte: Es ist noch keine zwei Jahre her, daß Assad, da schon unter dem militärischen Druck der Intervention und der Unruhen, auf die sie sich stützte, sich getraut hat bzw. genötigt sah (wie man’s sehen will) der kurdischen Bevölkerung die vollen Bürgerrechte einzuräumen.

    • NOCH sind die Gebiete, die Sie den Kurden zusprechen, syrisch, auch wenn Ihnen das nicht passt.
      Sie scheinen ja die Position zu vertreten, Terroristen duerften sich von jedem Staate nehmen, wie sie belieben. Das duerfen Sie sicher gern in Deutschland, oder wo auch immer Sie sind (Israel?), gern versuchen – aber, bitte! – ueberlassen Sie es anderen Voelkern, wie diese zu ihrer eigenen nationalen Souveraenitaet stehen. Ihre inflationaere Belegung anderer Personen mit Begriffen wie „faschistisch“ dient im uebrigen keinesfalls sachlicher und sprachlicher Korrektheit. Wie Konfutzius schon sagte: ist die Sprache falsch, ist auch die Sache falsch….
      Schoene Gruesse aus Syrien.

  • Die Angriffe auf die Kurden gingen heute den dritten Tag weiter. Nach Angaben der Verteidiger in As Safir feuerten insbesondere Shabiha-Milizen mit Scharfschützen und Granaten auf die Zivilbevölkerung.

    Indem Regierung und Armeeführung entweder außerstande oder nicht willens sind, diese Angriffe zu unterbinden, wird klar, daß alle Reden über Niederlegung der Waffen, Verhandlungen, „politischer Prozess“, nationale Versöhnung Makulatur und Augenwischerei sind. Wer wollte sich den Schlächtern von As Safir waffenlos ausliefern? Über den militärischen Erfolgen scheint der Wahn der Restauration die Oberhand zu gewinnen.

    Falls sich in den kommenden Tagen nicht genug Kommandeure aus der zweiten Reihe finden, der Reihe derjenigen, die die Waffen führen, die den Verstand, den Mut und die Entschlossenheit aufbringen, die Stäbe abzusetzen und einzusperren, die die Kräfte der Restauration anführen, dürfte das Schicksal Syriens besiegelt sein. Die SAA kann gegen den imperialen Angriff allenfalls als Volksverteidigungsarmee bestehen, nicht als terroristischer Arm einer in patriotisches Tuch gehüllten ständischen Klasse mit völkischem Gesicht. Wenn sie die Bevölkerung von einer Kraft, auf die sie sich stützen kann, wieder zum Zankapfel zwischen herrschaftlichen Ansprüchen herab setzt, entwaffnet sie diese Bevölkerung und wird selbst entweder der Auszehrung oder dem türkisch-israelischen Zangenangriff zum Opfer fallen.

  • Einen Punkt muß ich nach weiteren Recherchen abschwächen.

    Irritierend fand ich die komplette Presseblockade außerhalb der Kurdenpresse. Warum kamen die einschlägigen Verdächtigen nicht groß mit der Geschichte ‚raus, zumal sowohl die WP, als auch die NYT
    (http://www.nytimes.com/2013/01/23/world/middleeast/some-syrian-kurds-resist-assad-defying-conventional-views.html?pagewanted=1&ref=syria)
    Vorarbeit geleistet hatten?

    Ich kann halt nicht kurdisch lesen und deshalb nur die englisch-/ deutsprachigen Kurdenseiten durchforsten. Dabei stieß ich darauf, daß einer der aktivsten Berichterstatter über die Vorgänge in As Safir ein alter Bekannter ist und vorwiegend für Rudaw – net in untypischer Reporter-Rolle schreibt: Wladimir von Wilgenburg, ein Bilderbuchstipendiat des CIA, der letztes Jahr noch Analysen und große Propagandaberichte über die FSA zuhauf für die Jamestown-Foundation und Lebanon Now ablieferte.

    Das nimmt aber nicht weg, daß gegensätzliche kurdische Fraktionen übereinstimmend den Luftangriff der SAA vom 31.1. als initiales Ereignis der Kämpfe meldeten.
    Gleichwohl bekommt in dieser Umgebung das Detail Gewicht, daß die Angriffe auf die YPG’s zum erheblichen Teil von Shabiha geführt werden.

    In Summe könnte das Komplott, das ich gerochen habe, von viel kleinerer Dimension sein, als befürchtet habe. Zahlreiche Einzelberichte aus der Formierungsgeschichte der YPG’s von letztem Jahr zeigen, daß man es da nicht mit einem wohlformierten Block, sondern mit vielen unterschiedlichen Schattierungen zu tun hat. Das könnten die Auftraggeber von Wilgenburg zu einem kleinräumigen Komplott gegen die SAA in AS – Safir genutzt haben, um die Kämpfe zu provozieren. Dafür spricht auch, daß die meisten Quellen von einer FSA-Offensive gegen die Kurden in AS Safir berichtet haben, die den Luftangriffen gegen die zwei YPG-Stellungen voran ging. Es könnte also sein, daß jemand die Kommandokette der SAA mit Fehlinformationen gefüttert hat und nach dem Angriff bereit stand, die Emotionen hoch zu kochen und Vergeltungsaktionen zu beschleunigen.

    Immer noch schlimm genug, wenn die Fronten so verhärtet sind, daß sie von Dritten auf diese Weise ausgenutzt werden können, aber doch nicht das katastrophale Bild einer wild ‚dreinschlagenden Restauration nach dem Bild der „Assad oder wir fackeln das Land ab“- „Entweder für Assad oder Verräter“ – Shabiha a la Fatime Oomyadin. Und ein wenig Hoffnung, daß die Situation morgen oder übermorgen vielleicht doch noch bereinigt werden kann, bevor sie aus dem Ruder läuft und Wladimir von Wilgenburg und seine Hintermänner die Korken knallen lassen.

    • van, van Wilgenburg heißt er, sorry.

    • Nee, nee, die Fatime schrieb „auf Seiten der syrischen Republik“, nicht „Assad“. Und mit „Schabiha“-Meldungen hab‘ ich so meine Probleme… Etc.: Schon gelesen bei nsnbc? http://bit.ly/VNVaBE — Geht eigentlich so’n bißchen um Nichts, sieht aber eher nach Harmonie aus.

    • TomGard – Ihre Beleidigungen / Luegen / verdrehungen / Behauptungen / Unterstellungen und strafrechtlich durchaus relevanten Verleumdungen belegen, dass Sie nichts anderes sind als ein Troll. Das ist IHR Niveau, nicht meines – nun gut, SIE sind kein Syrer, wie man merkt.

  • Wir werden Deutschland verändern! Full Mouvie!
    Wegen angeblicher Hassrede von YT gelöscht.
    Schnell runter laden und sichern!

    http://www.youtube.com/watch?v=EOpPPJYzg4Q&feature=youtu.be

  • Hi apxwn,
    zu Deiner Frage nach http://bit.ly/VNVaBE.

    Schau Dir mal http://www.rudaw.net/english/interview/4748.html an.
    Bei allem Respekt für Omar Ousi’s Absichten und Ziele (echt!), er ist ein „Hofkurde“ und vermutlich eher noch DER Kurde am syrischen Hofe, denn wenn Du ein bißchen nachgräbst, findest Du, er ist auch international als „Assad’s Kurde“ unterwegs, buchstäblich.
    Er leugnet nicht die 60jährige völkisch-rassistische syrische Kolonialpolitik gegenüber den Kurden, die viehische Repression der Soldateska, die arabische Landnahme, aber er tut so, als sei seit Assad Jr. alles auf dem „besten Wege“. Dazu lügt er über seine eigene „Organisation“, die es außerhalb möglicherweise zweier Küchentischcolloquien in Aleppo und Damaskus erst seit letztem Jahr gibt. Dazu spielt er herunter, daß seine Organisation nach dem Buchstaben der NEUEN Verfassung – von Assad unterschrieben – ILLEGAL ist. Die Armee könnte Bashar al Assad von Rechts wegen „wg. Konspiration mit dem Feind“ verhaften, weil er seine Ministerien mit Ousi kungeln, statt den Mann verhaften und nach hergebrachter Methode zuschanden foltern zu lassen. Wenn nicht …
    Ja, wenn nicht Ousi zum innenpolitischen Feind sowohl der PYD als des KNC aufgebaut würde.
    Allerdings, s.o., pro forma, denn diese „Initiative“ spielt auf dem Boden Kurdistans NULL Rolle. Alle, einschließlich des CIA, sind sich einig, daß die PYD, gestützt auf die Selbstverwaltungskräfte der Kurden, die einzig nennenswerte REPUBLIKANISCHE Kraft in Kurdistan ist. Alle anderen Kurdenvereine stützen sich auf Stammes- und Clans-Loyalitäten PLUS ausländische Interessen. Und weil das so ist, haben diese Vereine im Dachverband des Kurdischen Rates keine Chance, gegen die PYD anzustinken, nicht etwa deshalb – wie die KNC-Führung Hillary Clinton, Erdogan udn Barzani zu klagen pflegten, um Waffen zu bekommen – weil die PYD sich auf den militärischen Arm der YPG’s stützen kann.
    „Republikanisch“, weil die PYD programmatisch KEINE Kurdenorganisation ist, lustiger-, aber natürlich logischerweise im Gegensatz zur „Nationalen Kurdischen Initiative“. Ihr Programm ist eine Räterepublik auf kommunaler und regionaler Ebene in den Gebieten, in denen sie die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung dafür findet, unter dem DACH der syrischen Republik, also ein unmissverständlich föderales UND antisezessionistisches Programm.

    Wie Du dem Artikel entnimmst stellt sich Ousi im Auftrag seines Hofherrn frontal gegen dies föderalistische Programm, indem er es kurzerhand mit sezessionistischen Bestrebungen in eine Reihe stellt. Hinterhältige Propaganda, wie sie im Buche steht.
    Er wirkt daher – bei allen menschenfreundlichen Absichten, die ich ihm gern unterstelle – als kolonialer Agent einer ARABISCHEN, nicht SYRISCHEN Republik.

    Während die PYD mit Macht für VERSÖHNUNG wirbt und kurdische Feindseligkeiten gegen Araber bekämpft, tut Ousi so, als habe diese Versöhnung schon stattgefunden.
    Während die Leute der PYD nach nationaler Lesart „ihr Blut FÜR SYRIEN“ geben, kommt ein Ousi daher, rühmt sich ihrer Erfolge, kassiert sie „für die Kurden“, und kündigt an, die Parteigänger der PYD würden nach dem Willen des syrischen Hofes mit seiner Zustimmung in die Wüste geschickt (wie das wohl vonstatten gehen soll??!), sobald sie ihren Negerdienst für den syrischen Hof geleistet haben.

    Kurzum, Christof Lehmann gibt einfach syrische Regierungspropaganda von der häßlichen und zynischen Sorte weiter, die mit der Lage in den nördlichen Provinzen nichts, aber einiges mit dem Gerangel zwischen Reformern und Restauration in Damaskus zu tun hat.

    • Bleib dran. War interessant – ich musste mich zu dem Thema erst belesen, also danke für die Links. Du trittst demnach für die Agenda der PYD ein (meine Mutmaßung). „Räterepublik“ klingt mir jedenfalls sehr vertraut.

    • *Schmunzel*
      Das bringt mich auf Fatime Oomyadin zurück.

      Einen, wenn nicht unter’m Strich sogar den wichtigsten Beitrag für den Zuspruch, den die PYD im Krieg gewonnen hat, ist ihre, wo immer praktisch möglich, konsequente Politik der Gleichstellung und politisch-administrativen Einbindung der Frauen. Die sozialrevolutionäre Tradition, in der sie steht, und die allein sie meines Wissens(!) mit der PKK verbindet, wenn man mal von der Bewaffnung absieht, ist das regional wirksamste Gegengewicht gegen die tribal und muslimisch verkrusteten patriarchalen Machtstrukturen außerhalb der urbanen und maßgeblich von Turkmenen, Armeniern und Aramäern mitgeprägten Zentren Hasaka und Quamishli. Das ist in Kriegszeiten besonders wirksam, weil die Umstände die Kerle daran hindern, die Frauen „auf ihren Platz“ zu verweisen, und hat das Potential, in andere soziale Straten hinein zu wirken, gerade in Aleppo!
      Indem Fatime die Anhänger der PYD „Verräter“ nennt, stößt sie ihren SYRISCHEN Geschlechtsgenossinnen einen Dolch in den Rücken.
      Aus alter Freudschaft mit den deutschen Revisionisten der Neuen Rechten, oder vermute ich da falsch?

      Klar haben die Leute von der PYD einen Sympathievorschuß bei mir, und wenn es mich in die Gegend verschlagen wollte, würde ich mich ihnen anschließen wollen, aber was spielt das für eine Rolle?
      ———————-

      Die Redaktion „dieKurden.de“ schreibt heute:

      „Im Verlauf der syrischen Revolution haben die Kurden keine Partei ergriffen und sich für einen dritten Weg entschieden, bedingt durch die fehlende Bereitschaft vom Regime als auch die der syrischen Opposition zur Anerkennung der fundamentalen Rechte von Kurden in Syrien. Aus diesem Grund arbeiten die Kurden derzeit an der Etablierung einer demokratischen Autonomie. Dafür haben sie in ihren Städten Selbstverwaltungsstrukturen aufgebaut, darunter der Erlass von Gesetzten, der Aufbau von Volkshäusern oder auch die Errichtung eines de facto Sicherheitsapparates.

      Infolge der Auseinandersetzungen befinden sich derweil breite Teile der kurdischen Gebiete von Aleppo unter der Kontrolle der kurdischen Volksverteidigungseinheiten.“

      Da habt ihr den Salat! Während die YPG’s dort bislang die Verteidigung gegen die FSA auf sich nahmen (und die syrische Armee zwecks Deeskalation nicht beteiligt haben wollten), stellen sie sich JETZT (wenn man den Bericht 100% gelten läßt) als Verteidiger einer TERRITORIALEN Autonomie auf. WAS, frage ich euch, sollte YPG’s unter DIESEN Umständen hindern, taktische Bündnisse mit der FSA einzugehen, solange DIE diese Hoheit (vorübergehend) gelten läßt?
      So verliert man Kriege.
      Es ist in diesem Zusammenhang irrelevant, ob sich in den YPG’s Provokateure auf Seiten der FSA eingenistet haben, oder nicht. Die Eskalation, die obendrein nur Leben verschwendet hat, mußte vermieden werden.

    • Was wollen Sie mir jetzt noch in die Schuhe schieben? Dass ich als arabische Syrerin etwa zu doof sei, die wahren Heldentaten ihrer kurdischen Terroristen zu loben? Fuerwahr, als Syrerin fehlt mir fuer Terrorismus jegliches Verstaendnis.