Terror

Der heutigen barbarischen Terroranschläge in Damaskus forderten bisher 53 Menschenleben, darunter eine Zahl an Kindern, über 230 wurden verletzt. Die in von diversen Medien “unter Ferner liefen”-Berichten verbreitete Angabe, es sei ein Anschlag auf “ein Gebäude der regierenden Baath-Partei” gewesen, ist dabei eine reine Propagandalüge, die offenbar dazu bestimmt ist, den Terror irgendwie schönzureden, da er ja gegen Dasblutigeregime gerichtet sei. In Wahrheit ist es die Botschaft der Russischen Föderation, die – von den Gebäuden – am meisten gelitten hat. Derlei ist also wohl als eine Antwort der Terroristen auf das Angebot der RF zu verstehen, Verhandlungen zwischen allen Beteiligten zu organisieren.
Die bei SANA veröffentlichen Bilder sind schrecklich. ANNA-News und RT bringen jeweils kurze “no-comment”-Videos von den Orten der Anschläge:
Von den insgesamt 60 im vergangenen Jahr verübten Selbstmordanschlägen in Syrien hat die “Al-Nusra-Front” die Verantwortung für 49 übernommen. Die heutigen Anschläge waren ebenfalls Selbstmordanschläge. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass auch er auf das Konto dieser Organisation geht, die man aber natürlich nicht losgelöst von den sogenannten Rebellen betrachten kann. Letztere sind ohnehin überwiegend ein Mediengespinst.
Dabei kann man sagen, dass der Rückgang der Finanzierung die Aggressoren geradezu zwingt, sich solcher Methoden zu bedienen. Die Situation ist analog zu der im Sommer 2012. Wirklich wirksam kämpfen können die Banden nicht mehr, folglich verlegt man sich auf den Terror. Angesichts dessen, dass Gazprom unlängst eine Filiale in Doha eröffnet hat, kann man annehmen, dass die Einstellung der Finanzierung der Terrorbanden eine der Bedingungen der russischen Seite gewesen sein mag. Sicherlich nicht aus humanitären Beweggründen – auf einer solchen Ebene und bei solchen Geldmengen werden Menschen ausschließlich als Zahlen in Berichten betrachtet. Doch die Fortführung des Kriegs gegen Syrien und die Beteiligung Katars daran könnte die beiderseitigen Geschäftsinteressen beeinträchtigen, so dass diese Frage bestimmt von der Gazprom-Führung in Doha gestellt wurde.
Freilich können die Sponsoren der Terroristen nicht einfach so verkünden, dass das Geld, sorry, alle ist. Es braucht einen Grund für den Finanzierungsstopp. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Terrorbrigaden den Sponsoren ihre Schlagkraft unter Beweis zu stellen hätten, um so die in sie gepumpten Mittel zu rechtfertigen. Die Syrer fürchten deswegen momentan, dass die kommenden Wochen in den Städten sehr heiß werden. Es droht eine Terrorwelle vom Ausmaß der heutigen Anschläge. Womöglich mit irgendwelchen lokalen Eskalationen der bewaffneten Auseinandersetzungen. Für einen “Großangriff” wird es allerdings nicht mehr reichen.

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  • kaumi

    Es war nach den Vorkommnissen der letzten vier Tage leider zu erwarten, dass so etwas kurzfristig, speziell in Damaskus, passieren würde.

    Vor besagten 4 Tagen haben versprengte „Rebellenkämpfer“ in einem Flucht-nach-vorne Akt den großen berühmten Gemüsemarkt der Stadt (Al Hal)erreicht. Sie fingen sofort an zu randalieren, die Bewohner der Umgebung aus den Wohnungen zu vertreiben oder aber in die Wohnungen einzusperren.
    Dieser besagte Markt ist durchaus zentrumsnah, nur einige hundert Meter Luftlinie vom damaszener Fußballstadion (Al Abbasiyi)entfernt. Bereits gestern und vorgestern sind in „Haun“-Reichweite einige Granaten eingeschlagen, u.a. im Viertel Al Qassa` in der Nähe des „französischen Krankenhauses“. Ich bin übrigens damals nur 100m weiter eingeschult worden.
    Gestern dann kam ein Fußballspieler des Homser Vereins „Al Wathba“ (1. syrische Liga) während des Trainings in der Nähe des o.g. Stadions beim Einschlag einer dieser Granaten ums Leben.
    Und heute dieser Terroranschlag.

    Ich möchte gerne wissen: unter der Berücksichtigung des Faktes, dass die Rest-Söldner angesichts ihrer ausweglosen Situation scheinbar die „letzte Schlacht“ suchen, empfinde ich es als unglaublich fahrlässig, den militärischen Abschirmring um dieses Stadt so löchrig und porös gestaltet zu haben. Meine Informanten geben an, dass es vor 4 Tagen vier Stunden (!!) gedauert hat, bis Armeeeinheiten den neu von den Ratten besetzten Markt abgeriegelt haben.
    Strategie? Fatalismus? Unvermögen?

  • @kaumi

    Strategie? Fatalismus? Unvermögen?

    vermutlich von allem etwas und vielleicht auch Folgendes:

    (Chronik eines Ressourcenkriegs/Marat Musin):
    „…Natürlich gibt es auch eine gewisse Menge an Feiglingen, Verrätern, welche der Meinung sind, dass sie die Sache aussitzen können. Das ist eben wie überall….“

    Wenn nur 20% der Wehrfähigen Syrischen Männer, die noch nicht in der Armee dienen oder im Polizeidienst tätig sind, sich für die Landesverteidigung zur Verfügung gestellt hätten, dann könnte es gar nie so weit kommen.

    Dass diese Männer eine Familie zu ernähren haben, ist auch kein Argument, da dies dann Sache der Allgemeinheit wäre.

    Es ist mir deshalb wirklich auch schleierhaft, was denn mit den Syrern los ist.

    Wieso gibt es Länder, die ihre Unabhängigkeit über Jahrhunderte bewahren können wie zB. Thailand oder die Schweiz, die ebenso immer von geostrategischem Interesse waren, während dem andere Völker / Nationen alle 50 oder 100 Jahre durch eine andere fremde Macht regiert wurden?

    Am politischen System kann es ja nicht liegen, denn Thailand war immer eine Monarchie und die Schweiz eine direkte Demokratie.

    Vielleicht ist es eher eine Frage der Verbundenheit / Identifikation nicht nur zu einer Bevölkerungsgruppe und der Kultur, sondern auch zu den staatlichen Institutionen.

    Das nach gut 2 Jahren noch keine markante Verbesserung des Sicherheitsdispositivs erkennbar ist, werte ich als Schande der verantwortlichen Leader des Landes und wirft die berechtigte Frage auf, wie all die Posten und Pöstchen vergeben werden.

    Leidtragende sind mittlerweile mehrere Millionen Syrer die alles an Besitz verloren haben und vor allem bereits zehntausende Kinder, Frauen, Männer, denen ihr kostbares Leben auf brutalste und schändliche Art genommen wurde.

    Dem Präsidenten Bashar al Assad möchte ich hier ausdrücklich keinen Vorwurf machen, er hatte mit Sicherheit ein sehr schwieriges Amt übernommen und war bereits auf gutem Weg.

    PS.: Off topic: Kaumi hatte eine Nachricht für Dich gepostet, könntest Du mir bitte antworten?

    http://apxwn.blogspot.ch/2013/02/chronik-eines-ressourcenkriegs.html?showComment=1361425643814#c7514935985083033299

    • kaumi

      Silvio, ich werde mich an diesem WE bei dir melden

  • Raed

    [img]http://www.abload.de/img/marah_bukai_yasin_haj91pmx.jpg[/img]

    Die syrische Opposition in den USA gab gestern eine Mail heraus, in der die syrische Regierung des Attentats beschuldigt wird.
    Ein Offenbarungseid! Eine Schande!

  • Malkaye

    Es ist mir unerklärlich, wie immer wieder Autobombenanschläge auf Gebäude von strategischer Wichtigkeit verübt werden können. Es kann doch wohl kein Problem sein, die Straßen um offzielle Geheimdienstzentralen, Botschaften und Regierungssitze auf 100 Meter für den zivilen Autoverkehr zu sperren?! Zumindest die direkt vor dem Gebäude verlaufende Straße. Registrierte Anlieger kann man an Checkpoints ggf. ja noch passieren lassen. In der aktuellen Situation wird man das wohl kaum vor Nachbarn rechtfertigen müssen. Ist ja auch in derem Interesse…