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Von den Vorteilen eines Spardiktats

Die Flugzeugträger USS Harry Truman und Abraham Lincoln werden nicht mehr in den Gewässern des Persischen Golf auf Patrouille sein, da das Pentagon im Zusammenhang mit dem “Spardiktat” u.a. die Ausgaben für die US-Kriegsmarine drastisch herunterfährt. 4 der dortigen Fliegergeschwader werden ebenso schrittweise ihre Flugstunden kürzen müssen.
So seltsam das klingen mag, so kommt das kleine Sequester, das zu einem bedeutenden Teil gerade auch die Militärausgaben betrifft, Obama gerade recht. Auf diese Weise festigen sich seine Positionen zur Implementation der Politik, auf die er seine gesamte erste Amtszeit hingearbeitet hat. So glücklich, wie die Karten gerade fallen, kann das kein Zufall sein, freilich muss es sich dabei um Interna der Washingtoner Amtsstuben handeln – und da hat man von hier aus keinen Einblick.
Die wichtigste Aufgabe, die vor der jetzigen US-Regierung liegt, ist der Verzicht auf Cowboy-artige Interventionen und die Rückkehr zur guten, alten imperialen Politik, als die USA für Kriege kein Geld verschwendet, sondern ganz im Gegensatz daran verdient haben. Indem sie Kriege schüren, die durch fremder Leute Hände geführt, in deren Schlußphase sie aber auf Seite der Sieger einsteigen. Für die Republikaner, die traditionell auf eigene militärische Stärke und Präsenz setzen, ist eine solche Herangehensweise psychologisch nur schwer zu verdauen, allerdings kommen auch sie langsam “auf den Trichter”. Es kommt allmählich zu einem gewissen Konsens.
Tatsächlich spielt für die USA als Emittent der Weltwährung die eine oder andere Trillion mehr oder weniger im Budget keine große Rolle; der Überschuss an Geldmasse wird einfach nach Außen verlagert, im Inneren fühlt man sich prächtig. Es wurde bereits nicht nur ein oder zweimal gesagt, dass die Vereinigten Staaten gerade aufgrund ihrer Rolle als Währungsemittent ein geradezu einzigartiges Land sind. Deswegen sind die alljährlichen Tänze um die Schuldengrenze eher ein Element der Politik als eines der Wirtschaft oder der Finanzen.
Durch die “Zwangsvollstreckung” und u.a. die drastische Kürzung des Militärbudets bekommen die Staaten einen wunderbaren Vorwand, ihren Verbündeten mitzuteilen: Jungs, wir sind in Gedanken bei euch; seid tapfer! Aber löst eure Probleme allein. Wir sind in der Nähe, wenn was ist, ruft an. Eine solche Position paßt besser zur neuen US-Politik Obamas. Es sieht so aus, als gehe es hier um eine neue Dimension, auf welche die US-Militärmaschinerie und die ganze Doktrin einer weltweiten Dominanz gehoben werden soll. Während alle anderen weiterhin die unheimlich teuren, mehr oder weniger gestrigen Kriegsspielzeuge kaufen und ihre Pläne auf der Grundlage von Technologien des vergangenen Jahrhunderts schmieden, regnet die US-Dominanz künftig wohl aus ganz anderen sozial- und militärtechnologischen Sphären auf die Welt herab.
Die USA scheinen, als Beispiel, auch eine komplexe Kombination mit dem Iran spielen zu wollen, die im Endeffekt wohl kaum friedliebend sein wird. Dabei lehnen sie es demonstrativ ab, an den konkreten Ereignissen beteiligt zu sein. Der demonstrative Verzicht auf zwei Flugzeugträgerverbände im Persischen Golf, der vom Emittenten der Weltwährung mit finanziellen Schwierigkeiten erklärt wird, hat einen ganz anderen Hintergrund. Die Amerikaner zähmen ja nicht etwa die immer weiter ausufernde Aggressivität Netanjahus, sind gegenüber der sich zuspitzenden Lage in Bahrain – die im Endeffekt zu einer Katastrophe zwischen Saudi-Arabien und dem Iran führen kann – vollkommen gleichgültig, verhalten sich in Ägypten wie die Herren und kümmern sich nicht um die Proteste der Ägypter und insbesondere der Opposition dort. Auch zu Syrien wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit etwas zugeschnitten sein. Beim Verringern der Präsenz in der Region sollen die Karten so gespielt werden, dass sie zu Konstellationen führen, die jede für sich zu einem lokalen oder gar auch einem regionalen Konflikt führen, ob das nun asymmetrische Kriege nach dem Strickmuster “Rebellen vs. Regime” oder klassische Konfrontationen zwischen verschiedenen Staaten sind.
Noch ist das im Detail alles schwer abzuschätzen, aber so einfach trollen sich die Amerikaner nicht. Denn wenn sie einfach so gehen, heißt das, dass die Heilige Stätte sofort durch eine andere Macht besetzt wird. Ihr Name ist Legion China. Obama kann man alles mögliche unterstellen, aber sicherlich nicht, dass er sich dieser Folgen nicht gewahr ist.

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