Von Löwen und Bären

Wadim Fefilow (NTV) unter Dschihadisten in Aleppo
Es gibt immer wieder Unklarheiten darüber, wie sich denn nun “Russland” letztlich bezüglich Syrien verhalten wird, und dabei reichen die Meinungen von “Putin hat Syrien abgeschrieben” bis “Russia Suriya my friend” [sic im jüngsten Video von ANNA-News aus Süd-Daraya]. Die Unklarheit rührt daher, dass eine solch gespaltene Einstellung bis in die hohen politischen Ränge der RF besteht, was man mitunter auch an der Berichterstattung nachvollziehen kann.
Vor drei Tagen brachte der russische, quasi staatliche TV-Sender NTV eine Reportage über die Rebellen in Aleppo. Federführend war der bekannte russische TV-Journalist Wadim Fefilow, der ebenso vor einiger Zeit bereits durch gar nicht so schlechte Reportagen über “Al-Kaida” glänzte. Bei der letzteren war er in den Tiefen des Jemen und Somalias unterwegs und hat wirklich eine Menge an interessantem Material zu einer teils ernüchternden Dokumentation zusammengefasst, die denn auch den Titel “Terra Al-Kaida” bekam und damit leidlich bekannt wurde. Die Rebellenreportage aus Syrien nun heißt, vielleicht daran angelehnt, “Das Territorium der AK”, wobei er “AK” primär als Kürzel für das bekannte russische Maschinengewehr versteht, dabei aber sicherlich auf “Al-Kaida” anspielt.
Der erste Gedanke beim Anlaufen dieser Reportage war: super, da sind welche dem hier beliebten Prinzip “audiatur et altera pars” verschrieben. Fefilow rennt in einem Pressekittel durch die Gegend, auf dessen Rücken in großen kyrillischen Lettern “Presse” steht, gibt sich damit aber bei den Rebellen mal für einen Polen, mal für einen Holländer aus, weil Russen ja aus bekannten Gründen dort nicht so beliebt sind. Eingeschleust wurde das Filmteam über die Türkei und unter dem Schutz einer der zahlreichen Banditengruppierungen, welche auch die gesamte Verweildauer von ungefähr 2 Wochen die Hand über den Russen hielten.
Gezeigt werden Rebellen, alles Syrer, ehemalige Raumdekorateure, Jurastudenten auf Semesterurlaub, desertierte Soldaten, Polizisten, Händler, Schafhirten und so weiter, die nun alle eins tun: gegen Dasblutigeregime kämpfen, wobei alle vollkommen ahnungslos darüber sind, wofür überhaupt: selbst solche globalen Ideen wie “Scharia” oder “Kalifat” sind den gezeigten Protagonisten nicht so ganz klar. Das, was einem “Verbrechen des Regimes” am nächsten kam, war das Zeugnis des alten und gebrechlichen Vaters, eines Mufti, eines der Rebellen, der angab, in den 1980ern im Knast gesessen zu haben, wo die Wärter ihm in den Tee pinkelten.
Der zweite Gedanke: dieser Film ist Propaganda. Und zwar Pro-Rebellen-Propaganda, welche die Terrorbrigaden als romantische Glamourfiguren darstellt, die “mit dem Gebet auf dem Gewehrlauf der Regierung bereits das halbe Land abgenommen haben” (Zitat aus dem Film). Die gezeigten Rebellen-Prototypen sind verschiedenen Ursprungs, aus verschiedensten Bevölkerungsschichten, und dargestellt werden sie allesamt sehr human. Ohne Halsabschneidereien (logisch), aber auch ohne allzu ausufernde Sympathien. Ein betont losgelöster Blick auf Menschen unter den Bedingungen eines vollwertigen Bürgerkriegs. Nicht mehr nur einer Rebellion und nicht einer auswärtigen Intervention, sondern eben gerade ein Bürgerkrieg wird gezeigt.
Es gibt noch eine Menge anderer Dinge, die man aus der Tiefe des Fefilow-Films fischen könnte, zum Beispiel könnte man darüber sinnieren, aus welchem kühlen Grunde alle der gezeigten “Rebellen” – Syrer und Vertreter wirklich aller Bevölkerungsschichten, darunter ehemals erfolgreiche Großunternehmer und Studenten – plötzlich nichts weiter formulieren und denken können als “Dschihad und Kalifat”. Das wäre der dritte Gedanke und ein eigenes Thema. Also keine Pro-Rebellen-Propaganda, sondern eine Warnung an die ganze Welt.
Denn es gibt noch die andere, ebenso russische Seite. Anastasia Popowa, Protagonistin des WGTRK-Filmteams, das vor einer Weile mit dem “Syrischen Tagebuch” für Aufsehen sorgte, ist vorgestern in New York mit einem “Briefing” zur Situation in Syrien aufgetreten. Unter dem Mantel der UN, genauer gesagt: der ständigen UNO-Vertretung der RF. Unter Teilnahme namhafter Vertreter diverser Organisationen wie etwa HRW oder dem Roten Kreuz. Sinn der Sache ist es, den Leuten die Augen zu öffnen, denn für die meisten ist dieser “alternative” Standpunkt etwas vollkommen neues. Dabei kann man sich sicher sein, dass man nicht einfach als x-beliebiger Reporter bei der UN auftreten kann. Hinter dieser Möglichkeit stand die russische UN-Mission, so dass man annehmen darf: es gibt in der russischen Regierung Kräfte, die an diesem Vektor der Berichterstattung interessiert sind. (Im Vesti-Bericht über den Auftritt in N.Y. wird in einem Nebensatz angemerkt, dass Anastasia Popowa bereits bei der UN in Genf mit dieser Sache zu Gast war und als nächstes nach Deutschland kommen soll. Genaueres weiß ich aber nicht.)
Anastasia Popowa mit Baschar al-Dschafari, dem syrischen UN-Botschafter

„Briefing“ mit dem „Syrischen Tagebuch“ in der russischen UN-Mission

Soviel zum “Vergeltungsschlag”, den Jörg von Putin fordert oder erwartet: es kommt in Russland wahrscheinlich darauf an, wer an welchem Hebel sitzt. Mehr oder weniger typisch für einen Staat, der von den übrigen “Großen” nicht (mehr) als ernstzunehmender Player betrachtet wird, weil die ganze Machtvertikale schon durchkorrumpiert ist. Treffend (wie meistens) dazu Brzezinski über die “russiche Elite”, sinngemäß so auf dem “Globalen Politischen Forum” 2011 in Jaroslawl (RF): “Russland kann so viele Koffer mit den Schlüsseln für seine Atomwaffen haben, wie es will. Ungefähr 500 Milliarden Dollar, die der russischen Elite gehören, befinden sich in unseren Banken. Deswegen werdet euch erst einmal klar darüber, ob das eure Elite ist oder vielleicht sogar schon unsere? Ich kann mir keine Situation vorstellen, bei der Russland sein Atomwaffenpotential einsetzen könnte.”

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Trackback von deiner Website.

  • Anonymous

    Brzezinski glaubt das Geld auf ausländischen
    Konten ein Gradmesser für Korruption &
    Verkommenheit der einheimischen Eliten ist.
    Wen dem so ist, dann ist die deutsche Elite
    genauso verkommen & verloddert wie die
    Russische, weil geschätzte 50-250 Milliarden
    Euronen (je nach Quelle) der deutschen Eliten auf ausländischen Konten zB in der Schweiz, Luxenburg, usw … liegen. Der unzufriedene Teil der russischen Magnaten ist nach England ausgewandert, dem anderen Teil der Magnaten unterstelle ich einfach mal eine gewisse „Vorsicht“. Diese Leute sind klug genug
    „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“.

    Hanauer

  • kaumi

    “Russland kann so viele Koffer mit den Schlüsseln für seine Atomwaffen haben, wie es will. Ungefähr 500 Milliarden Dollar, die der russischen Elite gehören, befinden sich in unseren Banken. Deswegen werdet euch erst einmal klar darüber, ob das eure Elite ist oder vielleicht sogar schon unsere? Ich kann mir keine Situation vorstellen, bei der Russland sein Atomwaffenpotential einsetzen könnte.”

    Auf den ersten Blick eine clevere und drohende Aussage. Auf den zweiten Blick immer noch eine clevere und drohende Aussage, aber nun erkennt man auch deren Kern: Pfeifen im dunklen Wald um sich selbst Mut zuzusprechen und den Gegner einzuschüchtern.

    So wie es diese neoliberale, neureiche Elite gibt, gibt es in Russland auch die „old-fashioned“-Elite. Antiwestliche, nationalrussische, bisweilen kommunistische Kräfte, die selbstredend die eigenen Strukturen schon lange durchleuchtet haben und nicht einen Brzezinski brauchen, um eine Gesellschaftsanalyse zu realisieren. Die einfache Frage lautet: wer hat in DIESEM Moment in Moskau die Hebel in der Hand? Meine Antwort: Nicht die erstgenannte Elite-Gruppierung.
    Das Problem der „Zwei-Ströme“ haben auch andere Alpha-Staaten:Selbst ein Staatschef (Obama) schafft es in seinem eigenen Land nicht, die nationalkonservativen Kräfte und AIPAC-Marionetten auf (Friedens-)Kurs zu bringen. In seinem Bemühen alles unter einen Hut zu bekommen, verkommt dieser Präsident in schnellen Schritten zur Witzfigur ohne Profil. Denn um Obama sitzt zwar im Weißen Haus, aber die Falken an den Hebeln. Und das ist entscheidend!

    Ironischerweise kann man Brzezinskis Aussage original auch auf die Gesellschaftsstruktur Syriens übertragen (mit nach unter korrigierten Zahlen) – was am Widerstand und Ausrichtung des Kampfes nichts geändert hat. So weit dringt das Pfeifen im Walde dann doch nicht…

    • Sure. Meine Worte. Mit der Ergänzung: es gibt verschiedene Hände an verschiedenen Hebeln.

  • Hallo apxwn,
    könntest du bitte diesen Beitrag in brauchbares Deutsch übertragen? Danke im Voraus!

    http://mixednews.ru/archives/35735

    • Das ist eine verkürzte Wiedergabe dieses englischsprachigen Artikels: „Putin wird Assad nicht aufgeben, selbst wenn die Schlacht die Straßen von Moskau erreicht“. Ich nehme jetzt einfach einmal an, dass Dir die englische Originalversion genügt.

    • Ja, das genügt mir. Danke! Die Sache geistert schon seit einer ganzen Weile durch Facebook – aber immer ohne Quellenangabe. Jetzt kann ich es endlich verwenden.

    • Nobilitatis

      Ich habe mir den genannten Artikel auch angeschaut. Die zugehörige Karte zeigt ausgesprochen kleine rebellenkontrollierte Gebiete (abgesehen von der Ignoranz der kurdisch kontrollierten Gebiete). Gibt es aktuelles Kartenmaterial, dass die augenblickliche Lage zeigt?

  • Anonymous
  • Anonymous

    Danke fuer dieses Update, apxwn.

    Wie immer ist die Wahrheit wohl vielschichtiger als die meisten betroffenen Parteien zugeben wollen.

    Es kaempfen eben nicht nur Al-Qaida und Soeldner fuer die Rebellen, sondern auch sehr viele Syrer.

    Dass es bei dem Kampf fuer viele kein festzumachender Grund fuer den Kampf gegen die jetzige Regierung gibt, bestaerkt mich in dem Verdacht, dass das Streben nach Freiheit und Demokratie nicht zentral fuer viele Kaempfer ist. Vielmehr sind die Bevoelkerungsexplosion (Vervierfachung seit 1960), die steigenden Nahrungsmittelpreise und ein nicht ausreichendes Wirtschaftswachstum die Hauptausloeser des arabischen Fruehlings und des Buergerkrieges in Syrien.

    Sollte diese Hypothese zutreffend sein, koennten Jordanien und Saudi Arabien mit eigenen Aufstaenden in Kuerze folgen.
    Dort wuerden diese Aufstaende wahrscheinlich anders ablaufen, weil westliche, arabische und (wahrscheinlich) israelische Kraefte die Flammen in Syrien besonders angefacht haben.

    Da ein Israeli/US Krieg gegen den Iran uns noch direkter betreffen duerfte als die Zertruemmmerung Syriens, wollte ich mich mal erkundigen, ob hier jemand eine informierte Meinung beitragen koennte.

    Meine Meinung bzgl. US-Iran Krieg war immer die, dass ich die Kosten als unverhaeltnismaessig hoch (Hisbollah, Syrien, Strasse von Hormus, saudische Oelfelder in Reichweite, etc.) betrachtet habe und deshalb davon ausging, dass nur mit dem Saebel gerasselt wird. Syriens Zertruemmerung als ernstzunehmender Gegner, und die kuerzliche Ausstattung Israels mit Tankflugzeugen und anti-Radar Raketen haben mich aber aufhorchen lassen. Damit waere fuer Israel ein Angriff herausfordernd aber machbar, statt nur unmoeglich.

    Jetzt wurde auch noch von den USA lanciert, dass sie ihre Bunkerbuster nur fuer Fordow aufgemotzt haben, und ich werde nun doch ein wenig unsicher.

    Haben russische, syrische oder sonstige Medien da eine weitere erhellende Perspktive beizutragen?

    Gruss,
    HnH

    ps. Links
    http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-22244832
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/konflikt-mit-iran-usa-verbessern-ihre-bunkerbrechenden-bomben-a-897922.html

    • Antwort, auch aus Anlaß der aktuellen Meldungen.

      Unterscheide Wahn und Realität der „iranischen Gefahr“ aus Sicht der zionistischen Militäroligarchie.

      Deren Herrschaft braucht den Krieg, und zwar lokal, wie global. Lokal, um die Oligarchie als eine Art Wächterorden über den rassistischen Judenstaat unentbehrlich zu halten, global, weil die Mittel und Gelegenheiten des lokalen Krieges von der globalen Kriegführung des Imperialismus und seinen regionalpolitischen Zwecken und Zielen abhängen.
      Ziehe nun noch in Rechnung, daß der wie oben grob charakterisierte, permanentee zionistische Staatsgründungskrieg im Libanon wie in Jordanien jeweils einen innenpolitisch unhaltbaren Herrschaftsfrieden erzwingt. Hintermänner des sunnitischen Jihad von Verstand – zum Beispiel – hüten sich, das hashemitische Herrscherhaus in die Wüste zu jagen, was sie unschwer vermöchten, weil das folgende „Palestinenserproblem“ den Zionisten unweigerlich die Option eines Jordanienkrieges in die Hand gäbe.

      Konkreter umfaßt das lokale zion. Kriegsziel die Annektion des Südlibanon und des gesamten syrischen Golan als minimale (!) territoriale Saturierung des Judenstaates, während die Gebiete nördlich davon und östlich des Jordan als palästinensisches Homeland vorgesehen sind.

      Lokales Hindernis ist die sog. „shiitische Achse“ des antizionistischen Widerstandes, die von der religiösen (!) iranischen Elite als Teil der innen- wie außenpolitische Legitimationsbasis ihrer Herrschaft benutzt wird –

      – an deren künftiger Entbehrlichkeit diese Elite (Khamenei!) im aktuellen Vorwahlkampf heftig arbeitet. Das ist nicht gut, sondern schlecht für Zion, weil die Schwächung des lokalen Hindernisses das globale Hindernis, die Raum- und Ressourcenordnungsinteressen des Imperialismus zur Geltung kommen läßt und Israel als seine militärpolitische Basis schwächt, z.T. sogar entbehrlich macht.

      Zwischenergebnis: Die zionistische Militäroligarchie hat erstens NULL Interesse an einem Militärschlag gegen den Iran, der eine Ablösung der politischen Kaste durch eine dem Westen genehme Clique zur Folge hätte. Sie hat zweitens wenig Interesse an einem Zerfall Persiens als Regionalmacht, eine Interessenlage, die sie wohl mit den meisten Vertretern der nicht-zionistischen imperialistischen Oligarchien teilen dürfte, denn es ist absehbar, daß die entstehende Lage den Zionisten allenfalls einen vorübergehenden, aber keinen dauerhaften Zugriff auf den Libanon und Syrien erlaubte. Wenn es im Libanon und Syrien nämlich nur noch lokale Feinde ohne regionalen Rückhalt gäbe, würden imperialistische Regionalordnungsansprüche sich direkt und ungefiltert auf Israel erstrecken. Ein „Roll-Back“, wie es der Libanonkrieg 2006 brachte, brächte unter den dann gegebenen Umständen die innenpolitische Herrschaft der Zionisten in höchste Gefahr, wie schon die letzten Wahlen in Ansätzen zeigten.

  • Russland sollte Assad vergessen, das es nicht so weitergehen kann sollte allen beteiligten klar sein. Diese Bastion des Terrors schafft Assad selbst indem er sich über dem Gemeinwohl stellt(kein Rücktritt) und die Opfer so erst möglich macht.
    Russland versucht anscheinend auf mehreren Gleisen zu fahren und macht uns wahrscheinlich etwas vor, da Assad dennoch die nötige politische und militärische Unterstützung, erhält die er für den Bürgerkrieg braucht, auch in der Bevölkerung, eine politische Wende Russlands erkenne ich nicht. Nicht nur Russland und der Iran, sondern auch der Westen sollten sich schämen, da man diesen Bürgerkrieg nicht zusammen verhindert hat, der vor allem Islamistische Konturzüge enthält neben systematischer Unterdrückung. Das Ziel Assads und des Irans ist somit erreicht und den Kriegsführern wurde somit das Heft in die Hand gegeben anstatt das Politik Gerechtigkeit und Frieden walten lässt.
    Putin drückt doch auch nicht die entscheidenten Hebel in Syrien, er wird quasi von den syrischen „Ausländischen Agenden“ oder wie er die NGOs hier und da bezeichnet, politisch gelenkt und ist eine Marionette. Russland züchtet sich durch die Unterstützung Assads selbst den Terror vor der Haustür und handelt von daher Verantwortungslos. Leute wie Assad gehören auf den Arztstuhl oder in ihr Schlachtfeld, vor Gericht und nicht in die Politik. Wann setzt man Verhandlungen denn um und warum liefert Russland noch gleichzeitig Waffen und Geld anstatt Grenzen im Ernstfall durch Sanktionen klar zu machen? Es spricht ja nichts dagegen das sich dort Islamisten gegenseitig bekämpfen wenn diese es brauchen auf beiden Seiten, nur eben ist das nicht im Sinne der Bevölkerung was in Syrien passiert. Das man Assad versuchte gewaltsam zu stürzen wahr wohl auch der größte Fehler der Opposition, aber wie kann man sich schon gewaltvollen Suren wiedersetzten? Ich denke in Syrien wird die gewaltsame Rolle des Islams deutlich, der sonst immer dem Westen heimsuchte nun sich aber gegen deren früheren Unterstützer selbst wendet. Wenn Assad schon nicht zurücktritt sollte man ihm wohl Erfolg wünschen, da er gleich die Terrorbekämpfung mit übernimmt?

    • Franz

      Blabla blablabla? Blabla Bla Blabla!

    • Franz, das ist nur eine Meinung. Ich sehe da schon etwas Wahres darin und schreibe ja auch nicht zum Spaß. Außer Blabla, können sie Inhaltlich wohl nichts dazu sagen oder wiederlegen, falls es sie stört, was denn?
      Die Sache ist, das in ihrer Denkweise wohl kein großer Platz für andere Meinungen ist, doch was bringt es denn andere zu Ignorieren? Nachdem fast täglich 150 Menschen groß und klein sterben, sollte man vielleicht auch mal über andere Meinungen nachdenken und ob die Politik Russlands so viel gebracht hat oder im Endeffekt einen Gegenpool der die Gewalt auch mit förderte an Assads Seite erst erzeugte die ihn vom logischen Rücktritt abgehalten hat. Für mich sind Waffenlieferungen da schon eine einseitige Parteinahme und von daher finde ich die Vermittlungsbemühungen in allen Ehren etwas halbherzig, Russland muss denke ich nicht voll hinter Assad stehen um für Vermittlungen einzutreten, aber Partnerschaften sind heute sehr wichtig, auch der Westen unterstützt ohne groß zu meckern die Waffenlieferungen z.B von Katar und Saudi Arabien, da sich niemand traut bei den eigenen Partnern zu meckern, folgt man deren Politik, die bisher auch das Blutvergießen dort förderte. Vielleicht wird ja interessant was aus den Russisch-Amerikanischen Gesprächen wird, aber so wie man sich in Syrien verhalten hat, war nicht gerade toll. Ich bin der Meinung das Russland sich mehr vom Regime distanzieren muss und auch politische Konsequenzen für Assad persönlich einfordern sollte nach allem und Waffenlieferungen an die Opposition unterbunden werden sollten, damit Verhandlungen zustande kommen.
      Was ist ihre Meinung zu dem Konflikt, wen sehen sie in der Schuld?

    • Franz

      Wenn ich das Gefühl habe, dass Sie nix Böses im Schilde führen und einen offenen Geist mitbringen, können wir gerne diskutieren. Bis dahinmüssen Sie sich mit Blabla zufrieden geben.

      PS: Gleich gibt’s Wildschweinbraten

    • Anonymous

      Menschen, die einer Partei einseitg die Schuld zuschieben wollen/muessen, machen es sich haeufig zu einfach.

      Wer die Menschenrechte als Banner vor sich her traegt und die groben Menschenrechtsverfehlungen auf westlicher bzw. US Seite unterschlaegt, macht sich des Kulturimperialismus schuldig.

      Wer sich die Propaganda der einen Seite zu eigen macht ohne die der Gegenseite mit dem gleichen Mass zu messen, ist dazu verdammt die groesseren Zusammenhaenge nicht verstehen zu koennen.

      Wer hier nicht auch systemisch inhaerent ablaufende Prozesse sieht, ist einfach naiv oder mehr als ignorant.

      Menschenrechte sind hehre Ideale, die sowohl von den USA als auch all ihren westlichen Partnern schon lange auf dem Altar des Opportunismus geopfert wurden. Guantanamo, Folter, Aufgabe des Briefgeheimnisses, Habeas Corpus, elektr. Datenueberwachung, usw. usf. Die EU hat in ihrer Satzung stehen, dass im Falle von Unruhen toedliche Gewalt von Polizeikraeften angewandt werden darf. Die Menschenrechte auch hier in der EU sind schon lange tot. Wir haben bloss nicht so viele junge Maenner wie die Syrer, die Aegypter, usw.

      Der Kampf um Syrien ist nicht nur die Perfektionierung eines low budget Vernichtungskrieges, sondern auch der Kampf um die Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten. Sprich: Es geht hier um die Wurst, um Iran, um Oel, Gaspipelines, um China, um Russland.

      Die USA versuchen auch durch Syrien ihren unbedingten Machtanspruch durchzusetzen.

      Das machen sie aber auch zu unser aller Nachteil! Wer nicht verstehen will, dass uns die Folgen direkt und indirekt zum Nachteil gereichen, sollte mal ganz genau hinschauen.

      Syrien ist so zusammengeschossen, dass ein Angriff auf den Iran einfacher wird. Ein Krieg mit Iran wird unsere Wirtschaft in den Abgrund stossen. Die Folgen einer weiteren Vertiefung des Grabens zwischen Sunnis und Schias sind weitere Konflikte. Kampferfahrene Radikale kehren nach Syrien nach Deutschland, Belgien und Frankreich zurueck. Meinen Sie denn, dass die alle friedlich bleiben?

      Assad ist sicher kein Engel, aber sollte er fallen wird das Gemetzel zwischen Sunnis, Alawiten und Christen fuerchterlich sein.

      Wer einen Frieden zwischen den Konfessionen will, der wird Assad unterstuetzen. Wer moechte, dass die Menschen so frei wie moeglich in Syrien sind, wird Assad unterstuetzen. Wer moechte, dass der gesamte Nahe und Mittlere Osten nicht komplett explodiert und desintegriert, der wird Assad unterstuetzen.

      So einfach ist das.

      Wenn Sie blutige Schlachten mit Massenvergewaltigungen und -vertreibungen sehen wollen, dann wuenschen sie den GCC mitsamt den USA und dem Westen weiterhin viel Erfolg. Wenn sie syrische Frauen alle verschleiert sehen wollen, dann wuenschen sie den Rebellen weiterhin viel Erfolg. Wenn sie Hunger auf weiter Front in Syrien sehen wollen, dann wuenschen Sie den Syrern, dass Assad fallen moege.

      Aber bitte ersparen Sie den anderen Lesern dieses Blogs die Litanei um Menschenrechte. Sagen Sie doch einfach, dass Sie wollen, dass der „Westen“ gewinnen moege, weil das Ihr „Team“ ist. Mit Recht und Gesetz, den Menschenrechten, Assad und Russland hat es aber herzlich wenig zu tun.

      Gruss,
      HnH

      vor sich her

    • Anon 18:34
      „Assad ist sicher kein Engel …“

      Das ist witzig, weil Assad, die Figur wie die Person, einem Engel der Geschichte von allen Beteiligten vielleicht am Nächsten kommt – wie viele Könige der Geschichte vor ihm. Weltlichen Dingen und Angelegenheiten von Kleinigkeiten abgesehen enthoben, war er „verflucht“, allen irdisch-menschlichen Begierden, die an ihn heran getragen wurden, dienen zu sollen und zu müssen.

      Der Witz ist nicht bloß eine Anekdote, er könnte die zweiseitige Weise zeigen, daß und wie kategoriale Scheidung von Gut und Böse* Produkt berechnender Unterwerfung ist und damit die Erkenntnis befördern, daß solche Berechnung IMMER zuschanden wird. Gegenstand solcher Berechnung bleibt Qualität und Ausmaß des Schadens, den einer mit Bedienung fremder bis gegnerischer Zwecke erleidet.

      * Damit meine ich die (theologische!) Verobjektivierung subjektiver Urteile über Schaden und Nutzen.

    • Sie haben recht, es gibt viele Schuldige und auch wir hier haben zur Bewaffnung der Opposition indirekt beigetragen indem wir dem nicht rechtzeitig eine klare Absage an Saudi Arabien und Katar richteten und mit diesen Gedanken zu offen und unbedacht spielten, was meines erachtens eine politische Schwäche des Westens war und zusehr die Situation in Libyen mit Syrien verglich.
      Es war wohl auch ein Fehler, das gerade Obama so früh Assad zum Rücktritt aufforderte und vielleicht dadurch eher das Gegenteil erreichte, da sich niemand gern von seinen Feinden etwas sagen lässt, wäre diskrete Zurückhaltung wie in Tunesien oder Ägypten vielleicht Sinnvoller gewesen.
      Ich sage mal so, mit Menschenrechte hat das was in Syrien passiert nichts mehr zu tun, aber wenn ich den Terror sehe finde ich Folter angebracht, denn diese Unmenschen unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Soldaten. Was glauben sie, wie man solche Schwerstkriminelle zum reden bekommt und ich finde das Menschen die die Menschenrechte Ideologisch so missachten selbst kein Recht mehr darauf besitzen, da sollte der Westen hart bleiben und ich finde ihre Kritik unberechtigt. Gerade nach 11.9 sind die Konsequenzen logisch und wir leben hier ja immer noch in einer Zivilisierten Welt wo man nicht jemand auf verdacht Foltert. Prinzipiel gilt immer wenn jemand also ein Krimineller die Rechte anderer grob Missachtet, dieser auf seine Rechte und am ende sogar seine Menschenrechte einbüßt wenn er die der anderen Missachtet. Ein recht zur Selbst-Verteidigung hat jeder.
      Einen Angriff auf den Iran will doch niemand, da aber vom Iran eine große Gefahr ausgeht, ist es in den Medien ein Thema, was vielleicht eher kontraproduktiv ist. An sich sollt man die Gefahr die vom Iran und Islamischen Ländern ausgeht generell nicht unterschätzen, denn ich denke das man auch uns angreifen würde wenn man könnte und das diese antiwestlichen Länder auch vor Terror nicht zurückschrecken wenn es ihnen nutzt und gegen den Westen geht.
      Wenn der Iran sich weiter Feindlich zeigt wird man ihn versuchen zu Isolieren und es ist nur eine frage der Zeit bis sich so ein Aggressiver Staat selbst destabilisiert und es zu Unruhen kommt, was man dann wieder auf den Westen schiebt, weshalb ich denke das diese Länder in dieser Konfliktregion keine Atomwaffen besitzen dürfen. Vom Prinzip finde ich den Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten richtig, da sie selbst herausfinden müssen, das der Islam das Problem ist und der Westen nicht für alles hinhalten kann. Probleme wie die des Terrors und Gewalt sollten an der Wurzel gelöst werden und die ist im Islam Ideologisch verankert, was gläubige natürlich nicht Wahrhaben wollen und den anderen die Schuld dafür geben. Ich würde normal auch meinen Glauben nicht in frage stellen.
      Ich denke von den Kampferfahrenen geht zwar eine Gefahr aus, doch die ist in Syrien Gering und eine Gesellschaft wie die unsere muss damit fertig werden.

      Wenn Assad fällt kann es etwas Chaos geben, doch das wird nicht viel schlimmer sein wie das jetzige. Etwas Propaganda steckt wohl auch darin wenn man Racheakte vermutet, da die Opposition ebenso menschlich sind und für Syrien das beste wollen, denke ich das dies wenn nur Vereinzelt, eher gegen die Elite gerichtet auftreten kann. Ich denke das ist reine Panikmache um die Minderheiten und Mehrheiten für das Regime zu gewinnen indem man schreckliches Prophezeit wenn der ich sage mal „Gott“ Assad fällt oder zurücktritt. Sein Zurücktreten wäre auch jetzt wahrscheinlich das unblutigste, oder Verhandlungen die die Opposition zustimmen sollte, da Assad immer noch nur eine Person ist und man sich nicht auf einen Rücktritt versteifen sollt und ja irgendwo Wahlen angekündigt sind die dem Volk die Wahl geben.

    • Ich denke frieden zwischen den Konfessionen will jeder und Assad ist dafür prädestiniert, da er einer Minderheit angehört und so allgemein wohl mehr Rücksicht nimmt als jemand der der Mehrheit der Sunniten angehört, das weiß denke ich aber auch die Mehrheit, aber ein genereller Frieden mit freiwilligen Rücktritt Assad wäre wichtiger und einfacher, denn das was danach kommt kann nicht so schlimm sein wie dieser Krieg und Demokratien achten generell die Menschenrechte eher, auch für die Minderheiten, selbst diese haben in einer säkularen Demokratie die die Opposition großteils fordert reale Chancen Demokratisch mitzureden, trotz Angst vorm Islam. Freiheit würde ich das unter Assad nicht nennen, da die Medien und Geheimdienst etc. nach wie vor gleichgeschaltet sind und diese Machtteilung ersteinmal stattfinden muss, es sieht zurzeit wohl eher nach einem Ausbau aus, da das Volk wohl nicht viel zu sagen hat und Assad so sein Land stabilisieren möchte.
      Der Nahe Osten wird destabilisiert je länger dieser Krieg dauert und keine Seite nachgibt, also Assad nicht zurücktritt und die Oppsition nicht verhandelt. Beides wäre eine gute Lösung die auch im Sinne der Minderheiten ist.
      Ich denke selbst den Sunniten die für verschleierung und anderen sind, werden an der positiven Kultur die zu Assads Zeiten vorherrschte in Syrien, die den Minderheiten ihre freie Religionsausübung zusichtert nichts oder nur wenig ändern. Diese Panikmache ist im Vergleich zu einem realen Somalia und Jahrzehnte langen Krieg gar nichts, wenn es so weiter geht. Ich denke nur weil jemand einer Religion sei es der Sunnitische Islam angehört, sollte man ihm nicht die Menschlichkeit absprechen, da man sich schließlich seine Religion normal nicht aussuchen kann und radikale und extreme in einer Demokratie in der Regel in der Minderheit sind. Ich denke der Westen hat in Syrien nicht viel zu gewinnen und es geht nicht direkt um einen Sieg des Westens, unsere Politik ist eher verzweifelt und einfallslos diesen Konflikt friedlich zu lösen im Angesicht dieser Tragödie die man wohl leider auch noch etwas begünstigte und sich im Grunde um einen Islamischen Konflikt handelt.
      Schon aus dem Grund das Syrien Chemiewaffen besitzt, bin ich wenn dieser Konflikt millitärisch ausgetragen werden muss dafür das die Syrische Armee gewinnt, da man bei einer bewaffneten Opposition nie weis wie man dran ist und die Chemiewaffen schnell in den falschen Händen landen, eine übermacht wie Assad militärisch besiegen zu wollen, sei es mit Waffenlieferungen oder anderen ist ein Fehler und vergrößert das Leid gewaltig. An sich finde ich Assad abgesehen von den Verbrechen die er durch seine Anwesenheit begünstigte politisch ganz in Ordnung, aber er ist Teil des Problems finde ich.

    • @TomGerd
      „Das ist witzig, weil Assad, die Figur wie die Person, einem Engel der Geschichte von allen Beteiligten vielleicht am Nächsten kommt“
      Selten so etwas gelesen. Assad und Engel? Sicher wird er in Syrien vergöttert und so hingestellt, das ist wohl fast in jeder Diktatur so vielleicht glauben das auch einige. Auch der Teufel ist laut wickipedia ein herabgefallener Engel der gegen Gott Rebellierte, das trifft wohl auf dem Islam und auf die Diktatoren wie Gaddafi und Assad, die ihn, den Islam mit Eiserner Hand vertreten gleichermaßen zu. Im Grunde geht es diesen Diktatoren nur darum die Macht nicht ihren Erchatens unterentwickelten Ergebenen übergeben zu müssen. Auf der anderen Seite Kämpfen Islamisten die ähnliche Verhaltensmuster wie die Diktatoren aufweisen. Prinzipiel denke ich das diese diktatorischen Struckturen vom Islam kommen, der für Demokratie schlecht geeignet ist, da ja Mohamed laut Scharia auch nicht viel von Menschenrechte gehalten hat, aber das konnte dieser hochintelligente (UN)Mensch nicht wissen, was er für Verbrechen und Kriege in Zukunft produziert. Der gläubige Mensch an sich ist gut ob nun im Islam und im Christentum, wird aber diese Macht politisch Missbraucht, wie es im Islam heutzutage oft der Fall ist, dann entsteht Gewalt, Krieg und Unrecht, wie man in Syrien sehen kann. Ich denke das der Islam nie ein anderes Ziel hatte als Andersgläubige zu verachten und Gläubige zu unterwerfen, also die Macht zu ergreifen, weshalb einige Islamische Länder gegen den Westen und Demokratie sind, das diese gewaltvollen Ansprüche vielleicht etwas entgegenwirkt.
      In Syrien können sie ihre Probleme mit ihrer bevorzugten Gewalt selbst versuchen zu lösen, werden aber feststellen das sie sich gegenseitig im nahmen ihrer Religion und Diktators umbringen. Scheinbar sind friedliche Wege vielen Muslimen verborgen, also müssen sie es wohl selbst lernen das sie es sind die den Balken im Auge haben, aber den Spliter in dem des anderen entfernen wollen, ob nun die Opposition Assad oder er die Terroristen, beide begehen großes Unrecht für Machtinteressen, weil niemand nachgeben will. Bei uns gibt es da so ein Sprichwort, „Der Klügere gibt nach…“. Blöd wenn man im Koran dem „erklärten Wort Gottes“ das Töten Unterdrücken uns von Ungläubigen, Feinden und anderen erlaubt bekommen hat, was in anderen Religionen Todsünden sind. Aber diese Leute denken ja zum Teil sie sind etwas besseres und können ohne Sühne Unschuldige etc. verfolgen und denken in Syrien wohl tatsächlich das ein Sturz Assads und das damit verbundene Leid Hunderttausender gerechtfertigt ist, nur weil er kein besonders guter Mensch ist, der ebenso wie sie Blut an den Händen hat. Schon blöd das in Syrien die Dummen an der Macht sind auf beiden Seiten und niemand nachgeben will und den Schritt hin zu Verhandlungen und Frieden macht.

    • Anonymous

      Sie denken Ihre eigenen Gedanken nicht zu Ende:

      Wenn Sie Folter unter bestimmten Bedingungen befuerworten, dann brauchen wir nicht mehr weiter ueber Menschenrechte, Frieden, usw. zu sprechen. Sie haben dann einfach nicht verstanden was unter Menschenrechten zu verstehen ist. Die kann man nicht ein- und ausschalten, wie es einem gerade passt. Dann sind sie naemlich nicht mehr universell. So nebenbei faenden Sie es dann auch rechtmaessig, wenn die BRD Sie mal kurz foltert, wenn Sie unter Terrorverdacht kommen wuerden.

      Folter wurde uebrigens auch deshalb verboten, weil Aussagen unter Folter nicht verlaesslich sind. Das haben die USA auch wieder zu spueren bekommen.

      Ihnen ist wohl auch nicht ganz klar, was nach Assad kommen kann, kommen muss. Sollte Assad fallen, bricht Syrien zwangslaeufig auseinander. Die Rebellengruppen sind nicht geeint und kein anderes Baath Mitglied hat ausreichend Strahlkraft, um das Land zusammen zu halten.

      Ein Jahrzehnte dauernder Krieg ist also eine zwingende Konsequenz. Wenn Sie das als ein bisschen Chaos bezeichnen, dann brauchen Sie jetzt doch gar nicht hier die Lanze gegen Assad zu brechen. Sollte der naemlich fallen, werden Terroranschlaege, Krankheiten, Zusammenbruch der oeffentlichen Versorgung und die vielen Fluechtlinge fuer 100.000e von Toten sorgen und uns ueber lange Jahre begleiten.

      Um Assad ist die Verwaltung und die Beamtenschaft Syriens gewachsen. Faellt er, dann bricht die Verwaltung zusammen, weil ein geordneter Uebergang nicht gewaehrleistet werden kann.

      Revolutionen und Umstuerze haben noch nie ein Land danach besser dastehen lassen. Dafuer braucht man nur die Geschichte zu Rate ziehen. Es dauert Jahre, bis sich ein Land von einem Umsturz erholt hat. Je gewalttaetiger und explosiver der Umsturz war, desto laenger dauert der Wiederaufbau.

      Der Westen, insbesondere die USA und Israel, weiss ganz genau, was in Syrien ablaufen soll. Falls wirklich „Frieden“ das hoechste Ziel waere, dann wuerde man die Rebellen nicht mit Waffen, Logistik und Training unterstuetzen. Das jetzige Resultat ist ganz klar gewollt. Am liebsten waere es dem Westen, wenn Assad durch eine Marionettenregierung ersetzt werden koennte. Da dies aber unmoeglich geworden ist, ist ein Zerfall in sich bekriegende Teile die zweitbeste Loesung.

      Die Spannungen zwischen Sunnis und Schias, zwischen Sunnis und Alawiten, und zwischen Moslems und Christen sind definitiv gegeben. Allerdings dienen die Religionen hier als Merkmal der Gruppenzugehoerigkeit.

      Ueberbevoelkerung, mangelndes Wirtschaftswachstum bedingt durch die hohen Oelpreise, und teuer werdende Nahrungsmittel sind die eigentlichen Treiber.

      Gruss,
      HnH

    • Danke sehr informativ,
      ich bin auch gegen Folter, doch wenn es um Terroristen geht die nicht zwischen Zivilisten und Soldaten unterscheiden, finde ich eine etwas härtere Gangart, auch Aufgrund der Abschreckung als zumindest überlegenswert. Ich finde auch das die Menschenrechte universell sind, doch ich denke im Krieg gegen Terroristen die Andersgläubige verfolgen und mit Terroranschlägen die Zukunft von Menschen zerstören, herrschen andere Spielregeln, auch wenn dies von unserer Vorbildfunktion, Moral etwas abweicht und Staaten die noch weniger Moralansprüche haben zu einer Nachahmung ermutigen könnte. Ich denke da gibt es einen schmalen Grad und Waterboarding belässt den Menschen zumindest körperlich unversehrt, das ist mir zumindest wesentlich lieber als das Staaten oder Diktaturen Oppositionelle foltern, oder das diese Terroristen Anschläge begehen lässt mit hunderten zivilen Opfern. Da stellt sich die Frage wie viel sind diese Leben im Vergleich zu den kriminellen Terroristen wert. Ich glaube auch das die Qualität der Aussagen nicht gut ist, doch bei Leuten bei denen man sich zu 100% sicher ist das deren Helfer Anschläge begehen und anders zu keinen Informationen kommt, finde ich es bei ernsthafter, zweifelsfreier gerichtlicher Absegnung als moralisch überlegenswert, da auch die Opfer von Anschlägen einen Anspruch auf ihren Universellen Menschenrechten haben und man schlechten Informationen auch nachprüfen kann.
      Ich denke da sind wir bei Gleichheit vor dem Gesetz ist nicht zu verwechseln mit Gleichmacherei, den da wo das Recht des Einen verletzt wird, hört das Recht des Anderen auf. Ich denke mal als Vergleich, wenn jemand eine bombe in einer Stadt platzieren würde die auf Zivilisten gerichtet ist und öffentlich von Terroristen angekündigt würde, würde man auch alles tun was nötig ist, es hätte dann auch nicht viel mit Menschenrecht zu tun, wenn man die Zivilopfer die vorprogrammiert sind, das Recht auf leben abspricht, da der Terrorist der die Attentate mitgeplant hat Menschenrechte besitzt und schweigt. Das ist für mich eigentlich der einzige Ausnahmefall, da man auch Terroristen beikommen muss, die das Leben von Ungläubigen, Zivilisten und Andersgläubigen nicht wertschätzen. Das rechtfertigt aber nicht, wenn Diktaturen wie die syrische zum Machterhalt Oppositionelle foltert und diese auch bleibende Schäden zuführt, um diese Gruppierungen womöglich unterdrücken, verfolgen zu können auf kosten einzelner Oppositioneller, die nichts mit echten Terror zu tun haben. Ich denke in Diktaturen neigt man dazu, eher zuweit zu gehen, weshalb ich die Foltervorwürfe des Regimes schon ernst genommen habe.
      Wenn die USA Folter verboten hat, dann gut.

      Ich weiß leider nicht inwieweit die Menschenrechte universell sind und ob es da auch Hintertüren gibt, wenn diese grob missachtet werden. Einerseits ist die USA ja ein Land das doch denke ich irgendwo für Menschenrechte steht und diese ausgeehn, andererseits gibt es dort die Todesstrafe und man hat nicht einmal ein Waffenverbot, was den Menschenrechtsgedanken denke ich schon etwas widerspricht.

    • Was Assad anbelangt, denke ich, das er schon die Regierung zusammenhält, doch zu welchen Preis? Bürgerkrieg und zwei gegensätzliche Fronten. Seine Popstarautorität macht ihn zwar allein mächtig, wie es eben bei einem Diktator ist, doch das System kann ohne ihm genau so weiterarbeiten. Es würde womöglich schlicht an Macht verlieren, wenn Assad zurücktritt und sich auf einer Übergangsregierung mit Oppositions und Regierungsmittgliedern und Friedensverhandlungen geeingigt wird. Demokratie bedeutet denke ich eben nicht die Allmacht einer Person, sondern die Leistung vieler im Volk ungeachtet wer an der Spitze sitzt und diese nach eigenem ermessen vertritt. Ich sehe also keinen Zusammenbruch, da nach einem Rücktitt Assads oder Verhandlungen der Opposition auch mit ihm, die Möglichkeit einer Machtteilung besteht die alle Lager hinreichend vertritt, das die Probleme ohne Waffen und die anschließenden Wahlergebnisse Aktzeptiert werden müssen. Wenn Assad bleibt sehe ich diese Teilung und den Jahrzehnte Langen Bürgerkrieg und frage mich ob dies den Verantwortlichen Syrern wirklich wert sein kann. Andererseits denke ich das Assad schon soweit von seinem Volk und seiner Partei durch dem Krieg entfernt ist, das vernünftige Stimmen selten sind und er sich womöglich nur noch von Staaten wie den Iran oder Russland etwas sagen lässt, die die Macht besitzen unangenehme Fragen zu stellen und befreundete Staaten sind.
      Wenn Assad geht, bricht nicht gleich die ganze Verwaltung zusammen, da er eben nur der Lautsprecher ist und wie auch unsere Demokratischen Volksvertreter die Show macht um die Politik die von der Baath Partei zusammen mit ihm gemacht wird dem Volk näher zu bringen. Wenn nicht er, dann macht das eben ein anderer und die Verhandlungsergebnisse werden dann den weiteren Verlauf bestimmen und ob eben Verwaltungsstukturen und Medien die im Krieg verwickelt waren entstaatlicht werden etc. ich denke da wird es dann viele offene Fragen geben und die Angst der Verantwortlichen die womöglich politische oder auch Gefängnisstrafen befürchten, bei einer Aufarbeitung des Konfliktes, werden darauf drängen das Assad an der Spitze bleibt. Von daher denke ich ist die Instabilität ein vorgeschobener Grund die man dem syrischen Volk weis macht, obwohl es eben besser wäre wenn er zurücktritt und er die zweite Reihe der Baath Partei die Verhandlungen überlässt.
      Waffen und Logistik an die Opposition finde ich auch völlig falsch, doch man muss auch bedenken, das die Oppositionellen die daran gebunden sind das ihre Vertreter nicht verhandeln wollen zum Teil ihre Leute in den Gefängnissen haben und große Opfer erbracht wurden. Das eine Person Assad mehr wert ist als zehntausende Gefangene, Soldaten etc. zeigt da das eigentliche Hinrgespinnst, auf der anderen Seite die Dickköpfige Opposition die Verhandlungen ablehnt solange Assad dabei ist. Als Marionettenregierung wird doch alles bezeichnet, was der Westen in Ordnung findet. Es ist doch alles andere als klar wer ohne Assad an die macht kommt, man kann nur hoffen etwas friedlicher im Bezug zur Hisbolla und Israel hier im Westen denke ich, der Iran wird ohnehin wie gehabt seinen Einfluss geltend machen, aber ohne Assad hat dieser Angst auf einen Machtverlust, weshalb man diesen Krieg in kauf nimmt. Russland ist da eher neutral, sieht aber auch die größten Vorteile in Assad, was beides den Konflikt begünstigt, da Vorteile über Menschenleben stehen. Der Westen kann nur zuschaun und Assad siegen lassen, wenn er nicht diesen Konflikt weiter verschärfen will, so bedauerlich das auch sein mag, wir können die Syrer wohl nicht helfen und die Opposition ist auch nicht besser als das Regime. Die USA sollte Katar und Saudi Arabien zurückpfeifen und Russland und Iran das Feld überlassen. Endgültig werden die Syrer entscheiden und womöglich ein Jahrzehntelanger Bürgerkrieg folgen, gibt keine Seite nach. Für mich macht sich Russland und Iran so mitverantwortlich und der Westen auch wenn er die Opposition militärisch unterstützt.

  • Recht beeindruckende Bilder aus Daraya (Angriff aus Sahnaya Richtung Norden): http://youtu.be/K_oKe_JXKPM

    Man fragt sich echt, was denn das für eine „Opposition“ ist, der man so zu Leibe rücken muss. Und in Daraya sitzen sie seit spätestens Anfang Dezember und schaffen es nicht nur zu überleben und Widerstand zu leisten, sondern auch dann und wann noch ihre Videos auf YT hochzuladen. (ANNA-News sprach im vorherigen Videoschnipsel der Dokumentation dieses Angriffs davon, dass das plötzliche Auftauchen eines von den Rebellen gefahrenen T-72 eine „Überraschung“ gewesen sei. Dabei haben die Terrorbrigaden das vorher selbst dokumentiert.)

    • Mich hat allein die Dudelei testosterongesättigter Kriegslyrik (so hört es sich für mich an) im Hintergrund ab ca. min 7 „beeindruckt“. Sie erscheint wie eine taugliche Symbolitierung der besänftigenden Absichten dieser Sorte Kriegspropaganda … für ein gewisses romantisch – revisionistisches Publikum.

    • Anonymous

      Moin! Die voennye pjesny sind Teil russischer Liedkultur genau wie die Gaunerlieder. Der Krieger ist und bleibt ein Urbild unserer eurasischen Zivilisation. Das hat nichts mit den Joystickbombern und was sonst noch so rumballert zu tun. Der Krieger muss das Leid dem er sich stellt auch selbst efahren, und mit dieser Musik bringt er seine Seele in Ausgleich. Diese Soldaten nehmen schliesslich etwas in Kauf, damit die Menschen in ihrem Land unbescholten, aufrecht und in Freiheit leben können. Gruß, Kauz.

    • Ich bin sicher, die intelligenteren Psy-Op-Offiziere des Imperiums werdens mit Vergnügen und Schadenfreude vernehmen. Die Morgenluft, die russische Nationalisten und Revisionisten genießen, setzt die russische Führung zwischen Baum und Borke und macht sie mindestens anfällig für irrationales Engagement. Damit meine ich NICHT die bedingte Stützung der Verteidiger Syriens, sondern die Matroschka-Spielchen mit der türkischen Allianz, die Russland eher kurz- als mittelfristig verlieren wird und die zu Lasten des Iran, mittelbar China und damit der Brics-Allianz gehen dürften. Und ich, der mittellose Westeuropäer, zahle erstens mit den spekulativen Energiepreisen und zweitens damit, daß antikapitalistische Perspektiven auch von dieser Seite verrammelt und verriegelt bleiben –

    • btw –
      ich beobachte seit ca. drei Jahren eine Wiedergängerei des Seelenbegriffs im Zusammenhang mit Kriegsfolklore, die nicht allein auf’s neonazistische Konto zu schreiben ist. Wiedergängerei ist es, weil das Konzept der Seele in das moderne religiöse Konzept der Psyche eingepaßt, nicht gegen es mobilisiert wird.

    • @TomGard
      „setzt die russische Führung zwischen Baum und Borke“
      ganz zufällig fliesst hier im Kambium der Lebenssaft eines Baumes, als doch genau die richtige Stelle?

      Was ist mit deinem Blog?
      /(Pause

      von TomGard Pro @ 2013-02-28 – 18:22:26 )/
      gibts da was neues?

    • @TomGard – Die „testosterongesättigte“ Lyrik kommt von Wladimir Wyssozki. Was das (und ebenso den Gebrauch von „Seele“ bei Kauz bzw. „den Russen“) angeht, mangelt es Dir an der Stelle einfach an interkultureller Kompetenz. Für „Propaganda“ sind diese Videomitschnitte einfach zu roh, zumal die spärlichen Kommentare dazu kaum jemals auf einer abstrakten Ebene liegen, sondern zu 99% deskriptiv sind – abgesehen allerhöchstens von Begriffen wie „Terroristen“ oder „Wahhabiten“ (es gibt englische Untertitel).

    • Na, apxwn, der „Kauz“ kannte den Wladimir anscheinend auch nicht, gelle? Also nehme ich seine Verwendung des Seelenbegriffes erstmal noch vom Thema „interkulturelle Kompetenz“ aus.
      Tatsächlich ist nicht nur meine interkulturelle, sondern kulturelle Kompetenz überhaupt mangelhaft.

      Die Art Propaganda, die ich meinte, liegt nicht in kommentierenden Worten, sondern in Bildern, die erkennbar aus Motiven entstehen, Kriegsszenerien roh abzufilmen, so daß neben der Verbildlichung des „es ist Krieg“ keine zusätzliche Information abfällt. Deshalb glaube ich erstmal noch nicht, daß ich mich in der appellativen Funktion der Lyrik im Grundsatz irre, auch wenn sie weniger testosteron-, als alkoholgesättigt sein sollte. Tragisch – heroische Affirmation des Krieges ALS Chance der Bewährung ist das Leitmotiv für Kauzens Auffassung der Bilder – und eben das hatte ich im Auge. Treffer, wenn mir auch gewiß die kulturelle Kompetenz fehlt, Nuancen zu erkennen bzw. zu unterscheiden.

      @Badx – gut antizipiert; das Bild „zwischen Baum und Borke“ fiel mir vielleicht ein, weil es auch einen Teil der Gründe beschreibt, warum ich noch nicht abschließend darüber befunden habe, wie ich nach der Zäsur weiter bzw. eben nicht weiter machen will.
      Da grad mein Rücken schmerzt, weil roden und pflanzen, schleppen, sägen, hämmern und verputzen derzeit einen Großteil meiner Zeit in Anspruch nimmt, belaß ich es einfach dabei. Mindestens bis Ende Juli.

    • @TomGard. Tatsache. Du hast nicht unrecht. Ich sagte ja auch „beeindruckend“ zu den Aufnahmen. Und damit meinte ich primär die dargestellte Performance der Republikanischen Garde.

  • Jörg

    Ich finde es unschön, apxwn, daß Du mich in Deinem Artikel an den Pranger stellst und mich aussehen läßt wie einen wilden Radikalinski oder einen Schießwüterich.
    Ein unbefangener Leser von „Vergeltungsschlag“ muß so von mir denken.

    Tatsächlich geht es mir jedoch um die „internationale Sicherheit“ des Flugverkehrs. Ich fliege auch öfters und bestehe nicht zuletzt auch deshalb geradezu darauf, daß man gegen solche Terroristen dringend etwas unternimmt.

    Genau dazu ist auch die UNO da. Während Du, apxwn, mich verkürzt als ‚Vergeltungsschläger‘ darstellt, versäumst Du es, auf meine sehr dringende Aufforderung nach Aktionen in der UNO hinzuweisen.
    Daß absurder Weise noch nicht einmal der russische Vertreter bei der UNO Maßnahmen gegen die Raketenbeschaffer der terroristischen rabbles in Syrien verlangt hat, ist doch das entscheidende. Hier geht es um die Sicherheit des internationalen Flugverkehrs und darum, daß an unberechenbare Kriminelle Flugabschußraketen verteilt werden!
    Die Libyer ließ Putin zusammenbomben, obwohl er etwas gegen diesen „Beschluß“ (der m.E. ohnehin unwirksam war) hätte machen – und insbesondere: stimmen – können. Und nun, bei einem klaren Fall der Bedrohung der internationalen Sicherheit, die die UNO sogar zu Gewaltmaßnahmen berechtigt (Artikel 42 der Charta), will er einfach wegsehen.
    Hier wäre die Gelegenheit gewesen, etwas für den Frieden zu tun!

    Mir ging es also nicht ums bombardieren – wie Du, apxwn, es darstellst – sondern darum, daß man die Rabbles darin HINDERT(!) ANDERE ZU BOMBARDIEREN – insbesondere Flugpassagiere.

    • Anonymous

      Hallo Jörg,
      ich lese ja auch alle Artikell und die Komentare, aber ich sehe nicht, dass du durch den Artikell an den Pranger gestellst wirst – geschweige als wilden Radikalinski oder Schießwüterich.
      Viele stellen sich die Frage, warum Putin nicht energischer auftritt oder eingreift. Ich sehe die Nennung des Namens nur dahin, dass er damit auf deinen Kommentar weist. Ich sehe keine Wertung darin. Vielleicht sollte man in Berichte keine Namen nennen – aber so wusste ich genau, welchen Kommentar er im Sinn hatte.
      habkind

    • Jörg

      Ja, habkind, Du hast wahrscheinlich recht …
      Ich war zunächst erschrocken, daß mein provokanter (politisch ohnehin nicht durchführbarer) „Vergeltungsschlag“ so hoch ins helle Licht gehalten wurde.

    • Jörg, fürchte Dich nicht… :) Deinen Kommentar habe ich nur stellvertretend hergenommen. Hatte natürlich nichts mit Dir persönlich zu tun.

    • Jörg

      ..alles klar!

  • Jörg

    TEIL 1
    1.) Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen. Der Vorschlag eines „Vergeltungsschlages“ gegen die syrischen Rabbles durch russisches Militärgerät ist natürlich (politisch) nicht praktikabel. Mir ging es auch darum, einmal dieses abscheuliche Treffen zwischen Erdogan und Putin im Dezember des letzten Jahres zu konterkarieren. Damals sagte Putin: „Man teile die Einschätzung(sic!) der Lage (betr. Syrien) und sei sich auch darüber einig(sic!), welche Situation man anstrebe… Rußland wolle das syrische Regime nicht schützen und sei auch kein Anwalt der Regierung“ ( http://www.solidaritaet.com/neuesol/2012/50/putin.htm ).

    Praktikabel – ja, geradezu notwendig wäre es hingegen gewesen, für eine Sondersitzung des Sicherheitsrates der UNO Sorge zu tragen. Hier hätte man UNO-Grenzkontrollen an den syrischen Grenzen verlangen können, die sicherstellen, daß kein Waffen und Söldnertruppen ins Land kommen. Aber nix!
    Auch als vor ca. 1 Jahr ein türkisches Spionageflugzeug in den syrischen Luftraum eindrang, um mögliche Angriffziele in Syrien auszumachen, reagierten Putin-Medwedew vor der UNO in keiner Weise!

    Schon damals hatte ich den Verdacht, daß Putin eigentlich nur ein ‚russischer Merkel‘ ist. Also: Ein politischer Vertreter, der von den Bürgern gewählt wurde, die Interessen Rußlands zu befördern, der aber in erster Linie ‚Vasall‘ anderer Leute ist und nur in zweiter Linie das vertritt, wofür ihn die Leute gewählt haben.
    Im nachherein denke ich, daß Putins Verbot, die überlebenden russischen Seeleute im U-Boot „Kursk“ zu retten, womöglich so eine Art ihm abgeforderter Zuverlässigkeitsnachweis als Vasall war.

    Nimmt man Medwedews völlig verlogene Äußerung zum Syrien-Krieg hinzu (http://de.rian.ru/politics/20121127/265020382.html), in welcher er sich hinter die Nato-Propaganda stellt, nach der angeblich sich eine verzweifelte syrische „Opposition“ gegen einen uneinsichtigen Diktator wehrt, und in welcher er das Entscheidende: Die Invasion durch modernst ausgerüstete ausländische(!) Truppen, [b]verschweigt/leugnet[/b], so ist für mich die Sache doch klar. Der bisweilen zu hörende Verweis auf einen angeblichen ‚Richtungskampf‘ zwischen Putin und Medwedew ist m. E. völlig gegenstandslos.

    2.) Was bedeutet das nun?
    Nach meiner Einschätzung ist also Rußland unter der Regierung Medwedew-Putin nur genauso ein Vasall wie die BRD unter Merkel oder das UK unter Cameron.
    Daß Rußland nicht Mitglied der Nato ist, ist völlig unerheblich. Auch Israel, Ägypten, Marokko, Thailand usw. sind nicht Nato-Mitglieder.

    Werfen wir nun einen Blick auf die globale Lage, so hat sich längst ein einheitliches globales Machtsystem etabliert. Möglicherweise ist auch die VR China längst ‚Vasall‘. Es gäbe demzufolge also längst so eine Art ‚Weltregierung‘, die allerdings gerade nicht von irgendwelchen Bürgern gewählt wäre, sondern die sich ausschließlich auf eine diktatorischen Machtentfaltung stützt.

    Das Bild, welches die Lage ganz gut trifft, ist die von Orwell prophezeite globale Konstellation: http://s7.directupload.net/images/120815/higl8zmh.jpg .
    Orwell legt großen Wert darauf, daß diese Großreiche Oceania, Eurasia und Eastasia keineswegs(!) gegeneinander Krieg führen. Vielmehr gaukeln sie dies ihren jeweiligen Bürgern nur vor:
    „1984“, George Orwell Chapter 5 (In Bezug auf ‚Julia‘:): „[i]In some ways she was far more acute than Winston, and far less susceptible to Party propaganda. Once when he happened in some connexion to mention the war against Eurasia, she startled him by saying casually that in her opinion the war was not happening. [b]The rocket bombs which fell daily on London were probably fired by the Government of Oceania itself, ‚just to keep people frightened'[/b][/i].“

  • Jörg

    TEIL 2
    1.) Was will diese ‚Weltregierung‘ oder – besser – dieser ‚Diktatorische Weltrat‘?
    Ich hatte auf diesen Seiten schon einmal auf „die 3 Mafien“ hingewiesen. Und Mafien haben praktisch ausschließlich das Ziel ihre Opfer in parasitärer Weise wirtschaftlich auszusaugen. Der romantische Aspekt, daß die sizilianische Mafia sich in ihren Anfängen auch womöglich einmal gegen die reaktionäre Adelsherrschaft gerichtet hatte, ist ohne heutigen Belang. Für die chinesischen „Triaden“ oder die japanische „Jakuza“ traf dies ohnehin nie zu. Auch auf die US-Mafia, z. B. einen Meyer-Lansky, traf dies nie zu. Wahrscheinlich hätte Meyer-Lansky sein Töchterchen sogar sehr gerne an irgendeinen „Lord“ verheiratet.

    Das Hauptgefährt des ‚Diktatorischen Weltrats‘ ist die kranke Ideologie des LIBERALISMUS:
    a) Zunächst greift dieser `Diktatorische Weltrat‘ die heutige ernorm hohe Produktivität ab. Bereits in den nur ärmlich automatisierten Zeiten der 1950er und 1960er Jahre schoß der Wohlstand der Bürger in der West-BRD, in Japan aber auch in den USA, in Skandinavien usw. raketengleich nach oben. Noch nie hatte es einen solchen breit angelegten Wohlstand gegeben!
    Heutzutage ist durch den massiven Automationsdurchsatz (ermöglicht u. a. auch durch Computer) und durch den Fortschritt der Technologien (Materialien, Verfahren) eine Produktivität geschaffen, die diejenige z. B. der 1960er Jahre als geradezu winzig erscheinen läßt. Diese Produktivität wird vom `Diktatorischen Weltrat‘ abgegriffen.
    Die Utopie, wie noch in div. Filmen der 1960er Jahre zu sehen, daß der technologische Fortschritt den Bürgern zugute kommt, die – bedient von Robotern – so faul werden, daß sogar ihre Gliedmaßen verkümmern und sie nicht nur leben, wie „Maden im Speck“, sondern sogar langsam so aussehen, wird nun verhindert, da der `Diktatorische Weltrat‘ hier abräumt. Ja, schlimmer noch: Das Rentenalter wird heraufgesetzt und die Rentenbezüge sinken auf ein Existenzminimum herab, Löhne sinken – statt zu steigen.. Und es gibt noch mehr Beispiel der Ausplünderung des Kommunalvermögens.

  • Jörg

    … Fortsetzung TEIL 2
    b) Öl und sonst. Ressourcen
    Ich erinnere mich noch wie im Jahr 2001 ein Deutschbanker auf dem Frankfurter Börsenparkett angesichts der damaligen Ölpreissteigerung von sich gab: So lange der Ölpreis nicht über 30 DM(!) steige, könne die deutsche Wirtschaft damit leben. Nun ist der Ölpreis aber bei über 90 Euro! Und der für Europa entscheidende Preis für „Brent“-Öl liegt sogar immer 10 Dollar über den normalen („sweet crude“) Ölpreis – warum eigentlich???

    Dieser Ölpreis ist natürlich kein ‚echter‘, etwa weil Chinesen und Inder jetzt auch alle Auto fahren wollen. Vielmehr wird der Ölpreis manipuliert. Diese Einschätzung wurde mir bestätigt durch einen Vorfall vor vielleicht 1 ½ Jahren. Damals ließ die Bundesregierung einen Teil der nationalen Ölreserven auf den Markt werfen, um der Spekulation des Ölpreises entgegenzutreten. Statt nun gelobt zu werden, wurde die Regierung daraufhin vom online-Zeitungs-mainstream auf das giftigste angegriffen. Ich weiß heute nicht mehr welche online-Zeitungen das waren, aber es waren auf jedenfalls etliche aus dem Kreis der üblichen Verdächtigen: ZEIT, SPRINGER, SPEIGEL, STERN, SÜDDEUTSCHE.

    c) Enteignung der Staatskasse und des Staatsvermögens
    Bei uns wird/wurde das Bundesvermögen, das Vermögen der Länder und die Vermögen der Kommunen systematisch enteignet. Hinzu kommt die Enteignung durch das absurde und rechtswidrige neue globale Patentierungs- und Urheberrecht (Beispiel: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-verlaengert-Schutzfrist-fuer-Tonaufnahmen-1850149.html ).

    2.) Wie geht der ‚Diktatorische Weltrat‘ vor?
    Der ‚Diktatorische Weltrat‘ laßt den Alptraum des weitsichtigen aber pessimistischen George Orwell Wirklichkeit werden:
    a) Totale Überwachung
    b) Rekolonialisierung und (vermeintliche) „Stellvertreterkriege“ in den sog. Entwicklungsländern
    c) Regierungsgesteuerte, gefakte Bomben- und Terroranschläge in den eigenen Ländern. Der Film „Brazil“ ist insoweit auch weitsichtig – siehe z. B. die Bombenanschläge im Trailer: http://de.video.search.yahoo.com/video/play?p=youtube+Brazil&tnr=21&vid=fe93a87109afe4a294fde2d2fa6afeee&l=175&turl=http%3A%2F%2Fts4.mm.bing.net%2Fth%3Fid%3DU.4709149160243719%26pid%3D15.1&rurl=http%3A%2F%2Fwww.bing.com%2Fvideos%2Fsearch%3Fq%3Dyoutube%2BBrazil%26docid%3D4709149160243719%26mid%3D84278C481D8FCC199EE084278C481D8FCC199EE0%26view%3Ddetail&sigr=142cettq8&tt=s&tit=Brazil%281985%29+Trailer&back=http%3A%2F%2Fde.search.yahoo.com%2Fsearch%3Fei%3DUTF-8%26p%3Dyoutube%2BBrazil%26fr%3Dopera2&sigb=125gpel6i .

  • kaumi

    – INFO –

    Die Israelis haben lt. libanesischen Militärquellen (für einen garantierten Informationsfluß reicht die Qualität des libanesischen Militärs gerade noch aus) in den letzten 24h nicht weniger als 16 mal die Lufthoheit des Landes verletzt. Gestern griffen zionistische Flieger Ziele in Syrien an. Einige meiner Quellen schwören, dass die Jets auch einige Treffer im damaszener international Airports gelandet haben.
    Die Gerüchte schießen nun ins Kraut, was genau bombadiert worden sein könnte: da ist von einem Transportflugzeug die Rede, das kurz vorher aus dem Iran kommend, gelandet sein soll. Andere wollen wissen, dass 8 Übungsjets in einem Hangar zerstört worden seien und schließlich geben welche an, einige Kerosintanks seien explodiert.

    Wie dem auch sei: Israel hätte damit den zweiten Angriff binnen weniger Wochen auf Syrien geflogen, diesmal erheblich tiefer in syrischem Territorium. Die Gegenseite wird sich das nicht mehr lange geduldig mit anschauen. Je größer der (tatsächlich) erlittene Verlust, desto eher wird eine Reaktion erfolgen. Offiziell ( durch Syrien) oder inoffiziell ( durch die Hizbollah). So oder so, eine neue Qualität scheint sich in diesem Konflikt anzudeuten.

    • Anonymous

      laut Al-Maiadeen hat es keinen Angriff gegeben, geschweige bis an den intern.Flughafen Damaskus.
      Israel selbst behauptet, es habe aus libanesichem Luftraum Raketen nach Syrien abgeschossen. Warten wir noch einige Tage, ob es tatsächlich einen Angriff gegeben hat und was wirklich getroffen wurde – wenn überhaupt.
      habkind

    • Wenn der Eindruck entstünde, Israel habe die entscheidende Kriegswende herbei geführt, wären ausgerechnet die Raumordnungsziele sabotiert, über die sich die konkurrierenden Fraktionen in den USA einig sind. „Frühling“ wie „Herbst“ soll Araberwerk sein. Die syrische Militärführung dürfte das wissen, wenigstens das. Sie werden sich nicht von Provokationen hinreißen lassen, über deren relativ geringfügigen militärischen und kriegspolitischen Belang sie Bescheid wissen.

    • Sollten die Bilder, auf die sich RT beruft, echt sein, ist Netanyahu (rein herrschaftslogisch gesehen) einen entscheidenden Schritt zu weit gegangen, indem er den Einsatz einer thermobarischen Atomwaffe freigab.

      Das wäre nun tatsächlich „Jörgs Stunde“. Es könnte – u.a. unter Berufung auf den Schaden, den auch russische Einwohner Damaskus durch den Einsatz einer Atomwaffe erleiden – eine offizielle russische Kriegserklärung an Israel vor der UN erfolgen, des Inhalts, daß Russland bei weiteren Übergriffen der IDF auf den Libanon und / oder Syrien die israelischen Gasförderanlagen zerstören wird. Die israelische Marine hat vermutlich kein Gegenmittel.

      Folglich wäre der israelische Angriff, wenn wir der Regierung Netanyahu und den ausführenden Militärs kein instinktloses Abenteurertum unterstellen wollen, ein von der Chaos-Killary-Fraktion gestützter „Lackmus-Test“ auf die Steifigkeit russischer Interessenpolitik in der Region.

  • ISKANDER

    Christoph Hörstel hat heute eine Presseerklärung abgegeben zu Syrien. Er sprach im Namen der „Neuen Mitte“ und forderte:

    „Die NEUE MITTE fordert die Nato und ihre arabischen Partner sowie Israel unmissverständlich auf:

    alle Äußerungen zu unterlassen, die geeignet sein könnten, die Lage in Nah- und Mittelost zu erschweren
    sämtliche Waffen-, Finanz-, Logistik- und Personalhilfe für Akteure in der Region einseitig für sieben Tage einzustellen
    Russland, Iran und Syrien Sofort-Gespräche anzubieten mit dem Ziel eines sofortigen Waffenstillstands mit nachfolgendem freien Abzug aller bewaffneten Kämpfer gegen die syrische Regierung unter ihrem rechtmäßigen Präsidenten Dr. Bashaar Al-Assad
    mit der syrischen Regierung parallel zu vereinbaren, dass sämtliche polizeiliche und militärische Verfolgung Oppositioneller sofort zu unterbleiben hat, was durch nicht unter 2.000 UN-Kontrolleure ebenso überwacht werden muss wie alle übrigen Punkte dieser Veröffentlichung.“

    Das dies was bewirkt ist wohl kaum zu erwarten aber jede Stimme für ein Ende des Invasionsterrors sollte willkommen sein.
    Ist ja auch das Problem Syriens: Die mediale Unterlegenheit im Meer der Informationen und Desinformationen.

  • Anonymous

    Ich fürchte langsam das Martin Schmitt im Recht ist.
    Der Westen wird ohnehin gewinnen es ist nur letzendlich
    die Entscheidung der Syrischen Regierung wieviele sie
    und die Rebellen vorher umbringen bevor auch dort eine
    westliche Marionette regiert und der Weg Frei ist den
    Iran und schließlich Russland anzugreifen.

    Die Frage ist warum Russland nichts tut.
    Ich würde sagen alle Prorussland-Fraktionen auf der gesammten Welt sollten genau zuschauen und wenn Assad fällt ohne das Russland einen Finger bewegt hätte wie es schon zuvor bei Lybien, Irak und Jugoslawien war sollte alle Welt wissen das von Russland keine Hilfe zu erwarten ist und versuchen sich mit den Amerikanern zu einigen.
    Denn die bekommen eh was sie wollen.

    Dies gilt sowohl für Maduro in Venezuella als auch für die Armenier, Serben und sonstige. Von Russland hat es noch nie irgendwelche Hilfe gegeben. Alle die darauf hofften wurden enttäuscht.

    Statt auf Russland zu setzen müssen die die gegen Krieg und Zerstörung sind auf Aufklärung der Massen in den Natostaaten setzen. Der Einzige Weg die Kriegsmaschinerie aufzuhalten ist wenn wie bei Vietnam die Bevölkerung der Kriegsführenden Staaten gegen den Krieg auf die Straße geht.

    Gruß

    Slavik

  • Anonymous

    Was Libyen angeht sollte man bedenken das der Gaddafi öfter in Brüssel, London und Paris war als in Moskau! Seit 2006 hat sich Libyen eher mit dem Westen verbündet gefühlt, groess investiert aber vor allem den eigenen Geheimdienst der CIA geöffnet( zugänglich gemacht – Partnerschaften uä.) und nicht der FSB.
    Somit wurden sie nicht vom Russland verraten sondern von ihren besten Freunden. „Russland“ war zu Sowjetzeiten der beste Freund!

    Serbien ist bereits dem Westen angebunden.

    Was Armenien angeht solltest du Russlands „Interessen“ im Kaukasus (zb August 2008) nicht vergessen. Armenien bleibt Pro Russisch. Auch wenn dort zurzeit die Amerikaner mit viel Geld Politiker kaufen, werden sie nicht erreichen. Eine gescheiterte Farbene Revolution 2008 haben sie auch schon hinter sich!
    Lewon ter Petrosyan ist Februar 1998 über Nacht zurück getreten weil er eine rote Linie überschritten hat, die nicht nur armenische sondern auch russische Interessen zu wider waren.

    • Jörg

      @Anonym5. Mai 2013 00:44
      Deine Darstellung der Verhältnisse ist völlig verlogen und verdreht und gibt ziemlich genau das üble und rechtsbrecherische Verhalten wider, das ich der russischen Regierung vorwerfe!

      Im einzelnen:
      1.) Zitat: „das der Gaddafi öfter in Brüssel, London und Paris war als in Moskau! „
      Antwort:
      a) Daß Du hier an diesem „Popanz‘-Bild eines angeblichen Diktators Gaddafi mitstrickst, ist genau das üble Verhalten, daß ich der russischen Regierung (und seinen Medien, z.B. RIA Novosti) vorwerfe. Die Nato-Propaganda hatte vor ihren jeweiligen Einfällen und Bombardements immer Wert darauf gelegt, das bild eines bösen Diktators zu zeichne der sein gequältes, aufbegehrendes Volk liquidiert. Bei Milosevic war das genauso – obwohl Milosevic deutlich demokratischer gesinnt war als z. B. die deutschen Bundesregierungen vor und nach ihm.

      Gaddafi war jedoch weder ein Diktator noch auch nur an der libyschen Regierung beteiligt!
      Sein Amt was ausschließlich repräsentativ – er verglich sein Amt einmal mit dem der Queen im UK (ganz offensichtlich wollte man sein Amt als verehrter Revolutionsführer auch nicht dauerhaft im – dem sowjetischen ähnlichen – System implantieren. Offenbar sollte es einzigartig bleiben und mit seinem Tode erlöschen).

      b) Daß „…der Gaddafi öfter in Brüssel, London und Paris war als in Moskau“ rechtfertigt doch nicht den mithilfe Rußlands begangenen Bruch des Völkerrechts, die Zerstörung eines ganzen Landes, die Ermordung und Folterung ungezählter Libyer!

      Daß der Präsident Libyens, nämlich der Generalsekretär des Allgemeinen Volkskongresses Muhammad Abu l-Qasim az-Zuw nicht öfters nach Moskau eingeladen wurde, lag doch nicht an der die libysche Regierung – SONDERN AN MOSKAU!

      Wenn Moskau statt des libyschen Generalsekretärs lieber Gaddafi eingeladen hätte, wäre auch der doch unbedingt im Kreml erschienen!
      Deine scheußliche Verlogenheit, user „Anonym“, stellt hier alles auf den Kopf!

      Im übrigen war auch Egon Bahr zur Zeit der „Ostpolitik“ mit Sicherheit öfters in Ostberlin und Moskau als in Washington oder Tel Aviv! Es ging um die Entschärfung einer kritischen Situation: Deutschland wäre d e r Kriegsschauplatz eines nächsten Weltkrieges gewesen, wenn etwas schiefgegangen wäre.
      Genau das trifft auch auf Libyen zu: Libyen – über ein ½ Jahrhundert Jahrzehnte hinweg d e r Buhmann der Nato-Staaten – hatte ein dringendes Interesse daran, die bedrohliche haßerfüllte Lage zu entschärfen. und man war aus vernünftigen Gründen sicherlich dazu bereit den Nato-Staaten entgegenzukommen.

      2.) Zitat: „Somit wurden sie nicht vom Russland verraten“
      Antwort: DOCH! Putin und Medwedew hatten die libyschen Bürger – ja, und auch „Gaddafi“ – auf grausame Weise im Weltsicherheitsrat verraten.
      Hier ein Kommentar von mir aus alten Zeiten: http://s14.directupload.net/images/130505/yfn7btja.pdf

    • Anonymous

      Leider bist du aufgrund der NATO Propaganda über-sensibilisiert was das Thema angeht und somit kann ich dein Überreaktion verstehen.

      Vorab, ich verehre Gaddafi, hab auch das Grüne Buch gelesen, bin begeistert von der Jamahiria! Doch leider stechen mir immer mehr Fehlbewertungen, Fehlreaktionen, „Missgeschicke“ usw ins Auge!

      Es war zb garantiert nicht in Libyscher Interesse Sarkozys Wahlen zu unterstützen und schon gar nicht wurde es über die Jamahirija abgewunken.

      Beispiel 2; Partnerschaft mit der CIA, wie blauäugig muss man den sein?

      Öl gegen Gold: Ich persönlich finde es wunderbar – aber ich bitte dich, du glaubst doch nicht dass das Imperium sich einfach so über Nacht Matt setzen lässt. Sie haben über Jahrhunderte daran gearbeitet und waren/sind bereit dafür Atomkriege zu führen…

      Die Jamahiria hat sich erst eine Jahr vor dem Krieg gegen eine moderne Luftabwehrsystem aus Russland entschieden. (Und hier kommen wir an einem Punkt wo man die schwächen eines solchen Direkt demokratischen System Sehen kann)

      usw usf

      Weder Russland noch China haben Libyen bombardiert sondern Libyen engsten westlichen Partner.

      Zu Russland:
      Damals war Medwedew Präsident und es gab auch wegen Putins Aussagen zu Libyen Unstimmigkeiten mit Medwedew (lief alles vor der Presse ab – ich mach mir jetzt nicht die mühe um es einzeln rauszukrammen)! Wobei Putin nachgegeben hat, ich denke um die Wahlen nicht zu gefährden.
      Putin hat unter anderem das was im pdf steht angeprangert und bemängelt

  • kaumi

    Bezugnehmend auf mein letztes Posting muss ich feststellen, dass sich die erwarteten Ereignisse viel schneller als befürchtet (?) eingestellt haben:
    Israel hat um 02h, von der Nacht von Samsatg auf Sonntag den nächsten Angriff, respektive Angriffe, gestartet und mehrere Ziele um Damaskus zerstört.
    Die Informationen bewegen sich zwischen einer für die Hizbollah bestimmte und aus dem Iran kommende Ladung von Boden-
    Bodenraketen bis hin zu einem größeren Lager an Waffensystemen und -equipement, der 4. Division und der republikanischen Garde gehörend.
    Letzteres macht aus meinem Blickwinkel für die westliche Allianz den größeren Sinn, waren es doch diese beiden Einheiten, die seit Tagen um Damaskus und Hallab gigantische Fortschritte zu verzeichnen hatten.

    Ps.: Nasrallah hat zu verstehen gegeben, dass Bogdanov jüngst die offizielle „Erlaubnis“ erteilt hat, dass die Hizbollah militärisch mitmachen darf.
    Die Schattenmänner verlassen gezwungener Maßen ihre Ecken und stellen sich ins Licht – die Zeit des Palabers scheint vorüber.

    • Anonymous

      … alles nicht gut!

    • Hier stellt sich die Frage wie schon zuvor:
      Was zum Teufel ist mit der viel gerühmten syrischen Luftabwehr los?
      Und wie Mundtot zeigen sich die Medienhuren zu dieser Verletzung des Völkerrechts.
      Den Bildern nach, zu schliessen aus den aufbrühenden glühenden Klumpen kam hier ganz massives zum Einsatz.
      Bunker-brechend und mit abgespeichertem Uran versehen.

    • kaumi

      Über die eingesetzte Munitionsart kann ich nichts sagen.
      Die Frage nach der syrischen Abwehr ist hier dutzende Male besprochen worden. Können tun sie, machen tun sie nicht. Die Gründe hierfür sind reine Spekulation.
      Nach meiner persönlichen Meinung liegt der Grund in der Tatsache, dass zunächst einmal die Verluste nicht basal oder entscheidend zu sein scheinen. Ferner liegt Syrien gar nichts an einer Beantwortung der Provokation und schließlich ist der militärische Apparat derzeit auf Guerillakampf und nicht auf defensive Heerestaktik getrimmt

    • Anonymous

      naja in wie weit sie es könne ist die Frag…

      Gegen türkische und billige NATO Tornados, Mirage tun sie es bestimmt aber in wie weit sie es gegen die modernsten Waffensysteme Israels tuen ist eine andere Frage. Israel hat nun mal die modernste und best-ausgerüstete Armee.

  • Anonymous

    Nun die „Medienhuren“ werben wie ich gestern in den Nachrichten vernehmen konnte, für Verständnis für Israel da es verhindern muss das Chemische und Sonstige moderne Waffen in die Hände Terroristen den Terroristen der Hisbolah fallen die ja eng verknüpft mit dem Iran sind der mit der vernichtung Israels gedroht hat.

    Und wie schon in allen Fällen zuvor lege ich die Hand dafür ins Feuer wenn ich morgen irgendeinen Beliebigen Kollegen im Büro danach frage das sie genau diese Sprüche mit voller Überzeugung wiederholen.

    Wir kämpfen einfach gegen Windmühlen die einen 50 Jahre langen Indoktrinationsvorsprung haben. Und niemand in Deutschland will „Nazi“ sein, somit passen alle schön auf Mainstreamkompatibel zu bleiben.

    Achja als „Serbe“ möchte ich doch bitte Jörg etwas korrigieren. Milosewic hat nichts von einem Demokraten gehabt sondern war ein Machthungriger Irrer.
    Er hat Leute aus dem Weg räumen lassen (manche behaupten es wäre seine Frau gewesen).

    Er hat mit dem Kroaten Tudjman zusammen beschlossen Bosnien aufzuteilen in einen Kroatischen und einen Serbischen Teil. Für Muslime wäre wohl in beiden Teilen kein Platz gewesen. Somit können diese von Glück sprechen das die beiden sich doch nicht so einig waren und jeder mehr als vereinbart wollte.

    Abgesehn davon haben sowohl Milosevic als auch Karadjic die Serben in Kroatien verraten nach dem sie von Milosevic erst bei dem Aufstand unterstützt ja dazu verleitet wurden.
    Genauso wie viele Gräuel in Bosnien und Kroatien von Paramilitärs die aus Serbien kamen begangen wurden und nur die lokalen „Serben“ dafür dann büssen dürfen.

    Aber das ist hier alles Off Topic nur bitte nen diesen Typen – der mehr abgebissen hat als er kauen konnte und dafür das gesamte Serbische Volk bis heute als Ausgestossener gilt und wohl auch noch die nächsten 50 Jahre auch noch – nicht nen Demokraten außer du setzt es in „“ und meinst das Ironisch.

    Slavik

    • Nobilitatis

      Bravo, Slavik. Die Wahrheit macht Euch frei.
      Weder Serben, noch Kroaten, noch Moslems waren die „Guten“.

    • Jörg

      Milosevic war weder a) „machhungrig“ noch
      b) „irre“ noch hat er
      c) „Leute aus dem Weg räumen lassen“.

      Zu „c)“: Natürlich hat er den Staat gegen moslemisch-albanische CIA-Terroristen verteidigt. Aber er hat nicht – so verstehe ich Dich, slavik – politisch unbequeme Leute ermorden lassen. Etwa wie Obama (Todeslisten), oder wie Merkel-Schäuble-deMaizière in der BRD (NSU-stay-behind) in Afghanistan, im Jemen in Somalia (die verhungern da jetzt wegen Merkels Fischraub-Militärschutz und der Giftmüllverklappung) und jetzt in Syrien (Kriegseintritt der BRD gegen Syrien: http://www.antikrieg.com/aktuell/2012_11_29_derstaat.htm ).

      Tito hingegen hatte schon Leute beseitigen lassen (ein Milovan Djilas schrieb mal darüber). Ansonsten mochte ich sogar Tito ein bißchen.

  • Jörg
  • Anonymous

    Jörg sagt dir der Name Stambolic etwas,
    selbst Leute wie mein Vater der während des Krieges noch 100%
    der meinung war „Slobo“ währe kein schlechter Mensch sagt heute etwas anderes und nicht wegen westlicher Propaganda die er eh nicht glaubt.

    Stambolic wurde von den selben Kreisen ermordet wie später Djindjic.

    Du tust der Sache keinen Gefallen wenn du Leute positiv darstellst nur weil sie gegen den Westen sind. Vorallem bei Milosevic war es wohl so das er erst vor dem Kosovokrieg sich mit dem Westen überwarf. Vorher wollte man ihm sogar mal nen Friedensnobellpreis verleihen wegen seiner vermittlung in Bosnien.

    Hier auf die schnelle aus Wikipedia:

    Ivan Stambolić (kyrillisch Иван Стамболић; * 5. November 1936 in Brezova; † 25. August 2000 in Zmajevac) war ein jugoslawisch-serbischer Politiker. In den 1970er und 1980er Jahren war er unter anderem Ministerpräsident und später Präsident der Sozialistischen Republik Serbien sowie Parteivorsitzender der Kommunistischen Partei Serbiens. In der Vorphase der Wahlen im September 2000 wurde der als einstiger Freund und späterer Rivale Slobodan Miloševićs geltende Stambolić von Mitgliedern der berüchtigten Sondereinheit „Rote Barette“ entführt und später ermordet.

    Stambolić war seit seinen Studientagen mit dem späteren Präsidenten Slobodan Milošević befreundet. Beide erlangten hohe Positionen in der serbischen Wirtschaft und waren politisch aktiv. Stambolić wechselte als erster hauptamtlich in die Politik und war von 1975 bis 1979 Premierminister von Serbien. Ab 1982 war er Parteichef von Belgrad und ab 1984 der serbischen Teilrepublik. Die Spaltung von Milošević begann mit Stambolić‘ Übernahme des Präsidentenamtes von Serbien 1986. Milošević riss die Macht 1987 an sich, Stambolić wurde auf einen Direktorenposten abgeschoben. In den 1990er Jahren war er einer von wenigen prominenten Serben, die Schritte auf dem Weg einer Versöhnung mit den Kriegsgegnern im Balkankonflikt und der Demokratisierung Serbiens unternahmen.

    Stambolić wurde am 25. August 2000 in der Nähe seines Wohnorts entführt. Zu diesem Zeitpunkt standen Präsidentschaftswahlen an, die Milošević zu gewinnen hoffte, die ihn aber stattdessen sein Amt und wenig später auch seine Freiheit kosten sollten. Stambolićs Leiche wurde erst im März 2003 entdeckt. Wenige Wochen zuvor war der Gewinner der Wahlen von 2001 und Nachfolger Milošević‘, Zoran Djindjić, einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Beide Taten sollen auf das Konto von Mitgliedern der Spezialeinheit Rote Barette gehen und von Kreisen des Geheimdiensts gedeckt worden sein. Hartnäckig hält sich auch die Beschuldigung, Milošević selbst habe den Mord oder die Entführung angeordnet, eine entsprechende Anzeige wurde erstattet. Ein serbisches Gericht verurteilte für die Tat im Juli 2005 sieben Mitglieder der Einheit, darunter Milorad „Legija“ Luković und den verantwortlichen Geheimdienstchef Radomir Marković zu Haftstrafen zwischen vier Jahren und lebenslänglich.

    Slavik

    • Jörg

      Bester Slavik, schon Deine völlig verdrehende Darstellung zeigt doch, daß ich Recht habe. Denn wer lediglich irrtümlich etwas Unrichtiges sagt (passiert auch mir bisweilen) ist arglos und hat es nicht nötig, die Dinge zu verdrehen.

      1.) Was Deine Verdrehungen angeht, beschränke ich mich auf einen einzigen Punkt. Es ist Dein Satz: „MILOŠEVIĆ RISS DIE MACHT 1987 AN SICH“.
      Ein wundersamer Satz … mit einem überaus Nato-mäßigem “ riß an sich“!

      Nein riß er nicht. Vielmehr hatte diese stalinistische Betonkopf und Ziehsohn des stalinistischen Diktators Tito, Stambolić, die Macht nach Titos Tod an sich gerissen. Eingeführt wurde Stambolić in bester bayerischer „Amigo“-Manier (oder in der Manier des „sozialistischen Gangs“) durch seinen Onkel Petar Stambolić ( http://de.wikipedia.org/wiki/Petar_Stambolić ) Ein Mann der gruuuuuseligen jugoslawisch-stalinistischen Ära. Nachdem Ivan Stambolić nach Titos Tod die Macht an sich gerissen hatte, war es 1986 sogar der Kommunistische Partei („Bund der Kommunisten Serbiens“) zuviel – und sie stürzten den Diktator Ivan Stambolić . Die Genossen ausersahen sodann zum Präsidenten und Parteivorsitzenden den besten Mann, den sie finden konnte: Slobodan Milošević. Denn auch die jugoslawische Bevölkerung wollte nun endlich – immerhin bereits 6 Jahre nach Titos Tod – weg von der bisweilen grausamen, insbesondere aber selbstherrlichen Ära der Tito Zeit.
      Übrigens: auch Honecker, Deng Tsao Ping, Chrutschow, Dubček, Castro und … ja, auch Gaddafi „rissen“ nicht „die Macht“ an sich. Vielmehr ent(!)-„rissen“ sie diese allenfalls anderen.

      2.) Und wenn Du nun dem braven und tapferen Milošević in leicht zu durchschauender propagandistischer Weise die Ermordung Ivan Stambolić anhängen willst, so scheitert das doch schon an der Logik!
      Milošević hatte nie eine ihm lästige Person ermorden lassen. Über Jahrzehnte hinweg nicht! Und wenn er hätte Ivan Stambolić ermorden lassen wollen, dann hatte er vor(!) dem Jugoslawien-Überfall der Nato doch Zeit und insbesondere „Macht“ genug dazu gehabt!

      Ivan Stambolić wurde aber erst am 25. August 2000 entführt (und vermutlich ermordet). Zu diesem Zeitpunkt war dem braven Slobodan Milošević – nach abenteuerlichem Bombenkrieg, Invasion und nach abenteuerlichen Unterminierungen der Nato – doch längst die Macht entglitten. Die bunten (Nato-)Revolutionäre tanzten längst ihren Totentanz auf den Straßen!

      Auch war Slobodan Milošević doch nicht mit den „roten Baretten“ gleichzusetzen. Obwohl mir z. B. dieser Helmut Schmidt völlig zuwider ist, bin ich doch felsenfest davon überzeugt, daß er die Ermordung der RAF-Stammheimhäftlinge Ende der 1970er Jahre durchaus nicht angeordnet hatte! Ich verurteile auch diese Merkel. Trotzdem bin ich der Ansicht, daß sie keinesfalls angeordnet hätte, daß auf der S21-Demio in Stuttgart diesem älteren Herren die Augen ausgeschossen wurden.

      Auch war Ivan Stambolić zum Zeitpunkt seiner Ermordung kein politischer Konkurrent von
      Milošević. Ein Tatmotiv ist überhaupt nicht erkennbar!

      Für diese Mafia-Ratte Zoran Djindjić sieht das schon anders aus. Immerhin waren die „Roten Barette“ seit dem Nato-Einmarsch genauso mafiotisch wie Djindjić: http://derstandard.at/1271376863722/Serbische-Rote-Barette-im-Dienst-der-Mafia . Und sie wurden mit Sicherheit in Nato-Psy-Op-Operationen geschult!

      Daß Djindjić ermordet wurde, kann damit zusammenhängen, daß „Pack“ sich eben nicht nur „verträgt“ sondern sich auch „schlägt“. Vielleicht war Djindjić auch plötzlich der Nato im Weg. Welches Land – außer Israel – auch noch „Todeslisten“ hat, wissen wir doch!

  • Anonymous

    Den Satz den du zitierst habe ich aus Wikipedia zitiert wie ich auch geschrieben hab….

    Wa Djindjic angeht so ist es durchaus möglich das er der Nato im weg stand.

    Es ist trotzdem viel zu oft so das Leute die nur gegen den Westen sind irgendwie heroisch gesehn werden und ihnen Fehler verziehen werden von manchen. Was wiederum dazu führt das ihre durchaus richtigen Argumente von anderen dadurch entkräftet werden können weil sie sich vorher einseitig Positiv zu manchen Präsidenten geäußert haben.

    Gruß Slavik