Osternacht in Damaskus

Osternacht 2013 in Damaskus

Aus durchaus nachzuvollziehenden Gründen werden wohl die Einzelheiten zum israelischen Angriff auf Damaskus nicht detailliert und mit offiziellen Statements und Bestätigungen versehen werden. Derweil gibt es allerdings Einzelheiten, die, um es so zu sagen, unbestätigt sind.

Israel griff Damaskus von libanesischem Gebiet aus an, insofern ist der syrische Luftraum formal gesehen nicht verletzt worden. Angegriffen wurden: der Stab der 4. Division der Syrischen Arabischen Armee, Kasernen der 104. und 105. Brigaden der Republikanischen Garde (die als die Eliteeinheiten innerhalb der Garde gelten, in deren Obliegenheiten auch die Sicherheit des syrischen Präsidenten fällt). Seinerzeit hat Israel behauptet, dass es jene 104. Brigade ist, innerhalb derer Militärberater aus dem Iran fungieren.

Getroffen wurden weitere militärische Objekte – operativ-taktische Raketenbatterien vom Typ SCUD, Munitionsdepots sowie das militärische Forschungszentrum im Bereich von al-Haama.

Wenn diese Einzelheiten stimmen, dann ist es eben nicht darum gegangen, die Übergabe mystischer, moderner Waffen an die böse Hisbollah zu verhindern. Es geht um einen Militärschlag gegen Militärobjekte eines im Krieg befindlichen Landes. Die “Rebellen” haben auch unmittelbar nach den israelischen Luftangriffen Checkpoints im Raum Mezzeh angegriffen. Anders gesprochen, die israelischen Luftangriffe waren mit den Aktivitäten der Terrorbanden in Syrien koordiniert. Auf welche Weise, ist nicht mehr so wichtig. Alliierte verstehen einander immer, wenn es darauf ankommt.

Israel hat unter dem Vorwand der Besorgnis über das Erstarken der Hisbollah offensichtlich die Entscheidung getroffen, Syrien maximal ausbluten zu lassen, indem es die “Rebellen” unterstützt, die sich derzeit in der für sie schwersten Lage seit mindestens einem halben Jahr, also seit dem versuchten “zweiten Vulkan” in Damaskus, befinden. “Wir wünschen beiden Seiten den Sieg” – das ist die Strategie der Zionisten.

Gut für Israel wäre ja theoretisch Frieden an seinen Grenzen. Aber Frieden ist so unheimlich ermüdend.

ANNA-News meldet derweil aus Damaskus, teilweise unter Berufung auf SANA, 300 Tote als Folge des israelischen Überfalls. “Offiziell” wird eine weit geringere Opferzahl gemeldet (werden).

Nettes Fundstück: hier ein kleiner Mitschnitt von gestern aus der Grabeskirche in Jerusalem, in der die Menschen, wie jedes Jahr am Karsamstag, auf das Herabsteigen des Segensfeuers zum Fest der Auferstehung Christi warten.

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