Lawrow zu den S-300 für Syrien

Offizielles. Aus einem Interview des Außenministers der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, für das libanesische Nachrichtenportal Al-Mayadden vom 13. Mai 2013 und veröffentlicht auf der Seite des Außenministeriums der RF:

Frage: Sergej Wiktorowitsch, am 10. Mai d.J. haben Sie in Warschau erneut bestätigt, dass Russland die Lieferung von Luftabwehrsystemen an Syrien entsprechend der vor einigen Jahren unterzeichneten Verträge ausführen will. In diesem Zusammenhang äußerte Israel, das vor kurzem einen Luftangriff auf Syrien unternommen hat, Besorgnis und sprach davon, dass es sich dabei um Systeme vom Typ S-300 handelt. Ist das so?

S.W. Lawrow: Ich möchte noch einmal wiederholen, dass wir keinerlei neue Verträge unterzeichnet haben, sondern lediglich alte Verträge erfüllen (und teilweise schon erfüllt haben), die Luftabwehrsysteme betreffen. Diejenigen, die keine aggressiven Handlungen gegen einen souveränen Staat planen, brauchen sich nicht zu sorgen, denn Luftabwehrsysteme sind, wie der Name schon sagt, reine Verteidigungssysteme, welche für die Abwehr von Angriffen aus der Luft erforderlich sind. Damit verletzen wir keinerlei Gesetze, und wollen auch nicht unseren Ruf als zuverlässigen Lieferanten verlieren.

Frage: Anfang Mai hat die israelische Luftwaffe Objekte auf dem Gebiet der Syrischen Arabischen Republik angegriffen. Das Außenministerium der RF gab danach eine Erklärung ab, in der es hieß, dass man in Moskau diesen Zwischenfall analysiert und untersucht, um entsprechende Schlüsse zu ziehen. Einige haben Ihre Äußerungen in Warschau als eine gewisse Antwort auf die Ereignisse um den Luftangriff aufgefasst. Kann man die Verlautbarungen der russischen Seite als Hilfe für Syrien auffassen, das damit seine Luftverteidigung stärkt, um künftig solche Luftangriffe zu vermeiden?

S.W. Lawrow: Schon vom Ansinnen her werden Luftverteidigungssysteme geliefert, um das Land, welches sie erwirbt, vor Luftangriffen zu schützen. Doch die Verträge, um die es hier geht, wurden lange Zeit vor den Luftangriffen auf Syrien des vergangenen Jahres und dem jetzigen unterzeichnet. Als wir sagten, wir wollen alle Umstände dieser Angelegenheit untersuchen, haben wir vieles für uns schon geklärt. Wir wollten wissen, welche Ziele genau von den Angriffen betroffen waren. Nach unserer Einschätzung gehören diese Ziele tatsächlich in den Bereich der Funktion der militärischen Verteidigung Syriens. Ich will mich dabei nicht in Details verlieren…

Es hat keinen Sinn, die Äußerungen des Ministers zu bezweifeln – es ist auch so klar, dass solch komplexe Fragen nicht innerhalb von ein paar Tagen zu entscheiden sind. Wichtig ist hier etwas anderes, was Lawrow nicht gesagt hat, aber aus seinen Worten folgt.

Deutlich und unzweideutig wird gesagt, dass die Lieferung der Luftabwehr eine Angelegenheit ist, die nicht mehr diskutiert wird. Die Verträge werden vollumfänglich erfüllt. Nach den umständlichen Kaspereien und schließlich dem Verzicht der Lieferung analoger Systeme an den Iran konnte man natürlich auch Zweifel bezüglich des syrischen Deals hegen. Wahrscheinlich werden wir nie alle Interna der jetzigen Geschichte erfahren. Aber jetzt sind die Fragen erst einmal zu Ende. Es geht mit den Anworten los.

Bisher haben sich die S-300 nicht außerhalb von Testszenarien behaupten können. Um die Funktion und Effizienz dieser Systeme zu testen, werden die Israelis, Türken und andere Gönner des syrischen Volkes das Risiko in Zukunft allerdings auf die eigene Kappe nehmen müssen.

Eine Version dessen, was es bringt oder was das soll, oder ob es was soll, kann man bei TomGard nachlesen.

PS. In den Nachrichten von vor 2 Jahren war die Rede von der konkreten Modifikation: S-300 PMU-2 und Tor-M1.

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