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Dem Erdogan sein ottomanischer Frühling

Erdogans bis dato relativ nebulöse Andeutungen über die Spuren ausländischer Provokateure bei den Unruhen in der Türkei wurden inzwischen von weitaus konkreteren Verlautbarungen der türkischen Geheimdienste untermauert:

“Der türkische Geheimdienst warnt, dass die neuerlichen Protestwellen im Lande mit dem Tod von Teilnehmern an diesen Protesten ausgehen können, da Provokateure, unter ihnen auch Ausländer, aktiv seien… Angaben zufolge, die der Regierung vorliegen, gibt es ausländische Provokateure unter den türkischen Extremisten: “Das sind zwischen 750 und 1.000 Leute, Agenten, deren Handlungen von ausländischen Geheimdiensten bezahlt werden. Sie sind in die Reihen der Demonstranten eingesickert.” Es handele sich um professionelle Provokateure, welche die Demonstrationen gegen die Polizei anleiten. Ein bedeutender Teil von ihnen sei Mitglied in extremistischen linken Organisationen.

Die Proteste in Ankara haben gezeigt, dass die Provokateure professionell agieren. Gruppen von Extremisten haben im Zentrum der Stadt blitzschnell Barrikaden errichtet, und diese ungeachtet des Einsatzes von Tränengas und Wasserwerfern stundenlang gehalten und die Polizei mit Steinhageln bedacht…” (Yeni Şafak via ITAR-TASS).

Solche Verlautbarungen sind unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt ein Zeichen dafür, dass die Ereignisse in der Türkei auf eine qualitativ vollkommen andere Ebene verfrachtet werden. Ein aufgebrachtes Volk ist das eine, ausländische Provokateure und Militante sind etwas vollkommen anderes. In letzterem Falle wird aus jedem Demonstranten, der diese Extremisten und Ausländer unterstützt, sogleich ein Kollaborateur ausländischer Agenten. Ob diese Kollaboration gegen Bezahlung oder freiwillig erfolgt, ist dann schon zweitrangig.

Diese Verlautbarung kann man auf zweierlei Weise interpretieren. Wenn sie inhaltlich zutrifft, so haben wir es hier bereits mit dem zweiten Stadium der Technologien “farbiger” Revolutionen zu tun, in dem die Lage durch Provokationen und auch der Tötung von Demonstranten weiter angeheizt wird: ihr Tod und ihre Verletzungen werden dem “Regime”, der Tod und die Verletzungen von Polizei u.a. werden dem “aufgebrachten Volk” angelastet. Die Erfahrung aus Syrien ist dabei eindeutig: wenn es der Regierung nicht gelingt, die laufenden Prozesse in diesem Stadium um jeden Preis zu stoppen, wäre das mögliche nächste, dritte Stadium bereits der Beginn eines bewaffneten Konflikts. In einer solchen Lage muss die Regierung ganz logisch die Reaktionen der “Weltöffentlichkeit” ausblenden und entschieden vorgehen.

Und eine Passage, die man bei RUVR im Interview mit einem solchen Demonstranten liest, hat man doch irgendwo schon einmal (eher hundertmal) gehört und gelesen:

Es gab also, mit anderen Worten, nichts von der Gruppe der Demonstranten, das eine solch gewalttätige Reaktion provoziert haben könnte, ist es das, was Sie meinen?
– Nein, es gab nichts. Die Menschen haben dort nur gesungen, sie hatten nur Spaß.

Mit anderen Worten, die Lage war friedlich, bis die Polizei eintraf?
– Ja. Sie kamen einfach heran, es gab keinerlei Warnung.

Sie kamen mit Tränengas und Wasserwerfern. Was passierte danach?
– Wir flohen aus dem Park, sie drängten uns heraus und wir rannten durch die Straßen, sie verfolgten uns mit Panzerfahrzeugen, Wasserwerfern und Tränengas.

Erst waren die Proteste friedlich, dann gab es den “Crackdown” des Regimes, und wir mussten zu den Waffen greifen. Genau. Wieviele “Flüchtlinge” samt Waffen waren es gleich nochmal an der türkisch-syrischen Grenze?

Die zweite Interpretationsmöglichkeit der Geheimdienstler-Verlautbarung wäre natürlich, dass es sich um vorsätzliche Desinformation handelt. In diesem Falle bekommen die Demonstranten absolut unzweideutig verklickert, dass man sie als Umstürzler und Kollaborationisten betrachten kann. Und dass die Staatsmacht kurz davor steht, wirklich wirksame und entschiedene Maßnahmen zu ergreifen. In einem solchen Fall wäre das Statement aus Sicherheitskreisen nichts als eine vorgeschobene Legitimation für Gewaltanwendung.

ITAR-TASS hat zur Lage und den möglichen Hintergründen einen interessanten Kommentar (Artikel gespeichert, Link verloren – bin unterwegs):

Erdogan hat die Wahl: sein eigener Fall oder Aggression gegen Syrien

Die plötzlich in der Türkei entflammten Proteste kann man bislang nur mit großer Mühe als eine weitere “farbige Revolution” bezeichnen, das Problem besteht allerdings darin, dass sie auch immer weniger nach spontanen Unmutsbekundungen des Volkes aussehen. Man kann natürlich nicht sagen, dass es in der Türkei keine objektiven Gründe für Unruhen gäbe. Es gibt sie, und zwar genug. Sie reichen allerdings beiweitem nicht zu einem solch massiven, und – was wichtiger ist – so gut koordinierten Zornesausbruch. Nur äußere Faktoren können das Zusammenspiel und die Handlungen der Demonstranten erklären und dabei helfen, den Fortgang der Ereignisse zu prognostizieren.

Die Hauptlinie der gesamten Politik der Türkei im vergangenen Jahrhundert war die Integration in Europa. Dass es richtig ist, einen säkularen Staat aufzubauen, so, wie es noch Mustafa Kemal begonnen hat, wurde weder früher noch heute in Zweifel gezogen. Gerade noch vor wenigen Tagen hat Premier Erdogan die Unveränderlichkeit dieses Kurses unterstrichen. In diesem Sinne sind alle politischen Kräfte in der Türkei mehr oder minder Kemalisten. Allerdings ist Europa hinsichtlich eines EU-Beitritts der Türkei höchst skeptisch. Die EU, welche als ein regionaler Markt für deutsche und französische Produkte aufgebaut wurde, ist an ihrer Erweiterung nur insofern interessiert, als dass weitere Konsumentenländer dieser Produkte hinzukommen. Die Türkei wird als ein viel zu starker Konkurrent wahrgenommen, als dass man ihr gleiche Rechte mit den Schöpfern des einheitlichen Europa einräumt. Außerdem ist die militärische Macht der Türkei selbst im Vergleich mit der Deutschlands und Frankreichs durchaus bedrohlich, so dass man dem Land wohl nur schwerlich gleiches Stimmrecht in der EU einräumt.

Aus diesen und anderen Gründen hatte die EU-Integration der Türkei von Anbeginn an höchst zweifelhafte Erfolgsaussichten, und das diesbezügliche Fiasko der säkularen Parteien führte letztlich zur Machtübernahme der Islamisten. Die türkische Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung hat die Perspektiven einer Europa-Integration der Türkei also richtig eingeschätzt. Und offenkundig von dieser Linie abzuweichen, begann sie damit, sich langsam, mehr und mehr in Richtung einer neo-osmanischen Politik zu drehen.

Ein neuer Kurs

Ziel des sogenannten “Neo-Osmanismus” ist die Festigung der Türkei als Regionalmacht, als führendes Land der turksprachigen und gleichzeitig der islamischen Welt. Der Sieger bekommt alles – und der Preis, den sich die Türkei erhofft, wäre ein neuer regionaler Markt, auf dem sie dominieren würde…

Den Islamisten ist dabei aber ein wesentliches Hindernis für die Umsetzung ihrer Politik klar: die noch von Mustafa Kemal zugrundegelgten Prinzipien des Staatsaufbaus machten eine autoritäre Führung des Landes unmöglich. Die Mechanismen, welche auch nur die Andeutung von Autoritarismus und erst recht von Diktaturen verhindern sollten, wurden durch die türkische Armee geschützt, welche die buchstabengetreue Auslegung des Kemalismus unablässig und wachsam beobachtete.

Genau aus diesem Grunde war es die erste Aufgabe der türkischen Islamisten, die oberste Generalität zum Gehorsam zu führen. Dieser Prozess ist noch im Gange, der Angriff auf die Militärobrigkeit erfolgt dabei von zwei Seiten – von Seiten der Staatsmacht und von Seiten der mittleren Kommandoebene, das inzwischen zu einem Großteil aus jungen Männern aus ländlichen Gegenden besteht, die auch den Kern der Wähler für die türkischen Islamisten stellen.

Die zweite Aufgabe war der Umbau des Staates in Richtung einer Präsidialrepublik. Diese Regierungsform gibt der Staatsführung mehr Möglichkeiten und war der gesamten Strategie der Neoosmanisten hilfreich. Hier freilich bekamen es die Islamisten mit einem entschiedenen Widerstand sowohl der Opposition, als auch der Gesellschaft zu tun. Dass Erdogan diktatorische Ambitionen zur Last gelegt werden, ist in der Türkei nichts Neues.

Der Arabische Frühling und der Krieg in Syrien

Der unter diesen Umständen entflammte “Arabische Frühling” und der Krieg in Syrien wurde für Erdogan und seine Partei gewissermaßen zu einem Geschenk der Himmel. Der Fall jener arabischen Regimes, die unter die Welle des Arabischen Frühlings kamen, barg die Hoffnung, dass auch Syrien nicht allzu lange aushalten können wird, und die Beteiligung am Krieg gegen dieses Land Erdogan zu einem Sieger werden lässt, was ihm wiederum die bisher mangelnde Kontrolle über die Armee beschert und ihm Gelegenheit gäbe, auf der Welle eines Hurra-Patriotismus entsprechende Veränderungen des politischen Systems einzuleiten.

Die nächsten Präsidentschaftswahlen, an denen sich Erdogan als Kandidat der AKP zu beteiligen gedachte, hätten dann die neue politische Lage des Landes zementiert. Ein weiteres Plus eines kleinen, siegreichen Krieges gegen Syrien wäre die Kontrolle über die kurdischen Enklaven und die Zerschlagung der PKK. Das hätte die Autorität Erdogans zweifelsohne auch in Armeekreisen erhöht und die Situation an der türkischenSüdgrenze gesundet.

All diese Pläne hat Assad zunichte gemacht. Wie es heitß: wenn der Patient leben will, ist die Medizin machtlos. Das Hin- und Herwerfen der Türkei, die sich einmal in den Krieg stürzen will und ein anderesmal wieder den Rückwärtsgang einlegt, sehen nur von Außen betrachtet unlogisch aus. Erdogan hat sich in einem Krieg mit Syrien verstrickt, indem er sein Gebiet zehntausenden bewaffneten Ausländern zur Verfügung stellte, welche eine Aggression gegen sein Nachbarland führen. Er war gezwungen, erst zehn- und später hunderttausenden Flüchtlingen Asyl zu gewähren. Es ist vollkommen klar, dass jeder Krieg Kosten verursacht, doch der Sieg macht alles bezahlt und lässt die Schulden abschreiben. Doch dieser Sieg will nicht kommen, so sehr man sich auch biegt. Es bleibt eine letzte Möglichkeit, zu der die Türken sowohl von Europa, der USA als auch den arabischen Sponsoren dieses Kriegs gedrängt wurden: die direkte Aggression. Natürlich unter dem Vorwand der Errichtung einer “humanitären Zone” im Grenzbereich.

Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt war in den vergangenen anderthalb Jahren zweimal sehr hoch; das erste Mal wurde die Hitzigkeit der türkischen Falken allerdings durch die harte Antwort der Syrer abgekühl, die eine türkische F4-Erkundungsmaschine abschossen. Beim zweiten Mal ist die Aggressivität der Türkei nach der Visite des russischen Präsidenten Putin deutlich zurückgegangen.

Die Position des Iran

Das Problem Erdogans besteht darin, dass er nicht das Risiko eines vollumfänglichen Konflikts mit seinen Nachbarn eingehen kann. Der Iran hat bereits gewarnt, dass eine Aggression gegen Syrien als eine Aggression gegen den Iran gewertet werden wird. Doch der Verzicht auf die militärische Gewaltanwendung störte die Pläne vieler unter den “Falken”, die ihre Wetten auf eine Intensivierung des Konflikts und eine endgültige Lösung des “syrischen Problems” gemacht hatten. Nachdem diese “Kriegspartei” sich davon überzeigt hat, dass die Türkei von Plänen einer Intervention ins syrische Staatsgebiet Abstand nimmt, hat sie Erdogan bereits zwei Mal ein unzweideutiges Signal in Gestalt von zwei Terrorattacken gesandt, die vollkommen sinn- und ziellos von jeweils örtlichen Linksextremisten verübt worden sein sollen.

Der Wink wurde allerdings verstanden, eine Untersuchung dieser Anschläge wurde praktisch nicht durchgeführt, kaltgestellt wurden lediglich jene, die unmittelbar daran beteiligt waren. Die Beharrlichkeit jedoch, mit der Syrien die bewaffneten Militia vernichtet, die Lieferungen russischer Waffentechnik, die unnachgiebige Position Russlands, des Iran und Chinas haben Erdogan letztlich davon überzeugt, dass ein Krieg gegen Syrien für die Türkei zum Fiasko wird, ganz egal, wie dieser ausgehen mag. Ein solch hohes Risiko einzugehen ist er nicht bereit.

Die heutigen Unruhen in der Türkei sind zweifelsohne lange herangereift. Aber im Lichte dessen, was außerhalb der Türkei vorgeht, kann man sagen, dass wir es hier mit einer leicht veränderten Light-Version einer “farbigen Revolution” zu tun haben. Sie ist als klassische Variante mit früher bereits bewährten Technologien angestoßen und ausgeweitet worden, allerdings fast ohne der in solchen Szenarian üblichen und gebotenen Medienkampagnen, in denen von den Gräueln des blutigen Regimes die Rede ist. Das Weiße Haus freilich hat bereits im Stile dieses Genres bereits seiner Besorgnis Ausdruck verliehen und “beide Konfliktseiten” zu einer friedlichen Beilegung aufgerufen.

Das muss man als eine letzte Warnung an Erdogan verstehen. Er muss wählen zwischen seinem eigenen Fall als Resultat einer “Volksrevolution” und einer Aggression gegen Syrien. Beide Varianten sind tödlich, aber sie sind das Resultat eines katastrophalen Fehlers Erdogans, die er zu Beginn des syrischen Konflikts machte, nämlich als er den bewaffneten Gegnern Assads türkisches Staatsgebiet als Basis zur Verfügung stellte.

Inzwischen ist die Lage auch noch dadurch erschwert, dass im Iran in zwei Wochen die Präsidentschaftswahlen stattfinden. Es ist vollkommen unmöglich vorherzusagen, wie diese ausgehen werden und, viel wichtiger, ob es den Versuch geben wird, dort wieder eine “Grüne Revolution” von Zaun zu brechen. Im Irak nun eskaliert ein regelrechter Krieg zwischen irakischen Al-Kaida- und Al-Nusra-Gruppierungen und den Regierungstruppen. In nur wenigen Wochen kann die gesamte Region von Wellen destruktiver Prozesse erfasst werden, in denen die Kurden eine Art Joker sind. Und schon kamen vor einigen Tagen Nachrichten über ein Wiederaufflammen von Kampfhandlungen zwischen kurdischen Einheiten und der türkischen Armee. Auf ganz und gar lokaler Ebene – aber das ist ein sehr gefährliches Zeichen.

Erdogan wird deshalb zur Entscheidung einer Einmischung in den syrischen Konflikt gedrängt, weil dem Westen faktisch keine andere Möglichkeit mehr bleibt, Assad zu überwinden. Erst unlängst hat der französische Außenminister Laurent Fabius seiner Absicht Ausdruck verliehen, die internationale Syrienkonferenz zu vertagen, die am 5. Juni in Genf stattfinden soll [ist inzwischen vertagt – apxwn]. Völlig klar, dass der Westen keine Lust darauf hat, diese Konferenz unter dem Anzeichen eines näherrückenden Sieges der syrischen Regierung abzuhalten. Es gilt, die Positionen Assads vorher maximal möglich zu schwächen. Und das könnte die Türkei sowie eine “Revolution” im Iran. Möglichst natürlich beides gleichzeitig.

Quelle: ITAR-TASS

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Trackback von deiner Website.

  • Erdogan hatte (und hat, muss man ehrlich sagen) eine große Popularität unter den konservativen Kräften der Türkei.
    Dabei reicht seine Wählerschaft von „Landeiern“, deren politischer Einfluss gering ist, bis hin zu osmanisch-nationalistischen konservativen muslimischen Intellektuellen, die den USA & Israel sehr skeptisch gegenüber stehen.

    Ich glaube, dass Erdogan einen großen Teil dieser Leute verprellt haben.
    Sein Streben nach regionaler Führung mag zwar grundsätzlich gern gesehen sein (auffällig ist in dem Kontext seine Unterstützung Libyens), aber der türkische Beitrag wird wohl von vielen als Handlangerei Israels gesehen werden.
    Hinzu kommt, dass die Baathpartei und die Kemalisten ideologisch durchaus verwandt sind und beide einen ideologischen Kurs betreiben.
    Von Liberalen bis hin zu Konservativen werden wohl viele der türkischen Außenpolitik stark kritisch gegenüber stehen, was Erdogan Stimmen gekostet haben wird.

    Diese Hypothese kann ich zwar nicht belegen, aber ich sehe Indizien in vielen kleinen Nachrichten, die schon vor dem türkischen Frühling im Umlauf waren, zumal die Kritik durch die Opposition schon lange vorm Aufstand kritisch zutage kam.

    Weiterhin sind natürlich auch in der Türkei sicher salafistische Kräfte zu finden, das sollte man als Gegenargument nicht vergessen.

    Ich glaube nicht, dass es sich um einen von Außen organisierten Aufstand handelt, aber dass linksextreme Aktivisten, von denen die Türkei sehr viele hat, geschickt an vorderster Front mitmischen, das glaube ich hingegen schon.

  • igor

    Ohne viele Worte zu verlieren:
    Die Proteste und der Widerstand sind deswegen so wirkungsvoll und organisiert, weil sehr viele linksradikale Gruppen beteiligt sind, die viele Jahrzehnte Erfahrung mit derartigen Auseinandersetzungen haben. Es gibt diverse illegalisierte Gruppen. Viele haben eine Geschichte des bewaffneten Kampfes (also richtige Waffen, Schusswaffen).

    Wenn man sich die diversen Videos der Barrikadenkämpfe anguckt, dann sieht man meist sehr viele rote Fahnen diverser linksradikaler Gruppen. Wie gesagt, nur weil im Westen darüber nie groß berichtet wurde, heißt es nicht, dass es die lange Geschichte sehr militanter Kämpfe nicht gab. Viele Jahre lang z.B. bei praktisch jedem 1. Mai, wo Mai-Demonstrationen oft verboten wurden und dann handfest darum gekämpft wurde.

    Was das Regime nicht versteht, sind soziale Netzwerke. Insbesondere Twitter, FB. Die Türkei ist kein Dritte-Welt-Land. Die junge Generation hat Handys, Internet und nutzt es nun auch massiv.

  • Mir geht das etwas zu weit, hinter fast jeder Demonstration den Versuch einer von ausländischen Geheimdiensten organisierten „farbigen Revolution“ zu sehen.
    Ähnlich wie in Ägypten verursachen patriarchal regierende konservativ-islamische Regierungsparteien zwangsläufig Unmut unter mehr liberal-säkular-orientierten Gruppen, da muss von außen wenig nachgeholfen werden.
    Dieser Spalt ist auch in der heuchlerischen Koalition der „Freunde Syriens“ angelegt und bringt außenpolitisch manche Herausforderung mit sich, der Erdogan oft nicht gewachsen zu sein scheint.
    Überhaupt hat er in letzter Zeit einige Fehler gemacht, die für mich die Erklärung für den ziemlich harschen amerikanischen Ton gegenüber der türkischen Innenpolitik sind. Sein größter Fehler ist es, dass er sich nicht auf die leisen Töne versteht. Alles macht der eitle Patriarch mit dem Feingefühl einer Abrissbirne. Entsetzt müssen die Amis gewesen sein, als er vor dem Abflug zum Obama-Treffen herausplapperte, dass die Türkei bei einer Neuordnung des Nahen- und Mittleren Ostens im Sinne des „Falsche-Freunde“-Bündnisses an Einnahmen aus den Geschäft mit kurdischen Öl- und Gasvorkommen beteiligt werden sollte. Hier wollte er, wie man so schön sagt, das Fell des Bären zerteilen und sich den Anteil sichern, bevor dieser erlegt war. Dumm!

    So sollte wohl die Kurdenfrage durch einen Deal gelöst werden, bei dem die Kurden einen Staat auf Öl- und Gasblasen bekommen, ihre Kämpfer aus der Türkei abziehen und die Türkei dafür dauerhaft ein adäquates Bakschisch bekommt. Den Löwenanteil aus den Gewinnen hätten sich natürlich Exxon und Konsorten gesichert.

    Einen Strich durch diese Rechnung hat Russland gemacht. Nachdem es sich in Libyen noch überrumpeln, bzw. durch die Salami-Taktik verarschen lassen hat, bemerkte es nun, dass es drauf und dran ist den Mittelmeerraum strategisch komplett zu verlieren. Siehe den aktuellen Artikel Putin: Russland hat strategische Interessen im Mittelmeer.
    Dadurch wird der Spieleinsatz und vor allem das Risiko plötzlich in unerwartete Höhen getrieben und die Strategen im Hauptquartier des „Falsche-Freunde“-Bündnisses werden nun fleißig am rechnen sein, wie viel es sich zu setzen lohnt.

    Eine bewährte und für die Golfstaaten kostspielige Variante wäre es, der russischen Seite eine Erhöhung der Ölförderquoten anzudrohen und die Öl- und Gaspreise so zu drücken, dass die RF in arge Haushaltsnöte käme. Oder man versucht eine noch raffiniertere Salami-Taktik, die nicht endend wollende „Assad hat Giftgas eingesetzt“-Leier könnte darauf hindeuten, dass man das Durchsetzen einer Flugverbotszone oder von „Schutzzonen“ die defacto einer Annektion gleich kämen, immer noch nicht aufgegeben hat.

  • Jörg

    Ein ausgezeichneter Artikel!

    Ich selbst könnte mangels ausreichender Kenntnis jedoch nicht entscheiden, warum es so überraschend zu so mächtigen Demonstrationen kam. Es gibt aber Stimmen, die argwöhnen, daß die Demos seitens der US-Diktatur initiiert wurden – eben genau wie beim „Arabischen Frühling“.
    Eine der Stimmen gehört Bhadrakumar, der darauf verweist, daß Erdogan mehrfach und durchaus scharf seitens des Washingtoner Regimes kritisiert wurde. Wegen der „Menschenrechte“! Man möchte ergänzend darauf hinweisen, daß Katar und Saudi-Arabien nie wegen der „Menschenrechte“ kritisiert wurden!.
    Zu Bhadrakumar siehe: http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/MID-01-050613.html … maschinenübersetzt: http://translate.google.com/translate?sl=en&tl=de&js=n&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fwww.atimes.com%2Fatimes%2FMiddle_East%2FMID-01-050613.html .

    Auch aangirfan (ein blog, der durchaus mit Vorsicht zu genießen ist) stellt Überlegungen in diese Richtung an: http://aangirfan.blogspot.de/2013/06/erdogan-dumped-by-gulen-to-be-replaced.html … maschinenübersetzt: http://translate.google.com/translate?sl=en&tl=de&js=n&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Faangirfan.blogspot.de%2F2013%2F06%2Ferdogan-dumped-by-gulen-to-be-replaced.html .

    • igor

      „mangels Kenntnis“

      Ich nenne einfach mal ein paar Stichpunkte:
      – Erdogan stößt bei vielen schon lange auf zunehmende Ablehnung. Aus ganz unterschiedlichen Grünen: zunehmender Islamismus, Autoritärer (diktatorischer) Stil, Kurdenpolitik, Syrienpolitik usw.
      Es wurde von Anfang gesagt, dass es ein Tropfen für das volle Fass war.

      – Istanbul hat in der Innenstadt nicht mehr viele Parks. Der Gezi-Oark ist einer der letzten oder sogar der letzte

      – es begann mit vollkommen friedlichen und kleinen Protestveranstaltungen gegen die Zerstörung des Parks für ein weiteres Einkaufszentrum

      – diese Proteste wurden brutal mit viel Tränengas und Wasserwerfern aufgelöst

      – darauf gab es in Istanbul eine Solidarisierung und die Proteste wurden größer und wieder mit sehr viel Tränengas angegangen

      – viele Videos wurden von den Protesten und den Polizeiübergriffen gedreht (nein, Handykameras hat nicht nur die CIA) und verbreiteten sich über die sozialen Netzwerken, aber auch über die Seiten, die mit den Protesten verbunden waren (z.B. die Seiten vieler linker Gruppen)

      – die türkischen Medien haben dazu so gut wie nichts geschrieben. Selbst dann nicht als die sozialen Netzwerke schon voll damit waren und es erste Livestreams ins Internet gab (nein, das ist keine Technik, die nur der CIA hat)

      – angesichts des Schweigens der Medien und des brutalen Vorgehens der Polizei und der oben genannten allgemeinen Unzufriedenheit mit Erdogan gab es dann Proteste in vielen weiteren Städten. Laut Innenministerium in über 65 Städten. In einigen Städten griff die Polizei auch dort brutal an

      – Erdogan hat mit seinen Äußerungen mehrfach weiter provoziert. Heute wieder. Redet von „Plünderern“ und ausländischen Geheimdiensten..

      Und nun die Frage: Haben die ausländischen Geheimdienste, die also hinter diesen Protesten stehen sollen, die türkischen Medien dazu gezwungen, die ersten Tage nicht zu berichten oder die Polizei dazu, so brutal vorzugehen?

      Es gibt so viele Details, die erwähnenswert sind. Viele Beispiele für die breite Solidarität der Menschen. Anwohner und Ladenbesitzer, die Wasser und Zitronen zur Verfügung stellen. Medizinstudenten, die zu Dutzenden den vielen Verletzten zur Hilfe geeilt sind. Mehrere stark verfeindete Fußballfangruppen, die sich für die Unterstützung der Proteste verbündet haben und vieles mehr.
      Und wie ich in meinem anderen Kommentar schon schrieb: Dass das mit dem Widerstand per Barrikaden usw. so gut klappt, ist auf die Beteiligung vieler linksradikaler Gruppen, den Fussball-Ultras aber auch der breiten Ablehnung der Polizei zu verdanken.

      Zudem gab es auch noch andere Phänomene. Gruppen von zivilen Schlägern, die zusammen mit der Polizei Leute festnehmen und übel verprügeln (und dabei aus Fenstern gefilmt werden). Polizisten, die Läden und Automaten demolieren, um es den Demonstranten in die Schuhe zu schieben (und wieder dabei gefilmt werden).

      Ich hoffe ich konnte etwas Licht in die Sache bringen.

      Ich habe übrigens die „farbenen Revolutionen“ sehr früh duchschaut. In Serbien, in der Ukraine usw.
      Ich weiß, was Optor ist.
      Und nachdem ich die letzten Tage sehr viele Berichte, Livestreams, Bilder und Videos aus der Türkei gesehen habe, bin ich mir zu 99% sicher, dass es sich nicht um eine farbene Revolution handelt. Alleine schon deswegen, weil die großen Gewinner die linksradikalen Gruppen sind. Das ist das Letzte, was irgendwer in der USA will.

    • Jörg

      @Igor
      Alles klar.
      Aber warum denkst Du hat die USA Erdogan mehrfach kritisiert. Und auch die US-Medien durften Berichte über die Straßenschlachten in der Türkei bringen.

      Das grausame Vorgehen der Unterdrückungsorgane in Bahrein, Katar und Saudi-Arabien gegen Demonstranten wurde vom US-Regime n i e kritisiert. Und von den gelenkten Medien dort wurde davon genauso wenig gezeigt wie von den unserigen.
      Oder: Als vor einigen Jahren diese Demonstrationen im Iran stattfanden gab es ein einziges Opfer (ich glaube eine „Neda“ oder so ähnlich)..Zeitgleich gab es aber etliche Tote bei Demonstrationen in Georgien gegen diesen Diktator Schakaschwili. Auch dort wurde Schakaschwili vom US-Regime nicht deswegen kritisiert – und die Medien dort wie hier verschwiegen diese Vorgänge gänzlich.

      Daß also das Washingtoner Regime Erdogan mehrfach kritisierte und daß die dortigen Medien über die Demos in der Türkei berichten durften, bedarf schon einer Erklärung.
      Wenn es sich in der Türkei nicht um eine „farbige Revolution“ von CIA & Co handelt, wie Du überzeugend darlegst, – wie hätte man dann das Verhalten des US Regimes zu erklären? Wollen die sich schon so früh hinten anhängen, falls es zu einem Wandel in der Türkei kommen sollte? Das erscheint mir unwahrscheinlich.

      Vielleicht zielt das Verhalten des US–Regimes darauf ab, für jeweils nur schwache politische Pole in der Türkei zu sorgen. Die Generäle wurden schon geschwächt. Wenn jetzt Erdogan auch geschwächt wird, kann das US-Regime immer dem Folgsamsten das entscheidende Übergewicht verschaffen.
      Oder der Gegensatz wäre Erdogan und dieser Präsident Gül – und man versucht Erdogan zu schwächen um Gül zu stärken.

    • @Igor
      „ich [bin] mir zu 99% sicher, dass es sich nicht um eine farbene Revolution handelt…

      Sure. Die Frage ist aber immer, wer die sowieso bestehenden Widersprüche („Bruchlinien“) wie für sich auszunutzen versucht, indem beispielsweise angeheizt und eskaliert wird. Das muss sicherlich nicht der CIA sein, wäre wahrscheinlich zu einfach. Aber diesen Schwachpunkt werden auch die für sich auszunutzen wissen. Vielleicht ist aber Erdogans Äußerung über ausländische Agenten ein Versuch, genau diese Welle zu reiten und sich reinzuwaschen.

      Aber auch die Bruchlinien können, wo sie nicht bestehen, in langwieriger Infiltrationsarbeit gelegt werden. Im Nahen Osten beispielsweise kann man die postkoloniale Grenzziehung fast schon als eine generationenübergreifende strategisch gelegte Bombe bezeichnen.

  • Einen Krieg kann man generell nur dann erfolgreich führen, wenn eine satte Mehrheit des Volkes dafür ist. Nun ist aber eine satte Mehrheit der Türken gegen einen Krieg. Ja obendrein gegen die eigene Regierung aufgebracht. Wenn Erdogan in dieser Situation Syrien angreift, zerreißt es die Türkei.

  • Anonymous

    Es ist wohl eher „dumm gelaufen“ für Herrn Erdogan. Er wollte die islamische Karte spielen. Mit den Erfolgen der syrischen Armee hat er zunehmend frustrierte radikale und bewaffnete Verbrecher zu tausenden im Land, die nicht wie gehofft nach Syrien abfließen sondern eher zurückkommen. Dieser marodierende Haufen bedroht nun zunehmend seine eigene Bevölkerung. Nicht zu vergessen sind die vielen Flüchtlinge, die arbeits- und rechtlos ein erhebliches Unruhepotential darstellen. Die türkische Bevölkerung will in der Masse keinen offenen Krieg. Der eben noch rasante Aufstieg der türkischen Wirtschaft wurde erheblich eingebremst. Die Einwohner der großen Städte stehen eher für den Kemalismus als für ein islamisches Kalifat. Und trotz aller „Säuberungen“ in der Armeeführung stehen viele in der Armee noch immer zur Politik des Kemalismus. Der Versuch eines offenen Waffenganges gegen Syrien könnte mit dem Sturz Erdogans durch einen Militärputsch enden. Auf der anderen Seite versuchen radikale islamische Fundamentalisten Erdogan zu militärischen Abenteuern zu treiben. Dazu kommen die Versuche von Frankreich und Großbritannien, den Konflikt mit Syrien massiv anzuheizen. Hier haben wir es möglicherweise mit dem Ziel zu tun, den eigenen Einfluss in Syrien geltend zu machen und die Türkei zu schwächen. Der Herr Erdogan muss aufpassen, dass nicht im eigenen Land das für Syrien geplante Kalifat errichtet wird und ihm dabei als erstes die Kontrolle über die Grenzregion entgleitet. Die eigene Jugend im Lande will Wohlstand nach westlichem Vorbild und Arbeitsplätze. Der türkischen Gesellschaft droht damit eine tiefe Spaltung. Selbst ein Rücktritt Erdogans wiürde das Problem wohl nicht mehr lösen. Alle Probleme der Türkei sind hausgemacht und stammen weder von „kommunistischen Gruppen“ noch von ausländischen Agenten.
    Eine chaotische Türkei würde aber in jedem Fall ganz Europa destabilisieren. Das sollten unsere Politiker bedenken, wenn sie in Syrien einen islamischen Gottesstaat nach dem Vorbild Libyens errichten lassen. Zehntausende bewaffnete und dann arbeitslose Terroristen könnten auf den Gedanken kommen, auch in der Türkei ihr Kalifat zu errichten. Soll mir dann niemand kommen und deutsche Soldaten bei der „Verteidigung der Demokratie“ in der Türkei „verheizen“.

  • Enis

    Inoffiziellen Berichten zufolge, hat die Syrische Arabische Armee nach 46 Jahren die Verwaltung der besetzten Golan-Höhen von der Uno übernommen, nachdem sich diese zurückgezogen hätten!

    Syrisches Gebiet ist endlich wieder unter Kontrolle der syrischen Armee!

    Jetzt hat der Agressor keine Puffermöglichkeit mehr. Die Golan-Front steht für den Fall einer erneuten Aggression zur Verfügung…

    Vor zwei Wochen sprach Nasrallah:
    „Ich verspreche euch den Sieg (in Qusayr)“
    Prompt ist er da.

    Dann versprach er eine neue Widerstandsfront am Golan für den Fall einer neuen Aggression. Auch das scheint erfolgt zu sein.

    Nachrichten die uns erreichen, deuten darauf hin, dass in Aleppo bald Bewegung stattfinden wird. 5 freiwillige Gruppen von je 100 hundert Mann sind bereits gebildet. Diese erklärten sich bereit als „Kanonenfutter“ für Blitzaktionen zu opfern, damit Syrien endlich von diesem Geschwulst befreit wird.

    Möge Gott sie siegreich sprechen.

  • Anonymous

    Al-Manar hat folgenden Artikel veröffentlicht:

    http://www.almanar.com.lb/spanish/adetails.php?fromval=1&cid=23&frid=23&eid=34650

    Laut das syrische Web Syria Truth, in einer erste Bilanz der Verluste ist die Rede von mehr als 1.000 toten Militanten und 300 Gefangenen während der letzten Operation der Schlacht bei der Endstürmung von Al Qussair, eine Bilanz welche der Kanal Al Mayadin auf 1.300 tote Terroristen erhöht, von denen 300 gestorben wären wärend sie versuchten in die Ortschaft Dabaa zu fliehen.

    Flugzeuge und Hubschrauber der Syrischen Armee haben die Militante angegriffen denen die Flucht gelungen war und die versuchten nach Libanon zu gelangen, sagten libanesische Sicherheitsquellen Al Manar. Westliche Quellen haben darauf gedeutet daß die syrischen Luftbombenangriffe die Rebellen dezimieren welche von Al Qussair fliehen – nach dessen Einnahme durch die Syrische Armee.

    (…) in den nächsten Tagen könnte sich die Armee in Richtung Buwaidah bewegen, wohin einige Militante geflohen sind und in Richtung Homs, wo das Stadtviertel Halidiyah und einige andere vom Zentrum – neben den Stadtteilen von Rastan und Talbiseh, im Norden der Stadt – sich in der Macht der Militanten befinden. Wenn diese Stadtviertel zurückerobert sind wird der ganze zentrale Teil des Landes gesäubert sein und die Route zwischen Damaskus und Hama wird dem Verkehr wieder freigelassen.

    Pedro

    • All das, was wir Amateuer-Militärstrategen forderten, wurde umgesetzt: die Positionen der Rebellen wurden mürbe gebombt, von der Versorgung abgeschnitten und schließlich im Sturm überrannt, den flüchtenden Militionären wurde von der Luftwaffe nachgesetzt und die Rebellen so nochmals empfindlich dezimiert. Al-Kusair scheint tatsächlich die Wende in diesem Krieg zu sein. Auch die pro-shiitischen Kräfte im Irak scheinen sich endlich organisiert zu haben, um die militanten sunnitischen Militionäre (Al Nusra …) von Syrien fernzuhalten.

      Für Obama wird es nun gefährlich, ihm wird man dieses Debakel des falschen-Freunde-Bündnisses anlasten. Er hat sich mit Hyänen angelegt. Es gibt keine Tabus, er muss teuflisch auf der Hut sein!

      Interessant, dass DebkaFile (steigt in meinem Ansehen!) mehrfaches Ungemach für Israel heraufziehen sieht. Zum einen wendet sich das Blatt in Syrien zu Ungunsten der israel. Falken, zum anderen wendet sich die Hamas von Katar und Konsorten ab, hin zum Iran. Die UNO (Österreich …) hat die Pufferzone zum Golan geräumt und Assad-Treue + Hisbollah drücken nach.
      Ziemlich dumm gelaufen, Herr Netanjahu!
      Bin gespannt, was die Falsche-Freunde-Koalition aus der Kiste „Schmutzige Tricks“ herausholt, um die Sache nochmals zu drehen.

  • Comrade John

    Das Erscheinen eines religiös inspirierten Moments in der türkischen Politik, analog zur Entwicklung im Nahen u. Mittleren Osten, in Nordafrika u. Nordostafrika, in Südosteuropa (Bosnien) ab den späten 70er Jahren u. jetzt auch in anderen Teilen Afrikas – der sog. Islamismus -, entspricht nicht der kemalistischen Staatsgründung u. kann als das erste Zeichen zukünftig anstehender Veränderungen gesehen werden.
    (Ich halte die politisch motivierte Heilsbewegung, die uns als Islamismus verkauft wird, für nicht originär muslimisch sondern für ein Erzeugnis der imperialen Eliten, die sich hierbei der Erfahrungen des britischen MI6 mit der ägyptischen Muslimbruderschaft bedienten, dessen Gründung sie einmal war.)
    Diese Veränderungen schliessen möglicherweise die alte Nato-Bündnisrolle u. die territoriale Integrität ein. Wenn die sog. politische Stabilität diverser Staaten sich dauerhaft verliert; wenn Staaten buchstäblich zerfallen oder in neue, kleinere geteilt werden; wenn die Landkarten sich also rapide verändern, dann wirft das doch die Frage auf, welche Rolle auch die Türkei künftig spielen sollte, und ob sie – aus der Sicht der imperialen Eliten – in der heutigen Form überhaupt noch gebraucht wird.
    Der türkische Nationalstaat steht womöglich mit auf der Abschussliste des Imperiums. Das ist schon im zionistischen Yinon-Plan angedeutet, es ergibt sich auch aus dem grundsätzlich gleichgerichteten Bernard Lewis-Plan, die beide die völlige Neugestaltung des Nahen u. Mittleren Ostens u. angrenzende Räume vermitteln. Es ist nur nicht gesagt, ob dies zwangsläufig auf Kosten des Bestands des heutigen türkischen Staats gehen wird.
    Damit möchte ich natürlich nicht gesagt haben, dass es, die Türkei betreffend, jetzt schon so weit ist u. die Unruhen darauf zurückzuführen sind.
    Einzelheiten bitte selbst nachlesen – keine Gewähr für Widerspruchsfreiheit:

    http://www.politaia.org/iran/der-plan-der-city-of-london-fur-afrika-und-den-nahen-und-mittleren-osten/

    http://www.politaia.org/israel/bernard-lewis-und-die-umgestaltung-des-nahen-und-mittleren-osten/

    Im Hintergrund der angestellten Betrachtung steht die Veränderung des Kapitals selbst, dessen wichtigste Protagonisten, von der früheren nationalstaatlichen Bindung losgelöst u. informell vereint, ihre Konkurrenz nicht mehr ausschliesslich über Nationalstaaten austragen sondern als global handelnde Subjekte. Dementsprechend sind Nationalstaaten für sie ein Auslaufmodell, die dazugehörigen Völker u. Kulturen natürlich auch. Den Religionen kommt freilich die Aufgabe zu Völker u. nationalstaatliche Minderheiten aufeinander zu hetzen, Nationalstaaten zu zerlegen u. internationale Solidarität mit pseudoreligiösen Einwänden zu spalten.
    Lest bitte hier rein:

    Rote Fahne.eu
    Imperiale Mythen und die Erneuerung sozialistischer Politik

    http://rotefahne.eu/2010/07/imperiale-mythen-und-die-erneuerung-sozialistischer-politik/

  • Wer die jüngsten Vorgänge in der Türkei unwissenschaftlich jedoch aufmerksam verfolgt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, Veränderungen – gleichsam einer Bühnenumstellung – beizuwohnen. Ob diese von Kräften innerhalb der Türkei gesteuert, gewollt oder nur unterstützt werden, bleibt abzuwarten. Die kurzfristig damit einhergehende Pausen-Stimmung ist spürbar. Sicher scheint, der nächste Akt in der Aufführung „Umgestaltung“ steht bevor. Der Umstand, das diese Szenen auf türkischem Territorium spielen, spricht Bände. Auf das türkische Stammpublikum kommen eindeutig Zerreißproben zu, ähnlich wie es in etwa einem Ukrainischem bei einer echten Annäherung an die EU erginge. Die stark urbanisiert geprägten, säkularen, pro-europäisch eingestellten Gruppen werden sich demnächst auf der Bühne mit dem anderen Gesellschaftsteil der Türkei, den ländlicheren und islamisch stärker geprägten Konservativen treffen. Die jüngsten Erklärungen Erdogans, vor allem aber die harten Auftritte der Polizeikräfte, schärften die Konturen und Unterschiede der beiden großen Gesellschaftsgruppen beträchtlich. Die verbindende Klammer über diesem (alten) Spannungsbogen, die türkische Armee, verhält sich derzeit (noch) ruhig. Fast könnte man meinen, Erdogan hätte mit der radikalen Säuberung der Armeeführung für diesen Moment vorgesorgt. Das würde aber auch bedeuten, dass er eine Neuordnung der Region bis hin zu einer Teilung des Landes Vorschub gibt. Gibt es am Ende der Vorführung womöglich eine pro-europäische „Türkei“ im Westen mit guter Wirtschaftsanbindung an Europa und im Osten eine erweiterte „Alt-Türkei“ mit integrierten kurdischen Stammesgebieten?
    Die wehrten Leser mögen mir meinen Gedankenausflug vergeben. Aber auch aus Sicht der im Nahen Osten unverrückbaren Hauptakteure USA,Israel und Russland ergäben sich aus einer solchen Entwicklung durchaus gewinnbringende „Stabilisierungsmomente“. Auch für die EU in ihrem derzeitigen Überlebenskampf wäre eine europäisierte Türkei sowohl im Aufnahmeverfahren als auch eine stabilisierte Zone östlich davon, leichter zu handhaben.

  • Enis

    Eine Antwort von einem syrischen Soldaten auf die ähnliche Kritik wie TomGard zur Zerstörung von Infrastruktur in Qusayr:

    “How necessary is it to raze these homes to the ground?“ The reply by a Syrian soldier in the town would make you stop asking. „Did you fight in our place and experience what we did?“ One cannot put oneself in the shoes of the Syrian army in its war against the armed rebels. The battle has its own laws that might not conform with the morals of observers.”

    Auf Umgangssprache heisst das; wer nicht den Arsch hin heben muss, der kann unbekümmert über Gott und die Welt philosophieren. Und am besten auf ein Gläschen Wein..

    http://english.al-akhbar.com/content/syrian-army-recaptures-qusayr-fighters-disappear

    • Enis beschreibt eine Dynamik innerhalb des Rechtsbewußtseins der Untertanen im Verlauf eines irregulären Angriffes (einer Guerilla) auf die Repressionsorgane, die aus der Bevölkerung eine Soldateska aushebt.
      Die Folge ist, daß die moralische Erscheinungsform des Krieges, in der die Guerilla „Angreifer“ und die Repressionaorgane „Verteidiger“ sind, umgekehrt wird. Die „Verteidiger“ legen sich selbst darauf fest, nur noch vernichtend die Oberhand behalten zu können. Damit haben sie ausgespielt, selbst wenn sie militärisch gewinnen. Den anschließenden „Frieden“ kann dann nur noch eine dritte Kraft gewinnen.
      Diesen Verlauf konnte man auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent beobachten. Da die Zivilisten politisch wehrlos sind (gemacht wurden, die Kommunisten wurden geschlachtet, die bürgerlichen in ihrem Karrierestreben ersäuft, es gibt keine organisierte Opposition mit einer politischen Agenda) ist die Zerlegung Syriens damit prädestiniert, wie immer ihre politische Erscheinungsform gestaltet werden wird.
      Siehe auch:

      TomGard6. Juni 2013 21:30
      Einen Einstieg in das Thema findest Du hier:
      https://en.wikipedia.org/wiki/Guerrilla_warfare

      Jones2theBones6. Juni 2013 23:56
      Ok, jetzt hat das meine Fragen nicht wirklich beantwortet, sondern eine neue hinzugefügt:
      Hast du nicht vorhin von passivem Widerstand gesprochen?
      Passiver Widerstand ist meines Wissens Verweigerung.

      TomGard7. Juni 2013 09:42
      Richtig, und Verweigerung, die Fortführung des Zivillebens „mit anderen Mitteln“, hat zur Folge, daß eine Guerilla in das Zivilleben integriert wird und sich dort ausbreiten und festsetzen kann, so lang sie dabei bestimmte räumliche und soziale Grenzziehungen achtet, die es den Zivilisten erlauben sollen, sich von den „heißen“ Kampfzonen fern zu halten. Ab einem wohlbestimmten Stadium der Infiltration sind es dann überwiegend oder ausschließlich Regierungskräfte und Patrioten, die diesen „Deal“, den die Zivilbevölkerung gleichsam mit sich selbst abgeschlossen hat (Rechtsquelle ist das Rechtsbewußtsein des Untertanen), brechen können und von der Verweigerung und passivem Widerstand genötigt werden. (Das Prinzip der Folter!) Vor diesem Untertanenrecht erscheinen sie, nicht die Guerilla, als „Friedensbrecher“.
      (Auf diese Dynamik setzte auch die Theorie und Praxis der Stadtguerilla).

      Für eine solche Dynamik ist Al Qusair prädestiniert, weil der Ort, wie ich weit oben mit der Beschreibung seiner Lage, Ausdehnung und sozioökonomischen Funktion andeutete, Als ein Kampfplatz von sekundärer Bedeutung ist. Er ist Garnisons- bzw. Rückzugsplatz für die streitenden Parteien, die umstrittenen Kampfzonen liegen lange Zeit außerhalb der Ortsgrenzen, bis die Lage dort soweit geklärt oder festgeronnen ist, daß das taktische oder strategische Bedürfnis entsteht, ihn zu säubern oder zu erobern.
      —-
      Oder: Wenn ihr euch nur noch in Moralkacke suhlt, seht ihr anschließend entsprechend aus.

    • Anonymous

      Treffender als der Link zur Guerrilla-Definition ist:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Contra-Krieg

      Pedro

    • Gee, wie kommt es dass du von passivem Widerstand redest und dabei auch noch von Guerilla redest?
      Du drückst dich schwammig aus und ich kann mir nicht sicher sein, was du meinst, aber so weit ich verstehe sprichst du von der Beherbergung und der Organisierung einer Guerilla als „passivem Widerstand“?
      Das Unterstützen von Widerstandskämpfern allein zählt schon zu AKTIVEM Widerstand.
      Und mit ihnen wird dann auch schon genauso umgegangen, wenn sie den Gegnern in die Hände fallen.

      Kurzum, du mischst passiven und aktiven Widerstand auf merkwürdigste Art zusammen.
      Passiver Widerstand und aktiver Widerstand haben erstmal nichts mit einander zu tun.
      Es ist NICHT so, dass passiver Widerstand eine Voraussetzung für den aktiven Widerstand ist.
      Es ist eine andere Ausdrucksform.
      Es ist auch verkehrt aus dem Mangel eines bewaffneten Widerstandes auf die Zustimmung der Bevölkerung zu schließen.
      Weiterhin ist Qusair keineswegs zwangsläufig für den Guerillakrieg prädestiniert, sonst würden die Rebellen auch jetzt noch kämpfen.
      Prädestiniert für Guerilla war stets möglichst unwegsames Gelände, zu Guerilla in Städten kam es nur, wenn die Besatzer keine große Militärpräsenz hatten (bsw. Falludscha, Warschau), bei einer 30k Einwohnerstadt wie Qusair, wo die meisten schon früh geflohen sind und wo Tausende Rebellen einer jeglichen Widerstandsgruppe gegenüber in großer Überzahl gewesen wäre und jegliche Guerilla mit Säuberungen geantwortet hätten, da würde mich jegliche Guerilla ehrlich gesagt mehr als nur wundern.
      —-
      Oder: Selber kacke.

    • Wo gehobelt wird da fallen Späne. Wird allerdings zu grob gehobelt, wird das Werkstück zerstört. Davon hätte niemand was. Im Zweifel ist ein Haus jedenfalls weniger wichtig als ein Mensch.
      Eine nüchterne und detaillierte Analyse der Kämpfe um Al Qusayr aus us-amerik. Feder: http://understandingwar.org/backgrounder/syria-update-fall-al-qusayr.
      Von einem Frieden ist Syrien leider noch weit entfernt.

    • Anonymous

      TomGard, Sie meinen also die Guerilla (so nennen Sie die gehirngewaschenen, mit Drogen vollgepumpten, wahnsinnigen Mörder, Vergewaltiger, Tyrannen) haben mal nett an die Türen der Bewohner der Stadt geklopft und gefragt, ob man ihnen Einlass gewährt und sie sich eine Weile als Gäste aufhalten dürfen? Und Ihnen ist dabei nicht in den Sinn gekommen, dass die Menschen als sie die mit Maschinengewehren bewaffneten Söldner sahen, vielleicht Angst!!!!! hatten. Und wie lange soll dieses Spiel gehen? von räumlichervTrennung kann in den meisten Fällen nicht die Rede sein. Diese Typen nehmen Geiseln. Schauen Sie sich die Beiträge auf Al Mayadeen an. Dort werden zB Christen gezeigt, die mit unbändiger Freude in ihre Dörfer zurückkehren und der syrischen Armee, den Verteidigern die die moralische Pflicht hatten zu tun was sie taten, nämlich die Terroristen mit allen Mitteln zu vertreiben, unendliche dankbar sind. Die Zerstörung ist furchtbar, aber wie Enis sagt, was weiß man schon vom wirklichen Krieg, wenn man weit weg ist. Und nicht vergessen, dass die Terroristen einen Großteil der Zerstörung zu verantworten haben. Dike

  • Anonymous

    Ich rege an, den erbärmlichen und jeder Begründung entbehrenden Stuß von „TomGard“ zu entfernen. Das hält man ja im Kopp nicht aus.

    • Anonymous

      Nicht aufregen, einfach so stehen lassen – auch wenn mir dieses arrogante und oftmals sachlich falsche Geseiere auch mir aufs Köpfchen schlägt – er bildet sich ernsthaft ein, er wäre der Einzige, der sprachlich und militärtaktisch im Nirgendwo zu Hause ist – in solchen Momenten schaue ich auf die Abbildung eines Birkenwaldes,welches aus Silber in Reliefform an meiner Wand hängt, und trauere meinem bescheidenen Freund nach, der einer der sowjetischen Kommandeure bei der Tötung Hafizullah Amin war.

      Ansonsten: Vielen Dank an alle für die unglaubliche Arbeit hier!

  • kaumi

    Viele Kernwahrheiten und damit nüchterne Offenbarungen entleeren sich aus den Mündern der „Geheimhalter“ und „Spieler“, wenn man es sich angewöhnt, im Rahmen der vielen Politberichte die Interpretationen der Journaille zwar zu registrieren, aber den O-Tönen, und scheinen sie noch so uninteressant da im letzten Absatz im dritten Nebensatz versteckt, mindestens die gleiche Wichtigkeit einräumt.
    So lese ich heute in der Printausgabe der FR („schwere Gefechte auf dem Golan“) folgende versteckte Originalzitate, wahre Juwelen der realistischen Denke, inmitten der Tonnen an verbalen Nebelkerzen und diplomatischem Versteckspiel:
    „sollte Assad an der Macht bleiben, wäre das ein historischer Sieg für Iran, der die Ambitionen, Nuklearwaffen zu bekommen, beflügeln wird.“ Gesagt hat das Alon Ben Meir, israelischer Militärexperte.
    Deswegen „würden die salafistischen Djihadisten für das kleiner Übel gehalten, mit dem man später (also nach Assads Fall) leichter fertig werde.“

    Also, und da verlasse ich mich auf meine eigene Interpretationsfähigkeit, können wir uns, von den „Alternativmedien“, mal wieder auf die Schultern klopfen, weil sich die Erkenntnis wiederholt, wonach das Offensichtliche realer und das Krude theoretischer ist:
    – Israel möchte Assad los werden, um den Iran zu schaden
    – Iran scheint noch keine nuklearen Waffen zu besitzen
    – Saudiarabien, Qatar und deren Terrorbrut wird so lange unterstützt, bis ihre Dienste verzichtbar werden. Dann werden sie selbst verzichtbar
    – Assad darf nicht überleben!

    • Georg

      Natürlich ist das „Offensichtliche real und das Krude theoretisch.“
      Wenn ich bei offenem Fenster in der Küche sitzend
      draußen ein Galoppieren höre, dann kann es theoretisch ein Zebra sein, es wird aber höchstwahrscheinlich ein Pferd sein *g*
      Natürlich spricht der Mann von Assad und dem Iran. Das ist ja auch die Wahrheit (das Offensichtliche). Nur die Medien, Politiker und Manipulatoren sprechen von Volksaufstand, Demokratie und humanitärer Hilfe.

      Georg

  • Anonymous

    Die Unruhen sind vorbei. (Fürs Erste.) Die Bun­des­wehr ist im­mer noch da.

    Daß die »Tür­kei […] als ein viel zu star­ker Kon­kur­rent wahr­ge­nom­men« wird, ist je­doch ein ge­wal­ti­ger Irr­tum.

    Die Tür­kei, der »kran­ke Mann am Bos­po­rus« – ein star­ker Kon­kur­rent? Da la­chen ja die Hüh­ner. Das Ge­gen­teil ist rich­tig: Falls ei­nes Ta­ges die EU ih­re Sub­ven­tio­nen strei­chen soll­te, wä­re die Tür­kei er­le­digt. Daß Re­cep Tay­yip Er­do­gan wi­der­wil­lig den »Ke­ma­li­sten« (das hieße eben auch Laï­zi­sten) gibt, stimmt schon. Falls er je­doch wirk­lich ei­ner wä­re, hät­te er nie deut­sche Sol­da­ten samt Pa­tri­ot-Ra­ke­ten ins Land ge­las­sen. Am Über­fall auf Li­by­en nahm die Tür­kei – trotz Rem­pe­lei­en sei­tens der NATO – mei­nes Wis­sens nicht teil. Die Pro­test­wel­le ge­gen NATO-Ra­ke­ten En­de ver­gan­ge­nen Jah­res (wie schon frü­her die hier­zu­lan­de weit­ge­hend ver­schwie­ge­nen und recht­zeitig von ih­ren Geg­nern in na­tio­na­li­sti­sches Fahr­was­ser um­ge­lenk­ten Mas­sen­de­mon­stra­tio­nen mit Mil­lio­nen von Teil­neh­mern ge­gen die Re-Is­la­mi­sie­rung) war au­toch­thon und nicht et­wa fremd­ge­steu­ert. Als Ket­ten­hund der Amis und ih­rer Tarn­or­ga­ni­sa­tio­nen eig­net sich ein ke­ma­li­sti­scher Staat nun ein­mal nicht, ein is­la­mi­sti­scher (»neo-os­ma­ni­sti­scher«, »au­to­ri­ta­ri­sti­scher«) da­ge­gen her­vor­ra­gend. Eine Re-Is­la­mi­sie­rung der Tür­kei ist des­halb Grund­be­din­gung für ih­ren EU-Bei­tritt.

    • Du, ich befinde mich gerade in Zentralasien. Was von der Wirtschaft hier nicht in türkischer Hand ist, kann man an den Fingern einer anderen abzählen.

    • Anonymous

      Eigentlich hob ich auf die EU-Finanzspritzen ab. Aber wo das Thema ausländischer Beteiligung am Gesamtkapital angesprochen wird, betrug diese laut Quelle istanbulpost.net vom 29.12.2001:
      Summe Landwirtschaft 76,26 Prozent, Summe Bergbau 53,92 Prozent, Industrieproduktion insgesamt 51,73, Summe Dienstleistungen 57,29. Summe insgesamt 55,27. Das waren mehr als die Finger einer Hand. (Quelle: http://www.istanbulpost.net/Dossiers/firmenbet/ausFirmbet.htm)

  • Ich denke das Erdogan das schon in den Griff bekommt. Laut dem früheren Radiobericht von dem ich bereits einmal hier schrieb, was auch wieder so ein etwas längerer Empfangsabbruch meines Radio war und mit abendländlichen Aktzent darüber sehr informativ berichtet wurde, wird es Erdogan schon wieder hinbekommen, es hörte sich zumindest danach an. Vielleicht habe ich da Stadtpark der abgerissen wurde anscheinend mit Stadtbar verwechselt… kleines Missverständnis, das hat schon etwas von Flüsterpost:) kann mir auch nicht alles wortwörtlich merken und ich frage mich tatsächlich, ob sich da jemand nur einen Spaß mit mir erlaubt, oder tatsächlich höhere Kräfte dahinterstecken, denn Zufall ist das schon lange nicht mehr!

    Ich finde aber dennoch das Herr Erdogan den Alkoholkonsum nicht gar so stark einschränken sollte, hier in Bayern wird es zwar sehr locker gehandhabt und Bier ist Grundnahrungsmittel was Besteuerung betrifft, aber an sich schon angenehm, wenn man weis mit dem gelegentlichen Alkoholgenuss umzugehen.

  • Okay.
    Da schreibt ein J2B gegen TomGard:

    „Das Unterstützen von Widerstandskämpfern allein zählt schon zu AKTIVEM Widerstand.
    Und mit ihnen wird dann auch schon genauso umgegangen, wenn sie den Gegnern in die Hände fallen.“

    Kurz darauf ein Dike, der nicht J2B abwatschen will, sondern TomGard:

    „Und Ihnen ist dabei nicht in den Sinn gekommen, dass die Menschen als sie die mit Maschinengewehren bewaffneten Söldner sahen, vielleicht Angst!!!!! hatten?“

    So sind alle Seiten abgedeckt, gelle? Für ALLE Fälle steht da auch noch die Aussage von J2B:

    „Kurzum … Passiver Widerstand und aktiver Widerstand haben erstmal nichts mit einander zu tun.“

    WoW, in der Tat, was immer in Al Qsair in den letzten zwei (!) Jahren geschehen ist, EINS steht fest:
    TomGArd schreibt „erbärmlichen und jeder Begründung entbehrenden Stuß“, wozu der nächste Anonymus für den Fall, daß da irgend einem was merkwürdig vorkommt noch eine doppelte Naht hinzufügt:

    „arrogante und oftmals (!) sachlich falsche Geseiere“

    Angaben, womit ich richtig, womit falsch liege, erübrigen sich ja sowieso beim Pogrom.

    Nun könnt mir das piepegal sein, Leute, ich schreibe nicht für Bekackte, sondern für die anderen, aber diese anderen (und davon gibt es hier zumindest drei oder vier) schweigen hübsch stille und denken: Soll der TomGard doch selbst mit den Aggros klar kommen, die er beruft. Ist ja auch okay, aber auf diese Weise gehn mir die Ansatzpunkte aus, zu denen noch was Verständiges zu sagen wäre. Und meine Motivation leidet auch.

    Nun, eins noch.
    Was ich über die Schwierigkeiten des Anti-Guerilla-Krieges schrieb, liegt auch einer Bemerkung von Elisabeth O’Bagy zugrunde, deren Artikel Jovi eine „nüchterne Analyse“ nennt.

    Doch zunächst:
    Mir ist nicht klar, wie jemand folgende Sätz zum Bestandteil einer „nüchternen Analyse“ erklären kann:

    „… this regime success demonstrates the degree to which the conflict is no longer limited to Syria, but instead has engulfed the entire region, with troops from neighboring countries, including Lebanese Hezbollah in large numbers, reinforcing the regime’s effort, and other regional and foreign fighters supporting the opposition.“

    Oder:

    „Rebel control of al-Qusayr had disrupted the regime’s critical ground line of supply from Lebanon’s Bekaa Valley … Control of al-Qusayr now secures the regime’s line of communication from Damascus to the coast. Al-Qusayr now also cuts off (!) access to cross-border weapons supplies to the rebels from Lebanon and provides an important staging ground (! staging ground!) for future efforts by the regime to retake the north and east.“
    (Fortsetzung)

    • Was den Kriegsbericht im engeren Sinne anbelangt, weiß ich positiv, daß folgendes nicht stimmt:

      (die „Rebellen“ sollen imstande gewesen sein, sich in Homs /Babr Amr, Deir Baalba gegen Angriffe der Regierungskräfte zu behaupten weil)
      „However, thanks to opposition reinforcements that arrived from al-Qusayr, the rebels were able to push back government forces.“
      Nein, die Verstärkungen kamen von Norden und die Region Al Qsair war zu dieser Zeit bereits weitgehend dicht belagert, während die Hisbollah schon beschäftigt war, die umgebenden Dörfer und Ansiedlungen zu räumen.

      Später im Artikel schreibt O#Bagy:

      „while there are clear short-term benefits (of Hezbollah’s and civil minority militias participation, TG), this mobilization also produces greater sectarian polarization and thus threatens the support Assad receives by critical portions of the Sunni community. … Losing Sunni support and relying on minority-drawn militias could put the regime in a vulnerable position, and it is unclear whether the government could then muster the manpower and support needed to reclaim lost territory.“

      Diese Hoffnung, die O’Bagy gegen die ihr bekannte explizite Behauptung Assads setzt, seine Regierung habe diese Gefahr evaluiert und für vernachlässigbar befunden, beruht, technisch gesehen, in weitem Umfang auf den Sachverhalten, auf die ich oben global in Bemerkungen zur Rolle der Zivilbevölkerung in einem Guerilla-Krieg deutete.

      Aber es hilft halt nichts, wenn die Kommandeure beider Seiten klüger sind, als das Fußvolk, die Claquere, die Hooligans, Bluttouristen und ihre Animateure. Entschieden wird, wie Assad sagt, „on the ground“, und da können die Kommandeure nur partiell und übergangsweise etwas ausrichten.

      So. Ich schließe das Quartal erst mal wieder.

    • Enis

      @TomGard
      Und das Fussvolk freut sich auf den Sieg ihrer Kommandeure..das ist schlussendlich was zählt.

      http://www.youtube.com/watch?v=hPvfYaA3iJ0

    • Nobilitatis

      Der betreffende Artikel schien mir auch in großen Teilen Mängel aufzuweisen, sowohl in den vorstehenden Kommentaren angesprochen, als auch nicht im Detail bekannt, teils schon lange in Artikeln abgehandelt. Interessant wäre die Frage: Absichtlich falsch dargestellt oder Wunschdenken?
      Sinnvollere, weil zutreffende Analysen habe ich immer wieder bei Joshua Landis gefunden.
      http://www.joshualandis.com/blog/

    • Elisabeth O’Bagy ist nach altem Sprachgebrauch der „Politoffizier“ der Abteilung am ISW, die sich mit Syrien befaßt und deren Chef“analyst“ Joseph Holliday ist. Sie gibt die Marschroute für die Narrative vor, die aus dem vorliegenden Material gedrechselt werden sollen und folgte dabei nach meinem Eindruck bislang der Vorgabe, für beide um das Syrien -„Endgame“ streitenden Fraktionen Berufungstitel bereit zu stellen.

    • Tom,
      ich kann nur für mich reden und habe gesehen, wie du und andere euch gegenseitig zugeflamt habt, schon bevor ich in die Diskussionen eingestiegen bin.
      Weder bisher noch später wurde/wird jemand von mir beschimpft, da ich hier Informationen suche und auf sachlicher Ebene auswerten will.
      Ich habe hier kein Interesse an einem Streit und stehe auf keiner anderen Seite als der meinigen.
      Dennoch schiebst du mich wiederholt & unprovoziert mit anderen über einen Kamm, beschimpfst uns und wunderst dich über unsere Reaktion.
      Du solltest dir überlegen ob es nicht sein könnte dass du hier der Aggro bist.

      Dein um- & missverständlicher, oft arroganter und unfreundlicher Ton stört mich zwar, aber ich lese weiter bei dir mit und bin auf der Suche nach einem Konsens. Du solltest es vielleicht mal ohne die oben genannten Schwächen versuchen, das würde deine Überzeugungsqualitäten deutlich steigern.

      Wer mit passivem Widerstand die Guerilla verbindet, weiß nicht viel davon.
      Du hast nicht versucht zu erläutern, wie die Bevölkerung effektiven „passiven“ Widerstand leisten sollte.
      Al Qusayr war praktisch die ganze Zeit Frontstadt und hatte aufgrund der vielen geflohenen Zivilisten kaum mehr als 10000 Einwohner, von denen die Mehrzahl Frauen, Greise & Kinder sind.
      Die Zahl der Rebellen in und um Qusayr waren mehrere Tausend.
      Das ist eine ausreichende Personenzahl, die dafür sorgt dass die Überlastung der Rebellenkräfte durch zivilem Widerstand fast unmöglich ist.
      Es gilt weiterhin, dass Guerilla vor allem auf dem Land durchgeführt wird und nur in bestimmten Ausnahmefällen in Städten. Qusayr wird durch seine vergleichsweise dichte Besiedlung kaum geeigneter für den Widerstand.

    • „Al Qusayr war praktisch die ganze Zeit Frontstadt und hatte aufgrund der vielen geflohenen Zivilisten kaum mehr als 10000 Einwohner, von denen die Mehrzahl Frauen, Greise & Kinder sind.“

      Die Zahl 10.000 wird vermutlich für die letzte Phase stimmen, aber Gegenstand der Debatte (hier jetzt natürlich schon weit weg) war, wie es dazu kam, und der Eindruck, den Du anscheinend vermitteln willst, drei Viertel der Zivilisten udn praktisch alle Gehfähigen seien seit Monaten oder gar Jahren vor den „Rebellen“ geflüchtet, ist falsch. So falsch, daß die Vermutung, du lügst entweder oder erfindest Dir die Dinge, wie Du sie haben willst, nahe liegt.
      —-
      Ich habe mich nicht über Aggros beklagt, ich habe gesagt, daß ich sie mit ruppigen Angriffen (das Wort fiel an anderer Stelle) berufe. Ich denke mal, die Gründe dieser Angriffe und meines Beschlusses, sie vorzutragen, ohne mich der verheuchelten Waffen und Methoden der „Höflichkeiten“ zu bedienen, können jedem klar werden, der sie wissen will. So lange sie nicht direkt angegriffen werden, liege ich nicht verkehrt, denke ich mir.

    • Auch vor der Schließung des Kessels war die Stadt Schauplatz heftiger Kämpfe, wo sowohl die SAA als auch die Rebellen einen Teil der Stadt kontrollierten.
      Mit einer Einwohnerzahl von 30000, wo ein großer Teil geflohen ist und ein großer Teil weiter unter der Kontrolle der Regierungstruppen lebte, wie viel mehr als 10000 werden es deiner Meinung nach sein?

      Ja, die Zahl ist „erfunden“. Es ist eine aus meinen Augen realistische subjektive Schätzung, die nicht einmal eine Rolle für meine Pointe spielt.
      Ich habe schon einmal zugegeben dass ich nichts weiß. Oida hoti ouden oida, wie’s so heißt, umso mehr da ich mich mit der Region kaum auskenne.
      Eine Vorsicht die dir zu fehlen scheint, wo du auf kritische Nachfragen zu deinen Spekulationen empört reagierst, als hätte jemand die Unfehlbarkeit des Papstes in Frage gestellt.
      —-
      Angesichts deiner Plauderei über passiven Widerstand und Guerilla, wer von uns macht sich hier die Dinge wie sie ihm gefallen?
      Ich werde mich gerne überzeugen lassen, wenn es denn Argumente statt Beleidigungen wären.
      Entweder du willst mich nicht über deine „passiv“ Definition aufklären oder du bist nicht Manns genug einen Fehler einzugestehen, der erst dadurch lächerlich wird, dass du ihn in dieser wunderbaren Arroganz herabgesprochen hast.
      Du greifst die Leute direkt an und versuchst auch nichts anderes.
      Nenne es geheuchelte Höflichkeit, ich nenne das Erziehung durch eine liebende Mutter.

    • Enis

      @Jones, TomGard

      solche Details sind für mich völlig unwesentlich. Aber um einbisschen Licht ins Dunkle zu bringen; 2/3 der Bevölkerung konnte aus Qusayr raus, nach dem Mittelsmänner aus Libanon eine Vereinbarung zwischen der SAA und den Terroristen abschliessen konnten. Doch dann kamen die Deppen auf die Idee, dass nach dem Verlassen der Zivilisten die SAA diese Gegend dem Erdboden gleich machen würde (was schlussendlich auch geschah. Deshalb behinderten die Terroristen die Evakuierung des restlichen Drittels. Das Ergebnis hat gezeigt, dass das auch nichts gebracht hat.

      Die Hezbollah hat sogar über das rote Kreuz eingewilligt ca. 100 verletzte Terroristen und Zivilisten aus der Gegend zu evakuieren. Das ist der feine menscliche Unterschied zwischen der Hezbollah und der Salafi-Sekte.

  • Nobilitatis

    Hat der Troll wirklich noch nie was vom Alkoholverbot für Moslems gehört?

    • Habe ich, was wenn man dieses Alkoholverbot doch irgendwann aufheben würde etwa durch einen Propheten oder anderes, oder zumindest in Maßen erlauben würde auch den Muslimen? Also ich fände das sinnvoll, natürlich müsste man sehr aufpassen, das es keine Alkoholiker gibt und kein Missbrauch stattfindet, aber das würden Muslime wahrscheinlich sehr gut hinbekommen.
      Jesus machte doch auch aus Wasser Wein, also warum sollte Gott von uns einen völligen Verzicht auf Alkohol erwarte, bei anderen Drogen und Zigaretten die nur Schaden, kann ich das ja nachvollziehen und natürlich kann auch Alkohol schädlich sein, doch wenn es sich in einen Rahmen hält ist es doch wirklich nicht schlecht leider gibt es Menschen die aufgrund ihrer Gene leicht abhängig werden, aber sonnst sieht man ja hier das es eine Gesellschaft nicht umbedingt schadet. Nur mal so.

    • Übrigens, ich finde das Alkoholverbot an sich etwas sehr gutes, doch warum gibt es in Afghanistan Droganabbau und man nimmt dafür oft andere Opiate und Drogen ein? Wo setzen da Muslime die Trennlinie was erlaub und nicht erlaubt ist? Macht das die Religion oder der Staat?
      Ich finde das Alkohol in geringen Maßen durchaus auch sinnvoll sein kann und gerade ja Strenggläubige Muslime, die sich versuchen nach der Religion zu richten in seltenen Fällen in terroristische Gedankenmuster fallen können, was meines erachtens durch das falsches irregeleitetes Wissen zustande kommt. Von daher finde ich das Gewisse Einschränkungen die Muslime ja im Grunde für sich und die Gesellschaft auferlegen, zwar gut und Vorbildlich aber vielleicht manchmal auch Kontraproduktiv, wenn dafür Waffengewalt was im Grunde eine Todsünde ist als legitimes Mittel angesehen wird.
      Ich denke das es im Muslimischen Glauben keine Einheitliche Führungsstruktur gibt, was für die Schrift großen Interpretationsspielraum zulässt und dies dazu führt das man kleinere Sünden die einen etwa selbst Schaden können wie Alkohol und andere überbewertet und extrem schlimme Sünden wie Gewalt nicht mehr hinreichend als Todsünde wahrnimmt. Dafür brächte es eine Reformation der Muslime und eine möglichst einheitliche Zeitgerechte Auslegung des Korans, wenn dies möglich erscheint.
      Frieden wäre jetzt vor allem das wichtigste, aber ich habe bedenken das dieser ohne den glauben an Jesus über dem im Neuen Evangelium berichtet wird möglich erscheint.

  • Anonymous

    Als Qussair befreit wurde fragte jemand „warum gerade jetzt und nicht vorher?“ und lieferte auch gleich eine kluge Erklärung. Folgender Artikel von Al-Manar könnte die Antwort liefern. Entschuldigung wegen dem merkwürdigen Deutsch der Übersetzung.

    So waren die letzten Stunden der Schlacht von Al Qussair
    http://www.almanar.com.lb/spanish/adetails.php?fromval=1&cid=23&frid=23&eid=34730

    Am vergangenen Montag, während des Tages, war bei den Diskussionen der salafistischen Gruppen die den Nordteil von Al Qussair in eine Festung verwandelt hatten die Rede von „heldenhaften Ausharren gegen die Invasionsarmee“.

    Aber als es nacht wurde verschwanden alle Zeichen von Aktivität in den Taschen die sich in der Macht dieser Gruppen befanden. Die Gerüchte die verkehrten behaupteten daß sich viele Rebellen ergeben oder die Flucht versucht hatten und diejenigen die sich in den Taschen befanden alleine liessen um einen Kampf zu führen den sie von Anfang an verloren hatten.
    Während der Belagerungen waren die schnellen und überstürzten Vormärsche und die Unterschätzung der eingekesselten Militanten zwei Fehler welche die Syrische Armee und Hizbollah begangen, da sie feststellen konnten daß viele der Militante eine große Kriegserfahrung hatten, die sie durch Beteiligung an anderen mit der Yihad verbundenen Konflikten – wie Afghanistan oder Yemen – errungen hatten.
    Um die Verluste zu vermindern, stellten die Syrische Armee und Hizbollah ihre Kommando-Operationen ein und begannen die Artillerie intensiver einzusetzen um die Militanten unaufhörlich anzugreifen und ihre Verteidigungslinien aufzuweichen, und begannen an die Sprengsätze zu entschärfen die sich in großer Anzahl in vielen Wohnungen und Orten der Stadt befanden.

    Gleichzeitig wurde die Belagerung verstärkt und alle Zufahrten der Stadt wurden dichtgemacht um den Versand von logistischen und menschlichen Nachschub zu verhindern. Allmählich folgten dem massiven Einsatz der Artillerie begrenzte Operationen gegen die Widerstandspunkte der Militanten.

    Laut die zuverlässigsten Quellen der Opposition, ist die Anzahl der Toten unter den der Militanten 1.300, und 1.000 die der Verletzten. Weitere 1.000 Militanten wurden gefangen genommen, einschliesslich Ausländer wie Australianer oder Tschetschenen. Viele von diesen letzten waren als Scharfschützen beauftragt worden.

    Diejenigen die sich ergaben bekammen von der Syrischen Armee und Hizbollah Garantien daß man sie nicht hinrichten oder misshandeln würde. Eine große Anzahl von ihnen hat das Vorhandensein von Spannungen unter den bewaffneten Gruppen verraten – selbst Zusammenstösse unter ihnen am Vortag der Stürmung – wegen gegenseitige Vorwürfe Verrat begangen haben.

    In Bezug auf die Verluste von Hizbollah, sind es 93 Martyrer gewesen, und einige Zehner mehr sind verletzt worden. (…)

    Pedro

    • Pedro,
      ich weiß nicht, wie lang Du hier schon mitliest. Jedenfalls hat Apxwn mindestens zwei Frontberichte von Anna-News hier eingestellt, die EXAKT die Problematik des „Endkampfes“ in urbanem Gebiet beschreiben, von denen bei Al Manar berichtet ist, insbesondere vom Geschick der Irak-Kämpfer in der Beherrschung urbanen Terrains und ihren Fähigkeiten als Scharfschützen. Einer der Berichte behandelte Homs, der andere Daraya, wenn ich nicht irre, und sie sind viele Monate alt.

      Die Antwort auf die Frage, „Warum erst jetzt“, ist also nicht in dem zu finden, was Du zitierst.

    • Anonymous

      TomGard:
      Ich lese hier seit ca. ein Jahr mit, und die Problematik der Kämpfe in Stadtteilen ist mir einigermassen bekannt (immer als militärischer Laie). Und wie der Artikel lautet, gibt selbst die Syrische Armee zu diese Lage anfänglich nicht richtig eingeschätzt zu haben.

      In Bezug auf das „warum erst jetzt“. Die Syrische Armee stürmte die Stadt, es schien daß diese in wenigen Stunden fallen würde und dann verzögerte sich die Sache ein bischen „a-la-Daraya“ bis sie dann einige Tage später entgültig eingenommen wurde.

      Es gibt unzählige Fakten die wir in Europa und als militärische Laien (ich zumindest) nicht kennen, und es ist einfach Schlüsse zu ziehen die sich als falsch erweisen, weil wir einfach nicht dort sind. Wir können Informationen sortieren und uns einigermassen einen Eindruck machen, aber wir sind nicht dort.

      Wenn ich den Artikel übersetzt habe ist weil er die Verzögerung in der Einnahme der Stadt erklärt und andere interessante Sachen erzählt wie z.B. die Verluste von Hizbollah.
      Pedro

    • Franz

      Wenn ich den Artikel übersetzt habe ist weil er die Verzögerung in der Einnahme der Stadt erklärt und andere interessante Sachen erzählt wie z.B. die Verluste von Hizbollah.
      Pedro

      Danke für die gute Übersetzung.
      LG Franz

  • Anonymous

    http://www.hispantv.com/detail/2013/06/07/228031/ejercito-sirio-captura–900-terroristas-extranjeros-al-qusair

    «Diesen Freitag hat die Syrische Armee während der Säuberungsoperationen in der Stadt al-Qussair 913 ausländische Terroristen gefangengenommen.
    Laut der iranische arabischsprechende Kanal Al-Alam, stammt die Mehrheit der festgenommenen Söldner von arabischen Ländern.
    Anderseits ist es den syrischen Streitkräften gelungen wieder die Kontrolle über die Dörfer Salhiyeh, Masoudiyeh und Buwayda al-Sharqiya – nördlich von al-Qussair – gewonnen. (…)

    Pedro

  • Anonymous

    Da kann man doch fast schon wieder Srebrenica schreien frag mich wo die „Menschenrechtler“ bleiben ;)

    • Nobilitatis

      Schauen Sie doch mal auf den Seiten von Human Rights Watch, Amnesty International und Co. nach. Ich glaube, da werden Sie fündig.
      Im Übrigen sollte man die Geschehnisse in Srebrenica nicht verharmlosen. Die sind ausreichend dokumentiert. Dass Syrien anders ist, können Sie im obigen Kommentar lesen: Da werden die Terroristen gefangengenommen, soweit möglich. UND es sind mehrheitlich keine Syrer.
      Ich hoffe, dass in Syrien nach den Auseinandersetzugen eine Aufarbeitung stattfindet, damit wir wissen, wieviele Opfer es gegeben hat und welchen Kategorien diese angehören (Ausländer/ Syrer, Sunnitische Araber/ Minoritäten, pro-/ contra Regierung usw.).

    • Comrade John

      Fangen Sie an der Stelle schon wieder an die Propaganda der westlichen Eliten zu verbreiten, die ihnen dann, nach der Zerschlagung Jugoslawiens u. der erfolgten internationalen Stigmatisierung des Milosevic-Regimes als Verbrechenszentrale, dazu diente auch den sog. Kosovokrieg vom Zaum zu brechen! Denn tatsächlich ist „Srebrenica“ frühzeitig zum Synonym für den ethnisch motivierten Völkermord geworden u. rechtfertigt in einer übergeordneten Bedeutung bis zum heutigen Tag das völkerrechtswidrige Vorgehen der Nato gegen Serbien 1999 u. die völkerrechtswidrige terrioriale Abspaltung des Kosovo von Serbien.

      So, das Verbrechen ist also „dokumentiert“. Na, dann nennen Sie doch mal Ihre Quellen. Man darf schon sehr gespannt auf sie sein. Welche sind es, ältere Themenbeiträge von ARD-Tagesschau u. heute-journal, BILD, Süddeutsche Zeitung, die Erkenntnisse von UN-Generalsekretär Kofi Annan, die Urteile des ICC in Den Haag – welche.

      @ all
      Thema ist bereits hier (klick!) erörtert. Für kritische Zeitbeobachter steht fest, dass es keinen serbischen Massenmord an bosnisch-muslimischen Gefangenen u. Zivilisten in Srebrenica im Juli 1995 gab. Es gab allenfalls ein von westlichen Geheimdiensten geplant durchgeführtes Verbrechen, aber nicht am selben Ort u. dann zu einer anderen Zeit.

      Arbeiterfotografie, 11.6.2005 (ergänzt 20.11.2005)
      ‚Bilder lügen nicht!‘ oder: Fand das ‚Massaker von Srebrenica‘ gar nicht in Srebrenica statt?

      http://www.arbeiterfotografie.de/srebrenica/index-srebrenica-0005.html

      Wahre X Akten (Forum), 2009
      Was geschah in Srebrenica ( Bosnien)?

      http://www.wahrexakten.at/geheimsache-politik-krieg-terror/13827-geschah-srebrenica-bosnien.html

      POLITAIA – 23. July 2012
      Psychopath Bill Clinton und der Massenmord in Srebrenica

      http://www.politaia.org/terror/psychopath-bill-clinton-und-der-massenmord-in-srebrenica/

      Hinter der Fichte – Dienstag, 10. Juli 2012
      Mladic-Prozess: Französischer Schlapphut mit Gewissensbissen?

      http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2012/07/mladic-prozess-franzosischer-schlapphut.html

    • Nobilitatis

      Kommen Sie schon wieder damit? Und als Beweis gelten nur Ihre Meinung und ein paar obskure Webseiten. Ermittlungen der UN und forensische Ergebnisse erkennen Sie genausowenig an wie die Tatsache, dass diese Personen nicht mehr da sind. Das nennt man eine Verschwörungstheorie. Bei Ihnen haben die toten Moslems auch noch Schuld am Kosovokrieg. Fahren Sie doch mal hin. Ihre Freunde von den Todesschwadronen erzählen Ihnen vielleicht freiwillig, wie es war.
      Ich rate allen, Gruppen mit einer Agenda nach ihren Taten zu beurteilen. Das hat in Bosnien geholfen und das funktioniert auch in Syrien.

    • Vorsicht, wer die VT_Keule einsetzt hat meist die schwächeren Argumente. Comrade John hat zu Recht auf das Bsp. Sebrenica hingewiesen:

      Die 2.000 Gefechtstoten präsentiert man als Massakeropfer
      http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Bosnien/srebrenica3.html

      http://www.novinar.de/2012/09/26/die-srebrenica-genozid-luge-interview-mit-alexander-dorin.html

      Literatur
      http://www.alexander-dorin.ch/literatur/

      Hintergrund:
      Jürgen Elsässer, „Als der Dschihad nach Europa kam“
      Diverse Artikel dazu in Konkret (1995-2000)

    • @ Alter Anorak, Nobilitatis

      AA, vergiß bitte nicht, zu überlegen, welchen Stellenwert der Streit um Anteile am bosnisch-kroatisch-serbischen Morden heute noch hat. Die Rechtfertigung des NATO-Krieges mit solcher Leichenfledderei mag für irgend welche elitären Hänger ihre Bedeutung im Gegeneinander um die beste Volksvertretung oder im seelischen Haushalt der Aspiranten auf berufsmäßige Schlächterei bzw. deren Anstiftung haben, sollt man sich da einmischen?

      Für Nobilitatis Argumentation, wenn wir ihm nicht biographische Gründe für die Pflege eines spezifischen Hasses unterstellen wollen, bleibt geschichtlich lediglich das Motiv, die theologische und staatsmoralische Rechtfertigung des Schlachtens über Schuld und Schuldige ganz abstrakt-allgemein zu füttern und zu befestigen: Da ist implizit immer Bedarf und Notwendigkeit einer übergeordneten Richtstatt aller Lebenden angemeldet, und damit SYSTEMATISCH alles, was Nobilitatis selbst und seine Adressaten über Gründe, Zwecke und politische Dynamik des imperialen Schlachtens wissen, auf einen Gesichtspunkt nivelliert, der SOLCHES Wissen erübrigt.
      DAS ist sowohl der biographische (falls vorhanden) wie politische Trick, und den anzugreifen ersetzte besser das fruchtlose Gezerre an alten Knochen.

    • Nobilitatis

      Falsch. Der „Zweck“ besteht in einem „nie wieder“. Völkermord und Vertreibung sollen als Mittel der Politik „mit anderen Mitteln“ endlich ausgedient haben.
      Gerade in jüngerer Zeit kommt es aber immer häufiger vor. Ich mache da explizit keinen Unterschied zwischen von den USA unterstützten und von ihnen bekämpften Gruppen/ Ethnien.
      Beispiele sind da nicht nur die „Entflechtung“ der Ethnien in Bosnien, sondern gerade auch Kosovo (Serben als bedrohte Minderheit willige Partizipanten), die Vertreibung der Georgier aus den verlorenen autonomen Gebieten Abchasien und Südossetien, und jetzt eben die komplexen Auseinandersetzungen in Syrien mit den Nebenwirkungen auf die Nachbarländer.
      Ich prangere sowohl das Geschehen als auch dessen Verharmlosung an. Ebenso wie ich es anprangere, wenn Journalisten gezielt bekämpft werden, und zwar unabhängig davon, für welche Seite diese Propaganda betreiben.

      Zu den Verharmlosern: Es wird bezüglich Srebrenica immer die selbe singuläre Quelle in zahlreichen Variationen genannt. Ein gewisser Dorin, vom Werk her ein serbischer Chauvinist. Dagegen werden die UN-Quellen ignoriert, obwohl die tatsächliche Evidenz präsentiert haben. Außerdem ist offensichtlich, dass die moslemische Bevölkerung größtenteils weg ist, nicht mehr da, vernichtet. Da erübrigt sich jegliche Argumentation, dass man das Geschehnis selbst nicht anerkennt. In Jugoslawien hat diese Art der Problemlösung eine lange Tradition. In Nahost eben auch! Deswegen ist es keine rückwärtsgewandte „Leichenfledderei“, wenn solche Geschehnisse verhindert werden sollen, indem man potentiellen Beteiligten vermittelt, dass ihre Handlungen für sie Konsequenzen haben (sollten).

    • Nobilitatis,
      die Motive (im Unterschied zu Gründen und Zwecken) des völkischen Mordens sind auf allen Seiten dieselben: Es soll ein Zusammenschluß von Volk und Staat her. Das ist anzugreifen, also ganz allgemein der Wahn-Sinn der Parteinahme der Unterworfenen für die Herrschaft, die über ihnen errichtet ist, der darin gründet, daß die Leutz die Abhängigkeiten, in die sie versetzt werden, als ihre Lebensgrundlage anerkennen und zu instrumentalisieren trachten. Und nur wg. Letzterem Motiv sind ethnische Schlächtereien VON AUSSEN anzustiften, wenn sich die Angreifer etwas von der anstiftenden, übergeordneten Macht erhoffen oder meinen, auf sie setzen zu sollen / müssen.
      (Und deshalb ist es gewiß, daß die methodischen völkischen Schlächtereien von den Separatisten, nicht von den Verteidigern der jugoslavischen Föderation begangen wurden, denn für diesen Schluß ist es unerheblich, ob es diesen Verteidigern um einseitig („serbisch“) verteilte Pfründe ging, oder nicht.)

      Die Toten sind tot. Die kriminologische (im Unterschied zur politischen) Ausforschung von Gesinnungstätern verschiebt die Gründe in die Motive der Beteiligten, und das nenne ICH eine Verharmlosung!

    • Nobilitatis

      Und das ist alles, was bei Ihren „großartigen“ theoretischen Erwägungen rauskommt?
      In die normale Sprache übersetzt heißt das, dass die Verfolgung eines Mordes diesen verharmlost, man deswegen die Strafverfolgung unterlassen sollte.
      Außerdem habe ich mich überhaupt nicht mit Motiven zum Völkermord auseinandergesetzt, sondern mit Ansätzen zur Verhinderung solcher. Ohne Ansehen der Ethnie, welche diese betreibt oder deren Opfer wird.

    • Comrade John

      @ Nobilitatis 9. Juni 2013 13:09
      Es wird ja immer besser.
      „Kollege“ N. übersetzt hier 1:1 das Nato-Konzept der „Schutzverantwortung (responsibility to protect)„, das nach dem Vorbild der imperialen Behandlung der Jugoslawienkriege (wo es erstmals nach dem 2. Weltkrieg erprobt wurde) sodann in einer Reihe neuer Fälle von Schurkenstaaten angewendet worden ist, z.B. bei der Intervention in Libyen. Grob gesagt präsentiert sich hiermit eine neue Nato, die nun im Auftrag der angeblichen Völkergemeinschaft (die UN) die Freiheit u. das Leben der von bösen Diktaturen bedrohten Ethnien u. ethnischen Minderheiten weltweit schützt:
      Deutscher Bundestag
      Responsibility to Protect (Schutzverantwortung)
      „Das Konzept der „Responsibility to Protect“ gilt als eine der Schlussfolgerungen aus den humanitären und menschenrechtlichen Krisen der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts…“

      http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2008/schutzverantwortung.pdf

      Hinter der Fichte (Hartmut Beyerl) bezeichnet dies als die „Schaffung eines universellen Kriegsgrundes für die Zukunft“ (also für zukünftige Nato-Einsatzfälle) schlechthin.
      „Schutzverantwortung: Tote von Srebrenica müssen für Kriege herhalten“
      http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2012/07/schutzverantwortung-tote-von-srebrenica.html

      Was oder wer „geschützt“ werden muss, weil es u. er gut bzw. böse ist, entscheiden natürlich nur die selbsternannten Gralsgüter der weltumspannenden Humanität, die imperialen Auftraggeber der Nato; sie verfügen auch über all die unbeschränkten Mittel der sog. Öffentlichkeit ihr Anliegen zu verklickern:
      „Der Mythos vom „Reich des Guten versus das Reich des Bösen“ beinhaltet als stärkste Waffe der Manipulation, dass Kritik an den Handlungen der Herrschenden sogleich als Parteinahme und Unterstützung des Reichs des Bösen diskreditiert wird.

      Im Zusammenspiel von Desinformation, Manipulation und Gewalt gegen die soziale oder gar physische Existenz von Individuen, wird erst der Mythos in die Welt gesetzt, begleitet von einer unnachgiebigen Inquisition, die heute nicht von vermeintlich Geistlichen, sondern den imperialen Geheimdiensten und Agenturen der Desinformation in Kooperation mit den Mainstream-Medien betrieben wird, um schliesslich das Tabu zu konstituieren. Das Ergebnis ist Gleichschaltung und ein wachsender Defätismus in allen gesellschaftlichen Bereichen…

      In den Nürnberger Prozessen hatte der Erzengel über den leibhaftigen Teufel, den Diabolus maximus obsiegt. Dieses Muster konstituiert auch heute noch die Rollenverteilung zwischen Imperium und seinen Protagonisten im Verhältnis zum Rest der Welt.

      So wurde der Leibhaftige in unseren Tagen in Jugoslawien bekämpft, im Irak und in Afghanistan, in Palästina/Gaza und wird derzeit seine Vernichtung im Iran vorbereitet.
      Die auf dem Mythos basierende Propaganda vermeidet tunlichst, die realen Verbrechen gegen den Humanismus in wissenschaftlicher und sachlicher Manier zu thematisieren. Insbesondere gilt es, die globalen Ursachen und Zusammenhänge entsprechender Verbrechen zu verschleiern.
      Oftmals, wie im Falle von al Qaida und Afghanistan, wird ausgeblendet, dass man selbst es war, der diese Kräfte überhaupt erst aufgebaut hat. Im Falle afghanischer Mujahiddin geschah dies, als man den Leibhaftigen noch in Form der Sowjettruppen bekämpfte.“

      Rote Fahne.eu
      Imperiale Mythen und die Erneuerung sozialistischer Politik

      http://rotefahne.eu/2010/07/imperiale-mythen-und-die-erneuerung-sozialistischer-politik/

    • Nobilitatis

      Ich glaube, da geht es in Ihrem Kopf zu sehr durcheinander, als dass man mit Ihnen noch diskutieren könnte.
      Nur mal als Hinweis: Hier wurde über Syrien diskutiert. Die Fakten (anders als die Propaganda von Erdogan) zeigen eindeutig, dass eine Interventionspolitik des „Westens“ (der hier NICHT ausschließlich durch die NATO vertreten wird), das Gegenteil dessen ist, wofür ich argumentiert habe. Das können Sie in Ihrer Verblendung nicht wahrnehmen, weil Sie ausschließlich die serbische Bürgerkriegspartei des Jugoslawienkriegs weißwaschen wollen und Ihnen deswegen die Maßstäbe verloren gegangen sind.
      Merke: Menschen ermorden = böse! Menschen vor Mord beschützen = gut!
      Objektiver Maßstab, kann jeder entscheiden. Muss man nicht Gralshüter sein.

    • Comrade John

      Vonwegen: noch diskutieren.
      Als wenn Sie Nato-Grundschüler hier schonmal was anderes mitgeteilt hätten als die offiziellen westlichen Verlautbarungen zu Jugoslawien,Serbien, Kosovo und mich explizit als pro-serbischen Foristen zu denunzieren.

    • Nobilitatis

      Muss ich gar nicht. Das tun Sie ja selbst.

  • Türkei.

    Ich denke, Barbara Slavin, eines der prominentesten Mitglieder des „Atlantic Council“, schon weil sie dort Vorsitzende des Iran-Ausschusses ist, hat für RT das Sprachrohr (oder den Auftraggeber, wie man will) Obamas gegeben, als sie Erdogan absetzte:

    ‘Erdogan should quit while he’s ahead’

    Sehr ostentativ vermied sie, sich gegen die Islamisierung der Türkei zu wenden, im Gegenteil, sie möchte, daß dies eine Volksbewegung bleibt:

    “ They want it to be a choice, not something that the government tells them to do. „

    So verknüpft sie die Absetzung Erdogans mit einem Auftrag an die AKP, den Widerstand der urbanen Jugend (im weiteren Sinn) gegen diese amerikanische Regionalpolitik weiterhin kraftvoll zusammen zu schlagen – nur bitte nicht in einer Form, die die eigene Klientel gegen sie aufbringe …

    Zum Hintergrund zählt natürlich, daß die USA den Anschluß der Türkei an die EU unter allen Umständen unterbinden wollen, und eine dem Islam verpflichtete Türkei ist tatsächlich in jeder Variante und auf allen politischen und administrativen Ebenen für die EU untragbar.

    Aber angesichts der vernichtenden Schläge, die die EU von der amerikanischen Außen- Wirtschafts- und Finanzpolitik seit 9 / 11 hinzunehmen hatte, ist das vermutlich ein sekundäres Motiv, wofür die Person Slavin auch steht.
    In einem Interview vom 5. April erklärte sie ohne alle Umschweife, daß der Iran „weg“ müsse, weil er, sozusagen, „am falschen Ort“ hockt. Jede iranische Regierung, bekennt sie sinngemäß, würde und müßte eine Regionalpolitik betreiben, die für die amerikanischen Regierungen der letzten Jahrzehnte untragbar war und in den kommenden Jahren wohl untragbar bleiben werde.
    http://beforeitsnews.com/media/2013/04/a-candid-discussion-with-barbara-slavin-2454458.html

    Wie ernst zu nehmen das Programm, „Persien wird entweder eine amerikanische Provinz oder ein Aschehaufen in der arabischen See“ tatsächlich ist, muß sich weisen, aber mir scheint es plausibel, daß auch für gemäßigte Varianten eine autokratische, nationalistische, daher islamische, aber unbedingt von den USA erpressbare türkische Regierung gebraucht wird. Erdogan hingegen hat sehr sichtbar an den Fesseln gezerrt und gerüttelt und die Wirren und Niederlagen des imperialen Syrienkrieges dazu benutzt, Spielräume seiner Glieder zu behaupten. Damit soll Schluß sein.

    • @TomGard
      Erst mal danke für die Links.
      Ich verstehe aber nicht, wie du aus dem Satz „They want it to be a choice, not something that the government tells them to do.“ heraus liest, dass Barbara Slavin sich dafür einsetzt, dass die Islamisierung in der Türkei eine Volksbewegung bleibt. Sehr ostentativ gleich gar nicht.

      Im Kontext ist doch gemeint, dass viele Türken es ablehnen, von der Regierung zu einer konservativ-islamischen Lebensweise gezwungen zu werden.

      Richtig ist sicherlich, dass Erdogan bei den Amis verspielt hat, er hat sich einfach zu viele Fehler erlaubt.
      Auch die Schlüsse, die du aus dem Interview „A Candid Discussion with Barbara Slavin“ ziehst, kann ich in dieser Schärfe nicht nachvollziehen. Zitiere mal bitte aus dem Original die Stellen, die die Aussage „daß der Iran „weg“ müsse, weil er, sozusagen, „am falschen Ort“ hockt“ belegen. Ich konnte da nichts finden.

    • Werde ich tun, Jowi, aber heut finde ich nicht die Zeit und ab morgen bin ich eine Zeitlang ohne Internet, möglicherweise bis zum WE.

      Zum „sehr ostentativ“ komme ich, weil die Stichworte Jugendrevolte und Revolte des (überwiegend säkularen) mittelständischen Nachwuchses durch alle türkischen (!) Schlagzeilen gingen, und auch der Interviewer anzeigte, daß er gern in diese Richtung marschieren täte – er blitzte ab. „They want it to be a choice“ ist eine politische Vereinnahmung der (noch) Wählermehrheit der AKP gegen ihren Führer – die säkular Gesinnten, Agnostiker und erst recht die ausgesprochenen Gegner des Islam können und wollten auf diese „Wahl“ gern verzichten!

    • Anonymous

      @TomGard 8. Juni 2013 16:20

      »und ei­ne dem Is­lam ver­pflich­te­te Tür­kei ist tat­säch­lich in je­der Va­rian­te und auf al­len po­li­ti­schen und ad­mi­ni­stra­ti­ven Ebe­nen für die EU un­trag­bar«
      Merkwürdigerweise äußer­te sich der in­zwi­schen aus­ge­tausch­te ober­ste deut­sche Bü­ro­krat laut ei­ner Zei­tungs­mel­dung bei sei­nem Tür­kei-Be­such im ge­nau ent­ge­gen­ge­setz­ten Sinn.

  • Enis

    jetzt is es offiziel. Die Syrische Arabische Armee hat die Befreiung von Aleppo gestartet!

    http://de.ria.ru/politics/20130609/266272786.html

    Es ist auch nicht zu leugnen, dass lokale schiitische Milizen unter der Führung eines Brigadier-Generals der SAA bei der Befreiung der langen Blockade ihrer Brüder in Nubul und al-Zahra mitwirken…

    Wenn Aleppo befreit wird, dann kann der Westen die Konferenz in Genf als Zirkusveranstaltung besuchen. Die Terroristen haben ihre Niederlage eingestanden und wollen nicht als Affen in diesem Zirkus teilnehmen.

    Ich will nicht abstreiten, dass die Unterstützung einiger libanesischen Brüder in Anspruch genommen wurde. Unter der Leitung der syrischen Eliteeinheiten konnten sie ihre grossartige Erfahrungen einbringen. Nur wo ist das Problem, wenn die Terroristen seit mehr als 2 Jahren von der ganzen Welt breit unterstützt werden???!!

    Schliesslich haben sie dank syrischer Hilfe den Libanon befreien können!

    Trotz Siegesrausch bin ich sehr vorsichtig. Denn ich glaube der Westen wird diese Niederlagen nicht länger tatenlos hinnehmen!

    Syrien muss sich mehr auf die Waffenwege konzentrieren müssen!

    Aber die Gerechtigkeit ist mit uns!

    • ISKANDER

      @Enis:
      Ich freue mich mit! Und vor allem über diese klare Meldung, welche den Dunst der endlosen theoretischen Gedankendspielchen und verschwurbelten Philosophieunterrichtsstunden von TomGard, etwas verwirbelt.
      Eine offene Invasion wird der Westen nicht wagen, er kann nur die Militärhilfe für die Kannibalen aufstocken.
      Die Türkei ist m.E. auch aus dem Rennen ausgeschieden. Bleibt das zionistische Gebilde, dort werden wir sehen, inwieweit die sich aus dem Fenster lehnen.
      Hoffen wir also, das die Strategie der SAA in Bezug auf erfolgte und laufende Grenzsicherungen die Terroristen nachhaltig zerlegt hat.

    • Enis

      @Iskander
      Ich kümmere mich momentan weniger um theoretische Gedankenspielchen. Es zählt einzig das Feld, das aufzuräumen gilt..

      Die SAA hat Tatsachen geschaffen, ich hoffe die befreundeten Russen halten uns weitherhin die Stange(Nachschub). Bald werden die Auftraggeber keine Kannibalen mehr finden, die Waffen tragen können.

      Allgemein sind die Nachrichten aus Syrien wieder sehr erleichternd. Aber wir sollten trotzdem sehr vorsichtig bleiben! Es ist noch nicht fertig.

      Falls Aleppo bis Ende Juni befreit wird, dann ist ausgerauscht! Dann können wir wieder theoretische Gedankenspielchen machen, wie wir die Verlierer trotzdem in die Gesellschaft reintegrieren können..

      Die Terroristen versuchen jetzt die Karte der Hezbollah auszuspielen um eine internationale Reaktion zu erwirken. Das Wort Shabbiha ist entmodet, jetzt fällt immer wieder Hezbollah als Angstmache auf..

      Die Wahabi-Kake setzt auf noch Mehr Konfessionshass. Sie verbreiten das Video mit der Hezbollah, die anscheinend in Qusayrs Moscheen den Banner „Oh Hussein“ aufhängen würde. Doch im Film sieht man, dass es sich um die Befreiung einer schiitischen Moschee in Qusayr handelt!

      http://www.youtube.com/watch?v=wkOtP5R9Ya0

      Die Hezbollah hat nichts zu verbergern und hat eindeutig erklärt, dass sie Zwecks Schutz von schiitischen Gotteshäusern auch mit anderen arabischen Schiiten in Damaskus anwesend sind..

      http://www.youtube.com/watch?v=bF9a-TwygwI

      Wer Hass säet, der wird sicherlich mit einem Lächeln begegnet.

      Das folgende Video von dem (von mir) bereits erwähten Brigadier-Generals wird auch mit ähnlichem Konfessionshass verbreitet. Doch in seiner Rede (leider nur auf Arabisch) geht eindeutig hervor, dass sie Nubul und Al Zahra usw. befreien wollen..
      Hier ist kein einziges Wort gegenüber anderen Konfessionen zu hören! Es geht einzig um die Befreiung von Aleppo von den Banditen.

      http://www.youtube.com/watch?v=g884L2HWrms

  • Enis

    @TomGard
    Hier noch ein kurzer Einblick von unserem grossen Meister Hafez über das Syriche Bewusstsein mit FR-Untertitel..

    Die Verschwörung gegen Syrien war immer vorhanden nur die Methoden sind aggressiver geworden..

    http://www.youtube.com/watch?v=-5tWOAqmreU