Fatae Morganae

Hassan RohaniWas bei den Wahlen im Iran passiert ist, sieht aus wie alles, was einem dazu so einfallen mag: gewiefte Technologien, lupenreine Demokratie, oder eiskalter Betrug. Alles gleichzeitig.

Hassan Rohani galt in der Zeit vor der Wahl nicht nur als kein Favorit, sondern auch als chancenlos, einen ersten Wahlgang zu überstehen. Iranische Meinungsumfragen hatten noch kurz vor den Wahlen eine recht niedrige Wahlbeteiligung prognostiziert. Im Zentrum der Medienaufmerksamkeit stand ein Kopf-an-Kopf-Rennen Ghalibaf vs. Dschalili; unterstrichen wurde das durch die benevolente Position Chameneis gegenüber beiden, während er es  gleichzeitig vermied, eine Wahlempfehlung abzugeben. Das interpretierte man als unerschütterliche Sicherheit des Rahbar, dass “sein” Kandidat, welcher auch immer das sei, das Rennen macht.

Alles änderte sich schlagartig, am vergangenen Mittwoch – nur einen halben Tag vor dem “Tag der Stille”. Ali Akbar Haschemi Rafsandschani rief seine Anhänger dazu auf, ihre Stimmen Rohani zu geben. Und urplötzlich änderte sich die Lage. Nicht, dass es unglaubwürdig wurde: sehr viele vor allem unter den jungen Städtern sind durch die Nichtzulassung Rafsandschanis sehr enttäuscht gewesen; unter diesen Wählern gab es Verdruss und Mutlosigkeit, die sich vor allem durch Nichtwählen äußern würde. Der Aufruf Rafsandschanis war also durchaus geeignet, diese Leute zu mobilisieren und motivieren. Die Glaubwürdigkeit des Endergebnisses ist also nicht das Problem. Das Problem liegt anderswo.

Am Donnerstagabend, als man erstmals meldete, Rohani liege in den Umfragen an zweiter Stelle, gab es im Iran niemanden, der eine solche Lage der öffentlichen Meinung hätte erheben können. Niemanden, der solche Informationen hätte veröffentlichen können. Tag der Stille, Baby. Der Iran ist ein Rechtsstaat. Wenn am Tag vor den Wahlen solche Dinge verboten sind, dann sind sie verboten. Verstöße hätten für Aufsehen gesorgt und Folgen gehabt. Und eine Erhebung am Mittwoch, nach der Verlautbarung Rafsandschanis, sowie dann das Auszählen, Bearbeiten und Publizieren – in der kurzen Zeit nicht machbar. Nichtsdestotrotz gaben alle Nachrichtenkanäle die Sensation am Abend des Donnerstag und am Freitagmorgen in den Äther.

Die Wahlbeteiligung, die man auf um die 40-50% prognostiziert hatte, betrug schließlich mehr als 70%, weswegen die Öffnung der Wahllokale stellenweise verlängert wurde. Diese 20-30% waren es denn wohl auch, welche den Ausgang der Abstimmung entschieden – alle anderen Kandidaten bekamen in etwa genau so viele Stimmen, wie ihnen in den Umfragen prophezeit wurde. Jedenfalls in absoluten Zahlen. Rohani bekam den Rest, was für einen Wahlsieg im ersten Wahlgang genügte.


Vom Blutigenregime unterdrückte Frauen im Iran müssen ihren Präsidenten wählen. Die sie eifrig knechtenden Revolutionsgarden sieht man gerade nicht. (Foto: PressTV)

Schon am Morgen des Samstag waren die vorläufigen Ergebnisse bekannt; die offizielle Nachricht wurde jedoch zurückgehalten. Inzwischen ist klar, was diesen halben Tag lang lief: nämlich die Ausschaltung aller den Geheimdiensten bekannten potentiellen Untergrundzellen, die auf einen Ausbruch von Unruhen nach dem 21. Juni, dem theoretischen zweiten Wahlgang, orientierten. Gleichzeitig gab es im Irak einen Angriff auf ein Camp der Modschahedin-e Chalgh nahe Bagdad. Als dezenter Hinweis: Haltet schön die Füße still! Dieses Camp firmiert offiziell als Flüchtlingslager für iranische Dissidenten und wird von einer US-amerikanischen privaten Sicherheitsfirma, vulgo Söldnerarmee, abgeschottet. Die Grenzen wurden dichtgemacht. Das alles innerhalb eines halben Tages, und dann wurde das endgültige Wahlergebnis verkündet.

Die Welt wurde vor vollendete Tatsachen gestellt: keiner da, der protestieren könnte, und auch kein Grund dazu. Gesiegt hat der Kandidat, dessen Niederlage für die “westliche Wertegemeinschaft” Anlass zur Entrüstung hätte werden sollen.

Wie viel in dieser Angelegenheit Resultat von Technologien und Manipulation, wie viel wiederum freie Willensbekundung des Volkes ist, kann man natürlich nicht mehr auseinanderhalten. Das Ergebnis ist jedenfalls eines, das kaum jemand vorhergesagt hatte.

Rohani ist dabei nicht etwa ein “Oppositioneller” in dem Sinne, wie man das in der politischen Tradition des Westens versteht. Rohani ist ein absoluter und ergebener Anhänger des Imam Chomeini. Er war, wie dieser, in der Emigration, sass in den Verliesen des Schah ein, kehrte nach der Islamischen Revolution in den Iran zurück und wirkte immer in ihrem Sinne. Schon allein deshalb kann keine Rede von einem “Kurswechsel” im Iran sein, umso mehr, wenn man bedenkt, dass dieser Kurs im Iran nicht durch den Präsidenten bestimmt wird.

Nichtsdestotrotz ist die Wahl Rohanis, egal, wie sie lief, eine Antwort an die Amerikaner. Er ist derjenige, welchen der Westen favorisierte – vielleicht auch nur als “durch Manipulationen” gescheiterten Kandidaten. Aber er ist der von allen Kandidaten dem Westen gegenüber Geschmeidigste. Und nun ist Obama dran. Ein geringeres Gegen-Entgegenkommen, als die Aufhebung der Sanktionen, will man im Iran nicht von ihm. Nur dann gibt es seitens des Iran weitere “Schritte”, wie man das immer so schön nennt. Für heute ist Rohani das Maximum, was geht.

Dabei wissen natürlich alle, dass Obama sich mit dem Iran nur deshalb gut stellen will, um ihn dann zu betrügen. Obama seinerseits weiß auch, dass die Iraner das wissen. Und dass diese wiederum damit rechnen, ihn zu überlisten. Und auch sie wissen, dass Obama das weiß. Herrlich. Die Atmosphäre am Schachbrett ist geladen. Und je mehr einem scheint, dass man sieht und begreift, desto einfacher ist es, betrogen zu werden.

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  • Anonymous

    Rouhani erinnert mich ein wenig an Bill Clinton. Sympathische Ausstrahlung. Smooth-Talking. Ein Populist, der es versteht, den Menschen falsche Hoffnungen zu verkaufen. Dabei fest auf der Seite des Establishments.
    Die Präsidentschaft des Demokraten Bill Clinton hinterlies eine Bilanz, auf die jeder Republikaner hätte stolz sein können. Ich denke, dass die Präsidentschaft Rouhanis ebenso verlaufen könnte.

    Im Westen wird Rouhani als Reformer dargestellt. Freilich ohne zu sagen, welche Reformvorhaben eigentlich gemeint sind. Ich erkenne nirgends einen Willen zu signifikanten Reformen.
    Sicher, sollten die vom Westen! in Aussicht gestellten Reformen nicht eintreten, dann ist wieder ein Grund vorhanden, die iranische Führung zu deligetimieren. Internationale Isolation des Irans und noch wesentlich besser: Betrug an den eigenen Wählern wären die Vorwürfe.

    Dass sich Rouhani für die internierten Führer der Grünen Bewegung eingesetzt hat, hat ihm ein schönes Pfund bei deren Anhängern eingebracht und war sicher ein wesentlicher Beitrag zu seinem starken Wahlergebnis.
    Er wird aber nicht „für lau“ für die Grünen Führer aktiv werden, sondern eine Gegenleistung haben wollen. Deren Loyalität.

    Mal ganz offen: Iran sollte seinen Lauf und die Gunst der Stunde nutzen, um in den Krieg zu ziehen.
    Said Jalili wäre da „mein“ Mann gewesen. Bürgerlicher mit hohem Bildungsabschluss. Kriegsveteran. Viel Erfahrung, gerade in der Aussenpolitik. Als frommer Schiit, der den Pure Islam preisst, ganz auf Linie mit dem theokratischen Establishment. Einfach perfekt.

    Aber wer weiss. Womöglich ist Rouhani mit seiner konzilianten und präsidialen Art der bessere Kriegs-Kanzler. Einer, der das Volk hinter sich vereinigen kann. So ganz geheuer ist mir der Vogel aber nicht. Für den Fall eines Krieges stehe ich seinen staatsmännischen Fähigkeiten ein wenig skeptisch gegenüber. Wie gesagt, Jalili wäre mir lieber gewesen.

    • Mit solcher Kriegsrhetorik gesell dich meinetwegen den Büschen und Obamas bei. Der Iran treibt – seit Jahrhunderten im übrigen – Friedenspolitik, und ich hege keine Zweifel, daß er dies auch weiterhin tun wird.

    • @Anonym
      Welch fatale und folgenschwere Strategien Du hier zum Besten gibst. Aus Sorge, ihn nicht richtig aufgenommen zu haben, las ich den Abschnitt: „..die Gunst der Stunde nutzen, um in den Krieg …“ gleich mehrmals.

      Fakt ist doch, dass wenn der „Iran“ dies wollte, bräuchte er nicht einen Meter „ziehen“, dein ersehnter Krieg steht im Großen vor seiner Tür und im Kleinen findet er durch eingeschleuste Agenten und deren Kollaborateure permanent statt. Da wird nicht nur spioniert und gezielt infiltriert, da finden auch ganz gezielt Anschläge gegen Mitarbeiter des Atomforschungsprojektes in den Städten statt.

      Die auf den großen Krieg sehnlichst außen vor wartende Koalition US/GB/Israel/Nato wird ihren Erstschlag mit Sicherheit sogar als „Reaktion“ auf einen iranischen „Erstschlag“ oder notfalls eben „erforderlichen Präventivschlag“ zur Wahrung des Friedens blablabla darstellen.
      Wenn der Iran also diese Stunde tatsächlich beschleunigen will, kann er dies, indem er sich schwach macht. Schwache Gegner werden stärkeren bevorzugt. Wie in der Tierwelt.
      Und die einzige Möglichkeit, diese Stunde des großen Krieges zu verhindern, ist, sich so stark und wehrhaft zu gestalten, dass die an den Rechenschiebern werkenden „Kriegsökonomen“ keine glaubhafte positive Kosten/Nutzen-Rechnung präsentieren können.

      Und wenn der „Iran“ tatsächlich einen realen Erstschlag vollziehen würde, selbst unter der theoretischen Annahme, die gesamten Flottenverbände vor seiner Küste mit einem Schlag vernichten zu können, wäre dies das sichere Ende der iranischen Gesellschaft.

      Das wäre geradezu (trotz riesiger Erstverluste) die Jolly-Joker-Situation für die USA!

      200jähriges Besatzungs- und Ausbeutungsrecht – gesichert und abgesegnet mit Dutzenden UN-Beschlüssen – wären die Konsequenz. Als Blaupause dafür gibt es unzählige Beispiele (BRD, Südkorea, Japan usw.)

      Die VSvA sind rein militärisch betrachtet unantastbar. Keine denkbare x-beliebige und bunt gemischte Allianz dieser Welt ist heute dazu im Stande. Ihr Untergang steht dennoch unmittelbar bevor und der Prozess läuft längst. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenbrüche bedrohen diese Allmacht. Das wissen die Eliten jenseits des Atlantiks und möchten eben diese Stunde der Offenbarung möglichst lange hinausschieben. Aber Ihre eigentliche Basis zur Machtenfaltung, die Beherrschung der globalen Finanzwelt durch den Greenback, schmilzt von Woche zu Woche dahin. Die Frage ist nicht mehr OB, sondern WANN, dies eintritt und OB auch Europa zur Gänze oder nur teilweise mit in den Abgrund gerissen wird. Die Amis geben ihr Bestes, dann nicht allein darnieder zu liegen. Noch wehren sich einzelne Staatenführer Europas ein wenig, allein ihre Möglichkeiten sind gering und ihre Instrumente (Finanz- & Fiskalpolitik, Euro) zeigen bereits erschreckende Krankheitsmerkmale.

    • „Europa mit in den Abgrund…“ das wird so kommen. Deutschland an erster Stelle.

      Ich würde mal gerne eine Umfrage machen, unter den Besser-Wessi-Bildungsbürger hierzulande.

    • @Ossi
      Die Deutschen sind ein eigenes Volk. Zwei Stunden, bevor sie den Bahnhof stürmen, lösen sie noch ihre Fahrkarten.
      (Lenin oder Stalin)
      Aber die „Umfrage“, die du gerne machen willst, wird sich ergeben. Allerdings in verkehrter Richtung und auch zwei Stunden nach Schließung der Banken in D.

    • Anonymous

      In Pyöngyang steht der neue Jung-Diktator schon wie ein Boxer in der Ecke, tanzt nervös von einem Fuß auf den anderen und schlägt unternehmungslustig die Fäuste gegeneinander.
      Die USA wird nur an einem Schauplatz einen Full Spectrum-War führen können. Entweder in Nahost oder Fernost, aber nicht an beiden gleichzeitig.
      Und ich bin überzeugt, dass der Schutz Südkoreas Priorität für Obama geniesst.
      Bei den letzten beiden Besuchen Secretary Kerrys in Israel hat es noch nicht einmal mehr zu einer gemeinsamen „Alles tutti“-Erklärung gereicht. Für Israels bedeutet das: In Zukunft auf eigenen Beinen stehen zu müssen.

      Hinsichtlich Syrien schwächelt die westliche Seite ebenfalls enorm. Grosse Ansage: Wir werden endlich eingreifen. Was in der Realität bedeutet, dass lediglich weiter illegal Waffen geliefert werden. Also das, was schon die ganze Zeit gemacht wurde. Echt mickrig.

      Libanon befindet sich in der Hand der Hisbollah. Der sunnitische Regierungs-Chef ist schon vor Monaten zurückgetreten.
      In der Türkei ist die Destabilisierung in vollem Gange. Und ohnehin ist fraglich, ob sich die türkische Führung überhaupt auf die Loyalität ihrer Streitkräfte verlassen kann, gerade angesichts der inneren Krise.

      Die israelischen Cry-Babies haben ihre schrille Kriegsrethorik gegenüber dem Iran schon erheblich zurückgefahren. Sie wissen, es könnte demnächst wirklich ernst werden.

      Unterm Strich geht es aber für den Iran um wesentlich wichtigere Anliegen, als das israelische Regime von der Platte zu putzen.
      95% der schiitischen Heiligtümer und anderer islamischer Kultstätten sind in Saudi-Arabien bereits von den Wahabi-Teufeln zerstört worden. Die Heiligen Stätten müssen aus deren Händen befreit werden.
      Im Islam gibt’s 8 verschiedene Schulen. 7 davon würden dieses Anliegen mehr oder weniger unterstützen, da bin ich mir ziemlich sicher.
      Die iranisch-schiitische Jafaris werden den Kampf anführen.

    • Anonymous

      Der strategische Wert der iranisch-israelischen Kontroverse bewegt sich irgendwo am absoluten Nullpunkt. Hat aber für die Öffentlichkeit, die dazu konditioniert wurde, sich mit Null-News zu beschäftigen, einen beträchtlichen Wert.

      „Benny sagt, der Mahmoud will alle killen.“
      „Stimmt gar nicht, Mahmoud hat gesagt, er will nur Benny an die Wäsche.“
      „Ja, ausserdem sagt Mahmoud, dass Benny sein Spielzeug kaputt machen will.“
      „Benny hat recht.“
      „Nein, Mahmoud hat recht.“
      „Ihr seid alle Antisemiten.“

      Diesen Bullshit könnte man in 1000 Folgen weiter laufen lassen. Aber in Wahrheit hat der Staat Israel für niemanden einen strategischen Wert. Seine Existenz oder Nicht-Existenz stellt für keine Socke einen signifikanten Vor- oder Nachteil dar.

      In Wahrheit ist Israel in der iranischen Atom-Frage nur eine willkommene Strohpuppe Saudi-Arabiens. Der Vorteil für Israel, diese Rolle zu spielen, ist dass es sich als bedrohter Opfer-Staat generieren kann. Das sorgt dafür, dass die globale Sozial-Hilfe für Israel auch weiterhin sprudelt. Allein vom amerikanischen Steuerzahler gibt’s jährlich ca. 30 Mrd. Dollar an Militärhilfen. Die Rolle der Cry Babies ist also äusserst lukrativ.

      Israel hat für Iran keinen strategischen Wert. Warum sollte es das Land mit Atom-Waffen angreifen, ausser aus irrationaler Grausamkeit? Um dann womöglichen einen atomaren Gegenschlag zu kassieren-wohl kaum.

      Der iranische Supreme Leader hat ein Rechtsgutachten bezüglich einer möglichen iranischen Atom-Waffe angefertigt. Diese „Chamenei-Doktrin“ sollte man sich mal genauer anschauen.
      Soweit ich weiss, brandmarkt er die Atombombe als eine grausame, unmenschliche Waffe.
      Andererseits wüsste ich nicht, warum sie nicht gegen saudi-arabische Ölfelder eingesetzt werden sollte. Das weltgrösste Ölfeld, Ghawar, liegt irgendwo mitten in der ost-saudischen Wüste, vermutlich einer der dünnstbesiedelten Gebiete des Planeten. So gesehen der perfekte Schauplatz, um eine Atom-Waffe zum Einsatz zu bringen. Allein mit der Zerstörung des Ghawar-Feldes würde über die Hälfte der saudischen Ölproduktion auf einen Schlag ausfallen.

      Die Saudis sind sich darüber im klaren. Und die Wikileaks-Enthüllungen haben bewiesen, dass die saudi-arabische Führung erheblichen Druck auf die USA ausübt, die iranischen Atom-Anlagen zu zerstören. Mehr noch als Israel.
      http://www.crethiplethi.com/saudi-arabia-seeks-strike-on-iran/israel/2010/

    • habkind

      ich denke, die Militärhilfe der USA an Israel ist – zumindest offiziel – 3 Mrd.Dollar. Dieses Jahr glaube ich 4 Mrd. ein Geschenk des Friedensnobelpreisträgers Obama an die friedvollen Zionisten.

  • Anonymous

    Ich erkenne nirgends einen Willen zu signifikanten Reformen.
    Wie sollen den die Reformen aussehen? So wie im Irak und in Libyen und sonnst wo auf der Welt. Sofort eine vom Westen kontrollierte Landesbank eröffnen. Also ganz einfach gefragt: Soll sich der Iran hinlegen die Beine spreizen und sich f….n lassen, so wie WIR hier im Westen und in den meisten Ländern der Erde, durch Kriege erzwungen, von der US Army?

    • Der Strohmann wird weiter gedroschen: Iran ready to halt 20% uranium enrichment, West must reciprocate – Lavrov. Obama ist nun aber wirklich mal dran. Einen neuen Vorwand bringen.. :)

    • apxwn, es scheint doch eindeutig warum russland jetzt wieder mit iranischen waffenlieferungen droht und die kooperation verstärken will – oder? unsere „freunde“ spielen ein mieses spiel mit dem gutgläubigen westen ;-(

      lol spaß jedenfalls werden die bösen jetzt schön ins patt gedrängt…

    • Interessant jedenfalls, dass der Iran nun Tor-M1-Systeme anstelle des gescheiterten Deals mit den S-300 bekommen soll. Eigentlich gab’s aber auch darüber schon 2005 einen offiziellen Vertrag, der ab 2007 erfüllt wurde. Kann sich also nur um zusätzliche Systeme handeln.

    • An Israels Politik wird sich eh nichts ändern:

      Netanjahus Vertrauter Juval Steinitz, der einem Ministerium für strategische Angelegenheiten vorsteht, fordert deshalb, dass gleichsam als Begrüßungsgeschenk für den neuen Präsidenten die Sanktionen verschärft werden müssten, um das Regime zum Einlenken zu bewegen.“ (Israel zelebriert den Pessimismus, Süddeutsche)

      Für die Falken in Israel hat zweifellos der falsche Kandidat gewonnen, schlecht für ihre Propaganda. Aber sie waren ja immer einfallsreich im Informationskrieg. Man wird den naiven Westlern schon noch zeigen, wie gefährlich dieser Mann ist.

      Mir zeigt die Wahl einmal mehr, dass man den Iran niemals unterschätzen sollte. Das Land gewinnt auf jeden Fall Zeit und das ist extrem wichtig.

    • Russland hat im Zuge der iranische Klage vor dem internationalen Handelsgericht in der Schweiz dem Iran eine Art Vergleich angeboten im Wissen dass das Gericht dem Iran mehr als 1,5 Mrd US Dollar an Schadensersatz zusprechen wird. Aus Sicht des Irans und wohl auch aus der Sicht des Gerichts (hat es zumindest deutlich durchblicken lassen) unterliegt ein S-300 System keinen Sanktionen welche Russland binden solche Systeme nicht zu liefern. Der Vergleich beinhaltet daher weitere 28 Einheiten TorM1. Wobei hier wohl auch die verbesserte TorM2E drin sein könnte. Der Iran hat jedoch diesen Vergleich ausgeschlagen. Argumentation war, dass das Tor System nicht die Funktion eines S-300 Systems übernehmen könne. Mal abgesehen davon das solch ein TorM2E und dann auch noch ganze 28 Systeme auch für den Iran sicher ein enormes Upgrade wären so hat der Iran hier schon nicht unrecht. Dem Iran fehlt ein S-300 für die weitreichende Luftabwehr welches mobil ist. Im Gegensatz zu Syrien hat es sowohl den Raum wie auch die Topographie um damit etwas anfangen zu können. Gut möglich jedoch das Putin bald von seinem Padawan das Dekret aufhebt und dem Iran S-300PMU-1 zukommen lässt. Personal steht ja im Iran ausgebildet bereit und über das kaspische Meer ist es recht schnell verlegt. Die Frage ist ob Putin das will. Der Iran wäre ein dankbarer und auch zahlungskräftiger Abnehmer der Bar zahlt.

  • Anonymous

    Haha, jahrhundertelange Friedenspolitik. Ungefähr soviel Friedenspolitik wie im irakisch-iranischen Krieg, in dem um ein Fleckchen Sumpfland (Schatt al-Arab) acht Jahre (1980-88) Krieg geführt wurde?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg

    Iran wird, wie jedes Land, seine sicherheitspolitischen & geostrategischen Interessen wahrnehmen. Bei guter Erfolgsaussicht auch mit den erweiterten Mitteln der Politik.
    Diese Erfolgsaussichten sind jetzt vorhanden.

    • Das haha sollte wohl den Eindruck vermitteln das du besonders Faktensicher bist?
      Wer allerdings mit Wikiblöd argumentiert sollte sich dringend bilden!
      Schau dir das Doku an! Es hat zwar ne miese Qualität weil ich es an zahlreichen Stellen wegen Urheberrechten bearbeiten musste aber es ist in jedem Fallsehr sehenswert und passt gerade gut ins Thema Iran:
      http://www.youtube.com/watch?v=w8pUtWmJIHo&list_pxtube=PLB37D6EE65D143A3A&index=2

      Doku; Iran: 100 iranische Jahre im Zeichen des Kolonialismus. 2008:
      Es ist sein Unglück das er das Erdöl hat und die Atomkraft will!
      Eine Dokumentation über die moderne Geschichte des Iran. Einsetzbar ab 14 Jahren.
      Anlässlich des 30. Jahrestages der Iranischen Revolution stellt ARTE 2009 den Iran in den Mittelpunkt seines Programms. Einblicke in die Politik, Geschichte und Kultur dieses Landes voller Gegensätze, um das aktuelle Geschehen und den Konflikt mit dem Westen besser zu verstehen.

      Iran der Wille zur Grossmacht – Ein Land zwischen den Welten 1908 bis 2008, hundert Jahre Geschichte des Irans, erzählt der Dokumentarfilm von Jean Michel Vecchiet. Er zeichnet vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit das komplizierte Schicksal eines Landes zwischen Tradition und Moderne, Säkularisierung und Religion, Unterwerfung und Unabhängigkeit, Okzident und Orient nach.

      Dabei finden neben prominenten Vertretern des Landes und ehemaligen westlichen Politikern auch Stimmen aus der Bevölkerung Gehör.
      Der Iran ist ein Land zwischen den Welten, eine geteilte Nation, die sich nach einem Jahrhundert politischer Erschütterungen aufschwingt, um der Welt – wie die Atomkrise zeigt – ihren Machtanspruch zu demonstrieren.

      Erstmals gibt der Dokumentarfilm Einblick in hundert Jahre iranischer Geschichte und legt die Wurzeln der Konfrontation des Irans mit den Mächten des Westens frei. Die spannende Zeitreise von 1908 bis 2008 führt von den ersten Erdölfunden bis zur Atomkrise. Sie porträtiert anhand von Archivmaterial und historischen Dokumenten ein Volk und ein Land und lässt dessen Geschichte lebendig werden.

      Neben Zeitzeugen wie dem ehemaligen iranischen Staatspräsidenten Haschemi Rafsandschani, dem ehemaligen Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, und dem ehemaligen französischen Außenminister Hubert Vädrine, kommen auch Stimmen aus der iranische Bevölkerung zu Wort, um vergangene und aktuelle Entwicklungen zu kommentieren

    • Anonymous

      Klar, die 40.000 deportierten Ex-Iraner vergißt du. du vergißt, wer wann als erste einmarschierte. Ich wähle mal einen Autoren, der mehr auf deiner Linie zu schwimmen scheint, Sockenpuppe, die du hier darstellst: Efraim Karsh:

      „‚The frequent and blatant Iranian violations of Iraqi sovereignty‘, he said, ‚have rendered the 1975 Algiers Agreement null and void.‘ Both legally and politically the treaty was indivisible. Once its spirit had been violated, Iraq saw no alternative but to restore the legal position of the Shatt al-Arab to the pre-1975 status. ‚This river‘, he continued to enthusiastic applause, ‚must have its Iraqi-Arab identity restored as it was throughout history in name and in reality with all the disposal rights emanating from full sovereignty over the river.‘

      The implications of this speech were not long in coming. On 22 September, emulating the brilliant Israeli gambit of the Six Day War in 1967, Iraqi aircraft pounded ten airfields in Iran in an attempt to destroy the Iranian air force on the ground. This failed, but the next day Iraqi forces crossed the border in strength and advanced into Iran in three simultaneous thrusts along a front of
      some 400 miles (644 km).“ („The Iran-Iraq War, 1980-1988“, p. 22.)

      „Wiederherstellung“, Vertragsbruch, Deportationen — ein klarer Fall sockenpuppenmäßiger irakischer Selbstverteidigung.

      Die Iraner betreiben das, was in der Literatur Soft-Power Politics genannt wird: Bringe die arabischen Staaten dazu, das zu wollen, was du willst. Dazu benötigen sie weder Drohnen noch Flugzeugträger oder Atomwaffen. So leben die seit über 200 Jahren. Und selbst der letzte Krieg davor war eine Reaktion auf Landraub.

      Nö, dein katsa muß sich schon etwas anderes einfallen lassen.

    • Es war der Schah Palevi der die Bauern enteignete und ihnen dann ihr Land zum Kauf anbot…

  • Anonymous

    @Anonym
    Der erste Golfkrieg wurde durch den Irak als Angriffskrieg mit freundlicher Unterstützung der USA vom Zaun gebrochen, das war keine iranische Kriegspolitik. Donald Rumsfeld hat damals persönlich Saddam Hussein herzlichst mit Massenvernichtungswaffen gestopft.

    • es macht echt null bock anonymis beim kommentieren anderer anonymies zuzugucken. bitte namen dranheften oder account anmachen.

      nur ein freundlicher rat…

    • Man könnte anonyme Kommentare im System verbieten. Das Problem ist, dass Leute wie Enis, kaumi, Iskander und viele andere auch de facto anonym sind. Nur sind sie so geistreich, „Name/URL“ als Option zu wählen. Dort kann man ja eingeben, was man will. Zum Beispiel (bei der URL) auch gar nichts.

    • Anonymous

      was heisst das jetzt?
      müssen alle anonym angeben oder alle mit Name?
      habkind

    • @Habkind
      Du musst nix. Aber Du könntest beim Kommentieren die Option „Name/URL“ wählen. Bei „Name“ einfach „habkind“ (oder sonstwas) eintragen und „URL“ leer lassen. Damit wäre uns allen geholfen, denke ich.

    • @apxwn

      Wenn es wirklich möglich ist, die anonymen Kommentare im System zu verbieten, wäre ich dafür.
      Vor Kurzem gehörte gehörte ich ja auch noch zu den Anonym-Bloggern, da habe ich aber wenigstens mit meinem Namen gezeichnet. Viele Anonyme tun das aber nicht und folgen dann mehrere solche Artikel bleibt man konfus, ob die von ein und derselben Person sind, oder von verschiedenen. Da muss ich Sown on the Path Recht geben. So macht der Diskurs wenig Freude!
      Dann gibt es immer wieder Anonyme, deren Kommentare sich wie eine platzende Faulgasblase hier entladen. Jeder darf seine Meinung haben, aber im Schutze der völligen Anonymität sind manche doch arg ungehemmt. Das kennt man ja von Kritzeleien in öffentlichen Toiletten.

      Du hast ja oben einen Weg aufgezeichnet, wie man anonym aber adressierbar bleiben kann, indem man zumindest unter einem gleichbleibenden Pseudonym schreibt.
      An der Stelle mal meinen Dank für die Zeit die du in diesem Blog opferst. Das breite Versagen des Journalismus in Deutschland macht Blogs unverzichtbar!

  • Enis

    off topic:

    Westerwelle ist persönlich empört:
    http://de.ria.ru/world/20130618/266321166.html

    Jetzt weiss ich wieso er bei den Golfländern so beliebst ist.. Denn bekanntlich geniessen sie dort bis zum König Kastanien..

    • Dass hörte ich bisher nur über den kinderlosen Sultan Qabus.

  • Enis

    G-xy hin oder her..
    Die Affen singen seit Jahren im Chor Assad muss weg. Was kam jetzt raus?

    Sie wissen doch genau, dass alle möglichen Dokumente, die den Syrern etwas vorschreiben in Syrien als WC-Papier gebraucht werden..

    Es wird nächstes Jahr ein Referandum geben, wobei das Syrische Volk entscheiden wird, ob Assad wieder antreten soll, oder nicht..

    Alles andere ist Phantasie..

  • kaumi

    In Doha eröffnete jetzt die sogenannte „Taliban-Bewegung“ ihr Büro. Dort verdingt sich ja auch schon die Hamas, oder zumindest die Misha`al-Fraktion.
    Unter Berücksichtigung der Aussagen des unteren Videos (Idriss und Asaad bekennen sich eindeutig zu Al Qaida), hätten wir also im beschaulichen Golfparadies, oder zumindest durch dieses Petroland maximal unterstützt, ein Sammelsorium an Sympathieträgern, um die ich den Westen – nicht beneide.
    https://www.youtube.com/watch?v=emtbppoZfIw

    Bei all` dem Kommen und Gehen dieser Fraggles bewundere ich die Übersicht der Wessis, da noch zwischen nett (werden bewaffnet) und unnett (werden nicht bewaffnet) zu unterscheiden. Hut ab.

    • Wenn man sich nur ein bisschen mit dem Syrien-Konflikt hier im Westen befasst, fragt man sich bald, für wie dumm halten uns – das gemeine Volk – eigentlich unsere Führungseliten.
      Der angebliche Giftgaseinsatz, die gezielte Bewaffnung von den „guten“ Rebellen, etc.. Eine einzige Beleidigung des gesunden Menschenverstandes!
      Das Problem ist, das habe ich schon oft in Diskussionen mit Freunden erlebt, die meist studiert haben und nicht die Springer-Presse (BILD, Welt) lesen: die Leute interessieren sich schlicht nur am Rande für den Nahen Osten, der ihnen ziemlich fern ist. Sie lesen vielleicht flüchtig die Schlagzahlen auf der vorinstallierten News-App auf ihrem Smartphone. Dies App (auf meinem Android-Samsung-Smartphone) wird überwiegend aus der Springer-Presse gefüttert. Es ist schon deprimierend, wie man Völker manipulieren kann. Von den vielen kritischen Kommentaren im Internet sollte man sich nicht zu positiv stimmen lassen, das sind Leute die sich für Außenpolitik interessieren. Leider eine Minderheit.

  • Nobilitatis

    Auf jeden Fall wird „der Westen“ es begrüßen, dass er diese Bewegungen so ganz unauffällig überwachen kann. In Damaskus, Khartum, Tripolis oder so war das sicher schwieriger.

    • kaumi

      Überwachen ist schön und gut. Lenken und führen muss man sie können, sonst passiert das, was den Amis in Tripolis passiert ist. Und man verliert schnell mal einige Botschaftsangehörige.

  • Enis

    die Kurden werden bald in die Nationale Deppenorganisation aufgenommen!

    Zudem haben sie von der Türkei versprochen bekommen einen neuen provisorischen Grenzübergang von Nusaybin/Mardin aus zu eröffnen, damit ihre Hilfsgüter nicht über die Rattengebiete transportiert werden müssen..

    Der Plan der Regierung für die nächsten Wahlen sieht vor, dass sie einen (neutralen)kurdischen Präsidentenanwärter aufbauen, um einige Kurdenstimmen von den Ratten fernzuhalten ..
    Der Wähleranteil Assads ist fest wie ein Fels.. Jetzt gilt es diese Deppen politisch zu teilen, damit sie sich gegenseitig ans Bein pissen können.

    • ich denke nicht alle kurden. die demokratische union zB hat mit ihrem militärischen arm YPG alles zu verlieren…
      sie spielen wohl ne art poker. high risk high gain?

    • habkind

      Na, von den YPG kämpfen einige mit FSA, auch die kurdischen Hizballah kämpfen auf Seiten der FSA.
      Teile der Syrischen Kurden und Teile der PKK kämpfen wiederrum auf Seiten der SAA. Manche PKK-Gruppen sind wiederrum mit der FSA.
      Die ganze Kurdengeschichte ist einfach verwirrend. Vielleicht keine schlechte Idee, die Enis da erwähnt: die Regierung baut einen neuen Kurdischen Führer, um zumindest einen großen Teil der kurdischen Bevölkerung eine Stimme zu geben.

    • Die Kurden werden von beiden Seiten umworben, sie werden versuchen den Preis hoch zu treiben. Dabei geht es wohl auch um die Öl- und Gasquellen. Wer bietet am meisten?

  • „With this exercise being the biggest fire power show ever in Jordan, coupled with the deployment of Patriot air defense systems and U.S.fighter jets, it is clear that the ground is being set for military intervention in Syria,“ said Col. Khalil Rawahneh, a Jordanian military strategist who participated in at least 16 U.S.and British-sponsored maneuvers until he retired four years ago.
    Haaretz verbreitet einen Artikel, der Jordanien in den Fokus für eine mögliche Intervention in Syrien rückt. Link: U.S. war games in Jordan send signal to Assad

    Nur Aufbau einer Drohkulisse, oder ein weiterer israel. Versuch die USA noch tiefer in den Konflikt zu verwickeln?

    • habkind

      Jordanien wird definitiv nicht als Aufmarschgebiet herhalten können. Die sind so eng mit den Syrern verbandelt, dass ein Angriff über Jordanien zu einer eigenen Revolution füren würde. Schau der doch nur König Abdullah II an, wie der in diesen 2 Jahren gealtert ist. Auch das Militär ist – zumindest – gespalten in der Sache Syrien.Das Parlament steht mehrheitlich hinter der syrischen Regierung.
      Also ich kann mir das nur als Drohkulisse oder als Durchhalteparole für die Mörderbanden.

    • ein paar patriots und f-16 jets werden nichts ändern.
      man versucht einzuschüchtern, aber syrien hat keine angst vor sowas…

    • ISKANDER

      Habkind;
      ich glaube wohl, das die JORDANIER wissen, wo ihr Herz schlägt, doch der verwestlichte Abdullah der II ist eine Puppe der Zionisten und Amerikaner. Der wird nichts tun, weil er keine wirkliche Macht besitzt.
      Der ist feige, weich und abhängig von Geld des Westens.
      Der fällt in 12 Monaten.
      Er hat die falsche Seite gewählt. Wie Hamas.

  • Ein sehr lesenswerter Artikel in Asia Times über die Hintergründe des Syrienkonflikts, vorbildlich mit Quellenangaben belegt (so mag ich das!):

    Hawks, doves and pipeline politics in Syria

    Die Pipeline-Frage wird dabei wieder einmal aufgegriffen, TomGard behauptete ja, das mit der Pipeline sei Quatsch. Wie auch immer, Quatar hat laut Financial Times (Ausgabe: May 16, 2013) über 3 Milliarden Dollar in 2 Jahren für die Unterstützung der Assad-Gegner ausgegeben, das spricht für sich.

    Was mir auch gefällt: der Hinweis darauf, wie dumm langfristig die kurzsichtigen CIA-Cowboy-Methoden sind. Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten.

    • Franz
    • habkind

      für die CIA-Cowboys ist das doch gut. Sie werden dann weiter gebraucht und der Apparat bläht sich weiter auf und es fließt noch mehr geld.
      Die wollen nicht mehr.

    • „TomGard behauptete ja, das mit der Pipeline sei Quatsch.“

      Was ist bitte „das mit der Pipeline“ und was daran hätte TG „Quatsch“ genannt?
      Auf qualitative Quellen pochen und dann TG unspezifisch an einer Autorität (auch ich schätze PDS sehr) herabsetzen, hübsche Kombi, Joachim Wirth!
      Mein Eintrag lautete präzise:
      „“Geplante katarische Gas-Pipeline zum Mittelmeer“? Gibt es nicht.“
      (http://tomgard2.blog.de/2013/05/31/geplante-katarische-gas-pipeline-mittelmeer-gibt-16075537/)
      Für PDS ist das selbstverständlich, deswegen erwähnt er die von der Lobby neu ins Spiel gebrachte Trasse über Jordanien gar nicht, vermerkt nur einen Artikel von Felix Imonti (anm.12), der gehört haben will, SA hätte Katar die Nutzung saudischen Territoriums verweigert. Das stützt, wenn auch nur gerüchteweise, was ich behauptete!

      Unterschiede zwischen der Sicht von PDS und TG gibt es allerdings.
      PDS beruft sich auf den Kommentar der Lobbyisten von ZeroHedge.com zum finanziellen Engagement Katars in Syrien: „as so often happens in the Middle East … once again all about the natural resources.“ [14]
      Ich bin da nicht so sicher. Ich bezweifle, dem katarischen Herrschergeschlecht drohe die Pleite, wenn seine Gasvermarktungspläne von 2009 nicht realisiert werden, und, umgekehrt, wenn es so ist, dann wäre die Pleite unabwendbar, weil just die mit dem Syrienkrieg geschaffenen Realitäten die seither neu entdeckten und fieberhaft (mit katarischer Beteiligung) erschlossenen Quellen des levantinischen Bassins begünstigen!
      Israel und das russisch-türkische Konsortium, das die Erschließung der zypriotischen Quellen in Angriff nimmt, werden voraussichtlich schon liefern, wenn im Irak und vielleicht auch in Syrien noch mit örtlichen Warlords über die Sicherung des Trassenbaus verhandelt werden müßte! Hinzu kommen die abermals mit russischer und türkischer Beteiligung vorangetriebenen Erschließungen von Ölfeldern im Irak (bes. Kurdistan), die unter Umgehung des derzeitigen Kriegsgebietes an den türkischen Transit angeschlossen werden können.
      Umgekehrt fehlt es dem katarischen Königshaus stets weniger an Kohle, als an Volk und Territorium, weshalb es auf die fällige Zerlegung Saudi-Arabiens spekuliert und in Feiertagsreden die Übernahme des saudischen Thrones ankündigt. Insofern wären die katarischen Investitionen in die Szene der Takfiris in erster Linie politischer Natur, wenn das auch (natürlich) in zweiter Linie heißt: Mehr Kontrolle über die Rohstofflüsse. Später!
      (Fortsetzung gleich)

    • Fortsetzung
      Der Iran hat schon vor längerer Zeit eine „Rote Linie“ überschritten, indem er auf einer Insel (hab vergessen welche) eine unabhängige Ölbörse ins Leben rief, die den Dollar vom Zahlungsverkehr ausschließt. (Quelle such ich nicht raus, bin unter Zeitdruck!) Den Erfolg dieser Börse habe nicht nachverfolgt. Er wird zwangsläufig bislang relativ bescheiden sein, aber das ändert halt nix an der Kampfansage und der Antwort des Dollar-Imperiums. Insofern ist Peter Dale Scott’s folgender Verweis plausibel:

      We should recall that similar challenges to American petrodollar hegemony were made by Saddam Hussein and Muammar Gaddafi, with fatal consequences to them and their regimes.

      Doch er hat nicht bedacht, daß der Anschluß von South Pars an das europäische Gasnetz der (unterdessen sanktionsweise erzwungenen!) Anti-Dollar-Strategie des Iran entgegenwirkt. Jene ominöse Börse handelt freie Kontingente, die per Tanker ausgeliefert werden. Der Anschluß iranischen Gases an Europa per Pipeline bindet es hingegen per Durchflußkontrakte an den Dollarraum, mindestens indirekt, indem auch Euro-Kontrakte bislang noch über den Dollar abgerechnet werden.

      Das ist ein, und nur ein Grund, warum ich folgendes „Dogma“ von Pepe Escobar, auf das sich PDS beruft, für irrig halte:
      „It’s crucial to remember that the Iran-Iraq-Syria pipeline is … anathema to Washington… „.

      In einem früheren Beitrag hat auch Apxwn diesem Dogma widersprochen, v.a. mit Blick auf die Wende Obamas in der Containment-Strategie ggüber China, so belasse ich es hier bei diesem Verweis.

      Aktuell relevant ist hingegen, was PDS, abermals PE zitierend, zum katarischen Engagement in Syrien UND (!) dem Irak schreibt:

      „The key (unstated) reason for Qatar to be so obsessed by regime change in Syria is to kill the $10 billion Iran-Iraq-Syria [natural gas] pipeline“

      Jawohl, das steht beinahe wortgleich in meinem o.zit. kurzen Eintrag zum Thema.

      Zu aktuellen Fragen widerspreche ich PDS zum Thema Türkei. Er zitiert zustimmend PE’s Behauptung:
      “ The same (Iran-Syria-Gaspipeline=anathema) applies to Turkey, because this pipeline would bypass Ankara“
      k.a. welches Vögelchen PE dies verraten haben soll, jedenfalls ist es eine wagemutige Behauptung! Russen und Türken arbeiten emsig daran, irgendwelches Gas, das irgendwann in der Zukunft an der libanesischen / syrischen Küste angelandet wird, über die Türkei an das Nabucco-Rumpfprojekt ab Bulgarien anschließen zu können. Die kürzere Alternativroute führte bei immens höherem Gestehungspreis pro km durchs Mittelmeer an die griechische Festlandsküste. Die Verflüssigung wiederum nähme dem iranischen Gas jeden Vorteil gegenüber der katarisch-israelischen Vermarktung der Quellen vor der libanesisch/israelischen Küste und einen beträchtlichen Teil des Vorteils gegenüber Flüssiggaslieferungen Katars von der Quelle.
      (Noch eine Fortsetzung)

    • TomGard, wieder zurück ;-)!

      Bis ich deine Antworten mit ausreichender Konzentration lesen kann müssen die Temperaturen in meiner Dachstube um ca. 20°C fallen. Was für ein Ofen. Witzig dass die Hitze sogar bei Obama Spuren hinterließ: „Obama tells Berliners ‘here in the United States’ during sweat-soaked speech“ (Washington Times). Hitze und Heucheln, eine gefährliche Kombi, da rutscht mal versehentlich die Wahrheit heraus.

      Mein Sonarpieps hat jedenfalls sein Ziel gefunden ;-)!
      Antwort folgt morgen (hoffentlich gewittert es!).

    • Quellenverweise sollte man auch lesen, Joachim Wirth!

      Peter Dale Scott schreibt:

      „With the support of an Op-Ed in the New York Times, [7] US Secretary of State John Kerry met in early May with his Russian counterpart Sergei Lavrov, and the two agreed to reconvene an international conference …“

      Den „support“, auf den PDS mit keinem Wort eingeht, zitiert er in der Fußnote:

      [Former Ambassador] Daniel C Kurtzer, „Obama Can’t Go It Alone in Syria,“ New York Times, May 2, 2013: „Constructing an international coalition of willing states – especially Russia, Egypt, Saudi Arabia and Qatar – is the only strategically wise option for the United States. Without such a coalition, intervention won’t work. And without such a coalition, America must reject unilateral military intervention in Syria.“

      Daniel Kurtzer zählt, wie der Insider weiß, seit mindestens zehn Jahren zum Kreis derer, die die „Aufmischung“ des Mittleren Ostens an vorderster Front betreiben. Das Zitat Schritt für Schritt folgerichtig zu entschlüsseln bedürfte eines Buches, daher nur assertorisch:

      Die Russen sollen mit ihren kurzfristigen und unmittelbar die Staatsfinanzen tangierenden Interessen im türkisch-arabischen Raum erpresst werden, das mittel- bis langfristige Interesse an der Erhaltung einer zwischen russischen, chinesischen, europäischen asiatischen und halt amerikanischen Interessen Ansprüchen gleichsam geopolitisch „umhegt neutralen“ Regionalmacht Iran fallen zu lassen.

      Und das wiederum spricht für die Kantonisierung Syriens als das praktisch unvermeidliche Ziel solch einer „Allianz“, die natürlich nur eine Kollusion feindlicher Brüder wäre. Wie anders sollten Türken und Russen versichert werden, am End nicht mit leeren Händen da zu stehen?

      Apxwn spricht diese Wahrheit, für die TG mächtig geprügelt wurde, mitlerweile fast unumwunden aus, wenn er behauptet, das Ziel der „Operation Nordsturm“ sei eine „bessere Verhandlungsposition“ für eine „irgendwann Ende des Sommers“ stattfindende Syrienkonferenz. Ja, mei, wenn der „Nordsturm“ unter den Quislingen aufräumte, Homs konsolidiert und der Süden gehalten würde, was gäbe es zu VERHANDELN?! Jedenfalls auf der Ebene MILITÄRISCHER Kalküle, um die es ja wohl gehen muß, wenn Eroberungen angeblich nie verlorenen Territoriums ein Argument sein sollen?!

      Ach Quatsch!

    • Und wenn das so ist, dann sollten sich syrische Bürger mal klar machen, wer ihre eigentlichen Feinde sind. Ich sage es mal plump: Die Bonzen aller Couleur und Herren-Länder! Was schert es euch, ob über Aleppo eine türkische Fahne weht, oder nicht! Für euch zählt, welche Kohle ihr für welche Arbeiten und Dienste erhaltet und ob sie euch erlaubt, nicht nur eure Familien irgendwie durchzubringen, sondern auch noch ein mehr als vegetatives geistig-kulturelles Leben zu führen. Der Kampf darum zwingt euch JEDER Herr auf, ob er nun amerikanisch, russisch, türkisch oder sonstwie redet, und er findet nicht auf Schlachtfeldern statt (jedenfalls nicht gleich und sofort), sondern im Zivilleben.
      Wenn ihr umgekehrt im Wesentlichen daran interessiert seid, elitäre und kleinbürgerliche Pfründe unter einer „garantiert“ eigenen Herrschaft zu erhalten und zu verteidigen, dann seid ihr in ALLEN Szenarien auf der Verliererstraße! Das DIES NICHT MEHR GEHEN soll ist der BEWEIS, dessen Führung mit dem zweiten Golfkrieg begonnen und mit der Pfählung des „Wohlwollenden Tyrannen“ Gaddafi abgeschlossen wurde. Das ist weltweit durchgesetzt! Jedenfalls, so lang sich die Bevölkerungen des WESTENS nicht erheben. Wollt Ihr Euch unbedingt für die deutschen, niederländischen französischen, spanischen, britischen, polnischen … usw bis hin zu den amerikanischen ÄRSCHEN zu Massen abschlachten lassen, in dem absolut aussichtslosen Kampf um den ÖRTLICHEN Erhalt einer NATIONALEN Weltordnung, diesem Werk assoziierter Eliten in den parallel nebeneinander existierenden verschiedenen Phasen regionaler Entfaltung des Weltmarktes, das jetzt unter Führung der im Todeskampf befindlichen Hegemonialmacht desselben Weltmarktes abgewickelt wird?

      Ich wüßte Besseres.

      Jetzt werden die „Syrer“ natürlich „Defaitismus“ brüllen. Brüllt nur. Es ist so oder so zu spät, meine Stimme zählt weder militärisch noch politisch.

      Aber es gibt auch noch andere Ebenen …

    • Enis

      @TomGard

      willkommen zurück.
      Entschuldige aber ich habe bei deinen neusten Beiträgen einfach nichts verstanden :)

      „…ÄRSCHEN zu Massen abschlachten lassen, in dem absolut aussichtslosen Kampf um den ÖRTLICHEN Erhalt einer NATIONALEN Weltordnung..“

      Ja das wollen wir!! Der Informationsminister Syrien hat es ja der Welt mitgeteilt. Syrien wird bis zum letzten Mann um jeden Meter syrischen Boden kämpfen!

      Was bietest du als Alternative? Monopol der Globalistten?!

      Zu spät?? Du enttäuscht mich sehr, dass du die Realität verloren hast! Es zählt keine unserer Stimmen! Die Stimme des syrischen Volkes schlägt sich doch deutlich genug in der Entschlossenheit der Syrischen Arabischen Armee! Das ist was zählt.

      Vergiss die Theorie. Komm zurück auf den Boden. Hier geht es um einen Unabhängigkeitskampf einer Nation, die sich nicht dem Diktat der Arroganten bückt. Die Syrer haben keine andere Wahl.Ich habe die Befürchtung du kennst die Gegebenheiten auf dem Feld in Syrien nicht..

    • ISKANDER

      TomGard:
      Du laberst immere deine alte Leier von der Kantonisierung Syriens und Klassenampfideologie. Irgendwie habe ich den Eindruck dein quartalhaftes Auftreten ist nur alleinstehende Ego – Show.
      Mach deinen eigenen, aus diesen Gründen festgefahrenen Blog sauber und verschone uns mit deinen verschwurbelten Deutungen.
      Berichte Fakten – das ist ok – aber belehre uns nicht fortlaufend wenn du dich selbst festgefahren fühlst.

    • absoluter wahnsinn, kann ich euch von der höchsten russischen sicht sagen die ich weiss (leute wie fursov oder khasin).

      der befreiungskampf geht weiter voran, oder glaubst du dass an der libanon und palästinafront nicht getan wurde… du denkst die syrische führung ist so blöde wie du… sie haben aber saddam und ghadafi überlebt.

    • Iskander, Deine „quartalsweisen“ Ausgriffe in die bluttriefende Kiste des Landserjargons gibt Deinem „uns“ eine Note, von der ich weiß, daß Dich viele Deiner Landsleute dafür gern, liebend gern, baldigst in die Kiste fahren sehen möchten – jedenfalls sobald Du genug Kollegen von der anderen Seite „geköpft“ hast, damit sie die auch los sind –
      Und deshalb bist Du mein nächstliegender Adressat, obwohl wir beide das nicht wollen. Lustig, gelle?

      @Enis
      [Die syrische Armee] „wird bis zum letzten Mann um jeden Meter syrischen Boden kämpfen“
      Wenn das Deine „Realität“ ist, Enis, habe ich mit der so wenig zu tun, wie Kommandeure dieser Armee, die den Auftrag erfüllen, für „Verhandlungspositionen“ im Zweifel ganze Landstriche zu verbrennen; und so wenig, wie die Mannschaften, die schon seit zwei Jahren „zu Hause bleiben“, auch wenn sie auf irgendwelchen Posten hocken, auf denen sie durchwinken, wer den rechten „Paß“ vorweisen kann. Just heute hat Obama den Beschluß zur Fortsetzung des Auszehrungskrieges bis zum bitteren Ende offiziell verkündet, indem er Leute, die die jüngst beschlossenen Waffenlieferungen als „Durchbruch“ des amerikanischen Engagements feierten, trocken darauf hinwies, daß es mit ein paar „sophisticated weapons“ nicht getan ist. Das heißt übersetzt: Weil die amerikanische Regierung sich darüber im Klaren ist, daß der Widerstand eines beträchtlichen Teils der syrischen Bevölkerung (und der Armee) gegen eine Abgabe der Staatssouveränität an das Imperium einen Einsatz wie im Irak nötig machte, um ihn zu zerbrechen, weiß sie auch, daß eine „no fly zone“ und ähnliche Mätzchen eine Ausgabe ohne oder gar mit negativer Rendite wären; und deshalb verkünden die Waffenlieferungen den Beschluß, Syrien von den konkurrierenden und konfligierenden Kräften auf beiden Seiten der Front zerreiben, zerkrümeln, jedenfalls dem Erdboden gleich machen lassen zu wollen, so lange sich nicht auf beiden Seiten eine Koalition findet, die sich unter amerikanischer Leitung zur Beendigung des Schlachtens enschließt. Und das heißt wiederum, daß Obama Dich und Iskander, bzw. Eure weniger virtuellen Gesinnungsgenossen längst rekrutiert hat, ihr seid wider Willen seine „Soldaten“.
      Verrückt? Den Grund für diese seltsame Rekrutierung nannte ich „aussichtslosen Kampf um den ÖRTLICHEN Erhalt einer NATIONALEN Weltordnung“. Seine Aussichtslosigkeit liegt faktisch darin, daß nahezu alle konkurrierenden Fraktionen der Eliten in den weiträumig umliegenden Landesherrschaften am Syrienkrieg interessiert und daher mindestens mittelbar involviert sind. (Die Ausnahmestellung der zionistischen Agenda lasse ich mal beiseite) Die seit 9/11 geschaffenen politökonomischen und militärischen Herrschaftsbedingungen dieser Eliten lassen nichts anderes mehr zu. Außerhalb stehen heißt, sich den „Verlierern“ anschließen! Diese Scheidung zwischen Gewinnern und Verlierern innerhalb der Eliten ist der strategische „Witz“ am hegemonialen Weltkrieg der USA, und deshalb war die Pfählung Gaddafis so wichtig. (Und übrigens auch dr „EHEC“-Angriff auf das abermals unwillige Deutschland, unternommen mit Hilfe eines Programmes zur biologischen Kriegführung, das von England aus Ende der 40ger Jahre erprobt wurde).

      Mein Argument lautet daher anders gefasst: Wer nicht herrschen will oder kann, der sollte sich besser weder den „Verlierern“ noch „Gewinnern“ anschließen, er ist für beide ein überflüssiges Fleisch, von dem es entschieden zu viel gibt!
      Und ja, das heißt: Klassenkampf ist die einzige Möglichkeit, wenngleich der völlig anders zu führen wäre, als zwischen 1880 und 1928 in Europa, der Zeit, zu der er ungefähr unter dem faschistischen Großangriff zur völkischen Sozialpartnerschaft verkam.

    • @ all

      Wenn ich auf einen gesellschaftlich gebildeten individuellen Verstand setzen könnte, der sich nicht praktisch zur Gänze an die kategoreale Unterwerfung, an die Sklaverei als universelles Prinzip ‚dran gegeben hätte, dann ersparte mir ein Kommentar wie der von „Sown on the path“ jedes weitere Wort:

      „.. du denkst die syrische führung ist so blöde wie du… sie haben aber saddam und ghadafi überlebt.“

      Da bräuchte es dann nicht mal sowas mehr:

      “ … kann ich euch von der höchsten russischen sicht sagen die ich weiss …“

      Das ist kein individuelles Versagen, keine Ungeschicklichkeit, keine „Blödheit“ – oder wenn, dann handelt es sich um die systemische Blödheit, mit der fast alle geschlagen sind – mehr oder weniger offensichtlich!
      Schaut Euch nur ruhig im Spiegel solcher Worte an – ja, ich mach das auch, denn gefeit von solcher Verkrüppelung ist niemand.

    • das ist dein versagen dass du dich derart von den beschissenen hirnverblödenden mainstream medien so ins bockshorn has jagen lassen.

      depressionen wie diese sind eine sehr heftige sache… diese furcht durchtränkt die seele und man verliert jeglichen optimismus. du tust mir ehrlich leid.

  • habkind

    Angeblich soll das Transportschiff, dass die militärische Ausrüstung nach Jordanien bringt, einen Unfall gehabt haben. Da ich des russischen noch weniger beherrsche, wie Enis, kann ja vielleicht jemand mit diesem Artikel was anfangen. Schön wärs, wenn das ganze Schiff gesunken wäre.

    http://warfiles.ru/show-33178-konteynerovoz-mol-vezshiy-oruzhie-siriyskim-boevikam-poterpel-krushenie.html

    • Im Indischen Ozean sei ein Transportschiff mit Waffenlieferungen für die Amerikaner in Jordanien bzw. für die „Rebellen“ beschädigt worden sein, so dass auch die Fracht gelitten hat und teilweise ins Meer stürzte.

      Fraglich:
      – Frachter mit Waffen für Rebellen
      Unglaubwürdig:
      – Frachter mit 11 russischen Seeleuten mit Waffen für Rebellen

    • kaumi

      Über die Zusammensetzung der Besatzung habe ich keine Infos, aber es soll sich um die Mol Comfort handeln, die im indischen Ozean, so meine Quelle, in 2 Teile zerbarst.
      Das Schiff hatte Tonnen an Waffen für die Amerikaner an Bord, aus ihrem singapurischem Depot, und war Richtung Jordanien unterwegs.
      http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=wZy5eLs1XSE

  • habkind

    Nach meiner Meinung hat TomGard vielleicht sogar recht: das große Ziel
    der Weltmacht Obamas ist die Kantonisierung nicht nur Syriens. Irak haben sie ja in der Hinsicht schon fast geschaft.
    Vielleicht werden sie auch in der – wenn überhaupt – weiten Zukunft das weiter versuchen. Sie haben die Kantonisierung Syriens aber jetzt nicht geschaft, obwohl sie damit gerechnet haben. Für sie war die Zerschlagung Syriens so sicher, dass sie jetzt Probleme haben, ein Ausstiegsszenario zu finden. Sie sind von den Tatsachen auf dem Boden überrascht worden. Das Ziel dieser Größenwahnsinnigen ist zwar jetzt aufgeschoben – aber nicht aufgehoben. Bleib wachsam Syrien.

    Womit aber diese Kolonialmächte auch nicht gerechnet haben, ist das Wiedererstarkten Russlands und anderer Brics-Staaten, die in der Tat ein Gegenpol bilden können. Das ist vielleicht für die USA und Konsorten die größere Überraschung und für sie der Zwang, ihre Wünsche umzusetzen.

  • habkind

    Korrektur letzter Satz: … ihre Wünsche abzuändern.

    • ISKANDER

      Es wird keine Kantonisierung Syriens geben.
      Der Westen ist ein Pitbull der zu Tode reißt, er gibt sich nicht zufrieden mit halben Sachen. Außerdem ist Syrien für ihn nur eine Etappe auf dem Weg der WEeltherrschaft – zumindest der Zerschlagung von Iran, China und Russland.
      Tom Gard hat eben nicht nicht Recht, er ist verfangen in seiner Vorstellung – die niemals eintrifft.
      Syrien gewinnt – oder fällt.
      Auch der Irak ist eben nicht kantonisiert. Er ist derzeit nur Kolonialgebiet.
      Die arabischen Völker gehen dem Szenario nicht auf den Leim. Nur ihre FÜHRER.

    • „Syrien gewinnt – oder fällt.“

      Ich mag ja Fehler machen, in manchen Abteilungen unwissend sein und falsche Einschätzungen zugrunde legen – aber never, niemals verkünde ich solche selbstreferenziellen (selbsterfüllenden) Prophezeiungen. Das Subjekt „Syrien“ ist NO THING, es ist in dieser Prophezeiung von einer politökonomischen Realität zu einer Einbildung zugleich herab gesetzt und verhimmelt, und unter dieser Voraussetzung wird sie durch jedes geschichtliche Resultat erfüllt, so lang es Leute gibt, die in dieser selbstgeschaffnen ideellen Hölle leben, in der nur Leichen noch ernstlich zählen.

  • Bei nachholenden Lektüren fand ich folgenden, m.E. sehr wichtigen Artikel:

    http://www.al-monitor.com/pulse/politics/2013/06/syria-civil-society-corruption.html

    Diesen Angriff der „Geber“-Länder, in dem Korruption ein beabsichtigter, systemischer Bestandteil ist, könnte die syrische Bevölkerung nutzen – sofern sie imstande sind, sich auf ihre vitalen ständischen (Klassen-) und kommunalen Interessen, Bedürfnisse und Zwecke zu konzentrieren. Statt der beabsichtigten Abhängigkeiten könnten mit diesen Mitteln lokale und regionale Keime der Wehrhaftigkeit jenseits der Sprache der Waffen geschaffen werden.

  • Tom Gard ist Vertreter der ANTINATIONALEN Soziopathen

    • antinational? erinnert mich an öcalan und seine kritik am modernen nationalstaat. heh heh.