Einfühlungsvermögen

BBC bringt, ohne auf die näheren Umstände einzugehen, ein Interview mit Abu Sakkar, dem als “Menschenfresser” bekannt gewordenen Banditen, mit genau dem, der im Mai zu sehen war, wie er Herz, Lunge, oder Leber eines kaltgemachten Opponenten kostete.

Wahrscheinlich ist es ein Anzeichen von gutem Journalismus, wenn man wirklich alle zu Wort kommen läßt, aber der Text auf BBC liest sich doch sehr wie eine Apologie: “Der Krieg macht Menschen zu sowas.” Und ganz nebenbei liest man, dass Abu Sakkar das Herz, oder was immer es war, gar nicht “gegessen”, sondern nur… wahrscheinlich angeleckt hat, oder so. Eine gewisse arabische Version von “taste, but don’t swallow”, falls sich jemand an diesen recht guten Film erinnert.

Und überhaupt zog Abu Sakkar diese Show ab, um damit gegen die Untätigkeit des Westens zu protestieren, der die Rebellen nicht mit schweren Waffen und Flugverbotszonen unterstützt. Mit der Logik ist bei Abu Sakkar auch soweit alles in Ordnung: die westlichen Kuffar, die mittelfristig sowieso durchdschihadisiert werden müssen, sollen ihre künftigen Henker gefälligst ausrüsten und unterstützen, ansonsten kommen noch viel schlimmere Dinge auf Youtube. “Wir haben noch gar nichts gesehen.”

Seltsam. Er hätte auch gleich konkret damit drohen können, demnächst noch barbarischer zu protestieren. Denkbar wäre eine auf Handycam gefilmte Kopulation mit einem Nil-Krokodil. Oral. Um die Tierschützer psychisch zu traumatisieren. Die haben ja im Falle von Libyen auch mit für eine Flugverbotszone gesorgt; dieser Erfolg inspiriert.

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