Ausweg

Wie eigentlich fast schon anzunehmen war, beginnen die USA gewisse Manöver, die es ihnen gestatten können, sich aus einer Situation zu befreien, in die sie voller Fürsorge von ihren Freunden in Er-Riad und Tel-Aviv gebracht worden sind. Kerry sagt mal dieses, mal jenes (kein Wunder in der Situation, er wurde im Hinblick auf eine ganz andere Aufgabe US-Außenminister), jedenfalls ließ er verlauten, dass ein Überfall auf Syrien verhindert werden könne, wenn die Syrer ihre chemischen Waffen in die Hände von “internationalen Kontrolleuren” ausliefern. Auch, wenn Reuters inzwischen von einer nur “rhetorischen Wendung” sprach, so war immerhin auch von konkreten zeitlichen Rahmen dafür die Rede.

Lawrow ergreift sofort die Initiative, und Walid Muallem spricht in Moskau davon, dass die syrische Regierung diese Initiative begrüßt:

“Ich habe seine [Lawrows] Initiative mit Interesse gehört. In diesem Zusammenhang erkläre ich, dass die Syrische Arabische Republik die russische Initiative vom Gesichtspunkt der Sorge der syrischen Führung um das Leben der Bürger und der Sicherheit im Lande begrüßt. Wir sind ebenso davon überzeugt, dass die russische Führung, die eine amerikanische Aggression gegen unser Volk verhindern will, entsprechend weise handelt…” (Quelle)

Damit ist der Ball wieder bei der USA. Jetzt wird es sehr schwierig werden, die Äußerung Kerrys noch als “pure Rhetorik” zu relativieren. Die Ereignisse nehmen demnach Fahrt auf. Die Amerikaner sind ziemlich gut, wenn es darum geht, Pläne zu schmieden und diesen Plänen entsprechend zu handeln, aber sie sind wesentlich schwächer im Improvisieren. Die kommenden Tage werden wohl mit Erklärungen und deren Dementis angefüllt sein. Wie dem auch sei, das Wichtigste ist, dass sich die Möglichkeit eröffnet, die militärische Drohkulisse abzubauen. Allzu einfach wird das nicht, denn hier ist es kritisch wichtig, zwei sattsam bekannte, nicht noch einmal näher zu bezeichnende Nahost-Länder an die Kandare zu nehmen. Oder noch besser, ihnen vorübergehend mal den Lauf eines Colts an die Schläfe zu halten.

Dass die USA sich in einer verzweifelten Lage befinden, sieht man mit bloßem Auge. Selbst die Andeutung eines Einverständnisses mit den von Kerry geäußerten Forderungen würde es Obama gestatten, die Sache halbwegs heil hinter sich zu bringen. Dass er in dem Fall von allen Seiten mit Unrat beworfen wird, ist dann schon sekundär – zum Preis seines eigenen Rufs würde er die USA und sich selbst aus dieser mißlichen Lage befreien können. Schachern kann er eigentlich nicht, er steht praktisch mit dem Rücken zur Wand.

Ein theoretischer Ausweg aus der Situation, der alle zufrieden stellen könnte, wäre die Übergabe der CW an eine internationale, dabei aber auch militärisch aufgestellte Organisation, die dazu ein UNO-Mandat hat. Eine solche Organisation gibt es – die OVKS. Dabei ist es klar, dass, analog dazu, wie einst Lenin formulierte, wir “OVKS” sagen und Russland meinen. Bei einer solchen Lösung würden die Russen den Kern der militärischen Komponente unter den “Kontrolleuren” ausmachen. Es ist unwahrscheinlich, dass ein nur aus OVKS-Staaten bestehendes Kontingent ein solches Mandat bekommt – die Amerikaner werden versuchen, es durch sowas wie die Arabische Liga zu verdünnen, aber, um es nochmals zu betonen, die Verhandlungspositionen der USA sind ziemlich schwach, zu schwach für ein Diktat. Die militärische Bedrohung wiegt zwar schwer, aber in einer Situation, in der alle wissen, dass Obama genau das eigentlich vermeiden will, wird Bluffen nicht mehr viel bringen.

Freilich ist es ein weiter Weg vom Angebot bis zur Umsetzung, Zeit bleibt dabei praktisch keine. Noch mehr rote Linien wird Obama mit seiner angeschlagenen Autorität nicht verkraften, deswegen ist der 22. September so eine Art Deadline für die Formulierung und zumindest auch für den Beginn einer Umsetzung.

Sollte all das, wider das Offensichtliche, nun doch nur ein Kerry-Versprecher oder Fehlzitat sein, so sind wir wieder in derselben Lage wie gestern und vorgestern. Während die einen von 2, die anderen von 60 oder mehr Tagen bevorstehenden Bombardements schreiben, im Wesentlichen aber eine von den US-Amerikanern ins Spiel gebrachte „Erweiterung der möglichen Ziele“ diskutieren, gibt es inzwischen vereinzelt auch schon Andeutungen, dass nicht nur Flügelraketen, sondern auch die Luftwaffe der Aggressoren gegen Syrien zum Einsatz kommen kann:

„As a result, Pentagon planners are weighing whether to use Air Force bombers, in addition to five warships now on patrol in the eastern Mediterranean Sea, to launch cruise missiles and air-to-surface missiles from hundreds of miles offshore, well out of range of Syrian air defenses.“ (Quelle)

72 Stunden und Bomber mit Luft-Boden-Raketen – gut möglich, dass beides nur Desinformation ist, aber in Anbetracht dessen, was die Aggressoren um Syrien herum aufgebaut haben, sieht es nicht nach einer allzu massiven Kampagne aus:

Die Variante des Einsatzes von Bombern von außerhalb der Reichweite der syrischen Luftverteidigung bedeutet, dass eher nur grenznahe Ziele getroffen werden sollen. Es gibt für diese Variante eigentlich nur 2 sinnvolle Richtungen: aus der Türkei und aus Jordanien. Was beide dieser Länder in den Konflikt verwickeln würde. Eine andere Variante wären B2, die auch bei aktiver Luftabwehr operieren können.

Syrien hat die Zeit seit Ankündigung der Aggression bis jetzt in militärischer Hinsicht dahingehend genutzt, einen bedeutenden Teil der Luftwaffe in den Iran zu schaffen. Im Lande verbleiben nur noch die für die aktuellen Einsätze notwendigen Militärmaschinen, plus alle einsatzbereiten Jagdflugzeuge. Die Anflugzeit eines „Tomahawk“ ist zu lang, als dass die in Syrien verbleibende Luftwaffe mit einem Überraschungsschlag komplett außer Gefecht gesetzt werden könnte.

Armeeeinheiten, die als Primärziele für einen Angriff begriffen werden, wurden zerstreut und befinden sich in permanenter Bewegung. Tarnmaßnahmen – soweit sinnvoll – sind massiv im Einsatz.

Angriffe auf Chemiewaffenarsenale werden nichts ergeben – für solche Fälle gab und gibt es Einsatzpläne, sie zu verschieben und zu kaschieren, welche auch aktiviert worden sind.

Mit anderen Worten, der Blitzkrieg, den Obama für seine bisherige Show bemühte, würde eher psychologisch wirksam sein; es wird in einer kurzen „Vergeltungsaktion“ kaum Schaden an militärischen Strukturen geben. Wenn, dann nur durch „Hardcore“, und es ist beiweitem nicht klar, ob die Aggressoren überhaupt entsprechend dafür aufgestellt sind.

Momentan noch ist der Schluß folgender. Die ganze US-amerikanische Parade ist derzeit noch überwiegend psychologischer Druck auf Syrien, den Iran, Russland & China, gut möglich, um durch das maximale Hochschrauben der Spannung ein Entgegenkommen in einem ganz anderen Bereich auszuhandeln. Was das sein könnte, wurde auch bereits schon spekuliert.

Diese ganzen Erwägungen sind aber hoffentlich jetzt redundant.

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  • also könnte syrien sein chemischen arsenal kostenlos entsorgen – und dabei noch mindestens einen militärschlag verhindern. und john curry die feige verdrückungsaktion noch gestatten, klingt doch gut.

    wer braucht heutzutage noch chemische waffen? die sind nur gut um panik unter der zivilbevölkerung zu verbreiten. um militärische ziele aller art auszuschalten braucht man hingegen präzise raketen verschiedener reichweiten – und von diesen hat syrien mind. 1000 (shahab-2/hwasong-6 mit 700/750km reichweite, fateh-110/m600 mit 250/300km reichweite; gerüchten zufolge sogar dongfeng-15 mit höchstpräzision). man muss sie nur bestens beschützen und bereit halten, was bei den ersteren schwerer ist da sie mit flüssigtreibstoff funktionieren, aber eigentlich kein problem sein sollte wenn man sie ständig rotiert und an verschiedenen stellen wieder aufbaut.

    doch am wahrscheinlichsten ist es dass russland hier das obomber regime in zugzwang versetzt und dabei eine richtung vorgibt die für moskau – und weitgehend auch für syrien – nicht schadet. das würde aber heissen dass putin ein berechnender eiskalter eisbär ist.

  • Slavik

    Naja mann sollte bedenken, das sowohl Gadhafi als auch Saddam erst dem Westen zugeständnisse bzgl. Atom bzw. Chemiewaffen machten und abrüsteten und dann nachdem es gefahrlos für die eigenen Truppen war angegriffen wurden.

    Ich würde den Amis nicht trauen. Womöglich würde das was man vermeintlich macht um einen Angriff zu verhindern den einzigen Grund der sie bisher davon abhällt ausschalten. Und ich bin sicher Russland würde wieder scharf diplomatisch vor der UN protestieren nur würde das dann genausowenig bringen wie beim Kosovo und Lybien.
    Mal ganz davon abgesehn das man ihnen vielleicht auch ein Stück vom Kuchen versprochen haben könnte. Wobei ich glaube der Westen zu gierig ist als das er wirklich mit den Russen teilen würde.

    Gruß Slavik

    • Genau so ist es, und deshalb ist Russlands Haltung und das Agieren Assads nichts anderes als Verrat an Syrien. Gruss von einer wuetenden syrischen Patriotin.

    • Enis

      @Fatime

      Ich verstehe dein Ärgernis, akzeptiere aber den Verwurf des Verrats an Assad und an Muallim nicht!

      Glaube mir ohne Gegenleistung wird das niemals geschehen..

      „Chemiewaffen-Initiative: Putin fordert Nichtangriffs-Garantie für Assad“
      http://de.ria.ru/zeitungen/20130912/266864214.html

      Assad: „Ich möchte allen klipp und klar erklären: Diese Mechanismen (Beitritt zur C-Waffen-Konvention) werden nicht einseitig in Gang gesetzt. Das bedeutet ganz und gar nicht, dass Syrien entsprechende Dokumente unterzeichnet, alle Bedingungen erfüllt und weiter nichts passiert..“

      http://de.ria.ru/security_and_military/20130912/266863788.html

      Die Annahme Russlands Angebot ist auch insofern sehr geschickt, sodass die Aggressoren die syrische Regierung als legitimen Vertreter Syriens akzeptieren muss. Dieser Prozess der chemischen Vernichtung ist ein langer Prozess und die Hüter Zions gehen nur Verträge mit Vertretern ein, die sie auch längerfristig akzeptieren müssen.

      Nach ein paar Tagen sehe ich das Ganze eher positiv. Ich setze meine Prioritäten eher bei den heimischen Verrätern und den Bart-Terroristen. Wir müssen gestehen, dass wir uns eine direkte Konfrontation mit dem syrischen Feind nicht leisten können. Seine Handlanger im Inneren müssen zuerst vernichtet werden. Ich hoffe Assad zieht mal die Schrauben richtig an. Wieso er dies nicht immer tut werde ich ein anderes mal vom Beispiel Salma in Lattakia tun.. Akzeptieren kann ich es trotzdem nicht. Aber ich vertraue seinem Patriotismus grenzenlos!

      Allah ma’ahik

    • TomGard

      Mann, Enis, lieber Feind, warum willst Du an nicht mal an diesem Beispiel lernen, daß das Konzept und der Titel „Verrat“ nichts mehr taugt? (Hat nie getaugt, aber das kann man ja mal aufschieben)

      Jetzt ist es schon so weit, daß eine verbitterte Fatime hingerissen sein könnte, Dir den Dolch in die Seite zu geben. Was wäre das dann? Auch „Verrat“?

      Haltet doch um Himmels willen mal ein

      Lernt doch wenigstens das mal von eurem Präsidenten.
      Hat der je von „Verrat“ gesprochen?

      Nein. Lest es nach. Er sprach von Verwirrung, von Unkenntnis, Unwissen, Fehlern. Niemals von „Verrat“, niemals von „Handlangern“, „Ratten“, nicht mal „Teufeln“.

      Der Mann, das wissen wir sicher, hat die Nerven und die Sturheit, mitten im Krieg immer noch die eine oder andere Stunde zu erübrigen, um was zu tun?

      Arabisch studieren.
      Weil er wissen will, womit er umgeht, ob seine Konzepte zu der Sprache passen, die er verwendet, und die Sprache zu der Lage, die er vorfindet (*).

      Und dann gibt er allen, die mit ihm reden, diese ungeschickt daher kommenden „Lehrstunden“.

      Lernt von ihm, wenn ihr von mir nix lernen könnt.

      (*) Ich würd ihm andere Studien empfehlen, aber ich weiß, daß er es besser weiß, weil er nicht in der glücklichen Lage ist, sowohl aus der Stratosphäre als auch mit dem Mikroskop beobachten zu können.

  • Nobilitatis

    Kerry hat in der gesamten Sache eine ausgesprochen unglückliche Figur gemacht. Er wird sich hinfort Lügner nennen lassen müssen. Er machte den Eindruck, dass er unbedingt Krieg wollte, auch um den Preis seiner Glaubwürdigkeit. Obama hingegen ist clever und wird seinen Rückzieher als Gewinn verkaufen – er hat ja mit der Androhung von Gewalt viel mehr erreicht, als man mit einem Militärschlag erreichen könnte. Würde mich nicht wundern, wenn Kerrys Versprecher zum „echten“ Ultimatum verklärt würde.
    Mit der Begrenzung des Militärschlags war es wohl nicht weit her, der Senatsausschuss wollte 60 + 30 Tage genehmigen und als Ziel Unterstützung der „Opposition“ erklären. Angriffe wären wohl hauptsächlich aus der Türkei und Jordanien erfolgt. Da genügend „Rebellen zur Verfügung stehen, hätten diese im Windschatten locker ganz Syrien (außer der Küstenregion) überrennen können.
    Erreicht hätte man letztendlich das Gleiche wie in Lybien.

  • Comrade John

    Es gibt einen guten Grund die Forderung nach einseitiger (C-Waffen-)Abrüstung abzulehnen, weil sie nämlich zutiefst heuchlerisch u. erpresserisch ist. Das wäre dann der prinzipielle Standpunkt. Nur nutzt es nichts recht zu haben, wenn man wie Syrien sein Recht, eine jede Waffe zu besitzen, nicht durchsetzen kann u. keine Wahl hat.

    Auch die Meinung von Sown, der den militärischen Nutzen der C-Waffe anzweifelt, finde ich sehr überlegenswert.

    Ansonsten habe ich keine Ahnung, ob Syrien einsatzfähige C-Waffen im nennenswerten Umfang verfügt, und ob es sich dabei um ein wirkliches Abschreckungspotential handelt.

    Assad hat bislang alle überrascht, die ihm nicht viel zugetraut haben, er hat trotz schwierigster Umstände die Nerven behalten u. Syrien in der von Außen aufgezwungenen Krise geführt, so gut es eben ging. Ich denke, er wird das Richtige tun, um weiterhin sein Land (dessen nationale Unabhängigkeit, territoriale Einheit u. das Selbstbestimmungsrecht) unter den Bedingungen der herrschenden internationalen Ordnungssysteme zu verteidigen und seine Leute zu schützen. Ob er seinen Freunden (besonders Russland; Iran, China) vertrauen kann? Also ich vertraue keinem von ihnen, von Hisbollah abgesehen; aber das muss ich ja auch nicht. Entscheidend ist, dass Assad ihnen vertraut u. in gewisser Weise Syriens Schicksal in russische Hände legt; dafür wird er seine Gründe haben. Vergessen wir nicht, was @ kaumi neulich hier geschrieben hat, dass nämlich Syrien nochmal zweieinhalb Jahre Bandenkrieg und Terrorismus gegen Zivilbevölkerung u. Infrastruktur nicht überstehen kann, vom drohenden US-Angriff ganz abgesehen. Wichtig ist nur, dass Syrien (was davon jetzt u. in naher Zukunft noch übrig ist) am Leben bleibt, dass es national gesehen Gesicht wahrt u. vor USrael nicht auf den Knien rutscht. Ich bin eigentlich zuversichtlich, dass Assad das kann.

  • Leider habe ich meinen Beitrag zu den Chemiewaffen noch im alten Beitrag geschrieben.

    Ich halte das ganze für fingiert und sehe nicht einen einzigen Vorteil für Syrien. Mehr noch, die USA waren isoliert und hatten es sehr schwer überhaupt diplomatisch noch militärisch eine Koalition zu schaffen.

    Und nun kommt eine (unbekannte) Reporterin stellt eine Frage und daraus wird innerhalb von ein paar Stunden ein so günstige Situation für die USA und Obama.

    Warum soll ein souveränes Land freiwillig sich seiner Verteidigungswaffen entledigen gegenüber Staaten welche solche und anderen viel tödlicheren Waffen besitzen und auch schon eingesetzt haben?
    Syrien selbst, der UN Bericht steht immer noch aus, hat bisher keine solche Eingesetzt und alle Beweise fehlen immer noch das es das tat.

    Und nun soll es als Verurteilter, wie damals Irak, herhalten? Wo ist ein Un Mandat das dies so sein muss? Wo ist Syrien gegenüber wem Schuldig geworden?

    Da fordern nun Larow & Co.ja schon die Vernichtung dieser Waffen. Und wir wissen wie es im Irak lief um am Ende doch Angegriffen und bis heute vollständig zerstört, vergiftet zu werden.

    Obama kann nun sagen… „wir haben doch ihm die Chance gegeben“ oder… die Syrer waren nicht ehrlich, sie haben immer noch solche Waffen und wir „müssen“ handeln.

    Herr Putin! Bitte ernennen Sie sofort einen neuen Außenminister der solche Scharaden nicht durchführt und Ihrem Land frei Haus den Schwarzen Peter einhandelt.
    Herr Assad! Ohne UN Mandat und einer UN Resolution worin Sie dazu Aufgefordert werden, ist die Übergabe von Waffen jeder Art zur Verteidigung unzulässig für ein Souveränes Land.

    Ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit würde es bei einem Nein sofort Angriffe auf Ihr Land geben. Ja, die gesamte Infrastruktur und Kommunikation wären lahm gelegt. Und ja, das Chaos, der Zerfall der staatlichen Ordnung und Struktur könnte das Ende bedeuten.
    Aber: Machen Sie diesen Deal mit ist es ganz sicher das Ende. Sie kommen dann nicht mehr aus der Mausefalle!

    • Stirlitz

      Werter Triangolum,

      ich lese Ihre Kommentare ausgesprochen gern, aber bezügl. der diplomatischen Initiave von Lawrow und Mualim muss ich einen Kontrapunkt setzen.

      Natürlich ist es nicht DIE LÖSUNG aller Probleme, das ist klar. Aber ich unterstelle Lawrow keine Inkompetenz, denn Realpolitik muss sich an die sog. normative Kraft des faktischen halten. D.h., mehr ist aktuell eigentlich nicht drin, auch wenn wir uns das alle wünschen.

      Ich bin kein Waffenexperte und schon gar kein Chemiewaffenexperte, aber soweit ich das beurteilen kann, sind diese Waffen für Syrien praktisch wertlos geworden. Gegen die Rebellen sind und waren sie nicht einsetzbar, erfodern dafür umsomehr Logistik und Bewachung, was Ressourcen bindet. Ferner spielen sie als echte Abschreckung gegen Israel de facto auch keine Rolle, denn die würden ohne mit der Wimper zu zucken nuklear vergelten, die „moralische“ Legitimation hätten die sogar dabei auch noch vor der „Weltöffentlickeit“ (sprich westlich dominierte Schleimerpresse).

      Im Gegenteil wird es für Syrien immer gefährlicher solche Waffen überhaupt zu besitzen, da jederzeit eine false flag Operation durch die Dschihadbanden oder Mossad/CIA droht. Und jedem wird das dann als Wahnsinn und Mordlust Assads verkauft werden.

      Fazit: 1. Die Russen/Syrer sind nicht blöd und wägen die Lage sehr überlegt und klug ab. 2. Die Chemiewaffen spielen in der taktischen und strategischen Doktrin eine derzeit zu vernachlässigende Rolle (daher verzichtbar!). 3. Im Gegenteil entwickelt sich das C-Waffenarsenal mittlerweile eher zum Problem. 4. Die ihrerseits postulierte Abschreckung sehe ich nicht (siehe oben).

      Zuletzt: Ihre Bemerkung im letzten Abschnitt – sinngemäß – das „ein paar“ US-Schläge „verkraftbar“ wären halte ich für nicht durchdacht. Denn bereits nach ein paar Tagen wurde bereits der Umfang der Operation von 2-3 Tagen auf 60 Tage und später 90 Tage ausgedehnt. Wenn es erstmal losginge, dann hören die erst auf, wenn nichts mehr steht. Und ausrichten könnte Syrien wenig, wenn die „Schläge“ aus hunderte Kilometern Entfernung geführt werden und damit keinerlei strategische Rückschlagfähigkeit bzw. Initiative auf syrischer Seite gegeben ist.
      Gruß Stirlitz

    • ISKANDER

      Die Einsammlung der C – Waffen in Syrien durch UN oder andere Organisationen würde für Syrien nichts bringen.
      Anfang des Jahres irrlichterte schon einmal eine Meldung durch den Äther, das diese CW bereits unter dem Verschluß Russlands stünden – eben um einem Interventionsvorwand den Wind aus den Segeln zu nehmen. Warum ist dies nicht erfolgt??
      Dies könnte in einer syrisch – russischen Kommandoaktion noch heute in wenigen Stunden innerhalb Syriens geschehen und vollendete Tatsachen schaffen.
      Sollte Syrien dennoch angegriffen werden, müsste und könnte Russland diese CW wieder freigeben, damit Syrien sich legitim verteidigen kann.
      Fakt ist aber auch:
      Jeder weiß inzwischen, das die CW nur als Aufhänger für andere Ziele dienen, ergo würden die Terroristen der FSA die ihrigen CW weiter zündelnd einsetzen und behaupten – Assad hätte welche versteckt und eingesetzt.
      Was wäre dann die Folge?
      Die gleiche Konstellation wie heute, verschärft um die Tatsache, das Syrien seiner von Israel gefürchteten Verteidigungswaffe beraubt ist.
      In subito begänne der Aggressionskrieg gegen Syrien….

    • @Triangolum: Sie haben alles richtig erkannt – Irak und Libyen sind Beispiele. Und, ja, es gibt gar kein Recht eines Staates USA, uns Syrer anzugreifen, auch nicht, unsere Waffen zu nehmen. Und diese ganze Schnelle – ist fuer mich auch Indiz: da wurde ganz oben schon beschlossen (USA-Russland-UN) – und wir Syrer sind wieder die Dummen Menschen. Waleed al Moalem ist ein Verraeter! USA wollen: Erst entwaffnen, dann angreifen (ohne Risko fuer Agressor) und vernichten. Nein lieber soll USA hier angreifen und sich eine blutigen Fuss holen, als dass wir selbst uns in deren Haende, die von Blut von MILLIONEN trieft – geben. Niemand kann uns Syrer zwingen, unseren Kopf unter das Hackbeil zu legen.

    • Enis

      Achti Fatime,

      Ich habe in letzter Zeit eigentlich nur gebetet, dass Gott irgendetwas unvorhergesehenes geschehen lässt, um einen Angriff des verdammten Clubs der Zionisten zu verhindern.
      Das Glauben bestimmt zwar nicht mein Leben, doch immer wie mehr glaube ich an die Gerechtigkeit Gottes. Sobald die Angression wirklich überwunden ist, werde ich noch mein Verprechen einhalten und zu Gunsten der Armen etwas „opfern“.

      Ehrlich gesagt weiss ich momentan nicht wie ich die Idee Russland einschätzen soll. Denn mein persönliches Hauptanliegen war diesen Angriff irgendwie zu verhindern. Denn ich verspreche Dir folgendes, solange dieses zionistische Geschwür und seine europäischen Untertanen sich nicht physisch einmischen, werden die Löwen von Damaskus niemals aber niemals die Macht verlieren bzw. abgeben!

      Ich verstehe Deine berechtigten Befürchtungen und diejenigen der anderen. Einem Club, der einzig im Interesse eines kleinen üblen Inzeststaates handelt, kann man nicht trauen. Auch weiss man nicht was der nächste Vorwand sein wird für eine gesuchte Aggression. Meine patriotische Gesinnung lehnt alle diese Zwängereien ab, aber mein Vernunft und mein Glaube an Assads Weisheit und seinem grossen Patriotismus besagt mir diese Pille zu schlucken.

      Dumme Menschen sollen sich aber fragen, warum der syrische Staat so einen chemischen Angriff begeht, um danach diese Waffen abgeben zu wollen? Das war wirklich ein sehr kluger Schachzug der Terrroristen. Jetzt sollen sie aber teuer zahlen!

      Eine Einschätze zu Muallem teile ich nicht. Er, Mikdad und Halaki sind sehr wohl grossartige Patrioten. Sie stammen alle aus Deraa und stemmen sich gegen jegliche terroristische Bedrohung Fahnenflucht zu begehen. Zuletzt versuchten sie es ja mit der Entführung Mikdads Vater.. Die Fraktion um Deraa tragen viel bei für die Einheit des syrischen Volkes und Staates. Ich denke den Rat zu einem Ja stammt eher von Bouthaina Shaaban die einen sehr guten Draht hat zu den Russen!

      Wir haben leider aber tatsächlich einige Verräter. Dazu ein anderes Mal..

  • Anonymous

    Triangolum, Du stellst die richtigen Fragen. Wer war diese Journalistin? Ich hab die Pressekonferenz verfolgt und sie hat nicht erwähnt, von welcher Presse sie war. Die zweite Sache: eine logische Reaktion Kerry’s auf die Frage der Journalistin, besonders angesichts der Tatsache, dass die Amerikaner vehement das Recht auf ihrer Seite sahen (Das Regime hat Giftgas eingesetzt, es muss bestraft werden) wäre gewesen: Wir können nicht länger zusehen, wie ein Regime seine Bürger tötet und Strafe muss sein. Stattdessen kam seine Antwort so schnell! Fast als konnte er nicht erwarten, dass die Frage endlich gestellt würde. Man fragt sich, warum die Amerikaner nicht selbst diesen Vorschlag schon früher unterbreitet haben. Syrien muss alle Chemiewaffen übergeben! Dann hätten sie diesen Vorschlag der UNO unterbreiten können und wären fein raus gewesen.

    Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass just als Kerry diesen „rethorischen“ Vorschlag unterbreitet, sich Walid Muallen in Moskau aufhält. Was für ein Zufall! Wir können das gleich mit Syrien klären.

    Das Ganze sieht immer mehr nach vorheriger Absprache aus.

    Hat Syrien eine Wahl, wenn Russland diese Forderung stellt? Müssten dann nicht alle Länder, wenigstens die des Nahen Ostens, ihre Chemiewaffen abgeben, als Zeichen einer umfassenden Abrüstung? Insbesondere, da nachgewiesen ist, das Israel Phosphorbomben in Gaza eingesetzt hat. Da geht kein Aufschrei durch die Welt. SoTP hat es auch schon gesagt. Was nutzen Chemiewaffen heute noch? Wie der Giftgasanschlag in Ghouta gezeigt hat, ist so etwas mit einiger Vorbereitung verbunden, man braucht Zeit und es muss versteckt ablaufen. Kann ich mir im internationalen Konflikt nicht vorstellen. Es sei denn die Chemiewaffen sind in Raketen installiert. Ich kenne mich mit Waffensystemen überhaupt nicht aus.

    Ausserdem, wie Triangolum richtig feststellt, hat die UN Kommission noch nicht einmal ihren Bericht fertig und die Schuldfrage ist bisher nicht geklärt. Wieder wird gelogen und unter den Teppich gekehrt, dass Saudi Arabien wahrscheinlich die Zutaten für die Chemiewaffen nach Syrien an die Terroristen geliefert hat. Ja und wie auch schon von anderen erwähnt, wer garantiert, dass die Terroristen, die ja immer noch in Syrien sind, nicht wieder Chemiewaffen einsetzen? Und wie will man überhaupt in einem Land alle Verstecke für Chemiewaffen aufspüren, ohne eine Armee von Inspekteuren monatelang durch das Land fahren zu lassen und dass, wo derKrieg im Land weitertobt. Ich verstehe das alles nicht mehr. Comrade ich glaube, dass die Grossen die Kleinen schlucken. Vertraue auch keinem mehr.

    Obama war doch sowieso in der Ecke. Er hat sich auch in den 6 TV Interviews gestern in immer mehr Widersprüche verstrickt. Plötzlich ist Syrien militärisch gar keine Gefahr. Syrien habe die Schlagkraft eines Kindes, so Obama. Vor einiger Zeit stellte Syrien noch ein Sicherheitsrisiko für die USA dar. Es sah doch schon so aus, als ob Obama seinen Wunschkrieg nicht mehr durchsetzen kann. Der Widerstand in der amerikanischen Bevölkerung ist enorm und der Kongress uneinig. Moralisch gesehen, sassen die USA schon auf der Anklagebank und nicht Syrien. Warum jetzt dieser Schritt? Die Amerikaner verschieben ihren Schlag auf einen günstigeren und besser begründbaren Zeitpunkt. Im Moment ist für mich nicht ersichtlich, wer hier diese Etappe gewonnen hat. Die Amerikaner haben nicht vollständig Gesicht verloren und Zeit gewonnen. Russland zeigt, dass eine Lösung ohne Raketen möglich ist. Und Syrien? Muss weiter kämpfen.

    Dike

  • Anonymous

    Die Zeiten als Chemiewaffen entwickelt wurden, waren die Zeit der Massenheere und großen Armeeverbänden – diese Zeiten sind spätestens seit Vienam vorbei …
    Von daher ist der „Verlust“ der Chemiewaffen weit weniger schwerwiegend, als es ein akuter Militärschlag wäre.
    Es war absolut richtig von Russland und Syrien so schnell auf Kerrys Fauxpas zu reagieren und damit das „Heft des Handels“ in die Hand zu bekommen.

    • NEIN! Damit ergibt man sich Erpressung und Mord-Drohung – ist dies das Verstaendnis von Voelkerrecht, die Sie in Ihrem so tollen zivilisierte Westen haben?

  • Angriffs- und Morddrohungen, dabei ganze Zeit militaerische Operationen von CIA, Blackwater und andere US-Agenten IN Syrien (die schiesen auf uns) – das ist Realitaet – nun kommt noch Erpressung dazu: gebt Eure Waffen ab (damit wir Euch sorglos angreifen koennen – siehe Irak / Libyen) – wer glaubt diesen Monstern noch? Russland verraet uns einmal erneut, und Walid al Moallem beweist erneut, dass er entweder zu alt ist oder eine ganz andere Interessen hat. Auf keine Fall ist hinnehmbar ein souveraenes Land wird zwangweise entwaffnet (Abschreckung perdu), ohne Grund, und von jenen, die seit 12 Jahren ganze Voelker ausgeloescht haben, hier in Vorderen Orient! Wenn Assad das zusagt, vertritt er nicht laenger das patriotische Syrische Volk, sondern die Verraeter um SNC FSA.

    • Ergaenztung: auch BND und KSK (Deutschland) ist in Syrien gegen uns militaerisch arbeitend. Deutschland mordet auch mit.

    • Stirlitz

      Werte Fatime,

      bitte überlegen Sie doch genau. Die C-Waffen bringen Syrien überhaupt nichts. Militärisch sind diese Waffen gegen die Rebellen wertlos, da meist in bewohnten Gegenden z.B. Aleppo gekämpft wird und die Weltöffentlichkeit moralisch solche Waffen nicht einsetzbar macht.

      Als Drohkulisse gegen Israel ebenfalls wertlos, da nukleare Reaktion die Folge wäre.

      Die C-Waffen sind eine Last auf Syriens Schultern gewesen – Assad tötet sein Volk mit Gas usw… – dieses Argument wird bald nichts mehr taugen. Weiterhin müssen diese Waffen aufwendig bewacht und gelagert werden was Armeeeinheiten bindet. Taktisch und strategisch und propagandistisch eigentlich eine Verbesserung der Position Syriens.

      Russland verrät Syrien nicht, sonst wäre Syrien schon längst erledigt! Oder glauben Sie ernsthaft die USA und Israel haben wegen Syriens Armee bisher gezögert? Die russische Präsenz und Unterstützung waren nicht kalkulierbar. Und wenn Russland jetzt Garantiemacht bei der C-Waffenkontrolle ist wird ein Angriff noch schwieriger.

      Syriens Problem bleibt weiterhin der asymetrische Krieg gegen die Islamofaschisten. Und wegen dieser C-Waffenshow wird die Operationsfähigkeit der Armee eingeschränkt. Je schneller man sich um das Hauptproblem kümmern kann umso besser.

      Gruß Stirlitz

  • habkind

    Gegen wen sollen C-Waffen im Krieg eingesetzt werden? Gegen feindliche Städte, z.B. Tel-Aviv?
    Wohl kaum, dass würde Assad nicht mal machen, wenn Israel keine A-Waffen hätte und mit ihnen drohen würde.
    Könnte man C-Waffen gegen feindliche Armeen einsetzen? Welche Armee greift den noch mit Infantrie an, und nur gegen diese Einheiten taugen C-Waffen. Gegen Raketen und Flugzeuge taugen die C-Waffen garnicht. Also kann Assad mit den C-Waffen keine Drohkolisse aufbauen. Und sobald er damit droht, sie auf andere Staaten und Städte zu schießen, kann er nicht mal mehr Russland und den Iran auf seiner Seite halten.
    Ich glaube inzwischen auch, dass diese Initiative, von wem auch immer sie angeregt wurde, erstmal für alle Seiten Zeit gibt.

    Zur Zeit sind die größeren Bastarde die, die in Syrien in die Defensive geraten sind und um deren Willen ja der Enlastungsangriff der USA stattfinden sollte. So hat die SAA einfach mehr Möglichkeiten, weiter vor zu drängen, statt sich gegen einen Luftangriff verteidigen zu müssen.

    Möglich, dass Russland Syrien zum Ausgleich andere
    Verteidigungswaffen nun liefert.

    • Stirlitz

      Hallo habkind,

      exakt erkannt. Letztlich wertlose Waffen werden medial wirksam aufgegeben.

      Dafür werden jetzt aber wieder Armee-Ressourcen frei die in der asymetrischen Kriegsführung viel wichtiger sind. Statt sich in einer nicht zu gewinnenden Abwehrschlacht gegen die Luftüberlegenheit und Cruise missiles des US-Imperium aufzureiben wurden taktisch und strategisch bedeutungslose Waffen ohne einen echten Verlust neutralisiert. Das Gegenszenario wäre viel verheerender gewesen.

      Ein de facto zeitlich unbegrenzter Militärschlag hätte die ohnehin im inneren stark beanspruchte und überdehnte Armee bei einer zusätzlich nach außen zur Verteidigung notwendigen Dislozierung dem Kollaps nahegebracht.

      Gruß Stirlitz

    • Anonymous

      Danke, auch meine Meinung. Die C-Waffen nützen Syrien nichts, halten die USA auch nicht von einem Angriff ab. Genialer Schachzug von Russland/Syrien die USA so bei den Eiern zu packen – das stottern in ihrer Propagandamaschine war unüberhörbar – inzwischen haben sie sich wieder einigermaßen gefangen. Gelogen, dass sich die Balken biegen, haben sie vorher und werden sie hinterher, das wird sich nicht ändern.

      Liebe Fatime, die Russen haben euch da nicht verraten und der Moallem/Assad auch nicht, das war ein wirklich geschickter politischer Schachzug, denke ich.

      Soja Kosmos

    • TomGard

      „nur gegen (Infanterieeinheiten) taugen C-Waffen.“

      Nicht Sarin, allenfalls VX (der geringeren Mobilität und längeren Wirkungsdauer wegen), aber das auch nur im Falle eines Stellungskrieges.

  • Das Schicksal des Deutschen Kaiserreiches, 1918, ist ein anschauliches Beispiel dafür, was geschieht, wenn gegenüber GB/USA einseitige Abrüstung betrieben wird. Das 14-Punkte-Programm von Woodrow Wilson (http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/14punkte/) war im Juni 1919 (Versailler Vertrag) nichts mehr wert.
    Im Vergleich dazu erscheint der Deutsch-Französische Friedensvertrag von 1871 geradezu als großzügig und edel.
    Nach dem I. WK und den nachfolgenden Katastrophen Ende der 20-er Jahre (Weltwirtschaftskrise mit Ausgang und Verwantwortlichkeit seitens der bekannten Player an der NY-Börse) wurden seitens der Gegenspieler Deutschlands (Churchill & Rosevelt) nicht nur sämtliche Ausgleichsangebote vor Beginn des II. WK hintertrieben und ausgeschlagen, sondern ebenso im Dutzend auch NACH (!) der Eroberung Frankreichs und Polens, bis 1941 striktest ausgeschlossen. Da half auch das diplomatisches Signal (und militärischer Wahnsinn)der Deutschen in Richtung England (Mai/Juni 1940) in Dünkirchen, dass die Rettung von annähernd 300 Tausend britischen Elitesoldaten ermöglichte, nichts.
    Wer es mit diesem Pack zu tun hat, sollte sich tunlichst vor Gutgläubigkeit, echter Verhandlungsbereitschaft und vertrauensbildenden Aktionen schützen wie der Teufel vor dem Weihwasser!
    So sehr ich mich über die Aussicht eines (vorab) ausbleibenden Bombardements Syriens im Sinne der Syrer freue, verringert sich meine Skepsis in keinster Weise. Dies betrifft leider auch die Haltung Russlands in der Umsetzung seiner Außenpolitik. Ich frage mich oft, warum Putin nicht den offensiven Schritt geht und wie die Amerikaner behauptet, „Beweise“ dafür zu haben, dass die „Rebellen“ für den Giftgasanschlag verantwortlich sind. Er könnte, anstatt mit der Bombardierung Syriens damit drohen, eine spürbare Bestrafungsaktion gegenüber jenen zu erwägen, die unmittelbar hinter dieser barbarischen Angriffen stehen (SA)!
    Und dies bitte nicht in geheimen diplomatischen Depeschen, sondern den Amis gleich auf der internationalen Tribüne der Medien.

    • Stirlitz

      Werter Walter Mandel,

      ihre grundsätzliche Analyse ist voll zutreffend. Allerdings wurde ein Zeitgewinn erkauft. Der Preis dafür ist formal eine strategische Schwächung der syrischen Abschreckung.

      Diese existiert, wie ich oben bereits aufgeführt habe nur theoretisch. Praktisch würde Syrien niemals einen konventionellen (!) Angriff Israels oder der Türkei versuchen mit C-Waffen zu stoppen. Das wäre die Garantie für nukleare Vergeltung. Das weiß Syrien, das weiß Israel, alle wissen es.
      Also: Ein Joker der nicht sticht! Deshalb verzichtbar, wenn man damit ein zeitlich nicht absehbares und de facto nicht abzuwehrendes Dauer-Bombardement der USA verhindern kann. Syriens Problem ist der um sich schlagende Sunni-Faschismus aus saudisch-quatarisch-türkischer Feder. Dieser muss weiter systematisch am Boden durch konventionelle Maßnahmen der SAA erledigt werden.

      Die C-Waffenshow hat nur 3 Wochen operative Maßnahmen behindert. Einen praktischen Nutzen haben diese Waffen f. die SAA nicht, eher im Gegenteil wie man sieht.

      Gruß Stirlitz

    • @Walter Mandel – ich uebereinstimme zu Ihnen – 100 Prozent! Gruss von einer Syrerin.

  • Denn auch wenn jetzt vorderhand zumindest eine unmittelbare Militäraktion der USA ausbleibt, stellt sich die Frage, wie sollen dann die geplanten Wirtschaftsprojekte (USIsraels)in Syrien fortgeführt werden?
    Quelle:
    http://www.earth-dots.de/israel-die-usa-und-das-oel-der-anderen-279298.html?sid=91178d5ab19d3cb9f2e0a41058ace4eb

    „An die Siedlungspolitik Israels in den Palästinenser Gebieten hat sich die Welt offenbar bereits gewöhnt. Dass Israel nun aber Lizenzen zur Öl- und Gasförderung auf syrischem Hoheitsgebiet vergeben hat, das ist schon ein starkes Stück. Die Details des Deals lassen die Kriegsrhetorik der USA in einem anderen Licht erscheinen.

    Im Februar 2013 gewährte Israel dem US-Unternehmen Genie Energy Ltd. die erste Lizenz für Öl und Gas in den besetzten Golan-Höhen.

    Die lokale Tochtergesellschaft Genie Israel Oil and Gas Ltd. des in New York börsennotierten Unternehmens Genie Energy erwarb exklusive Förderrechte im südlichen Teil der Golanhöhen auf einem Gebiet mit dem Radius von 153-Quadratmeilen.

    Die Golanhöhen sind ein dünn besiedelter, hügeliger Landstrich im Nahen Osten. Sie liegen im syrischen Gouvernement Quneitra. Die westlichen zwei Drittel dieser Landschaft werden seit dem Sechstagekrieg von Israel besetzt. 1981 annektierte Israel diesen Teil der Golanhöhen und verwaltet das Gebiet als „Unterbezirk Golan“ seines Nordbezirks.
    Aktuell leben rund 20.000 israelische Siedler in rund 30 Siedlungen auf den Golanhöhen.

    Der Vorsitzende der Genie Israel Oil and Gas Ltd. ist der frühere israelische Infrastrukturminister und Brigadegeneral der Reserve Efraim “Effie” Eitam, der in einer der illegalen Siedlungen auf den Golanhöhen lebt.
    Der Strategische Beirat einer weiteren Tochtergesellschaft, Genie Oil and Gas, ist mit dem ehemaligen Vizepräsident Dick Cheney, dem Medienunternehmer Rupert Murdoch und mit dem ehemaligen republikanischen Kongressabgeordneten Jim Courter.

    Genie Energy wird auch von mehreren prominenten Vermögensverwaltern getragen, wie Jacob Rothschild, dem Vorsitzenden der Rothschild Gruppe J. und Michael Steinhardt, ein amerikanischer Hedge-Fonds-Manager, Finanzier, Investor, Zeitungsverlege und Philanthrop der sich stark für jüdische Belange einsetzt.“

  • „Kreise“ des CIA in Zusammenarbeit mit Mossad, MIT und Beauftragten der SA haben (klassische*) chemische Kampfstoffe in Syrien einsetzen lassen, nicht die Verteidiger Syriens. Deshalb stimmen die Argumente, die Iskander und Fatime vorgebracht haben, mit Ausnahme derer, die Stirlitz mit seinen Einwänden m.E. hinreichend entkräftete .

    [Anmerkung: Leute, die Sarin (und / oder VX) als „Verteidigungswaffen“ beanspruchen, würde ich liebend gern persönlich und umstandslos aus dem Verkehr ziehen, gleich Leuten, die mit Uran-, Plutoniumwaffen hantieren (wollen).]

    Den entscheidenden Punkt hat Iskander genannt: Das russische Manöver „unterläuft“ die False-Flag-Operation und den mit ihr geschaffenen Angriffsvorwand nicht, anders, als viele Leute froh und erleichtert anzunehmen versucht sind, im Gegenteil, das russische Manöver machte sich diese Operation und den Angriffsvorwand politisch zu eigen, und, wie Apxwn dargestellt hat, vermittelt über die UN auch militärisch zu eigen.

    Man erkennt das daran (Iskander hat es schon gesagt), daß, falls die syrische Regierung das vergiftete Junktim (WENN Auslieferung von Kampfstoffen, DANN kein Angriff) annimmt, sie sich im Falle eines folgenden Chemiewaffenangriffes ihrer Feinde eine Beweislast gegenüber den internationalen Sachwaltern der chemischen Abrüstung aufbürdet, „es nicht gewesen“ zu sein. Zynisch gesprochen ist das russische Manöver eine (bedingte) Einladung zur Fortsetzung des Chemiewaffenkrieges gegen Syrien!

    Deshalb stimmt es aber auch, daß der syrischen Regierung keine rationale Alternative zur Annahme des vergifteten „Angebots“ bleibt. Denn die russische Drohung besteht darin, ihr den indirekten Schutz vor einem konzentrierten NATO-Überfall zu entziehen, der darin besteht, daß Obama (mit Blick auf den Iran und pazifische Agenden) offenkundig vermeiden will, die NATO (!) erneut dem Streßtest einer militärischen Kampagne am UNSC vorbei auszusetzen. Es droht eine UNSC – Resolution zur „chemischen“ Entwaffnung Syriens, die wohl möglich eine militärische Durchsetzung im Falle des Zuwiderhandelns gleich mit absegnet.

    • Anmerkung zu
      „… vermeiden will, die NATO (!) erneut dem Streßtest einer militärischen Kampagne am UNSC vorbei auszusetzen“

      Um so mehr hat er (zumindest rhetorisch) auf dem anhand der False-Flag-Operation erhobenen Anspruch bestanden, der die USA, und namentlich ihn, Obama, in seiner Eigenschaft als „Commander in Chief“, zum Herrscher der Welt ernennt. Ausdrücklich erklärte er gegenüber ABC seinen Willen, einen Angriffsbefehl gegen die syrische Armnee und Regierung auch gegen den Willen der amerikanischen Legislative zu erteilen. Im Namen der „Zukunft Amerikas“ und der Welt stehe er in der Pflicht, sagt er, „die Vergasung von 400 Kindern“ mit Maßnahmen zu beantworten, die geeignet sind, mögliche Täter in der Zukunft abzuschrecken.

      http://abcnews.go.com/WNT/video/diane-sawyers-interviews-president-obama-20206427

      Man beachte, daß diese Absichtserklärung sich vom Nachweis der Täterschaft schon fast ausdrücklich emanzipiert! Obama beansprucht mit der Begründung für seine Entschlossenheit zum Krieg auch ein Irrtumsrecht: Selbst wenn Obama, beispielsweise, Assad unter einer fälschlichen Anklage aufknüpfen, pfählen oder erschießen ließe, wäre seinem Anspruch Genüge getan.

    • Die Frage ist eigentlich, wer hier wie „entwaffnen“ soll. Die Positionen der Amerikaner sind nicht fest genug, dass sie ihre eigene Agenda durchdiktieren. Assad kann sich die „internationalen Kontrolleure“ eigentlich fast selbst aussuchen, denn es wird schon allein schwierig werden, die Kriegsrhetorik der vergangenen paar Wochen noch einmal so hochzuschrauben. Ansonsten ist’s ein gar klassischer „angelsächsischer“ Move: Zugeständnisse gegen (militärische) Erpressung. Also im Austausch für gar nichts.

    • „…Angriffsbefehl gegen die syrische Armnee und Regierung auch gegen den Willen der amerikanischen Legislative“
      Das ist aber nichts neues. Denk an Libyen, wo derselbe es nicht nötig hatte, den Angriff durch den Kongress absegnen zu lassen, denn (im Falle von Libyen) „keine Kriegserklärung = kein Krieg“ (so seine Logik damals). Der jetzige Mummenschatz ist viel eher deutlicher Unwille gewesen, die Sache überhaupt militärisch anzugehen.

    • TomGard

      „Die Frage ist eigentlich, wer hier wie „entwaffnen“ soll.“
      Präzise.

      „Die Positionen der Amerikaner sind nicht fest genug, dass sie ihre eigene Agenda durchdiktieren.“

      Magst Du genauer erklären, wie das gemeint ist?

      „Denn es wird schon allein schwierig werden, die Kriegsrhetorik der vergangenen paar Wochen noch einmal so hochzuschrauben.“

      Dachte ich spontan auch, zumal es in der oben verlinkten ABC-Sendung hieß:

      „The senate just announced a few minutes ago that they’re going to delay the vote. It looks really bad for the president, especially in the house. They need 217 votes in the house to pass.
      That’s the imagimagic number. Look where our vote count puts it. Only 44 have said yes.
      241 members of the house saying they’re either no or leaning no. This looks really tough. The white house still believes they could turn this around.
      You had 70 members of the congress down to the white house today. The president is going to meet with all 100 senators tomorrow. This russian development, a lot of members I’m hearing from are saying they hope this is a way out.“

      Aber wenn wir Obamas Worte im Interview nicht als Kraftmeierei abtun, müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß er sich von der Kriegsbereitschaft der Legislative freigestellt hat und auf die Loyalität der Generäle setzt.

      Nun stand diese Loyalität in letzter Zeit mehrfach im Zweifel, aber wie sind denn ihre Voraussetzungen jetzt, nach der russischen Initiative, verändert? Wer soll denn die Kontrolleure kontrollieren? Netanyahu könnte sich gewiß voll und ganz auf russische Kontrolleure verlassen, wenn es wirklich darauf ankäme, aber ebenso gewiß kann er das nicht öffentlich tun, selbst wenn er wollte.

      Ob wohl in den nächsten Stunden deutsche CW-Spüreinheiten ins Spiel gebracht werden, die sich schon im Irak „bewähren“ durften? Und was wird Netanyahu zu denen sagen?

    • TomGard

      < <"...Angriffsbefehl gegen die syrische Armnee und Regierung auch gegen den Willen der amerikanischen Legislative"
      Das ist aber nichts neues. Denk an Libyen …>>

      Ja, aber damals gab es eine R2P-Resolution und einen NATO-Beschluß. Die Umgehung des Kongress war deshalb damals eine Affäre um Kompetenzfragen zwischen den Föderationsstaaten der USA und ihrer Zentralregierung. Gegenstand waren nicht die Kriegsgründe, weil die (formell) nicht der US-Präsident, sondern der Sicherheitsrat formuliert hatte.

    • TomGard

      „Zynisch gesprochen ist das russische Manöver eine (bedingte) Einladung zur Fortsetzung des Chemiewaffenkrieges gegen Syrien!“

      Davutoglu fand das auch:

      „The foreign minister added that if the al-Assad regime gained time with a months-long inventory taking of weapons, this would amount to a „green light“ for more massacres, Anadolu Agency has reported.“

      Nur sollte sich der unbedarfte Leser fragen, warum ein bekennende Parteigänger eines vernichtenden Luftkrieges nebst anschließender „Sicherungsverwahrung“ syrischen Territoriums durch türkische Armee die Massaker nicht abwartet, oder gleich selbst begeht, die ihm doch zupaß kommen?

      Ob da jemand Muffensausen hat, das ihm die „Operation 21.8.“ persönlich um die Ohren fliegen könnte, falls sie als Angriffsvorwand fallen gelassen wird?

      Ich denke: Ja!
      http://www.hurriyetdailynews.com/more-massacres-to-come-if-al-assad-gains-time-turkish-fm.aspx?pageID=238&nID=54152&NewsCatID=338

  • Jörg

    Der Vorschlag, die syrische Regierung könnte doch ihr Giftgas-Waffen-Depot abgeben, ist doch endlich mal ein sehr schöner Zug des russischen Außenamtes.
    So spielt man Schach!

    1.) Die syrische Regierung muß man jetzt nur noch überreden.
    a) Allerdings: Die syrische Giftgas-Bewaffnung ist natürlich für eine Verteidigung gegen ein angreifendes Israel gedacht. Und Israel hat selbst ein riesiges Giftgas-Depot – dieses natürlich als ANGRIFFSWAFFE. Denn Israel ist ja immer Angreifer und mußte noch nie (mit den USA im Rücken) befürchten, selbst einmal angegriffen zu werden. Wenn die Syrer nun ihre Giftgas-Verteidigung gegen die israelische Giftgas-Angriffsbedrohung verlieren, gerät das „Gleichgewicht des Schreckens“ aus der Balance.

    Assad muß also notwendig darauf bestehen, daß die SAA für die abzugebende Giftgas-Abwehr zum Ersatz eine ähnlich abschreckende Waffe bekommt. Hier könnte man „DU“-Waffen (DU = abgereichertes Uran) samt Raketen (oder große Kanonen?) denken.
    Wenn die Russen solche DU-Waffen nicht haben, sollten sie sich ganz öffentlich an die USA wenden, mit der Bitte um Anlieferung solcher Waffen. „öffentlich“ deshalb, weil es hier auch um Politik geht (in der ‚Öffentlichkeit‘ müßte dann das israelische Giftgas-Depot diskutiert werden und die Tatsache, daß die US-amerikanischen DU-Waffen noch inhumaner als Giftgas sind).

    b) Assat hätte aber außerdem die sofortige Aufhebung der völkerrechtswidrigen SEEBLOCKADE an der Syrischen Küste zu verlangen. Die Strangulierung der syrischen Wirtschaft ist nicht nur völkerrechtswidrig, sondern ebenfalls zutiefst inhuman (vor Lampedusa ertrinken jetzt nicht nur Schwarzafrikaner, sondern inzwischen auch schon verzweifelte, hungernde Syrier)

    2.) Die syrische Seite hätte außerdem von Rußland eine kräftige Wirtschafts- und Wiederaufbauhilfe zu fordern.
    Rußland könnte sich dann in Sachen Wiederaufbauhilfe in aller Öffentlichkeit an die USA wenden, mit der Aufforderung zur Beteiligung an den friedensschaffenden Kosten. Denn hier handelt es sich ja um echte HUMANITÄRE Hilfe (Lebensstandard für alle Syrer – egal ob sie für oder gegen die Regierung Assad sind).

    Auch wenn absehbar ist, daß sich das Washingtoner Regime jeweils der Mitarbeit an der Friedenslösung verweigern wird, so wäre doch die ‚öffentliche‘ Diskussion zumindest auf ein richtiges Gleis gebracht worden.

  • Anonymous

    Das UNHRC ( Human Rights Council) sagt, dass die Videos vom Giftgasanschlag gefälscht sind (fake).

    Was, wenn sich jetzt erweisen sollte, dass die syrische Regierung die ganze Zeit die Wahrheit gesagt hat und man beweist endgültig, wer hier Gas eingesetzt hat. Nämlich die Terroristen mit Unterstützung von Bandar!

    Man hat zwar Zeit gewonnen, aber gleichzeitig wirkt die ganze Aktion wie ein Schuldeingeständnis der syrischen Regierung. Das darf so nicht stehenbleiben. Außerdem haben die Terroristen angeblich laut pressTV eine false flag Aktion gegen Israel geplant um es dann Assad in die Schuhe zu schieben. Wer garantiert, dass solche Aktionen in Zukunft nicht wieder stattfinden. Dann wird gesagt die syrische Regierung hat Restbestände versteckt oder sich sonst woher besorgt.

    Ich traue diesem Spiel nicht und ich glaube US/Israel und Saudis haben noch ein dreckiges Ass im Ärmel.

    Dike

    • TomGard

      UNHRC ( Human Rights Council) sagt, dass die Videos vom Giftgasanschlag gefälscht sind

      Hab keine Quelle finden können. Bitte! Ist wichtig!

    • @Dike
      Dein Misstrauen in Sachen „dreckiges Ass im Ärmel“ täuscht Dich/Uns sicher nicht. Nicht vergessen, jedes Monat(!) druckt die FED 87 Milliarden „dreckige Asse“ und lässt sich dafür US-Schuldscheine geben, zu deren „Bedienung“ laufend Nationalstaaten überfallen werden (müssen)!

      Jeder Gedanke, dass irgendeine Gefahr für Syrien mit einem C-Waffendeal geringer geworden sei, ist irreführend weil falsch! Das Gegenteil trifft zu. Und das Argument, in der jetzigen Situation vorerst einmal Wind aus den Segeln genommen zu haben, Zeit gewinnen zu können: Das stimmt alles, jedoch bei nächster Gelegenheit wird der Überfall dennoch erfolgen und die „gewonnene“ Zeit werden die Amis dafür nützen, entweder überhaupt keine öffentliche Kulisse dabei zu haben oder eine entsprechend gestaltete. Es geht nicht um Wahrheit, Recht oder Glaubwürdigkeit. Wer Syrien nach diesem Deal echten Beistand geben will, muss es unter seinen „Schutzschirm“ (RU) nehmen und seine Grenzen anerkennen und garantieren!

    • Stirlitz

      Herr Mandl,

      ich schrieb schon weiter voran eine Antwort auf Ihre Gedanken.

      Erklären Sie mir bitte, inwieweit das C-Waffen-Arsenal Syriens abschreckend auf Israel oder die Türkei gewesen sein soll. Bei den mehrfachen Luftschlägen Israels haben die Zionisten sich nicht vom C-Arsenal abschrecken lassen, offensichtlich bietet es doch keinen Schutz, oder? Das postulierte Abschreckungspotential habe ich faktisch und praktisch nie bemerkt.

      Alle wissen, daß Syrien diese Waffen bei konventionell (!) vorgetragenen Angriffen nicht einsetzen wird/kann, wenn es keine nukleare Antwort erhalten will.

    • TomGard

      „… wenn es keine nukleare Antwort erhalten will.“

      Und wenn nukleare Antworten wg. einer von dem durchknallenden WKII-Revisionisten WM berufenen russischen Weltvernichtungsdrohung („Schutzschirm“, „“ im Orig.) entfiele, oder wenn sie entfielen, weil Israel es in diesem Fall entgegen den Ankündigungen vorzöge, ein paar Hundert Leute der Opferlamm-Rolle zu weihen? Dann wären CM’s taugliche Waffen?

      Lethal oder verkrüpp]elnd wirkende CM’s sind keine tauglichen Gefechtsfeldwaffen, deshalb wurden sie zu 99% aus dem Verkehr gezogen. Es sind WMD’s im Kleinformat, ein Mittel, einem Souverän, oder Aspiranten auf Souveränität, das „Volk“ [die (Arbeits-)Sklaven und Basis ihrer Kommandomacht] wegzuschlachten (wie im Falle des Einsatzes gegen die irakischen Kurden), bzw. anhand der Drohung, das zu tun, ihm diese (künftige) unterwürfige Basis rebellisch zu machen.

      Zum Wegschlachten taugt im syrischen Falle das Kleinformat nicht, und weder das israelische noch das türkische Volksvieh ist über der wahrscheinlich völlig gegenstandslosen Chemiewaffen-Drohung Syriens gegen die Kriegspolitik seiner Regierungen rebellisch geworden; so wird ein „Punkt“ ‚draus.

    • Stirlitz

      Ja TomGard,

      sehe ich genauso. Das Drohpotential mit der Chemiekeule ist praktisch wertlos, wie Sie ebenfalls bestätigen.

      Ich habe keinerlei „Abgeschrecktheit“ erkennen können, als Israel dieses Jahr und in der Vergangenheit mehrfach in Syrien Luft- und Raketenschläge unternommen hat. Wäre das bei syrischen Nuklearwaffen auch so gewesen? Bestimmt nicht, oder? Meinen Sie Russland wäre heute noch unangetastet, wenn es nur Chemiewaffen hätte?

      Es wird hier auch von Herrn Walter Mandl so getan, als habe man gestern zusammen mit Russland die syrischen Nuklearwaffen aus der Hand gegeben. Wenn aber tatsächlich C-Waffen Äquivalente zu Nuklearwaffen wären, würde diese Diskussion heute gar nicht stattfinden, weil dieser Krieg gegen Syrien gar nicht stattfände (weil eben gar nicht könnte!).

      Chemiewaffen sind und bleiben heute praktisch wertlos in konventionellen Konflikten. Allenfalls kleine, regionale taktische Schläge gegen ungeschütze Einheiten des Gegners sind damit möglich, mehr nicht. Daneben noch die Kontamination von Gebäuden, Stellungen und Einrichtungen. Wo ist die Abschreckung? Nicht mal psychologisch lässt sich Israel von den C-Waffen Syriens beeindrucken, und schon gar nicht erst „abschrecken“.

      Gegen die modernen Flotten- und Luftverbände der USA oder Israels und selbst sogar der Türkei (NATO im Rücken!) sind sie meines Erachtens nach komplett wertlos. Im Gegenteil, das Schmuddelkind-Image wird angepappt, und das ist mittlerweile im Medienkrieg ein nicht zu unterschätzendes Problem. Obamas Leute konnten auch wegen der, zum Glück, negativen Einstellung an der Medienfront nicht eingreifen.

      „Zum Wegschlachten taugt im syrischen Falle das Kleinformat nicht, und weder das israelische noch das türkische Volksvieh ist über der wahrscheinlich völlig gegenstandslosen Chemiewaffen-Drohung Syriens gegen die Kriegspolitik seiner Regierungen rebellisch geworden; so wird ein „Punkt“ ‚draus.
      – Zitatende – Absolute Zustimmung!

    • Anonymous

      Aber die Gasmasken haben die Israelis alle gebunkert. Das wird ja immer Medienwirksam ausgeschlachtet.

      Dike

    • @TG & Stirlitz
      TG, Du solltest nur interpretieren, worauf ich mich beziehe. Ich bin weder durchgeknallt und revisionistisch verhalten sich gerade jene Kräfte, die an vorderster Front gegen Syrien Krieg führen. Sie wollen ihre eigene „Ordnung“ revidieren! (Unabhängig davon gehörten trotzdem einige Ergebnisse des II. WK revidiert. Allen voran einmal die volle Souveränität für jenen „Rumpfstaat“ in dem Du nach Luft schnappst.) Deine Überlegung, dass die C-Waffen in der jetzigen Lage nur eine Hürde für Syrien und keinerlei Abschreckungspotential haben, sind nachvollziehbar. Sie müssen deshalb aber nicht stimmen, weil aus der jetzigen Sicht nicht sämtliche Aspekte ihrer Anschaffung berücksichtigt werden (können). Natürlich wird Syrien keinen C-Angriff – als Reaktion – auf Tel Aviv wagen, wenn die IAF „einige“ Bomben ins Land gleiten lässt. Aber wie sicher fühlten sich die Israelis/Türken, würden sie eines Nachts mit zig Divisionen einfach über den Golan kommen und noch vor Damaskus stehend nicht wissen, welche C-Batterien der Syrer noch aktiv sind? Es ist – zugegeben – ein krummer Stock, aber vielleicht ist es gerade er, der die israelische Kuh davor abhält, Syrien in einer groß angelegten Militäraktion an die Wand (Kapitulation) zu drücken? Die Argumente von Dir und Herrn Stirlitz in Ehren. Wo liegt der Sicherheitsgewinn (nicht der Faktor Zeit, der mag eine Rolle spielen, jedoch ebenso – und im größeren Ausmaß – auch für die Okkupanten!)für Syrien?
      Ich bleib dabei, ich würde diese (Scheiß)Waffen nur in Verbindung einer gegebenen Sicherheitsgarantie (International) meiner Kontrolle entziehen lassen. Die in den Medien kolportierte Frage des syrischen C-Waffenarsenals umfasst doch bei weitem nicht den ganzen Forderungskatalog der Nato. Schon hör ich Ideen (sogar v. Russland) das Syrien auch die entsprechende UN-Konvention zur Ächtung dieser Waffen zu unterfertigen hat. Was ist mit Israel? Diese wichtigen Fragen bleiben (zumindest in der Öffentlichkeit) vollkommen ausgespart. Israelische Massenvernichtungswaffen und fortwährend aggressive Übergriffe auf Syrien und dem Libanon sind doch der Grund für deren Aufbau! Die um den Frieden und die Sicherheit der Bevölkerung besorgten Okkupanten stehen doch zu Lande und zu Wasser – bewaffnet bis auf die Zähne – ringsum! Da spielt es nicht unbedingt eine Rolle, wie effizient und wirksam diese sind. Allein, werden sie – ohne entsprechende Gegenleistung ausgehändigt – ist die Vision einer WMD-freien Region ein für alle Mal gestorben.
      Und glaubt einer von Euch beiden tatsächlich, die NATO würde auch nur ein Geschütz zurückziehen, selbst wenn Assad zu den C-Waffen seine Luftwaffe hinzu gäbe? Ich denke nicht. Und was werden die Huren dann weiter machen? Bis vor Wintereinbruch mit grimmigem Gesicht verbleiben und kurz vor Weihnachten die Einheiten zurück nach Washington, Paris, London usw. auf Heimaturlaub entlassen? Syrien muss aus ihrer Sicht geschlagen werden, und jeder Stein, den Assad zum Zurückschlagen zur Verfügung hat, tut ihnen weh!

    • @ WM und (slightly) off topic

      „TG, Du solltest nur interpretieren, worauf ich mich beziehe.“

      Abgelehnt. Und das hat nichts mit (m)einer Gegnerschaft zu revisionistischen Motiven zu tun, sondern mit Wunschdenken und dazugehöriger Verzerrung der Wahrnehmung, die allzu leicht den befällt, der sie hegt und pflegt.
      Nichts, gar nichts in der Politik der RF und der Syrienstrategie deutet auf irgend eine Tendenz, russische Interessen in einem Maße an Souveränität und Bestand Syriens zu binden, wie Du es ins Gespräch bringst. Ein Beispiel für die russische Seite habe ich gestern verlinkt:
      http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2013/09/usleadfrombehind.html#ixzz2ePB27Jl4
      Heute habe ich mir ein Teil des Hearings von Kerry, Hagel und Dempsey vor dem Kongressausschuß der Armed Forces angetan, und dort hat Demsey selbst die Befürchtung eines Abgeordneten zurück gewiesen, die RF könnte die Materialverluste, die die US-Luftwaffe der SAA zuzufügen gedenke, gleich wieder auffüllen.

      Was Du schriebst, hatte nichts mit der Realität zu tun, sondern war revisionistische Spintisiererei, den „Amis“ müßte mal „Paroli“ und „heimgezahlt“ werden.

      Nun werden die meisten Leser sagen: Gut, dann weise gegen die Spintisiererei auf die Realität hin, und gut, aber unterlaß die Anwürfe.
      Ich halte dagegen: Ich denke nicht daran, den Sisyphos zu geben, indem ich den Grund der Spintisiererei nicht angebe und damit wenigstens hoffen kann, diese Quelle bei dem einen oder anderen Zeitgenossen zu verstopfen. Nicht, um gegen den Revisionismus selbst vor zu gehen – wie gesagt – denn der ist mir als Solcher zu albern, zu irrelevant, eine politisch marginale Erscheinung, aber seine Verwandten, v.a. der Antiamerikanismus, ist bei einer gewaltigen Masse deutscher und anderer europäischer Zeitgenossen eine Quelle des Unfugs, der Wahrnehmungsverzerrung, des Wahns, die den Betroffenen verborgen bleibt. Um dies verborgene Moment geht es mir.

    • TomGard

      korrigiere: „…nichts in der Politik der RF und der Syrienstrategie der USA deutet …usw“

    • Wenn Du aus meinen Beiträgen irgendwo ersehen kannst, ich würde meinen, die RF wäre bedacht darauf oder hätte irgendwann das kleinste Interesse gezeigt, sein „Schicksal“ mit jenem Syriens teilen zu wollen, kannst Du NICHT (!) sinnerfassend lesen! Das tut mir leid für Dich.
      Ich habe gesagt, an Stelle Assad`s würde ich vor Abgabe meiner Kontrolle (C-Waffen) eine solche einfordern (RF- Schutzschirm, oder Internationale Garantie). Dessen ungeachtet verbiete ich mir die Art Deiner despektierlichen und durch nichts – außer Deiner Ungehobeltheit – erklärbaren Umgangsform. Für mich giltst Du als enttarnt. Spuk Dir meinetwegen selbst ins Gesicht, den an sonstigen Personen/Opfern wird es in Deiner Umgebung mangeln. Oder noch besser, bleib auf Deinem Blog und steck Dir den Finger in den A…!

    • Comrade John

      @ Walter Mandl

      Wir leben in einer Zeit des Universalbetrugs.
      Er ist geschrieben mit dem Blut unserer Vorfahren, – in Heiligen Schriften, scheinwissenschaftlichen Büchern u. Gesetzestexten als Dogmen verewigt, – von einer Mafia aus Politiker, Pfaffen, Wissenschaftler, selbsternannte Sachverständige u.a. Hofschreibern immer wieder erneuert, – zementiert im System einer internationalen Ordnung, an deren Beginn schon ein Haufen Lügen steht.

      So dürfen wir allezeit sicher sein, wirklich „im Jahr 2013 nach Christus“ zu leben;
      unsere Fachkräfte berechnen das Alter fossiler Lebewesen u. von Erdschichten nach der sog. Radiocarbonmethode auf hunderte Millionen(!) Jahre zurück;
      es gibt eine Geschichte des Altertums u. des europ. Mittelalters, die mit wenigen Eckdaten (darunter erkannten Fälschungen) zu einem phantastischen Ganzen geraten ist;
      wir glauben an die endlose Regulierbarkeit aller Dinge >> Tierschutz, Umweltschutz, soziales Zusammenleben u. Humanismus bei gleichzeitiger Ausplünderung des Planeten u. fortgesetzter technolog. Entwicklung – die Führenden [gerade die?] werden es schon richten;
      noch 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs erschaudern wir vor der Dreistigkeit u. Gewalttätigkeit der Deutschen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sind uns ganz sicher, dass das stimmt, was uns darüber erzählt wird u. ziehen daraus universal gültige „Lehren der Geschichte“.
      Und zur Bekräftigung, dass die Koordinaten unseres Daseins in Ordnung sind (bei aller Kritik an kleinen Missständen), gehen wir sonntags in die Kirche oder rufen im stillen Kämmerlein… wen an?
      Den lieben Gott.

      Insoweit zu einigen deiner Ausführungen.
      Daraus kann man – zugegebenermassen im grossen Bogen – auch ableiten, welche Erwartungen ich in bezug auf Syriens Zukunft hege. Du hast s. recht, wenn Du schreibst, bei Auslieferung der C-Waffen müsse es eine (internationale) Sicherheitsgarantie für Syrien geben. Aber warum nicht eine russische, was ja einfacher u. naheliegender wäre! Ich fürchte, es wird gar keine geben, denn die Sicherheit Syriens ist nach zweieinhalb Jahren verdeckter ausländische Intervention mit Bandenkrieg bis heute vom gesamten UN-Sicherheitsrat nicht einmal thematisiert worden, d.h. dort wird prinzipiell die Augen einvernehmlich verschlossen. Ebenfalls sehe ich aus dem bisherigen Verlauf der Kampfhandlungen in Syrien nicht die militär. Unterstützung (Waffen, Munition, Ersatzteile, Satellitenaufklärung, Instrukteure u. ausländische freiwillige Mannschaften), die Syrien eigentlich braucht, um den Bandenkrieg landesweit unter Kontrolle zu bringen. Mehr möchte ich hier nicht zu den Freunden Syrien äussern. Mir geht es nicht darum meine Vorstellungen kundzutun, da sie letztlich nutzlos bleiben. Es wäre aber gut, wenn man vielleicht nicht die grössten Hoffnungen hegt, Syrien könne unter heutigen Gesamtumständen als der Staat mit etwa dergleichen inneren Ordnung überleben.

  • Anonymous
    • TomGard

      Leider ein Fake. Der Videosprecher berichtet von einer „Präsentation von Beweisen“ während der 24. Sitzung UNHRC, während in der Videounterschrift behauptet wird, der Rat hätte sie „confirmed“.

      Der zugehörige Text zur russischen Erklärung auf der Sitzung lautet im Sitzungsprotokoll:

      „Thus, while strongly condemning chemical attacks in Syria, some of which had been made by rebels according to Russian experts, the Russian Federation stressed that there could be no military solution to the Syrian crisis.“

      War zu schön, um wahr zu sein.

    • Anonymous

      Ja das stimmt. Aber die Beweisführung geht ja weiter. Im übrigen hier ein link zu einem Artikel, der von den beiden befreiten Geiseln in Syrien berichtet. Ein Italiener und ein Belgier. Beide haben eine Aussage gemacht zu dem Giftgasangriff in Ghouta. Es gibt auch einen link zur Tageszeitung Oggi in Italien.

      http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2013/09/befreite-geisel-terroristen-hinter.html

      Ich finde es von größter Wichtigkeit, dass die Unschuld der syrischen Regierung in Bezug auf Ghouta in ganz großem Maßstab laut und deutlich bewiesen wird. Und dann kann Amerika gerne die wahren Schuldigen bestrafen. Saudi Arabien und Israel. Mal sehn, ob sie da auch so konsequent sind.

      Dike

  • ISKANDER

    Mein persönlicher Eindruck nach dem Studium umfangreicher Quellen und Berichte quer Beet ist, das die Stimmung in der Welt zuungunsten der Agressionsachse USA/Israel & Co nachhaltig ins Kippen geraten ist.
    Vorbei die Zeit der mühsamen Aktionen und und der verlorenen Stimmen.
    Eine offene Aggression der USA/Israel & Co ist nunmehr kaum noch möglich.
    Ein großes Danke auch an das amerikanische Volk, was den zionistischen Kriegstreibern um McCain, Biden und Kerry die Luft aus den Reifen lässt.
    Die USA haben den Geist gerufen der nun in ihre eigene Innenpolitik zu kriechen beginnt. Es sollte mich nicht wundern, wenn es dort demnächst zu Unruhen, Putsch und Sezessionen kommt.
    Der Bogen ist überspannt. Die internationale Solidarität mit Syrien dagegen wächst in einem Umfang, wie es zuletzt nur Vietnam erleben durfte.

  • Anonymous

    Wäre schön, wenn man dieses „Momentum“ dazu ausnützen könnte, auch andere Staaten in „Middle East“ zum Abrüsten ihrer Massenvernichtungswaffen zu bewegen, z.B. Israel mit seinen A-, B- und C-Waffen, siehe dazu diesen aktuellen Haaretz-Artikel: http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/1.546282.
    Und wenn wir schon dabei sind: die USA besitzt auch eine Menge von dem Zeugs und kann als gemein gefährlich gelten, denn sie missachtet Beschlüsse der UNO und beharrt auf Immunität vor dem Internationalen Gerichtshof. Außerdem vermag sie die sichere Verwahrung ihrer B-Waffen nicht zu gewährleisten, wie die Anthrax-Angriffe 2001 zeigen.

    Alle sind gleich, nur manche sind gleicher.

    //JoWi

  • habkind

    Was ist eigentlich, wenn dieses ganze Theater mit allen Beteiligten abgesprochen war?
    Was ist, wenn Kerry, als er vor 2 Wochen im Iran war und anschließend im Irak dieses Szenario erörtert hat?
    Hat nicht Obama selbst behauptet, er hätte ähnliche Vorschläge schon mit Putin auf dem G20 Gipfel diskutiert?
    Syrien hatte selbst schon 2001 den Vorschlag eines Nahen Ostens ohne
    Massenvernichtungswaffen gemacht, aber auf ein Veto der USA gestoßen.
    Und auf einmal sind sich alle innerhalb einer Stunde einig – mit etwas vorgetäuschtem Zögern auf Seiten der Amerikaner?
    Die Iraner sind einverstanden, die Syrer sowieso, die Chinesen haben auch keine Einwände und überhaupt sind alle glücklich – bis auf die „Rebellen“ und die Zionisten.

    Mir selbst wollte auch nicht in den Kopf, dass der anfänglich so zögernde Obama auf einmal der drängendste Verfechter eines Angriffs ist. Woher kommt dieser Sinneswandel?
    Er ging sogar so weit, Netanjahu öffentlich aufzufordern, die noch zweifelnden Kongreßmitglieder und Senatoren zu bearbeiten, damit sie in seinem Sinne abstimmen sollen.
    Vielleicht sollte diese Aufforderung auch nur dazu dienen, den Haß
    vieler US-Amerikaner und Mitglieder des Senats/Abgeordnetenhauses auf die Zionisten zu schüren.
    Nicht wenige sind es leid, dass der Schwanz mit dem Hund wackelt.
    Die ehemaligen amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter haben die Behauptung Irans bestätigt, dass hier
    von den Zionisten den Amerikanern wieder eine Falle gestellt wird, um sie erneut in einen Krieg zu drängen.

    Denn daß Obama freiwillig Netanjahu um einen Gefallen bittet, kann sich auch der Einfältigste nicht vorstellen, nicht mal ein Amerikaner.

    Uns in der Familie will es nicht aus dem Sinn, dass hier eine größere Sache geplant war:
    Die Franzosen fordern, die Verantwortlichen für den Giftgasanschlag vor Gericht zu stellen, die Briten auch,
    die USA sowieso und ganz verhemment die Russen. Wird man jetzt vielleicht durch die UN-Inspektoren feststellen,
    dass die Rebellen diejenigen Bösen waren?

    Zufällig sind jetzt auch zwei westliche Geiseln aus Rebellenhand freigekommen, die genau diese Information aus Syrien mitgebracht haben. Der Belgier und der Italiener haben diese Angaben bei den Rebellen in englischer Sprache zufällig mitgehört, ganz zufällig und
    in englischer Sprache – denn sie verstehen ja kein arabisch.

    Nicht umsonst hat MeinParteibuch diesen Gedanken aufgegriffen: „Zionistische Kriegslobby befürchtet “Todesstoß für Rebellen” durch US-Unterstützung für syrische Chemiewaffenaufgabe.“
    Und zufällig wird wieder durch eine unachtsame Fragestellung bei der Pressekonferenz beiläufig erwähnt, dass 11 UN-Angehörige von Rebellen getötet wurden und weitere verschleppt wurden.

    Ich lach mich tot, wenn die Amis eine 180° Wende machen, und die wahren Terroristen nun jagen, indem sie den Syrern helfen – meinetswegen auch indirekt.
    Mit dem Szenario wäre das dann ein HappyEnd.

  • Comrade John

    @ Enis
    Gut dass du wieder da bist. Die Meinungsäusserungen der syrischen Landsleute sind wertvoll.

    @ Fatime, 10. September 2013 08:26
    „Wenn Assad das zusagt, vertritt er nicht laenger das patriotische Syrische Volk, sondern die Verraeter um SNC FSA.“

    Sage nichts was du nachher bereuen könntest. Ohne Assad gäbe es das Syrien, das ihr besser kennt als wir (Deutsche), und von dem man doch so viel wie möglich erhalten muss, gar nicht mehr! Assad hat im letzten Jahrzehnt (die wirtschaftl. Öffnung zum sog. Weltmarkt, Verhandlungen mit Israel, innenpolit. Reformschritte) alles getan was er konnte, um die Bedrohung von Syrien fernzuhalten u. gleichwohl das nationale Gesicht zu wahren. Im Kampf um die Existenz Syriens 2011-13 hat er Entschlossenheit bewiesen. Der Mann versucht alles das Leben eurer Leute zu schützen, die Teilung Syriens in Kleinstaaten und/oder ein ausländisches Okkupantenregime in Damaskus zu verhindern. Der ultimative militärische Endkampf (was bei Dir anklingt) wäre Syriens sicherer Untergang mit noch weitaus mehr syrischen Opfern, als der Bandenkrieg sie schon jetzt fordert. Die C-Waffen können Syrien nicht schützen, sie haben den Raub des Golan nicht verhindert u. Israel nie vor mehreren seiner Angriffe auf Syrien abgeschreckt.
    Syrien hatte keine echte Auswahl seiner internationalen Freunde, soll heissen: es gab keine anderen als Russland, Iran, China. Es ist nicht verantwortlich für die erbärmliche internationale (UN-)Ordnung, die das Heuchlertum etabliert hat u. dauernd Anpassungsbereitschaft verlangt. Diese Ordnung ist auch unter tätiger Mithilfe des Russlands-Voräufers UdSSR sowie der VR China entstanden. Und deshalb ist auch die Gleichung: „Völkerrecht – westliche Zivilisation“ so nicht richtig.
    Bis jetzt hat Assad nichts u. niemand verraten. Die Auslieferung der C-Waffen (falls es sie denn gibt) ist ein Versuch Syrien vor dem Untergang zu bewahren. Ich meine, für das Leben seiner Leute sollte Assad den Schritt wagen. Freilich gibt es eine Grenze der Erpressung u. der politischen Ränke, bis zu der Assad noch teilnehmen kann, ohne dass alle bisherigen nationalen Opfer ad absurdum geführt werden. Die neusten Meldungen besagen, dass US-Kerry schon anfängt „nachzulegen“, er fordert von Assad jetzt auch politisches Zubewegen auf die sog. Opposition.

    • Anonymous

      Comrade John

      UN-Ordnung – schönes Wortspiel

      Dike

    • Stirlitz

      Hallo Comrade John,

      exakt meine Überlegung. Die Kraft des faktischen können wir nicht einfach ausblenden. Und das verlangen viele hier, zwar in bester Absicht, das wäre aber letztlich doch fatal.

      Ich denke schon lange darüber nach, was der Grund für die Schwäche aller Länder ist, die sich nicht der US-Finanzmafia ausliefern wollen.

      Ein Hauptproblem ist die fehlende Cleverness im Umgang mit deren Medien. Es muss immer Bereitschaft signalisiert werden und verhandelt werden, natürlich, man ist doch auf friedliche Lösungen bestrebt. Auch wenn Kerry jetzt nachlegt, wird man dieses verbal sofort begrüßen, natürlich, noch eine Konferenz, aber sofort doch.

      Solange man nichts mehr zustimmt, und die Abgabe der C-Waffen ist keine echte Schwächung der SAA werden Fakten am Boden geschaffen.

      Eine andere Chance sehe ich nicht. Auf Zeit spielen, auf Zeit spielen. Andere Lösungen wie die Ankündigung alle Länder mit Luftabwehr neuester Bauart auszustatten dauert viel zu lange und beeindruckt die Wallstreet Gangster nicht wirklich. Deren Arroganz und Siegesgewißheit und Vertrauen in Ihr High-Tech Arsenal ist grenzenlos.

      Gruß

  • Die Versuche von Frankreich eine UN Resolution nach Artikel 7 einzubringen und diese auch noch zur Abstimmung stellen zu wollen zeigten am Montag wie gefährlich genau diese Mausefalle für Syrien ist.

    Die UN Sicherheitsratssitzung wurde zwar abgesagt nur läuft die Zeit gegen Moskau und damit gegen Syrien.
    Schafft es Moskau nicht einen Text zu formulieren welcher genau nicht militärische Gewalt, Automatische Sanktionen bis hin zur Ermächtigung von Waffengewalt zur Durchsetzung des UN Mandats verhindert war es das für Syrien und zwar vollständig.

    Genau das hatte ich gestern früh damit gemeint. Ist Syrien erst einmal zu etwas verpflichtet wird sich immer ein Grund finden es Syrien und Assad anzulasten.
    Wir sehen das ja schon bei den Vorgängen vom 21.08.2013. Diese sind bis heute nicht durch das UN Team aufgeklärt. Die Vorgänge aus dem März 2013, also genau die welche das UN Team eigentlich Aufklären sollten, sind schon lange vergessen und werden ganz sicher nicht mehr nachgegangen obwohl Syrien genau dies wollte.

    Was wir nun haben ist eine Situation die nicht besser für die US Regierung laufen kann. Diese hatte weder eine Mehrheit in den Korrupten beiden „Parlamenten“ noch bei seiner Bevölkerung. Und dies trotz massiven Drucks und Beeinflussung.

    Es interessiert auch keinen mehr ob das Assad nun war, welche Beweise denn die USA nun hätten und das jede Kriegsdrohung gegenüber Syrien schon an sich ein Verbrechen gegen das Völkerrecht ist.

    In die Medien, und die erreichen nun einmal die Massen welche keine Zeit haben jeden Tag sich durch 20 Blogs, 10 Facebook Informationsseiten, Foren und anderem zu klicken, ist die Schuld defakto nun bei Assad.
    Es interessiert überhaupt nicht mehr ob da „Rebellen“ es gemacht haben könnten. Mit der Diskussion und den Verhandlungen über die Chemiewaffen Syriens , deren Abgabe an die „internationale Staatengemeinschaft“ (wir wissen immer noch nicht was das ist) ist der Un Bericht und damit die Schuldfrage sowie die Argumentationslinie von Moskau & Co. dazu seit den letzten 3 Wochen zerstört.

    Und selbst wenn es nun eine rechtlich verbindliche Resolution gibt ohne Sanktionsmechanismus so wissen wir doch schon wohin das führen wird. Wir kennen die Szenarien Irak und Libyen. Als wenn die False Flag Operationen der Terroristen aufhören werden.

    • Hast sich Syrien erst mal verpflichtet, dazu ohne Grund, hängt es am Kriegshaken als Opfer.

      Ja, Syrien wendet erst einmal damit eine „US Intervention“ ab. Das sagt ja Putin & Co selbst.
      Das dumme ist nur das das Opfer hier auf die Knie gehen muss, es die eigene staatliche Souveröänität aufbricht, sich selbst erpressbar macht um den Schlägen des Mörders zu entkommen.

      Staat Moskau, China und Iran sagen… wenn ihr einen verbrecherischen Angriffskrieg gegen Syrien führt werden wir sofort jedes Land der Welt mit Waffen zuschmeißen, jedes Stück neuer Technik, alles.
      Und wir werden jede US Sanktion gegen irgend ein Land, zum Beispiel Iran, voll umfänglich unterlaufen.
      Zudem werden wir Euch Diplomatisch Ächten, Euch mit jedem Tag spüren lassen das wir das nicht mehr so hinnehmen werden wie 2001, 2003, 2007, 2011 in euren ganzen Angriffskriegen.

      Aber nein… das wird nicht gemacht. Nein, da wird Syrien, das Opfer seit 32 Monaten von Ausländischen Aggressionen und Terror Aufgefordert seine chemischen Waffen abzugeben.

      Ja, es stimmt, diese haben kaum bis keinen wirklichen Nutzen. Das ist nun einmal so wenn Du mit einem Messer umzingelt da stehst und die um dich haben Schießeisen. „Komm, gebe uns dein Messer dann schießen wir auch nicht auf dich“.

      Dabei geht es nicht um diese Chemiewaffen. Es geht nur um den rechtlichen Hebel gegen Syrien es in die Mausefalle tappen zu lassen.

      Am Ende sterben ja doch die Menschen in Syrien. Sie werden genauso sterben wie die im Irak und Libyen. Das Land wird genauso zerstört sein wie die anderen beiden Länder.

      Die US Regierung war isoliert, hatte kaum noch Buddys, hatte keine rechtliche Grundlage, keine Legalität auf Ihrer Seite. Nichts. Und dann kommt eine unbekannte Reporterin und stellt eine Frage… wer ist sie denn nun? Weltpolitik gemacht und nichts ist bekannt über Sie? Und die Gerüchte besagen das diese ganze Scharade schon beim G20 ausgemacht wurde?

      Eventuell irre ich mich ja auch. Zu wünschen wäre das für Syrien. Nur bei dem Fahrplan seit 1999 welcher anliegt zweifel ich da sehr.

    • @Triangolum
      Deinen ernüchternden Analysen folgend, kann auch das „Ausstiegsszenario“ der russischen „Obhut“ entnommen werden. Es fällt schon auf, dass bei allen Einwänden der Russen gegen Vorwürfe und Unterstellungen der Aggressoren einerseits oft das Argument „Völkerrecht & Internationale Abmachungen“ bedient wird, jedoch kein einziges Mal konkret die Frage aufgeworfen wird: „Wie kann die staatliche Souveränität & Sicherheit Syriens gewährleistet werden?“ Auch offiziell von Israel erfolgte Bombardierungen Syriens, die ohne militärische Reaktion blieben, führten nicht dazu. Was hält die offiziellen Schutzherren wohl davon ab, diese Frage nicht zu stellen?
      Ich meine, sollte Russland in inoffiziellen Übereinkünften mit den Okkupanten „Kompromisse“ zur syrischen Souveränität gemacht haben, hat Russland dringenden Bedarf, sein Gesicht nach Umsetzung dieser „Kompromisse“ wahren zu können. Und dazu würde diese ganze mehr als obskure „Wende-Geschichte“ der letzten Tage passen wie die Faust aufs Auge.
      Für jene, die mich gerne als „slightly“ (TG) sehen wollen sei ergänzt:
      Die Frage der Sicherheit Israels wird von den USA und deren Verbündeten mit geradezu heroischer Selbstverständlichkeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit sofort als verpflichtendes Argument verwendet, um selbst absurdeste Handlungen, Reaktionen und Interventionen widerstandslos zu rechtfertigen.

    • Stirlitz

      Eine exzellente Analyse der Zwickmühle und Risiken in die sich Syrien begibt mit der gegebenen Zusage.

      Aber trotzdem wage ich die Prognose, daß es richtig war, den Militärschlag jetzt erstmal zu verzögern, und nur darum geht es auch Assad und Putin.

      Politik kann doch nur mit Alternativen arbeiten. Ihre Alternative wäre gewesen, sich einem in Dauer und Umfang nicht abzuschätzenden Dauerbombardement auszusetzen, der unter den aktuellen Bedingungen der Beanspruchung der SAA im Inneren wahrscheinlich zu einer signifikanten Schwächung und Dislozierung und damit schnellen Zerfall der SAA geführt hätte. Parallel dazu wäre ein Vormarsch und Sieg der Islamofaschisten die Folge gewesen (Modell Lybien – NATO als Islamisten-Luftwaffe).

      Das jetzige Manöver bringt Zeit. Und das ist z.Zt. die Überlebens-wichtigste Waffe. Egal ob man politische Lösungen anstrebt oder militärische. Eine komplette Übergabe aller Chemiewaffen kann nur in einem Waffenstillstand erfolgen und dauert Monate. Wer außer Assad kann denn die kontrollierte Abgabe der C-Waffen garantieren? Assads Zukunft in Syrien ist damit nicht mehr verhandelbar.

      Die USA haben sich ein Eigentor geschossen, denn wenn Assad sich kooperativ zeigt, müssen die erstens Assad als legitimen Präsidenten akzeptieren. Anders werden die an die C-Waffen nämlich nicht kommen (deren Abschreckungs-Bedeutung hier ohnehin überschätz wird, wie ich schon schrieb).

      Zweitens dauert das ganze Monate/Jahre. Es müssen Komissionen wer was kontrollieren soll zusammen gestellt werden, es muss geklärt werden wohin das Zeug soll, über welche Routen, Waffenstillstand in den Gebieten um den sicheren Abtransport muss organisiert werden, … Also wertvolle Zeit für die, jetzt erstmal weiterhin intakte und nicht durch US-Raketen dezimierte SAA, Fakten am Boden zu schaffen.

      Ich sehe das ganz pragmatisch, nicht ideologisch.

      Ihre Alternative, den US-Schlag einfach „auszusitzen“ halte ich z.Zt. für viel gefährlicher, denn wenn der Raketenhagel unbegrenzt rollt, sind alle SAA Pläne dahin und am Ende ist das Kalifat al-Sham in Damaskus schneller errichtet als Sie gucken können. Siehe Lybien, dort waren Gaddafis Truppen auch immer in der Offensive, bis der Westen eingegriffen hat. Und das muss um jeden Preis verhindert werden. Daher hat Assad diese Lektion gelernt und die Kröte der C-Waffen eben geschluckt.

      Ähnliche Versuche in Lybien oder Serbien haben gezeigt, daß alle Widerstands-Anstrengungen nach 6-8 Wochen gebrochen sind, spätestens wenn am Boden von der CIA instruierte Terroristen (UCK, Milizen in Lybien) das Chaos nutzen um gegen staatliche Strukturen vorzurücken.

      Gruß Stirlitz

    • Anonymous

      Walter und Stilitz

      Sehr interessant beide Beiträge. Israel kann nur militärisch besiegt werden. Wie und wann, keine Ahnung. Oder es wird sich selbst langsam zerstören. Die geduldigste Bevölkerung wird irgendwann einmal müde in einem Staat zu leben, der ein ständige Sicherheitsrisiko nach innen und aussen darstellt. Schon jetzt gibt es einen regelrechten Exodus von Israelis nach Europa.

      Zu Stirlitz. Interessanter Punkt, dass Assads Zukunft nicht verhandelbar ist, weil er die Abgabe der Chemiewaffen kontrollieren muss. Heute war ein Toxikologe (Ralf Pratt) bei der ARD und er bestätigte, was Sie sagen. Die Herausgabe der Chemiewaffen ist ein langwieriger Prozess. Abhängig von der Menge der Chemiewaffen, müssen ganze Anlagen zu deren Zerstörung erst errichtet werden. Sollten es sehr grosse Mengen sein, so, sagte er, müssen diese Chemiewaffen nach Russland (!) zur Zerstörung gebracht werden.

      Aber meine Frage, was haben die Amerikaner davon? Das ist wichtig. Warum haben die Amerikaner diesen Vorschlag mit den Chemiewaffen gemacht? Wollen sie auch nur Zeit gewinnen? Um sich neu zu formieren und weiter Lobby Arbeit für den Krieg zu machen?

      Dike

  • Anonymous

    Mal an Alle eine hypothetische Frage auch in Bezug auf Triangolums Argumentation, die ich nachvollziehen kann.

    Was, wenn es nicht auf dieser Pressekonferenz zu dieser Frage, gestellt von dieser immer noch mysteriösen Journalistin, gekommen wäre? Und nicht zu dieser etwas merkwürdig schnellen Antwort Kerry’s? Bis gestern Abend sah es doch so aus, dass Obama auf gar keinen Fall die Unterstützung für einen Militärschlag bekommen hätte. Wie Iskander sagt, die Solidarität mit Syrien hat ein unvorstellbares Ausmass in den USA erreicht. Also wie gesagt, nehmen wir an, es wäre nicht dazu gekommen. Wo würden wir heute stehen? Der Kongress hätte einen Waffengang höchstwahrscheinlich abgelehnt. Vor allem, wäre die Untersuchung des Giftgasanschlags nach wie vor brennendes Thema, das Aufklärung verlangt! Jetzt aber sieht Syrien erst recht aus wie ein Staat, der Giftgas einsetzt und sich nach dem Vorfall bereit erklärt, alle Chemiewaffen abzugeben. Wie ein Schuldeingeständnis!

    Allein diese Resolutionsvorschläge (bereits von anderen hier genannt) zB von Frankreich, die Schuldigen (in ihren Augen die Regierung Assad) vor den internationalen Gerichtshof zu bringen. Es wird letzten Endes so oder so kein Problem für die Kriegstreiber, ein Schlupfloch für einen Angriff auf Syrien zu finden. Jetzt ist es vielleicht ungünstig, weil die öffentliche Meinung so massiv anti-Krieg eingestellt ist. Aber man braucht nur ein bisschen Zeit verstreichen lassen, dann voller Ungeduld alle Resolutionsverhandlungen in der UN hinschmeissen, um schliesslich zum Halali zu blasen.

    Dike

    • @Dike
      Interessante und wichtige Frage.

      Variante a)
      Kongress/Senat verbietet(offiziellen) Kriegseintritt:

      aa) Obama hält sich daran und kann weiterhin „nur“ verdeckte Rebellen-Unterstützung liefern:

      Eine zwar riskante Variante der Fortsetzung hinsichtlich des Ausganges der Auseinandersetzung aber auch hinsichtlich der z. Z. (auch in den Staaten einzigartigen Anti-Kriegsstimmung). Gemeinsam mit dem (offiziellen) Gegenspieler Putin wären die Kriegsziele jedoch in einem Maße erreichbar, mit der beide „Großmächte“ leben könnten. Vorteil: „Interessenausgleich“ zwischen den VS (NATO), Israel, SA, Türkei, Iran, Russland weiterhin denkbar (wie gehabt). Syrien wird weiterhin geschwächt und fällt möglicherweise wie eine Schachtel von selbst um. Umsetzungswahrscheinlichkeit: hoch

      ab) Obama hält sich daran und will ernsthaft aus der US-Verstrickung in Syrien kommen:

      Dazu müsste Obama natürlich der absolut auf Krieg eingestellten „KERRY_Fraktion“ das Wasser abgraben. Möglichkeiten dazu hätte er jede Menge: UN-Untersuchungsbericht neutral (ohne politische Anpassungen) vorlegen lassen; Dutzende Zeugenaussagen glaubhafter Personen (befreite Geiseln von gestern, jüngstes Memorandum ehemaliger CIA/FBI Offiziere etc.) Nachteil: saudische Verstrickung wäre offen gelegt und die Folgen daraus für die US-Wirtschaft unmittelbar letal. Umsetzungswahrscheinlichkeit: null

      ac) Obama lässt ungeachtet der Vorgaben von Senat/Kongress Syrien angreifen:

      Diese Variante enthält unzählige Unwägbarkeiten. Jedoch, beim jetzigen Stand der öffentlichen Aufmerksamkeit und vor allem gesellschaftlichen Positionierungen in den USA wie Europa würde ich persönlicher diesen Weg der „Lösung“ spätestens nach einer Woche als gescheitert betrachten.
      Fotos von zerstörten Militäranlagen mit unzähligen Opfern könnten in der öffentlichen Debatte nicht mehr von Aufnahmen diverser Ruinenlandschaften (Homs, Aleppo etc.) getrennt gehalten werden. Eine fulminante Kulisse für gegenseitige Propaganda, die Obama & Co kaum länger durchhalten könnten! Diese Variante ist jene, vor der Obama sich am meisten fürchtet. Den die Konsequenz daraus wäre eine Totalverfehlung der Ziele mit katastrophalen Absehbarkeiten für die USA als Weltmacht.
      Daher Wahrscheinlichkeit: Sehr gering und wenn begonnen, bewusst so, dass Assad sicher im Sessel bleibt.

    • Stirlitz

      Hallo Dike,

      die Variante evtl. doch die Kongressabstimmung abgewartet zu haben ist mir auch durch den Kopf gegangen. Jedoch bestehen da doch trotz vermeintlicher neg. Einstellung des Kongresses zur Intervention erhbeliche Unwägbarkeiten.

      a) Angriff auch ohne Votum des Kongresses, vielleicht durch eine weitere inszenierte false flag Operation – durchaus wahrscheinlich, wenn trotz aller „Maßnahmen“ wie Propaganda und Überzeugungsarbeit (siehe b) keine Zustimmung zu erzielen wäre.

      b) Umstimmung der einzelnen Abgeordneten durch „Überzeugungsarbeit“ – Bandar kennt wohl von jedem Abgeordneten die Kontonummer bzw. via NSA, CIA die besonderen Vorlieben und wunden Punkte – für mich ebenfalls durchaus wahrscheinlich das dieses schon vorbereitet wurde.

      Der Grund die Kongressentscheidung nicht abzuwarten, obwohl es vermeintlich „gut“ aussah muss vielleicht Gründe haben, die wir nicht kennen. Möglicherweise lagen den Russen Informationen vor, wie die Meinung im Kongress bearbeitet wurde.

      Ein Projekt wie die Umgestaltung des Nahen Ostens im Sinne der Wallstreet wird nicht Zufällen und Stimmungen des Kongresses überlassen, da seien Sie mal sicher.

      In der Summe hat man sich offensichtlich für die zunächst sicherste und zeitgewinnenste Variante entschieden. Zu Recht!

    • Anonymous

      Danke Walter/Stirlitz für die Analysen!

      Zusammenfassend könnte man also schon sagen, dass beide Seiten Zeit gewonnen haben, um sich neu zu positionieren. Wahrscheinlich ist die Obama Regierung doch zZ an gewisse Grenzen gestossen. Walter bei Variante aa) hätten wir ja eigentlich sowas wie den Status Quo. Die Terroristen werden auch jetzt weiterhin unterstützt und man kann nur hoffen, dass die Syrische Armee noch viele Kräftereserven hat und dass Syrien nicht wie eine Schachtel zusammenfällt.

      Zu einer weiteren false flag (Stirlitz) müsste sicherlich noch einige Zeit vergehen. Die Russen haben bereits vor einer false flag auf Israel durch die Terroristen gewarnt. Auf der anderen Seite, was kümmert den Westen seine Glaubwürdigkeit.

      Die Bandar Bestechungs-Erpressungsvariante kann ich mir sehr gut vorstellen. Dazu braucht man natürlich noch ein bisschen mehr Zeit.

      Dike

  • Anonymous

    Ach ja, Obama hat in seiner Ansprache an die Nation noch einmal wiederholt, dass für ihn feststeht, dass die Regierung Assad Giftgas eingesetzt hat. Aber er setzt jetzt erst einmal auf Diplomatie.

    Er steht jetzt da wie der generöse Präsident, der Verhandlungen noch eine Chance geben möchte.

    Dike

  • Franz

    11 UNO Mitarbeiter in Syrien von Terroristen getötet? Ist da was drann?

    Mir ist nicht bekannt dass es schonmal so ein Vorfall gab und dann nicht eingegriffen wurde.

    • habkind

      @Franz, doch das stimmt. In einer Pressekonferenz hat das UN-Sekträterin Valerie Amos zugegeben. Außerdem seien einige noch verschleppt.
      http://julius-hensel.com/category/blog/page/2/

      In letzter Zeit häufen sich einfach die schlechten Nachrichten über die „Rebellen“. Ob das auf ein bestimmtes Ziel hinläuft, diese dann fallen zu lassen?

    • TomGard

      Habkind, Franz:
      Nein, stimmt nicht!
      Inner City Press berichtete (und korrigierte sich seither nicht), daß V. Amos auf Nachfrage angab, „11 Mitarbeiter“ in UN-finanzierten Projekten seien „in Syrien getötet“ worden. ICP fragte beim zuständigen Koordinator nach, wo, wie, und bei welchen Projekten welche Mitarbeiter umgekommen seien, und erhielt „no comment“. Auch der Verweis auf „Entführungen“ ist nicht als Angabe über die Täter zu nehmen, da, wie auch hier bekannt geworden sein dürfte, Entführungen einer Seite in Syrien oftmals mit Entführungen von der anderen Seite beantwortet werden.

      Spekulationen sind oft notwendig, aber in diesem Fall gehen sie fehl.

    • Franz

      Habkind, thx

      @Tom
      hmmm, du schreibst es doch selber, dass 11 UNO Mitarbeiter in Syrien umgekommen sind. Stand irgendeine andere Frage zur Debatte oder hab ich Dich falsch verstanden

    • TomGard

      Franz, Anlaß zu Spekulationen gab doch die Behauptung, Valerie Amos, oder ein anderer Verantwortlicher der UN, hätten öffentlich behauptet, UN-Mitarbeiter seien von Rebellen ermordet worden, und das stimmt halt nicht. Der plausible Rückschluß, es müsse wohl so sein, weil es keine Beschuldigungen gegen „Regierungskräfte“ gibt, ist nicht gleichwertig.

    • habkind

      @TG, Franz,
      ich habe soeben das Video dieser Pressekonferenz gehört (http://www.politaia.org/terror/todesschwadronen-toten-11-un-mitarbeiter-uno-und-presse-schweigen/ ) und da geht es eigentlich ziemlich deutlich, dass es um die Rebellengruppen geht. Auch wenn der Sprecher nach der direkten Pressekonferenz drumherum redet, dass es in jedem Krieg Tote gibt. Auch bei den Entführer handelt es sich um Rebellengruppen.
      @TomGard, ich vermute dein Englisch besser als meins und du kannst da genaueres raushören.

    • TomGard

      Habkind,
      der Satz, in dem Amos von „verschiedenen Gruppen“ spricht, was immerhin nahezu dasselbe ist, wie „auch Rebellengruppen“, bezieht sich eindeutig auf „Drohungen gegen UN-Mitarbeiter“, nicht Todesfälle.

      Aber ich erlaube mir mal, das zu Anlaß für eine meiner gehaßten allgemeinen Bemerkungen zu nehmen.

      Der „Witz“ und allgemeine Zweck des Gewaltgeschäftes, zu dem auch alle diplomatischen Vorgänge, einschließlich dieser Pressekonferenz, zählen, besteht darin, aus Fakten Narrative zu verfertigen, um diese Narrative in die Fakten einzusetzen. Buchstäblich. D.h., das Resultat des Gewaltgeschäftes ist, daß die Narrative Fakten WERDEN.
      Dann gibt es halt keine anderen Fakten, mehr, als die gewaltsam durchgesetzten Narrative.
      Der allgemeine Begriff dafür (nach dem ich ein Beispiel bringe) stammt von Hegel und lautet:
      „Abstraktionen in der Wirklichkeit durchsetzen, heißt Wirklichkeit zerstören“.

      Beispiel: Das Gesetz „Du sollst nicht töten“ schafft, wenn es durchgesetzt wird, alle vorgefundenen und und neu in Erscheinung tretenden gesellschaftliche Verhältnisse „aus der Welt“, die Individuen zweckmäßige, not-wenige oder gar un-ausweichliche Gründe liefern, andere Individuen zu töten, und ersetzt all diese Gründe und Zwecke durch den einen Grund, dem Gesetz „Du sollst nicht töten“, zur Durchsetzung zu verhelfen.

      Im Resultat schrumpft der gesellschaftliche Vorgang eines Mordes tat-sächlich zum Gesetzesverstoß zusammen, während alle Gründe und Zwecke des Tötens zu Motiven ver-klärt werden, die Individuen in ihren dunklen Seelen hegen, einem Raum, der gegenüber der Gesellschaft für transzendental erklärt wird, das heißt, sie werden im gerichtlichen Prozess von der Ebene gesellschaftlicher Vorgänge getrennt, und einer Ebene der Auffassung von ihnen und Einstellung zu ihnen, gewaltsam zugeordnet.

      Das IST dann auch so.
      Wenn der Richter sagt: „Der Täter befand sich in einer außergewöhnlichen Notlage“, nimmt das die Tat-Sache nicht zurück, daß er ihn wg. „Mord (Totschlag) aus Habgier“ „zur Erzielung eines finanziellen Vorteils“ verurteilt, und dies ist die gesellschaftliche Tat. Das psychologische Beiwerk, das er hinzuquatscht, ILLUSTRIERT den transzendentalgesellschaftlichen gerichtlichen Fakt nur mit der Umgebung, aus der er kommt, und in die er eingeht.

      Das Beispiel soll gleich dafür stehen, daß alle moralischen Urteile Bestandteil des Gewaltgeschäftes und dazu da sind, Fakten durch den Wahn herrschaftlicher Gewalttätigkeit zu ersetzen. Moralische Individuen leben daher in einer reinen Wahn-Welt.

      Ergo:
      Falls die 11 UN-Mitarbeiter von der Hand der Rebellen starben, die imperiale Mächte gegen den Bösewicht im laufenden Geschäft benutzten, dann stellt ihr Tod eine Verpflichtung dieser Mächte auf den Sieg dar, der klar stellt, daß der „eigentliche“ Täter, der zwar nicht das Messer führte, sie zu köpfen, aber das Motiv lieferte, es zu tun … Bashar al Assad ist.
      Vielleicht wird dann auch der eine oder andere Kopfabschneider getötet oder verurteilt, nach dem oben schon vorgestellten Muster, weil Bashar zwar für den Tod des Opfers, aber nicht für die Tat zuständig gemacht wird.

      In dieses Wahn-Geschäft mische ich mich nach Kräften nur ein, insofern es seiner Entlarvung dienlich sein kann – nicht aber, um es gegen irgend welche Schlächter, Büttel oder ihre moralisch-ideologischen Henkersknechte zu wenden.

  • Anonymous

    Ich habe mir die Mühe gemacht eine zweite Schüssel zu installieren um syrisches Fernsehen zu empfangen. Auf 7°W ist der Kanal mit gemischtem Programm, Syrien Drama (Spielfilme, Serien, usw.), sowie ein Kanal mit nur Musik und Videoclips.
    Auf 10°O ist ein weiterer Kanal mit Kinderprogramm und Dokumentationen aus Wissenschaft, Geographie usw.
    Weitere Kanäle gibt es auf 8°W, sind aber nur mit größerer Schüssel zu empfangen (ab 100 cm).

    Der Kanal mit gemichtem Programm bringt einige Male täglich Nachrichten aus den Krisenzentren im Lande in Arabisch, russisch, englisch, spanisch und französisch.

    Sicher arbeiten einige fleissige Bürokraten und Staatsschützer schon lange daran diesen Sendern ihre Legitimation zu entziehen. Sehr ähnlich verhält es sich ja mit dem iranischen Sender Press-TV. Bei einem Angriff auf Syrien stünde Syria-Tv sicher auch an vorrangigster Stelle.

  • Viele Fragen, die auf diejenige hinauslaufen, die Dike stellte:

    …was haben die Amerikaner davon? Warum haben (sie) diesen Vorschlag mit den Chemiewaffen gemacht?

    doch weit oben schon viel konkreter gestellt wurde:

    Die Frage ist eigentlich, wer hier wie „entwaffnen“ soll. (Apxwn)

    wobei ich das darin enthaltene „wen“, wer wen entwaffnen soll, und wie, betonen möchte.

    Es ist doch bezeichnend, wenn jetzt hochkarätige Stellen (weiß nicht mehr, ob auch Kerry darunter), absondern: ‚Ahh, jetzt, da wir mit Aufknüpfen drohen (Kerry vor dem Ausschuß des Repräsentantenhauses), geben sie erstmals überhaupt zu, daß sie CM’s haben‘, und ausweichen, wenn sie (ebenda) gefragt werden: ‚Bitte, was und wieviel isses denn?‘

    Es gibt keine taktische Notwendigkeit für die USA, eine dimensionale Angabe über das Arsenal zu verweigern, wenn sie Kenntnis über es haben, zumal die herum schwirrenden Behauptungen von „tausende Tonnen“ bis „einige hundert Hektoliter“ einen maßgeblichen Unterschied für alle taktischen und strategischen Varianten macht.
    Sie haben solche Kenntnisse halt nicht!

    Ich hab dazu in 12/12 einen Übersichtsartikel geschrieben, der den heute scheinbar überlebten und widerlegten Titel trägt:
    Wider die Psy-Op von der kommenden chemischen False-Flag-Operation in Syrien

    Widerlegt? Der resümierende Satz lautete:

    Umgekehrt wird ein Schuh ‚draus! Wenn andere Player gegen den Willen und die Strategie des Weißen Hauses und des Pentagon eine False -Flag Operation durchsetzen, wäre der Schaden für die Autorität der US-Administration und der Militärs katastrophal!

    Der Unterschied zwischen Dez.12 und Aug.13: CIA Chef war Panetta, jetzt ist es John Brennan.

    Zum syrischen Chemiewaffenarsenal schrieb ich damals abschließend:

    „Daher glaube ich den wenigen israelischen „Experten“, die kürzlich abwiegelnd verlauten ließen, falls Syrien noch etwas von seinem Chemiewaffenprogramm zurück behalten habe, sei die Einsatzfähigkeit der Kampfmittel zweifelhaft.
    Ein indirekter Beweis, daß Syrien keine chemischen Kampfstoffe hat, ist die Entlassung von Makdissi, ehem. Sprecher des syrischen FM, nachdem er sich nicht an vorgegebene Sprachregelungen hielt, und Aussagen machte, die als Eingeständnis syrischen Chemiewaffenbesitzes interpretierbar waren. Außenministerium und Präsident wollten erklärtermaßen offen lassen, ob Syrien über solche Waffen verfügt, die es im Falle einer direkten Intervention einsetzen könne. Doch die syrische Armee will verständlicherweise nicht Behauptungen stehen lassen, sie habe Waffen, die sie nicht hat.“

    Eine mittelbare Bestätigung des indirekten Beweises liefert bis zur Stunde die traditionsreich „Arms Control Association“, die unter der Rubrik „CM, Syria, State Declarations notiert:
    In a July 23, 2012 statement, Jikah Makdissi, a spokesman for the Syrian Foriegn Ministry, made a statement that is largely viewed as confirming Syria’s possession of chemical weapons. – ohne die Entlassung des Mannes zu erwähnen.
    Ansonsten verweist ACA auf nichts als „Allegations“ von „governments and media sources“.

    Die Frage von Apxwn kann man auf dieser Grundlage (wenn ihr sie mal hypothetisch unterstellen wollt, zur Prüfung des Endergebnisses an den Vorgängen) noch schärfer stellen:
    Was will und kann die syrische Regierung übergeben?

    Antwort in der Fortsetzung.

  • Anonymous

    Press TV meldet soeben, dass Russland die Beweise, dass die Terroristen Giftgas eingesetzt haben, an den Sicherheitsrat weitergegeben haben. Die jetzt gewonnene Zeit wird offenbar gut genutzt.

    Dike

  • Nobilitatis

    Wer war eigentlich die Frau/ Journalistin?
    http://thelede.blogs.nytimes.com/2013/09/09/video-of-the-kerry-remark-russia-seized-upon/?ref=syria
    Den gestern gelesenen Artikel kann ich nicht mehr finden. Soll wohl ab jetzt so aussehen, als wäre die Sache geplant gewesen.
    Margaret Brennan von CBS. Ich kann für solche Fragen eine Internet-Suchmaschine empfehlen: Google

  • Ja, jetzt werden Argumente gesucht, weil die Vernichtung der Waffen Monate bis Jahre brauchen würde, lt. SpOn. Ach nee? Hatte ich doch gesagt, wenn Bashar jetzt „brav“ kooperiert, hat er die US-Nattern sich vom Hals geschafft. Und wieviele C-Waffen er wirklich abgibt wird man nie genau nachprüfen können in den Wirren des Krieges.

    Blöd für Obomber und Außenminister Curry oder?

  • TomGard

    Was will und kann die syrische Regierung übergeben?

    Meine (!) Antwort: Nichts kann sie übergeben.

    Nach meiner, natürlich nicht umfassenden, aber umfangreichen Recherche, läßt sich seit 15 Jahren jeder gottverdammte Furz über das „größte Chemiewaffenprogramm im Nahen Osten“, der fast immer diese Formulierung enthält, auf genau zwei Männer zurück führen: Antony H. Cordesman und Michael Eisenstadt, beide unschwer als Verbindungsleute der IDF zu identifizieren.
    Dazu zählt möglicherweise auch die abstruse Behauptung in „Jane’s“ von 2009, die Auswertung der Aufnahmen zweier kommerzieller (!!) Satelliten seit 2005 (!) habe „erwiesen“, Syrien habe seine „Chemiewaffenfabrik“ in al Safir „modernisiert“, ihre Kapazitäten und technischen Möglichkeiten stark ausgeweitet. Der Gipfel der Absurdität: Iran, das der Chemiewaffenkonvention beigetreten ist und den einschlägigen Kontrollen unterliegt, sollte Syrien diese Anlage hingestellt haben, obwohl die iranische Führung aus bitteren Erfahrungen Erwerb und Verwendung von CW’s strikt ablehnt.
    Eisenstadt, heute leitender Direktor im Washington Institute for Near East Policy, war lange Jahre Korrespondent für „Jane’s“. http://israelmatzav.blogspot.de/2009/02/surprise-syrias-building-chemical.html
    (Den Jane’s – Artikel gibt es – verständlicherweise- nicht mehr im Netz)

    Wer die Ereignisse in Syrien verfolgt hat, weiß, daß diese „Chemiewaffenfabrik“ zumindest etliche Wochen lang in „Rebellen“hand fiel … und plötzlich zur „Chlorfabrik“ mutierte.

    Bezeichnend ist auch, daß der Spartenverantwortliche der FAS, CHARLES P. BLAIR, niemals konkrete Angaben zum syrischen Chemiewaffenarsenal machte, und seine laufenden Artikel, obwohl regierungsfreundlich, stets so abfaßt, daß offen bleibt, ob Syrien tatsächlich ein einsatzfähiges Chemiearsenal besitzt. Z.B.:
    http://www.thebulletin.org/thin-red-line

    Das soll nun allerdings nicht heißen, daß es in Syrien gar nichts zu übergeben gibt.

    Von den Restbeständen binären Kampfstoffes aus dem Chemiewaffenprogramm, das in den 70ger Jahren aufgelegt und höchst wahrscheinlich spätestens Ende der 80ger aufgegeben wurde, war schon die Rede und auch (in meinem verlinkten Artikel) davon, daß dies Zeug heute viel zu instabil ist, um es noch zu einer wirksamen Waffe zusammenzufügen.

    Aber zwei Berichte, einer vom heutigen israelischen Verteidigunsminister, einer von einem hochrangigen irakischen General, die seither von einigen syrischen Überläufern bekräftigt wurden, behaupten, waffenfähige Bestände aus dem Irak seien über private Kanäle 2002 / 2003 nach Syrien geschafft worden.
    Obwohl vom CIA 2004 nicht bestätigt, sind diese Berichte plausibel, weil es hinreichend detailierte Erzählungen über die intimen Beziehungen einiger Figuren – ich will jetzt keine Namen nennen – aus dem Umkreis der Dynastie Hafez zur irakischen Baath und zum irakischen Militär gibt.

    Kurzum: Was es noch an wirksamen Kampfstoffen, evtl. auch primitiver, binärer Munition, in Syrien gibt, steht nicht unter dem Kommando von Bashar al Assad, sondern von Kommandeuren, die nicht ihm, sondern ehemaligen Vertrauten Hafez bzw. deren Nachkommen loyal sind. Die Behauptung Debkas, die auch in der US-Regierung und im Kongress Thema war, Maher al Assad halte dieses Material als Faustpfand gegen die „Modernisierer“ um seinen Bruder in der Hand, hat keine ganz geringe Wahrscheinlichkeit für sich. Maher spielte in diesem Fall eine „Prinzenrolle“ für die Baath-Reaktionäre und den Stamm der Nomenklatura, wie sein Bruder die integrative „Königsrolle“ für diesen Stamm einerseits, und die „Emporkömmlinge“ der Hafez-Zeit andererseits.

    • TomGard

      http://www.nysun.com/foreign/saddams-wmd-moved-to-syria-an-israeli-says/24480/
      http://www.nysun.com/foreign/iraqs-wmd-secreted-in-syria-sada-says/26514/

      Bei der Gelegenheit stieß ich auf eine CSIS-Veröffentlichung von Antony H. Cordesman, „Israeli Weapons of Mass Destruction“, in dessen Zusammenfassung es mit klarer Absicht heißt:

      „Israel probably has enough nuclear weapons, and a stock of weapons with low enough
      yields, so that it can use its nuclear strike capabilities against cities, populations, and
      military area targets and critical civilian facilities. There is no way to determine Israeli
      plans and targeting, but the fact that Israel’s population is so small and concentrated may
      well mean that any Israeli retaliatory attack in response to the use of highly lethal
      weapons of mass destruction against Israel’s population would take the form of massive
      retaliation against the enemy’s continuity of government, economic recovery capability,
      and population.
      It seems highly likely that Israel has long had tactical nuclear weapons. Israel is well
      aware of U.S., NATO, French, and former Soviet Union (FSU) doctrine and planning for
      the use and employment of such weapons, and probably has low yield weapons it can use
      in close proximity to its own territory and forces. In any case, airbursts of high-yield
      nuclear weapons largely eliminate fallout and allow the use of nuclear weapons under the
      same conditions.“

      Nur so als Nachtrag zu den Hetzern, die mich in die Klapse befördern lassen wollen, weil ich die Angriffe der IDF in Damaskus und Homs verdächtige, nuklear gewesen zu sein.

      Denn WEIL die IDF, wie wir aus dem Mund ihres Ministers wissen, offenbar überzeugt ist, daß einige Einheiten der syrischen Armee genug Kampfstoff haben KÖNNTEN, um Scuds damit zu bestücken, MUSSTEN, ich wiederhole, MUSSTEN sie gemäß ihrer Logik sogleich mit einer verdeckten Nuklearwaffe (einer „geboosteten“) zuschlagen, um eine „chemische“ Antwort ziemlich sicher auszuschließen.

    • TomGard

      Ah, und diesen bibliographischen Link fand ich gerade auch noch wieder, an dem ich mich seinerzeit entlang hangelte:
      http://cns.miis.edu/wmdme/syria.htm

    • Anonymous

      Tom Hasbara wieder beim Wühlen.
      Er wird hier ja gut gefüttert, logisch, daß er noch gefräßiger wird.
      Oben ein Persilschein für „Rebellen“, nein, die haben die 11 UN’ler nicht auf dem Gewissen. Wo steht das, wer sagt das, fragt er noch dumm. Noch weiter oben dasselbe Spiel in punkto Giftgasbeweise bei den UN in Genf. Wo steht das, die Russen hätten gesagt usw. … Dann folgt die alte Platte -Debka sagt- … der Schurke Maher, die reaktionäre Baathpartei undsoweiter.
      Täglich grüßt das Murmeltier.

      Die hiesigen User,-mit ein paar Ausnahmen-, lernen’s einfach nicht.
      Schade um die sonst ganz gute Site.

      Karacho

    • TomGard

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Aber vermutlich ist „Karacho“ nur wieder ein Avatar für John …

    • Lurker

      TG, manchmal wundere ich wo Du Dein Wissen her hast.
      DU-Bombe aus Uranoxid:
      Oxide sind bereits verbranntes Material, also mit „Asche“ willst Du „Feuer“ machen?
      „geboostete“ low-yield Nuklearwaffen?
      Wieder so ein Widerspruch!
      Boosten tut man um die Ausbeute (yield) zu erhöhen.

      Informiere Dich bitte in folgenden Link (seit ~15 Jahren online):
      http://www.nuclearweaponarchive.org/Nwfaq/Nfaq4-2.html#Nfaq4.2.3
      und
      http://www.nuclearweaponarchive.org/Nwfaq/Nfaq4-3.html#Nfaq4.3.1

    • TomGard

      „DU-Bombe aus Uranoxid:
      Oxide sind bereits verbranntes Material, also mit „Asche“ willst Du „Feuer“ machen?“

      sic!

    • Nobilitatis

      @Lurker: Uran dient nicht zur Verbrennung. Die Energie kommt aus der Spaltung von 1 Uranatom in 2 Bleiatome (stark vereinfacht). Brennstäbe für Atomkraftwerke werden meist aus Uranoxid hergestellt.
      Woher hat TG sein Wissen? Ich tippe mal auf das Internet. Einfache Sachen können Sie sich bei Wikipedia erklären lassen, anderes benötigt viel Recherche.

    • Lurker

      TG, wie meinen?
      DIME-Bomben beruhen auf „i“nertem Material (mikroskopische Splitter fliegen nicht weit), DMRE mit „r“eaktivem Material (ua. Uran möglich) sollen eben verbrennen um einen langanhaltenden Feuerball (bis 0.4s gegenüber Hunderstel) thermisch wirken zu lassen. Und dafür eignet sich kein bereits verbranntes Uran(-oxid) würde ich mal meinen.
      Deswegen auch meine Artikulation Asche/Feuer.

      Nobi:
      Uran ist pyrophor, d.h. es brennt – sogar ziemlich gut (ab 600°C wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht). Und diese Brandneigung ist der zweite gewichtige Vorteil (neben der Selbstschärfung) gegenüber Wolfram. Auf dem Weg durch einen Panzer verbrennen bis 60 Massen-% der Langstabpenetratoren und entzünden so den Innenraum.
      Das in Brennstäben Uran als Oxid vorliegt ist eines der Sicherheitskonzepte und nicht per se notwendig.

      Wie eine Nuklearwaffe funktioniert weiß ich sehr gut, wie man den Links entnehmen könnte. Darum auch mein Einwurf bezüglich TGs „boosting“.
      Übrigens ist Isreal von anfang an auf Plutonium gegangen, weil man das nicht anreichern muß, sondern transmutieren kann und dann ziemlich einfach auf chemischem Wege abspalten/rückgewinnen.
      Natürlich kann man den Reflektor aus Natururan machen oder auch den Mantel, aber da ist dann nix mehr mit low-yield und so.
      Kann man sich alles aus meinen Links herauslesen.

    • TomGard

      „Wie eine Nuklearwaffe funktioniert weiß ich sehr gut“

      Ich nicht. Einer meiner Freunde, ein Physikprofessor, Spezialgebiet Feststoffphysik, weiß es auch nicht, obwohl der einige der beteiligten Vorgänge besser versteht, als ich. Deshalb mag er auch nicht spekulieren, sie Design, kombinierte Wirkungsweise und Wirkung neuartiger kleinformatiger Atomwaffen aussehen könnten.

      Wenn Du, Lurker, eine plausible Theorie hast, wie die Abweichungen der Explosionsprofile in Damaskus und Homs von dem, was man von konventionellen Lenkbomben (Damaskus) oder kleinformatigen Boden-Boden-Raketen (Homs) kennt, dann bin ich dankbar für Hinweise und werde ihnen nachgehen, auch wenn Deine Einwürfe Deine Absichten ins Zwielicht* stellen.

      * Wer mag, kann ja diesem Satz privat mal nachgehen:
      “ Auf dem Weg durch einen Panzer verbrennen bis 60 Massen-% der Langstabpenetratoren und entzünden so den Innenraum.“

    • Nobilitatis

      Ich verstehe jetzt, was Sie meinen. Allerdings ging es hier ja um israelische „unkonventionelle“ Bomben, und nicht um Anti-Panzer-Waffen. Da weiß ich nicht, was möglich ist.

  • Anonymous

    Dass Maher al Assad von aller Welt als Schurke hingestellt wird, ist eine blosse Behauptung. Maher wurde seit dem Anschlag gegen die syrische Führungsriege nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Es gibt kein einziges Bild von ihm. Es ist fraglich, ob Assads „böser“ Bruder überhaupt noch eine Rolle bei der Entscheidungsfindung in Syrien spielt. Nach meinen Infos soll er monatelang in Russland behandelt worden sein. Niemand weiss ganz genau, ob er überhaupt noch am Leben ist. Die gante Maher-Mär erinnert mich ein bisschen an Irak, wo ebenfalls mit den vermeintlich bösen und guten verwandten von Saddam argumentiert und gespielt wurde.
    Die Armee in Syrien hat nach meinen Infos nach Heft des Handels fest in der Hand und wird von russischen und iranischen Beratern intensiv unterstützt. Diese wissen,w as in Syrien läuft; vermutlich wissen sie auch, ob Giftgas von regierungsseite eingesetzt wurde oder nicht; ich neige zu einem „nicht“. Für panische Reaktionen gab es am 21.8. überhaupt keine zwingende Notwendigkeit. Einiges deutet daraufhin, dass Rebellen , welche Fraktion auch immer, die Verursacher waren. Wenn die Russen dies genau wissen, dann erklärt dies auch ihr engagiertes Eintreten für das Regime in Damaskus. nach und nach könnten Beweise durchsickern, nach denen die Rebellen die Übeltäter waren. Ihr Wutgeheul nach der zumindest temporären Absage der Luftschläge spricht Bände. Ich erwarte daher von rebellenseite weitere Provokationen; anderseits müssen die Rebellen jetzt aufpassen, dass sie den Bogen nicht überspannen.

    • TomGard

      „Es ist fraglich, ob Assads „böser“ Bruder überhaupt noch eine Rolle bei der Entscheidungsfindung in Syrien spielt.“

      Ja, aber „Maher“ ist halt bloß ein Name, das Subjekt mag ihn tragen oder einen anderen.

    • Anonym
      „Dass Maher al Assad von aller Welt als Schurke hingestellt wird, ist eine blosse Behauptung.“

      Man gebe nur den Namen mal in die Suchmaschine ein, allenthalben Behauptungen, Spekulationen u. Diffamierung. Auch der bundesdeutsche SPIEGEL mit an vorderster publizistischer Front; das hat er vor über zwei Jahren(!) geschrieben (es ging u.a. um das angeblich brutale Vorgehen der SAA in Jisr ash-Shughur/ Provinz Idlib):

      „Präsidentenbruder Maher al-Assad: Schlächter im Schatten“
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/praesidentenbruder-maher-al-assad-schlaechter-im-schatten-a-768102.html

      Zum direkten Vergleich, ein fast neuer Artikel (28.08.13) der WELT – auch zwei Jahre später ist die Darstellung der MSM unverändert, hier wird sie noch um einen neuen Schurkentatbestand „aktualisiert“:

      „Assads Bruder soll Gasangriff befohlen haben“
      http://www.welt.de/politik/deutschland/article119473879/Assads-Bruder-soll-Gasangriff-befohlen-haben.html

      Die Zusammenfassung des Bösen in Hinsicht auf die angebliche Rolle des Präsidentenbruder Maher liefert die ARD-tagesschau (01.09.13):

      „Porträt Maher al Assad
      Der wahre Herrscher Syriens?“
      http://www.tagesschau.de/ausland/maher-assad100.html

      Sich der Sache sicher u. wie ein Steckbrief aus dem Verbrecheralbum auch Wikipedia unter dem Stichwort Maher al-Assad:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Mahir_al-Assad

      Die Personifizierung des Bösen in den MSM verfolgt vermutlich mehrere Ziele, auf die nicht eingegangen werden soll.
      Es genügt zu erinnern (was auch du erkannt hast), dass wir exakt die gleichen Beschreibungen führender „Diktatoren“ u. ihres familiären oder ihres sonstigen Umfelds aus dem inneren Zirkel der Macht von den Irakkriegen (Izzat Ibrahim ad-Duri) u. von Libyen her kennen (Khamis und Mutassim Qaddafi sowie die Gesamtdarstellung der Qaddafi-Familie; vgl. auch die ehem. TV-Moderatorin Hala Misrati.

      Im Fall Bashar u. Maher al-Assad geht es wohl auch (nicht nur) ums öffentliche Verklickern, warum das Assad-Regime trotzdem so abgrundtief schlecht ist (gleich mal angefangen bei der Persönlichkeit einzelner Protagonisten), obschon Präsident Bashar doch so einen offenen u. netten Eindruck macht, er von Beruf ja Arzt ist, und man ihm also den „Schlächter“ schwer glauben mag.
      Gegebenenfalls wird auch für Bashar gelten, ob er von allen „Verbrechen“ wusste oder nicht >> „Mitgefangen, Mitgehangen“.
      Doch so weit ist es noch nicht, Syrien wankt aber steht. Und Bashar hätte im schlimmsten Fall vermutlich noch seine persönliche Chance, falls er sie würde haben wollen.

      Aber für Maher ist ein Platz im Gefängnis des Haager „Internationalen Strafgerichtshof“ schon so gut wie sicher, die kontinuierlich wirkende Mediendarstellung lässt da wenig Zweifel. Nicht weil es für die erhobenen Vorwürfe Beweise gibt, aber es besteht der politische Wille der Assad-Regierung den Garaus zu machen. Für die Fortschreibung der offizialen Herrschaftsgeschichte inkl. eine ordentliche Verurteilung der Kriegsverbrecher braucht man die Gesichter des Bösen, und die mediale Vorbereitung dazu ist seit langem angelaufen.

    • Forts.

      Auch ein anderer Name (nicht aus der Familie Assad, aber aus der angeblich herrschenden Alawitenschicht Syriens) darf sich schon einer Anklage in Den Haag fast sicher sein, sollte Syrien einmal fallen. Im Block ist über ihn –Mihrac Ural– verschiedentlich berichtet worden:
      #CJ 14. Mai 2013 00:31

      #Anonym(Pedro)6. August 2013 15:44 ff.

      #Anonym(Pedro)31. August 2013 18:43

      Über Mihrac Ural schreibt besonders die türkische Presse viel (Suchmaschine), gelegentlich landet dies auch in der deutschsprachigen, wie z.B. beim SPIEGEL oder beim STANDARD (Wien): http://derstandard.at/1375625829380/Milizenchef-Es-gibt-keinen-Buergerkrieg-in-Syrien

      Und ansonsten hat z.B. der us-amerikanische Joshua Landis-Blog schon d i e anklagevorbereitende „Studie“ verfasst, sie wird dort auch laufend ergänzt:
      „Gangs of Latakia: The Militiafication of the Assad Regime“
      http://www.joshualandis.com/blog/the-militiafication-of-the-assad-regime/

      Mihrac Ural lebt seit über 30 Jahren in der Gegend von Ra’s al-Basit am Mittelmeer (im Norden d. Provinz Lattakia). Seit 2011 führt er dort eine kleine, überwiegend aus ehem. türkischen Exilanten u. deren Nachfahren bestehende Selbstschutzeinheit; im Rahmen der NDF nehmen sie Grenzschutz- u.a. Sicherungsaufgaben wahr. Im Hinblick auf den freiwilligen Rückzug der Armee aus den Grenzregionen (um türkische Provokationen zu vermeiden) und auf die Gefährdung der Bevölkerung durch einsickernde FSA-Banden ist dies gut zu verstehen. Sein bekannter Name aus einer Zeit, die längst Geschichte ist, tat das übrige um die Phantasie u. die Diffamierungswut der Feinde Syriens zu beflügeln.
      M.U. wird bezichtigt Drahtzieher der Bombenanschläge in Reyhanli im Mai 2013 (50 Tote) zu sein, ausserdem wird er für die Massaker an sunnitischen Syrern in Bayda u. Baniyas/Provinz Tartus am 2.-3. Mai 2013 mitverantwortlich gemacht.
      Darum geht’s:
      FAZ – 03.05.2013
      „Opposition wirft Assad Massaker vor“

      http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/syrien-opposition-wirft-assad-massaker-vor-12171532.html

      Zu allen Vorwürfen nimmt Mihrac Ural in diesem Gespräch Stellung:
      TAHRIK Blog – (Unbearbeitetes) Interview mit Pro-Assad Milizchef Mihrac Ural.

    • Nachtrag 1
      Keiner weiss, wie es ihm geht, und was er jetzt macht. Es gibt keine offiziellen Berichte u. aktuellen Fotos.
      „Macht nichts“, die Süddeutsche (12. September 2013 21:49), neben BILD u. SPIEGEL das aggressivste bundesdeutsche Blatt für den imperialistischen Krieg gegen Syrien, bleibt Maher gedanklich auf der Spur u. baut seinen Namen beiläufig aber prägnant genug in den Text ein:
      „In Damaskus würden die schlimmsten Schlächter – vor allem Präsident Assad und sein Bruder Maher – gegen eine konziliantere Führung ausgetauscht.“
      http://www.sueddeutsche.de/politik/buergerkrieg-in-syrien-alle-gegen-alle-1.1769591

      Nachtrag 2
      urs1798 berichtete über das Verbrechen in Bayda u. Baniyas, das nach Spuren (z.B. die mediale Aufbereitung in den Videokanälen) u. Motiv ein FSA-Nusrah-Massaker war, um die konfessionellen Spannungen in Syrien anzuheizen. Über Mihrac Ural wird geschrieben:

      „… fällt auch der Name Mihrac Ural. Er soll laut Opposition für die Verbrechen verantwortlich sein. Die Opposition behauptet er wäre ein pro-syrischer Milizionär. Sie haben auch auf seine Facebook-Seite verlinkt, dort hat Mihrac Ural angegeben sein Wohnort sei in der Türkei: Antakya, Hatay. Bei seinen Fotos kann man Texte finden, alle in türkisch. Es ist zwar etwas mühsam alles zu übersetzten, aber ich habe in den Texten einen Mann gesehen, welcher die angekündigten Reformen in Syrien stark begrüßte. Der Mann ist gebildet und belesen, tendiert nach Links (eventuell ein Kommunist), hat Hegel und auch Engels gelesen und sich mit Revolutionen beschäftigt. Er sieht den Betrug von Erdogan an Syrien und ist für Völkerverständigung und Frieden. Er hat auch zu einer friedlichen Kundgebung in Antakya mitaufgerufen um die Gewalt in Syrien zu beenden. Er meint aus den “arabischen Frühlingen” wäre Winter geworden. Er kritisiert die Türkei, Israel, die USA, Katar und Saudi Arabien. Er ist für die Einheit Syriens und ist sich der gezielten Einflußnahme dieser Länder genau bewusst. Und er sagt unter Erdogan seien mehr als 7000 Kurden umgekommen, er meint der türkische Regierungchef entwickle sich zu einem Diktator, zu einem Faschist. Ich habe allerdings keinerlei Hass in dem verspürt was und wie er schreibt. Ich halte ihn für einen friedfertigen Menschen dem ich die Massaker überhaupt nicht zutraue. Wenn er der selbe Mann wie in dem Video ist welches die Opposition-Milizen in einem Treffen zeigt, dann halte ich ihn eher für einen Vermittler, aber nicht für jemanden der Kinder massakriert oder Leichen anzündet. (…)

      Nachtrag: Der Mann auf der Facebookseite ist wirklich der Kommandeur einer Widerstandsmiliz, welche verhindern will dass weitere Al-Kaida-Nusra-Terroristen von der Türkei aus in Syrien eindringen und sich dort festsetzen. Als Kommandeur macht er einen ruhigen Eindruck, mich wundert es nicht dass die FSA-Al-Kaidas in weghaben wollen und ihn für ihre eigenen Verbrechen beschuldigen. Vorbeugend auch schon für die nächsten Massaker.“ ff.
      http://urs1798.wordpress.com/2013/05/05/opposition-der-luge-uberfuhrt-bei-dem-bayda-banias-al-baidha-massaker-medien-und-propaganda-syria-syrien/

    • TomGard

      Diese „Geschichten“ sind nicht mein Metier, aber zu Maher kann ich sagen, daß ein betächtlicher Teil von ihnen erkennbar auf Verleumdungen seines Onkels und Thronprätendenten Rifaat al Assad und dessen Seilschaften beruhen dürfte, der wiederum lange Jahre ein Progegé des saudischen Königshauses war. Maher war bis mindestens 2001 ein strikt loyaler Testamentsvollstrecker Hafez‘ und auch seinem Bruder gegenüber loyal, weil er sich selbst mit Recht nicht zutraute, den Intrigen am Hofe gewachsen zu sein, schon seines verbürgten, explosiven Temperamentes halber nicht.

      Ebenso verbürgt ist freilich sein Mißtrauen und sein Widerstand gegen die Reformatoren, die sich um Bashar sammelten – bzw. die Bashar um sich sammelte.

  • Anonymous

    Guten Morgen an Alle!

    Bitte achtet auf den Mann am Ende des Videos. Das ist mal eine Aussage!

    http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-24057202

    Enis, Kaumi, Iskander und alle die Freunde und Familie in Syrien haben, ich hoffe es geht allen gut.

    Dike

  • Bevor die Hetze weitergeht, eine Bemerkung für Freunde der „circumstantial evidence“ (btw., kennt jemand den deutschen Begriff dafür?)

    Unter den direkt oder mittelbar am Syrienkrieg Beteiligten (in Abgrenzung zu immateriell an ihm Interessierten) gibt es genau zwei Fraktionen, die ein vitales Interesse haben, die Verteidiger Syriens als monolitischen Block hinzustellen und jeden mundtot zu machen, zum Schweigen zu foltern oder zu killen, der dagegen Einwände erhebt.

    Das sind erstens die Anhänger der nationalen Despotie, der bewaffneten selbsternannten Wächterorden Syriens, die jeden Widerstand gegen ihre ständische Herrschaft wegschlachten wollen.

    Und das sind zweitens die Zionisten und diejenigen imperialen Fraktionen, die sich ihrer bedienen wollen, weil sie möglichst alle anderen Player daran hindern wollen, in Syrien nach Ende der Feindseligkeiten ein halbwegs stabiles Regime aus Proxies, Interessenvertretern udn Lobbyisten zu installieren.
    Denn die innersyrische Voraussetzung dafür ist, daß die Spaltungen und Rivalitäten und das Blut, das die Parteigänger der Restauration vergießen, dauerhaft verhindern, daß eine neue nationale Geschäftsgrundlage geschaffen wird, an der auswärtige Interessenten partizipieren * können.

    Freilich gibt es unter den immateriellen Interessenten noch eine Fraktion, die es – meist ohne sich dessen bewußt zu sein – mit den beiden Genannten hält: Neofaschisten, die Syrien – oder einen Teil davon – zu ihrem Lieblings- und künftigen Musterländle, zur beispielgebenden Nation für ein neues faschistisches „Weltreich“ erkoren haben.

    Manchmal bin ich so zornig auf die Letzteren, daß ich vergesse, daß sie nur arme Schwätzer sind, die nicht ein einziges syrisches Leben auf dem Gewissen haben. (Jedenfalls dann nicht, wenn sie nicht, wie Marat Musin und andere direkt Beteiligte, mörderische Pakte mit gutgläubigen Anhängern der syrischen Restauration schmieden, die sie genauso als Proxies benutzen, wie CIA – Agenten die Takfiris nutzen.)
    Wenn ich das vergesse, werde ich halt über die Maßen böse.
    Na und? Schaden werd ich damit kaum anrichten können …

    (*) Daß in einer kapitalistischen Welt keine Nation ohne solche Partizipation „leben“ kann, unterstelle ich mal als gewußt. Der formelle Beweis, daß es so ist, ist die Akzeptanz des Prinzips „wechselseitigen Anerkennung“ nationaler Hoheit als Grundlage allen internationalen Verkehrs.

    • Anonymous

      Divide et impera.

    • Nobilitatis

      circumstantial evidence = Indizien (Beweise aus dem Zusammenhang)
      Und das von Ihnen beobachtete Schwarz-Weiß-Denken hat seine Ursache auch im notwendigen Vereinfachen von in simplen Zusammenhängen denkenden Menschen (die Mehrheit).

    • TomGard

      Danke, Nobilitatis, dann habe ich den englischen Begriff schlecht verwendet, denn ich meinte eher „Anhaltspunkte“, „Hinweise“, anstatt Indizien, auf die sich zwingende Schlussfolgerungen gründen ließen.

  • Putin erklärt Obama den Krieg!

    Wenn ein russischer Präsident sich in der verbreitetsten Tagespublikation für die Mittel- und Oberklasse der USA, der NYT, an das amerikanische Volk wendet, ist das schon für sich genommen ein gezielter Affront gegen das im Amt befindliche diplomatische Korps der USA (siehe Anm.), aber Putin spricht diesen Affront in den ersten zwei Sätzen auch noch aus!

    RECENT events surrounding Syria have prompted me to speak directly to the American people and their political leaders. It is important to do so at a time of insufficient communication between our societies.

    ‚Mit eurem Präsidenten kann ich nicht mehr reden, aber mit euch, mit denen, die ihn in Wahrheit stützen und die er repräsentieren will, den Leuten, die werktäglich mit der NYT den Weg in’s Büro antreten und dort für die Belange ihrer Nation hart arbeiten, mit euch kann und will ich reden‘, heißt das.

    Irgend ein Witzbold hat hier kürzlich behauptet, Obama habe Putin in Leningrad (St. Petersburg) „Jackass“ genannt. Das hat er gewiß nicht getan, aber er hat neulich in einer Pressekonferenz etwas gesagt, worüber Putin nicht mehr lächeln kann, während ein „Jackass“ ihn mit Sicherheit köstlich amüsierte – und erfreute.

    Obama hat Sicherheitsratsberatungen als „den üblichen Hocus-Pocus“ bezeichnet. Das ist jetzt eine Woche her. Ich bin fast überzeugt, Putins Demarche ist eine direkte Reaktion darauf, und auf wenig anderes.

    Der Artikel verdient und lohnt eine ausführliche Würdigung, aber das braucht etwas Zeit.

    Anm.: Präsidenten subalterner Staaten haben das schon getan (obgleich mir grad kein konkretes Beispiel einfällt), und dann ist es kein Affront, weil sie einfach als oberste Diplomaten ihres Landes sprechen. So war es auch, ganz gegenteilig, eine ehrerbietige Geste, als sich im letzen Jahr der iranische Außenminister in der NYT „an das amerikanische Volk“ adressierte.

    • TomGard

      Fidel Castro hat mal in der NYT geschrieben, fällt mir grad ein. Und den link vergaß ich:
      http://www.nytimes.com/2013/09/12/opinion/putin-plea-for-caution-from-russia-on-syria.html?hp&_r=1&

    • Nobilitatis

      Irgend ein Witzbold hat HIER kürzlich behauptet …

      http://dcxposed.com/2013/09/07/did-obama-really-call-putin-a-jackass-no-the-consequences-of-political-satire/

      Wie bereits „kürzlich“ angemerkt, jemand ist darauf reingefallen. Man konnte diese Satire an vielen Stellen nachlesen, gestaltet wie eine echte Nachricht.

    • „Wenn ein russischer Präsident sich in der verbreitetsten Tagespublikation für die Mittel- und Oberklasse der USA, der NYT, an das amerikanische Volk wendet, ist das schon für sich genommen ein gezielter Affront gegen das im Amt befindliche diplomatische Korps der USA…

      Eben, sonst hätte er seinen Text der WP geschickt. Dieser Vorstoß ist schon eine kleine Artillerie-Kanonnade. Dazu gucke man sich mal die Schlagzeilen der vergangenen paar Tage auf RT an. Die Russen nutzen ihre derzeitige Initiative wahrscheinlich erstmals in der Geschichte in vollen Zügen, d.h. auch in den Medien.
      Ich hätte (wahrscheinlich später) noch eine kleine Meinung zu dem, was sich da vielleicht abzeichnet…

    • PS. Stratfor hat erst vorgestern Putins „Bluff“ analysiert. Von der historischen Analyse braucht man da nichts hinzuzufügen, aber ich glaube, Stratfor geht psychologisch beiweitem nicht tief genug.

    • Ich hatte vor dem 9.9. auf diesen Artikel von Luyanov verwiesen:
      http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2013/09/usleadfrombehind.html#ixzz2eP4tcKBL

      dann einen Blogeintrag dazu geschrieben und nicht veröffentlicht, weil der Fortgang der Chemiewaffenscharade die Sache (scheinbar) irrelevant machte. Nun habe ich den Eintrag mit einem Vorwort veröffentlicht, weil Lukyanov eine Gegenposition zu Friedmans im obenstehenden Kommentar von Apxwn verlinkten Stratfor-Artikel vorstellt.

      Vielleicht magst ja was davon verwenden, Apxwn.

    • „Die Welt“ schrieb am 2.9.:

      “ Angeblich gibt es Geheimverhandlungen zwischen Washington, Moskau und Damaskus. Sollte Assad zustimmen, seine Chemiewaffenvorräte entweder unter internationaler Aufsicht zu vernichten oder sie nach Russland auszulagern, wäre ein Militärschlag mit dem Ziel, den erneuten Einsatz der Kampfstoffe durch Abschreckung zu verhindern, unnötig. Noch scheint diese Option nicht besonders realistisch, aber falls Obama nach einem kalkulierten Crescendo militärischer Drohungen am Verhandlungstisch erreichen sollte, dass Syrien sein Chemiewaffenarsenal freiwillig aufgibt, wäre das ein diplomatischer Erfolg, der den Eindruck von Zögerlichkeit vergessen machen dürfte.“

      (Dank an einen Leser des „Standard“. Einige Teilnehmer des Standard-Forums liefern immer wieder wichtige Quellen)

      Es ist nun müssig, zu spekulieren, ob Obama eine Show abzog, und / oder Putin, aber nicht müßig ist es, festzuhalten, daß Lavrov eine abzog.

    • Nobilitatis

      Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das eine Show war, aber nicht, dass sich Kerry freiwillig so zum Affen macht. Da hätte doch Obama/ Kerry eine ganz große Show abgezogen, mit Ultimatum und allem Drum und Dran.

  • @TG
    Diese Welt, in der nur mehr Eliten Strömungen, Meinungen und Werte vorgeben, bedarf dringend aufklärender Menschen, die die Massen davor bewahren, ständig missbraucht zu werden. Die sich gegenseitig bekämpfenden Eliten halten sich „Experten“ in Scharen, und Propheten gleich, sammeln sie die Massen für die nächste Auseinandersetzung.
    Gerade Du, TG, könntest einen äußerst wichtigen Beitrag dazu liefern, das ständig zwischen den elitären Polen dahingeschleuderte „Volk“ zu besinnen. Das funktioniert jedoch weder in der Art eines Oberlehrers noch mit einer Keule in Händen, die auf Andersdenkende niedersaust. Aufklärung und Besinnung ist etwas anderes als Verdammung und destruktive Abqualifizierung.
    Und zu Deiner Anmerkung der Normen kapitalistischer (US)Weltordnung sei gesagt, dass sie nicht hingenommen werden kann und soll! Sie ist ja der Motor, installiert am 23.12.1913 (FED-Act), der die Führer der Volkswirtschaften dazu „verdammt“, ihren Völkern ständig mehr Mittel abzupressen, um den hungrigen Zins- und Rendite-Wölfen Futter (ab)liefern zu können. Und diese „Normen“ bedingen es auch, dass jede Volkswirtschaft, die sich dem entziehen will, gleichsam wie Unkraut auf einem Rasen umfassend bekämpft werden muss! Die ganzen Spielchen von Wohlstandsgewinn, aufsteigenden „Klassen“ udgl. dienen doch nur der Schaffung von Abhängigkeiten und Verblendungen um den gegenseitigen Kampf der „Klassen“ untereinander aufrecht erhalten zu können. Das Gros der sog. Wohlstandsgewinne fließt unaufhaltsam zu den Eliten und kann infolge maßloser Ausdehnung fortwährender Wachstumsvorschriften nicht mehr erwirtschaftet – sprich den Menschen abgepresst – werden. Da bleibt nur mehr weitere Staatsverschuldung (= stärkere Auspressung der Massen) und/oder ständiger Raub an anderen Volkswirtschaften als mittelfristige Lösung übrig. Dieses System wird verkörpert am stärksten von der Struktur der US-Finanzwelt und mithilfe der US-Armee – unter Beiziehung der NATO als Feigenblatt – militärisch verteidigt und notfalls durchgesetzt.
    Diese Quadratur der Eliten gilt es zu bekämpfen und zur Kapitulation zu zwingen. Zerstören lässt sich dieses Imperium vermutlich nur in Kriegen. Kriege, in denen die Hauptvertreter des Imperiums eine Niederlage erleiden. Und sollte Syrien ein Eckstein sein, der es zum Stolpern bringt (die Umstände dazu waren noch nie so erfolgversprechend) muss auch leider attestiert werden, dass die (alle) Opfer dieser Auseinandersetzung diesbezüglich (mich nicht ausgenommen) missbraucht wurden.

    Vielleicht ist dieses Einbekenntnis von mir (und vielleicht auch anderen) eine Basis, von der aus eine konstruktivere Diskussion geführt wird, wie WIR (allesamt Angehörige des einfachen Volkes) eine bessere Ordnung der „Systeme“ in unserem Sinne gestalten wollten.

    • Walter Mandl,
      vielen Dank für Deine ehrenwerte Ansprache.

      Sozusagen „menschlich“ – aber nicht „existentiell“ – bedauere ich, daß Dein Angebot einer gemeinsamen Basis für mich unakzeptabel ist. Die Darstellung, die „US)Weltordnung“ sei „der Motor, installiert am 23.12.1913 (FED-Act), der die Führer der Volkswirtschaften dazu „verdammt“, ihren Völkern ständig mehr Mittel abzupressen, um den hungrigen Zins- und Rendite-Wölfen Futter (ab)liefern zu können“, beruht nicht auf einem Wissen darüber, was kapitalistische Ausbeutung ist und wie der Weltmarkt „arbeitet“, sondern auf dem (Deinem) Bedürfnis, Dich einer Herrschaft unterwerfen, ihr in Dienst zu stellen, und unter ihrer Flagge gegen Leute vorzugehen, die Du zu Schädlingen an einer völkischen Natur des Menschen erkoren hast.

      Ich bin aufgrund meiner davon abweichenden Kenntnisse und Ansichten solch ein (angeblicher) Schädling, ich zählte zu den ersten Opfern solch einer Herrschaft, hätte Dein „Projekt“ Erfolg.

      Aber ich will mich bemühen, in Zukunft auf Formulierungen zu verzichten, die Du als despektierliche „Seitenhiebe“ empfinden mußt, wie ich es neulich mit dem unkommentierten Attribut „WKII-Revisionist“ tat, und mit denen ich gelegentlich, ich gebe es zu, einem gehässigen Impuls nachgebe, obwohl ich das „eigentlich“ nicht will und meistens auch einen anderen Zweck im Auge habe.

      Denn mein Ethos umfasst die berüchtigten „eineinhalb Gebote“: Du sollst nicht lügen; Du sollst nicht töten, wenn es vermeidbar ist.
      Und jemand, der Feinde nicht achtet und respektiert, lügt (sich in die Tasche).

  • Anonymous
    • Yossef Bodansky spinnt ein wenig arg, und bei niqnaq fand ich eine plausibel klingende Erklärung dafür:

      I think the key to Bodansky, which is consistent with his performance as Director of the US Congressional Task Force on Terrorism and Unconventional Warfare from 1988 to 2004, is just this: although he is a full-blown USraeli dual-national, he hates the Jihadis even more than he hates the Iranians and their allies.

      Bodansky will Anhaltspunkte beibringen, daß die chemische False-Flag von „Prinz Bandar“ in Auftrag gegeben, befohlen, oder zumindest abgenickt wurde, und landet nach stundenlangem Drum-Herum-Reden bei genau zwei Aussagen:

      1)
      According to military and strategic analyst Brig. Ali Maqsoud, the Liwaa al-Islam forces arrayed in Jobar included “the so-called ‘Chemical Weapons Front’ led by Zahran Alloush [the supreme leader of Liwaa al-Islam].
      2)
      According to several jihadist commanders, “Zahran Alloush receives his orders directly from the Saudi Intelligence Chief Prince Bandar bin Sultan” and Liwaa al-Islam is Saudi Arabia’s private army in Syria.

      Der ominöse „Military and strategic analyst Brigadier Ali Maqsoud“ wurde drei, vier Mal in „As Safir“ zitiert, teilweise in unübersetzten Artikeln und von Autoren, von denen ich nichts weiß.

      Ich will aber darauf hinweisen, daß auch die neulich zitierten US-Geheimdienstveteranen in ihrem offenen Brief wenig verblümt auf die Connection John Brennan – Prince Bandar gedeutet haben, aber zusätzlich noch die „türkische Connection“ ins Spiel brachten.

      Für die türkische Verwicklung spricht das ausgesprochen starke Indiz, daß Familienmitglieder in der Provinz Latakia von „Rebellen“ entführte Kinder auf Snuff-Porn-Videos, die zum Damaszener Massaker-Marketing benutzt wurden, wiedererkannt haben, und das russische Außenministerium sich für diese Zeugen verbürgt hat, indem sie das Material in ihrer Dokumentation für die UN verwandte.

      Es wäre albern, anzunehmen, Bodansky verfolge den Zweck, Davutoglu & Co aus der Schusslinie zu nehmen, aber angesichts der Fülle unbestätigten Materials, das er verwendet, muß man ihm einen „Tunnelblick“ attestieren.
      Eher liegt Bondansky’s Behauptung, die False-Flag beruhe auf einer ad hoc Entscheidung jenes Zahran Alloush, getroffen angesichts verheerender Verluste während des um 1:00 nachts begonnenen Artillerieüberfalls der SAA, in einer „Agenda“, ein offensichtlicher Unfug, angesichts der vorliegenden Erkenntnisse über die vorbereitete Medienkampagne und vorab fabrizierte Videos.

      Für wertvoll halte ich seine Hinweise, daß, sofern überhaupt Sarin im Spiel ist, „Küchensarin“ verwendet worden sein muß, wie beim Anschlag auf die Tokio’er U-Bahn 1995. Das nachzuhalten könnte sich für einige öffentliche Debatten lohnen (will ich aber nicht tun), vor allem aber ermöglichen, künftige False – Flags zu debunken.

      An der übergeordneten „Agenda“ des Herrn habe ich keine Zweifel, nachdem er behauptet, die syrische Armee sei trainiert und jederzeit in der Lage, tonnenweise VX zu verwenden, über das sie seinen Angaben nach verfügt. Diese Lüge ist selbst dem Mossad zu „fett“. Und allenfalls Autoren Debka’s würden mit schenkelklatschendem Kichern auf ihre Website schreiben, VX sei „das Mittel der Wahl“ bei Chemiewaffeneinsätzen im urbanen Gefecht …

  • LeChevalier

    Gut zu wissen, dass Russland jetzt auch offiziell syrische Militärs unterweist (wenngleich in kleinerem Rahmen bekanntgegeben wird). Da Russland zudem den Schiffsverband im Mittelmeer verstärkt (http://de.rian.ru/zeitungen/20130912/266861340.html), bin ich voller Hoffnung, dass die geplante Aggression des „Westens“ gegen Syrien ausbleibt. Was mich aber stutzig macht, sind die offenen Erklärungen im o.g. RIA-Artikel von Parlamentariern und Admirälen. Es sei demnach möglich, dass auch russische Schiffe von amerikanischen Raketen getroffen werden können. Die Frage wäre dann, wie eine etwaige Reaktion aussehen würde? Man hat bald 13 (!) russische Schiffe im Mittelmeer. Auch wenn die Vielzahl dieser eher älteren Modells ist, stehen diese doch nicht zum Angeln da!

    @Jörg: Du hast mir im letzten Beitrag haltlose Behauptungen vorgeworfen, weil russische Militärposten den Norden der Türkei anvisieren. Mir ist es egal, ob du diesen Meldungen glaubst oder nicht. Unterstelle mir aber keine bewussten Fantasiegeschichten! Jede meiner Mitteilungen beruht auf soliden Quellen vor Ort. Die „Jackass“-Story war natürlich eine Satire, das ist mir schon klar. Aber Russland wird im Falle eines Falles eben NICHT zusehen wie Libyen 2011. Allein die Tatsache, dass Putin heute in der NYT zu Worte kam, zeigt doch, dass die Fronten verhärtet sind und er eine Aggression der USA um jeden Preis vermeiden will – eben WEIL russische Interessen in Syrien verteidigt werden müssen.

    Faschist Erdokelp macht wieder seinem Ärger über den abgeblasenen Angriff Luft, als er auf einer Veranstaltung heute Assad Zeitschinderei vorwarf. Er sollte lieber in sein eigenes Land schauen, die Proteste gegen seine AKP werden nicht weniger und vorgestern verstarb ein junger Mann aus meiner Heimatstadt. Und 99 Prozent der Einwohner Antakyas (dort kommt auch Enis her) sind GEGEN einen Krieg mit unserem geliebten Nachbarn Syrien!!!

    Ganz frisch: Das Europaparlament stimmt Russlands Vorschlag zu!

    http://german.ruvr.ru/news/2013_09_12/Assad-Syrien-reicht-Dokumente-zu-C-Waffen-an-Uno-uber-2052/

    Es ist offiziell: Bashar al-Assad stimmt Russlands Vorschlag ebenfalls zu! Allah yinsirak ya Bashar, Allah yinsirak ya Suriya!

  • LeChevalier

    Eine ganz traurige Nachricht aus Homs-Maksar al-Hesan: Die Terroristenteufel haben dort 16 Alawiten erschossen, dazu noch 6 sunnitische Beduinen, weil diese neben den Alawiten gelebt haben. Allah ir hemin. Diese Teufel führen nach eigenen Angaben eine Kampagne mit dem bizarren Name „Auge um Auge“ gegen alle Alawiten. Sogar der Abschuss von C-Waffen auf alawitische Gebiete wird in Erwägung gezogen.

    Was soll man dazu noch sagen, wenn der „Westen“ diese Teufel unterstützt? La’natullah’alayen!!!

  • Anonymous

    Keine Sorge LeChevalier. Diese widerlichen Mörder werden ihrer Strafe nicht entkommen.

    Die springen jetzt im Sechseck, weil USA nicht bombardiert. Russland wird nicht zusehen bei einem Angriff auf Syrien. Putin ist ein Fuchs. Die Russen haben jetzt Zeit gewonnen und es wird immer klarer, dass sie entschlossen sind, diese Zeit zu nutzen um Syriens Unschuld am Giftgasanschlag von Ghouta zu beweisen. Und das im Sicherheitsrat!

    Die Familien der toten Kinder aus den Alawitischen Dörfer haben ihre Kinder auf den Fotos erkannt und Anklage wegen Mordes gestellt. Ich hoffe, hoffe, hoffe inständigst, dass die Mörder gefunden und bestraft werden.

    Dike

  • habkind

    Ist Freeman der einzige, der von diesem Schreiben etwas in Erfahrung bringen konnte?
    Gibt es dazu schon Reaktionen (vom US-Kongreß, Sentat, etc.)?
    ———

    Brief des syrischen Parlament an den Kongress
    Mittwoch, 11. September 2013 , von Freeman um 12:00

    Anbei veröffentliche ich das Schreiben des Sprechers des syrischen Parlaments, Jihad Al-Laham, an den Sprecher des amerikanischen Repräsentantenhaus, John Boehner, vom 4. September 2013. Darin bittet Al-Laham seinen Brief den Mitgliedern des Kongress vor der wichtigen Abstimmung über einen Militärschlag gegen Syrien vorzulesen, damit sie über die Situation in Syrien richtig informiert sind. Er sagt, es ist wichtig alle diplomatischen Wege zuerst zu versuchen, bevor die beiden Länder in einen Krieg involviert sind. Er bittet die Abgeordneten die selbe Zurückhaltung wie die britischen Kollegen entschieden haben auch zu überlegen.

    Hier weiterlesen:
    Alles Schall und Rauch: Brief des syrischen Parlament an den Kongress http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2013/09/brief-des-syrischen-parlament-den.html#ixzz2eh4MSh3v

  • Bei den „Nachtichten“ von TV-Sendern (RTL, auch ARD) sehe ich eine „Journalistin, Antonia Rados, die in Damaskus Leute interviewt und dabei von einer „Opposition“, oder Auftständischen redet. Das stiftet bei den Syrern verwirrung und die syrische Regierung täte gut daran, diese Journalistin/Propagandistin aus Syrien raus zu schmeissen. Da kann doch nicht der Feind schon drin sitzen, das geht nicht, so verliert Syrien, was in letzter Zeit durch die Aufdeckung des Sarin-Komplotts gewonnen hat.

    • Anonymous

      Emmanuel, nicht nur das. Neulich sah ich eine Reportage (hab leider vergessen, welche Sendung) in der über syrische Studenten in Deutschland berichtet wurde, wie sie sich immer treffen und austauschen und die „Yasmin Revolution!!!!“ unterstützen. Sprachlos.

      Dike

    • Nobilitatis

      Lesen Sie mal nach: Adopt a Revolution

  • Anonymous

    Hab mir die Seite gerade angesehen. Aktivisten. Alleine das Wort reicht schon, um zu wissen, wes Geistes Kind diese Seite ist. Übrigens gar keine Kommentare. Gut so. Scheint, dass nicht viele da reinschauen.

    Dike

    • Anonymous

      Habe vor einigen Minuten auf folgenden Text aus einem obigen Ko eingegeben: „Eine ganz traurige Nachricht aus Homs-Maksar al-Hesan: Die Terroristenteufel haben dort 16 Alawiten erschossen, dazu noch 6 sunnitische Beduinen, weil diese neben den Alawiten gelebt haben. Allah ir hemin. Diese Teufel führen nach eigenen Angaben eine Kampagne mit dem bizarren Name „Auge um Auge“ gegen alle Alawiten. Sogar der Abschuss von C-Waffen auf alawitische Gebiete wird in Erwägung gezogen.“ – Nach drei Minuten war er schon gelöscht. – Jetzt wissen wir, auf welcher Seite diese Aktivisten stehen.
      Guru

    • Anonymous

      * auf „adopt.a.revolution“ sollte noch stehen.

  • Gnade vor Recht:
    Vergesst nicht, wie leicht junge Menschen sich für eine Agenda einspannen lassen. Als ich in deren Alter war, glaubte ich auch, mich voller Inbrunst für eine Partei politisch engagieren zu müssen. Obwohl ich natürlich nichts von deren Programm verstand. Das „Wir-Gefühl“ und eine nachvollziehbare „Feind-Charakterisierung“ genügten schon.

  • kaumi

    Die ganze Welt diskutiert nun darüber, ob und wie dieser russisch-iranisch-syrische Vorstoß hinsichtlich der Einmottung der chemischen Waffen zu bewerten sei. Ich tue es es auch.
    Gefühlsmäßig bin ich eigentlich gut dabei. Ein flächendeckendes Bombardement Syriens und zeitgleiches Einsickern von Söldnertruppen aus dem Norden und dem Süden ist erst einmal verschoben. Wie sagte mein Onkel vor 3d am Telefon: “ Krieg ist Zerstörung und Vernichtung. Danken wir Gott dafür, dass die dicken Dinger uns nicht um die Ohren geflogen sind“.
    Die Erleichterung meiner Leute in meinem Vaterland zwingt mich dazu, dem ganzen Move was positives abzugewinnen.

    Bei näherer Betrachtung wird man praktisch in die Erinnerung an Gaddafi und Saddam Hussein gedrängt. Beide haben Zugeständnisse gemacht, beide sind verraten und – mehr oder weniger bestialisch oder würdelos – ums Leben gekommen. Aber es gibt mehrere Unterschiede in den Situationen der Männer Gaddafi, Hussein und Assad.
    Gaddafi und Hussein standen letztendlich ohne Verbündete da. Hussein muss die Schuld bei sich selbst suchen, er hatte sich von der Sowjetunion ab- und zum Westen hin zugewandt. Nach etlichen Spielchen, in denen er die Marionette gab, entledigte man sich seiner. Hussein war innenpolitisch wie aussenpolitisch verbrannt.
    Bei Gaddafi sah die Geschichte anders aus. Sein Abgang war tragisch, gespickt mit Verrat, Verkauf und Lug. Russland, das muss man wohl festhalten, hat in seinem Falle nicht seine aller beste Rolle gespielt. Aber auch Gaddafi machte den Fehler (tragisch für unsere Wertegemeinschaft, dass man das so beurteilen muss)sich zu nah an die (westlichen) Skorpione zu wagen. Letztendlich macht der Skorpion das, was seiner Natur entspricht, er sticht!
    Assad hingegen blickt auf eine über 40-Jährige Freundschaft zur Sowjetunion oder eben zu Russland zurück. Mehr als 50.000 Menschen in Syrien haben durch Heirat direkte und physische Verbindungen zu diesem Land. Es besteht eine enge Beziehung in praktisch allen Lebensbereichen, Ausbildung, Studium, Militär, Finanzen, und und.
    Desweiteren kann Assad auf ein ganz anderes Standing innenpolitisch und bezüglich seiner Allierten zurückgreifen. Er ist sozusagen in der Hölle gestählt. Zu keiner Zeit konnte von einer engeren Verbindung zum Westen gesprochen werden. Sie waren mal etwas besser (geheimdienstliche Zusammenarbeit, wenn es passte), öfter aber schlechter. Nie bestand für Moskau die Gefahr, dass man diesen Verbündeten verlieren könnte. Und so ist Syrien letztendlich die übriggebliebene arabische Nation, die nicht von dem Imperium assimilert werden konnte. Syrien war das Gallische Dorf, mit freunschaftlichen Beziehungen freilich zu anderen kleinen Dörfern wie dem Irak oder kleinsten Völkchen, wie der Hizbullah.

    Aus diesem Grund verbietet sich schon im Ansatz, einen Vergeleich zwischen Assad und den beiden Obengenannten zu wagen.
    Syrien hätte die chemischen Waffen höchstwahrscheinlich nie eingesetzt. Innerhalb Syriens ohnehin nicht und ein Abfeuern von chemischen Sprengköpfen in die Türkei oder Jordanien hätte sich aus Verbundenheit zu jeweiligen Bevölkerung auch niemals ergeben. Bliebe die Option Israel: Nach langem Überlegen denke ich, dass Syrien chemische Abschreckung gegen konventionelle oder strategische eintauschen wird und bereits auf dem Wege ist, dieses zu tun. Die syrische Regierung hat in den letzten 26 Monaten (manchmal widererwarten :-)) bewiesen, dass es, allein oder durch kollektiver Entscheidung mit seinen Partnern, bisher sehr vieles richtig gemacht hat in diesem hoch chaotischem,hoch druckvollem und hoch gefährlichem globalen Spiel. da sind definitiv keine Vollidioten bei der Arbeit.
    Und wenn ich sehe wie die ärgsten Gegner zappeln und vor Wut kochen, dass es wiedereinmal „dieses Damaskus“ geschafft hat, nicht vernichtet zu werden, kann der letzterfolgte Move, kein ganz schlechter gewesen sein.

    Zum Schmunzeln noch ein Video, in dem zu sehen ist, wo die wirklichen Vollidioten sitzen:
    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=eoZKfkqlT3I#t=492

    • Anonymous

      Danke für diesen Bericht.

      Einige Fragen:
      – hat die Hizbollah ihre Generalmobilmachung verworfen?
      – stimmt es, dass Syrien nun endgültig potente Abwehrraketen bekommt? Die ersten Ladungen sollen bereits unterwegs sein.
      – stimmt es, dass die Syrer, anders als hier oft vermittelt wird, auch von den Chinesen und den Nordkoreanern mit ordentlichen Waffensystemen ausgestattet werden und wurden? In der Gerüchteküche sind oft Mininuks aus Nordkorea Thema.
      – habe ich das richtig verstanden (beherrsche nur durchschnittliches Schulenglisch), dass McCain von einer libanesischen Al Qaida-Zeitung sprach?

      Diese Fragen sind nicht exklusiv an Kaumi gerichtet. Wer näheres weiß, dem bin ich für eine Antwort sehr dankbar.

      Laurenz

    • Nobilitatis

      Hizbollah: Dafür gibt es keine Belege
      Abwehrraketen: Das hat Putin schon zuvor klar gesagt.
      Lieferanten: Bisher wurde nur von Rußland und Iran direkt geliefert. Nordkorea hat eigene Probleme. Wenn Syrien nicht ohne Nuklearwaffen auskäme, würde das zuerst mit Rußland besprochen.
      McCain: Ja, das haben Sie richtig verstanden. Und die Aussage ist lächerlich. McCain weiß das. Es zeigt, für wie doof er seine Wähler hält. „the story was also contributed to by The Daily Star, a Lebanese newspaper who was from 2000 to 2009 a representative of the New York Times in the Gulf region – hardly al-Qaeda“
      Bedeutet, dass neben dem Hizbollah-freundlichen Fernsehsender Al Jadeed auch eine ehemalige Tochter-Zeitung der NYT berichtete. (Al Qaida dürfte auch so ziemlich das Gegenteil von Hizbollah sein) McCain hat ein großes Problem – seine Wähler sind nicht so erbaut über seine Terroristenfreunde, die Al Qaida deutlich näherkommen.

    • Anonymous

      @ Nobilitatis

      Vielen Dank. Diese Seite ist übrigens der „Bringer“, wenn ich mal etwas salopp sein darf.
      Bitte auf jedenfall weitermachen.

      L.

  • Zum Thema „Für wen kämpft die FSA?“: https://www.facebook.com/photo.php?v=10202164299379736

    • „So Gott will, stehen wir an der Seite Israels, wenn sie (sic) die Hisbollah zerschlagen“ –

      Da wird sich Israel aber bedanken!

      „Und wir werden an der Seite der USA stehen, wenn diese den Iran zerstören …“

      ‚Siehste?!‘ soll jetzt der Leser sagen, nicht ganz zuletzt die Leser, die gegen die TomGards dieser Welt aufgehetzt werden sollen. Keinesfalls soll es ihnen zu denken geben, daß „Ali Bello (sic!)“ dasselbe mittelalterliche Weltbild pflegt wie sie selbst, bzw. das ihnen nahe gelegt wird: Ein „Kreuzzug“ finde statt, den es zu gewinnen bzw. abzuwehren gelte.

      Möglichst aller Pöbel soll zu „Ali Bellos“ bzw. Gefolgschaft derselben werden, und daher Publikum eines globalen Panem (klein geschrieben) und C I R C E N S E S, aus dem bei Bedarf augenblicklich das nächste Futter für die Löwen und die Bergwerke zu rekrutieren ist.

      Glückwunsch zu eurer „Brave New World“.

  • Ich bin grad „auf Brass“, weil Al Manar (frz.) einen Artikel von As Safir zitiert, in dem es heißt, eine „hochgestellte diplomatische Quelle“ habe verraten, „der amerikanische Krieg gegen Syrien habe mit dem Start zweier ballistischer Raketen (von einer spanischen NATO-Basis) begonnen und beendet gewesen, als sie (von russischen Abfangraketen zerstört bzw. abgelenkt) ins Meer fielen“.

    Bei As Safir!
    Al Manar!

    Buchstäblich von allen guten Geistern verlassen!
    Will da jemand Einspruch erheben?

    Na bitte!

  • Jörg

    1.) „ASSAD TELLS OBAMA TO STOP ARMING REBELS, OR NO DEAL“ (Assad verlangt von Obama ein Ende der Rebellenbewaffnung – oder es gäbe keine Vereinbarung) – http://washingtonexaminer.com/assad-dictates-to-obama-stop-arming-rebels-or-no-deal/article/2535700

    Wenn Assad bei dieser Meinung bleibt – und m. E. muß er das – dann wird die USA also doch bombardieren.

    2.) Und wie wird sich Rußland dann verhalten?
    Interessant die schon von TomGard erwähnte Behauptung, die beiden vor ca. einer Woche abgefeuerten Raketen seien weder von Israel abgefeuert worden und auch nicht zu „Testzwecken“. Vielmehr seien diese von den USA von einem Nato-Stützpunkt in Spanien aus gestartet worden und hätten offenbar ein Ziel (Damaskus?) gehabt. Die russische Marine habe diese abgeschossen:

    „TRUTH OF US-RUSSIA CONFRONTATION“ – http://www.almanar.com.lb/english/adetails.php?eid=110043&cid=31&fromval=1&frid=31&seccatid=71&s1=1

    3.) Rußlands Optionen:
    Statt nur angreifende Raketen abzuschießen, sollte Lawrow nun auch noch erklären, daß Rußland – im Falle eines US-Bombardements auf Syrien – dann seinerseits die Giftgas einsetzenden Söldner („FSA“) bombardieren werde. Von Assad wird man sicherlich deren Positionen genau mitgeteilt bekommen können.

    Rußland könnte auch damit drohen, moderne Waffen an kampfwillige Iraker und Ägypter und insbesondere die Hisbollah zu übergeben.

    • TomGard

      Da ham’mersch.

      Jörg, ich erspare Dir, die Distanz vom Marinestützpunkt Rota (nahe Gibraltar) nach Damaskus zu googlen: Es sind über 3500 km.

      Willst Du jetzt mal Deinen Verstand einschalten?

    • Jörg

      @TomGard13. September 2013 11:15
      Mein ‚eingeschalteter Verstand‘ (die Diode leuchtet jedenfalls grün) arbeitet noch die Schleife ab, auf die Du, TomGard, ihn gemeiner Weise geschickt hast, mit der Behauptung, daß Du einen Raketenabschuß ausschließen kannst, weil … ja, weswegen eigentlich .. ach so: wegen „3500 km“.
      Was hat eine Entfernungsangabe – „3500 km“ – mit der Frage, ob in Spanien Raketen gestartet wurden? Dann daß Du weißt, daß heutige Raketen ganz andere Entfernungen als die von Peenemünde nach London bewältigen können, nehme ich einfach mal an.

      DASS Raketen abgefeuert wurden (und dies nicht vorher ordnungsgemäß angekündigt wurde!) ist Fakt. OB Raketen in Spanien abgefeuert wurden und OB sie von russischen Schiffen aus runtergeholt wurden, weiß ich natürlich nicht. Auch ist die Quellenlage dürftig und deren Zuverlässigkeit zudem unbekannt.

      Wichtig ist die Geschichte mit den beiden Raketen ohnehin nicht – sondern eher eine Randnotiz. Denn sogar WENN die Raketen von russischen Abwehrraketen runtergeholt wurden, hieße das immer noch nicht, daß die russische Marine dies FÜR SYRIEN gemacht hätte (so etwas hätte natürlich eine Aussagekraft). Denn noch einen Tick wahrscheinlicher wäre es, daß sich die Marineeinheit angegriffen gefühlt haben könnte (U-Boot-Kursk-Vorfall).

      Wenn es stimmt, daß die US-Diktatur zwei ‚teure‘ Rakete aus Spanien losschickte, könnte dies etliche einleuchtende Gründe haben.

      … ah – gerade erhalte ich vom Verstand die Rückmeldung, daß Deine „3500 km“ und ‚kein Abschuß aus Spanien‘ dem Prinzip „nachts ist es kälter als draußen“ entspricht, und mein Verstand hat bereits eigenhändig den Abbruch der Schleife eingeleitet („Return“; manchmal kommt auch „syntax error“ – ich glaube mein Commodore C64 hat sich seinerzeit heimlich in meinem Verstand installiert).

    • TomGard

      Jörg, mehr als 3500 km, das erforderte eine Trident II oder eine frz. M45, denn landgestützte IRBM’s gib’s in Spanien aus begreiflichen Gründen nicht.

      Meinst Du, man hat (an Bord) einen konventionellen Sprengkopf zusammen gebastelt, den nuklearen abmontiert, den konventionellen ‚draufgesetzt, um mit solch einem Trumm in Damaskus einen „Plop“ zu machen?

      Da verarscht euch jemand, der weiß, daß ihr die Macht der Waffen so anbetet, wie eure Vorfahren einst die Macht der Teufel, Hexen und Erzengel anbeteten.

    • TomGard

      Zu denken gibt mir, daß Al Manar diesen Hoax seinem arabischsprachigen Publikum nicht zumutet. Das heißt – nein, es gibt mir nicht zu denken, weil ich nicht einen einzigen Anhaltspunkt habe, warum das so ist. It’s just for the record, vielleicht ergibt sich ja mal eine mögliche Antwort.

    • Anonymous

      Vielleicht ist es ein UFO….:)

    • Anonymous

      „nachts ist es kälter als draussen“ Danke Jörg ich habe herzhaft über diesen Beitrag gelacht.

      Dike

    • Jörg
      „heutige Raketen ganz andere Entfernungen als die von Peenemünde nach London bewältigen können“

      Bei Peenemünde war nur ein Testgelände für Versuchsstarts, London wurde von dort aus nicht beschossen, die Distanz (ca. 950 Km) war auch zu gross.

      Ab Sept. 1944 wurde die V2 überwiegend aus Raum Den Haag nach Großraum London abgefeuert, Entfernung ca. 300 km; ihre max. Reichweite lag auch nur knapp darüber.

      Die meisten V2 wurden, ebenfalls aus Stellungen in den besetzten Niederlanden, allerdings gegen den alliierten Kriegshafen Antwerpen/Belgien eingesetzt.

  • Anonymous

    Zu der Täterschaft des Chemiewaffeneinsatzes:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/gaseinsatz-in-syrien-taeterschaft-von-assad-truppen-wahrscheinlicher-12572077.html

    „Westliche Diplomaten bei der UN erklärten, sie gingen davon aus, dass der Sellström-Bericht die Vorwürfe der Vereinigten Staaten bestätige, wonach das Nervengas Sarin eingesetzt wurde. Zu den aufgeführten Fakten, die eine Urheberschaft der Regierungstruppen belegen könnten, dürfte die Auswertung der Flugbahnen der Geschosse gehören.

    Daraus könne abgeleitet werden, ob sie aus Gebieten abgefeuert worden seien, die von Regierungstruppen oder von Rebellen gehalten werden. „Sellström wird vermutlich niemanden beschuldigen. Aber nichts kann den Generalsekretär daran hindern, die Fakten auszulegen und zu sagen, dass die Vorwürfe in eine bestimmte Richtung weisen“, sagte ein Diplomat.“

  • TomGard

    Java arbeitet grad nicht mehr, daher hier unten.

    Hatte Al Manar frz. heut morgen einen Leserbrief zum Raketen-Hoax geschickt, der allerdings nicht erschien. Aber der Eintrag wurde zu Gunsten eines älteren Eintrages aus der Rubrik „aktuell“ genommen, anders, als in der englischen Ausgabe, wo er immer noch im Titel „prangt“.
    Ein winziges kleines Bißchen kann Verstand wohl doch noch bewirken …

  • HRW schleppt ausgerechnet jetzt die Massaker von al Bayda und Baniyas an. Das macht mir Angstgefühle. Das operative Direktorium von HRW zählt zu den blutigsten Henkersknechten dieser Zeit. Und die russisch-amerikanische Entente hat noch mehrere „Missing Links“. Die wichtigsten davon sind m.E.

    (a) die Saturierung des Gewaltbedarfs des Herrn aller Herren und Heerscharen. Ohne die geht es nicht, es muß ein echt amerikanisches Massaker her.

    (b) die Saturierung der türkischen Ansprüche, die vmtl. Teile der russischen Anprüche enthalten, und die mit Blick auf die „Kurdenfrage“ sowohl für die Türkei, als geopolitisch für alle Player eine Schlüsselrolle spielt.

    (c) Die Saturierung des israelischen Anspruches auf den Libanon.

    Ich befürchte eine neue False – Flag in allernächster Zeit, die das Ziel hat, die NATO zu aktivieren und Obama damit jeder innenpolitischen Querelen, Russland jeder Ansprüche an ein Dazwischengehen, und die türkische Regierung der nationalen Widerstände gegen die Eskalation des Krieges enthebt.

  • Jörg

    Wenn ich „die Macht der Waffen so anbete(te)“ (Wortlaut: TomGard, 13. September 2013 12:10), würde ich mich mit Raketen so exzellent auskennen wie er. Ich habe aber keine Ahnung von dem Zeugs. Muß ich auch nicht. Denn mir erscheint TomGards Sichtweise, politische Entwicklungen und Optionen über Waffensysteme zu definieren, als viel zu kurz gegriffen.

    Bei meinem Beitrag „Jörg, 13. September 2013 11:10“ ging es auch keineswegs um Raketen. Es ging und geht zunächst darum, daß Assad zunächst die Einstellung der US-Waffenlieferungen für die Rabbles verlangt. Das ist eine dramatische Neuentwicklung!
    Folge: Das Washingtoner Regime wird sich wohl darauf nicht einlassen. Folge: Dann aber kommt der Chemiewaffen-Deal nicht zustande. Folge: Die Machthaber in Washington werden bomben.

    Weiterhin geht es darum die russischen Optionen zu erkennen.
    Ich hatte schon zwei aufgezählt: Moskau könnte erklären, bei Beginn der Bombardierung ebenfalls Giftgas-Einsetzer – hier jedoch: die Rabbles (FSA) – zu „bestrafen“ und zu bombardieren. Zusätzlich oder alternativ könnte Rußland auch die gründliche Bewaffnung der SAA und/oder ausländischern Unterstützer (Iraker, Hisbollah) androhen. M. a. W.: Rußland könne androhen, genau dasselbe zu machen wie die USA – nur spiegelverkehrt. Dagegen könnte die US-Politik auch nichts an Argumenten hervorbringen.

    Die Frage ist nun: Wird Moskau die beiden Drohungen aussprechen – oder einfach nichts tun? Und die weitere Frage ist: Wird Moskau nach Beginn einer Bombardierung durch die USA seine Drohungen (fall es sie ausgesprochen hatte) auch wahr machen – oder einfach nichts tun?

    Nun erst prüfe ich, ob man vielleicht aus der Raketengeschichte (egal von wo sie abgeschossen wurden) eine russische Haltung bei einem Beginn einer US-Bombardierung herauslesen kann. – möglicherweise war auch genau dies der Grund für die beiden Raketenstarts.
    Leider komme ich zu dem Schluß – wie schon oben ausgeführt, daß „… sogar WENN die Raketen von russischen Abwehrraketen runtergeholt wurden, hieße das immer noch nicht, daß die russische Marine dies FÜR SYRIEN gemacht hätte“. D. h. ich kann den Raketenvorfall leider nicht auf eine russische ‚Haltung‘ hin auslesen. Das wäre allenfalls dann möglich, wenn ich Kenntnis davon hätte, daß a) die Raketen definitiv von russischen Schiffen aus abgeschossen worden wären (weiß ich eben nicht ). Und b), daß die Raketen weitweg von dem russischen Marineverband flogen und nicht als Bedrohung aufgefaßt werden konnten (weiß ich auch nicht).

    Schlußfolgerung: Zum derzeitigen Zeitpunkt erscheint klar, daß der Chemiewaffen-Deal mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zustandekommen wird, denn die US-Diktatur will auf eine Bewaffnung der Rabbles sicherlich nicht verzichten wollen. Die Zeichen weisen deshalb derzeit darauf, daß der völkerrechtswidrige Bombenkrieg der USA stattfinden wird.
    Ob Rußland nun einen erneuten Zug zur Verhinderung der US-Aggression machen wird, ist bis jetzt völlig unklar.

    • Nobilitatis

      Sie denken sich das ganze Spiel zu simpel.

  • Oberin des St. Jakob Klosters in Qara in Syrien: 12 Alawiten-Dörfer am 05. August überfallen, 500 Menschen abgeschlachtet – „Ich verlange von der internationalen Gemeinschaft, dass sie aufhört, die Lage in Syrien nach den Interessen einer bestimmten Gruppe von Großmächten zu schildern.“

    Quelle: http://einarschlereth.blogspot.de/2013/09/bildmaterial-von-chemieangriff-in.html
    http://www.countercurrents.org/rt100913.htm

  • Anonymous

    Melone, die Oberin hat sich im arabischen Fernsehen schon oft geäußert. Sie lebt seit 20 Jahren in Syrien. Ich habe den Bericht gelesen. Sie schildert u.a. eine unglaublich grausame Tötung. Es ist fast unerträglich das zu lesen.

    Dike

  • Leider hier da im neuen Artikel ja keine Kommentare zulässig sind.

    Bei der Jungen Welt zieht man die richtigen Schlüsse.
    http://www.jungewelt.de/2013/09-16/030.php
    Wie schon hier oft von mir angedeutet ist Syrien verloren wenn es sich auf diesen Deal einlässt.

    Wir wissen, das die USA & Co. kein sauberes Spiel spielen sondern die Kräfte welche seit 2006 und früher einen Krieg in gegen Syrien wollten alles dran setzen werden das sie ihr Ziel erreichen werden.

    Wenn die Liste aller Orte, also nicht nur der Herstellungsorte, sondern auch der Lagerungsorte solcher Waffen in einer Woche an genau die feindlichen Kräfte geht via Russland und USA so ist es nur noch eine Frage der Zeit bis es zum Sturm auf diese kommen wird. Das Chaos danach wird dazu führen ja sogar führen müssen das die UN reagieren muss. Tonnen von solchen Waffen in fremde Hände kann sich keiner Ausmalen. Wir reden hier nicht mehr um 4 oder 10 Gas Granaten via Saudis aus Libyen. Wir reden hier von Tonnen.

    Zudem muss Syrien, wie der Irak 2003, jeden und zwar wirklich jeden Ort den OPCW Teams öffnen.
    Was das bedeutet wissen wir… siehe Irak 2002-2003.

    Syrien hat seit März 2011 eine vom Ausland angezettelten Krieg im eigenen Land zu bestehen. Hat selbst bei Angriffen von Außen seitens der Türkei, Israel, Saudis, Katar usw. besonnen sich verhalten. Und nun wird es durch dieses Abkommen nicht nur Einseitig in seiner Souveränität unterlaufen sondern auch noch in verschärfter Form.

    Syrien und die SAA werden ohne Beweise, ohne Angriffe nach Außen mit einem UN Mandat belegt und dies nach Artikel 7 der UN Charta.
    Das ist mit das schwerste was einem Land droht.

    Und genau das, was ich schon oben und anderswo angedeutet habe wird nun Realität. Genau dieses Vorgehen soll nun auch auf andere Länder ausgeweitet werden. Aber nicht Israel, USA welche hier einem Land wie Syrien massiv bedrohen und selbst tausendfach solche Massenvernichtungswaffen haben und immer noch nicht abgebaut haben trotz Verpflichtung sondern nun der Iran, NK und anderen.

    Die Mausefalle hat zugeschnappt und Russland hat diese Falle aufgebaut. Es war nicht Kerry sondern Russland welches Syrien am Montag letzte Woche diese Falle stellte. Es war Russland welches die abgesprochenen Worte von Kerry in Rekordzeit aufgriff.

    Es geht nicht um Chemiewaffen. Das ging es den USA in Syrien noch nie. Es spielt auch keine Rolle ob die syrischen Chemiewaffen einen Sinn haben, einen Nutzen. Syrien gibt nicht diese Waffen auf. Es gibt seine Souveränität auf. Nach 33 Monaten Krieg und ohne ein Nachgeben seiner Rechte, seiner Moral, seines Stolzes ist es von Moskau an einem Tag zu Fall gebracht worden.

    Die USA könnten auch binnen 7 Tagen die heilige Kuh von Syrien wollen. Syrien würde nie in der Lage sein dies zu erbringen. Nie.
    Denn selbst wenn es 100 davon abliefert. Die USA werden immer wieder sagen, ala 2003, der hat noch eine und da und dort und überhaupt.

    Ja, Syrien hat Zeit gewonnen. Es wird nur nichts nützen. Rein Gar nichts. Am Ende wird es zerfallen. Ich hoffe der Iran bleibt sich treu und misstraut nicht nur den USA sondern besonders auch Russland! Wer den USA und dessen Fleischwolf nur einmal nachgibt und seine Souveränität, seine Rechte selbst beschneidet ist verloren.

  • Stirlitz

    @Triangolum

    Alles richtig was Sie sagen. Die Analyse der Gefahren für Syrien stimmt. Ich wünschte es gäbe bessere Optionen, aber ich bleibe dabei: Es muss mit dem gearbeitet werden was man hat, und mehr hat sie russisch-syrische Seite zur Zeit eben nicht.

    Was wäre ihr praktibales Konzept gewesen? Was genau hätte man, angesichts des unmittelbar bevorstehenden Angriffs, tun können oder sollen?

    Angriff „aussitzen“? Weltkrieg III androhen?

    Das Konzept Russlands, das Momentum eines Schlages durch die USA zu verzögern und evtl. damit den tagesaktuellen Druck auf Obama loszuschlagen damit „einzuschläfern“ (wenn es erstmal aus den Schlagzeilen ist) halte ich unter den gegebenen Umständen für die einzige machbare Lösung.

    Zeit ist hierbei der Schlüssel zum Sieg. Für alle Seiten. Wer mehr davon hat gewinnt. Ohne Zeit können keine Gegenmaßnahmen mehr ergriffen werden, ohne Zeit können keine Initiativen hinsichtlich Umgruppierungen, Allianzen, … mehr angegangen werden.

    Nochmal: Ein wochenlanges US-Dauerfeuer aus weiter Distanz hätte die ohnehin schon angeschlagene und bereits strapazierte SAA komplett zerrieben und die von der CIA instruierten Orks wären in sehr bald in Damaskus einmarschiert. Modell Lybien. Ende bekannt.

    • Alternative wäre gewesen den Angriffskrieg als das hinzustellen was er ist: Verbrecherisch!

      Alternativ wäre gewesen die USA mit Sanktionen zu bedrohen auch wenn es selbst Einbußen gäbe.

      Alternativ wäre gewesen das beliefern mit Waffen, Ausrüstung, medizinische Versorgung, Training usw. im UN Sicherheitsrat zum Gegenstand zu machen.

      Alternativ wäre gewesen den „Kampf gegen den Terror“ aus Russland auszurufen und in Syrien massive Anti Terror Operationen durchzuführen.

      Alternativ wäre gewesen zu schauen ob Obama wirklich die Zustimmung bekommen hätte daheim.

      Alternativ wäre gewesen die Saudis, Katar und die Türkei als BRIC Block zu Ächten bei weiterer Unterstützung des Terrors in Syrien.

      Da gab es viele Alternativen. Das was wir jetzt haben ist eine Aufweichung und Entzug der Souveränität für Syrien mit einem Sanktionskatalog der ganz sicher zum selben führen wird. Krieg! Und dieser wird dann viel leichter für den Friedensnobelpreisträger zu starten sein da UN Mandat, da mehr „legale“ Rechte dafür usw.

      Die US Falken und Obama sprechen doch schon von Bestätigung ihrer Kanonenboot Diplomatie. Ja gar von Export dessen.

      Die Taktik wird nun so sein, das mehrere „Verstöße“ nach und nach die Eskalation hoch treiben werden. Erst wird das Schreckgespenst C-Waffen Assad weiter aufgebaut werden um damit die Bedrohlichkeit an der Heimatfront zu erhöhen (Zustimmung, Diktator, Schuldig, Schlächter usw.), danach wird Syrien isoliert und jedem Land welches Syrien noch hilft wird dazu angegangen. Also keine Hilfe aus Russland und Iran mehr usw. Und am Ende kommt der Krieg incl. Bodentruppen.

      Es spielt jetzt schon keine Rolle mehr das nicht klar ist (für viele Leser hier sollte klar sein wer C-Waffen am 21.08. einsetzte) wer C-Waffen einsetzte. Die Politik handelt als wäre es Assad gewesen, die Medien sprechen und kommentieren so usw. Es spielt keine Rolle das es Terroristen von Außen sind die Sklaven (Syrer) mit für sich kämpfen lassen. Es spielt keine Rolle das dies kein Bürgerkrieg sondern ein Terrorinterventionskrieg von Außen ist gegen das Syrische Volk mit all seinen Estnischen Gruppen und Religionen.

      Die Beispiele seit 2001 zeigen was am Ende stehen wird. Und Obama konnte so ganz leicht Legalität bekommen für sein Kriegshandeln, „Image“ und „Beweise das Militärischen Druck“ was bringt usw. Obwohl er schon allein in der Ecke stand.

    • Nee. Mal abgesehen davon, dass die Russen gar nicht dazu in der Lage zu einer Konfrontation vor Ort sind, muss man in der gegebenen Situation begreifen, dass dir Russen, Iran und Obama (!) in einem Boot sitzen, das durch den Anschlag von Ostghouta (?) angegriffen worden ist.

      Wer sind die Angreifer? Ich sage es vereinfacht und verkürzt: Netanjahu und Bandar Bush. Mit den entsprechenden Lobbys weltweit, insbes. in den VSA.

      Was war die für den Moment einzig richtige Lösung? Abblasen des Angriffs um (fast) jeden Preis (was gottlob geschehen zu sein scheint) und — eine beschleunigte Einigung zwischen Obama und dem Iran. Auch dazu gibt es schon die ersten offiziellen Meldungen.
      Was kann in näherer Zukunft passieren, sollte diese neue „Achse des Guten“ sich durchsetzen können? Ich spekuliere: eine Desintegration Saudi-Arabiens. Das wäre im Interesse ALLER Beteiligten.

      Mehr dazu später, sofern ich hoffentlich die Zeit dazu finde.

    • Wenn das so ist:
      kann die obamasche/russische Initiative nur noch über eine erzwungene Demission Kerrys gerettet werden?

      http://rt.com/news/syria-uk-us-france-919/

      Phineas

      PS
      Bester Blog im deutschsprachigen Raum zum Thema.
      Danke für die Mühe.

    • @Triangolum,

      sorry, Ihre Alternativen sind allesamt keine Lösungen. Damit kann man langfristig etwas erreichen, vielleicht, die akute Bedrohung Syriens konnte nur durch diese „Amputation“ der C-Waffen abgewendet werden. Meiner Meinung nach eher eine Appendix-OP, damit also eher verzichtbar, insbesondere um das Leben akut zu retten.

    • Doch, es sind die Alternativen die zur Wahl stehen und nicht die Aufgabe von sich selbst.

      Wie war das damals 1938? Der Aufmarsch der Wehrmacht an den grenzen zu Österreich? Heute sagen die Österreicher das es besser gewesen wäre zu kämpfen.

      Oder die Abtretung des Tschechien Staatsgebietes welche durch GB und FRA erzwungen wurde nur damit diese beiden Länder für sich Zeit gewonnen hatten sich zu Rüsten auf Kosten eines kleineren Landes.
      Die Situation ist die selbe. Ein scheinbar Übermächtiger Gegner droht mit Einmarsch, also mit einem Angriffskrieg. In Tschechien selbst trieben von Außen bewaffnete und Unterstützte Gruppen Terror und das einzige was als „Friedenslösung“ in München bei raus kam war die Gebietsabtretung. Am Ende… wir kennen die Geschichte.

      Nein, es ist kein Frieden und keine bessere Option für Syrien sich so erpressbar ja gar auszuliefern. Am Ende wird Syrien viel schlimmer da stehen als heute oder einem Angriffskrieg aus der Ferne. Siehe Serbien. Das Militär und die Staatsführung und Struktur überlebte diese Angriffe. Und nein, die Terroristen hätten kein Oberwasser bekommen. Die SAA verfügt im Gegensatz zu Libyen über loyale kampferprobte motivierte Soldaten mit den vollen Rückhalt der Bevölkerung. So einfach wäre da nichts gefallen.

      Was jetzt jedoch droht und auch passieren wird ist die „legale“ PR Technisch perfekte Abspaltung der Verbündeten Russland, Iran & Co. durch dieses Abkommen. Und am Ende steht die USA und Obama voller „legaler“ Möglichkeiten incl. einer deutlich „überzeugenderen“ Kriegsbevölkerungsunterstützung.

  • @apxwn

    Genau das versuche ich die ganze Zeit Triangolum zu erzählen. Es geht nicht darum was man sich wünscht (..totale Blockade der USA, bloßstellen vor der Weltöffentlichkeit, Allianzen mit Iran, China, ….) sondern was man akut tun kann um Syriens Armee nicht weiter zu schwächen und einen militärisch erzwungenen Regimechange zu bekommen. Falls die Angriffe losgegangen wären, hätte es kein halten mehr gegeben. Dann hätte man bis zum Zusammenbruch der Führung Syriens weitergemacht. Warum auch nicht. Ist der Ruf schon mal ruiniert (USA, Obama) lebt es sich gänzlich ungeniert. Warum sollten die USA nach 3 Tagen aufhören? SA hätte eh alles bezahlt, wurde schon aus Riad gemeldet. Was hätte die USA dann aufhalten können? Alles mit Widerstand der Bevölkerung und Weltöffentlichkeit gegen die USA wäre Makulatur. Die vielgelobte Luftabwehr wäre nach 2-3 Wochen erledigt gewesen. Spätestens wenn alle Infrastruktur, Logistik ausgeschaltet worden wäre.

    Das haben die Russen sehr klug hinbekommen. Ein Desaster für Syrien wurde vorerst abgewendet, auf Zeit gespielt um Syrien zu retten. Der Preis dafür: C-Waffen – verschmerzbar finde ich.

    Ich bin sicher, einen massiven Militärschlag hätte die SAA substantiell geschwächt, am Ende hätten die Orks ihr Kalifat El-Sham von Obamas Gnaden errichtet.