Terror-Schule Dschobar

Tja, das war einmal eine Schule, ein dazugehöriger Sportplatz und ein Zentrum des öffentlichen Lebens in einem der Vororte von Damaskus. Jetzt fahren Panzer darin herum und schießen alles in Schutt und Asche.

Die irreguläre Kriegführung etabliert sich zur perfidesten Art der Betätigung für Terroristen aller Herren Länder. Profane Selbstmordanschläge, Überfälle auf staatliche Einrichtungen, Anschläge auf Politiker, Militärs und Staatsbeamte sind und bleiben das “überlieferte” Arsenal der Terrorbrigaden von der Westsahara bis zu den Philippinen; die Besetzung von Gebäuden (z.B. neulich in Nairobi) oder Stadtvierteln samt Geiselnahme darin weilender Zivilisten und Angriffe auf größere Städte haben derweil weit gravierendere Folgen als die früher üblichen Arten des Terrorismus.

Dabei ist es praktisch unmöglich, solchen Angriffen entgegenzuwirken. Es ist physisch unmöglich, alle Zugänge zu Millionenstädten zu besetzen und dort alles und jeden zu kontrollieren. Dubrovka, Beslan, Homs, Duma, Aleppo, Nairobi, etc. – Terroristen handeln überall nach ein und demselben Schema: sie sickern in die Städte ein, konzentrieren sich in einem bestimmten Moment und starten ihren Angriff. Der Effekt und die Effizienz dieser Vorgehensweise ist, verglichen mit “herkömmlichem” Terror, ungleich höher.

Selbst, wenn Terroristen einfach nur in einem von ihnen besetzten Objekt ausharren, führt ein Einsatz gegen sie entweder zu vielen Toten oder zu massiver Zerstörung, meistens zu beidem. Beginnen Terroristen aus dieser Situation heraus nun einen regelrechten Krieg mit ständigen Ortswechseln innerhalb der Stadt, so steigen Zerstörungen und Opferzahlen exponentiell.

Bislang ist dagegen kein effektives Kraut gewachsen. Während früher noch das Prinzip “keine Verhandlungen mit Terroristen” galt und sicher auch dazu beitrug, Terrorismus von vornherein zu reduzieren, so haben die heutigen Terroristen gar keine Verhandlungen mehr nötig. Die einzige Möglichkeit besteht wohl in einer sofortigen Vernichtung nicht bloß der Terroristen, sondern des gesamten von ihnen besetzten Objekts oder des Stadtgebiets, nur ist ein solches Vorgehen im eigenen Land einfach unannehmbar. Die Syrer beweisen täglich am Beispiel ihres eigenen geschundenen Landes, dass ein solcher Anti-Terror-Kampf Garantie für die Zerstörung des eigenen Landes ist, aber eben noch keine Garantie dafür, dem Schrecken endgültig ein Ende zu setzen.

Dschobar. Foto: Andrej Filatow / ANNA-News

Staatliche Dienste und Gewaltstrukturen, die für den Kampf gegen Extremismus und Terror geschaffen wurden, sind allesamt auf einen Kampf eines vergangenen Zeitalters orientiert – gegen kleine, mobile Untergrundgruppen. Diese Dienste und Strukturen erweisen sich als hilflos, wenn die Zahl der Terroristen dank sozialer Technologien und anderer Faktoren plötzlich rapide zunimmt und sie damit beginnen, einen “unrichtigen” Krieg zu führen. Die Methoden, mithilfe derer die Staatsmacht den Anti-Terror-Kampf führt, verhelfen den Terroristen letzlich nur dazu, eine ihrer wichtigsten Bestimmungen zu erreichen – die Verbreitung von Schrecken, Panik und Zerstörung.

Ein Ausbau solch “traditioneller” Strukturen scheint deshalb wenig effizient; es geht eher darum, den Anti-Terror-Kampf auf eine ganz neue Ebene zu heben. Möglicherweise ist eine massiv auf Kommunikationskanäle abzielende Kriegführung eine Lösung. Die USA haben eine solche Struktur längst. Sie benutzen den Terrorismus als Instrument, parallel dazu besitzen sie Mittel dagegen. Gift und Gegengift. Das Gegengift ist die NSA. Ein Organ, das den gesamten Informationsraum durchsiebt und das herausfiltert, was möglicherweise mit Terrorismus in Verbindung steht. Außerhalb der USA schaltet sich noch die CIA hinzu, welche über Machtmittel für den Anti-Terror-Kampf verfügt – Drohnen als Beispiel. Kollateralschäden inklusive. Nur, wo gehobelt wird, …

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