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Dschobar: Ein Kessel Dschihadisten

Syrische Aktivisten, unter anderem solche, die der #SEA nahestehen, beobachten ungefähr seit Beginn des Jahres 2012 “das Internet”, v.a. soziale Medien, und sammeln Informationen über die namentlich identifizierten Mitglieder und Verluste unter den Rebellenbanden, die in Syrien Krieg führen. Den aktuellen Stand der Statistik haben sie gestern publiziert; es war eine mehrere Seiten lange Tabelle, deren “Top” hier einmal angeführt werden soll:

Land
Anzahl der Söldner
Verluste
Vermisste
Saudi-Arabien
ca. 8.000
1.029
1.800
Tunesien
ca. 4.000
983
1.270
Irak
ca. 6.000
971
900
Palästina
ca. 3.000
885
87
Ägypten
3.500
814
370
Libyen
4.500
802
1.650
Tschetschenien*
1.700
718
250
Jemen
2.800
512
700
Pakistan
1.500
448
300
Afghanistan
900
394
150
Jordanien
600
386
120
Türkei
3.800
381
55
Kuwait
900
211
Somalia
350
192
20
Russland
250
189
4
Deutschland
110
71

 * Zu “Tschetschenien” muss natürlich gesagt werden, dass man in Syrien darunter den gesamten Nordkaukasus versteht (Aserbaidschan, Georgien und Armenien sind allerdings gesonderte Punkte in der Liste). “Russland” sind alle anderen Leute mit russischem Pass.

Update: vollständige Liste in englischer Sprache: „Syria: Foreign mercenaries, casualties, misses, as reported on different rebel platforms on the Internet

Die Methode, der zufolge diese Zahlen gewonnen wurden, ist klar: die Quellen der “Rebellen” publizieren täglich, wer, wo und unter welchen Umständen zum Schahid geworden ist. Dort wird in der Regel ebenso mitgeteilt, woher der Schahid ursprünglich stammt. Es gibt zwar eine ganze Menge verschiedener solcher Quellen, aber insgesamt wohl nicht mehr als 50. Beobachtet man diese, so kann man daraus solche Statistiken kompilieren, die zu einem guten Teil die wirklichen Verhältnisse wiederspiegeln dürften.

Zur Beteiligung von Dschihadisten aus Deutschland: wohl auch ein “Erfolg” von Daisy Duck. Es gab im deutschsprachigen Raum zwar schon eine Kurzmeldung bei PI-News dazu, sie blieb, zumindest von den Autoren, weitgehend unkommentiert. Es handelt sich dabei um Herrn Cuspert. Denis Mamadou. Eher bekannt als “Gangsta-Rapper” namens “Deso Dogg”, dem vor einigen Jahren der heiße Wind des Salafismus ins Hirn blies und der sich folglich in Deutschland den Ruf eines gefährlichen Extremisten aufgebaut hat, der sich, nach eigenen Aussagen, den Tod wünscht, indem er sich in einer Menschenmenge in die Luft sprengt. Es gab zwar ein paar Probleme mit deutschen Sicherheitskräften, aber der Toleranzgedanke verhinderte wohl entschiedenere Schritte. Bekannt ist ebenso, dass Herr Dogg nach Syrien in den Krieg gezogen ist – davon schrieben Ende Februar 2013 die diversen Leitmedien der Republik.

Seither, bis etwa Mitte August, gab es keine Nachricht mehr von ihm. Diese Nachricht sah dann folgendermaßen aus:

Es gab zwar Annahmen darüber, dass er umgekommen sei, aber er ist wohl lebendig und, wie es aussieht, körperlich gesund (vor ein paar Wochen zwar wurde gemeldet, er sei bei einem Luftangriff verletzt worden…). Herr Cuspert ist zwar noch vor Ausbruch des “Arabischen Frühlings” zumindest verbaler Dschihadist gewesen, jedoch war die Anwerbung dieses “Stars” eine gelungene Operation der Salafiten, die seit dem Start des “Arabischen Frühlings” und unter den ohrenbetäubenden Medienhymnen über “demokratische Veränderungen” im Nahen Osten und Nordafrika daran gingen, sich mit der Jugend und mit für die Jugend bedeutsamen Persönlichkeiten zu beschäftigen.

Die Gefahr, die von solchen Prozessen ausgeht, ist klar – solche “Jungs” wie “Deso Dogg” haben ungleich größeren Einfluß auf die Zielgruppe, als die eigentlichen ideologischen Größen wie Adnan al-Arur, Yussuf al-Qaradawi, Aidh al-Qarni und weitere solche, deren Namen ein deutsches Straßenkind, auch mit Migrantionshintergrund, wahrscheinlich gar nicht aussprechen, geschweige denn sich merken kann.

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