Spiel der Throne

(Fortsetzung von „Der kleine Prinz“)

house_of_saudhBandar mag noch einen Trumpf im Ärmel haben, den er in seiner Drohung bisher nicht angesprochen hat. Saudi-Arabien kann es durchaus erwägen, seine Erfahrungen aus dem Ölembargo der 1970er Jahre zu reaktivieren und der ohnehin durch Krisen siechen Wirtschaft Europas und der USA schwer zusetzen. Das von Bandar angesprochene “Überdenken” der Beziehung zwischen Saudi-Arabien und den USA ist ohne Manipulationen am Erdölmarkt als Druckmittel kaum vorstellbar; schachern kann man ja nur, wenn man seinen Wünschen Nachdruck verleihen kann, und die Verlautbarungen Prinz Bandars sind nichts anderes als ein Versuch zu schachern, der sich durchaus zu einem Ultimatum ausweiten kann.

Es wurde bereits richtig angemerkt: diese Herausforderung für Obama stellt Prinz Bandar nicht etwa nur in eigenem Namen, sondern im Namen der US-amerikanischen Gegner des Obama-Kurses. Diese Krise spitzt sich immer weiter zu, die Widersprüche zwischen den einzelnen Gruppierungen innerhalb der Eliten verschärfen sich und können durchaus vom kalten Undercover-Krieg hie und da zu regelrechten Kampfhandlungen werden. Ignorieren kann Obama das alles nicht; die Risiken sind zu hoch. Den Saud und den Israelis wäre es fast gelungen, die USA in einen bewaffneten Konflikt im östlichen Mittelmeer hineinzuziehen. Ob es wohl zu weiteren darauf abzielenden Provokationen kommt? Bestimmt.

Aber natürlich hat auch Obama seine Trümpfe. Ohne solche wäre es reiner Selbstmord, sich mit solch mächtigen Gegnern, wie es die Koalition aus Republikanern, israelischer Kriegspartei und wahhabitischen Erdölprinzen ist, überhaupt einzulassen.

Das schwache Glied dieser Koalition ist aber genau Saudi-Arabien. Dadurch erklärt sich dessen aggressives Verhalten in der letzten Zeit. Die inneren Probleme der Dynastie der Al-Saud sind keinem ein Geheimnis: der unvermeidliche Generationenwechsel in der Herrschaft über das Land verschärft die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Clans bis aufs Äußerste.

Exkurs: 1992 gab es einen Erlaß des damaligen Königs Fahd ibn Abd al-Aziz al Saud, durch den die zweite und dritte Generation der Nachkommen des Gründers des Königreichs in die Thronfolge aufgenommen wurde. Unter diesen sind die Ansprüche der Sudairi, der wohl mächtigsten Gruppierung innerhalb der Dynastie, am stärksten hinterlegt. Unter den Enkeln des Abd al-Aziz al Saud werden folgende Familienmitglieder als mögliche Thronfolger gehandelt: Prinz Bandar bin Sultan, der Gouverneur von asch-Scharqiyya Saud bin Naïf, der ehemalige Chef-Geheimdienstler (und nebenbei Taufpate der Al-Kaida) Turki al-Faisal, der saudische Innenminister Mohammed bin Naïf sowie der Sohn des gegenwärtigen Kronprinzen Sultan bin Salman, der “erste Muslim im All”.

Als Gegengewicht zu diesen Sudairi gilt der Sohn des jetzigen Königs, Mutaib bin Abdullah. Der Oberbefehlshaber der saudischen Nationalgarde, der wohl schlagkräftigsten militärischen Struktur des Königreichs, die Anfang des Jahres von König Abdullah den Status eines Ministeriums verliehen bekommen hat und sie damit weitgehend der Kontrolle durch die Seilschaften seiner Gegenspieler entzogen wurde. Mutaib nun bandelt mit dem Clan der al-Dschiluwi (einem Zweig der Saud-Dynastie) an, welche traditionell die Provinz al-Hasa, die im Verband des Königreichs zu asch-Scharqiyya – der Ostprovinz – wurde, beherrschten. Hier gibt’s das ganze Erdöl. Durch dessen Verwaltung die al-Dschiluwi ziemlich schnell ziemlich mächtig wurden, so dass noch König Fahd sich gezwungen sah, das Gouvernement durch komplizierte Undecover-Leibesübungen einem Sudairi zu unterstellen.

Die al-Dschiluwi nun sind zwar noch in den Sätteln vieler darunterstehender Verwaltungseinheiten verblieben, ihres Gouverneurspostens und auch der Verwaltung der Erdölproduktion in der Provinz jedoch beraubt, was im Endeffekt eine kleine Bruchlinie in die Dynastie hinein ergibt. Die al-Dschiluwi sind für eine “Fünfte Kolonne” nicht bedeutend genug, aber allein aufgrund solcher Umstände gewiss ein Faktor im innersaudischen Machtkampf mit den Sudairi. Mutaib und die al-Dschiluwi haben auch nicht genug Einfluß und Möglichkeiten, die Macht gleich im ganzen Königreich an sich zu bringen, aber diese Kombination – Nationalgarde plus administrative Ressourcen der al-Dschiluwi – reichen im Ernstfall sicherlich für Teile des größten Reichtums im Königreich. Ach ja, Bahrain ist ja auch gleich nebenan – wer hören kann, der höre. Alles in allem ein passender Ansatz für ein wenig Wühlarbeit, den Obama nötigenfalls sicher zu nutzen weiß.

Stratfor-Grafik von 2002

Stratfor-Grafik von 2002

Das wird zumindest eine der Entwicklungen sein, deren Möglichkeit Prinz Bandar zu solchen Statements bewegte. Die Unverfrorenheit, mit der er seine Aussage gemacht hat, zeugt aber ehestens von der Ungewissheit, ob man diese Gefahr noch vermittels der üblichen Undercover-”Games of Thrones” abwenden kann. Es sieht alles danach aus, als sei der inzwischen fast 90-jährige, nicht das Zeitliche segnen wollende gegenwärtige Monarch der letzte Damm zwischen den sich bekämpfenden Clans im Königreich.

Bislang sieht die Lage, von Außen betrachtet, recht stabil aus – der König hat einen, wenn auch ebenso kranken, Thronfolger. Sollte aber jemand in den USA oder im Königreich selbst beschließen, dass die Zeit gekommen ist, so werden noch lebende Regenten wohl kaum ein Hinderniss für die Einleitung von Zersetzungsprozessen sein. Obamas Antwort auf die Eskapade Bandars kann schnell und schmerzhaft sein. Bereits jetzt beunruhigen sich gewisse Kettenhunde der Demokratie, allen voran Human Rights Watch, über Menschenrechtsverletzungen in Bahrain, es kommen immer wieder und immer mehr Publikationen über das Unrecht und die Unterdrückung im “Steinzeitkönigreich”. Zuletzt die Sache mit den “Autofahrerinnen”, eine klare Kampagne.

bahrainWie eine Attacke gegen das Königreich verlaufen kann, zeichnet sich damit also auch ab. Nach dem Tod König Abdullahs kommt der nicht minder todkranke Kronprinz Salman an die Reihe (sofern er diesen seligen Tag noch erlebt), wonach es durchaus zu offen ausgetragenen Differenzen im saudischen Kronrat kommen kann – dieser Kronrat ist jenes Gremium, das den Machtübergang im Konsens der Dynastie garantieren soll. Begleitend kommt es zu der einen oder anderen Variation eines “schiitischen Frühlings” in Bahrain und der Ostprovinz, was schon richtige Manöver zur Folge haben wird, die al-Dschiluwi setzen sich an die Spitze einer der “Protestbewegungen” oder treten als Friedensstifter auf (weil sie sich wohl nur schwerlich mit Schiiten assoziieren werden), oder handeln gänzlich im Hintergrund – und säubern die staatlichen Organe der Provinz von “Repräsentanten des Regimes”. Die Weltöffentlichkeit wird plötzlich und gezielt über die Menschenrechtsverletzungen in Bahrain in Ungemach geraten, dabei die Umwälzungen in asch-Scharqiyya aber weitgehend ignorieren (Saud bleibt Saud, ob nun al-Dschiluwi oder Sudairi).

Die Sudairi werden zu Buhmännern, zum “Regime”, zu “Diktatoren”, die Freiheit und Demokratie mit Füßen treten und auf ihr eigenes Volk schießen… das Szenario ist bekannt. Die gegnerischen Clans können in aller Stille die erdölreichen Regionen des Landes unter ihre Kontrolle bringen und dann von einer Position der Stärke mit ihren Verwandten reden. Die Macht oder Territorien, so könnte die Forderung verkürzt lauten. Stellen die Sudairi sich quer, kommt’s schließlich zur Spaltung des Landes in erdölreiche Küste und Wüste. In Mekka und den südlichen Provinzen Asir, Dschaizan und Nadschran kommt es zu weiterem Ungemach – das sind ohnehin schon immer bestehende Bruchlinien im Königreich.

Die Herrscher in Riad kämen dann in eine Lage, in der sie faktisch nur noch über die Hauptstadt und deren Vororte kommandieren können; in den übrigen Gebieten kommen urplötzlich andere Herren ans Ruder, so dass sie die Freiheit vom Blutigenregime erlangen und die Demokratie triumphiert. Und Obama.

Anm.: Die letzten 3-4 Absätze sind natürlich reiner Konjunktiv.

Material teilweise von VZ.ru

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  • Nobilitatis

    So sieht eine Planung aus, die das wahhabitische Regime erhält. Aber es gibt sicher auch noch eine Planung, in der die Völker SAs ihre Freiheit von der Diktatur der Sauds verlangen. Es gibt ja noch andere Stämme im Königreich. Und als Alternative zu den Sauds gibt es den allseits (vor allem in Washington) respektierten Haschemiten-Herrscher. Ergebnis wäre ein äußerst willfähriges Königreich, welches nicht mehr eine besonders extreme Form des Islams exportierte. Damit könnte man die gesamte Region befrieden.

  • habkind

    Anscheinend dreht sich der Wind in der Türkei schneller, als erwartet:

    „Nachtrag: Reuters meldet, dass die Türkei mit dem Irak vereinbart hat, bei der Bekämpfung von Al Kaida in Syrien mit dem Irak zusammenzuarbeiten. Nachdem die Türkei 2012 die Beziehungen zum Irak wegen der fortgesetzten irakischen Zusammenarbeit mit Iran und Syrien und der entschlossenen irakischen Bekämpfung von Al Kaida praktisch abgebrochen hatte, sucht die Türkei nun also eindeutig wieder die Kooperation.“
    Entnommen aus: http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2013/10/25/zieht-sich-nun-auch-die-turkei-aus-dem-krieg-gegen-syrien-zuruck/#more-8870

    Auch die Kommentare sind nicht schlecht.

    • Dazu gehört noch, dass Nasarbajew (Kasachstan) neulich angedeutet hat, die Türkei wolle in die Zollunion. Das ist als Ansinnen natürlich relativ unrealistisch, aber ein deutliches Signal. Im Endeffekt wird sicher zumindest Davutoglu abgesägt werden..

      • walter

        „Nasarbajew schlägt Auflösung Eurasischer Wirtschaftsgemeinschaft vor“

        was spielen die alten Herren da für ein Spielchen, oder sind dies erste Rückdienste der Intensiv-Offensive von Kerry, Hillary, Cameron und Co?

        http://de.ria.ru/business/20131024/267148341.html

  • Jowi

    Das mit den Manipulationen am Ölmarkt als Druckmittel ist aber auch ein sehr zweischneidiges Schwert für die Saudis.
    Zum einen haben die USA es dank der unkonventionellen Fördermethoden geschafft, ihre Importabhängigkeit zu senken, zum anderen haben die Saudis enormes Kapital in die amerikanische Wirtschaft investiert, würden sich bei einem Zudrehen des Ölhahns somit massiv selber schädigen. Nebenbei würden sich die verhassten Russen über ein Zudrehen des Ölhahns freuen.

    Die Teilhabe an amerikanischen Unternehmen und die Verbandelung mit einflussreichen amerikan. Politikern, vorwiegend republikanisch, politisch rechts stehend, ist somit die größte Gefahr für Obama. Dollars sind die Waffe, Bandar ist ja Korruptionsexperte: http://www.youtube.com/watch?v=hBu0asPX5k0
    Ein unheilvolles Szenario, das eine Zukunft voller böser Intrigen erwarten lässt, zu der verdammt gut vernetzten Israel-Lobby (AIPAC etc.) gesellen sich die Saudis mit ihrem vielen Geld zur Obama-Opposition.

    Die Sabotage von „Obama-Care“ zeigt den Weg. Der letzte Erpressungsversuch war ja schon ziemlich extrem. Verbündete finden die intrigierenden Saudis leicht, besonders gefährlich ist der Rüstungskomplex, der um seine Pfründe fürchtet. Ich würde in den USA nicht mal einen Militärputsch ausschließen.

    Das wird noch spannend!

  • Jones2theBones

    1. ist die Saudi-Arabische Armee alles andere als schwach, sondern hat ein Militäretat, das das 4-fache vom israelischen und das 3-fache des iranischen beträgt.
    Natürlich ist hier das Preisleistungsverhältnis recht schlecht, wenn beispielsweise Saudi-Arabien trotz sehr hoher Stückzahlen ca. 5 Milliarden für ca. 270 Panzer zahlen wollte (der Deal scheint geplatzt). Trotz mit einberechneter Wartung fällt dieser Preis ungewöhnlich hoch aus.

    2. Es ist nicht so, dass Saudi-Arabien nicht zu einer eigenen Rüstungsindustrie fähig wäre.
    Bestes Gegenbeispiel mit ähnlich viel Wüste wären die Vereinigten Arabischen Emirate, die mittlerweile dabei sind (und sich nebenher zusätzlich zu westlicher auch zunehmend russische Ausstattung kaufen!).
    Das könnten die Einwohner des Hedschaz mindestens genauso gut, wo die Bevölkerungsdichte am Höchsten ist und wo es mehrere Millionenstädte gibt.
    4 von 5 Einwohnern leben in Städten, da spielt der Umstand, dass dazwischen viel Sand liegt, kaum eine Rolle.

    Dass Saudi-Arabien dies nicht macht, wird wohl daran liegen, dass sie, und vor allem ihre Schutzmacht USA, dies schlicht nicht wollen.
    Ein Aufbau dieser Rüstungsindustrie würde erst nach Jahrzehnten greifbare Ergebnisse bringen; Technologietransfers wären hier nötig, da dieser Wahabitenstaat nur über wenig Wissen bzw. Forschungskapazitäten verfügt.
    Es würde wohl auch der Mentalität der Sauds widersprechen, die sich lieber den neuesten westlichen Schnickschnack beschaffen, als auf heimische Produktion zu setzen, die unweigerlich qualitativ etwas schlechter ausfallen würde.
    Der wichtigste Grund wird aber wohl sein, dass Saudi-Arabien über teure Rüstungsimporte den Westen wieder ökonomisch stärkt.
    Dies ist zwar schwerlich im Interesse eines souveränen Staates, stellt jedoch einen roten Faden in der Außenpolitik Saudi-Arabiens dar, das, statt von höheren Ölpreisen zu profitieren, Vereinbarungen der kartellähnlichen Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) unterläuft und den Ölpreis ohne Gegenleistung künstlich niedrig hält.

    Das Königreich Saudi-Arabien ist das Kronjuwel des Westens, ohne das der westliche Wohlstand spätestens seit 1980 nicht möglich gewesen wäre, und dessen Selbstaufgabe die der meisten anderen Vasallen übersteigt.

    Im Endeffekt kann man über die Absichten von Bandars Drohungen nur spekulieren.
    Die genannte Selbstaufgabe des Königreiches bedeutet umgekehrt auch eine hohe wirtschaftliche Abhängigkeit des Westens, aber der Nutzung dieser wäre aufgrund der enormen westlichen Militärmacht enge Grenzen gesetzt.
    Inwieweit die saudisch-westlichen Beziehungen eine wohlwollende Symbiose sind und inwieweit sie schlicht auf Angst fußen, ist ebenso schwer einschätzbar wie die Frage, wie sehr das Königshaus Saud eigentlich wirklich an den Wahabitismus glaubt.

    So zahlreich auch die möglichen Auswirkungen und Absichten von Bandars Drohungen sein könnten, so muss man mit einer einzigen (zeitnahen) Ursache rechnen. Diese können Syrien oder der Iran sein, denn zusammenhängende, vorhergehende innenpolitische Ereignisse in KSA oder USA sind mir nicht aufgefallen.

    Aus meiner Sicht unwahrscheinlich, dass Bandar sich mit dieser Äußerung ohne Einverständnis des Königs gehandelt hat oder dass sie Teil des heimischen Machtkampfes waren.
    Dass er sie machte, und nicht der König selbst, macht deshalb Sinn, da es erstens unter der Würde des Königs ist, selbst mit den Medien zu sprechen, und Bandar einen rationaleren Ruf hat als der zu Wutanfällen neigende König, dessen Worte man gegebenenfalls als leere, wütende Drohung abtun könnte.

    Sind Bandars Worte ein Bluff, so könnten sie entweder populistisch sich an die eigene Bevölkerung und wahhabitischen Freunde richten, oder darauf abzielen, die Vereinigten Staaten als Ganzes unter Druck setzen.
    Eine Verwicklung der Sauds in die amerikanische Politik ist mir nicht bekannt, zumal man bei der amerikanischen Politik kaum zwischen „Demokraten“ und „Republikanern“ unterscheiden kann.
    Erstens deshalb, weil die Streitereien sich stets um symbolhafte Meinungsverschiedenheiten drehen, die einem Kampf um Macht und Geld vorgeschoben sind (welcher schon dadurch begrenzt ist, da sich die beiden Organisationen die Pfründe zu einem großen Teil bereits aufgeteilt haben), während echte ideologische Unterschiede zwischen den beiden Parteien weitaus geringer ausfallen als innerhalb der Parteien.
    So sind Ron & Rand Paul Beispiele für Republikaner, die sich für eine friedlichere Außenpolitik engagieren, und Hillary Clinton eines von vielen Beispielen für äußerst kriegstreiberische „Demokraten“.
    Es finden sich in beiden Parteien einige wenige, scheinbar nicht korrumpierte Abgeordnete, während die Mehrheit sich von den selben Lobbygruppierungen finanzieren lässt. So auch Obama.
    Dass Obama eine im Grunde genommen nette Person à la Kennedy wäre, die ihre Wünsche nur leider aufgrund des eigenen Machtapparates nicht durchsetzen könnte, ist schon allein deshalb unglaubwürdig, weil Obama bei beiden Wahlkämpfen enorme Summen von zweifelhaften Organisationen (bsw. der AIPAC) gespendet bekam und anders als Kennedy auch keine konkreten Schritte unternommen hat, die auf einen echten innenpolitischen Machtkampf deuten würden. Vielmehr ist er das Paradebeispiel eines Antichristen, wo zwischen den Worten und der Realität Welten liegen.
    Zielt Bandar also darauf ab, die USA unter Druck zu setzen, so hat er sich wohl kaum zusätzlich zum eigenen, saudischen Machtkampf noch einen zweiten aufgebürdet, sondern warnt die amerikanische Machtelite als Ganzes.
    Inwieweit das Königreich gewillt oder fähig ist, die Drohungen wahr zu machen, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt.

    • walter

      @Jones2theBones
      Ich sehe schon einen Schritt Obamas, der auch so ausgelegt werden kann, die zukünftige Führerschaft Saudi Arabiens auch weiterhin an der Kette zu haben: Das gesteigerte Interesse und die offensichtliche Bereitschaft zu einer Annäherung mit dem Iran.
      Ist es nicht so, dass ein nicht mehr von Sanktionen gewürgter Iran die Dominanz SA schwächt? Und zusätzlich wäre den Amerikanern als Preis für die Lockerung doch sicher daran gelegen, iranische Energielieferungen in Richtung China zumindest stark einzudämmen. Welche Alternative hätte SA? Sein Öl gegen Euro zu verkaufen würde auch nicht funktionieren. Dazu ist Europa zu stark von den USA kontrolliert. Hätten Europa den Mut, diesen Schritt auch nur in Erwägung zu ziehen, S. Hussein hatte es dazumal bereits angeboten. Also was blieb einer Führung (wer auch immer in SA) übrig als weiter ihre Exportwaren gegen eine US-Währung zu verscherbeln? Der absehbare Machtwechsel und die sich daraus ergebenden Ungewissheiten sind für mich der Grund dafür, dass Obama daran liegt, eine Annäherung mit Teheran zu schaffen.

      • Jones2theBones

        Hallo Walter,

        Erstens sehe ich diese Annäherung zwischen den USA und dem Iran noch nicht wirklich gegeben.
        Ich glaube, dass sich diese Beziehungen nur insoweit verbessern können, wie sich der Iran unterordnet.

        Im Gegensatz dazu hat Saudi-Arabien bislang außenpolitisch kaum etwas anderes gemacht als den amerikanischen Wünschen Folge zu leisten.
        Möglich ist zwar, dass die Saudis hier auf die Amerikaner Druck ausüben wollen, weil sie ernsthaft auf die Ausbreitung des Wahabitismus hoffen, aber dann ist dieser Druck auf die USA als Ganzes ausgerichtet und nicht spezifisch gegen irgendwelche Softliner, die ich in der Regierung auch kaum gegeben sehe.

        Wäre Obama auch nur annähernd so friedliebend, wie von euch dargestellt, so wäre er nicht wiedergewählt worden (so ist es bsw. Carter ergangen).
        Obama wurde auch mit dem Geld von AIPAC (wieder-)gewählt, er hat die US-Hilfen an Israel von den Sparmaßnahmen ausgenommen, er hat in vielerlei Hinsicht die kriegerische Politik seines Vorgängers nicht nur fortgesetzt, sondern weiter gesteigert.
        Weiterhin kann man sehen, dass die Republikaner sich zwar momentan als Hardliner geben, die echten Unterschiede zu den Demokraten allerdings höchstens in der Schwulenfrage gegeben sind.
        Also gibt es in beiden Parteien einige wenige vernunftgeleitete Leute, die friedlichere Töne anschlagen, während die Mehrheit von starkem Opportunismus geleitet wird.
        Insofern sehe ich Obamas zunehmende Zurückhaltung nicht als Ausdruck seines Friedenswillens, sondern der Reaktion auf zwingende Notwendigkeiten.

    • @J2B: Eine Verwicklung der Sauds in die amerikanische Politik ist mir nicht bekannt, zumal man bei der amerikanischen Politik kaum zwischen “Demokraten” und “Republikanern” unterscheiden kann.

      Bandar bin Sultan hat einen Spitznamen: „Bandar Bush“. Aufgrund entsprechender Verwicklungen. Aufgrund seiner Connections. Wenn Bandar spricht, spricht auch Bush – in diesem Lichte eine durchaus legitime Schlußfolgerung. Dass man nicht so gut zwischen Republikanern und Demokraten unterscheiden kann, mag sein, diese Begriffe würde zumindest ich aber nicht als Bezeichnung der entsprechenden politischen Parteien, sondern eher als „Ausrichtung“ der jeweiligen Eliten gebrauchen. Nimm ruhig andere Begriffe, wenn Dir das mehr liegt: Neocons, Wall Street, was auch immer.

      • Spion Stirlitz

        Welche Reaktion kann Russland im Falle eines tatsächlich saudisch getriggerten Terrorfeldzuges während Olympia 2014 abgeben? Die Drohung eines Militärschlages klingt wenig überzeugend, denn man schlägt nicht nur SA sondern auch die USA. Und dann wird die Drohung von Putin sehr unglaubwürdig.

        Wieso aber stattgedessen Russland nicht schon längst präemptiv Wühlarbeit an den Bruchlinien (Stichtwort Shiiten) des Wahhabitenreiches und der Golfparasitenmonarchien betreibt vermag ich nicht zu beantworten. Wahrscheinlich kann man es (technisch, logistisch, fehlende Expertise) schlicht und einfach nicht. Daher wird Russland sehenden Auges spätestens ab Mitte 2015 syrische Verhältnisse an seiner Südflanke erleben, denn die aufgestachelten Hunde (Al Quaida Brigaden) müssen ständig in Bewegung gehalten werden, damit nicht das Herrchen selbst von der blutrünstigen Meute gebissen wird. Und Russland ist nunmal Hassobjekt Nr.1 auf Grund der Rolle in Syrien. Und der Wunde Punkt wird die kaum sicherbare Südflanke und der Kaukasus sein. Dort wird demnächst die nächste Pestbeule aufplatzen.

        • @Stirlitz: Und der Wunde Punkt wird die kaum sicherbare Südflanke und der Kaukasus sein.
          Nicht nur. Das Wolgagebiet und Ural kannst Du getrost dazuzählen. Genauso wenig sicherbar ist übrigens die enorm lange Landgrenze zu Kasachstan, so dass es Sinn macht, auch da zu schauen, was sich tut.

        • Spion Stirlitz

          Da diese Gebiete verhältnismäßig dünn besiedelt sind müssten die Russen erheblich in bewaffnete Drohnentechnologien investieren um ein 24-Stunden Überwachung und ggf. Bekämpfung zu gewährleisten. Meines Wissens hinken die Russen auf dem Gebiet noch um einiges Hinterher. Liefert nicht sogar Israel Horon Drohnen an Russland? Eigenentwicklungen sind mir bisher nicht bekannt.

          Es ist durchaus möglich, daß die angelsächsiche Heartland-Option schon sehr bald neuen Nährboden erhält. Der kürzliche Anschlag mit einer „schwarzen Witwe“ im Bus zeigt m.E. den künftigen Trend für Russland.

      • Jones2theBones

        Moin,
        entschuldigt die späte Antwort; hatte vorher nicht die nötige Zeit.

        Im Grunde genommen hast du (Roman/APXWN) mal wieder aufgezeigt, wie wenig ich weiß und wieso ich keinen Blog führe.
        Das mit „Bandar Bush“ war mir mal so rein gar nicht bekannt und selbst jetzt sind meine Kenntnisse nur rudimentär mit deutschem und englischen Wikipedia aufgebessert.

        Es ist auch gut, dass du klar stellst, dass du hierbei keine moralische Überlegenheit Obamas im Sinn hast (wie vorher von mir vermutet).

        Dass Obama teilweise einen Kurswechsel aufgrund geänderter Umstände unternommen hat, darüber kann man sich einig sein.
        Die Frage bleibt für mich dennoch, ob es nicht trotzdem eine gewisse Kontinuität darstellt, denn Syrien soll schon 2001 auf einem Memorandum als Ziel genannt worden sein, und auch fast alles andere hat seine Wurzeln vor seiner Regierungszeit.

        Insofern bin ich weiterhin skeptisch, inwieweit es echten, ehrlich gemeinten Widerstand gegen seinen Kurs gibt.
        Vielmehr ist er mit Rohani insofern vergleichbar, dass sie beide äußerlich einen kompletten Neuanfang versprechen und ausländische Sympathien garantieren, aber innerlich eine Kontinuität darstellen.
        Die Dronenkriege Obamas waren zur Anfangszeit der Bushära technisch nicht möglich, und wären für Obama nicht möglich gewesen, wären die Vorbereitungen und Anfänge nicht unter Bush getätigt worden.

        Folglich finde ich die Unterscheidungen Neocons / Neolibs (für mich ein Synonym) ebenso wenig ausreichend wie die zwischen „Demokraten“ und „Republikanern“.
        Analog zum Zarenadler hat das System zwei Gesichter, aber einen Körper, wo Wall Street, Lobbygruppierungen & Co. vereint wirken, und wo die Kooperation gegenüber der Konkurrenz überwiegt.

        ——-

        Bemerkenswert ist die Meldung über einen Anschlag auf dem Tiananmensquare in Beijing.
        Scheint vor allem vom Timing her bemerkenswert mit dem Wolgograd-Anschlag abgestimmt und scheint deine These diesbezüglich zu bestätigen.

        • Jones2theBones

          Hatte ich vielleicht unrecht?
          Die neuerdings empörten Töne aus Israel Richtung Washington scheinen mir Futter für deine These der Entfremdung zwischen Obama & den Falken Israels.

    • Jowi

      @J2tB,
      stimmt natürlich, dass es sowohl korrumpierte Republikaner, als auch korrumpierte Demokraten gibt. Und richtig: Obama hat sich auch der Israel-Lobby angebiedert, vermutlich wäre er sonst nicht Präsident geworden. Mein Messias ist Obama nicht, keine Angst. Politik erinnert mich oft an die Mensa im Studium: welches Angebot kann man am ehesten herunter würgen?

      Aber vielleicht liegt eine Chance darin, dass Obama ein drittes Mal nicht mehr Präsident werden darf, das macht ein Stück weit frei und weniger bestechlich.

      Die Einflussnahme der Saudis auf die amerikanische Innenpolitik läuft – wie bei Korruption und Lobbyismus üblich – natürlich sehr diskret und versteckt. Aber vor allem 9-11 hat die geradezu gruseligen Connections zum Teil ans Tageslicht gebracht, vor allem der Familie Bush, aber man kann auch daran erinnern, dass Kissinger seine saudischen Geschäftsbeziehungen nicht offen legen wollte und deshalb aus der 9-11-Komission ausschied: http://www.democraticunderground.com/discuss/duboard.php?az=view_all&address=132×2877643

      Zur Symbiose-Frage USA-KSA: Aus meiner Sicht ist das zweifellos eine Symbiose, eine die den beiden Staaten eine unglaubliche Macht gebracht hat. Dieses Tandem ist nahezu unbesiegbar, es sei denn es macht selbst böse Fehler und da sind ja durchaus Tendenzen erkennbar.
      Das beleidigte Getue von Saudi-Arabien, vor allem von Prinz Bandar, erinnert schwer an ein verwöhntes Dickerchen, welches zum ersten Mal nicht bekommt, was es will.

      • Nur eine kleine Anmerkung zu Obama. Hier war nie die Rede davon, er sei eine „nette Figur“ oder ein Messias. Er (bzw. diejenigen, für die er steht) gehen angesichts der neuen strategischen Herausforderungen – und das ist der Shift der US-am. Aufmerksamkeit Richtung China und Asiatisch-Pazifischer Raum – anders vor. Das alles zeichnet sich bereits seit Ende 2012 ab. Zu diesem Thema hier relativ kompakt zusammengefasst: „Schlauer und eleganter“ sowie ausführlicher in der „Option Persien“. Aus heutiger Sicht können wir bereits besser einschätzen, welche der beiden strategischen Optionen Obamas – Katar oder Iran – schließlich favorisiert wird.

  • ISKANDER

    Prinz Bandar – um beim Thema zu bleiben – und im weiteren Sinne der Rest der Terrorallianz vermag seinen Spielraum sicher aus dem Hintergrund fast unerschöpflicher Kapitalresourcen treiben. Ersterer aus dem Erdölpreiswucher, letztere aus der Abschöpfung ihrer eigenen Völker und unterjochter anderer Vasallenvölker.
    Einen Spieler aus dieser bizarren satanischen Runde möchte ich aber berechtigt wieder ins Licht rücken denn er ist chronisch lichtscheu und liebt es „von hinten“ zuzustoßen.
    Bemühe hierzu den englischen Ex – Finanzminister Jack Straw, der in einer Debatte im englischen Parlament recht fortschrittlich und für unsere mittelalterlich – dogmatischen Verhältnisse frank und frei äußerte: “ Israelisches Geld verhindert Frieden im Nahen Osten“.
    (Quelle: german.ruvr.ru/news/2013_10_28/Jack-Straw-Israelisches-Geld-verhindert-Frieden-im-Nahen-Osten-5098/
    Mann,mann,mann…
    Wir wissen es schon lange, doch wer sagte es bisher von so hoher Stelle aus offen??
    Interessant besonders sein Detail:
    „Straw, der derzeit ein britischer Parlamentsabgeordneter ist, erklärte, dass die unbeschränkten Finanzressourcen, über die die israelische Lobby in den USA verfügt, zur Kontrolle der amerikanischen Politik im Nahen Osten genutzt werden.“
    Also, wenn wir wahren Freunde des Völkerfriedens uns alle freuen, das Katar „ausgestiegen“ ist und Ägyptens Sisi die Contenance wiederhergestellt hat, die Türkei hoffnungslos im eigenen Politmorast aufgelaufen ist, Obama den Angstdurchfall aus seinen Hosen wäscht, das britische Parlament „No“ gestimmt hat zum offenen Angriffskrieg – müssen wir uns stärker dem listig – feigen Obercoyoten vor Ort widmen: Israel und seiner verbrecherischen Kriegs- und Apartheidpolitik. Dieses Regime richtet wohl den meisten Schaden im Friedensgefüge der Welt an und wird erst friedvolles Mitglied der Weltgemeinschaft wenn man seine Fünften Kolonnen in der führenden Weltwirtschaft, in den Medien Europas, den Lobbyverbänden und seinen Nimbus in Frage stellt.
    Schafft es die Welt nicht, dies bald zu regeln, wird der nahe Osten immer wieder brennen. Gestern der Irak und Lybien, heute Syrien und der Libanon, morgen Jordanien und Saudiarabien…
    Vielleicht schon bald die ganze Welt.
    Doch vergessen wir nicht das biblische Wort: „Wer zum Schwert greift – wird durch das Schwert getilgt“. Deshalb umso wichtiger, Frieden kann nur durch Augenhöhe erreicht werden, durch das offene Visier. Doch manchen muss man wie einem kleinem Kinde die Puppe wegnehmen mit dem es die ganze Familie erpresst und in Schockstarre hält.
    Mal ganz am Rande: Wo kommt das Geld eigentlich her, was die israelische Lobby nutzen kann? Wer erwirtschaftet das und wo?? Mit welcher Begründung?

    • ANONYM

      Also ich finde ihr sucht an falscher stelle.
      Wer dazu fähig ist 9.11 zu inzennieren der hatkeine angst weder vor gesetzen vor sonst noch etwas. Und mit korruption hat das auch nichts zu tuhen. Korurpte menschen mussen damit rechnen das ein anderer an die macht kommt und ihn vor das gericht bringt. Nein meine Lieben
      das ist staat im staat sie kontrolieren alles. Das ist meine meinung.

    • @ ISKANDER
      Das Problem von dem du sprichst aus vordergründiger Sicht, plakativ dargestellt in diesem Video:
      Ich bin Israel (German Version)

      Die Frage ist, wenn wir von israelischen Staatsinteressen sprechen, denen sogar die US-Politik folgt: wedelt der Schwanz mit dem Hund, oder muss nicht der Hund im Focus der Betrachtungen stehen?
      Haben Typen wie Bibi N. u. Avigdor Lieberman (dieser nicht mehr im Amt) oder gar extremistische Westbanksiedler wie David Ha’ivri oder Shalom Dov Wolpo aufgrund von Amtsstellung, persönl. Begabung u. ideologischer Überzeugungskraft denn die Macht, der us-amerikanischen Politik ihren Stempel aufzudrücken und über sie gleich noch die gesamte westliche Welt in Beschlag zu nehmen, sodass die solchen Israelis wie gezwungen hinterher läuft?
      Die Frage kann vernünftigerweise verneint, die schützendsten Hände über Israel dürfen woanders gesucht werden.

      Die „Fünften Kolonnen in der führenden Weltwirtschaft, in den Medien Europas…“ sind da schon interessanter.
      Wenn man unterstellte, dass sie nebenbei Israel begünstigen u. gelegentlich in die Bresche für es springen (wenn’s dort eng wird), nimmt man schon eher Spur auf, woher Israels Bestimmung kommt.

      Kurzer Rückblick: Rothschild als Förderer der Neubesiedlung Palästinas.

      „Mit der starken Machtzunahme des Zionismus zu Beginn unseres Jahrhunderts und mit dem Ersten Weltkrieg, als England und Frankreich Krieg gegen das Osmanenreich führten, wurde der in den Adelsstand erhobene Lord Rothschild zum immer hingebungsvolleren Zionisten. Mit Rückendeckung seitens der prominenten Politiker Arthur Balfour und Lloyd George arbeitete er für die Bildung einer “nationalen jüdischen Heimstatt” in Palästina, das die Briten den Türken nach dem erhofften Sieg in diesem Krieg abnehmen wollten. Damals galt Lord Rothschild mit seinem schwindelerregenden Vermögen und seinem Sitz im Oberhaus als der weltliche Prophet der jüdischen Welt – und dieser Prophet trat für die jüdische Kolonisierung Palästinas ein!

      Dies ist der Hintergrund, auf dem die sogenanne Balfour-Deklaration vom November 1917 gesehen werden muss.“
      http://lupocattivoblog.com/2010/04/08/die-macht-des-hauses-rothschild-und-der-zionismus-und-israel/

      Über die Familie Rothschild ist erst kürzlich hier im Blog berichtet worden:
      http://www.chartophylakeion.de/blog/2013/10/23/chrysanthemen-fuer-die-wueste/#comment-21532

      Erinnern wir uns, was mal der Bankier Walter Rathenau 1909 verriet:
      „Es gibt ein Komitee von 300 Leuten, die die Welt regieren, und deren Identität nur ihresgleichen bekannt ist“, soll er gesagt haben. In der Neuen Freien Presse (Wien) schrieb er: „Dreihundert Männer, von denen jeder jeden kennt, leiten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents und suchen sich Nachfolger aus ihrer Umgebung. Die seltsamen Ursachen dieser seltsamen Erscheinung, die in das Dunkel der künftigen sozialen Entwicklung einen Schimmer wirft, stehen hier nicht zur Erwägung.“
      [Walter Rathenau am 25.12.1909 im Beitrag „Unser Nachwuchs“ in der Neuen Freien Presse, Wien, Nr. 16288]

      Aber nicht nur Feinde hatte der Artikel über die 300 europäischen Wirtschaftslenker in der Wiener Zeitung 1909 überrascht u. verwirrt, auch Freunde meldeten sich. Frank Wedekind schlug ihm vor, „einen Almanach der Dreihundert“, eine Art „Gotha der Wirtschaft“ herauszugeben. Walther Rathenau antwortete ihm:

      „4.11.1912
      Mein lieber und sehr verehrter Herr Wedekind!
      Ihre geistvolle Anregung hat mich aufs lebhafteste interessiert. Aber lassen Sie mich vertraulich Ihnen sagen: mein Ausspruch war eine Art Indiskretion. Die wirklichen „300“ haben die Gewohnheit und Vorsicht, ihre Macht abzuleugnen. Wenn Sie sie aufrufen, so werden sie Ihnen sagen: wir wissen von nichts; wir sind Kaufleute wie alle anderen. Dagegen werden nicht 300, sondern 3000 Kormmerzienräte sich melden, die Strümpfe oder Kunstbutter wirken und sagen: wir sind es. Die Macht liegt in der Anonymität; ich kenne unter den Bekanntesten – nicht unter den Bedeutendsten – einen, den überhaupt niemand zu sehen bekommt, außer seinem Barbier. Ich kenne einen, der fast arm ist und die gewaltigsten Unternehmungen beherrscht. Ich kenne einen, der vielleicht der Reichste ist, und dessen Vermögen seinen Kindern gehört, die er haßt. Einer arbeitet für das Vermögen der Jesuiten, ein anderer ist Agent der Kurie. Einer als Beauftragter einer ausländischen Vereinigung, ist mit einem Besitz von 280 Millionen Konsols der größte Gläubiger des preußischen Staates.
      Alles dies vertraulich. Aber Sie sehen, diesen Menschen ist auf gewöhnlichen Wegen nicht leicht beizukommen. Und den ungewöhnlichen Weg des persönlichen Appells lehnen sie ab …“

      Beliebt ist es heute auch, die Macht grosser Vermögen u. einflussreicher Familien der Vergangenheit angehören oder fast bedeutungslos erscheinen zu lassen, um jetzt die demokratische Macht auf den Aktionärsversammlungen der grossen Wirtschaftsunternehmungen zu beschwören.

      Kommen wir also auf den Hund.
      Sehen wir uns einmal einige Tatsachen rund um führende Protagonisten der Weltwirtschaft u. der Weltpolitik in Vergangenheit u. Gegenwart an.
      Aber Vorsicht. Hier wird nichts behauptet. Abstrahieren und Schlüsse ziehen muss man schon selbst, Weiterforschen (unerlässlich) erst recht.

      wird fortgesetzt

      • Geld regiert die Welt“ (Volksmund)

        Es dürfte allgemein bekannt sein, dass mächtige Finanzleute, um auf die Kommunalpolitik Einfluß nehmen zu können, oftmals fast alle politischen Parteien mit Spenden unterstützen.
        Auf internationaler Ebene ist ähnliches zu beobachten. Die mächtigen Finanzkreise finanzieren auch in Kriegszeiten oft beide Seiten. Am bekanntesten ist die Finanzierung der beiden im amerikanischen Bürgerkrieg gegeneinander kämpfenden Parteien durch verschiedene Agenten der jüdischen Bankierssippe Rothschild. Diese kapitale Förderung politischer Bewegungen erfolgt selbstverständlich vertraulich. Die Spender möchten zwar geschäftliche und politische Vorteile kassieren, aber anonym bleiben. Die unten sollen nicht immer wissen , was die da oben machen. Sollte doch einmal etwas bekannt werden, wird die Finanzwelt die „böse Tat“, um diese einträgliche u. gebräuchliche Geschäftsmasche zu tarnen, als Missgriff eines einzelnen „schwarzen Schafes“ verkaufen, einem Sündenbock anlasten und so auch in ihren Zeitungen u. Büchern verbreiten.

        Die Finanzierung der Hitler-Wahlkämpfe durch ausländische Geldgeber ist kaum bekannt u. wird auch von verschiedenen Seiten aus unterschiedlichen Motiven heute bestritten oder verschwiegen. Nachweisen lassen sich aber die Interessen am Aufstieg einer anti-sowjetischen deutschen Kriegspartei durch Shell-Deterding, Esso-Oil u. Wallstreet-Finanzkreise.

        Samuel Untermeyer hielt nach seiner Europareise im Sommer 1933 über den Sender WABC eine antideutsche Rede, die in ihrem vollen Wortlaut in der NEW YORK TIMES vom 7.8.1933 veröffentlicht worden ist. Laut NEW YORK TIMES sagte Untermeyer u.a.:
        „Es ist zwar abstoßend, aber es wäre eine interessante psychologische Untersuchung, die Beweggründe zu analysieren, die, abgesehen von Furcht und Feigheit, jüdische Bankiers veranlasst haben, Geld an Deutschland zu verleihen, wie sie es jetzt gerade tun. Es ist zum Teil ihr Geld, das vom Hitlerregime in seinem rücksichtslosen und bösartigen Propagandafeldzug dazu verwendet wird, die Welt antisemitisch zu machen.“

        Wer war Samuel Untermeyer?
        Untermeyer, Samuel, Jurist, 6.6.1858-16.3.1940 New York; einer der erfolgreichsten Anwälte seiner Zeit; Regierungsberater (Federal Reserve Act, New York Stock Exchange, Federal Trade Commission Act); demokrat. Politiker (Kampf für Frauenrechte); aktiv im jüdischen Leben (gegen Henry Fords Antisemitismus, Präs. der Non-Sectarian Anti-Nazi League, Förderer der Palästina-Siedlung); war einer der Führer der Boykott-Bewegung gegen Nazi-Deutschland 1933.“
        Quelle: J.F. Oppenheimers Lexikon des Judentums, New York, Bertelsmann GmbH 1971

        Und nun das Gegenteil von Boykott – die Förderung aus den gleichen Kreisen:
        Einen Sidney Warburg gab es nicht in der New Yorker Finanzwelt, wie es in der Schrift „Die Geldquellen des Nationalsozialismus – drei Gespräche mit Hitler, von Sidney Warburg“ vom Übersetzer J.G. Schoub, Amsterdam Oktober 1933, behauptet wurde. Es gab allerdings in der Wall Street einen Sidney Weinberg in einem Finanzhaus der jüdischen „Our Crowd„-Gruppe, welches offenbar für die Finanzgeschäfte mit Deutschland eingeteilt u. zuständig war.

        Weinberg, Sidney J., Bankier, 12.10.1891-23.7.1969 New York, bekannt als „Mr. Wall Street“, Mitinhaber des Bankhauses Goldman, Sachs & Co., Berater von fünf amerikanischen Präsidenten (Roosevelt bis Johnson), im Vorstand von über 30 us-amerikan. Großfirmen (darunter General Electric, Ford, Sears-Roebuk, B.F.Goodrich, Continental Can).“
        Quelle: J.F. Oppenheimers Lexikon des Judentums, Anhang

        Über die maßgebliche Finanzgruppe in der Wall Street informiert 1967 Stephen Birmingham mit „Our Crowd„, aus dem Amerikanischen übertragen von J.A. Frank, „In unseren Kreisen – Die großen jüdischen Familien New Yorks“, Verlag Ullstein 1969.

        Hier ein paar Auszüge:

        „Den New Yorkern erschien diese Welt (der jüdischen Oberschicht) exotisch und fern. Sie wurde mißverstanden, voll Neid und Übelwollen betrachtet, meist aber einfach ignoriert, und das war der vornehmen jüdischen Gesellschaft gerade recht. Unbeachtet konnte sie blühen und gedeihen. Sie umgab sich mit einer Schale, die für neugierige Blicke undurchdringlich war. Innerhalb dieser Schale aber gab es ein Territorium, das so kompliziert und verschachtelt angelegt war wie die Kammern eines Nautilus, ein Fürstentum ganz eigener Art, eine in sich abgeschlossene Welt innerhalb der Welt der Reichen. Für die, welche in ihr lebten, war sie alles, was es gab. Sie war New Yorks andere Gesellschaft – eine Zitadelle des Privilegs, der Macht, der Philanthropie und des Familienstolzes. Daß sie auch eine Zitadelle der Unsicherheit und der Angst war, trat nicht so offen zutage. Unter der glatten Oberfläche verbargen sich – nicht mehr und nicht weniger als in jeder anderen Gesellschaft – Verbitterung, Eifersucht und Streit. Man mußte in der Zitadelle aufgewachsen sein, um das zu erkennen. Denn wenn es je dazu kam, blieb sogar der Mord „in der Familie“.

        Die Leute, die Oma Goodhart besuchte, hießen Loeb, Sachs, Guggenheim, Schiff, Seligman, Speyer, Straus, Warburg, Lewisohn und natürlich Lehman und Goodhart, ferner Bache, Altschul, Bemheimer, Hallgarten, Heidelbach, Ickelheimer, Kahn, Kuhn, Thalman, Ladenburg, Wertheim, Cahn, Bernhard, Sheftel, Mainzer, Stralem, Neustadt, Buttenweiser, Josephthal, Hellman, Hammerslough, Lilienthal, Morgenthau, Rosenwald, Walter und Wolff. Mit Ausnahme der Guggenheims, die aus der deutschsprachigen Schweiz kamen, stammten alle diese Familien aus Deutschland (und erstaunlich viele aus Bayern). Sie bezeichneten sich selbst als die „Einhundert“, im Gegensatz zu den „Vierhundert“. Man nannte sie die „jüdischen Großherzöge“. Unter sich sprachen sie meist nur von „our crowd“.

        Die Männer der „Crowd“ machten ihre Vermögen als Kaufleute oder Bankiers. Zu den Monumenten, die sie hinterließen, gehören die Häuser R. H. Macy & Co. (Gründer: Straus), Abraham & Straus (Abraham, Straus und Rothschild – die „Brooklyn Branch“ der europäischen Rothschilds) und eine Reihe berühmter Investmentbanken und Bankhäuser in der Wallstreet, darunter Lehman Brothers, Hallgarten & Co., Speyer & Co., Kuhn, Loeb & Co., Goldman, Sachs & Co., J. & W. Seligman & Co., J. 5. Bache & Co. und Carl M. Loeb, Rhoades & Co. Familien, deren Vermögen man gewöhnlich mit Bergbau und Hüttenwesen in Verbindung bringt, besaßen auch Banken im Geschäftsviertel New Yorks. Andere Familien, zum Beispiel die Wertheims, gingen von der Manufaktur (Zigarren) zum Bankgeschäft über (Wertheim & Co.).

        Lange Zeit gehörte man der „Crowd“ von Haus aus an oder überhaupt nicht, denn die „Crowd“ schloß sich, wenn es ans Heiraten ging, mehrere Generationen hindurch so fest gegen die Außenwelt ab, daß es so gut wie unmöglich war, in sie einzudringen. Die Leute, „die wir besuchten“, waren auch die Leute, „die wir heirateten“. In der ersten amerikanischen Generation heirateten viele jüdische Gründerväter nahe Verwandte. Joseph Seligman nahm eine Kusine ersten Grades zur Frau, und in der nächsten Generation heiratete die Tochter von Josephs Bruder den Sohn von Josephs Schwester. Meyer Guggenheim heiratete seine Stiefschwester und ein Lewisohn seine eigene Nichte. Er mußte dazu nach Europa fahren, denn in den Vereinigten Staaten war damals eine solche Verbindung gesetzwidrig, und wurde durch diese Eheschließung der Großonkel seiner Kinder und der Schwiegersohn seines Bruders. Drei Brüder Seligman heirateten drei Schwestern namens Levi, mehrere andere Seligmans heirateten Walters und Beers. Die Seligmans hielten sich auch an den alten jüdischen Brauch, die Witwe eines Sohnes dem nächsten unverheirateten Sohn anzutrauen, und auf diese Weise wurden mehrere Frauen zweimal Seligmans. Doppelte Vetternschaften kommen sehr häufig vor. Seligmans heirateten auch Hellmans, Loebs, Lewisohns, Lilienthals, Guggenheims und Lehmans; Lehmans wiederum, die Kusinen oder Vettern ersten Grades aus der Familie Lehman heirateten, suchten sich ihre Ehepartner auch aus den Familien der Lewisohns, Buttenweisers und Ickelheimers. Ickelheimers heirateten Stralems, Stralems heirateten Neustadts, Neustadts heirateten Schiffs, Schiffs heirateten Loebs und Warburgs, Warburgs heirateten Loebs, die ihrerseits natürlich wieder Seligmans heirateten.

        Heute bilden die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der deutsch-jüdischen Gesellschaft ein Muster von schwindelerregender Kompliziertheit. Man stelle sich ein taufeuchtes Spinnennetz am frühen Morgen vor. Jeder Tautropfen stellt ein großes privates Bankhaus dar; die davon ausgehenden Radien sind Söhne und Töchter, Enkel und Enkelinnen, und die feingesponnenen Fäden, die das Ganze zusammenhalten, sind die Ehen. Kuhn, Loeb & Co. bestand ursprünglich aus einem besonders eng geknüpften Netz von Ehebanden: Kuhn und Loeb (die verschwägert waren) waren beide mit Abraham Wolff, einem Teilhaber von Kuhn & Loeb, verwandt, dessen Tochter wiederum einen Teilhaber, nämlich Otto Kuhn, heiratete. Ein Sohn der Loebs nahm eine Kuhn-Tochter zur Frau, und eine Loeb-Tochter heiratete einen weiteren Teilhaber, Paul Warburg, während Jacob Schiffs Tochter Frieda die Frau von Paul Warburgs Bruder Felix wurde, der ebenfalls ein Teilhaber war. Auf diese Weise wurden eine Tante und ihre Nichte zu Schwägerinnen, und Paul stand plötzlich als der Onkel seines eigenen Bruders da.

        Bei Goldman, Sachs heirateten zwei junge Sachs Goldman-Mädchen, und eine dritte Goldman wurde die Frau von Ludwig Dreyfus (einem Teilhaber von Goldman, Sachs), der durch Heirat mit den obengenannten Loebs verwandt war. Eine Sachs-Tochter heiratete einen Straus von Macy & Co., während sich eine andere
        Sachs-Tochter mit einem Rosenwald von Sears, Roebuck & Co. verband (weshalb es nicht verwunderlich ist, daß sich Sears der Firma Goldman, Sachs & Co. bedient, wenn er neue Aktien auf den Markt wirft).

        Viele Jahre lang gab es Ehen unter Verwandten. „In den alten Tagen“, sagte ein Börsenmakler, „waren die Verwandten die einzigen Leute, denen man trauen konnte“. Nach ihrer Gründung im Jahre 1867 hatte die Firma Kuhn, Loeb & Co. vierundvierzig Jahre lang keine Teilhaber, die nicht durch Blutsverwandtschaft oder Heirat dem Familienkomplex Loeb-Kuhn-Wolff angehörten, und bei Goldman, Sachs & Co. waren beinahe fünfzig Jahre von der Gründung an gerechnet alle Teilhaber Angehörige der miteinander verschwägerten Familien Goldman und Sachs. Die Lehmans brauchten sich kaum neue Verwandte anzuheiraten, denn bis 1924, d.h. an die fünfundsiebzig Jahre von der Firmengründung an, hießen alle Teilhaber Lehman.
        ….
        Schon sehr früh trug die Firma Lehman Brothers zur Finanzierung und Entwicklung der American Potash and Chemical Corporation bei, die sie weiter unterstützte, bis sie für einen sehr hohen Preis an die Standard Oil Company in New Jersey verkauft wurde.
        Philip Lehmans Generation war es auch, die als erste in die Elite der deutschen Juden New Yorks einheiratete. Er selbst und seine Vettern suchten sich ihre Frauen in den Familien Straus, Altschul, Lewisohn, Lauer, Limburg, Fatman und Goodhart – Sigmund heiratete eine Lehman, d.h. eine Kusine ersten Grades und verbanden sich auf diese Weise mit anderen Bankhäusern. Von besonderer Bedeutung war dabei Arthur Lehmans Ehe mit der Tochter Adolph Lewisohns, denn durch sie kamen die Bergwerke der Lewisohns unter die Kontrolle der Lehmans. Auf Philip Lehmans Drängen begann die Firma, Emissionen zu garantieren und sich allmählich in eine Investmentbank zu verwandeln. Philip hatte diesen Schritt oft mit seinem besten Freund, Henry Goldman, besprochen.
        […]
        Henry Goldmans Nachfolger in der Firma Goldman Sachs war ein liebenswürdiger, freundlicher Mann aus den Südstaaten, ein gewisser Waddill Catchings, der aus der Eisen- und Stahlindustrie kam. Im Augenblick machte er im ganzen Land durch eine Reihe von Büchern von sich reden, die er zusammen mit William T. Foster verfaßte und in denen er sich in einem recht anspruchsvollen Stil des längeren und breiteren über die rosige Zukunft der amerikanischen Nachkriegswirtschaft ausließ. Die Lehmans mißtrauten jedoch dem großspurigen Catchings. Philip Lehman fand, es fehle Catchings „an Gleichgewicht“, er sei „zu ehrgeizig und aggressiv“ und „zu optimistisch“. (Im Jahre 1929 zeigte es sich, daß die Lehmans recht gehabt hatten.) Um dieselbe Zeit blickte ein junger Mann aus Brooklyn namens Sidney Weinberg sehnsüchtig über den Hafen zum hoch emporragenden Finanzdistrikt hinüber und sagte sich, daß dort, und nur dort, Geld zu holen sei. Er ging in das oberste Stockwerk des höchsten Gebäudes, damals 43 Exchange Place, und arbeitete sich nach unten durch, indem er in jedem Stockwerk um Arbeit bat. Im ersten Stock endlich, bei der Firma Goldman, Sachs, wurde er als Laufbursche angestellt. Catchings nahm Weinberg unter seine Fittiche, und die Lehmans sahen in Weinberg einen vielversprechenden jungen Mann. (Er ist heute Seniorchef der Firma Goldman, Sachs und einer der sechs mächtigsten Männer der Wallstreet.) Weinberg selbst sprach sich jedoch, sobald er mitzureden hatte, gegen die Verbindung mit den Lehmans aus. Die Beziehungen zwischen den beiden Firmen verschlechterten sich zusehends, und schließlich wurde ein Memorandum aufgesetzt, das die Trennung in aller Form festhielt.

        In dem Memorandum waren sechzig Gesellschaften aufgeführt, für die Lehman Brothers und Goldman, Sachs gemeinsam gearbeitet hatten, und diese wurden nach dem »primären Interesse«, das die eine oder die andere Firma an ihnen hatte, aufgeteilt. Goldman, Sachs bekam einundvierzig Gesellschaften, Lehman Brothers die restlichen neunzehn. Sears, Roebuck & Co. ging natürlich an Goldman, Sachs. Jede der beiden Banken verpflichtete sich, das Territorium der andern zu respektieren. Das Zerwürfnis zwischen den beiden Firmen dauerte bis 1956. In diesem Jahr beschloß Sears, Roebuck eine neue Auslieferungsfiliale einzurichten, und Sidney Weinberg wandte sich an Robert Lehman, den Sohn Philip Lehmans, und ersuchte die Firma Lehman Brothers, ihre alte Rolle bei der Finanzierung von Sears, Roebuck wieder zu übernehmen.
        Auf lange Sicht gesehen, kam die Trennung beiden Firmen zugute, am meisten aber Lehman Brothers, denn Philip Lehman war gezwungen, sich im Investmentgeschäft zu behaupten, ohne sich auf Goldman, Sachs stützen zu können. „Ich glaube, es war das beste, was Lehman passieren konnte“, sagte ein Bankier, „denn sie zogen die Jacken aus, krempelten sich die Ärmel hoch und gingen los, um Geschäfte zu machen. Die Lehmans hatten immer viel Geld gehabt, aber das ist etwas anderes, als um ein Geschäft zu kämpfen. Nach dem Streit wurden sie richtige Draufgänger.“
        […]
        Das war 1910. Drei Jahre später bot man Albert Strauss, der zusammen mit seinem Bruder Frederick einer der ersten nicht der Familie angehörenden Seligman-Teilhaber war und nun im Vorstand der GM (General Motors) saß, 30 Dollar für die GM-Stammaktie. Strauss und die Seligmans verkauften nicht. Im Jahre 1919 wurden GM-Stammaktien zu 850 Dollar pro Stück gehandelt.

        Die kurzsichtige Beurteilung der Zukunftsaussichten der Automobilindustrie von seiten der Firma Morgan wird oft als Grund dafür angeführt, daß die Ford Motor Company so lange ein Privatbetrieb blieb. Automobilaktien galten damals als so unsicher, daß „nur die jüdischen Banken sie übernahmen“, und das behagte Henry Ford sen. nicht, der ein erklärter Antisemit war. Andrerseits aber wollte der führende nichtjüdische Bankier, Morgan (Anmerk: aber Mitglied des internationalen Rothschild-Syndikats), nichts mit Ford zu tun haben. In der in Dearborn, Michigan, erscheinenden Zeitung Independent, die er kontrollierte, ließ Ford zum erstenmal in Amerika die »Protokolle der Weisen von Zion« abdrucken, dieses gefälschte „Dokument“, das angeblich die auf einem Kongreß von Juden und Freimaurern gefaßten Beschlüsse zur Erlangung der Weltherrschaft festhielt. Die Folge davon war, daß es viele Jahre dauerte, bis Juden Fordwagen kauften.

        Und doch war es nach Henry Fords Tod eine jüdische Bank, Goldman, Sachs & Co., die als erste Fordaktien auf den Markt brachte und unter der Führung von Sidney Weinberg die komplizierte Struktur der Ford-Stiftung entwarf. Heute ist Weinberg der erste Finanzberater Henry Fords II. und Mitglied des Vorstandes der Ford Motor Company – eine Ironie, für die man in der Hochfinanz immer wieder Beispiele findet. Wo viel Geld zu holen ist, kann viel verziehen werden.“
        – Zitat Ende –

        Das Buch wurde im SPIEGEL 36/1969 vorgestellt:
        „Torheit hinter Marmor“

        Nachzutragen wäre noch:
        Die „Our Crowd“-Interessen in der Welt wurden u. werden vermutlich auch vertreten von
        Henry Kissinger, US-Präsidentenberater, langjähriger Repräsentant von Goldman Sachs
        und von Edgar Bronfman, verheiratet mit Ann Loeb (Kommanditistin bei Carl M. Loeb, Rhoades & Co., Our Crowd-Finanzhaus), Schnaps-König (Seagram´s), Präsident jüdischer Weltorganisation. Neben dem US-Hochkommissar für Deutschland, John McCloy (Rockefeller-Anwalt), dürfte auch US-Hochkommissar S. Stone, (Ford Stiftung) Wall Street-Interessen in Deutschland vertreten haben. Im US-ASPEN-Institut, dessen deutsche Filiale Stone 1974 in Berlin gründete, spielten auch Kissinger u. McCloy eine maßgebliche Rolle.

        Über die Wirtschaftsinteressen der Our Crowd-Gruppe in Deutschland informiert u.a.:
        James P. Warburg, „Deutschland – Brücke oder Schlachtfeld“, New York City März 1947, Stuttgart 1949. (was zur Gründung der Atlantik-Brücke führte)

        Neues Deutschland vom 9.10.1995:
        „USA größter Investor in Ostdeutschland – Unternehmen fordern Sozialkostenkürzung“

        -Auszug:
        „Mit Investitionen von zwölf Milliarden DM sind die USA der größte Auslandsinvestor in den neuen Bundesländern. Damit entstehen nach amerikanischen Angaben etwa 50000 Arbeitsplätze. Sein Land habe dramatisch von den Veränderungen in Ostdeutschland profitiert, räumte Robert Hormats, Vizepräsident von Goldmann Sachs & Co, auf einer Wirtschaftskonferenz in Erfurt ein. Die Wirtschaft der USA sähe hier eine starke Region, die ein enormes Wachstum vor sich hat.
        Befürchtungen, die USA könnten ihr Engagement in Europa zugunsten von Asien einschränken, wies Hormats als unbegründet zurück. Angesichts der Globalisierung der Märkte werde sich die amerikanische Wirtschaft weltweit engagieren. Es gebe keine Wahl zwischen Europa und Asien. In der starken D-Mark sieht Hormats ein „ernstes Problem“. Noch problematischer seien die hohen Lohnkosten, die müßten angesichts der Wettbewerbsumwelt sinken. Auch die Sozialkosten müßten überprüft werden, da sei er aber optimistisch.
        Staatssekretär Johannes Ludewig stimmte dem Manager zu: „Wenn wir weiter machen wie bisher, verlieren wir Arbeitsplätze“. Im Gegensatz zu den USA gebe es aber in Deutschland Gruppen, die um die Besitzstände kämpfen, das mache die Sache schwierig. Es werde aber daran gearbeitet, versicherte er. Auf die starke Mark anspielend betonte er:
        „Wir werden doch nicht die Inflation anheizen, um die Währung zu beeinflussen.“

        Anmerkung: Mit der Abschaffung der starken D-Mark scheint ja nun ein „ernstes Problem“ für Goldman Sachs & Co. beseitigt zu sein?

        Und wie informiert DER SPIEGEL über die Globalplayer u. Globalisierer? Hier über Goldman Sachs („Es gibt größere Banken auf der Welt, aber keine einflussreichere“):
        Die Kirche des Kapitalismus
        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18204231.html

        [Ns. Vorstehender Beitrag (hier unwesentlich bearbeitet) original von Seemann, bei AM am 06.02.2012 ]

        • Teil 3

          „Nur“ Wirtschaftsinteressen?

          Der oben angeführte Autor James P. Warburg ist selbst ein Beispiel für die Verbindung von Wirtschaft u. Politik. James P. Warburg war der Finanzberater von US-Präsident Roosevelt 1933-34, im 2. WK wirkte er führend im US-Kriegsministerium mit u. trat für eine besonders harte Haltung gegen Deutschland ein. 1950 erklärte er vor einem Ausschuß des US-Senats: „Wir werden eine Weltregierung bekommen, ob es uns gefällt oder nicht. Die Frage ist nur, ob die Weltregierung durch Konsens erreicht werden kann, oder ob sie durchgesetzt werden muß.“ (frei übersetzt)

          IM ÜBERBLICK: Die Warburgs („eine deutsch-jüdische Bankiers-Familie“, Zitat Wikipedia).
          Es gibt grob gesagt heute einen deutschen u. einen us-amerikanischen Zweig. James P. Warburg gehörte dem letzteren an:
          Familie Warburg (Wikipedia)

          Zurück zur oben schon angesprochenen „Atlantik-Brücke„. Sie wurde 1952 von Eric M. Warburg in Zusammenarbeit mit der bekannten Marion Gräfin Dönhoff (Herausgeberin DIE ZEIT) gegründet. Zu Eric (Erich) Warburg einige Notizen aus Wikipedia:
          „… (* 15. April 1900 in Hamburg; † 9. Juli 1990 ebenda) war ein deutsch-amerikanischer Bankier jüdischer Herkunft.
          … als Sohn des Bankiers Max Warburg in Hamburg geboren. Sein Onkel war Paul Moritz Warburg, ein weiterer Onkel war der Kunsthistoriker und Bibliotheksgründer Aby Warburg.

          Eric Warburgs Ausbildung zum Bankkaufmann führte ihn nach Berlin, Frankfurt am Main und nach London, wo er im Bankhaus N.M. Rothschild & Sons Erfahrungen sammelte (…), emigrierte Warburg 1938 in die Vereinigten Staaten und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. In New York gründete er 1938 das Bankhaus E. M. Warburg & Co., das sich ab 1970, als Lionel Pincus in die Bank eintrat, E.M. Warburg, Pincus & Co. nannte. (…) Während des Zweiten Weltkrieges diente Warburg als Oberstleutnant in der US Army. Nach Deutschland kehrte er erstmals als amerikanischer Armeeoffizier 1945 zurück und arbeitete unter anderem als Dolmetscher für Hermann Göring bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. (…) Warburg war für das „Asyl, das man ihm in Amerika gewährt hatte“ dankbar und bemühte sich, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA zu festigen.“

          Bei der von Eric Warburg mit initiierten Atlantik-Brücke handelt es sich um einen exklusiven (nur etwa 500 Mitglieder zählenden) Verein zur „Förderung des deutsch-amerikanischen Verständnisses“ (Satzung Atlantikbrücke, s. Wikipedia), der „eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen der Siegermacht USA und der Bundesrepublik Deutschland schlagen“ sollte. (Wikipedia)

          Die Liste der Vorstände, Mitglieder u. Förderer klärt auf, wer da in den Beziehungen USA-BRD für das richtige Klima sorgt; darunter befinden sich der heutige Bundespräsident, die Bundeskanlerin, der BRD-Aussenminister u. Vizekanzler, einige Ex-Kanzler, bundesdeutsche u. internationale Bankster (dabei Eric Warburgs Sohn Max M. Warburg, Gesellschafter des Bankhaus M.M. Warburg & Co.), ein paar Industriekapitäne, führende Medienvertreter (z.B. Claus Kleber, ZDF) und prominente Parlamentarier bzw. Politiker aus den etablierten Parteien (z.B. Katrin Göring-Eckhardt, Grüne Partei):
          http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Mitgliedern_der_Atlantik-Br%C3%BCcke

          Verhältnismässig zahlreiche Mitglieder sind unter gewaltsamen Umständen verblichen: Uwe Barschel u. die angeblichen RAF-Opfer Beckurts, Herrhausen, Ponto und Rohwedder. Ebenso merkwürdig: die Todesumstände sind bis heute nicht aufgeklärt.
          Das ist sicher nur ein Zufall!!? Es ist aber auch schonmal was anderes angenommen worden:
          TELEPOLIS (Heise)
          Ernst Corinth 05.05.2000
          Die RAF und der Verein Atlantik-Brücke – ein fürwahr mörderischer Komplott

          http://www.heise.de/tp/artikel/8/8114/1.html

          Die Tochter Eric Warburgs u. Schwester von Max M., Marie Warburg, ist führendes Mitglied der bundesdeutschen Sektion von „Human Rights Watch„, einer sog. Menschenrechtsorganisation, die sich allerdings um die Menschenrechte in Ländern sorgt, die den vereinigten USA, EU u. Israel ein Dorn im Auge sind, zum Beispiel Libyen unter Muammar Gaddafi u. Syrien unter Präsident Assad.

          HRW wird unter anderem durch erhebliche „Spenden“ von George Soros unterhalten, einem Bankster mit besten Kontakten zum britischen Zweig der Rothschilds.
          „Außerdem ist George Soros politisch und sozial engagiert und hat bisher einige Milliarden Dollar für humanitäre Zwecke oder politische Projekte investiert.“
          http://wissen.germanblogs.de/george-soros-alles-ueber-die-investoren-legende/
          sowie Wikipedia:
          „Im September 2010 spendete der Milliardär Soros 100 Millionen Dollar an Human Rights Watch.“
          http://de.wikipedia.org/wiki/Human_Rights_Watch

          Die aufwendige Präsenz von Human Rights Watch in der BRD (wo es bekanntlich keine Menschenrechtsverletzungen geben kann, sodass man hierzulande eigentlich überflüssig wäre) erklärt HRW mit eigenen Worten so: „Das Komitee trägt wesentlich zur Sichtbarkeit und zum Einfluss von Human Rights Watch in Deutschland bei.“
          http://www.hrw.org/de/node/83453/

          Marie Warburg ist verheiratet mit Michael Naumann, Ex-Kulturstaatsminister, Publizist u. SPD-Politiker, den man wohl für einen der einflussreichsten u. zugleich unterschätztesten Männer des Establishments halten darf. Vgl. dazu Wikipedia, insbes. Abschnitte
          zum Streit mit Generalstaatsanwalt Karge und zur Auseinandersetzung um das Berliner „Holocaust“-Denkmal und staune, was manch Einer sich erlauben darf.
          http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Naumann

          Über Marie Warburg und Familie schreibt das Hamburger Abendblatt unter dem Titel „Wer ist die Frau an seiner Seite?“ am 08.03.2007:
          Die aus Hamburg stammenden Warburgs sind Bankiers, Forscher und Mäzene. Man nannte sie in einem Atemzug mit den Rothschilds. In Deutschland und Amerika waren sie mit den bedeutendsten Persönlichkeiten von Wirtschaft, Politik und Kultur verbunden – von Wilhelm II. bis zu Albert Ballin, von Roosevelt bis zu John J. McCloy.“
          http://www.abendblatt.de/hamburg/article848530/Wer-ist-die-Frau-an-seiner-Seite.html

        • Teil 4 und Schluss

          Wie auch von Rothschild erfährt man von den Warburgs verhältnismässig selten u. wenig in der Presse. Das entspricht aber kaum ihrer tatsächlichen Bedeutung.

          Noch einmal der Rückblick:
          Älterer Stammbaum der Warburgs aus Hamburg, Altona (Bildtafel evtl. vergrössern)
          http://www.jewishencyclopedia.com/articles/14778-warburg#anchor1

          Und die Gegenwart:
          In Das Kartell der Federal Reserve: die Acht Familien (der erste einer 5 teiligen Artikelreihe) schreibt Dean Henderson:

          „Die Vier apokalyptischen Reiter des Bankenwesens (Bank of Amerika, JP Morgan Chase, Citigroup und Wells Fargo) besitzen die Vier Reiter des Erdöls (Exxon Mobil, Royal Dutch/Shell, BP und Chevron Texaco) zusammen mit der Deutschen Bank, BNP, Barclays und anderen europäischen traditionellen Finanzgiganten. Aber ihre monopolartige Macht endet nicht beim Erdöl…
          . . .
          J.W. McAllister, ein Kenner der Erdölindustrie mit Verbindungen zum Hause Saud, schrieb in The Grim Reaper, nach Informationen, die er von einem saudischen Banker erhalten habe, gehörten 80 Prozent der New Yorker Federal Reserve Bank, der bei Weitem einflussreichsten der zwölf regionalen Federal-Reserve-Banken, nur acht Familien, von denen vier in den USA lebten. Dabei handelte es sich um Goldman Sachs, Rockefeller, Lehman und Kuhn Loeb aus New York, die Rothschilds aus Paris und London, die Warburgs aus Hamburg, die Lazards aus Paris und Israel Moses Seif aus Rom.
          Der Wirtschaftsprüfer Thomas D. Schauf bestätigt McAllister Behauptungen und fügt hinzu, zehn Banken kontrollierten alle zwölf Federal-Reserve-Regionalbanken. Er nannte N. M. Rothschild aus London, die Bank Rothschild aus Berlin, das Hamburger Bankhaus Warburg, das Amsterdamer Bankhaus Warburg, die Bankhäuser Lehman Brothers aus New York und Paris, die Bank Kuhn Loeb aus New York, das Bankhaus Israel Moses Seif aus Italien, die Bank Goldman Sachs aus New York und die Bank JP Morgan Chase ebenfalls aus New York. Schauf nennt William Rockefeller, Jacob Schiff und James Stillman als Einzelpersonen, die erhebliche Anteile an der Federal Reserve besitzen. (3) Die Schiffs sind Anteilseigner bei Kuhn Loeb und die Stillmans, die um die Wende zum 20. Jahrhundert in die Familie Rockefeller einheirateten, bei der Citigroup.“

          http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/dean-henderson/das-kartell-der-federal-reserve-die-acht-familien-teil-1-einer-auf-vier-teile-angelegten-serie-.html

          Der Inhalt ist auch in diesem Video erhältlich – Dean Henderson, Webster Tarpley u.a. bei PressTV (nur englischsprachig):
          The International Banking Cartel (I)

          Bei der Gründung der us-amerikanischen Notenbank („Fed“; genaugenommen sind es mehrere Banken in einem Verbund) im Jahre 1913 spielte Paul M. Warburg eine entscheidende Rolle. Er war der „amerikanische“ Onkel des hier früher erwähnten Atlantik-Brückengründers Eric M. Warburg.
          „Der Vorschlag zur Etablierung einer Zentralbank nach europäischem Vorbild stammte von Paul Moritz Warburg, Teilhaber des Bankhauses Warburg in Hamburg und Kuhn, Loeb & Co. in New York. Er wurde auch 1914 auf Vorschlag Präsident Wilsons in den Rat der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve Board) berufen und zu ihrem Vizepräsidenten ernannt.“ (Wikipedia)

          Seine Einordnung in die Warburg-Saga näher ansehen und dann staunen, was u. wo er überall mitdrehte: Das schwarze Männchen rechts oben oder links unten anklicken, alle Beziehungen erscheinen u. sind extra anklickbar:
          http://www.nndb.com/people/462/000135057/

          Das von D. Henderson genannte Hamburger Bankhaus Warburg ist von der FAZ, 06.04.2011, im Stil des „seriösen“ Wirtschaftsjournalismus so vorgestellt worden:
          Bankhaus Warburg beständig stark
          Das Bankhaus M.M. Warburg hat auch 2010 ein gutes Ergebnis abgeliefert. Das Hamburger Finanzinstitut, das zu mehr als 80 Prozent den Familien Olearius und Warburg gehört, meldet einen Gewinn vor Steuern von 65,6 Millionen Euro, nach 61,3 Millionen Euro im Jahr zuvor.
          . . .
          Seit der Übernahme von Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank ist die Warburg-Gruppe die größte unabhängige Privatbank Deutschlands. … Bankengruppe, zu der neben dem Stammhaus M.M. Warburg & Co. sechs weitere Banken in Deutschland gehören,“

          http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bankhaus-warburg-bestaendig-stark-1627735.html

          Anm. Welche „Übernahme“? Sal. Oppenheim war mit Rothschild, über ihren Laufburschen Delbrück, Hauptgründer der Deutschen Bank. Über verschiedene grosse Aktienpakete ihrer Strohleute Sulzbach u. Marcuse u.a. bei der Gründung der DB und spätere Bankenfusionen sind sie die Hauptaktionäre der DB!
          Oppenheim hat nur ein sicheres Zimmer im eigenen Haus genommen, um dem Ärger mit der inszenierten Quelle-Pleite aus dem Wege zu gehen?

          Warburg ist natürlich auch in Luxemburg u. Schweiz mit Tochterbanken vertreten. Die Unternehmen des deutschen Zweigs der Warburgs als Tafel:
          Unternehmen des Warburg Verbunds“ (pdf)
          http://www.mmwarburg.de/export/download/mmwarburg.com/Uebersicht_WarburgVerbund.pdf

          Das oben bei D. Henderson erwähnte „Amsterdamer Bankhaus Warburg“ gehört offenbar zum us-amerikanischen Zweig der Warburgs:
          Warburg Pincus-Amsterdam-Netherlands
          Warburg Pincus-Amsterdam-Netherlands is a venture capital firm founded in 1966.“

          http://venture-capital-firms.findthebest.com/l/371/Warburg-Pincus-Amsterdam-Netherlands

          Das us-amerikanische Unternehmen Warburg Pincus geht zurück auf Eric M. Warburg aus Hamburg, der es dort zur Zeit seines Exils in USA gründete:
          „… ist ein US-amerikanisches Private Equity-Unternehmen mit Sitz in New York City, das mit dem Fokus auf Wachstumsfinanzierung agiert. Das Unternehmen verwaltet Kapital, das es in die Investitionsschwerpunkte wie Finanzdienstleistungen, Medien und Telekommunikation, Energie, Immobilien sowie industrielle Dienstleistungen investiert. (…) Warburg Pincus wurde im Jahre 1966 gegründet und hat bisher 12 Beteiligungsfonds aufgelegt, die über $29 Mrd. in ca. 600 Unternehmen in 30 Ländern investiert haben. Aktuell investiert Warburg Pincus aus einem Fonds, der im Jahr 2007 mit einem Beteiligungsvolumen von $ 15 Mrd. geschlossen wurde. Seit der ersten Transaktion in Europa im Jahr 1983 hat Warburg Pincus rund 4,2 Mrd. US-Dollar in über 80 Unternehmen in 18 europäischen Ländern investiert.“

          Frage an dich, Iskander.
          Könnte alles ziemlich eng für uns werden, falls wir diese Einflüsse ändern wollten, oder?

        • Upharsin

          Israels Rolle ist ganz einfach. Die Wirtschaftsmächte halten sich einen Staat. Ist praktisch, man hat legitimerweise diplomatischen Status, eine Armee, Geheimdienst, und ist nicht justiziabel. Mit Judentum hat das höchstens als Hintergrundlegitimation und Netzwerktradition zu tun, die bemitleidenswerte Mehrheit der israelischen Bevölkerung geht diesen Herren am Arsch vorbei.
          Das Parallelmodell für die nicht weltanschaulich gelabelten Teile der Finanzindustrie ist Quatar, selbes Prinzip.

        • Jowi

          Vor nicht all zu langer Zeit hätte ich deine ganzen Ausführungen als braune und antisemitische Propaganda eingestuft und mich nicht länger damit beschäftigt, 2013 urteile ich nicht mehr so schnell.
          Leider war der Umbau der „Deutschland-AG“, wie er in dem von dir verlinkten Spiegel-Artikel tituliert wurde, recht erfolgreich (Goldman-Sachs-Sicht).
          Erschreckend, wie wenige Politiker sich gegen dieses schmutzige Spiel gesträubt haben. Einer, den ich vielleicht auch wegen seines putzigen Aussehens,seiner onkelhaften Art und seines ulkigen Dialekts immer unterschätzt habe, war Norbert Blüm. Sein Buch „Ehrliche Arbeit: Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier“ mag auch etwas naiv anmuten, aber eine seiner Weisheiten ist die, dass das Geldvermehrungssystem à la Goldman-Sachs nach dem selben Muster funktioniert, wie schon die Ausbeutung der Indianer und anderer Völker mit einfacher, aber ehrlicher Kultur: man gestalte Geschäftsdinge so, dass sie das Gegenüber nicht mehr versteht. Der Komplikateur als Profiteur. Der Betrogene sieht die Schuld nicht beim Betrüger, sondern bei sich selbst, da er den Betrug nicht durchschaut. Oft bemerkt der Betrogene den Betrug gar nicht, da ihm die Aufklärung der Wahrheit wie das Labyrinth erscheint, in das Minotaurus von den Göttern gesperrt worden war. Irgend wann gibt er auf, die Lebenszeit ist schließlich begrenzt.
          Natürlich ist diese Masche aber nicht auf Juden beschränkt. Halunken gibt es überall! Aber die lange Geschichte der Verfolgung von Juden hat diese Gruppe ironischerweise sehr stark gemacht. Sie mussten dem oftmals überlegenen Gegner mit List ein Schnäppchen schlagen und dabei ging es nicht selten um die Existenz. Außerdem versprengte es dieses Volk in alle Ecken der Welt, eine prima Voraussetzung für globale Vernetzung und multikulturelle Bereicherung des Intellekts. Vielleicht ist dieser Verfolgungsdruck über Generationen, die Diaspora in verschiedensten Gastkulturen und die Schriftkultur des Judentums der Grund für die auffällig große Anzahl jüdischer Nobelpreisträger und von Vorzeige-Intellektuellen.
          Es sollte aber nicht zu rassistischen Reflexen führen, die ich dir hier nicht unterstellen möchte, die Gefahr dahin abzugleiten ist allerdings groß.
          Es gibt ja auch viele Juden, die den faschistoiden Zionismus – für den beispielhaft „Bibi“ Netanjahu“ steht, leidenschaftlich ablehnen.

        • „Vor nicht all zu langer Zeit hätte ich deine ganzen Ausführungen als braune und antisemitische Propaganda eingestuft und mich nicht länger damit beschäftigt, 2013 urteile ich nicht mehr so schnell.“

          Aber das hätte mich dann enttäuscht und zwar deines Denkvermögens wegen. Ich schreibe hier nämlich nicht um persönl. klassifiziert zu werden (was zur Sache an sich nichts beitragen kann), sondern um Anregungen zu geben sich mit bestimmten Sachverhalten grundlegend (nicht nur temporär) auseinanderzusetzen. Das Ziel ist wie ich auch geschrieben habe >> Selber weiterzuforschen.

          Zur von dir eingeführten Begrifflichkeit gibt es genügend Aufklärung, von wem und warum u. zu welchem Zweck jene benutzt wird. Der lupo cattivo Blog hat dazu s. viel (vgl. im dortigen Blog die Spalte rechts) geschrieben –
          Der sogenannte Antisemitismus
          Ich habe hier früher verschiedentlich darauf hingewiesen, dass der Zionismus mit Totschlagebegriffen arbeitet, denen wir (die wir ihre Anmassungen zurückweisen) uns selbstverständlich niemals ergeben dürfen – in diesem Kommentar in einem sog. linken Zusammenhang u. mit weiteren Quellenlinks dabei –
          http://www.chartophylakeion.de/blog/2013/07/29/beati-pacifici/#comment-19042
          Das beste Gegenargument liefert mitunter der Gegner selbst, man sehe sich mal die Äusserungen der ehem. israelischen Ministerin Shulamit Aloni an (die Aufnahme entstand vermutlich in den 9oer Jahren): „Israelische Ministerin verrät den Holocaust – Trick“

          „Es sollte aber nicht zu rassistischen Reflexen führen, die ich dir hier nicht unterstellen möchte, die Gefahr dahin abzugleiten ist allerdings groß.“

          Das (erfolgreich unterstellen) könntest du auch nicht. Allerdings gibt es keine grosse Gefahr. Du weisst, dass Rassismus von den UN inkriminiert worden ist.
          Das Regelwerk wird jedoch vollkommen verfälscht, da es vorrangig das zionistische israelische Regime schützt – Beweis: die Untätigkeit der UN gegenüber Israel bei Komplizenschaft des gesamten UN-Sicherheitsrates mit verschiedenen Anteilen.
          Dieses Regime verhält sich selbst seit Jahrzehnten auf widerwärtigste Weise rassistisch gegen Araber, es duldet rassistische Schriften u. Medienveröffentlichungen von Nichtregierungsparteien u.a. gesellschaftlichen Gruppen wie den Extremisten der Siedlerbewegung. Sie stützen sich alle auf religiöse Lehrmeinungen, die wiederum als traditionelles Judentum verkauft werden, um dem Rassismus eine höhere Weihe zu geben, ihn sozusagen als religiös bedingt zu entschuldigen. Die fast weltweit tätige sog. Israel-Lobby, die sich aber teils explizit als Vertreter jüdischer Kultur (Traditionen) u. nicht ausschliesslich als politische Israel-Freunde versteht, schliesst sich dem Treiben an u. geht ihrerseits vehement gegen Kritiker aller Couleur vor. Das geschichtliche Moment der Judenverfolgung in Deutschland spielt dabei eine herausragende Rolle, weil es die Kritiker von vornherein einem Verdacht aussetzt, und das ist auch so gewollt! Und bei alledem verschwimmen die Grenzen zwischen Israel – Zionismus – Judentum nahezu vollständig u. führen letztlich immer wieder nur dazu, dass eine relativ kleine Menschengruppe sich politisch, ethisch u. ethnisch eine Sonderrolle in der Weltgeschichte von heute zuspricht u. dafür auch noch die eigene Klientel im Frontstaat (alle Israelis) instrumentalisiert.
          Meine Frage war u. bleibt, wer sind die (denn natürlich sind es nicht die Juden), was machen die genau, warum und wozu treten sie auf, wer arbeitet ihnen zu usw.
          Bei der Beantwortung dieser Fragen kann man ja nicht vor ihrer jüdischen Herkunft die Augen zumachen eingedenk der Tatsache, dass die mächtigen Rothschilds (wir sprechen primär noch von Israel, s. # von ISKANDER) die zionistisch geleitete Siedlung in Palästina förderten u. sich dem neu geschaffenen Staatswesen auch heute sehr verbunden sehen – in ihren eigenen Worten:
          Israel
          Rothschild has a long history in Israel and the Rothschild family has played a significant role in the development of the country.

          Um diese wirtschaftliche u. politische Macht anzureissen (mehr ist es ja nicht), darum habe ich geschrieben. Solche Macht ist jedenfalls fatal, es begegnen sich dort anscheinend drei Komponenten, von denen normalerweise keine einzige geduldet werden dürfte: Kapitalismus – Zionismus – und das Streben nach der Weltherrschaft.

          Um noch deinem Einwurf thematisch abgerundet zu begegnen: „die Juden“ sind durchaus keine überall feststehende Kategorie. Der israelische Geschichtsprofessor Shlomo Sand sieht das ganz anders, er stellt die Existenz eines jüdischen Volkes in Abrede u. hat dafür m.E. gute Gründe angeführt. –
          Perlentaucher, Buchvorstellung
          Die Erfindung des jüdischen Volkes
          Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand“
          und einige Rezensionen

          http://www.perlentaucher.de/buch/shlomo-sand/die-erfindung-des-juedischen-volkes.html

          Dass man solche Internetnotizen immer überprüfen sollte, ergibt sich aus den untenstehenden Gesprächen Sands mit 3sat. Denn die in den obigen Rezensionen enthaltenen Behauptungen, Sand stelle Israels Existenzrecht infrage, er wolle ein multikulturelles Israel oder vertrete die „Einstaatenlösung“, sind gelogen. Sand tritt für ein „national-israelisches“ Israel u. für eine Zweistaatenlösung ein, er hält vielleicht eine Konföderation Israel-Palästina für sinnvoll.

          „Die Erfindung des jüdischen Volkes (Shlomo Sand) – Die Nachkommen der Chasaren“

          „Shlomo Sand und der israelische Gründungsmythos – Die Erfindung Israels“

        • walter

          @Comrade John
          So sehr ich dich auch für diese mehr als beeindruckende Zusammenstellung bewundere, gibt es doch eine schmerzliche Erkenntnis daraus: Umfang und Quellenverzeichnisse reichen aus, eine konzentrierte Recherche über mehrere Jahre zu betreiben!!!
          Meine Hochachtung und Respekt für diese „Doktorarbeit“!

        • Wenige sind schon so aufgeklärt u. sind zugleich wach u. hungrig geblieben, um über die gefüllten Tellerränder der kapitalistischen Kultur hinausblickend nach den letzten Gründen zu suchen. Was auch heisst im Lauf der vielleicht sieben oder acht Dekaden (mehr Lebenszeit haben wir nämlich nicht) den eigenen Standort zu finden. Du gehörst bestimmt dazu. Denn eines ist auch klar: das System verbreitet die Depression u. fördert die möglichst frühe Resignation. Nachdem was ich von dir gelesen habe weiss ich, dass es für mich hier keine Zeitverschwendung war.

          Mag sich für Syrien (das steht noch nichtmal fest) auch eine gewisse Pause u. Erholung ergeben – alle anderen haben keine oder nur noch Galgenfrist, bis es auch bei ihnen richtig kracht, solange dieses System weltweit besteht u. sich offenbar dranmacht, auch das letzte unkontrollierte Terrain für die Allmacht zu erobern.
          In Europa wird es in absehbarer Zeit ans Eingemachte gehen, da können die Bürgers weiter pennen u. sich die Sache immer noch schönreden soviel sie wollen; auch „Hartz4“-Bezieher werden mit ihren max. erlaubten Vermögen von 10000 € für die Gier ihrer Bankster-Eliten persönlich haften:
          DEURSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
          EU-Parlament und EZB: Ein Schaukampf zur Entmündigung der Steuerzahler

          http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/11/eu-parlament-und-ezb-ein-schaukampf-zur-entmuendigung-der-steuerzahler/

          Dir verdanke ich übrigens so schöne wie die eine (hier umgeschriebene) Passage:
          Aber keine Macht der Welt, keine juristische Bombe und kein Revolver kann UNS daran hindern, die Tore der Lüge aufzustossen.
          _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

          Nachtrag
          Die frommen Muslime von TAUHID.NET nahmen sich ebenfalls der Frage an, ob man einen Zusammenhang in den geschichtlichen Ereignissen erkennen kann. Sie kamen zu dem Schluss, dass geschichtl. Ereignisse eben kein Zufall sondern geplant verlaufen sind, und es ein Endziel gibt – Von den Templern über die Rothschilds u. anderen Bankster bis zu Weltregierung und Totaler Kontrolle jedes Einzelnen.

          Berufen wir also auch sie noch in den Zeugenstand –

          Es ist unsere Pflicht, andere über die Misere zu informieren, in der wir stecken. Die Menschen müssen begreifen, dass sie in einer Traumwelt leben und wie Schafe zur Schlachtbank getrieben werden.“ aus: Ad-Dajjal (Der Antichrist)
          http://www.tauhid.net/antichrist.html
          [Abschnitte II. bis XII. unten jeweils anklicken]

  • walter

    @Iskander
    Off topic: hast Du etwas davon gehört, dass in Syrien ein Polio-Ausbruch fixiert worden ist?

    Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2013_10_29/Ausbruch-von-Poliomyelitis-in-Syrien-droht-der-gesamten-Region-6158/

  • ISKANDER

    @walter: ich habe von einer großen Impfkampagne dahingehend gehört, kann es aber nicht mehr belegen, wo.
    Der Ausbruch von Seuchen ist Teil der apokalyptischen Reiter in Kriegen. Das aber ausgerechnet diese praktisch viruell seit vielen Jahren ausgerottete Seuche Polio wieder – und ausgerechnet in Syrien – auftritt, gibt mir zu denken.
    Krankheitserreger halten sich lange nach deren „Ausrottung“ noch wach. Polio ist aber im Gegensatz zu anderen Seuchen der Menschheit praktisch ausgerottet. Ausgerottet – bis auf Reserven in militärischen Depots. Und wer ist aggressiv genug um seine Nachbarn mit BIOLOGISCHEN Kampfstoffen anzugreifen? Mhm…
    Saudiarabien besitzt diese Dinge m.E. nicht.
    Die USA wird keine Veranlassung haben zu diesen genozidalen Waffen zu greifen. Syrien besitzt so was auch nicht.
    Tja, wer mag der Böse Nachbar sein? „Ach wie gut das niemand weiß, das ich …… heiss“ , besingt ein Volksmärchen der Deutschen.
    Doch selbst wenn diese These nicht zutreffen sollte, erkläre man bitte, wo die ausgerottete Polio plötzlich wieder herkommt.
    Die Flächenimpfung in Syrien (so überhaupt machbar), zeigt uns, das Syrien nicht am Boden liegt und über das heute hinausdenkt.
    Ein gutes Zeichen, ein zweites Cuba.

    • habkind

      Unter anderem der Tagesspiegel berichtet, dass 1,6 Millionen syrische Kinder gegen Polio und andere Kinderkrankheiten geimpft werden sollen.
      Ich hatte die Nachricht auch in syrischen Quellen gelesen.

      http://www.tagesspiegel.de/wissen/fehlender-impfschutz-poliofaelle-in-syrien-bestaetigt/9001304.html

    • Hier muss ich mal widersprechen: Polio ist NICHT ausgerottet. Polio gilt in Deutschland als ausgerottet, weil der letzte Fall 1990 aufgetreten ist. Die Impfungen werden aber auch hier nach wie vor weiter durchgeführt und man hofft, dass dieses Virus nicht wieder eingeschleppt wird. Weltweit tritt Polio nach wie vor endemisch auf, v.a. in Afrika und Asien. Jährlich gibt es bis zu 1500 Neuerkrankungen. Unsere Familie in Syrien ist davon übrigens auch betroffen. Eine junge Frau hat sich leider – im jungen Erwachsenenalter – damit angesteckt. Das war irgendwann in den letzten 10 Jahren. So schlimm der jetzige Ausbruch in Syrien auch ist – ich denke, wir sollten nicht der Versuchung unterliegen, in diese Endemie etwas hinein zu interpretieren, was möglicherweise gar nicht vorhanden ist. Bezeichnend ist aber, dass es v.a. Kinder getroffen hat, die zumeist jünger als 2 1/2 Jahre sind und daher auf Grund dieses Terrorfeldzuges gegen das Land nicht geimpft werden konnten.

  • Fx

    Möglicherweise ist die Entdeckung einen Ölfeldes in Australien der Schlüssel zum Verständnis der Saudi-US-Verstimmung. Die dürfte nämlich wie eine Granate in die bisherige Geopolitik eingeschlagenen sein.

    Grösstes Ölfeld der Welt in Australien entdeckt?
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/10/grosstes-olfeld-der-welt-in-australien.html

    Zitat:
    „Der grosse Ölfund erklärt auch das gestörte Verhältnis zwischen Riad und Washington in letzter Zeit. Die saudischen Despoten sind völlig erzürnt darüber, dass Obama nicht ihrem Wunsch gefolgt ist, Syrien anzugreifen und auch eine neue Verständigung mit Teheran eingegangen ist. Offensichtlich befolgt Obama nicht mehr die Befehle der Ölscheichs mit ihren Petrodollars. Möglicherweise meint Washington, sie können Saudi-Arabien durch den sehr verlässichen Verbündeten Australien als Öllieferanten ersetzen. Die Geostrategie hat sich damit völlig verändert!“

    Natürlich ist das Öl nicht die einzige und wohl auch nicht vorrangige Motivation für die angloamerikanische Geopolitik (siehe z.B. Mackinders Heartland-Theorie), Aber wo doch Amerika derzeit massiv angeschlagen ist könnte es sein, dass die Weltherrschafts-Pläne, die v.a. auf Russland und China zielen, vorerst auf Eis gelegt werden. Vielleicht wird auch versucht, den heiklen und langwierigen Marsch durch den Nahen Osten durch den einfacheren Pazifik-Weg zu ersetzen und sich damit erst einmal v.a. China zuzuwenden. Im Pazifik-Raum wird derzeit ja die US-Militärpräsenz massiv ausgebaut. Würde mich nicht wundern, wenn die Amis bald den einen oder anderen ihrer unzähligen Nahost-Stützpunkte aufgeben würden. Übrigens passt dazu auch die aktuelle Nachricht, dass der treue US-Vasall Saakaschwili als Präsident von Georgien abgewählt wurde.

    • walter

      @Fx
      Hallo, eine auf den ersten Blick mehr als verheißungsvolle Frohbotschaft für all jene (also Milliarden Menschen), die, wenn sie Öl oder Gas benötigen, dieses durch Kauf erwerben. Auch die damit einhergehende Vision, einer friedlicheren Welt – weil entkoppelt von vielen Energiefragen und sündteuren Alternativentwicklungen – erhellt die Sinne.
      Doch gleichzeitig erklimmt die Befürchtung, dass die winzige Minderheit, die über die bisherigen Produktions- wie Lagerstätten verfügte, alles erdenklich unmenschlich mögliche unternehmen wird, ihre jeweiligen Geldmaschinen keinesfalls abwerten zu lassen. Im Klartext bedeutet dies, dass die gesamte Menschheit in eine Epoche eintritt, in welcher der ZUGANG zu diesen mannigfaltigen Energie-Ressourcen umso härter geführt werden wird. Denn leider hält gerade die vorherrschende Rohstoff-Elite sämtliche Hebel der Machtausübung in ihren Händen. Ich prophezeie daher ein Jahrhundert des Kampfes der Massen gegen jenes Promille, das seine Vorherrschaft ganz sicher nicht freiwillig aufgeben wird!

    • Lurker

      Wenn man nach dem australischem Öl-Fund googlet, dann wird meist von „oil shale“ gesprochen. Also Schiefer-Öl:
      Zuerst die Decke wegbuddeln,
      dann das ölhaltige Gestein im Tagebau gewinnen,
      und zuletzt das Öl aus dem Gestein auskochen.

      Ob man das mit so einer Art „Fracking“ wie beim Gas auch rausbekommt ist fraglich.
      Auf alle Fälle ist die Förderung wesentlich teurer als in Arabien wo das einfach raussprudelt oder simpel gepumpt wird.

  • Thierry Meyssan hält die saudische Politik für Selbstmord: „entweder täuscht Riyad Wut vor, um Washington zu erlauben, weiter Krieg in Syrien zu führen, ohne die Verantwortung darüber zu übernehmen, oder die Familie Saud begeht einen politischen Selbstmord.“
    http://www.voltairenet.org/article180746.html