JSOC

Nun kann man sich natürlich fragen, warum das zwar nicht zur besten Sendezeit, aber doch auf ARD kommt, beziehungsweise seit vorgestern überhaupt manchenorts in den Kinos läuft. Nun, einerseits ist der Plot ganz klar Anti-Obama, andererseits kann man davon ausgehen, dass das Joint Special Operations Command auf diese Weise einmal heftig durchgeschüttelt oder vielleicht gar komplett aus dem Verkehr gezogen werden soll. Für all das gibt es natürlich gerade jetzt auch Interessenten.

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  • jowi

    Vielen Dank, hätte ich übersehen, schaue fast nicht mehr TV.

    Was mir manchmal zu weit geht, ist deine Vermutung, alles in westlichen Medien wäre von höherer Stelle orchestriert.
    So ist es nun auch nicht. Die westlichen Methoden der Eliten sind meist subtil. Es gibt ja durchaus die freiheitlichen Traditionen und Werte im Westen, dazu gehört auch die Pressefreiheit. Typisch ist allerdings, dass diese systemkritischen Beiträge an den Rand gedrängt werden, marginalisiert werden, um so keine große Wirkung zu entfalten. Deshalb die späte Sendezeit. Typisch ist leider auch die im Bericht gezeigte Tendenz in den USA gegen den FIOA, den Freedom of Information Act zu verstoßen. Seit 9-11 gibt es deutliche Anzeichen einer sukzessiven Unterhöhlung der freiheitlichen westlichen Werte.

    Ich glaube also nicht, dass dies Teil einer Kampagne gegen Obama ist. Die Rolle Obamas ist sehr schwierig ohne Insiderwissen zu verstehen. Was weiß er beispielsweise von 9-11? Ich bin mir nach längerer Beschäftigung mittlerweile zu über 90% sicher, dass die Türme mit Nanothermit (militärischer Herkunft!) kontrolliert gesprengt wurden.

    Mit Sicherheit ist er keine Friedenstaube, aber vielleicht hat er trotztdem – in Relation zu einem McCain – den Friedensnobelpreis verdient, da er diese Aggressionsmaschine gebremst (nicht gestoppt!) hat. Vielleicht nicht aus Überzeugung, sondern weil er sich Obama-Care und Kanonenboot-Imperialismus zusammen nicht leisten kann, zumindest nicht so wie es die Tea-Party-Leute, AIPAC und andere durchgeknallte Endzeit-Faschisten gerne hätten.
    Hoffentlich werden wenigstens die Historiker einmal die Wahrheit herausfinden, aber leider werden die Geschichtsbücher ja meist von denen „erfunden“, die die Macht haben.

    • „Orchestriert“ ist wahrscheinlich zu viel gesagt. Hier handelt es sich ja offensichtlich um Enthüllungen. Es ist natürlich, dass irgendjemand („investigativer Journalist“) sich früher oder später mit sowas beschäftigt, aber ob das gut geht und an die Öffentlichkeit kommt, ist eine ganz andere Frage. Das muss schon von irgendwem unterwegs gewollt werden. Gegenbeispiele gibt’s im Film auch, bspw. der jemenitische Journalist. Gänzlich unpässliches mit „Reach“ geht ansonsten ganz schnell offline.

      Na gut. Aber die Anti-Obama-Schiene (bei Bevorzugung dessen, was vor Obama war) ist an mehreren Stellen überdeutlich herauszuhören.

      • Jones2theBones

        Der Journalist Paul Sethe schrieb mal in den 60ern:
        „Die Freiheit der Presse ist die Freiheit der 200 reichsten Leute, ihre Meinung zu sagen.“

        Wie gesagt: Das waren die 60er, als es weitaus mehr Zeitungen gab und kein Internet. Jetzt gehören über 90% der amerikanischen Medien 6 Unternehmen, die wohlgemerkt auch in anderen Teilen der Welt viel von der Medienlandschaft besitzen.
        Von dem her muss man nicht unbedingt von einer totalen Orchestrierung der Medien reden, wenn man sie als unfrei bezeichnen will. Es reicht schon dass jedes Unternehmen das gleiche will und die Journalisten an ihren Jobs hängen.

        Trotzdem geht das bei manchen plötzlichen Ereignissen mit der Propaganda so reibungslos, wo auch der Schuldige gleich fest steht, dass ich die Vermutung, dass die sich unter einander absprechen, doch für naheliegend.

        Die Verwunderung über das Video teile ich.
        Ich wundere mich schon deshalb darüber, weil man damit den Obamabonus selbst sabotiert.
        Allerdings hat diese Sendung rein gar keinen Einfluss auf Obama, von dem her glaube ich eher daran, dass einfach mal wieder der Eindruck einer kritischen Medienlandschaft erweckt werden soll.
        Gerade die ARD hat diesen Lift mehr als nötig!

  • Vielen Dank für diese Reportage, im TV habe auch ich sie nicht gesehen…

  • Georg

    Thx für diesen Beitrag. Mein während der Ansicht mitgeschlepptes Gefühl verleihte einer der Protagonisten mit den Worten sicheren Zuspruch: „erst hast du eine Liste mit 50 Namen, und nach solchen Aktionen wächst die Liste auf 3000 Namen“.
    Es ist die Kernfrage schlechthin. Züchten sich die Amis ihre Blutsfeinde absichtlich selbst oder ist die Arroganz und Ignoranz des weißen Mannes aus God`s own country inzwischen so maßlos?

  • Enis

    In Zusammenhang mit der syrischen Atualität; wieso enthüllt die ARD eigentlich nicht auch solche Sachen:

  • Ich halte Scahill, auch nach diesem Interview: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/bestsellerautor-jeremy-scahill-innerhalb-einer-minute-rief-mich-die-cia-an/9149024.html, für integer. Aber, daß er nicht in einer afghanischen Schlucht geendet hat und der Film in der ARD läuft, zeigt, daß es innerhalb der amerikanischen Dienst Kräfte gibt, die wollen, daß das rauskommt = Grabenkämpfe hinter den Kulissen.
    Danke apxwn fürs reinstellen, ich hätte ihn sonst auch nicht gesehen.

  • Nobilitatis

    Ich danke dem Blogherren ebenfalls für das Einstellen der Dokumentation.
    Die Inhalte sehe ich durchaus differenziert. Einerseits spricht das Vorhandensein der JSOC und ihr Vorgehen dagegen, dass Al Quaida lediglich eine verdeckte Operation der USA darstellt. Ich finde auch die Darstellung des Vorgehens in Jemen und Somalia interessant. Es handelt sich aber nur um wenige Details. Mich würde eine komplexere Darstellung interessieren, einschließlich der verfolgten Ziele.
    Andererseits glaube ich nicht, dass das JSOC seine Ressourcen vergeudet, um arme, unschuldige Zivilisten zu bombardieren. Das ist hirnlose Propaganda. Mit realem Hintergrund. Und was die Tötung von Anwar Al Awlaki betrifft, finde ich sie sogar richtig. Möglicherweise ist der Ablauf (Obama ordnet an) rechtlich fragwürdig.
    Auch obiges Detail über die Attacke auf die Konferenz, scheinbar grundlos, gibt mir zu denken. Mal sehen, wie er sich weiter positioniert. Möglicherweise wollte er sich auch durch die Konferenz nicht zu eindeutig positionieren, um seine weitere Arbeit (er scheint viel mit Insidern zu sprechen) nicht zu erschweren?

    • Beinstuhl

      Al-Kaida nur als Kraft zur Willensausübung des Weißen Hauses zu sehen, ist wahrscheinlich ein ähnlicher Fehler, wie die Außenpolitik verschiedener US-Präsidenten als konsistent (insoweit, dass sie dieselben Feinziele verfolgen) zu interpretieren.
      Eine Diversifizierung Al-Kaidas spätestens heutzutage ist zwingende Folge ihres rasanten Wachstums der letzten Jahre und ihrer Dezentralität. Jüngst hat sich al-Zawahiri von ISIL distanziert (sie zumindest zurück in den Irak geschickt) und al-Nusra als seine Jungs bezeichnet. Auch das saudische Königshaus kann nicht jedes Barbarenrudel, das von saudischen Privatinvestoren in Syrien gehalten wird, kontrollieren.

      So hat jeder sein Stückchen vom Kuchen „Al-Kaida“ und wahrscheinlich geht es intern auch darum, das jeweilige Stückchen zu vergrößern oder das des anderen zu verkleinern.

      Ich vermute, dass das JSOC hier korrektiv eingesetzt wird. Zum einen kann es zur Bereinigung von gebrauchten Schachfiguren (Terroristen, die ihre Aufgabe erledigt haben), aber auch zur Eliminierung von Figuren die sich verselbstständigt haben genutzt werden. Sicher wird man auch den ein oder anderen Mitspieler strafen wollen, in dem man eine seiner Figuren aus dem Spiel nimmt. Man kann auch Staaten mit ihren Geheimdienstkomplexen eins auswischen, wie jüngst in Pakistan mit Drohnen geschehen.

      Ich nehme an, dass JSOC und die Präsidenten-Drohnen den selben Zweck erfüllen, nur verschiedene Werkzeuge dazu sind (bloße Annahme).

  • Martin