Retrospektive Dschobar

Damaskus hat größtenteils keinen Strom, einige der Leute von ANNA-News sind auf Heimaturlaub. In dieser Lage wird liegengebliebenes Filmmaterial gesichtet und zusammengeschnitten (Strom kommt derweil aus Dieselgeneratoren, dank denen auch der Mobilfunk vor Ort noch läuft).

Diese heute bei ANNA-News veröffentlichen Aufnahmen sind zwar schon eine Weile alt, aber in mehrerer Hinsicht interessant. Zum einen gehört das wieder in die Kategorie „Gesichter der syrischen Armee“ und ist nach zwangsweisem Durchgucken von „Allahu akbar“-Rebellenvideos eine wahre Wohltat. Vor diesen Männern kann man nur den Hut ziehen. Zum anderen sieht man gleich mehrere Arten Panzertechnik im Einsatz, und die Aufnahmen sind vom Morgen des 21. August aus Dschobar, dem Ort, der in den frühesten Meldungen dieses Tages als angebliches Ziel eines Chemiewaffenangriffs genannt wurde (kurz darauf zu „Ost-Ghouta“ umdeklariert). Zuguterletzt ist es geradezu virtuos, wenn sich T-72 und „Akazien“ durch zugeparkte Vorstadtstraßen manövrieren, ohne auch nur einen Rückspiegel der geparkten Privatfahrzeuge zu krümmen…

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  • habkind

    die Art und Weise, wie vorsichtig sich die Panzer zwischen den parkenden Autos bewegen, um keine Fahrzeuge zu beschädigen, bestraft die Lügen, die behaupten, das Militär würde allein um des Zerstörens willen Bombenfässer über die Städte abwerfen, wie jetzt wieder in Aleppo behauptet.

  • littleguerillero

    Euch erst mal egal ob oder welcher Konfession, ein „Frohes Fest“!
    Für die SAA wünsche ich mir langsam ein paar neue Panzer, schon beeindruckend was die gute alte russische Technik wegsteckt…..
    Sollte mir wieder ein Lada zulegen.

    Diese „Fassbomben Sache“….hatte mich auch ein wenig verwundert, habe aber beim vielen suchen, keine wirklich aussagekräftige Bilder gefunden. Was die Medien hier wieder draus gemacht haben war ein Witz, „mit Nägel und Öl gefüllte Tonnen“,
    die Aufnahmen welche als Beweis kursierten war eine Straße in Schutt….keine Feuer etc..
    Große Bomben (Fass) und Hubschrauber, würde nur Sinn machen, wenn es gezielt gegen Gebäude geht, welche flacher als ihr Umfeld sind, also eine Selektierung des Zielgebietes um Flächenschaden zu verringern. Von oben auf Dach halt….
    Wenn eine sinnlose Bombardierung das Ziel sein sollte, wäre jede MIG effektiver.

    Auch für das neue Jahr alles Gute…..möge dieser Krieg gewonnen werden! Syrien wieder leben…..

    • Zumindest schreiben einige, noch im Internet aktive auch „regierungstreue“ Blogger aus Aleppo ebenso von diesen „Faßbomben“. Mal ein Zitat von einer Tanja, die von dort auf Russisch schreibt: „Mit Bomben kenne ich mich nicht aus, aber es werden mit Sprengstoff gefüllte Fässer (arabisch: Barmil) auf die Stadt abgeworfen… bereits seit mehr als 10 Tagen. Es sind dadurch schon anderthalb Tausend Todesopfer zu beklagen, sieben Mal mehr sind verletzt. Wie wollte ich doch, wäre das alles eine Lüge! In den so bombardierten Stadtvierteln stecken natürlich die Banditen, aber es sterben sehr viel mehr Zivilisten als sie.“ (aus einer Wortmeldung von „tanchek“).

      Es ist natürlich richtig, dass eine MiG mit Standardbewaffnung bei solchen Sachen wesentlich effektiver wäre, bzw. die Quälerei mit den Fässern vollkommen unverständlich ist, wenn es doch reguläre Bewaffnung gibt. Ein Mi-8-Hubschrauber hat aber nun mal standardmäßig keine Bomben von mehr als 250 kg Gewicht. Eine andere Sache wäre es, bei einer Transport-Mi-8 die Frachtluke abzubauen; dann kann man tonnenweise Mist mitführen, den man hinunterwirft. In diesem Sinne gibt es sogar Videoaufnahmen davon, wie eine Mi-8 einen Kühlschrank abwirft, der dann am Boden detoniert.

      Es ist m.E. nicht naheliegend, dass die Versorgung mit Munition schlecht ist und deswegen solche Faßbomben eingesetzt werden. Naheliegender ist die Annahme, dass diese Dinger auf eingegrabene Banditen & deren Tunnel abzielen.

      • Nobilitatis

        SyrPer meldet dazu: „During the last 3 weeks, SAAF has been pounding Hanaanu, ‚Anadaan and the Industrial Zone with 500lb bunker busting barrels of military grade TNT. The U.S. and its confederates at the U.N. have tried to pass another meaningless resolution to condemn the Syrian government over the use of such weapons, but, without success since Russia has vetoed the measure. So sad. Expect more use of thermobaric bombs as more units of the 4th Mechanized Armored Division begin arriving. I will have details tomorrow. Ziad“

        • Eben. Da manche Vorsorgungsengpässe bei der SAA vermuten, muss man sowas gegenhalten – bei Mangel an passender „ordnance“ wäre es sinnlos, Treibstoff zu verheizen, um vollkommen unpräzise explosive Bottiche und Kühlschränke in der Gegend zu verteilen. Die Bunker und Tunnel sind das eigentliche Ziel – offenbar aber mit verheerenden „Kollateralschäden“. Kann alles in allem aber natürlich auch ein Hinweis auf baldige Offensiven sein.

        • Jones2theBones

          Es gibt natürlich „professionellere“ Alternativen zu Fassbomben etc.
          Auch ist bekannt, dass die Syrer auch improvisiertere Raketen verwenden (hat BrownMoses schön belegt, nur das mit den Chemiewaffen stimmt natürlich nicht).
          Möglich wäre zwar, dass man hin und wieder temporäre & lokale Nachschubprobleme hat, aber wahrscheinlich ist es einfach so, dass man logischerweise die billigste Variante bevorzugt, die ihren Job macht, und somit auch die Vorräte an teurerer Munition schont.
          Auch gibt es Truppenteile/Milizen, die wohlmöglich auf bestimmte Waffen keinen Zugriff haben.

  • littleguerillero

    Auf dieser Seite gibt sich jemand viel Mühe, bei der Zusammenstellung von Informationen zum Krieg und Hintergründe.

    Wer sie noch nicht kennt……

    http://syrieninfo.blogspot.de/2013_12_01_archive.html

    • Doch. Seit langem bekannt und geschätzt.

      • Danke! ;-) (auch an littleguerillero!)

  • ISKANDER

    Endlich wieder gute Nachrichten! Es ist der SAA gelungen in der Stadt Muaddamii, eine Kapitulation der dortigen SSA – Verbände im Tausch gegen Amnestie, am 24.12. zu erreichen.
    Die SSA verpflichtete sich in dieser partiellen Kapitulation, die schweren Waffen an die SAA zu übergeben. Dafür werden die Insurgenten und Deserteure welche sich keine schweren Verbrechen (ist Fahnenflucht in dieser Situation aber nicht schon ein Kapitalverbrechen????) zu Schulde haben kommen lassen, in die SAA eingegliedert. Andere wiederum zur örtlichen Polizei umgeformt.
    Das schöne, das kleine Detail an diesem friedensfördernden Akt ist der Umstand, das die Fahne des syrischen Staates schon auf dem höchsten Gebäude der Stadt gehißt wurde – ehe die syrischen Truppen vereinbarungsgemäß in die Stadt einrücken.
    Wer mehr darüber wissen will: In ANNA.news ist es heute zu zu lesen.

  • kaumi

    Frohes Fest allen Lesern und Freunden hier, Allah Jihmike ya Habibati Suriya…

    Raqqa ist ja schon länger „befreit“, genau deswegen taugt diese Stadt weder dem Westen noch den Stubenoppositionellen als Referenz:
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153683505525441&set=a.114848770440.187391.572675440&type=1&theater
    … Studentinnen auf dem Weg in die Universität. Na, zumindet ist ihnen Studium noch gestattet.
    Mir dient diese besetzte Stadt seit längerem sehr wohl als Anschauungsobjekt für „THE TIME AFTER“. Wenn ich mit syrischen oder westlichen „Verbal-Revolutionären“ doch mal in Diskussionen gerate, kriege ich sie mit „Raqqa“ jedenfalls schnell ruhig.
    Selbstredend gibt es noch dutzende Bilder, Geschichten und Videos aus dieser Stadt, die Standesrechtliche Scharia-Enthauptungen oder Erschießungen zeigen. Da reicht es, wenn ein „Geistlicher“ seinen Daumen hinsichtlich der Gottesfürchtigkeit eines Einwohners senkt, und schon ist man kopflos im Nirvana. Diese Quellen sind aber besonderen, widerborstigen „Demokraten“ vorbehalten.

    • Das ist überhaupt eine der Illustrationen dessen, dass es keinen Kurswechsel, aber einen Wechsel in der Taktik der USA in der Region gegeben hat. „Demokratie“ à la Falludschah vs. „Demokratie“ à la Sirte oder Raqqa – schmecke den Unterschied. Wir sind aber inzwischen schon eine Phase weiter, so dass Dinge wie in Raqqa auch vom aktuellen Konzept der Strippenzieher her nicht lange lebensfähig sind.