Weidmannsheil!

Zemanta Related Posts ThumbnailDie ägyptische Staatsanwaltschaft hat bei Interpol offiziell um die Festnahme und Auslieferung des islamischen Rechtsgelehrten und Predigers Yusuf al-Qaradawi ersucht. Dieser hält sich mutmaßlich in Katar auf.

Die ägyptischen Generäle geben damit zu verstehen, dass die Späße vorbei sind – die Moslembrüder sind nicht einfach nur verboten, sondern für vogelfrei erklärt worden.

Katar wird den fanatischen Predider sicher nicht so einfach zum Abschuß freigeben, aber seine Auslandsreisen dürften jetzt ein etwas größeres Wagnis darstellen. Teilweise kann man zwar das, was man ihm anlastet, als “politisch motiviert” ansehen, aber auch der Spaß hört auf, wenn einem internationale terroristische Aktivität angelastet wird.

Die so auf die Moslembrüder eröffnete Jagdsaison kann an al-Qaradawi selbst dabei auch vorübergehen; in seinem Alter ist man wahrscheinlich ohnehin nicht mehr viel unterwegs. Für Katar aber, wo man seine Politik gerade schon revidieren musste, indem man die sinnlos gewordene Unterstützung der Moslembrüder und der Idee des “politischen Islam” in der Region aufgegeben hat, bedeutet das zusätzliche Probleme. Qaradawi ausliefern bedeutet Gesichtsverlust, ihn nicht ausliefern birgt Ungemach mit Ägypten. Ägypten nun als “Besitzer” des Suezkanals hat für Katar mehr als nur enorme Bedeutung – selbst, wenn man von den Investitionsprojekten Katars in dem Land absieht.

Auf diese Weise kostet al-Qaradawi den Katar inzwischen ungehörig viel, bis hin zu möglichen Verlusten beim Absatz von Flüssiggas Richtung Europa. Es stellt sich die spannende Frage, ob Emir Tamim bereit ist, das für al-Qaradawi in Kauf zu nehmen.

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