Unter Geiern – Mission ISIS

spinnerIn kurzfristiger Perspektive ist die Auseinandersetzung zwischen den Kosmopoliten und “Verfechtern des reinen Islam” von der Al-Nusra-Front und den eigenartig regional-nationalistischen Terrorbrigaden vom “Islamischen Staat Irak und Sham” sowohl der syrischen Regierung, als auch Bagdad und darüber hinaus Moskau und selbst Washington auf manche Weise von Vorteil. Vorteile gibt es in diesem Szenario auch für gewisse Schattenmächte – Frankreich und Großbritannien; dadurch wird das eher europäische Projekt namens “FSA” scheinbar geadelt. Diese Auseinandersetzung gereicht ebenso Erdogan kurzfristig zum Vorteil, der derzeit auf rein innenpolitischer Ebene ums politische Überleben kämpfen muss. Und, so wie die Dinge liegen, hat die Al-Nusra-Front selbst etwas davon, während die ISIS wohl erst einmal “leidtragend” sein wird.

Das alles kurzfristig. Wenn man etwas weiter denkt, dann ist es genau andersherum. Das durch den Krieg durchaus nicht wenig gebeutelte Syrien ist nicht in der Lage, mit allen Gegnern gleichzeitig Krieg zu führen – und ganz abgesehen vom Szenario “Löwe in Damaskus” ziehen auf praktischer Ebene immer noch taktische Überlegungen. In diesem Fall bedeutet das, dass die Regierung sich mit den einen zu einigen versuchen wird, die anderen bis zum Ende bekämpft. Bekämpft werden zweifelsohne jene, die eine Einheit und die Sicherheit des Landes direkt bedrohen. Und das ist die Al-Nusra-Front, während jene, welche man als “säkulare Opposition” bezeichnet, durchaus in den Genuss einer taktischen Allianz mit der Regierung kommen können.

Die ISIS stellt, sobald sie aus den Ortschaften und sonstig bevölkerten Gebieten Syriens verdrängt wird, keine unmittelbare Gefahr mehr dar, so dass die syrische Regierung sich vorerst darauf verlegen kann, sie von den wichtigsten bewohnten Gebieten fernzuhalten. Der Preis einer zeitweiligen Besetzung irgendeiner Peripherie könnte dabei durchaus in Kauf genommen werden. Bis zum bitteren Ende, egal wo, wird es aber Krieg mit der Al-Nusra-Front geben: hier gibt es keine Kompromisse und es sind auch keine Kompromisse denkbar.

dschihadist_für_72

Das idiotische an den Dschihadisten sind nicht einmal die Frauenklamotten, in denen sie manchmal zu fliehen versuchen, sondern z.B. solche Accessoires, die alles Wichtige für die 72 Huris im Jenseits schützen sollen. Und das ist mit Sicherheit nicht der Kopf.

Für Bagdad sieht die Sache ähnlich aus – mit den ISIS-Brigaden, die über die Grenze in die Provinz Anbar geschwemmt werden, kommt die Armee allein nicht zurecht; eine Aufstockung ihrer Präsenz in Anbar ergibt nur weitere Spannungen mit den ohnehin latent gegen die Regierung opponierenden Sunniten und Clans der Al-Sahwa. Das könnte dazu führen, dass die sich bislang noch gegenseitig hassenden Sunniten eines Tages beschließen, dass Bagdad das größere Übel für beide sei und die Marschrichtungen entsprechend geändert werden. Man erlebt derzeit auch ein entsprechendes Gebahren der Armee – sie deckt die angrenzenden Provinzen und überläßt es der Bevölkerung, selbst für Ruhe zu sorgen. Diese ist ja “gottlob” ausreichend bewaffnet und wehrhaft.

Allerdings sind solche Stammesmilizen insofern eigen, als dass sie kaum jemals dafür sorgen werden, einen Feind komplett zu zerschlagen. Banden und Fremdlinge von ihren Oasen und Siedlungen verjagen – das geht noch. Alles weitere geht sie nichts an, und dafür wäre die Regierung da.

Die ISIS ist dabei überwiegend eine irakische Gruppierung, so dass die Terrorbrigaden genaugenommen nach Hause zurückkehren. Es handelt sich eben nicht oder weniger um Ausländer ohne Namen und Ursprungsland, wie jene, die überwiegend die Dschihadistenbrigaden der Al-Nusra-Front überwiegend stellen. Mit diesen gibt es nicht viel zu reden und lediglich kurzen Prozess.

Es wird ehestens so laufen, dass die ISIS nach einigen letzliche fruchtlosen Versuchen, sich in den sunnitischen Gebieten des Irak breitzumachen, letztlich auf die dünn besiedelten Gebiete des Irak und auch Syriens wird zurückziehen müssen, wo sie eine de-facto-”Autonomie” bilden könnten. Weder der Irak noch Syrien werden unter vollem Einsatz daran gehen, dieses Wüstengebilde einzustampfen – wie schon gesagt, es gibt auch ohne die ISIS genügend Probleme.

Nach der Konferenz in Genf, die wenigstens irgendeine Allianz zwischen der Opposition und der syrischen Regierung wird hervorbringen müssen, wird gewisse Zeit dafür verstreichen, Dschihadisten und kriminelle Banden auszurotten und neue Absprachen mit den Nachbarn zu treffen. All diese Zeit wird die ISIS in der Wüste in relativer Ruhe hocken und sich darin verfestigen, dabei möglicherweise auch die Rester der anderweitig ausgerotteten Terrorbanden in sich aufnehmen. Das Business der ISIS wird dabei ganz der überall sonst für solche Gebilde üblichen Tradition folgen – Überfälle, Raub, Schmuggel, Entführungen. Daraus folgt für Irak als auch für Syrien die Notwendigkeit, immer mal wieder Strafexpeditionen zu starten. Für massive Operationen wird es eine Zeitlang keine Kräfte geben.

Im Fazit zeichnet sich ein kommender Krieg, oder ein zweites Kapitel des jetzigen Krieges ab: die ISIS bekommt über die kommenden ein-zwei Jahre Kampferfahrung, sammelt Humanressourcen und Waffen an und wird nach dieser Zeit gut und gern zu einem einzigen größeren militärischen Faktor, der dazu in der Lage wäre, ein zweites Stadium des Krieges für die Schaffung einer “sunnitische Enklave” zwischen Syrien und dem Irak zu entfesseln. Das durch den jetzigen Krieg geschwächte Syrien sieht gerade jetzt in dieser Hinsicht fragiler aus als vor noch zwei Jahren.

Im Klartext wird die ISIS bereits jetzt schon zur Reserve jener Kräfte in Saudi-Arabien, die auf die Schaffung einer chaotischen Pufferzone an den Außengrenzen des Königreichs bauen. Keine Frage, dass die ISIS Finanzierung und Unterhalt samt Waffen und Munition wird bekommen können, nebst organisatorischer und technischer Hilfe von Seiten der saudischen Armee und der Geheimdienste.

Kosmopoliten: Kasachen bei der Al-Nusra-Front

Kosmopoliten: Kasachen bei der Al-Nusra-Front

Derzeit läuft eine Separierung der Islamisten, die in Syrien Krieg führen. Die für die Schlachtung vorgesehenen “kosmopolitischen” Radikalinskis arbeiten im langfristigen Interesse Saudi-Arabiens daran, die irakischen Gruppierungen aus den Schlachtfeldern des verloren gehenden Krieges zu verdrängen. Auf diese Weise wird der Feldzug gegen und der absehbare Sieg über den internationalen “Dschihad” aber nicht mehr mit der ISIS assoziiert werden – im Gegenteil, sie werden in den Köpfen der Dschihadisten-Romantiker zu Wüstenhelden und zum Anziehungspunkt für gehirngewaschenes, an die Freuden des Krieges gewöhntes Jung- und Altvolk.

Mit anderen Worten wird die ISIS das jetzige Stadium des Krieges oberflächlich betrachtet verlieren – in Syrien unterliegt sie den Dschihadisten von der Al-Nusra, im Irak den Stammesmilizen und dem Militär. Alle diese Fronten (einschließlich natürlich der syrischen Armee) kann und wird sie einfach nicht bedienen können. Aber durch die Flucht in die Wüste wird sie ihre Struktur und etwas trockenes Gebiet erhalten können, um davon ausgehend in absehbarer Zeit den Kampf wieder aufzunehmen.

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Trackback von deiner Website.

  • ISKANDER

    @APXWN: Perfekte Analyse!
    Wo nimmst du nur die Energie her, diese Inforaketen in so kurzen Abständen in den Äther zu jagen.
    Danke für dein großes Engagement.

    • 2 Radeberger und ein Dutzend offener Tabs im Browser… :)

      • TomGard

        … und ein wenig “TomGard”. Die Darstellung ist strukturell dieselbe, die ich hier gab, nur daß jede Überlegung zu regionalpolitischen und ökonomischen Motiven, die über “Saudi Arabien ist das Reich des Bösen” hinaus ginge, vermieden ist.

        • Jones2theBones

          Tom,
          Si tacuisses, philosophus mansisses.
          Auch:
          Wenn man nichts gutes zu sagen hat…?

        • Franz

          So kennen wir Ihn, den apxwn. Schon in der Schule hat er immer abgeschrieben ;-)

        • da bleibt mir glatt die nicht vorhandene Gräte im Hals stecken… TomGard, du bist ja noch klüger als der Schulze von Salow. Alle Achtung!

    • Mark

      Habe gerade einen Bericht von Kurt Pelda, Kriegsreporter in Syrien, gelesen, in welchem gesagt wird, dass die ISIS FÜR Assad kämpft?!
      Der Artikel sollte leicht zu finden sein, Stichwort: Kurt Pelda.
      Was hälst Du davon?

      • Die Sau wird seit der Zeit durch’s Mediendorf getrieben, seit man öffentlich eingestehen muss, dass (Hoppla!) Terrorbrigaden in Syrien operieren.

  • Jones2theBones

    Ohne deiner, aus der Sicht der syrischen Regierung verfassten Vermutung zu widersprechen, habe ich auch eine andere.

    Dass die USA in diesen Kampf ebenfalls involviert sind, dass überhaupt die westlichen Proxies auch mitmachen und dass man dafür die Iraker auch noch mit reinzieht, bedeutet nicht nur, dass der Kampf gegen Assad nicht mehr an erster Stelle steht, sondern auch, dass es einen gewissen Zeitdruck gibt.
    Dass sich auch die Al-Nusra daran beteiligt, finde ich ebenfalls interessant. Sind halt extremere Proxies.

    Alles in allem ist es wohl vor allem ein Zeichen dafür, dass vor Genf II noch mal Dampf gemacht wird.

    Genf II hat ja nicht nur den Anspruch, ein militärisches Abkommen zwischen Syrien und den USA zu werden, sondern ein offizielles Ende des Bürgerkrieges einzuläuten.
    Geht aber nur, wenn die Banditen auch wirklich mitmachen, bzw. fest unter der Kontrolle ihrer Strippenzieher sind.
    Also wird erst einmal eine Säuberungskampagne durchgeführt werden.

    Wie ich früher schon schrieb: Es kommt zu keinem Genf II, wenn ihr Erfolg nicht schon von vornherein feststehen würde. Alles was bliebe, wären dann Detaillverhandlungen.

    • Jones2theBones

      Und was Al-Nusra angeht, so wird es ganz gewiss zu keinem Frieden zwischen ihr und der syrischen Regierung kommen.
      Aber es reicht ja auch aus, wenn sie still und ruhig entweder austrocknet & ausstirbt, oder sich zurückzieht.

      • War meine Rede: “Bis zum bitteren Ende, egal wo, wird es aber Krieg mit der Al-Nusra-Front geben.”

        In Genf-II werden keine offenkundigen Banditen dabeisein. Im Gegenteil, deren Vernichtung wird zum gemeinsamen Ziel einer wie auch immer zusammengesetzten Koalition danach werden müssen. Mit der ISIS schafft die “Bandar-Fraktion” sich jetzt ihre künftige Reserve beiseite.

  • kaumi

    Ich wollte Dike gestern auf seine Frage (“was bezweckt SA?”) antworten. Wurde aber sehr spät und so nutze ich die Gelegenheit, es hier zu tun.

    Vor einigen Wochen hatte Zawahiri die Order ausgegeben, die ISIS solle sich in den Irak zurückziehen und das syrische Feld der Al Nusra überlassen. Wie wir sehen, ist diese Empfehlung nicht so wirklich umgesetzt worden. Die Saudis versuchen nun erzieherisch, der ISIS zu zeigen, dass die Befehlskette einzuhalten ist. Aber es wird auch deutlich, dass die “Basis” (Al Qaida) sich izwischen regionaler Kommandostrukturen bedient, die ein autarkes Handeln erlaubt. Wenn Anarchos sich im Kleinen organisieren und dieses auch schaffen, wird es unkontrollierbar.
    Dass sunnitische Jihadisten andere sunnitische Jihadisten killen, ist tatsächlich eine neue “Qualität”, die SA auch erst einmal verarbeiten und interpretieren muss. Wenn selbst der heilige Glauben nicht mehr eint, entgleidet auch den saudischen Klerikern die Kontrolle über ihre Schäfchen.
    Aktuell muss sich die ISIS selbst finanzieren, und das geht unter den gegebenen Umständen am einfachsten durch Kriegsbeute und Plündereien. Dierser Zustand, und da gebe ich apxwn recht, kann aber nicht von Dauer sein.
    Hinsichtlich einer weiteren Prognose, bin ich eher der Meinung, dass wir gerade zumindest des Abgesang der Terrorbrigaden in Syrien erleben. Da ist keine Agenda mehr, keine militärische Strategie. Sehr gut für die SAA, Sehr schlecht für das Volk.
    Und wie die Sache in 2 oder 3 Jahren aussieht, ist m.E. kaum vorherzusehen, da die Syrienkrise den besten Beweis antritt, dass inzwischen keine Allianz (Westen-SA oder SA-Al Qaida) über solch feste Bande verfügt, um eine sichere Aussage über Loyalität oder Vertrauen treffen zu dürfen.

  • Dike

    Danke Kaumi! das bedeutet ja, dass die Saudis trotz Geld im Moment schlichtweg keine wirkliche Kontrolle auf die Terrorbanden haben. Und auch, dass einigen Schlauköpfen jetzt klar geworden ist, dass man sie fallen gelassen hat und es jetzt ums nackte Überleben geht. Auch wenn es momentan andere wichtigere Brandherde in Syrien gibt, glaube ich nicht, dass man von syrischer Seite zusehen wird, wie sich ISIS mit saudischer Hilfe gemütlich in der Wüste zum großen Kampf rüstet. Wenn sie dort konzentriert unter sich sind, wird man sie leicht aus der Luft erledigen können, eben ohne größere Verluste der eigenen Bevölkerungen. Ich stimme Kaumi zu, dass es nahezu unmöglich ist, Prognosen für die nächsten 2-3 Jahre abzugeben. Man darf auch nicht vergessen, dass auch für die Amerikaner al Qaeda und wie das ganze Pack sich nennt, nur Mittel zum Zweck sind und keineswegs wird man ihnen gestatten einen Staat zu gründen. Sobald diese Gruppen zu stark werden und ein Risiko für die Balance der Kräfte darstellen, werden ihnen die Krallen gestutzt.
    Hoffen wir, dass es ISIS nicht gelingen wird, sich von der Niederlage zu erholen und die Kämpfer irgendwann müde werden.

    J2B, ich sehe zZ keine Gruppe, die einen Teil der syrischen Bevölkerung bei Genf II vertreten könnte. Ich glaube mehr und mehr, dass die Russen die Agenda bestimmen werden und es nur noch um Einstellung der Kampfhandlungen und Räumung bestimmter Gebiete gehen wird. Die SNC hat sich unglaublich dumm verhalten und zu hoch gepokert. USA und UK und arabische Länder üben Druck auf die SNC aus, damit sie an Genf II teilnimmt, mit der Drohung sonst jede Unterstützung zu streichen. Türkei, Frankreich und Saudis sind da milder und sagen sie unterstützen jede Entscheidung der SNC. Das einzige, was die SNC aus Genf II noch herausholen kann ist die Zusage zu Neuwahlen, um nicht völlig das Gesicht zu verlieren. Aber die Neuwahlen wird es so oder so geben.

    apxwn, wie enttäuscht der Trottel mit dem Stein sein wird, wenn er feststellen muss, dass ihn die Prediger die ganze Zeit belogen haben und er von niemandem begrüßt wird. Schade, dass nicht mal einige zurückkehren und den anderen sagen, dass alles gelogen ist und dass es gar nichts gibt. Nichts.

  • Enis

    @apxwn
    du wirst diesen Schurken sicherlich verstehen…
    interessant wird es erst ab min. 2.00; das ist ja eine halbe Armee
    Möge Gott der SAA viel Geduld und Kraft geben.. Diese Kakerlaken vermehren sich mit jedem Tod doppelt..

    • Ich habe diese Kolonne schon anderweitig gesehen, wo arabische Zungen von “Schischani” redeten. Das (relativ wenig akzentbehaftete) Russisch des Schurken bestätigt das. “Tschetschenen”. Elite-Terroristen.

      Sie ziehen aber gegen “Verräter”, welche “keine Scharia Allahs wollen” (gegen die FSA, wie die Titeleinstellung sagt), wollen den Tod einiger Dutzend der ihrigen rächen und hundert weitere befreien. Die Befreiung gelingt und wird am Ende ab 05:27 gezeigt.

      Titel des Videos: “Umar al-Schischani und Abu Dschihad eilen zur Hilfe”. Aufnahmeort ist (ein Vorort von) Al Bab nordöstlich von Aleppo.

  • TomGard

    Warum wird die syrische Regierung an “Genf 2″ teilnehmen?

    Kaumi hat vor einigen Tagen ja schon berichtet, daß die “Friends of Syria” haben ausrichten lassen, sie hätten einander in einem vertraulichen Protokoll (!) darauf fest gelegt, dort kein anderes Ergebnis zuzulassen, als die Abdankung Assads, seinen Ausschluß von künftigen Wahlen und (nach einigen Quellen) auch seine und seiner Familie Deportation. Die harschesten Formulierungen in einer westlichen Sprache, die mir dazu begegneten, standen, wen wundert’s, in “Today Zaman”.

    In der russischen Staatspresse scheint man so zu tun, als habe man nichts gehört und Lavrov / Kerry scherzen mit roten Kartoffeln und rosa Mützchen. Das WSJ berichtet knapp oberhalb des Totschweigens.

    Die deutlichsten Auskünfte über die (möglichen) Absichten des Manövers sind – und vielleicht findet das ja auch noch jemand anderes als ich logisch – der israelischen Staatspresse zu entnehmen:
    “Even SNC participation at Geneva 2 is no guarantee that there will be an interlocutor in the talks who can truly represent the armed rebellion.

    Speaking in Paris, U.S. Secretary of State John Kerry said attendance in Geneva was “a test of credibility.”

    “That’s why I am confident they (the Coalition) will be there,” he said, according to Reuters.”
    (Arutz Sheva)

    Alle anderen, die sich auf Reuters beriefen, strichen Kerry’s Bemerkung über einen “Glaubwürdigkeitstest”. Warum?

    Ich glaube, ich brauche in diesem Forum keine Zweifel zu zerstreuen, daß Kerry damit verriet, daß “Genf 2″ über die Rücktrittsforderung gekippt werden soll. Aber warum läßt man es dann stattfinden, warum der Hype und das Gewürge? Anschließend doch noch militärisch zuzuschlagen steht gewiß nicht zur Debatte. Am Widerstand des Pentagon hat sich nichts geändert, im Gegenteil, er wurde systematisch aus den Reihen der Administration gestützt.

    Schauen wir nun auf die syrische Seite. Die hat natürlich bemerkt, wie die Inszenierung laufen soll. Man könnte nun erwarten, daß sie sich ihr wenigstens publizistisch zu entziehen trachtete. Doch das Gegenteil ist der Fall!
    Exklusiv über die chinesische Presse (oder höchstens noch die iranische, das hab ich nicht geprüft, fällt mir grad auf, läßt sie verbreiten
    Syrian gov’t to convey Assad’s “directives” during Geneva II: deputy FM
    Diplomatisch ein fetter, schallender Schlag ins Gesicht aller in Genf einkommenden Delegationen einschließlich der russischen.

    Doch warum stellt man die Teilnahme dann nicht mehr in Frage, wie es noch vor einigen Wochen, anläßlich wesentlich geringfügigerer westlicher Provokationen geschah? Aus Angst? Nope, siehe oben. Aus Verpflichtung gegenüber den “russischen Freunden”? Definitive not, siehe oben. Warum dann?

    Die syrische Führung hat sattsam betont, daß es “keine militärische Lösung” gibt. Aber eine diplomatische Lösung wird nun von beiden Seiten ausgeschlossen, und dennoch setzen sie sich in Genf hin. Und wer glaubt, solch eine Inszenierung finde statt, ohne daß das Endergebnis und die unmittelbar anschließenden Schritte zwischen den Parteien bereits ausgemacht wären, dem kann man wohl nichts mehr mitteilen.

    Was also ist da los? Ich eröffne die Raterunde.
    Einen Hinweis hat apxwn bereits gegeben.
    Und ein weiterer liegt in der Schmierenkomödie um die einer iranischen Delegation angeblich verweigerte angemessne Teilnahme, sowie der durch tiefes Schweigen aller Seiten verkündete Ausschluß der Saudis von der Konferenz.

  • Enis

    Spar dir die Kraft..oder schreib es wenigstens, was deine Idee ist.

    Syrian FM:
    “Statements of Syria’s enemies in Paris closer to fantasy than reality”

    Das einzige was diese Konferenz bringen könnte ist humanitäre Hilfe für die Zivilisten, das NUR vorausgesetzt die Terroristen geben ihre Waffen ab..

    Im Raum Damaskus hatte man ja erste Vorläufer und jetzt Nachahmer in Madaya und Babila :

    http://derstandard.at/1388651020754/Waffenruhe-in-mehreren-Vororten-von-Damaskus

    • Jones2theBones

      “Das einzige was diese Konferenz bringen könnte ist humanitäre Hilfe für die Zivilisten, das NUR vorausgesetzt die Terroristen geben ihre Waffen ab.”

      Enis, glaubst du wirklich, dass sich hunderte hochrangige Beamte in ihre Flieger setzen, wenn das Ergebnis nicht schon feststehen würde?
      Was glaubst du wird wohl der Grund sein, weswegen sie bislang immer von einer Woche zur nächsten verschoben wurde?
      Genf II ist für euch genauso wichtig wie für Vietnam das Pariser Abkommen.

      Es ist schlicht närrisch dagegen zu sein und darauf zu warten, dass Mainstream und US statedepartment eine Kapitulationserklärung unterzeichnen!

      • Enis

        JB,
        meine Ablehnung dieses Zirkus bedeutet nicht, dass ich die Entscheidung der syrischen Führung anzweifle. Auch wenn wir in unserer Ansichten radikaler sind als die Führung selbst, ist es verständlich, dass sie die Führung des gesamten syrischen Volkes sein muss und im Rahmen der geopolitischen Tatsachen weise handeln muss.

        In der syrischen Führung sitzen Vorzeigepatrioten und unser Vertrauen in die SAA ist so grenzenlos, dass wir beruhigt zustimmen können. Egal warum sich die Beamten in der Flieger setzen, die letzten drei Jahren haben doch gezeigt, dass nichts ausserhalb unseren Interessen geschehen werden kann. In den schwierigsten Momenten hat die Führung stets eine strikte gradlinige Strategie verfolgt. Das Ergebnis kann deshalb absolut nicht anders sein, als das was die syrische Delegation immer darauf hinweist; einzig dass das syrische Volk über die eigene Zukunft entscheiden wird!

        • Jones2theBones

          Enis,
          Ich kann deine Ablehnung erstmal grundsätzlich verstehen, aber das liegt daran, dass du selbst auf ihn hereinfällst.
          Die Westler werden sich hier zwar als Vermittler geben, aber dass eine Internationale Konferenz die Lösung der Krise ist, liegt daran, dass die Krise selbst international herbeigeführt ist.
          Man wird niemals die eigene Schuld und die eigene Niederlage eingestehen, genauso wenig wie man es bei Vietnam getan hat.
          Braucht man von mir aus auch nicht. Wichtig ist, dass es faktisch zu der Aufgabe des Westens kommen wird.
          Und zu dieser wird es garantiert kommen.
          Warum?

          Nehmen wir zwei Dinge als gesichert an:
          1. Genf 2 ist erst dann machbar, wo die Einigung schon feststand. Deshalb wurde er im Verlauf des letzten Jahres fast Monat um Monat verschoben. Und deshalb sehen wir die Konterrevolution in den Reihen der Rebellen jetzt. Es geht dabei nicht annähernd so sehr um die Stärkung der FSA wie darum, diese Task Force von “rebellischen” (wohl saudischen) Einflüssen zu bereinigen.
          Der Kampf gegen Assad hat jetzt nicht mehr die höchste Priorität. Es geht schon um die neue Ordnung.

          2. Das Baath-System wird überleben.
          So oder so jedenfalls würden die Zugeständnisse rein symbolischer Natur ausfallen. Auch deshalb spielt das Zeitfenster eine Rolle.
          Weil die Westler die Wahlen, die ohnehin stattfinden sollten, als Sieg ihrer Verhandlungen feiern könnten.
          Desweiteren wären einzelne Personalwechsel bzw. eine Neubildung der Regierung der nationalen Einheit möglich.
          Da Bürokratie und Machtstrukturen weitaus komplexer sind und die aus Ministern bestehenden Spitzen bei Bedarf zu reiner Fassade demontiert werden können, stellen Personalien auch kein Problem dar.
          Deshalb wäre es zwar überraschend, aber sogar möglich, dass Assad in Folge der Verhandlungen zurücktritt.

          “TG sagt doch alles, nur eben gewohnt “implizit”.”
          Da sage ich auch nichts dagegen, sondern bin mit ihm weite Teile einig (auch früher desöfteren gewesen).
          Aber der große Rift ist und bleibt seine Behauptung, dass der syrische Staat effektiv geteilt wird. Ich halte das weiterhin nicht für möglich.
          Eine Zementierung der bestehenden Situation ist nicht möglich, da sie nicht von Dauer sein kann.
          Erstens deshalb, weil die Frontenlage ein Chaos ist, zweitens, weil große Teile der Bevölkerung auf den Schlachtfeldern lebt.
          Ein Teppich mag 2 Sufis reichen, aber Aleppo, Damaskus und Syrien keinen 2 Herrschern.
          Zweitens sind die Rebellen nicht zum Herrschen fähig und nur unter Auslandshilfe überlebensfähig. Entweder sie bekommt keine, oder, wenn sie es tut, würde eine Waffenpause von ihnen zur Wiederaufrüstung verwendet werden, wäre also für die Regierung kontraproduktiv.

          Die Säuberungskampagne im Osten sehe ich auch als Beweis dafür, dass man für diesen Teil bei Genf 2 auch einen Plan haben wird.
          Ein Alavitistan wird es nicht geben.

      • “…darauf zu warten, dass Mainstream und US statedepartment eine Kapitulationserklärung unterzeichnen!

        Natürlich nicht. Die Konferenz wird vielmehr das Ende des Experiments “Arabischer Frühling” zu sein versuchen (im verlinkten Text speziell die letzten beiden Absätze, mit dem Zusatz der jüngeren Entwicklungen – nämlich der “Spaltung” und damit teilweisen Reinwaschung der “Rebellen”). TG sagt doch alles, nur eben gewohnt “implizit”.

        • kaumi

          So glasklar wie viele werte Mitblogger den Ausgang der Verhandlungen sehen, sehe ich das nicht. Und von bereits feststehenden Resultaten kann so ohne weiteres auch nicht gesprochen werden.

          Einigen können wir uns darauf, dass die basale Forderung der “Freunde Syriens” und des SNC/NK, nämlich der Ablösung Assads, keine Rolle mehr spielen wird – alles andere, so behaupte ich, ist noch völlig unausgehandelt und unterliegt der Dynamik der Entwicklungen.

          Solange nicht der Iran, die Saudis und Israel (wird gerne vergessen) direkt involviert werden und verbindliche (!) Abkommen treffen, werden die verfassten Übereinkünfte nicht das Papier wert sein, auf das sie geschrieben werden.
          Wahlem müssen und werden kommen, Assad wird niemals im Leben noch während der Verhandlungen zurücktreten, wenn überhaupt, dann erst mittelfristig nach seinem Wahlsieg und wenn die Baath den geeigneten Nachfolger gefunden hat respektive er sich in der nächsten Zeit herauskristallisiert. So einen sehe ich im Moment zwar noch nicht, aber wer weiß, was in der syrischen Dunkelkammer bereits entwickelt wird…

          Halten Israel und SA an ihrer Agenda fest (“Assad darf diesen Krieg niemals als Sieger verlassen”), wird es in Syrien nichts geben, was einem Frieden auch nur nahe kommt. Einen Vergleich mit dem Vietnamabkommen verbietet sich deswegen, weil die Syrienkrise vielschichtiger ist und es nicht nur zwei Blöcke untereinander austragen, sondern auch alle benachbarten Staaten. Aus politischen, geostrategischen und religiösen Gründen.

          Als Syrer und nach all`den Erfahrungen mit “Schutzmächten”, hoffe ich, und da gehe ich mit Enis wiederum da`accord, wird Syrien nicht von seiner Verhandlungsoption zurücktreten, in sachen Führung des Landes das letzte Wort zu fordern. Dieses wird, wie bereits geschrieben, in Wahlen münden, und diese Wahlen haben, im Gegensatz zu den Genf II, bereits einen sicheren Ausgang!

        • Enis

          kaumi,

          Der einzige Trumpf der Baat wäre Shaara gewesen. Ihm hätte man noch zutrauen können das schwankende Schiff zu übergeben. Doch mit seinen voreiligen Analysen, die sich im Nachhinein als Fehleinschätzung erwiesen haben, haben ihn ins Abseits manövriert. Wahrscheinlich lag das an seinem Alter, dass er nicht alles zurechnen konnte, was Syrien als Schicksal zugewiesen wurde.

          Daher bleibt mittelfristig einzig Assad übrig, der in dieser schwierigen Zeit Syrien neugestalten kann.

          Eins ist aber auch klar, sollte Assad nicht wieder kandidieren, dann wird die SAA keinen akzeptieren, der nicht mit Überzeugung für die patriotische syrische Sache steht. Siehe Aegypten.

  • Dike

    Tausende Ägypter der verschiedensten politischen Gruppierungen und der Nationalgarde wollen der syrischen Armee helfen, die Terroristen zu bekämpfen.

    http://www.presstv.ir/detail/2014/01/15/345660/egyptians-to-fight-syrian-militants

  • TomGard

    Vor vielleicht eineinhalb Jahren wurde ich auf dieser Plattform mit dem Urteil zitiert, die zionistische Militäroligarchie werde wohl genötigt werden, den Syrienkrieg zu entscheiden, ob sie das wolle, oder nicht. Seither werde ich von vielen hier als “zionistischer Agent” geführt und daher mag es mir wohl anstehen, etwas zur israelischen Beteiligung in der gegenwärtigen Phase zu sagen.

    Die Wende hat Netanyahu – ober vielleicht auch jemand anderes – eingeleitet, indem er einen Vorort Damaskus mit einer neuartigen Nuklearwaffe belegen ließ und damit sein Blatt völlig überreizte. Wäre das nicht geschehen, wäre der Ausgang der Säuberungen im US-State-Department und im Pentagon gewiß nicht so klar gewesen, wie er sich im Verlauf der Al-Ghouta-Affäre dann präsentierte. Und mit dieser Feststellung ist auch schon alles Wesentliche gesagt: Die IDF steht jetzt allein, so lange Israel nicht offen angegriffen wird.

    Bei “Debka” schiebt man darüber tiefe Depressionen und beruft jammernd “Ariel” als denjenigen, der in der vorliegenden Lage nicht am Tisch sitzen geblieben wäre, sondern ihn mitsamt Karten und Jetons umgeworfen hätte. Quatsch. Scharons List, den Gaza zu evakuieren, war eine wohlkalkulierte Reaktion auf die Wahrnehmung, daß – 9/11 hin oder her – die geopolitischen Verwerfungen, die damit angezettelt waren, das amerikanisch-israelische Verhältnis schon mittelfristig ins Abseits stellen müßten. Mein oben zitiertes Fehlurteil – als Solches erweist es sich nun – beruhte auf der Ansicht, der zionistischen Elite bliebe um ihrer Selbsterhaltung als herrschender Kaste willen nichts anderes übrig, als mit roher Gewalt dagegen zu halten.

    Ein wesentlicher Punkt, den ich übersehen habe, ist banal, es ist der Generationswechsel in den beteiligten Eliten! Der echte Verschwörungsanteil im zionistisch-amerikanischen Verhältnis beruht nicht auf Anteilsscheinen, sondern auf persönlichen Beziehungen, die mit der Dynamik der 2001 begonnenen Phase des Weltkrieges zu entfallen beginnen. Im Falle Scharons bildeten seine Rolle im kolonialen Genozid, seine Farmer-Residenz und seine dominierende Position in der Militäraristokratie ein unauflösliches Amalgam. Für seinen Sohn, der ihm verbalradikal nachzueifern versuchte, gilt das nicht – er ist einfach ein dummschwätzender Grobian, auch aus Sicht der meisten Israelis. Es gibt nicht mehr sehr viele Angehörige der zionistischen Aristokratie, die an israelisches Territorium sonderlich gebunden sind. Viele jüngere Regierungsangehörige könnten sich morgen entschließen, in der Gironde, in Texas, in Massachusetts, oder auch am Rhein zu leben. Oder halt da zu bleiben und das Leben in einer gated community zu genießen.

    Auf diese Weise gelangen die Siedlerbevölkerung und ihre Angehörigen zu dem wachsenden Gewicht, das Netanyahu ihnen zu Lasten zionistischer Traditionen des Likud einräumen muß, denn diese Tradition ist halt ständisch, und nicht völkisch rassistisch.
    Dazu vergleicht mal den Artikel “Jerusalem Councilman Urges Muslims: ‘Leave Israel’” über die Initiativen eines Aryeh Kind, der den Muslimen Jerusalems in privater Initiative via Flugblättern den Genozid ankündigt und sie aufruft, lieber rechtzeitig Hilfen zur Auswanderung in Anspruch zu nehmen. Die zionistische Stadtverwaltung distanziert sich nicht vom Inhalt, aber von der Aktion, und damit – sorry, aber an dem Punkt kommt man um Dialektik halt nicht drumrum – bestätigt sie, daß die private Initiative die der Sache politisch angemessene Gestalt hat. Um es in einem Bild zu sagen, daß man auch einfach der Siedlerpolitik Netanyahus der letzten Jahre entnehmen kann: Die Zionisten tragen die Siedlerbevölkjerung auf einem Schild und isolieren sie damit aus ihren Reihen.

    Das könnte kaum deutlicher zum Ausdruck kommen, als in der in derselben Ausgabe von Arutz zu findene Meldung: Media Man: I ‘Smiled’ at Sight of Beaten Settlers. Der zitierte Medienfrontmann bekennt sich da öffentlich zu seiner Schadenfreude (wörtliches Deutsch) angesichts von Bildern, wie Palästinenser ihren Mut zusammen nehmen und ein Mitglied einer ultrarechten, kriminellen Jugendbande aus der Siedlerbevölkerung schwerstens zusammenschlagen. Der Artikel kommentiert, darin komme das Ausmaß zum Ausdruck, in welchem die Politik der Ultralinken in den israelischen Mainstream-Medien vertreten werde.

    Jetzt zur Politik im eigentlichen Sinne. Ihr werdet von dem Brouhaha um die abfälligen Worte des isr. Kriegsministers Ya’alon über Kerry und seine “Friedensinitiative” gehört haben. Ya’alon hat da einfach seinen Frust darüber zum Ausdruck gebracht, daß die US-Administration an dem Israel und der Kapo-Behörde aufgenötigten und scheinbar mit unentwegtem “Druck” aktivistisch voran getriebenen “Friedensprozess” in Wahrheit NULL Interesse hat. Der einzige, dafür aber nachhaltig erfolgreiche Zweck der einmalig aufwendigen “Shuttle-Politik” Kerry’s besteht darin, die Zionisten an der Heimatfront zu beschäftigen und zu binden! Damit kommt Kerry allen möglichen verbliebenen Impulsen und Machenschaften in der Militäraristokratie zuvor, einen Kriegseintritt Israels im Libanon, oder gar in Syrien via Golan oder weiteren Bombenangriffen, zu erzwingen, also Impulsen, “den Tisch umzukippen”, wie Ariel das in der Phantasie der Debka-Leute getan hätte.

    Auch das erfahren wir indirekt aus der heutigen Ausgabe von Arutz.. Da sieht sich Liberman veranlaßt, nach dem Gesichtsverlust der Netanyahu – Regierung in der Ya’alon – Affäre die Wogen zu glätten und zu retten, was zu retten ist, indem er das offene Geheimnis verrät:
    Am Ende des “Friedensprozesses” wird nominell dasselbe stehen, wie am Anfang: Der Status Quo. Aber dann werden in Syrien Fakten geschaffen sein, die Israel nicht mehr gut umstoßen kann, und die – zumindest mittelbar – maßgebliche Bedingungen für das Besatzungsregime setzen werden.

    Nein, Assad wird nicht als “Sieger” vom Schlachtfeld gehen. Aber ich erinnere, daß er bis 2010 für eine Abteilung (die, übrigens, gemessen an der heutigen Fraktionsgliederung quer durch die Lager ging) der US-Elite “unser Mann in Damaskus” war. Und das muß er nun übergangsweise wieder werden, weil es dazu schlicht keine Alternative gibt – für niemanden, nicht einmal Netanyahu.

  • TomGard

    Gut, nachdem das Containment der Zionisten klar gestellt ist, sollte man sich einfach anschauen, welche regionalen Kräfte in Montreux (“Genf 2″) “dabei” sein werden, und welche nicht.

    Nicht dabei sind Israel und der Libanon, einschließlich Hezbollah. Schon deshalb ist auch der Iran nicht dabei.

    Auch nicht dabei ist die Türkei!
    Die Türkei ist ebenfalls innenpolitisch gebunden, es ist sicher auszuschließen, daß die AKP noch irgendwas außer “Ja und Amen” zu melden hat.

    Sehr wohl dabei – und darum geht es bei dem Werben um die Teilnahme des SNC – sind die Golfstaaten, und daher die SA als Teil der Golfstaaten. Wie ihr wißt, bauen Saudi-Arabien zusammen mit den Israelis und Freunden in Jordanien, der VAE, Frankreich und den USA an einer schwer bewaffneten multinationalen Eingreiftruppe, die im Einsatzfall von den beteiligten Staaten auch eine Luftwaffe zugeteilt bekäme. Das ist das Drohpotential, das in und nach Genf 2 für Syrien aufgebaut wird.

    Politisch dabei sind ansonsten der NCC und – wie auch immer vertreten – eine Abordnung der “real existierenden” kurdischen Regionalverwaltungen.

    Das nun folgende wird einen Shitstorm nach sich ziehen, aber das ist mir die Seite wert und wird auch für die nächsten Wochen das Letzte sein, was ich beitrage.

    Das in einem Posting weiter oben vorgestellte paradoxe Konstrukt von letztlich für “gescheitert” zu erklärender Diplomatie, die dennoch für alle Beteiligten Zwecke erfüllt zeigt natürlich, daß es um eine Fortsetzung des Krieges gehen soll. Aber halt unter Frontbegradigungen, die allen Beteiligten nützlich erscheinen. Roman hat die schon Sortierung von “guten” und “bösen” Rebellen erwähnt, aber davor kommen m.E. grundsätzlichere Punkte zu stehen.

    1) Der Dissens über die Abdankung Assads zwischen der RF und den USA wird so inszeniert werden, daß er Assad in der Eigenschaft eines Heerführers gegenüber beiden eine “Bringschuld” auferlegt. Assad wird dadurch international eine Rolle zugewiesen, die er national gar nicht hat, aber auf internationalen Druck bekommen soll.

    2) Das NCC wird de facto die Rolle einer Führungsorganisation der “oppositionellen Kräfte” bekommen. Der SNC und an ihm orientierte LCC’s sollen zum Gegengewicht aufgebaut werden, das ist der 2. Grund, warum die faktisch bedeutungslose Quatschbude teilnehmen soll.

    3) Die vorbehaltliche föderale Selbständigkeit der Kurden und die übergangsweise Unterstellung der Provinzen östlich des Euphrat unter die Verwaltung ihrer Organisationen (ergänzt um munizipale Angestellte) wird offiziell.

    Ich erwarte klare und insbesondere von der russischen Delegation hart vorgetragene Befehle für Assad.

    a) Kompletter Verzicht auf Einsätze der Luftstreitkräfte, einschließlich der Raketenstreitkräfte.

    b) Systematische Entmachtung der Luftwaffengeneräle und aller Geheimdienste unter Mitsprache und Kontrolle des NCC und lokaler Behörden.

    Man kann halt nicht zwischen “guten” und “bösen” Rebellen scheiden, solange da Leut’ sind, die jedem, der nicht “Heil Assad” brüllen mag, die Fingernägel ausreißen und das Fleisch von den Rippen prügeln möchten, um sie am End vielleicht oder auch nicht aufzuhängen, je nachdem, was man sich von der abschreckenden Wirkung des zerfolterten Gemüses verspricht.

    Die Gegenleistung wird vorbehaltlich einer Befolgung dieser Befehle ganz allgemein in einer Lizenz zur Terrorbekämpfung bestehen, zuzüglich erwarte ich regionale Vereinbarungen zum Zwecke der Frontbegradigung.

    • Franz

      Hast Du mal ein paar Beispiele für “Gute Rebellen”? Und gerne auch ein paar Beispiele , die zeigen, dass “Nicht-Kriegsteilnehmern” Fingernägel rausgerissen werden. (Nicht die 2011 Story bitte)

      Danke

    • georg

      Wie kaumi bin auch ich halbsyrer, leider mit dem kleinen großen Unterschied, meine “Vatersprache” nicht zu beherrschen.
      Da mein Vater jedoch nie seine Kontakte nach Syrien und den Libanon abreißen ließ, kam ich in den Genuß, sehr häufig in diesen beiden Ländern gewesen zu sein. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum ich mit kaumis Aussagen, und auch mit Enis oder habkinds, sehr viel anfangen kann und merke bei den vielen Gesprächen in der Familie, daß das bei denen auch so ist. Was ich sagen will ist, daß da scheinbar tatsächlich ein Wahrnehmungsunterschied besteht, je nachdem ob man Syrer/Araber ist oder eben nicht.
      Diesen Prolog schicke ich vor meinen eigentlichen Beitrag:

      - Nein, Assad wird nicht als “Sieger” vom Schlachtfeld gehen. (TomG.)
      Assad ist dann Sieger, wenn sein Rücktritt nicht mehr Gegenstand der Verhandlungen ist. Ohne wenn und aber
      - Assad wird dadurch international eine Rolle zugewiesen, die er national gar nicht hat, aber auf internationalen Druck bekommen soll. (TomG.)
      Was, bitte schön, soll das heißen? Welche “nationale” Rolle hat er nicht, die er aber “international” besetzen soll?
      - Ich erwarte klare und insbesondere von der russischen Delegation hart vorgetragene Befehle für Assad. (TomG.)
      Ich erwarte höchstens Empfehlungen und Verhandlungen zwischen Russen und Syrern. Die einen brauchen die anderen genauso dringend wie umgekehrt
      - b) Systematische Entmachtung der Luftwaffengeneräle und aller Geheimdienste unter Mitsprache und Kontrolle des NCC und lokaler Behörden. (TomG.)
      Das erscheint mir sehr lächerlich. Wer, außer den Westalliierten, würde davon profitieren und wie soll das in Russlands, Irans und Syriens Interesse passen?
      - …Heil Assad” brüllen mag, die Fingernägel ausreißen und das Fleisch von den Rippen prügeln möchten, (TomG.)
      Du wirst deinen Frieden mit Assad nimmer mehr machen, geschenkt. Aber alle Syrer, die nicht mit der “Revolutilon” sind als Assad-Fanboys abzustempeln drückt dich in eine gewisse Ecke…

      • Aus Toms früheren Äußerungen habe ich nicht den Eindruck, er habe etwas gegen Baschar al-Assad, vielmehr wähnt er ihn “im Apparat” quasi gefangen.

        • georg

          Ich hingegen habe schon den Eindruck.
          Und, bezüglich dieses Begriffs, was genau ist der “Apparat”?
          Die Legende der alten Onkel aus Hafis` Zeiten? Sein böser Bruder und die” Mafiaclique”? Come on, Assad wollte zwar nie Staatsmann werden aber er wird sicher nicht mit Fußfesseln in Syrien gehalten.
          Vielleicht wuchs der Doktor einfach in seinen Job hinein und möchte ihn, seinem Land zuliebe jetzt auch zuende bringen. Soll es geben, solche Präsidenten.
          Und um diesen Nullbegriff nochmal zu erörtern. demnach gibt es keine autarken Staatsmänner. Wir hätten da den US-Apperat, den italieniscshen, israelischen, deutschen, französischen etc.
          Was widerum Assad in bester Gesellschaft brächte…
          Bewegt man sich auf zionistischen Bloggs, so erkennt man dort eben diese Strategie. Entweder bist du ein Demokrat und unterstützst die Rebellen oder du unterstützst den Diktator und sein “Regime” und bist ein Assad-Fanboy.

        • TomGard

          “Vielleicht wuchs der Doktor einfach in seinen Job hinein und möchte ihn, seinem Land zuliebe jetzt auch zuende bringen.”

          Grundsätzlich gesprochen sehe ich das genauso. Aber es gibt da gewisse Phasen der Freiwilligkeit. Aktuell gilt die Alternativlosigkeit für die Person genauso, wie für die Charaktermaske, die das Imperium braucht.

          “wähnt er ihn “im Apparat” quasi gefangen”

          Das ist kein Wahn, das hat er seit Amtsantritt in vielen Varianten selbst gesagt, natürlich nicht wörtlich. Und wie, bitte, sollte es auch anders sein? Willst Du, Roman, für Dein Publikum ernsthaft eine Medienfigur namens “Hitler”, “Stalin” oder sonst einem nachgerade überirdischen “Führer” aus ihm verfertigen?
          Ich redete über Interessen und Zwecke, nicht Figuren und Charaktermasken.

          Und allgemein zum Apparat und besonders der Rolle des Repressionsapparates: Dessen Abwicklung ist in der Verfassung vom Mai 2012 vorgesehen! Die Forderungen, die ich der russischen Delegation in den Mund gelegt habe, setzten nur ökonomischen und militärischen Druck hinter die Verwirklichung dieses Punktes in der syrischen Verfassung.

        • Ach was, “wähnen” kommt (bei mir) nicht von “Wahn”. Natürlich, wie sollte es anders sein – so ist das nun einmal mit der “realen Macht” und der von ihr aufgestellten Protagonisten, und zwar überall. Eigentlich wollte ich nur etwas Druck aus dem befürchteten Sh.tstorm nehmen, bevor er losgehen könnte.

        • Nobilitatis

          Ich sehe da nur wenig Raum für Kontroverse. Allenfalls ein paar unterschiedliche Sichtweisen. Selbstverständlich braucht jedes Land “den Apparat”. Ohne den ist man machtloser Einzelkämpfer. Der entscheidende Unterschied ist doch, inwieweit man die staatlichen Strukturen gestaltet, in wessen Interesse (die der Bürger oder eigene) oder ob man von Protagonisten des “Systems” benutzt wird. Mein Eindruck ist, dass Assad sehr wohl gestaltet, und zwar im langfristigen Interesse seiner Bürger. Und man kann den Präsidenten, vor allem in Kriegszeiten, nicht für jede einzelne Handlung der staatlichen Strukturen in Haftung nehmen, besonders wenn diese Handlungen von bewaffneten Oppositionellen behauptet werden. Da muss man abwägen. Und die Greueltaten der “Opposition” insgesamt sind weit überwiegend schlimmer als alles, was man der Regierung nachsagt. Von “Chemiewaffen” gar nicht zu reden. Glaubt Ihr nicht, dass das die westlichen Dienste realistisch bewerten?

        • ISKANDER

          @georg: Eben!
          Jetzt weißt du auch, wo TG seine Inspiration her bekommt. Zu durchsichtig, seine “Motivation”.

    • Enis

      Tom
      wie ist das Wetter bei dir? Frische Luft täte gut..
      Woher kommt deine Paranoia gegenüber der syrischen Luftwaffe?

      Es wäre wirklich toll wenn deine Sätze kurz und direkt formuliert werden.

      Heil Assad!

      • Jones2theBones

        Ich kann nur allen dazu raten, auf Provokationen anderer nicht zu reagieren und darüber zu stehen.
        Toms Texte quellen vor aggressiven Andeutungen zwar nur so über, aber mit sowas macht er sich einen Bärendienst, denn der seriösere Rest wird dadurch weniger Ernst genommen.
        Es würde ihm gut tun, seine Toleranzgrenze auf (aus seiner Sicht) “Verfehlungen” anderer zu erhöhen, und vielleicht auch daran zu denken, dass Russen traditionell Monarchie und Paternalismus gut finden und deshalb a) mit Assad naturgemäß sympathisieren und b) ihre positiven Aspekte hervorheben.

        Auf der anderen Seite, Enis, bringt dein “Heil Assad” noch weniger, denn du erinnerst damit an Hitler und tust Bashar damit selber Unrecht.

        Ich konnte bislang keine ausreichenden Indizien erkennn, dass es einen Staatsstreich, oder auch nur den Versuch dessen, der syrischen Luftwaffe gegeben hat.
        Abgesehen, oder auch im Zusammenhang mit Toms Sprache, habe ich auch Probleme mit seiner Argumentation, wo der eine oder andere Verbindung übersprungen wird oder mir nicht ersichtlich ist, die aber nötig ist, um die Schlussfolgerung als folgerichtig anzuerkennen.
        Die Aufteilung Syriens beispielsweise halte ich wiederum für nicht praktikabel. Für einen wirklichen Frieden sind die Gebietsverteilungen zu fragmentiert, die Rebellengruppierungen zu keiner effektiven Verwaltung ihres Gebietes in der Lage und auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Kommt die nicht, dann ist ihre Herrschaft nicht von Dauer, kommt sie, so werden die Rebellen systematisch bis zu dem Punkt aufgerüstet werden, wo sie sich in der Lage sehen, bei einem neuerlichen Angriff gegen Assad Erfolg zu haben.

        Machtlos, oder gar Gefangen, ist Assad mitnichten. Allein sein Rückhalt in der Bevölkerung gibt ihm erhebliche Macht. Dass er mal die komplette Spitze der Baath-Partei ausgetauscht hat, zeugt ebenfalls davon.
        Der Natur der Politik gemäß ist es aber auch unmöglich, dass er alles unter Kontrolle hält.

        De jure und de facto ist Assad Oberbefehlshaber der Armee. Dies bedeutet nicht, dass er die Armee aktiv leitet, sondern dass er die Kompetenzen dafür hat.

        “Gut, nachdem das Containment der Zionisten klar gestellt ist, sollte man sich einfach anschauen, welche regionalen Kräfte in Montreux (“Genf 2″) “dabei” sein werden, und welche nicht.

        Nicht dabei sind Israel und der Libanon, einschließlich Hezbollah. Schon deshalb ist auch der Iran nicht dabei.

        Auch nicht dabei ist die Türkei!
        Die Türkei ist ebenfalls innenpolitisch gebunden, es ist sicher auszuschließen, daß die AKP noch irgendwas außer “Ja und Amen” zu melden hat.”

        Vielleicht hast du andere Quellen als ich.
        Meine ist jetzt einfach mal diese hier.
        http://en.wikipedia.org/wiki/Geneva_II_Middle_East_peace_conference#Non-Syrian_participation

        Allein um den Anschein der Neutralität zu wahren, kann Israel nicht teilnehmen, und weil es als Apartheidstaat von den Bevölkerungen der muslimischen Staaten auch nicht gerne gesehen wird.

        • TomGard

          J2b,

          der Libanon hat mangels Regierung – es gibt nur eine “Amtsführung” – keine legitimierte Vertretung. Zur aktuellen außenpolitischen Impotenz der Türkei und ihren Voraussetzungen, und zu dem Gegeneinander türkischer Institutionen im türkisch-syrischen Grenzregime haben Roman und einige Kommentatoren etliches Material zusammen getragen, wer das verpasst hat, mag sich im “turkey pulse” von “al monitor” auf den Stand bringen lassen. Zusätzlich: Im deutschen Mainstream ist grad eine bezahlte Kampagne unterwegs, die zumindest Vorbereitungen für eine “Color-Revolution” in der Türkei trifft, die ziemlich sicher einen Aufstand der Kurden UND Aleviten nach sich zöge.

        • Jones2theBones

          Tom,

          Dass die libanesische Regierung inhomogen und die Türkei geschwächt sind, leugne ich nicht.
          Wir werden uns da weitestgehend einig sein.
          Aber 1) wird der Ausgang mindestens in groben Zügen von vornherein feststehen, 2) wäre so ein Treffen nicht wirklich beschlussfähig, wenn wirklich alle ihr eigenes Süppchen kochen würden. Russland und die USA sind hinreichend in der Lage, jeden Störfaktor mit genügend Druck auf Kurs zu bringen.
          Spannend sind also lediglich die Länder USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran, und natürlich Syrien.
          Die anderen Beteiligten werden zum Abnicken da sein.

        • TomGard

          Gut.

          Dann noch was zur Balkanisierung.
          Die steht – nach den zusammen gefaßten Voraussetzungen -selbstredend nicht jetzt auf der Tagesordnung; falls sie denn im Plan eines oder mehrerer Beteiligten sein sollte. Deshalb lasse ich das hier einfach weg.

          Aber. Zu den auch für Damaskus wünschenswerten Frontbegradigungen zählt sicherlich die Räumung von Al Ghouta. Und zumindest vielleicht zählt die Räumung des Bezirks Daraa durch die Regierungstruppen dazu. Zumindest hat sich Assad mal auf eine Weise geäußert, die man so deuten könnte – und taktisch ist das sowieso ein Desiderat, zumal in der Gegend die Druzen nochmal ‘ne eigene Rolle und gleich drei Gewährsmächte dafür haben.

          Ich hab das ständige “Morphen” der “Rebellen” nicht mitverfolgt, daher gebe ich die Überlegung nur als hypothetisches Beispiel von mir. Ich hielte es für im taktischen Rahmen möglich, daß Damaskus den Süden vorübergehend zugunsten eines “humanitären Korridors” räumt, der von Einheiten gesichert wird, die die USA in Jordanien haben ausbilden lassen. Zugleich könnten waffenruhefördernde Truppentrennungen im Süden Beispiele für die Patchwork-Verhältnisse in der Orontes-Ebene und dem Gebiet zwischen Hama, Aleppo, Idleb werden. Wenn meine Überlegungen zur Neutralisierung Israels stimmen, dann ist der Erfolg der SAA an der libanesischen Grenze, die Erübrigung der Hezbollah-Präsenz in Syrien, mindestens eines der US-Kernziele, und alles, was dieser Aufgabe förderlich ist, grundsätzlich willkommen.

        • Jones2theBones

          Ohje.
          Es gibt gute Gründe, weswegen Regierungstruppen und Rebellen solche Stellungen nicht räumen. Hält man diese exponierten Punkte, bindet man dem Gegner viele Kräfte, und kann seine Macht in weitere Teile des Landes projezieren.

          Und nein, es wird nicht passieren, dass die USA öffentlich dies eingestehend Truppen in Syrien abstellt.
          1) Weil es der Kräfteverlagerung widerspricht,
          2) Weil hier US-Soldaten in einer Art und Weise gefährdet werden, die den strategischen Interessen der USA nichts bringt, aber dem Abzugspräsident weiteren Rückhalt kostet.
          3) Weil die syrische Regierung allein der Heimatfront wegen niemals amerikanische Soldaten auf dem eigenen Territorium dulden könnte.
          4) Weil mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die syrische Regierung davon ausgehen müsste, dass die amerikanischen Truppen dafür genutzt werden würden, die Waffenruhe zu unterwandern (Siehe Kekseverteilen von Nuland auf dem Maidan, nur halt mit Granaten), und die Rebellen würden aus so etwas gestärkt hervor gehen.
          5) Der weite Teil der Rebellen zwar Proxies sind, aber eben gehirngewaschen mit dem Denken an die Amerikaner als Feinde. Der eine oder andere Rebell, obwohl über Umwege auf amerikanischer Gehaltsliste, würde es sich nicht nehmen lassen den einen oder anderen von den Amerikanern abzuknallen.

          Und generell halte ich eine Balkanisierung in diesem Land nicht für einen haltbaren Zustand, von den Kurden vielleicht abgesehen.
          Inwieweit es nur zu einer Waffenruhe, inwieweit zu einem endgültigen Frieden kommt, können wir jedoch beide nicht mit Sicherheit sagen. Wir kennen schlicht nicht die Absprachen, die es mittlerweile schon gegeben haben wird.
          Ich rechne jedoch mit einem Rückzug der FSA & der al-Nusra.

        • Nobilitatis

          TG sprach von von den USA ausgebildeten Einheiten, das sind die berühmten “säkularen” Rebellen.

        • Nobilitatis

          Aufgrund der Struktur des bewaffneten Kampfes der “Oppositionskräfte” gibt es keine Rebellen mehr, wenn Türkei, Libanon, Jordanien und Irak das nicht ermöglichen. Der Konflikt muss aktiv am Leben gehalten werden und eine SA-Finanzierung sowie Waffenlieferungen müssen bei den Orks ankommen.

        • TomGard

          Alle genannten Länder haben kein taugliches Grenzregime, wobei zur Türkei und den Libanon einschränkend zu sagen ist, daß dies nur für das Kommando über das Grenzregime gilt.
          Wenn das libanesische Grenzregime der SAA um ein jordanisch-amerikanisches Grenzregime im Süden ergänzt würde, lenkte das die “bösen” Rebellen Richtung Irak ab, im Maße, wie der kurdisch-türkische Konflikt, der von zig Seiten zu beeinflussen geht, den Islamisten Räume nimmt.

          Wir werden sehen.

          Die allgemeine Grundlage:
          Die amerikanisch-iranische Entente entfaltet schon jetzt durchschlagende Erfolge. Wie Khamenei jetzt plötzlich öffentlich mitmischt, kann man schon fast als “panisch” beschreiben. Dem Klerus schwimmen die Felle weg.

        • Nobilitatis

          Wir reden hier nicht über simple Grenzkontrolle. Hier geht es um sichere Basen, Infrastruktur, Transportkapazitäten usw.

        • Dike

          Ich glaube eher umgekehrt. Khamenei muss eine balance finden. Die Revolutionsgarden und auch viele Iraner könnten den plötzlichen kuschelkurs mit dem Westen missverstehen und übelnehmen.

        • Jones2theBones

          @Nob & Tom:
          In der Tat, ich hab an die in Jordanien abgestellten US-Einheiten gedacht, die dort auch gewisse Szenarien trainiert haben sollen, die FSA wird ja wohl eher gemeint sein.
          Dennoch kann ich mir das nicht vorstellen.
          Da die SAA sich mit besserer Organisation, Luftwaffe & schwerer Ari gegen die Rebellen zur Wehr setzen können, müssen diese dies mit größerer Mannstärke ausgleichen. Selbst exponiertere Positionen halten hat also für die SAA Vorteile. Im Raum Dara’a kommt die inakzeptable Nähe zu Damaskus hinzu.

      • ISKANDER

        @enis:
        wieso gehst du immerfort auf TG`s Geschwätz ein?
        Der Typ will dich doch nur herausfordern und bedient sicher gar nicht Bashar & Syriens Sache – die eins ist.
        Tg lebt doch nur von den Bissen die er provoziert. Lass ihn einfach bellen und scroll`s weg.

    • jowi

      @TG
      Auch ich versuche seit längerem die Seele der Israelis zu verstehen und las deshalb deine Ausführungen mit Interesse. Ja, die Polarisierung und Radikalisierung der israel. Gesellschaft ist besorgniserregend und der Generationenwechsel bleibt nicht ohne Folgen.
      Anders sehe ich deine Deutung der Strategien von USA und Israel in der Siedlungsfrage, das sehe ich genau anders herum, wenn hier jemand am Friedensprozess Null Interesse hat, so sind dies die Falken der israel. rechts bis rechtsextremen Regierung! Dass Kerry die Israelis an der Heimatfront binden will ist aus meiner Sicht auch Quatsch. Eher versucht er verzweifelt den Falken den Blutdurst zu nehmen, also nicht immer auf die Macht der Gewehrläufe zu setzen.

      In diesem Kommentar zeigt Ya’alon wie er tickt:
      “Only our continued presence in Judea and Samaria and the River Jordan will endure that Ben-Gurion Airport and Netanya don’t become targets for rockets from every direction. American Secretary of State John Kerry, who turned up here determined and acting out of misplaced obsession and messianic fervor, cannot teach me anything about the conflict with the Palestinians.”

      Wie jeder rechte Nationalist (bzw. Zionist) ordnet er die Interessen seiner Nation allem anderen unter, da stört so ein Kerry natürlich.

      Die Deutung, dass Kerry die Israelis an der Heimatfront binden möchte, könnte von einem rechten Zionisten stammen. Kerry möchte vermutlich eine andere Stoßrichtung in der Nahost-Politik. Bislang folgt die Politik alleine dem militärischen Wunsch das eigene Staatsgebiet möglichst langfristig vor Raketenangriffen zu schützen. Diese Paranoia kann ich ein Stück weit sogar nachvollziehen. In der Raketenparanoia liegt ja auch die Hauptursache für den Libanonkrieg und dem Hass gegenüber Assad und dem Iran. Schon 2005 hat Peres den Kopf von Assad gefordert, da Syrien im Libanon aus der Sicht Israels eine nicht hinnehmbar aggressiv-selbstbewusste Politik betrieben hat (Ermordung von Hariri, Unterstützung der Hisbolah, …, http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/91591#.Uta-K7Qgn8o).
      Peres fordert dabei, dass die Amis das richten sollen und Israel im Hintergrund bleiben solle. Deshalb fehlt Israel auch bei Genf-2, man zieht die Fäden lieber im Hintergrund.

      Um dem Frieden im Nahen und mittleren Osten zu dienen, muss man die israelische Raketenangst ernst nehmen. Deshalb sollten die beiden Nachbarstaaten Israel und auch die Türkei bei ernst gemeinten Friedensverhandlungen mit am Tisch sitzen, de facto sind beide Staaten mit Syrien im Krieg.

      • Nobilitatis

        Glauben Sie, Israel macht seine Golan-Annexionspolitik absichtlich zum Thema einer syrischen Friedenskonferenz? Recherchieren Sie mal “Land gegen Frieden”.

        • jowi

          Was wollen Sie mir mit diesem arrogant hingeworfenen Kommentar nun konkret sagen, nobler Nobilitatis?

          Die Golan-Höhen sind ein Thema, es geht aber auch um den Libanon. Wegen dem Libanon wurde der Stab über Assads Kopf zerbrochen.

        • Nobilitatis

          Was war daran arrogant? Der Golan ist völkerrechtlich Teil Syriens und dort ist Israel direkt mit “Rebellen” involviert. Israel ist mit Syrien auch de jure im Krieg. Mein Argument war, dass Sie Israel nicht mal mit Prügel an den Verhandlungstisch mit Syrien bekommen, es sei denn, Syrien gäbe den Golan + X freiwillig auf.
          Und der “Stab über Assads Kopf” wurde wegen Iran zerbrochen. Libanon ist nur eine Front von mehreren.
          Die “israelische Raketenangst” kann Israel sehr einfach durch eine faire Friedenslösung für die ganze Region abstellen. Aber Israels Politik setzt auf endlose Konflikte.

  • Habkind

    Nach meinen letzten Informationen ist Iran mit im Spiel – mindestens seit gestern.

    Ich glaube in 2012, haben die Westler die Russen gebeten, auf Baschar druck auszuüben und ihn zum Einlenken zu bewegen. Die Antwort war, dass sie gar keinen Einfluß auf Baschar und die Syrer haben. Die würden ihre eigenen Pläne verfolgen ohne groß sich mit Russland abzusprechen.
    Die Antwort hat mir damals gefallen. Sie zeugt davon, dass Syrien keines Staates Lakai ist, sondern nur die Interessen seines Landes und Volkes im Auge hat.

    In Genf wird eine Forderung der Syrer und Russen sein, den Terrorismus zu bekämpfen. Diese Forderung ist von Syrien mehrmals als “Bedingung/Ziel” genannt worden. Die SAA ist im Augenblick so gut in Fahrt, die wird nicht mit der Liquidierung der Banditen und Mörder aufhören. Die SAA hat schon ihre Erfahrungen mit einen Waffenstillstand mit den “Rebellen” gemacht. (Als die Kontrolleure der Arabischen Liga im Land waren). Noch mal wird sie diesen Fehler nicht machen. Mich würdes es sogar wundern, wenn während der Genf 2 die Verfolgung der Banditen nicht sogar noch intensiviert wird. Das wird natürlich dazu führen, dass Syrien als Ganzes verbleiben wird und nicht wie TG ständig wiederholt, aufgeteilt werden soll.

  • Habkind

    Ich werd’ das Gefühl nicht los, dass einige westl. Staaten Syrien massiv bei der Bewältigung der Terroristen helfen. Inzwischen sind die Geheimdienste des Westen regelmäßig zu Konsultationen bei den syrischen Behörden.
    Und dieser angefachte Kampf zwischen den guten Terroristen (FSA, Nusra) und der ISIS könnte dazu dienen, beide Gruppen zu dezimieren. Da geht es meiner Meinung nach nicht mehr um Genf2 oder der aktiven Bekämpfung des Islamismus durch die FSA.
    Diese Begründung ist nur vorgeschoben, um das Gesicht der westl. Staaten zu waren.
    Zur Zeit flüchten ganze Horden von FSA/Nusra in die Türkei.

    - The continuing collapse of the Terrorists from the so-called “Ahrar Al-Sham” movement since losing the “Tal Al-Abyad” border crossing on Saturday, which was followed by 150 fighters deserting and handing themselves over to the Turks
    - AL-RAQQAH – DAASH BLOWING UP HOMES OF AHRAR AL-SHAM

    Vielleicht ist das nur ein Wunschdenken meinerseits, vielleicht ist aber auch was Wahres dran.

  • TomGard

    Irgend etwas muß ich mißverstanden haben. Der NCC ist gestern von seiner zugesicherten Teilnahme in Montreux zurück getreten.

    Hier die Erklärung auf der Website des Vereins:
    http://syrianncb.org/2014/01/16/statement-to-the-syrian-people/

    Die Hauptklagen:
    In Moskau habe man nur Staffagepolitik betrieben und die Amerikaner machen lassen.
    Die wiederum die Zusammensetzung und die Positionen der Oppositionsdelegation diktieren und dies auf eine Weise timen, daß nicht mal diese Marionetten Zeit haben, sich vielleicht doch noch auf eine Art eigene, gemeinsame Position zu einigen.

    Zugleich beschweren sie sich, daß im Vorfeld keinerlei Druck auf Damaskus ausgeübt wurde, daß Mitglieder des NCC, die dieser für die Delegation nominierte nach wie vor einsitzen oder “verschwunden” bleiben, daß sich der Delegation nicht erschließe, wie die Teilnehmerstaaten eventuelle Konferenzbeschlüsse gegen die syrische Regierung durchzusetzen beabsichtigten.

    Zugleich beschweren sie sich darüber, daß Nahrungsmittel- und Medikamenteneinfuhr nach Syrien boykottiert blieben.

    Insgesamt ein windig und inkonsistent erscheinendes Statement, das sich verbal hauptsächlich gegen die USA richtet, aber nichts wirklich Konkretes hergibt. Ich kann nur ganz allgemein mutmaßen, daß den Amerikanern die Forderungen aus dem NCC zu konkret waren (Entlassungen von Gefangenen z.B.), um sie der syrischen Delegation zuzumuten.

    Eine andereLesart könnte sein, daß man in Moskau und Washington eben doch auf ein Zerteilung Syriens innerhalb weniger Monate setzt.
    Vergl:
    http://www.assafir.com/Channel/50/English/SubMenu#!/ArticleWindow.aspx?ChannelID=50&ArticleID=333306

    Sorry für meinen Irrtum.

  • kaumi

    http://www.syria-news.com/readnews.php?sy_seq=166641

    Tom,

    der NCC/NCB gewichtet auf obiger Mitteilung die Gründe seines Boykotts komplett anders.
    Haitham Manaa gibt primär folgende Erklärung ab und Gründe an, die ursächlich für den Rückzug sind:
    der NCC wird als nicht eigenständige opposition gesehen sondern unter dem Dach der NK gelistet. Grober Fehler, denn der NCC hat sich zeitlebens wohltuend von den Marionetten abgehoben.
    Desweiteren kritisiert Manaa, und auch dieses stellt einen Hauptpunkt dar, die Einstellung der NK, die im Vorfeld die Vorbedingung eines Abdankens Assads stelle. Diese Vorbedingung ” diene nicht der Sache und stelle ein unüberbrückbares Hindrniss auf dem Wege zu erfolgreichen Verhandlungen dar (!!)”.
    So wie ich das verstehe, werden hier, richtig erkannt, die “Freunde Syriens” angepinkelt, die ja als Coach der “Opposition” fungieren. Und zweitens stellt der NCC wiederrum klar, dass ihn und der NK ein sehr breiter Graben trennt. Ironischerweise würden Verhandlungen zwischen des im inneren Syriens durchaus verankerten NCC und der Regierung viel eher und realistischer zu Durchbrüchen führen als die der Regierung mit der gepimperten und gesponserten Hotelopposition, die praktisch keinerlei Leumund auf syrischem Gebiet besitzt. Aber Manaa ist absolut integer, linkspolitisch gerichtet und viel eher russen- als amifreund. Aus diesem Grund ist er niemals eine für den Westen realistische Option gewesen.

    • TomGard

      Hm,
      in Manna describes Robert Ford as “Bremer of Syria” vom 21.12. sind die beiden Texte, die ich oben verbunden hatte, inhaltlich verbunden. Zusammen genommen klingt das, als hätten Manaa und Salih Muslim eine wirksame Allianz gegen die ihnen von der NK aufgedrückten Mitglieder der NK gebildet, worauf State Department auf diplomatischer und Robert Ford auf militärischer Ebene die Absichten beider durchkreuzten.

      Das übergeordnete Bild, daß sich dadurch ergibt, ist eigentlich ziemlich schlüssig:
      1) Die Obama-Fraktion ist auf den NCC angewiesen, weil niemand sonst “on the ground” ist.
      2) Mittels der militärischen Kräfte der FSA wollten sie die NCC-Vertreter “steuern”.
      3) Dann verweigerte ISIL -Syrien den Befehl aus Washington via Zawahiri, sich zurück zu ziehen und kooperierte mit den “Saudis” bei der vmtl. auch schon von Robert Ford – alter Killary-Bestand – und dem türkischen MIT / Davutoglu befohlenen Zerschlagung der FSA. Worauf
      4) die ISIL und die Teile Al Nusras, die sich dem türkischen Killary-Verbund nicht anschließen wollten “‘dran” kamen. Womit
      5) klar ist, daß der türkische Deep State sich der Killary -Fraktion bedient, um ein föderales Rojava zu unterbinden und daß
      6) Das State Department sich außerstande sieht, Ford und seine Blase aus dem Verkehr zu ziehen, weil sie die nicht durch loyale Leut ersetzen können.
      7) Manaa kennt diese Notlage und spielt auf Zeit, deshalb die rechtfertigenden Anschuldigungen an die syrische Adresse bei gleichzeitiger Einberufung einer Konferenz, auf der eine einheitliche Vertretung der Opposition formiert werden soll.

      Der letzte Punkt ist der, den Du verfehlst, Kaumi, denn wenn Manaa sich in dem Text “An die syrischen Bürger” auch so tut, als hätte er am Liebsten eine drei-Parteien -Oppositionsvertretung (NK, KNC alias PYD und NCC), so besteht er jetzt selbst auf einer einheitlichen Delegation, nachdem er doch abgesagt hatte, und aus dieser Position das Tripartite-Konstrukt zur Bedingung machen könnte. Das ist – leider – eine verlogene Tour, und ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, daß Manaa, wie alle seine Kollegen bisher, der Versuchung auch nicht wiederstehen kann, den “großen Zampano” auf Kosten der syrischen Bevölkerung zu geben.

      Wenn die Konferenz nun abermals verschoben wird und dann noch mehr merkwürdige Vorgänge in der Türkei zu registrieren wären, könnte man das als Bestätigung für obige Überlegungen nehmen.

  • TomGard

    PS. Ich vergaß: “Edward Dark”, Korrespondent für Al Monitor in Aleppo mit wöchentlicher Hetzkolumne, hat in seiner letzten Wortmeldung ebenfalls Robert Ford und dessen Kooperation mit den Saudis über die IF heftig angegriffen, das hatte ich stark im Hinterkopf, als ich obiges schrieb.

    • Enis

      Tom
      willst Du wirklich einen richtigen syrisch patriotischen Oppositionellen haben? Bitteschön, Ali Haidar (ein Sunnit aus Hama). Hut ab vor so einem Patrioten.

      “La solution a commencé, et va continuer, par le triomphe militaire de l’Etat (…) et par le maintien au pouvoir et la détermination de l’Etat et de toutes ses institutions, à la face des ennemis qui parient sur son effondrement”

      http://www.lorientlejour.com/article/850653/pour-le-ministre-syrien-de-la-reconciliation-geneve-ii-ne-resoudra-rien.html

      • TomGard

        Enis, verzeih, aber das ist ein alter Hut! Ali Haidar beschreibt da einfach, was ist. Er sagt nicht etwa (was Du zu ergänzen scheinst) “La solution … va finir par …” usw. Der dynamische Status Quo verläuft über ein “Entweder … oder”, “Triumph … oder Niederlage”, weil es keine Opposition mit einem tragfähigen Programm gibt, die institutionelle Despotie aufzulösen. Das ist der Sumpf, den das Imperium mit der Pest des gestifteten Bandenwesens infiziert und vergiftet hat.

        • kaumi

          “Das ist der Sumpf, den das Imperium mit der Pest des gestifteten Bandenwesens infiziert und vergiftet hat.”
          Kann nur erahnen, was du (vielleicht) sagen willst.
          Aber bezüglich deiner letzten Antworten solltest du die Sache sehen wie sie ist:
          Ein wichtiger (wahrscheinlich DER wichtigste) Teil der “Opposition” weigert sich an “Genf” teilzunehmen, da er als nicht eigenständige Gruppe gesehen wird sondern von der internationalen Gemeinschaft quasi in die Marionetten-Gombo eingeschmolzen wird.
          Wenn dann der eine Sprecher (Manaa) oder der andere aktive Politiker (Haidar) dieses kritisieren, so muss man das einfach mal so hinnehmen. Und wenn Haidar sagt, ” Genf 2 würde genauso wenig bringen wie Genf 3, 5 oder 10, denn die Lösungen werden syrisch-syrisch ausgehandelt”, dann ziehe ich den Hut und sage chapeau!
          Und all` den “Querdenkern” und Analysten sei gesagt: so manche Aussage wird getätigt, ohne jeglichen Interpretationsspielraum. Manaa`s und Haidars Aussagen gehören dazu. Sind sind messerscharf formuliert, vom Großteil der Syrer nachvollziehbar und gutgeheißen, aber von den Verweigerern einer souveränen syrischen Lösung selbstredend nicht akzeptiert. Macht nichts, oder wie Haidar sagen würde, “sollen die doch ihre Genfkonferenzen abhalten und wir finden die Lösung unter uns Syrern”.

        • TomGard

          Kaumi, wenn ich mal das Mißverständnis außen vor lasse,das in dem Wort “Interpretationsspielraum” steckt und hinzu füge, daß ich nicht den Hut ziehe, schon deshalb nicht, weil ich die ideologische Traumtänzerei des Vereins kenne, dem Ali Haidar vorsteht, dann habe ich keinen Einwand.

          “Genf 2 würde genauso wenig bringen wie Genf 3, 5 oder 10, denn die Lösungen werden syrisch-syrisch ausgehandelt”

          Richtig. Aber das ist trivial. Das kannst Du auch im US-Handbuch unkonventioneller Kriegführung nachlesen!
          Aber dann nimm bitte auch Deinen eigenen Satz ernst:

          “DER wichtigste) Teil der “Opposition” weigert sich an “Genf” teilzunehmen, da er als nicht eigenständige Gruppe gesehen wird”

          Da geht es um die Aufsichtsmacht der auswärtigen Interessenten und zwar gerade so, daß festzustellen ist: Es gibt sie nicht. Deutschland wurde geteilt, weil es zwei Siegermächte, statt einer gab. Im Falle Syriens schälen sich ungefähr 4 Siegermächte aus dem Nebel der Schlachtfelder. Deutschland wurden die Kapitulationsbedingungen diktiert, Syrien wird die Option eingeräumt, sie auszuhandeln. In Westdeutschland wurde die um ihre Spitze amputierte Nazi-Elite unter den Kapitulationsbedingungen einfach wieder in ihre Funktionen eingesetzt. In Syrien soll und muß iwie dasselbe geschehen, aber keiner weiß, wie das gehen soll, und selbst wenn jemand einen Plan hätte, würde er augenblicklich das Ziel der Sabotage mindestens einer der vier Siegermächte. Die Alternative zu dieser verf***ten Lage ist die Entstaatlichung Syriens, die – das hat Roman wohl hinreichend erklärt – die Obama-Fraktion nicht mehr zulassen will und das Militär dabei hinter sich hat. Deshalb sagte ich in dem anderen Post, Assads Präsidentschaft sei alternativlos, selbst für Netanyahu.

          Aber wenn jetzt einer in Syrien glaubt, er könne die Lage dazu nutzen, die alte Elite, die ständische Despotie des syrischen Militärs zur Siegermacht zu erklären und zum Sieg zu führen, dann ist die Entstaatlichungs-Option blitzschnell wieder auf dem Tisch – ich dachte, das wäre hier einigermaßen klar.

          Und DARÜBER, dessen bin ich gewiß, ist auch die Mehrheit der Syrer nicht traurig. Die Parteigänger einer Restauration, die irgendwas zwischen einem 10tel und einem Viertel der Bevölkerung killen wollen, die Despotie verschärfen und zum faschistischen Polizeistaat ausbauen, sind eine verschwindende Minderheit. “Assad” steht auch dafür, daß dies NICHT geschieht, daß die Anhänger dieser Minderheit nützliche Idioten bleiben, denen man Ehre erweist, wenn sie verheizt werden, aber morgen schon keine Träne mehr nachweint.

        • Nobilitatis

          Ihr Geschichtswissen ist äußerst mangelhaft. In Deutschland gab es von 1945 bis 49 nicht zwei, sondern vier Besatzungszonen. Entschieden hat die jeweilige Besatzungsbehörde. Und die hat NICHT die Nazi-Elite wieder eingesetzt. Im Gegenteil, so wie die Sowjetunion ihre kommunistischen Kader eingesetzt hat, haben die westlichen Besatzungsmächte ihnen genehme Emigranten eingesetzt. Natürlich konnte man zahlenmäßig nicht die gesamte deutsche Bevölkerung austauschen, außer natürlich in der polnischen Besatzungszone, im Gebiet Königsberg/ Memelland und den osteuropäischen Staaten.
          Das ist halt so, wenn Sie ein Gebiet nicht direkt beherrschen wollen, sondern über abhängige Figuren. Das nennt man “nation building” und darin sind die USA traditionell wenig erfolgreich.

        • Enis

          Tom
          Ich weiss nicht wie stark dein Französisch ist, aber meines ist ausreichend zu verstehen was er meint, bzw. dass es seine Meinungsäusserung ist.

          Er sagt es in einem direkten Satz, “..die Lösung hat begonnen, und wird weitergehen mit dem militärischen Triumph des Staates und mit dem Fortbestand der Macht und die Entschlossenheit des Staates und allen seinen Institutionen gegen den Feind, die auf seinen Zusammenbruch setzen”

          Da gibt es nichts zu deuten.

          Da ich Dich deinen Hintergrund und Beweggrund durchschaut habe, verstehe ich aber, dass Du bemüht bist alles mögliche zu Ungunsten des syrischen Staates zu deuten. Deinen Hass auf den syrischen Staat, der sich zwischen den Zeilen versteckt, kann ich nicht nachvollziehen zumindest Du absolut keine Verbindung hast zu Syriens Geschichte, Kultur und Politik. Solange Du es nicht abstreitest, kann es daher nur mein Verdacht sein! Du weist was ich meine.

        • TomGard

          Enis, ich glaube zu wissen, daß Du abends nichts lieber tust, als Deine völkische Brille abzulegen. Dann setz sie halt nicht immer wieder auf. Ich bin ein Feind aller Staatswesen, aller Staatenbildung und bin der Ansicht, daß die existierenden Gemeinwesen die Option haben, den Grund dafür zu beseitigen, daß es Staatswesen gibt: Privateigentum. Und daß die Alternative zu dieser Option der Untergang nahezu der gesamten Biosphäre bis auf die Ebene von primitiven Mehrzellern ist.
          Punkt.

        • TomGard: “Ich bin ein Feind aller Staatswesen, aller Staatenbildung und bin der Ansicht, daß die existierenden Gemeinwesen die Option haben, den Grund dafür zu beseitigen, daß es Staatswesen gibt: Privateigentum.” Das ist fein gesagt und fast beinahe könnte ich dem zustimmen, jedenfalls wenn das hier eine philosophische Runde wäre. Politisch fällt das aber wohl in deine Kategorie “ideologischer Traumtänzerei”. Da hier aber nunmal politisch diskutiert wird muß ich nachfragen: Worin liegt deiner Meinung nach nun die “Option zur Beseitigung des Privateigentums”? Wie, im Sinne polittechnischer Schritte, könnte das geschehen? Die Beantwortung der Frage würde möglicherweise deine Argumentation nachvollziehbarer machen.

        • TomGard

          Urkeramik,

          ich bin überzeugt, jeder Leser hier, der einen Schritt von Deinem verführerischen Angebot, einen Mob zu bilden, zurück tritt, kann und muß bemerken, wie verlogen und verheuchelt Deine “Aufforderung” ist. Wenn sich ein Konsens bildete, die solche Verlogenheit ächtete, wäre das schon ein – zugegeben winziger – Teil der Antwort, die Du zu verlangen vorgibst.

          Deshalb sage ich Enis zum gefühlten 113. Mal geduldig, daß ich weder Israel noch dem sog. “jüdischen Volk” verpflichtet bin und keinen anderen “Haß” auf die syrische Despotie pflege, als auf die deutsche Demokratie oder die Zionistische Militärherrschaft. Denn die Ächtung jener Verlogenheit, die kriege ich, meine ich, mit Enis zusammen hin, wenn äußerer Druck entfällt. Mit Dir eher nicht.

        • Wäre ja schön, du fingest mal mit derÄchtung deiner eigenen Verlogenheit an. Die eigene Arroganz für Ehrlichkeit zu halten ist nicht nur unredlich sondern auch der Gipfel intellektuellen Privateigentums.
          Ich bedanke mich für die ehrliche Antwort.

        • Jones2theBones

          Der Grund für Staatenwesen liegt nicht im Privateigentum, sondern in der Organisation der Masse.
          Denn Aufgabe des Staates ist vorrangig nicht der Schutz des Besitzes (auch wenn das zweitrangig eine ist, die aber schon von fast allen Staaten ab und an gebrochen wird), sondern die Organisation der Masse und der Schutz von Leben.

          Ohne Staat keine Autobahnen, kein Internet und ohne Polizei und Militär Banditen und Räuberbanden, die, wenn es keine Gegenwehr gäbe, übrigens selbst einen Staat mit fest etablierter Besteuerung etablieren würden.

          Ameisen, Sardellen, Termiten und andere primitivere Geschöpfe mögen ganz oder teilweise ohne hierarchische Struktur auskommen und sich ganz auf das Schwarmverhalten verlassen, aber alles mit etwas mehr Hirn kennt sowas wie Widerrede und Streit und bildet hierarchische Strukturen.

          Und da Wölfe, Elefanten, Löwen und alle menschlichen Kollektive, sei es hier oder in Afrika, Südostasien, Ozeanien oder in Amerika auch vor ihrer “Zivilisierung” ALLE IMMER hierarchische Strukturen (aka. “Staat”) herausgebildet haben, finde ich es lustig, dass Kommunisten & Anarchisten meinen ohne auszukommen.

          Und da bei Abschaffung des Systems alles von Landwirtschaft über Industrie bis Distribution nicht funktionieren würde, wäre ein Massensterben an der Tagesordnung, bis es nur noch Dörfer gäbe.

          “Animal Farm” von George Orwell als Leseempfehlung.

        • jowi

          Das ist ja ein erfrischendes Aussteigerstatement!
          Hoffentlich lebst du dann konsequenterweise auch in einer Kommune und teilst dir mit den anderen Essen, Computer, … .
          Die 5%-Hürde nimmt aber eine solche Partei in der Bananenrepublik Deutschland nicht in absehbarer Zukunft. Also bleibt dies eine Utopie!

        • jowi

          (Der Kommentar oben bezieht sich auf die kommunistisch-anarchistischen Aussagen von TomGard.)

        • TomGard

          Leute, wenn ich ein anderes Mal eine persönliche Aussage persönlich an Enis oder sonstwen richte, könntet ihr dann vielleicht einfach mal das Maul halten? Entspräche das nicht christlicher Denkungsart Ihr wollt doch Christen sein, oder so, oder? Und falls nicht – wie wär’s mit elementarem kommunalen Anstand? Ich weiß aus persönlichen Erfahrungsberichten aus Syrien, daß solcher Anstand dort weit verbreitet und tief verankert ist. Ich kenne das auch von meinen früheren studentischen Kontakten mit Libanesen, Libyern und Marokkanern. DAs ist nicht OT. Wenn es an solchen Umgangsformen in Syrien mangelte, könnte man da sofort alles einklappen und auswandern.

        • Franz

          Leute, wenn ich ein anderes Mal eine persönliche Aussage persönlich an Enis oder sonstwen richte, könntet ihr dann vielleicht einfach mal das Maul halten?

          Dann schreib dem Enis eine E-Mail und pöbel nicht rum!

        • Nobilitatis

          Ich glaube, da befinden Sie sich im Irrtum. Auch wenn Sie einen Kommentar mit einem Namen anfangen, es handelt sich nicht um eine private Nachricht, sondern um einen öffentlichen Kommentar, den auch alle anderen mitlesen.
          Warum sollten wir alle Christen sein? Oder Syrer? Da sehe ich keinen Zusammenhang. Hier haben Sie sich verrannt.

  • TomGard

    Nun schaue man sich im Lichte dessen, was auf dieser Plattform über ISIL, IF, Al Nusra und die ehemaligen Formationen der FSA bekannt ist

    dieses Schmierentheater an.

    • Nobilitatis

      Da fehlen uns noch die entscheidenden Details, um diese weithin berichteten Vorgänge zu bewerten.
      http://www.nytimes.com/2014/01/18/world/middleeast/syria.html?ref=world&_r=0

      • kaumi

        Die einen (der eine) beklagen die “Despotie” der syrischen Regierung, die anderen erkennen in ihrem Tun nationalistischen Widerstand. Alles Vorgeplänkel zu Genf 2 entspringt aktuell, aus Sicht der syrischen Seite, aus einer Position der Stärke.
        Nur Dissonanten sehen, anhand des oberen konkreten Beispiels einer vorgeschlagenen Waffenruhe im Moloch Halab, irgend eine Aktion der Schwäche seitens der Armee.
        In Halab ist die Gemengelage so kompliziert, dass teilweise eine von der SAA eingeschloßene “Rebellenarmee” ihrerseits wiederum von einer anderen “Rebellenarmee” umzingelt ist, mit dem Ergebnis, dass in diesen Distrikten nichts, aber auch wirklich, nichts mehr geht. Kaum Nahrung, kaum sauberes Trinkwasser, desolate hygienische Zustände und unhaltbare medizinische Versorgung – für ALLE. Dieser Schritt war überfällig und nun scheint die Zeit reif für “Verhandlungen” gekommen.
        Mualim sagte heute noch weiters dazu: “der Fokus der syrischen Aktivitäten liegt weiterhin auf die Vernichtung des Terrorismus – in Zusammenarbeit mit der NATIONALEN Opposition”: Damit meint Mualim unser NCC mit Manaa und Haidar. Hier scheinen die Fronten bereits sehr weich, ganz ohne Genf. Wie von einigen hier bereits vermutet und verbalisiert.
        http://breakingnews.sy/ar/article/32343.html

        Für das Prä-Genf-Klima und des “Hochdruckgebiets” über syrischen Landen mag auch diese Veröffentlichung amerikanischer Wissenschaftler sorgen:
        https://s3.amazonaws.com/s3.documentcloud.org/documents/1006045/possible-implications-of-bad-intelligence.pdf
        “Syrische Regierung eher nicht für das Ghouta-Massaker verantwortlich”

        Und abschließend nochmal Genf: 5 Tage vor der Konferenz hat die NK immer noch keine verbindliche Liste ihrer “Männer/Frauen” vorgelegt. Würde in Genf eine Fußball-WM stattfinden, wäre das Team “1.NK Opposition” längst disqualifiziert…

  • littleguerillero

    Mal wieder was zum Thema – auch als rusische Position zu G2…….

    http://www.n-tv.de/politik/Russland-liefert-Assad-mehr-Waffen-article12100221.html

  • littleguerillero

    …so jetzt Zeit für eine kurze Analyse dazu.

    Es gibt zur Zeit keinen “geplanten” Ausgang von Genf 2.
    Wenn im Vorfeld alles gestempelt wäre, würden “Die” sich ja auch jede UNO Sitzung sparen können. Es geht hierbei immer um Show, Wahlkampf und die Stärkung des eigenen Gewichts.
    Russland unterstreicht durch “öffentliche” Waffenlieferungen seine Position, wie der US Außenminister in den letzten Tagen auch.
    Also meine Prognose zu Genf 2….so nutzlos wie das Vorgängertreffen.
    Auch wenn manchen Europastaaten die Muffe geht, ist die USA zur Zeit nicht so richtig im Konflikt und braucht keine kurzfristige Lösung.

  • kaumi

    Nach US-Druck und persönlichem Briefing seiten Robert Ford hat die NK nun endlich ihre von der westlichen Allianz “sehr beachtete und respektierte Entscheidung zur Teilnahme an Genf 2″ am 22.01. erklärt.
    Nun kann ich mit Spannung auf die ersten Erklärungen dieses Treffens warten…

    • Enis

      Zuerst mal ein frohes und friedliches Fest an alle die heute Jesus Taufe durch Johannes (mit-)feiern. Wir haben halt ein komisches Kalender..

      Kaumi,
      bist Du wirklich gespannt?!

      • kaumi

        Merhaba Enis,

        ich kann eine gewisse Spannung vor Montag abend nicht verbergen.
        Wenn du mich fragst, ob ich freudig oder ängstlich gespannt bin, dann müsste ich antworten, weder noch…
        Die Spannung lädt sich einfach aus dem Umstand hoch, dass, bei solchen wichtigen Konferenzen nun üblich, den wartenden Massen regelmäßige Wasserstandsmeldungen in Form von Communiques veröffentlicht werden (müssen). Auf deren Form, Inhalt, Formulierung und Aussagekraft bin ich – wirklich – sehr gespannt.
        Ich muss auch eins zugeben: Stand jetzt gehe ich nicht davon aus, dass unter den gegebenen Umständen irgend was erreicht werden wird. Aber in solche Verhandlungen können im Verlauf Dynamiken einwirken, die vorher keine Seite vorhersehen kann.
        Daher: wait, see and excite

        • Enis

          Marhabtan u marhaba bik achi kaumi,

          Ich behaupte das Ergebnis zu kennen. Es wird ein Referendum bzw. Wahlen geben, bei denen internationale Beobachter eingesetzt werden können, wobei das syrische Volk über Assads Zukunft entscheiden wird.

          Sollte Assad dann gewinnen wird die Einheit Syriens gewährleistet. Muss er abdanken wird es zum politischen Chaos kommen, wonach dann die SAA entweder einen Putsch im Interesse Syriens organisieren muss, oder es zu einem schleichenden Auseinanderbrechen Syriens im Form von Kantonen kommt.

          Mein fester Glaube ist, dass Assad gewinnen wird. Dann werden alle Vorwände des Westens brechen!

        • kaumi

          http://www.handelsblatt.com/politik/international/opposition-empoert-un-laedt-iran-zu-syrien-konferenz-ein/9355654.html
          Das meine ich mit dynamischer Entwicklung >> Sitzen die Iraner fest in der Konferenz, fehlen nur noch SA und Israel, dann hätte man zumindest die Big Player alle zusammen…

        • Franz

          Gibt es etwas zum Nachlesen über die Rolle Israels in Syrien?

          LG

        • Dike

          Franz und alle, die es interessiert, ein sehr, sehr ausführlicher Artikel (Teil 1). Die gesamte Palette der schmutzigen Politik der Zionisten wird gezeigt, von Afghanistan, Irak, Libyen, die Ereignisse um Hama und die Moslembrüder in Syrien, 1967 Krieg, die von Zionisten (Soros) bestimmten Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty oder HRW etc.

          http://friendsofsyria.co/enemies-of-syria/israel%E2%80%99s-plot-to-take-down-syria-i/

        • Franz

          @Dike Besten Dank

        • Enis

          auf SANA ist das angebliche Interview zwischen AFP und Assad noch nicht veröffentlicht, doch wenn das stimmt was AFP meldet-wonach Assad für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen will-, dann wird meine These aufgehen.

        • TomGard

          Mir scheint immer offensichtlicher, daß Kerry im Rahmen der Konferenz von Assad zweierlei verlangt:

          a) Seine Kandidatur aufzuschieben und verbal von einem “politischen Prozess” abhängig zu machen, der in Genf für “eröffnet” erklärt werden soll.
          b) Keine Weisungsbefugnis für syrische Delegationen zu beanspruchen, die im Rahmen einer nach Genf auszuhebenden Körperschaft über eine “road-map” palavern.

          An diesen negativen Anforderungen soll die Opposition sich scheiden, sodaß eine spezifisch dafür vorgesehene Beamtenschaft des State Department und des Weißen Hauses die Weisungsmacht über eine dann erst personell zu besetzende “international anerkannte” Opposition erlangt, die sie jetzt nicht hat.

        • Enis

          In den Mainstreammedien erscheinen nur verkürzte Zitate von Assads Interview, die dann in ein anderes Licht gesetzt werden. Deshalb die Vollversion:

          http://sana.sy/eng/21/2014/01/20/523329.htm

        • Dike

          Enis, das Interview ist mal wieder erstklassig. Wie Assad Richtung Europa und insbesondere Frankreich austeilt ist richtig wohltuend. Frankreich ein Proxy von Qatar. Herrlich!

        • Dike

          Aber eben auch ein sehr menschliches, emotionales Interview, als er von dem Alltagsleben seiner Familie spricht.

        • Enis

          Dike,
          Darum lieben wir diesen Menschen so sehr!

        • Enis

          Tom,
          zu b)Kerry wollte und Assad antwortete:

          http://sana.sy/eng/21/2014/01/20/523384.htm

        • TomGard

          Enis, nee,
          Assads Antworten sind in dem Interview enthalten, das Du verlinkt hast. Und sie sind beide positiv – wenngleich zu b) nicht in der Form, die Kerry gerne hört. Assad sagt da sinngemäß, in Genf könne höchstens etwas angestoßen werden, was in Syrien selbst stattzufinden hat und in Genf habe man es nur mit ausländischen Mächten zu tun (und dafür ist er, Assad, nun mal zuständig). Insofern günstig, daß NCC abgesagt hat.
          Aus einem politischen Prozess innerhalb Syriens, zwischen Syrern, kann Assad sich hingegen bequem ‘raushalten.

  • habkind

    In http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2014/01/19/eine-zweite-sehr-blutige-woche-ist-in-syrien-zu-ende-gegangen/#more-9108
    ist eine kurze Zusammenfassung der Kämpfe zwischen unserer beiden Heldengruppen zu lesen.
    Im Bericht ist ein Video eingefügt mit einem Konvoi der ISIS auf dem Weg nach Saraqib: 4x T72, 4xBMP-2 und der übliche Anghängsel an Fahrzeugen (jetzt wissen wir auch, warum Toyota die Liste der meistverkauften Autos führt).
    Es fasziniert immer wieder, welche große Mengen an Kämpfer und Fahrzeuge unterwegs sind und sich frei im Land bewegen können.
    Der Irak meldet, dass sich ein Konvo von 150 Fahrzeugen der Isis von Syrien kommend in den Irak gefahren ist, um gegen das dortige Militär zu kämpfen.

  • kaumi

    Enis und alle Interessierte,

    die ersten “spannenden” News stellen sich schon ein:

    Frankreich soll dem syrischen Flieger mit der Genf-Delegation auf dem Wege in die Schweiz die Überflugrechte verweigert haben.
    Die NK, die vor 2 Tagen erst unter erhöhtem Druck des Ford-Briefings die “endgültige” Zusage an Genf 2 gegeben hatte, droht nun schon mit Rückzug, sollte der Iran tatsächlich erscheinen. Der wiederum, so ließ es der Außenminister verlauten, nähme nur teil, wenn die Konferenz ohne Vorbedingungen starte. Assad schließlich sagte gestern, die wichtigste Übereinkunft dieses Treffens müsste die Vernichtung des Terrorismus sein.

    Herrlich :-))

    • Enis

      Affentheater…
      ich persönlich orientiere mich AUSSCHLIESSLICH auf die die Nachrichten von der syrischen Führung!

      Assad hat uns kein einziges mal enttäuscht, daher nimm ich das ganze einbisschen mit humor…

  • TomGard

    Der iranische Außenminister Mohammad Zarif antwortet Nadezhda Kevorkova auf die Frage:

    “Do you see how the Syrian problem could be resolved?”

    wie folgt:

    “A smart person wouldn’t be offering any prognosis, but I wouldn’t be a minister if I were smart. As for Syria, we need to find some framework that would take into account the interests of all communities in Syria and convince them that they have to go to the polls and vote for their future. There is a need for dividing the power between different communities. We see such examples in Lebanon and Iraq. I think this model would work in Syria as well. It is not right when one community has all the power, whereas others have none.”

    Quelle

    • georg

      Er meinte vermutlich, dass die SAA die Rolle der Hizbollah in Syrien einnehmen könnte *g*

    • jowi

      Erstaunliche Aussage für einen iranischen Außenminister, sie bietet dem Westen wenig Angriffsfläche.

  • habkind

    Wenn die Aussagen in Al-Manar stimmen, dann findet sich demnächst Bandar in den USA zu langwierigen medizinischen Behandlungen – vielleicht über Jahre bis zu seinem unerwarteten Tot (ist nicht der frühere ägyptische Geheimdienstchef Suleiman auch bei medizinischen Behandlungen in den USA unerwartet verstorben?).

    “…During the meeting, Ford told the SNC figures that Saudi prince Bandar Bin Sultan is on long vacation in the United States, “because of sickness and psychological fatigue,” Hamade added, citing the Syrian opposition official who is also close to former Prime Minister, Riyad Hijab.

    “We would like to inform you that there are some changes that will take place in Saudi Arabia next March,” Ford said, noting that these changes will reach Bandar Bin Sultan and Saud al-Faissal.

    “We also would like to tell you that the US had asked Saad Hariri (head of al-Mustaqbal parliamentary bloc in Lebanon) to participate in a coalition government with Hezbollah.”

    http://www.almanar.com.lb/english/adetails.php?fromval=1&cid=23&frid=23&eid=131228

  • habkind

    Die Türkei will auch die Überflugrechte für das Flugzeug der syrischen Delegation verweigern.

    Die Sabotage schreitet voran.

    • georg

      Und Athen verweigert der syrischen Maschine das Auftanken.
      Was für ein Kindergeburtstag.

      • ISKANDER

        The Daily Telegraph überrascht seine Leser mit einer ganz großen Entdeckung! Endlich wissen wir, das in Syrien Assad den Krieg nur organisiert hat um “im Ausland Eindruck” zu erwecken.
        WOW!
        Ich zünde mein Haus an, denn ich möchte auch gern Eindruck erwecken!!
        Doch der Daily Telegraph zieht noch ein Ass aus dem Ärmel:
        Assad bezahle die Al Nusra aus deren Verkauf von Öl und Gas in ihren eroberten Gebieten.
        Häh?
        Wie geht das denn…
        Reist da eine Nusra Nuss wöchentlich mit einem Soll und Habenbuch nach Damascus und rechnet bei Assad ab, der dann freundschaftlich die Hälfte über den Schreibtisch schiebt – oder wie?
        Ach, um es nicht zu unterschlagen: Assad erlaubt natürlich großmütig den ungehinderten Ölabtransport durch die Nusra Nüsse in ein Land ihrer Wahl.
        Jetzt wundert mich nur, das man den Lesern unterschlagen hat, das Assad heimlich Orgien feiert mit den Weibern der Nusra Tölpel, die sich Cuckold- mäßig dabei anbinden lassen und sabbernd zugaffen.
        Große Meldung – kleiner Inhalt:
        Quelle: “Stimme Russlands”, heute, Artikel: “Daily Telegraph wirft Damaskus Finanzierung von Islamisten vor”
        Lesenswert! ;-)

        • Enis

          Iskander,
          So bemitleidend es ist, es gibt viele solche labile Typen, die das abnehmen. Stimme Russlands enttäuscht immer wieder!!

  • Enis

    soeben weht eine Fotowelle durch den Mainstream mit 55 Tausend Fotos von angeblich misshandelten und in Gewahrsam “getöteten” Häftlingen in Syrien! Bald wird diese Propagandawelle auch in den Westen ankommen! nur als Vorwarnung…

    • Enis

      wobei ich bis anhin nur 18 Fotos sehen konnte. Die nächste PR-Aktion wurde aus dem Ärmel gezogen.. Einen Vorwand für die Vermeidung des Gesichtsverlust hat man vorerst. Dass es sich hierbei um irakische Gefangene, oder selbst SAA-Soldaten handeln könne wird sich niemand interessieren. Angeblich hätte ein desertierter Militärpolizist 55Tausend Aufnahmen von 11’000 Toten machen können. Er muss ja von jedem Toten in jeglichen Gefängnissen gewesen sein..

    • jow

      Die Welle ist längst angekommen. Durchsichtig, so kurz vor der Friedenskonferenz, das gibt sogar Wenzel Michalski von Human Rights zu.

      Typisch ist mal wieder die Präsentation und Aufmachung. Es wäre eine interessante Übung, Überschriften und Formulierungen von Artikeln zu vergleichen, die mal über die angeblichen Verbrechen der Assad-Regierung und mal über die angeblichen Verbrechen der Rebellen berichten. Im ersten Fall greift man zu möglichst drastischen Formulierungen, im zweiten Fall betont man immer, dass der Wahrheitsgehalt schwer überprüfbar sei und stellt vor jeden Vorwurf das Wörtchen “angeblich”. Leider merken das nur wenige vorurteilsfreie kritische Menschen hier.
      Immerhin hat sich die BBC noch die Mühe gemacht, die Regierung in Syrien um eine Stellungsname zu bitten und druckt diese auch.
      Wenigstens den Propagandakrieg wollen die falschen “Freunde Syriens” gewinnen.

      • jowi

        Jetzt habe ich extra keine Links verwendet und der Artikel kommt trotzdem in die Freischaltschlaufe. Versteh ich nicht.

        • Du hattest Dich “jow” genannt, den kannte das System noch nicht.

        • Franz

          Jowi, Du oller Faker :)

        • Enis

          jowi
          ich habe aktuell zum Glück viel zu tun. Die erste Welle hat mich unheimlich aufgewühlt. Jetzt überfliege ich einfach die ganze Kotze. Der Auftrag den dieser angebliche Cäsar zu erfüllen hatte ist jenseits des Lächerlichen! Die Motive warum der angebliche Militärpolizist diese Fotos schiessen musste ist ein Märchen für sich. So viele Fotos an einem Fag kann nicht mal ein Fotograf schliessen.

          Wer glaubt der syrische Geheimdienst beauftragt einen einzigen Fotografen für alle “Verbrechen” in syrischen Gefängnissen zu dokumentieren ist einfach dumm, fertig.

          Diese Hunde sind aber einfach clever. Ich finde es auch richtig, dass die syrische Regierung auf diese Kotze gar nicht eingeht.

          Ich hab einfach einen ungeheuren Hass auf diese dreiste westliche Art gepaart mit nahöstlicher Dreistigkeit!

          Pfui.

        • Enis

          …nahöstlicher Hinterlistigkeit!

  • kaumi

    Wir haben heute erst den ominösen Zweiundzwanzigsten, aber die “bestia negra” war nicht untätig. Sie ist sogar schon auf Hochtouren.
    Viel schneller und viel intensiver als ich dachte, gestalteten sich die PR-Genf-Pregames.
    Obamas Büro ließ heute verlauten, “dass die ungeheure Aufdeckung der Foltersystematik und deren Größenordnung die Konferenz überhaupt nicht belaste, sondern viel eher die Fortführung erleichtere. Jetzt wären Möglichkeiten und Notwendigkeiten gegeben, Anklage gegen Assad und seinem Regime vor dem internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag einzureichen.” Ferner “wäre jetzt der Zeitpunkt für Russsland gekommen, seine Unterstützung für die syrische Regierung einzustellen”. Wow!!!
    Blanker hätte die Bestie nicht ziehen können. Aufgrund des völligen Fehlens einer militärischen Druckkarte auf die Assadregierung, und dieser Fakt christallisierte sich bereits vor Monaten heraus, trieb die PR-Abteilung “USrael/GCC&Nato KG” diese Fotoseriennummer an, um in der Schweiz überhaupt was in der Hand zu haben.
    Dass die Systematik in punkto Timing und Technik frappierend an Al Houla und Al Ghouta angelehnt ist, scheint im Westen niemanden mehr zu stören oder zu verunsichern.
    Dass die Amerikaner darauf beharren, die Vertreter der syrischen Regierung sollten sich mit der Opposition “zumindest vorerst” auf eine Waffenruhe einigen, lässt in mir die brennende Frage aufkommen, wen, oder besser formuliert, welche Einheiten denn die “Opposition” im Lande überhaupt befehligt, das ein solches Abkommen real werden lässt? Richtig, keine der größten fünfzig Brigaden. Somit richtet sich der Aufruf der USA allein an die SAA. Erwischt…

    Ich muss zugeben, dass alles noch ein wenig “spannender” ist als ich es vermuten durfte. In diesem Krieg gibt es nichts, was es nicht gibt. Und sei es noch so unglaubwürdig oder durchschaubar. Und ich befürchte, dass in der Küche des Großmeisters noch viele Geschichten abgeschmeckt werden, die die “syrische Mahlzeit” sehr ungenießbar machen werden.

    • sh4n

      Ich habe mich auch gefragt warum jetzt plötzlich die Rufe nach Waffenstillständen und “humanen Korridoren” zur Versorgung der Zivilbevölkerung laut werden.
      Die SAA muss demnach im Vorwärtsgang sein und deutlich an Land gewinnen, vielleicht auch weil sich FSA et al nicht gegen ISIS durchsetzen konnten und jetzt an zwei Fronten kämpfen.
      Die Story mit den Folterfotos kommt wie bestellt und wurde ungeprüft in allen MSM verbreitet. Es ist ein so durchsichtiges Stück Propaganda, aber bei der einseitigen Informationslage der Mehrheit der Medienkonsumenten, denke ich, dass sie damit durchkommen werden und es ihnen gelingen wird, Assad weiter zu diffamieren.