Nordkaukasus: Erntezeit im Januar

Nein, das ist kein Vorort von Damaskus. Es ist nicht Aleppo, nicht Adra, nicht Deiz ez-Zor. Aber es ist ein Ort in einer Gegend, aus der die “Schischani” unter anderem auch nach Syrien gehen: die Aufnahmen zeigen einen Anti-Terror-Einsatz in einem Vorort von Machatschkala im Nordkaukasus.

Die gerade dort laufenden Maßnahmen haben alle Anzeichen eines Pflückens reifer Früchte. Abgesehen von der Aufnahme oben (7 liquidierte Terroristen) laufen in Russland fast jeden Tag weitere Anti-Terror-Einsätze. Ramsan Kadyrow meldet den x-ten Tod von Doku Umarov. Eine gewisse gründliche Vorbereitung der Olympiade sozusagen.

Jedenfalls äußerlich. Dass solche Zellen von manchem Amtsträger vor Ort begünstigt werden ist auch ein offenes Geheimnis. Welche Gründe diese jeweils haben ist gar nicht so wichtig; es gibt viele, und die meisten sind rationell und nicht ideologisch. Deswegen wären wirksame Anti-Terror-Maßnahmen durchaus in der Etage regionaler Eliten fortzuführen.

Im Nordkaukasus begann noch zu Sowjetzeiten ein allmählicher Zerfall der traditionellen Stammes- und Clanstruktur in Richtung anonymer, “urbanisierter” Moderne. Zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der UdSSR war der Übergang lange nicht abgeschlossen. Eine recht gefährliche Lage, die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion nur verschärft wurde.

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  • TomGard

    “ … und die meisten sind rationell und nicht ideologisch.“

    Ist das nicht immer so? Ist „Ideologie“ nicht eine elaborierte und organisierte Form von „Rechtfertigung“ gesellschaftlicher (gesellschaftspolitischer) Zwecke und der Methoden, mit denen sie verfolgt werden? Und andererseits, klar, ist es von diesem theoretischen Ansatz leicht vorstellbar (und jeder kennt die Symptome aus seiner Erfahrung), daß die Rechtfertigung sowohl zum selbständigen Zweck werden kann und / oder alle rationellen Zwecke formell in sich aufnimmt und damit aufhebt.

    Um wenigstens ansatzweise, schlaglichtweise in dies Verhältnis hinein zu leuchten, wie es in den Kämpfen im Kaukasus vorliegt und offenbar seine eigene Dynamik hat (will sagen: abweichend von der Türkei einerseits und dem arabischen Raum andererseits, abweichend wohl auch von den Formen, die in Zentralasien vorliegen) ist der Verweis auf EINE der UR-SACHEN (im Unterschied zu „Gründen) in der Gestalt:

    … allmählicher Zerfall der traditionellen Stammes- und Clanstruktur in Richtung anonymer, “urbanisierter” Moderne …

    arg dünne. Das soll jetzt gar kein Vorwurf sein, nur eine Feststellung. Es dürfte alles andere als einfach sein, auch nur einen groben Einblick in diese Verhältnisse zu bekommen.

    • Ich dachte in dem Moment einfach nur an diesen Aspekt.

      Es hat bis vor kurzem noch gezogen (und tut es teilweise noch), wenn man die Namen und Gesichter der außerhalb von Dagestan etc. kriminell tätigen Leute heimwärts sendet bzw. landesweit per TV o.ä. ausstrahlt.
      Die Clans haben sich dann automatisch um „ihre“ Verbrecher gekümmert und waren bis zu einem gewissen Grad Garanten für Ordnung. Aber diese indigene Sozialhygiene löst sich halt seit längerer Zeit immer weiter auf. Das ist jetzt sicher keine tolle Entdeckung, aber im „Stream“ als, wie Du sagst, eine der Ursachen doch erst einmal ein kleines Statement. Vielleicht kommen weitere Aspekte durch anwesende Kenner hinzu..

  • Man sieht, Prinz Bandar bin Sultan al-Saud (Terror-Koordinator von Saudi Arabien) hat sich mit Putin den falschen Tanzpartner gewaehlt… Russland hat Kriege verloren, aber sich nie ergeben, und auch diesen schleichenden Krieg der Internationalen Haie gegen Mutter Russland, getrieben von den Dummen und kriminellen, wird Russland richtig beantworten. Dieser Terror in Russland, in Irak, in Syrien, in Libyen, in Yemen – er wird fallen auf die haeupter dieser Raeuberbande al-Saud.