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Kiew: unbekannte russische Scharfschützen

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„Medien: der Scharfschütze, welcher die Menschen auf der Gruschewskogo-Straße umgebracht hat, war ein russischer Söldner. Das nächste Opfer könnte ein Berkut-Mann sein.“ (Twitter @euromaidan)

Infokriege sind so eine Sache… der “erste Twitter der ukrainischen Revolution” meldet, der “Scharfschütze”, welcher gestern Revolutionäre erschossen haben soll, sei ein “russischer Söldner” gewesen. Tja. Wahrscheinlich haben die, welche so lügen, gestern das Video mit dem Ermordeten nicht gesehen. 4 Schusswunden an Hals, Kopf und Brust. Die Gerichtsmedizin teilt mit, sie habe aus dem Körper des Ermordeten Schrotladungen (Kartätschen) entfernt. Sie klassifiziert die in der Leiche gefundenen Gegenstände genau so – als “Kartätsche”. Was nur eines bezeugt – der Mord geschah aus nächster Nähe, womit der Begriff “Scharfschütze” ad acta gelegt werden kann.

Aber dazu ist der Infokrieg ja auch da: “Scharfschützen nehmen Demonstranten ins Visier”, verfielfältigt die hiesige Presse. Dabei ist in allen Selbstzeugnissen des Straßenmobs von Opfern von Gummigeschossen die Rede. Hat mal jemand versucht, Gummigeschosse per Scharfschützengewehr zu verschießen? Oder Gummigeschosse per Pumpgun aus einer Entfernung, die für Scharfschützen geeignet wäre?

Klitschko intoniert auch bereits die Schlüsselphrase: “Die Regierung schießt auf das eigene Volk”. Von solchen Déjà vus bekommt man langsam Schwindelgefühle. Die anonyme Beschuldigung gewisser “russischer Scharfschützen” zeugt natürlich davon, dass es eines äußeren Feindes bedarf, wozu sich Russland am besten eignet. Natürlich wird niemand diesen ominösen russischen Scharfschützen vorzeigen können, ebenso im Dunkeln bleibt das Verfahren, mittels welchem man ermittelt hat, es sei ein Russe gewesen.

All das wäre ein überdimensionaler Witz, wenn es nicht insgesamt so tragisch wäre. Menschen sind in solchen Revolutionen nichts als Humanressourcen und Wegwerfartikel für die Strippenzieher und Technologen. Wen sie wollen, werfen sie dem Berkut entgegen; wen sie wollen, knallen sie ab. Der Zweck heiligt ihnen diese Mittel – das blutrünstige “Bäumchen der Freiheit” will gegossen werden, wenn es sein muss, aus Fässern.

Ungeachtet der heute erfolgten Erstürmung von Verwaltungsgebäuden und Parteizentren in der Westukraine – in Lwow, Rowno und Poltawa – ist das noch kein Zusammenbruch des ukrainischen Staates. Es kann vielmehr bedeuten, dass die Hintermänner das gestern von den “Oppositionsführern” gebildete Gegenparlament – die “Volksrada” – für nicht allzu effektiv halten. Ihr Skeptizismus ist vielleicht gerechtfertigt: schon einen ganzen Tag lang existiert dieses Revolutionsorgan, eigentlich müssten die vor lauter Emsigkeit schon dampfen, aber man hört einfach nichts von der Arbeit dieses Gremiums. Keiner schreibt und veröffentlicht bedrohliche Dekrete, es gibt immer noch keine “Volkspolizei”, keine “Freie Armee” und Geheimdienste, keine Forderungen an die Provinzregierungen, sich der “Regierung des Volkes” zu unterwerfen. Eine solche “Volksregierung” hat überhaupt noch niemand eingesetzt; mit anderen Worten, diese “Volksrada” sieht bisher aus wie ein Name ohne Inhalt, geschaffen, um einen konkreten Adressaten für ausländische Unterstützung zu haben.

Diese Passivität der Revolutionäre kann die ganzen bisherigen revolutionären Anstrengungen in wenigen Tagen in einem lauten, unanständigen Geräusch ausarten lassen. Irgendwas muss passieren – und fast die letzte verbleibende Variante ist die Schaffung eines ukrainischen Bengasi. Keine leichte Aufgabe, aber immer noch viel einfacher als in Syrien – in der Ukraine, insbesondere im Westen des Landes, gibt es eine ganze Palette an potentiellen Bengasis.

Zum libyschen Szenario fehlt allerdings noch eines, und zwar das wichtigste: in Libyen haben sich höchste Staatsbeamte aus dem Umkreis des Oberst Muammar Gaddafi gegen selbigen gewandt. Nicht nur ihrer Funktion, sondern auch ihrem Ansehen nach “hohe Tiere”. Sie und Bengasi machten es möglich, eine vollwertige Rebellion vom Zaun zu brechen, durch die all das spätere Unglück über das Land hereinbrach. In Kiew sieht man solch “hohe Tiere”, die dazu bereit wären, alles hinzuwerfen und irgendwohin zu rennen, bislang noch nicht.

Die Besetzung der Provinzverwaltungen ist demnach eher ein Versuch gewesen, der die möglichen Züge der Hintermänner andeutet. Die Gefahr droht weniger Janukowitsch; der Westen (auch der Westen der Ukraine) hat ihn ohnehin schon längst abgeschrieben. Es ist eine Drohung, die an die „Oppositionsführer“ gerichtet ist: wenn ihr es nicht schafft, finden sich andere Führer.

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Trackback von deiner Website.

  • Der immerwache Starikov hatte das schon gestern auf dem Schirm: http://nstarikov.ru/blog/35980 (russisch) gleich mit einem kleinem Überblick über die „gängige Praxis“.
    Die spannende Frage ist ja eigentlich, wie weit sie es treiben werden und wann sich jene Teile der „Machtorgane“ outen, die den Randalierern den Rücken freihalten. Aber so oder so, die Zeit, da die ukrainischen Machzirkel bequem vom Schaukeln zwischen Ost und West satt werden konnten gehen vorbei und das ist das Gute an dem ganzen Mist.

  • MM

    Es ist soweit Freunde! In einem aktuellen Beitrag auf der Homepage der Tagesschau wird die demokratisch gewählte Regierung der Ukraine plötzlich als „Regime“ bezeichnet.
    Link zum besagten TS-Beitrag: http://www.tagesschau.de/kommentar/ukraine750.html

    • Mal abgesehen von der himmelschreienden Heuchelei, Brüssel agiere „mit allen Kräften als Vermittler“, hebt mich die Sache mit dem „Regime“ persönlich jetzt nicht so an; die abwertende Konnotation des Begriffs ist ja bei der Wortbedeutung eigentlich nur eine Nebensache oder Modeerscheinung.

      Interessant ist was anderes, nämlich dass man jetzt allenthalben vom „Bürgerkrieg“ liest – nicht nur „aus Brüssel“. „Elynitthria“ meinte unlängst als Reaktion auf den „Jahresrückblick“ zur Ukraine noch, dass sei gar nicht möglich. Aber es ist eben möglich, es fehlen lediglich ein paar vage Kriterien. Zugegeben, das momentane Lavieren besonders dieses Brüssel sieht eher danach aus, als werde die Sache einmal mehr abgeschrieben, um den ganzen Sud zu den Wahlen 2015 verstärkt wieder aufkochen zu lassen. Es braucht für jede weitere Stufe der Eskalation mehr Energie, wenn man auch nur einmal ins Zögern verfällt wie jetzt mit dem „Waffenstillstand“ zwischen Opposition und Regierung. Um das jetzt noch einmal anzutreten, müssen es ein paar mehr oder bedeutendere „sakrale Opfer“ sein. Klitschko vielleicht…

    • kaumi

      Ich fuhr also heute früh so in meinem Auto und hörte Radio, und horchte einem Beitrag zur Ukraine – und wusste fortan nicht, ob das Gesendete zum Totlachen oder zum Totängstigen war:
      “ Die ukrainische Opposition ist gespalten. Einig ist sie nur in ihrer Ablehnung des Regimes um Janukowytsch, der, nach den letzten Geschehnissen und dem Umkommen von bis zu sieben Demonstranten, keine Legitimation mehr bei seinem Volk geniesst, seinen Posten weiter auszuführen.“
      Ich war auf den Punkt wach. Dieser Beitrag hätte Wort für Wort den Syrienbericht einläuten können. Wahnsinn!

      • Abseits von der Medienrhetorik gibt es auch noch andere, fast nebensächliche Parallelen: nur wenige hundert Meter entfernt von den Krawallen geht das friedliche Leben seinen Gang. Kinder gehen zur Schule und Erwachsene auf Arbeit, usw., nur gibt es eine Warnung, in Bezug auf die eigenen Fahrzeuge wachsam zu sein: die Chaoten montieren die Räder ab, um an die Reifen zu kommen – die brennenden Barrikaden brauchen Nachschub.

        • MM

          Bist du noch über dieselbe E-Mail-Adresse erreichbar? Ich möchte dir einen Link zukommen lassen. Es könnte dich interessieren.
          Gruß, MM

  • Warum genießen die ukrainischen Neonazis die volle Unterstützung des Westens?

  • Ende der Zivilisation

    In der „Dialektik der Aufklärung“ zeigen Adorno und Horkheimer wie ambivalent und widersprüchlich die wissenschaftlich-technische Entwicklung ist. Den blinden Fortschrittsoptimismus des orthodoxen Marxismus lehnen sie ab. Aufklärung war wohl die ursprüngliche Intention des Menschen, sich aus der Herrschaft der Natur zu befreien, jedoch ist Entfremdung der Preis dafür, dass Menschen die Natur bändigen konnten. Durch den Odysseus-Mythos illustrieren Adorno und Horkheimer, dass nur der gefesselte, beherrschte Mensch die Natur beherrschen kann, nur als Gefesselter kann der Mensch den Verlockungen der Natur widerstehen. Während das mythische Zeitalter die Natur beseelte, werden in der Moderne die Natur und die Seele verdinglicht. Wir sehen nur Physis und Chemie. Alles was über das rein Ökonomische, Technische hinausgeht, soll sich der Mensch an sich selbst abschneiden, wenn er die Souveränität über die Natur behalten will. Selbstentfremdung ist so der Preis für die Bändigung der Natur.
    Was dann im Prozess der Rationalisierung im Kapitalismus des 20 Jahrhunderts zum Durchbruch kam, war nicht die Vernunft, ist nicht das Selbstbewusstsein des Menschen, sondern nur eine verkürzte Form des Denkens, nur die instrumentelle Vernunft, die alles dem Diktat des nutzenorientierten Kalküls unterwirft. Der Faschismus ist für Adorno und Horkheimer kein Zivilisationsbruch, kein bloßer Rückfall in die Barbarei (der Mensch als des Menschen größter Feind), sondern es ist der äußerste Ausdruck, der extremste Ausdruck dieser Dialektik der Aufklärung. Es war und ist der Umschlag von gesellschaftlicher Rationalität in Irrationalität auf höchstem technischem und tiefstem menschlichem Niveau. Für Adorno und Horkheimer ist Faschismus die totale Reduzierung des Menschen auf eine Sache, auf einen Fall. Jederzeit verfügbar (und im globalen Krieg jederzeit eliminierbar) ist der Mensch ein reines Objekt der bürokratischen Verfahren und der Macht.
    Auch Dimitroff’s historische Erklärung zum Faschismus des 20. Jahrhunderts hat heute ihre Gültigkeit: “Unter den Verhältnissen der hereingebrochenen überaus tiefen Wirtschaftskrise, der heftigen Zuspitzung der allgemeinen Krise des Kapitalismus, der Revolutionierung der werktätigen Massen, ist der Faschismus zum breiten Angriff übergegangen. Die herrschende Bourgeoisie sucht immer mehr ihre Rettung im Faschismus, um die schlimmsten Ausplünderungsmaßnahmen gegen die Werktätigen durchzuführen, um einen imperialistischen Raubkrieg, um den Überfall auf die Sowjetunion, die Versklavung und Aufteilung Chinas vorzubereiten und durch alle diese Maßnahmen die Revolution zu verhindern. Die imperialistischen Kreise suchen die ganze Last der Krise auf die Schultern der Werktätigen abzuwälzen. Dazu brauchen sie den Faschismus.
    Sie wollen das Problem der Märkte durch Versklavung der schwachen Völker, durch Steigerung der kolonialen Unterdrückung und durch eine Neuaufteilung der Welt auf dem Wege des Krieges lösen. Dazu brauchen sie den Faschismus. … Der Faschismus an der Macht, ist die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals. Der Faschismus ist die Macht des Finanzkapitals selbst. Das ist die Organisierung der terroristischen Abrechnung mit der Arbeiterklasse und dem revolutionären Teil der Bauernschaft und der Intelligenz. Der Faschismus in der Außenpolitik ist der Chauvinismus in seiner brutalsten Form, der einen tierischen Haß gegen die anderen Völker kultiviert.“ (aus der Rede von Georgi Dimitroff auf dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale, August 1935, Moskau)
    Trotz der besonderen historischen Bedeutung der Faschismus-Definitionen von Adorno/ Horkheimer und Dimitroff, sind die Parallelen zu aktuellen Entwicklungen der letzten Jahre unübersehbar. Der heutige Global-Faschismus(wie Johan Galtung es nennt) wird in Libyen, Syrien, Afghanistan, Irak, Pakistan, Jemen… und aktuell in der Ukraine exekutiert. Im permanenten Ausnahmezustand angelangt, will der herrschende Geldmachtapparat jedes Unrecht als Recht proklamieren und durchsetzen.

    Zusammen mit NSA, NSU und Verfassungsschutz, Nato-Kriegen, Hartz IV, Niedriglohnsystem, Transatlantische Freihandelszone, ESM, Bankenrettung, … wird deutlich, welche bösartigen und monströsen Zustände in der BRD herrschen und wie der Humanismus und die Errungenschaften der Aufklärung (Demokratie, Gewaltenteilung, Gleichheit vor Recht und Gesetz…) mit dem Rücken zur Wand kaltgestellt wurden. Wir müssen uns heute leider eingestehen, dass Bürger- und Menschenrechte hierzulande nicht mehr durchsetzbar sind. Alles was es noch gibt sind Restbestände in Auflösung. Und damit befinden wir uns exakt in derselben Situation wie 1932.

    • Enis

      Der Text ist recht dialektisch und theoretisch schwer verdaulich, aber dein Name ist mir sehr sympathisch!

      Es gibt immer wieder momente, wo ich mir einen neuen Weltkrieg sehnlichst wünsche! Ich habe jedoch die Befürchtung, dass der Feind der Zivilisation, der Mensch höchstpersönlich, auch dann wieder von vorne anfängt.

      Ich würde mein Leben opfern, wenn ich sicher wäre damit wäre die absolute Dummheit des Menschens besiegt!

    • Bei der Kennzeichnung der Aufgaben, die in der »Stellung« der Seinsfrage liegen, wurde gezeigt, daß es nicht nur einer Fixierung des Seienden bedarf, das als primär Befragtes fungieren soll, sondern daß auch eine ausdrückliche Aneignung und Sicherung der rechten Zugangsart zu diesem Seienden gefordert ist. Welches Seiende innerhalb der Seinsfrage die vorzügliche Rolle übernimmt, wurde erörtert. Aber wie soll dieses Seiende, das Dasein, zugänglich und im verstehenden Auslegen gleichsam anvisiert werden?

      Der für das Dasein nachgewiesene ontisch-ontologische Vorrang könnte zu der Meinung verleiten, dieses Seiende müsse auch das ontisch-ontologisch primär gegebene sein, nicht nur im Sinne einer »unmittelbaren« Greifbarkeit des Seienden selbst, sondern auch hinsichtlich einer ebenso »unmittelbaren« Vorgegebenheit seiner Seinsart. Das Dasein ist zwar ontisch nicht nur nahe oder gar das nächste – wir sind es sogar je selbst. Trotzdem oder gerade deshalb ist es ontologisch das Fernste. Zwar gehört zu seinem eigensten Sein, ein Verständnis davon zu haben und sich je schon in einer gewissen Ausgelegtheit seines Seins zu halten. Aber damit ist ganz und gar nicht gesagt, es könne diese nächste vorontologische Seinsauslegung seiner selbst als angemessener Leitfaden übernommen werden, gleich als ob dieses Seinsverständnis einer thematisch ontologischen Besinnung auf die eigenste Seinsverfassung entspringen müßte. Das Dasein hat vielmehr gemäß einer zu ihm gehörigen Seinsart die Tendenz, das eigene Sein aus dem Seienden her zu verstehen, zu dem es sich wesenhaft ständig und zunächst verhält, aus der »Welt«. Im Dasein selbst und damit in seinem eigenen Seinsverständnis liegt das, was wir als die Der ontisch-ontologische Vorrang des Daseins ist daher der Grund dafür, daß dem Dasein seine spezifische Seinsverfassung – verstanden im Sinne der ihm zugehörigen »kategorialen« Struktur – verdeckt bleibt. Dasein ist ihm selbst ontisch »am nächsten«, ontologisch am fernsten, aber vorontologisch doch nicht fremd.

      Vorläufig ist damit nur angezeigt, daß eine Interpretation dieses Seienden vor eigentümlichen Schwierigkeiten steht, die in der Seinsart des thematischen Gegenstandes und des thematisierenden Verhaltens selbst gründen und nicht etwa in einer mangelhaften Ausstattung unseres Erkenntnisvermögens oder in dem scheinbar leicht zu behebenden Mangel einer angemessenen Begrifflichkeit.

      Weil nun aber zum Dasein nicht nur Seinsverständnis gehört, sondern dieses sich mit der jeweiligen Seinsart des Daseins selbst ausbildet oder zerfällt, kann es über eine reiche Ausgelegtheit verfügen. Philosophische Psychologie, Anthropologie, Ethik, »Politik«, Dichtung, Biographie und Geschichtsschreibung sind auf je verschiedenen Wegen und in wechselndem Ausmaß den Verhaltungen, Vermögen, Kräften, Möglichkeiten und Geschicken des Daseins nachgegangen. Die Frage bleibt aber, ob diese Auslegungen ebenso ursprünglich existenzial durchgeführt wurden, wie sie vielleicht existenziell ursprünglich waren. Beides braucht nicht notwendig zusammenzugehen, schließt sich aber auch nicht aus. Existenzielle Auslegung kann existenziale Analytik fordern, wenn anders philosophische Erkenntnis in ihrer Möglichkeit und Notwendigkeit begriffen ist. Erst wenn die Grundstrukturen des Daseins in expliziter Orientierung am Seinsproblem selbst zureichend herausgearbeitet sind, wird der bisherige Gewinn der Daseinsauslegung seine existenziale Rechtfertigung erhalten.

      • Was wollte uns der Meister des krummen Wortes sagen? Ich kann die existenziale Rechtfertigung seines Wortwurmes nicht erkennen.

      • Ende der Zivilisation

        Der sinnfreie Beitrag von Polylogos hat den Zweck, den vorherigen Kommentar lächerlich zu machen und die Aufmerksamkeit abzulenken.

  • Ende der Zivilisation

    Andrej Tarkowski hat einen Film gedreht: Opfer.
    Dabei geht es um einen Menschen der vieles opfern will um einen Atomkrieg zu verhindern. Tatsächlich aber wird die Liebe die Welt retten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Tarkowski

    Tarkowski ist in der Emigration an Krebs gestorben wie auch sein Lieblingsschauspieler Solonizin.

  • mba

    Mir kommt diese Twitter-Meldung gar nicht wie eine Feststellung, sondern eher wie eine Ankündigung/ Warnung vor. Ist das abwegig?

  • g_h
  • Einen kleinen Kommentar habe ich noch, da hier gerade eine Suchanfrage reinkam, die lautete „mann muss sich ausziehen kiew“.

    Gemeint ist das hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=z0zD3pOG-Tk
    Die deutsche Presse kommentiert das so: „Gewalt gegen nackten Gefangenen“, „schockierendes Video“, „Mann misshandeln“ und so weiter.

    Ich kommentiere: Ja, der Berkut hat den Mann ausgezogen. Weil er sich mit Benzin übergossen hat und sich anzünden wollte. Die „Kettenhunde des Regimes“ sind vollkommen logisch vorgegangen – sie zogen ihm die benzingetränkten Klamotten vom Leib, gaben ihm ein paar freundliche Kopfnüsse und schickten ihn in die Zelle, wo er sein von Benzindämpfen und wahrscheinlich anderen Dingen geschwängertes Hirn auslüften kann. In anderen Einstellungen desselben Vorgangs kurz vor der Szene am Bus sieht man den Feuerwehrmann nebenher in Bereitschaft stehen.

    • jowi

      Na ja, selbst wenn das mit dem Benzin stimmt: dass der Mann hier so vorgeführt wird und er von mindestens einem der Beamten mit dem Handy nackt fotografiert oder gefilmt wird, das ist nicht entschuldbar.

      Der eigentliche Skandal ist die unglaubliche Einseitigkeit der deutschen Medien, der man nirgends entkommt. Die Gewaltexzesse der Regierungsgegner werden ausgeblendet oder klein geredet, die Überschreitungen der Regierungsseite dagegen in den dramatischsten Farben ausgemalt.
      Erschreckend wie orchestriert das abläuft.

      • Natürlich, daher auch die Untersuchung und Strafankündigung durch das Innenministerium. Es ist aber keine „Gewalt gegen nackten Gefangenen“, keine „Mißhandlung“. Die Blessuren am Rücken des Mannes sind klar erkennbar nicht frisch und mögen von Gummigeschossen oder anderer Einwirkung von den Aktivitäten stammen, an denen er sich vorher beteiligt hat.

        • Enis

          also im Vergleich zu den syrischen Sicherheitskräften erscheinen die ukrainischen Beamten eher freundschaftlich.

          Vielleicht liegt das an unserer Mentalität, aber ich finde die Polizei soll solche Landesverräter, die Landesressourcen kaputt schlagen und das eigene Land in den Abgrund provozieren ruhig weichklopfen! Das finde ich absolut daneben, wenn Zerstörer bei Gefangennahme plötzlich auf Menschenrechte plädieren! Also ein paar Fäuste und einige Arschritte schaden wirklich nicht.

          Im Vergleich zu denen die Köpfe lebendig abscheiden und mit Kopfschüssen niederstrecken ist das noch sehr human!

        • jowi

          Enis, die Relativitätstheorie der Moral ist sehr gefährlich!

          Warum ich es momentan so schwer habe, in der Diskussion mit Freunden und Bekannten, die meist einen westlich-akademischen Hintergrund haben, ist der, dass bei diesen „programmierten“ Rebellionen, ob in Libyen, Syrien, oder aktuell in der Ukraine, es den McCains und anderen Asfressern leicht gemacht wird, eine Kampagne zu starten, die den Applaus von manchen Linken oder Grünen erhält, die nicht durchschauen, dass dieses oder jenes Land nicht in den Fokus einer Kampagne geraten ist, weil es besonders schlimm ist, sondern weil es geostrategisch wichtig ist.

          Zur Abwehr solcher von außen befeuerter Revolten reichen die altbewährten Mittel der Repression dann oft nicht mehr aus und da muss man als Humanist auch sagen: Gott sei Dank!
          Um im Sturm zu überstehen muss man flexibel sein und seine Angriffsfläche möglichst klein machen. Da diese Kampagnen sehr stark von Propaganda leben, muss man auch alles versuchen, als moralisch überlegen dazustehen. Ich fordere keinen Pazifismus!

          Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, so heißt es. Hier liegt die Überlegenheit Israels im Nahen Osten, dank der virtuosen Beherrschung von Informationstechnologien ist es am Puls der Zeit, weiß wie die Massen im Westen ticken und manipuliert werden können. „Der Osten“, muss aufpassen, dass seine Mauern nicht unterminiert werden, ohne dass er dies vermeiden kann. Bei der Modernisierung der politischen und gesellschaftlichen Systeme sollte man endlich von den althergebrachten, autokratischen auf Gewalt beruhenden Strukturen wegkommen. Wenn die Unterstützung eines Staates auf breiter (!) Basis auf Überzeugung und nicht auf Angst beruht, ist dessen Stabilität auch nicht so leicht zu unterminieren.

        • Enis

          in einer zivilisierten Gesellschaft kann man Deinen Ausführungen nichts aussetzen. Ich stimme Dir zu. Nur wir haben wirklich mit Unmenschen zu tun. Wir kennen sie. Sie verstehen nur diese Sprache!

          Oder kannst Du mit diesen Typen vernünftig reden?
          +18 (enhält abgeschnittenen Kopf)
          http://www.liveleak.com/view?i=54f_1390594437

          Wir nicht mehr!

          Klar die ukrainischen Chaoten sind nicht gleichzusetzen. Deshalb nur die Arschtritte..

        • Enis

          das traurige ist, dass sind nicht mal Syrer die unser Land kaputt gemacht haben und wie in diesem Film Köpfe schneiden.

        • jowi

          Offen gesagt will ich mir das gar nicht anschauen, bin ein ziemliches Sensibelchen was das angeht. Aber wie gesagt, ich bin auch kein Pazifist.

          Gegen solche Bestien kommt man um Gewalt, zur Verteidigung, nicht herum. Man darf aber nicht im Kampf gegen Monster selbst zum Monster werden, sonst betreibt man lediglich Monstersubstitution, um es mathematisch auszudrücken. Das verlangt sehr viel Selbstbeherrschung, denn Rache ist ein menschliches Gefühl, auch ich bin nicht frei davon.

          Wenn der Westen auf etwas stolz sein kann, dann auf Aufklärung und Humanismus. Da würde ich mir wünschen, dass diese beiden Dinge weiter entwickelt und gegen den Kapitalismus verteidigt werden, der sie bedroht.
          Im „Osten“, habe ich manchmal den Eindruck, oder vielmehr die Theorie, wirkt vielleicht noch heute der Mongolenschock nach, der mit so brutaler Gewalt Zivilisationen zerstörte, die den westlichen damals oft so überlegen waren. Macht und Gewalt schienen ein und dasselbe zu sein, Zähmung und Kontrolle von Macht eine Utopie. Das ist traurig.

          Gewaltenteilung ist aus meiner Sicht deshalb so wichtig. Die neue Verfassung in Ägypten sehe ich deshalb mit größtem Misstrauen, das ist eine „mongolische“ Staatsverwaltung. Aus meiner Sicht sollte auch Syrien den Mut haben, stärker auf Gewaltenteilung und Mitsprache zu setzen, wie Deutschland nach dem Krieg. Gewalt ist nicht für alles eine Lösung.

        • Jones2theBones

          Wir Russen & Ukrainer haben auch eine etwas andere Mentalität.
          Wenn jemand sich ungebührlich benimmt, dann findet sich immer der eine oder andere Schläger, der ihn mit ein bissl Prügel „erzieht“.
          Das zieht sich durch das ganze öffentliche Leben und gibt es schon seit über einem Jahrhundert (Schwarze Hundertschaft), und ist teilweise ein sehr ernstes Problem (Dedushkina im Militär bsw.).

          In diesem Zusammenhang geht man mit dem Zündler noch äußerst sanft um, und ich halte das in diesem Fall noch für mehr als entschuldbar.

          In unseren befreundeten Staaten hat Polizeigewalt teilweise ganz andere Qualitäten.

          http://rt.com/usa/hospital-bills-eckert-search-270/
          Ich muss ehrlich gestehen, auch wenn ich mit dem Mann mitleide, ich musste lachen. :-))

          Jedenfalls sind Polizeiübergriffe dort an der Tagesordnung, nur nie in unseren Medien.
          http://rt.com/usa/new-mexico-cavity-search-victim-451/

  • Tunguska

    Kann man sich das Video auch wo anders ansehen? Bin bei Youtube leider nicht angemeldet…

  • Tunguska

    Hier ein Video vom Sturm der Verwaltung in Winnyzk
    Auf der Seite gibts auch ne aktuelle Übersicht über die Ereignisse von heute…

    Wirklich sehr beunruhigende Bilder. Die Berkuts sind hoffnungslos in der Unterzahl…Hast schon recht apxwn, irgendwann reißt der Geduldsfaden!

    http://german.ruvr.ru/2014_01_23/Proteste-in-der-Ukraine-3511/

    • walter

      Hier zerfallen sowohl Staatsstrukturen als auch gesellschaftlich-zivilisatorische Normen mit beängstigender Geschwindigkeit. Das Verhalten der Sicherheitskräfte kann zwischen vorbildlich und extrem „Neutral“ beschrieben werden. Der Schritt zur Auflösung, Überlauf oder Gefolgsschaftsverweigerung dürfte nur mehr ein Kleiner sein! Es erinnert an den Moment, indem ein Hund sich gegen seinen Herrn stellt und dieser immer mehr zurück weicht. Ab diesem Moment gibt es kein gegenseitiges Zusammenwirken, und Vertrauen wechselt zu Misstrauen.
      So sieht vermutlich das Ende von Zivilisationen aus.
      Die Massen werden mit Hilfe von Medien gelenkt und missbraucht. Sie erkennen nicht, dass sie das Boot zum Kentern bringen, indem sie selbst sitzen.

  • ISKANDER

    Laut Meldung RIA NOVOSTI rückt der Mob zum Atomkraftwerk Rowno vor.
    Jetzt möchte ich mal die Frage aufwerfen: Was haben die dort mit ihren „demokratischen“ Forderungen verloren?
    Das riecht mir eher nach EU/NATO Einsatzplan Umsetzung, rspkt. „Pawlowschen Reflexen“ – denn: „Achtung! Jetzt droht ein atomarer Supergau, das Regime hat das nicht mehr unter Kontrolle – die NATO muss helfend eingreifen“

    Wie blöd sind die Menschen im Westen und in der Ukraine eigentlich?
    Wie oft muss dieselbe Leier abgespielt werden, ehe die Leute begreifen das dieses Theaterstück immer gleich beginnt und immer zum gleichen blutigen Ende führt?
    Wie zersetzt muss das stolze ukrainische Volk inzwischen sein, das es sich nicht in Geschichte auskennt und die Gegenwart nicht mehr analysieren kann.

    So werden sie, wenn sie den Quislingen Klitschko und seinen Schlägerbanden nicht den Ton abdrehen, das tiefe und dunkle Tal von Blut, Tod, Zerstörung, Niedergang und schlußendlicher Kolonialisierung gemeinschaftlich betreten müssen.

    • jowi

      „Wie zersetzt muss das stolze ukrainische Volk inzwischen sein, das es sich nicht in Geschichte auskennt und die Gegenwart nicht mehr analysieren kann.“

      Diese Wehklage kannst du über nahezu jedes Volk singen, fürchte ich.
      Heute stieß ich im Spiegelfechter-Blog auf diese Doku, in der westliche Agenten über ihre damaligen Geniestreiche prahlen, sehenswert! :

      • Radostin

        Geschichte der Ukraine…Kiew wird leider völlig überbewertet. Die alte Hauptstadt Russlands war Jaroslawl (Fomenko & Noswoskij, Rus i Rim). Kleinrussland – die Ukraine – ist nicht mehr als eine ehemalige russische Kolonie, und ganz sicher nicht die Wiege der Rus.

        • Nicht Wladimir? Also, das ist jetzt das andere Extrem, das so auch nicht hinhaut. Kiew war, ist und bleibt „мать городов русских“ (Nestor-Chronik, Baby!). Und das war vor den „Kolonie“-Zeiten. Kiew mag diese Bedeutung für die Rus ab 1237 verloren haben. Aber nicht vorher.

  • Comrade John

    Oligarchen-News

    Da war doch noch was…
    Richtig, in Ukraine gibt’s ausser den Typen, die im Mittelpunkt der aktuellen „Berichterstattung“ speziell „unserer“ MSN stehen (ein Boxer, „rechte“ Splitterparteien u. Chaoten, eine merkwürdig farblose Regierung u. ihre unentschlossenen Sicherheitskräfte) noch richtig wirtschaftlich mächtige Leute, von denen man aber im Zusammenhang wenig hört – so als hätten sie mit Politik nicht ganz so viel zu tun.

    Einer von ihnen ist Dmytro Firtasch, ein ehem. Feuerwehrmann, der es mit herausragendem Fleiss, innovativen Ideen u. einer guten Portion Glück (wie denn sonst!) weit gebracht hat –
    „Im Jahre 2007 informierte Firtasch über die Gründung einer internationalen Holding, der “Group DF” (Gruppe Dmitrij Firtasch), in der die ihm gehörenden Aktiva zusammengefasst sind. Die Einkünfte der “Group DF” erreichten zum 31. Dezember 2006 etwa 4,5 Mrd. $ und in den Unternehmen in 11 Ländern Europas und Mittelasiens waren etwa 23,5 Tsd. Menschen beschäftigt.

    Unter den von der “Group DF” kontrollierten Unternehmen spielen folgende eine Schlüsselrolle:“
    (…) (Ukraine Nachrichten, 08.09.2009)

    Auch im Bankensektor spielt F., der lt. dem österreichischen Standard bisher schon die fünfgrösste ukrainische Bank (Nadra Bank) kontrolliert hat, eine bedeutende Rolle. Von der italienischen Grossbank Intesa San Paolo hat er soeben die JSC Pravex Bank (No. 8 im Ranking der ukrainischen Banken) gekauft:

    derStandard.at, 24. Jänner 2014
    Oligarch Firtasch kauft ukrainische JSC Pravex Bank

    http://derstandard.at/1389858133270/Oligarch-Firtasch-kauft-ukrainische-JSC-Pravex-Bank

    Weiterführend:
    Pravex Bank (Wikipedia, engl.
    Intesa Sanpaolo (Wikipedia, dtsch.

    Auch diesem Oligarchen soll man ruhig etwas Aufmerksamkeit widmen, um den Gesamtkomplex Ukraine vielleicht besser zu verstehen – der Ex-Aussenminister, Teilnehmer der Nato-Sicherheitskonferenz in München 2010, Medienmogul, vielseitige „Unternehmer“ u. Parteipolitiker (Unsere Ukraine) Petro Poroschenko (Wikipedia).

    Während Firtasch eher als „Verbündeter“ des amtierenden Präsidenten Janukowytsch gilt (F. scheint mit jeder ukrainischen Regierung gut auszukommen, jedoch nicht mit der Timoschenko) stellt sich Poroschenko ziemlich deutlich auf die Seite der ukrainischen sog. Opposition; in der Vergangenheit scheint er auch einer der Motoren des EU-Beitritts der Ukraine gewesen zu sein.
    Wenn Worte reden könnten – vielsagende Hinweise:

    ukrinform.ua, 21.01.2014
    Poroschenko glaubt, für die Ukraine wäre es besser, die Lage ohne Vermittler ins reine zu bringen

    http://www.ukrinform.ua/deu/news/poroschenko_glaubt_fr_die_ukraine_wre_es_besser_die_lage_ohne_vermittler_ins_reine_zu_bringen_9469

    Ergänzend – Poroschenko pur:
    http://www.ukrinform.ua/deu/news/tags/poroschenko

    • Ja; Firtasch und ein paar andere hatte ich im Text „Keks?“ mal kurz betrachtet. Sobald in dieser Liga ein Bruch offen zutage tritt, ist der Bürgerkrieg unausweichlich.

  • Wirtschaft in der Ukraine: Ukrainische Produkte taugen kaum für Europa
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wirtschaft-in-der-ukraine-ukrainische-produkte-taugen-kaum-fuer-europa.3c751a34-5822-4268-8272-efcfe2d622f5.html

    Vor diesem Hintergrund haben Experten noch einmal die Assoziierungsverträge durchleuchtet, die Kiew mit der Europäischen Union ursprünglich schließen wollte, und deren Nichtunterzeichnung im November vergangenen Jahres Auslöser für die ersten Proteste gewesen waren. Dabei mussten sie zugestehen, dass die Unterzeichnung des Abkommens der Ukraine wohl deutlich mehr geschadet als genutzt hätte. Die wenigsten ukrainischen Produkte seien in der EU ­konkurrenzfähig, heißt es in einer Analyse der ­Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Die im Assoziierungsabkommen vorgesehenen Handelserleichterungen hätten zwar deutschen und europäischen Lieferanten genutzt, kaum aber ­ukrainischen Exporteuren. Die Industrie des Landes sei „veraltet und kaum wettbewerbsfähig”.

    • Danke. Auf der DGAP-Webseite kann ich zwar das Dokument finden, auf das die Zeitung bezug nimmt, nicht finden, doch deutet sich damit immerhin ein leichter, ganz kleiner Schwenk in der Berichterstattung an.

  • soja kosmos

    Was ist das? Scheißhausparole oder echt? Auf RIA Nowosti und Stimme Russlands ist die Meldung nicht zu finden:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/25/janukowitsch-bietet-opposition-posten-des-ministerpraesidenten-an/

    • Nein, echt! Jatsenjuk und Klitschko haben aber schon abgelehnt und gemeint, sie gehen jetzt „bis zum bitteren Ende“… hab‘ gerade die zwei Heinis in der Live-Übertragung dazu gesehen.
      http://rt.com/news/opposition-ukraine-rejects-proposal-203/

      • soja kosmos

        Ja, danke, hab auch gerade gelesen: hat abgelehnt und fordert Neuwahlen …

      • Haha, nein! Jatsenjuk hat vielleicht „um die Ecke“ angenommen! Mann, das ist ein Krimi. Man muss noch ein paar Meldungen abwarten. J. hat sich so verschwommen ausgedrückt, dass man gar nichts verstanden hat – die Journalisten machen gerade Jagd auf ihn.

        Wörtlich hat er vorhin gesagt: „Die Regierung sagt, dass sie handlungsunfähig sei und [der Präsident] bot der Opposition an, die Regierung anzuführen. Füchten wir die Verantwortung? Nein, wir fürchten sie nicht!“

        Das kann schon passen – denn was sagte Jatsenjuk noch? „Wir kämpfen für die Rücknahme der drakonischen Gesetze! Bis zum Umfallen!“ (In der Tasche wird er die Zusicherung dazu schon haben, dass sie am Dienstag zurückgenommen oder relativiert werden.); „Wir werden Blut und Schweiß vergießen für eine neue Verfassung!“ – Er kann solche Zusicherungen ebenso bereits im Jacket mit sich herumtragen. Alles andere ist Bla-bla für den Maidan.

        Ist natürlich Mutmaßung, aber diesen Interpretationsspielraum hat man nach seinem Auftritt.

  • Tunguska

    Warum knickt den die Regierung so ein? Haben die keine anderen Optionen auf Lager oder ist das wieder ne Strategie die ich nicht erkenne?

    • Wieso? Janukowitsch verlagert den Konflikt so auf den „Maidan“, also zwischen Opp.-Führern und „Demonstranten“.

      Es ist eine andere Frage, dass die Herrchen der „Oppositionsführer“ diesen nicht gestatten werden, auf Janukowitschs Angebot einzugehen.

  • Tunguska

    http://www.youtube.com/watch?v=l8uAT8tmEfc

    Noch ein sehr krasses Video über die Gewaltbereitschaft der “friedlichen“ Demonstranten.

  • soja kosmos

    Ich verstehe die Live-Bilder nicht, neuerdings zeigen andere Kameraeinstellungen, wie irgend ein Gebäude „gestürmt“ wird, unangenehme Geräusche – da werden wohl Türen eingetreten o.ä., Glas splittert usw.
    Weiß jemand, um welche/s Gebäude es sich handelt?
    http://www.eurasischesmagazin.de/ticker/Ukraine-Proteste-live-Livestream-vom-Euromaidan-in-Kiew/86

  • Tunguska

    Jowi, das ist das “Ukrainische Haus“ ich glaube das ist ein Museum.
    Laut Demonstranten wird dort der Berkut vermutet.

    https://twitter.com/Vasilevskaya_RT/status/427199454215929856/photo/1

    • Tunguska

      Sorrry…war natürlich an dich Soja Kosmos nicht an Jowi

  • soja kosmos

    Hat jemand einen Link zum Livestream Kiew von RT? Echt live bitte, ich finde immer nur irgendwelche alten Mitschnitte, komme aber nicht mehr auf den echten Livestream.

    • Live ist das hier: http://rt.com/on-air/ukraine-kiev-police-protesters/

      Der Livestream auf Youtube wird in Deutschland von der demokratischen GEMA geblockt, weil dort angeblich unlizenzierte Musik zu hören sein könnte.

      • walter

        @apxwn
        Wenn Du die Möglichkeit hast, prüfe bitte den Link für den Livestream. Hatte bis vor etwa 3 Stunden funktioniert, jetzt nicht mehr.

        • Der wird mitunter unterbrochen. Momentan geht er wieder.

  • soja kosmos

    sorry, ich war einfach zu blöde, hab den Zugang (http://rt.com/on-air/ukraine-kiev-police-protesters/) gefunden – aber was ist das für ein Gebäude – die Fenster im Eingangsbereich sind inzwischen alle eingeschlagen … im Gebäude explodieren Feuerwerkskörper …, von innen wird mit „Taschen“lampen nach aussen geleuchtet und Flüssigkeiten (Wasser) gesprüht. Ist das das „Ukrainische Haus“?

  • Tunguska

    Ja das ist das. Dort sollen sich 200 Berkuts befinden…

  • Der Vorsitzende des Parlaments der Krim Wladimir Konstantinow ruft die Regierung auf, die Ordnung in den besetzten Gebieten wiederherzustellen.

    „Wir wenden uns noch einmal an den Präsidenten der Ukraine Viktor Fjodorowitcsh Janukowitsch, den nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat sowie an die Abgeordnete der Ukraine, der Anarchie und Gewalt ein Ende zu setzen und den Ausnahmezustand zu verhängen. Wir schlagen vor, die Finanzierung der Regionen zu stoppen, die sich außer Gesetz stellten, bis sich da Verfassungsordnung wiederhergestellt wird.“

    http://german.ruvr.ru/2014_01_25/Euro-Maidan-Ruhe-dauerte-nicht-lange-6745/

  • es geht voran, jetzt kommt die Benghasi-Variante der Schaffung einer lokalen Parallelmacht:
    http://german.ruvr.ru/news/2014_01_26/Ukraine-Tatigkeit-der-regierenden-Partei-und-der-Kommunisten-in-zwei-Gebieten-verboten-0693/

    • ISKANDER

      Gewürzt mit der Agenda der Infragestellung des fragilen Grenzziehungsfriedens seit 1945!
      In Rumänien tönt bereits die erste Presse (Adevarul) von der Anexion der nördlichen Bukowina, dem Herza – Gebiet.
      Willkommen zurück ins Jahr 1914.
      Willkommen in der totalen geistigen Umnachtung der Europäer.

  • Eine empfehlenswerte Seite:

    http://www.deutsch-ukrainisches-zentrum.de/

  • Enis

    Die ukrainische Regierung machte die ähnlichen Fehler wie die syrischen Artgenossen damals in 2011. Sie haben zu spät realisiert, dass es der angeblichen „Opposition“ einzig um den Sturz des Staates geht! Egal wie weit man entgegenkommt, die nächste Forderung bzw. der nächste Vorwand ist vorprogrammiert! Diesen Film könnt ihr auf syrisch arabisch zurückverfolgen. Schritt für Schritt!

    Der ukrainische Präsident geht genau den softigen Weg wie damals Assad, mit dem Glauben, dass diese Chaoten dann marginalisiert werden könnten. Zum Glück wachte Assad schnell aus dem Winterschlaf auf und beauftragte die SAA mit der Rettung des Landes. Am Ziel ist man zwar noch nicht. Aber ich befürchte der ukrainische Präsident hat mit seiner softigen Art den Zeitpunkt schon verpasst!

    Wie würde ich in dieser misslichen Situation vorgehen?

    Eine Rede an die Nation richten, wonach friedliche Demonstrationen zwar an gewissen Zeiten erlaubt sind. Davor und danach wird jegliche Zusammenkunft im Keim erstickt. Die Besetzung von öffentlichen Plätzen wird nach Ablauf von Fristen gestürmt. Lokale und befristete Ausgehverbote zwischen 21:00 bis 6:00 Uhr. Entzug jeglicher finanziellen Anrechte für Chaoten.

    Eine andere Frage, wo bleiben die Regierungsanhänger??!
    In Syrien waren wenigstens Millionen, die man in westlichen Massenmedien ausblendete. Bei der Ukraine wäre das aber nicht so einfach. Es gibt doch wahre Patrioten.

    • Enis

      Nur so als Vergleich was ich meinte..
      Damaskus-25.2.2011

    • Seit gestern sind auch die Anhänger der Regierung (vielleicht sollte man besser sagen: die Gegner des Euromaidan und des Banderakultes) auf der Straße. In Odessa, Sewastopol und anderen Städten gelang es ihnen, Besetzungen von Verwaltungsgebäuden durch angereiste Randalierer zu verhindern. Mancherorts scheint es auch zur Stunde noch Auseinandersetzungen zu geben.

  • Enis

    war das falsche Video :)
    hier das richtige

    • Enis

      Ich gibs auf..
      irgend ein Verlinkungsproblem..
      einfach das zweite Video in der playlist oben anwählen…

  • Die Ukraine ist das Zugpferd der Europäischen Union im Rahmen der östlichen Partnerschaft. Scheitert die Europäische Union strategisch, politisch und wirtschaftlich in der Ukraine, scheitert sie gleichzeitig auch als ein Hauptakteur in der internationalen Politik. Wird die Ukraine endgültig Teil eines europäischen Politik- und Wirtschaftsmodells, so gewinnen die Europäischen Union und ihr politisches Modell an Stärke und Einfluss. Ein Scheitern ist daher für die EU so gut wie ausgeschlossen.

    http://library.fes.de/pdf-files/id/08359.pdf

  • soja kosmos

    Nachdem es heute Nacht auf dem Maidan ruhig war, wurde durch 50(!) Maskierte das Justizministerium gestürmt/besetzt. Der Staat wird sich langsam mal verhalten müssen oder sollen(?). Steine und brennende Autoreifen haben nicht geholfen, jetzt vor dem Dienstag das.
    Bei Janukowitsch bin ich mir einfach nicht sicher – braucht er nun am Ende einen Vorwand einzugreifen? Eigentlich hatte er davon genug, er muss keinen inszenieren. Also gezielte Provokation der „Anderen“. Aber irgendwann muss doch nun mal etwas Entscheidendes getan werden. Die können doch am Dienstag nicht einfach die Regierungsgeschäfte übergeben. Irgendwie alles unverständlich.
    Ich weiß nicht, ob es Schoigu war, der gesagt haben soll (sinngemäß) – laßt die Ukraine fahren, wir orientieren uns Richtung Asien und verlegen die Hauptstadt hinter den Ural (hat mir jemand erzählt). Das war sicher nicht ernst gemeint, vielleicht auch nur ein Witz, der kursiert, aber er hat einen Kern.
    Die Zeit arbeitet gegen Janukowitsch, denke ich.

    RIA.NOWOSTI: »Unbekannte sind am Sonntagabend in das Justizministerium im Zentrum von Kiew eingedrungen, erfuhr RIA Novosti vom Pressedienst der Polizei in der ukrainischen Hauptstadt.

    Vorläufigen Informationen nach sollen etwa 50 Maskierte mit Helmen und Stangen das Gebäude gestürmt haben. Justizministerin Jelena Lukasch zufolge wurden im Inneren des Ministeriums Verwüstungen angerichtet. Unter anderem seien „Fotos und Privatgegenstände“ mit Baseballschlägern zertrümmert worden, so die Ministerin. …«

    http://de.ria.ru/security_and_military/20140127/267714468.html

  • soja kosmos

    »Ukraine bekommt Drohungen mit Sprengung von Wasserkraftwerken und Atomobjekten

    STIMME RUSSLANDS: „Neben Extremismus-Fällen häufen sich anonyme Drohungen mit der Sprengung von Wasserkraftwerken und Atomobjekten, deren Beschädigung unvorhersehbare Folgen für die Bevölkerung der Ukraine und der benachbarten Staaten nach sich ziehen kann“, heißt es auf der Webseite des ukrainischen Sicherheitsdienstes.

    „Die Ereignisse um Objekte des nationalen Energiesystems wirken sich negativ auf die Sicherheit unseres Staates aus und bedrohen das Leben und die Gesundheit der Bürger“, heißt es.«
    ________

    Gab es da nicht vor Tagen eine Meldung, dass die »Revolutionäre« zu einem Atomkraftwerk auf Wanderschaft sind? Die lassen wirklich nichts aus. Ich sehe nicht, wie man die Situation im Interesse der Ukraine und Russlands jetzt noch halbwegs friedlich lösen könnte. Nachdem ich den Film über die Ereignisse in Rumänien gesehen habe (den hatte hier jemand verlinkt, glaub ich, er war von 2003) und heute die Politiker Westeuropas und der USA frech über den Maidan flanieren und sich gar nicht verstecken müssen, ist meine Hoffnung, dass der Westen die Ukraine NICHT einsackt, relativ gering. Insofern ist Schoigus Bemerkung vielleicht doch kein Witz, sondern bitterer Ernst.

    • soja kosmos

      Abgesehen von der Verlegung der Hauptstadt ;-)

  • mba

    Ja, es ist wirklich frappierend, wie sehr sich die Ereignisse wiederholen. Ob in Rumänien oder Syrien und in der Ukraine. Nur die Plumpheit der auf uns gerichteten Propaganda steigt und steigt. Wahrscheinlich wird sich im nächsten Fall (Russland?) schon keiner mehr die Mühe machen, und langwierig teure Pappnasen und Marionetten aufbauen… Man setzt sich morgens einfach auf den Sessel des Präsidenten und die Sache ist erledigt.
    Wäre es nicht sinnvoll gerade solche Filme wie diesen mit russischen, oder noch besser ukrainischen, Untertiteln zu versehen? Wenn man sich die Arbeit aufteilt, ist das auch schaffbar. Findet sich jemand?

  • soja kosmos

    Hier findet man eine Übersichtskarte der Ukraine mit dem Stand der Dinge in den einzelnen Regionen:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-01/kiew-ukraine-blog-montag

    • Danke, aber die Karte ist Quatsch. Den panischen Nachrichten über die Propagandakanäle der Banden nach zu urteilen, geht es bald an die Vertreibung der unreinen Geister aus den jeweiligen Verwaltungsgebäuden. Mehr als einzelne Gebäude sind es auch erst einmal nicht, obwohl solche Karten suggerieren, als hätten die Euro-Banden in den Provinzen die Macht.

      Interessanterweise hat keiner von den „Oppositionsführern“ sein Mandat in der Rada niedergelegt, obwohl ja eine Parallelstruktur („Volks-Rada“) gegründet wurde. Tja, parlamentarische Immunität ist schon ein nützlich Ding. Und an der morgigen Sondersitzung nehmen sie auch alle teil. Daran erkennt man, dass solche Karten nichts als Propaganda sind.

      • soja kosmos

        Gut und schön, aber wozu braucht es eine Volks-Rada, wenn sie den Ministerpräsidenten + Stellvertreter stellen können – richtig abgesagt haben sie ja offensichtlich noch nicht. Wer stellt denn das Kabinett zusammen im ukrainischen Parlament? Der Präsident hat andere Vollmachten als der Grußaugust bei uns, aber …
        Ich hab einfach zu wenig Ahnung, deshalb lese ich ja hier und sollte nicht schreiben, mir fehlt Hintergrundwissen und da schiebt man halt besonders schnell Panik.
        Bin so froh, dass es diese Seite gibt, verteile die Beiträge relativ regelmäßig. Herzlichen Dank für die Arbeit, auch den vielen anderen hier. S.K.

      • @ apxwn:

        Hast Du Informationen, wie die Lage in der Westukraine ist? Dort haben die Aufständischen ja viel Unterstützung in der Bevölkerung und die Gouverneure hatten es nach den Besetzungen eilig, ihren Rücktritt zu erklären.

        Inwieweit stehen diese Oblaste (z.B. Lwiw) noch unter der Kontrolle der Zentralregierung? Oder haben sich die Putschisten dort eine nur von ihnen kontrollierte Ausgangsbasis, ein „befreites Gebiet“, geschaffen?

        Zumal nun die Armee öffentlich ihre Neutralität erklärt hat, der Regierung also nicht einmal mehr als theoretische Option zur Verfügung steht. Gottseidank wanken die Formationen des Innenministeriums noch nicht.

  • Jones2theBones

    Meine Fresse:
    Ich sehe gerade eine Rede von Victoria Nuland, wo sie aus Kiew in die USA zurückkehrt und, wie vom Vorredner ausdrücklich betont, die offizielle Linie vertritt.
    Interessant ist neben der Polemik ihre Aussage, dass die USA über 5 Milliarden Dollar in die „Demokratisierung“ der Ukraine investiert haben.
    Und jetzt habe ich mal nachrecherchiert, wie viel Geld die deutschen Parteien (angeblich) im Wahlkampf 2013 ausgegeben haben:
    Es sind 20 Millionen Euro bei der CDU, 23 Millionen bei der SPD, und bei den anderen so viel weniger, dass wir wohl bei ca. 50 Millionen im gesamten Wahlkampf liegen.
    Und vergleiche dies mit den 5 Milliarden, die zwar womöglich über einen Zeitraum von 20-30 Jahren ausgegeben wurde, aber wo allerhöchstens ein Bruchteil dessen vor 2000 ausgeliefert wurde.
    Also selbst wenn wir jetzt von 10 Wahlkämpfen ausgehen würden, was aber garantiert zu viel ist, hätte die Opposition pro Wahl allein mit dem amerikanischen Geld 10 mal mehr Geld zur Verfügung gehabt als die komplette deutsche Parteienlandschaft.

    Natürlich wird nicht alles Geld direkt in Wahlkämpfe investiert worden sein, sondern sehr viel davon in den Aufbau von Parallelstrukturen (bsw. durch Bestechung), dennoch ist das einfach krass!

    Hinzu kommen weitere riesige Summen von anderen intriganten Nicht-Nicht-Regierungs-Organisationen aus anderen Ländern, wie der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die ebenfalls absurde Mengen Steuergelder aus dem Fenster wirft, und die Oligarchen, die die Politik als zusätzliches Schlachtfeld neben der Wirtschaft sehen, wo sie gegeneinander kämpfen.

  • Janukowitsch hätte gestern schon den Ausnahmezustand ausrufen müssen. Er tat es aber nicht und er tut es auch heute nicht. Warum eigentlich? Ich vermute, dass dann evtl. kriegsähnliche Zustände stattfinden werden, die dem Westen eine neue Gelegenheit geben würden, Putins Lieblingsprojekt, Sotschi, Russland und ihm selbst in Mißkredit zu bringen. Das erklärt auch die völlige Stille des Krems in so eine Sache, die eine Schlüsselrolle für Russlands Zukunft spielen wird, seine weitere Einkreisung durch die Zions-Hiwis, USA und Deutschland, wäre das Ende von Putins Plan, eine Rolle in der Weltpolitik zu spielen.

    • Jones2theBones

      Das ist keine echte Stillheit, sondern die Kunst, regungslos zu erscheinen. Der Kreml, und davor Sankt Petersburg, arbeiten traditionell auf diese Weise.
      Das mag nicht so spektakulär sein wie die oberflächlichen Aktionen ranghoher westlicher Politiker, allerdings ist auch von Seiten des Westens das Kekse-Verteilen nicht das Wichtige. Der echte Kampf spielt sich im Hintergrund ab.
      Und da im Westen das Geld und somit die Medienmacht beherrscht wird, haben die Russen auch keine Veranlassung, denen irgendeinen Vorwand zu liefern. Weder vor, noch nach Sochi.
      Und Putin wird das beim KGB erlernte sicherlich auch weiterhin anwenden.

      • Tunguska

        So sehe ich das auch. Denke mal der westliche Teil der Ukraine ist sowieso nicht sehr interessant ist für Russland naja und der Osten und Süden wird sich dann wohl abspalten wenn die Macht an wen anders geht…

  • ISKANDER

    Ich bekomme das Gefühl nicht weg, das der Präsident Janukowitsch überhaupt nicht in der Lage ist, diese Situation intellektuell zu meistern.
    Die Rada, das Militär, die Verwaltungsstrukturen, die regierende Parteizentrale – pennen die alle?
    Jeder Tag weiter warten ist, wie einem brennenden Haus zuzschauen statt zu löschen.
    Wo bleibt der Ausnahmezustand? Wo bleibt der Putsch?
    Mann o Mann – weg mit Janukowitsch dem Zauderer, Putin tu was!

    • Enis

      Iskander,

      Ich beobachte die Tatenlosigkeit Janukowitschs nur mit ein Kopfschütteln..
      Den verbalen Stillstand der Russen gegenüber dem was in der Ukraine passiert und den rabiaten Äusserungen der amerikanischen Halunken Terroristen in Syrien wieder mit Waffen beladen zu wu wollen, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.

      Was will Russland mit Zurückhaltung noch retten? Die Geier aus dem Westen haben Blut gerochen, die gehen erst zurück wenn sie angeschossen werden.

      • Die aktuelle Lage erinnert mich frappierend an den August 1914 und den Juni 1941, vor allem wegen der russophoben Propaganda, die sich von Woche zu Woche zu steigern scheint. Und wie am 22.06.1941 oder am 08.08.2008 wird sich Rußland auch diesmal hüten, den ersten Schritt zu tun.

        Die Krise scheint noch nicht beendet, denn den Drahtziehern des Euromaidan genügt das bisher erreichte nicht, sie wollen offenbar noch mehr Blut sehen und die Menschen einschüchtern. Ich sehe mich gerade wieder bei VKontakte um. Dort wird wieder aus verschiedenen Städten der Ost- und Südukraine davon berichtet, daß angereiste Aufständische Verwaltungsgebäude stürmen wollten. Heute scheint jedoch die Gegenwehr der Einwohner besser zu funktionieren.

        Ach ja, wer die Möglichkeit hat, sollte sich vielleicht die Vesti-Sendung von heute 20:00 MSK ansehen, war hinsichtlich Lwow und Krim ganz aufschlußreich.

      • Walter Mandl

        @Enis
        „Was will Russland mit Zurückhaltung noch retten?“

        Dem Ernst der Lage und den Realitäten kommt man näher wenn die Frage lautet:
        Was MUSS Russland jetzt tun?

        In erster Linie sondieren und sich politisch möglichst bedeckt halten!
        In zweiter Linie gute Mine zum bösen Spiel zeigen, damit Zeit und Übersicht gewinnen und sich möglichst stark machen ohne dabei zusätzliche gegnerische Potentiale zu fördern.

        Ich kann natürlich nicht einschätzen ob dies in Moskau geschieht, die Stille und der freundlich verbindliche Auftritt Putins lassen jedoch darauf schließen. Ein Vorpreschen nach dem Motto „bis hierher und nicht weiter“ würde die Lage (Russlands) weder verbessern noch den kalten Kriegszustand besänftigen. Solange Putin die jetzige Balance vertreten kann und seine Doktrin der Unantastbarkeit Souveräner Staaten glaubhaft vertritt, fesselt er die Gegner mehr als er es mit den größten Manövern tun könnte.

        Natürlich sieht die extreme Zurückhaltung wie ein Rückzug aus. Das bringt die offensiven politischen Kräfte der Nato mittelfristig jedoch in Problemzonen. Um glaubhaft zu bleiben müssen ihren Begehren irgendwelche „Erfolge“ folgen. Mit der Wirkung, dass sie weitere Offensivschritte riskieren müssen und ab einem (von Russland) bestimmten Moment im finsteren Raum stehen.

        Das ist dann der Moment zu handeln und die Einbrecher zu stellen.
        Denk mal dran, wie Du Dich verhalten würdest in einem Haus in dem du Mitten in der Nacht Einbruchsgeräusche wahrnimmst?
        Da ist es auch besser, sich zuerst zu vergewissern, wo die Pistole liegt.

    • Dike

      Iskander ich könne auch explodieren. Was ist denn bloß los? Haben die noch ein Ass im Ärmel? Wo bleibt die wütende Bevölkerung, die jetzt erkennt , dass die sogenannten Revolutionäre bezahlte Schläger und Randalierer sind? Wo bleiben die wütenden Bürger, die von Anfang an wussten, dass das ein Pakt gegen ihren souveränen Staat ist. Sozusagen die Rache für ein Nein zur EU. Wird Janukowitsch nicht von den Russen beraten? Es gibt doch Armee und Polizei. Warum tun die nichts? Wovor haben die Angst? Wenn ich das sehe, dann steigt das Ansehen der syrischen Armee in meinen Augen noch mehr ( mehr geht fast nicht). Es hätte eben in Syrien 2011 auch ganz anders ausgehen können. Da hilft nur noch ein Putsch in der Ukraine. Was für ein Trauerspiel.

      • Aber, aber. Die wütenden Bürger und die Gegendemos (40.000 Menschen heute in Kiew auf dem „Antimaidan“, keinerlei Krawalle) dokumentiert bspw. ANNA-News: http://www.youtube.com/watch?v=C7FF2MXG4II
        Was einem heute als Zugeständnis für die „Opposition“ verkauft wurde (Rücktritt Asarows, Rücknahme mancher der neuen Demonstrationsklauseln) war seit mehreren Tagen abgekartete Sache.
        Die drei tumben Oppositionsführer werden ja regelrecht in die Regierung gebeten und verstehen gar nicht, wie ihnen geschieht – sie haben offenbar keine Anweisung für eine solche Situation.
        Und werden wieder vorgeführt. Nett ist, dass sie so und so – ob in der Regierung oder außerhalb – verbrannt sind. Als Opposition durch ihren eigenen „Maidan“, wo nun jedem klar ist, wer und was das ist, und als Regierungsmitglieder durch ihre Unfähigkeit.

  • Tunguska

    Grad in den russischen Nachrichten gesehen…
    Putin hat auf dem Russland – eu Gipfel nochmal bekräftigt das Russland sich auf keinen Fall in die Angelegenheiten der Ukraine einmischen wird.
    Aber ich kann mir auf keinen Fall vorstellen das es nicht irgendwie einen Plan gibt oder Absprachen zwischen Putin und Janukowitsch zur Lösung des Konfliktes…Ich denke und hoffe das die beiden noch eine Überraschung auf Lager haben, wie die aussehen soll weiß ich aber selber noch nicht!

    Derweil gab es schon die Meldung das viele Berkuts schon gekündigt haben. Hoffe das wird sich in Grenzen halten, nicht das es in den Sicherheitsorganen die nächste Kriese gibt.

    Und ein weiterer Polizist ist heute an seinen Verletzungen gestorben.

  • Comrade John

    Einige der ältesten guten Schreiber im Blog scheinen langsam aufzuwachen.

    Ich gebe nur mal einen neuen Tip, wer in Ukraine wirklich was zu melden hat, und wohin die Entwicklung geht.

    Am Sonntag gab das Unternehmen von Oligarch Achmetow, Janukowytsch’s langjähriger PATE, bevor J. seine eigene „Familie“ gründete, diese Erklärung zu den Ereignissen ab u. mahnte eine Lösung der Krise an. Von „Kompromisse“ schliessen ist natürlich auch die Rede:
    Ukraine Nachrichten – 26.01.2014
    Erklärung der SCM-Gruppe von Rinat Achmetow

    http://ukraine-nachrichten.de/erkl%C3%A4rung-scm-gruppe-rinat-achmetow_3869_pressemitteilungen

    Keine zwei Tage später ist die Regierung Asarow zurückgetreten, und die erst vor kurzem eingeführten Demonstrationsgesetze sind zurückgenommen.

    Wer hier keinen Zusammenhang sieht, der wird schwerlich besser verstehen, dass die ukrainischen Eliten alle am gleichen Strang ziehen – ihr Grundmotiv ist die Gier und ihre Profession das Geschäft. Erklärte EU-Europafeinde, gar ideologische Streiter gegen die NWO wird man in diesen Kreisen vergeblich suchen.
    Was jetzt noch folgt, das ist der lange Marsch der Ukraine in den EU-Staatsverband. Austariert werden vermutlich nur noch die Interessen der mitregierenden Oligarchen, die Interessen der Familie Janukowytsch u. natürlich die Staatsinteressen Russlands gegen EU und Nato-Osterweiterung.

    Was die SCM-Gruppe (System Capital Management) ist:
    SCM Holdings (Wikipedia, engl.)

    Zur Erinnerung auch diese kapitalistische Erfolgsstory der Marke „Vom Tellerwäscher zum Millionär“:
    Rinat Achmetow (Wiki, dtsch.)

    Zum wirtschaftlichen Hintergrund der „Familie(Janukowytsch)
    aus Berlin Athen.eu, Die zweifelhafte Partnerschaft:
    „Wie schon auf “Berlin Athen” bemerkt wurde (Wie die Oligarchen eigentlich so sind, 22.06.13), die oligarchischen Überflieger sind die Söhne des Präsidenten, vor allem der ältere Alexander („Sascha“). „Saschas Freunde“ bilden den Nukleus eines neuen oligarchischen „Clans“ (der sogenannten „Familie“).“

    Zu den Staatsinteressen Russlands:
    Die Putin-Regierung ist im Fall Ukraine durch die westl. Globalistenmafia erheblich unter Druck gesetzt. Es zeichnet sich allerdings schon aus dem bisherigen Verlauf deutlich ab, dass Putin „zuckt“, und mehr als Schadensbegrenzung von ihm nicht zu erwarten ist. Falls ZEIT Online nicht ganz unverschämt lügt, dann knickt Russland im Fall Ukraine auf der ganzen Linie ein:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-01/kiew-ukraine-blog-dienstag

  • kaumi

    Freunde,

    ich schreibe nicht viel zum Thema Ukraine, was nicht heisst, dass ich nicht sehr bemüht wäre, mich hinsichtlich des „ukrainischen Frühlings“ umfassend zu informieren. Ich denke aber, dass viele hier aufgrund ihrer Biographie viel besser bescheid wissen als ich, daher halte ich mich mit tiefschürfenden Analysen zurück.
    Meinen aktuellen Eindruck möchte ich aber dennoch mit euch teilen:
    So, wie sich die Sicherheitskräfte präsentieren und so, wie die Entwicklung in der politischen Riege vonstatten geht, muss ich befürchten, dass das Pendel wohl doch in Richtung EU ausschlagen wird. Ich hoffe, dass apxwn recht behält und die Spitze der Ukraine alles mehr oder weniger „unter Kontrolle“ hat, allein die Art und Weise der Entwicklung erzeugt bei mir den Eindruck, dass der Bevölkerungsanteil dieses Staates, der einen Ruck nach Westen möchte, den aktiveren Part einnimmt. Vielleicht rekrutiert sich aus diesem Anteil auch eine gewisse Mehrheit, die den Anschluß an die EU letztendlich mit Hilfe (!) des Militärs und der Verwaltungen (nehmen eine sehr passive Haltung ein) bewerkstelligen werden. Oder aber es zeigt sich, dass die Mehrheit eben nicht im Maidan repräsentiert wird, dann haben diese Menschen aber alle Nerven dieser Welt und m.E. nun aber die Verpflichtung, auf die Strassen zu gehen, um mitzuspielen.
    Es ist alles eine Frage der Loyalität der politischen Kaste im Zusammenspiel mit Staatsorganen (Sicherheitsapparat, Militär, Verwaltung) und Volk. Gibt es diese Einheit nicht, gibt es keinen Sieg.

  • Die unbekannten russischen Scharfschützen sind im Feuilleton der FAZ angekommen:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ukraine-dieses-drehbuch-schrieb-ein-irrer-12775449.html

    • Es wird sich bei dem/denen „durch soziale Netzwerke identifizierte Scharfschützen“ um eine Kombination aus zwei Dingen handeln:
      – die Twitter-Meldung, siehe ganz oben
      – die tatsächlich in soz. Netzwerken wie VK.com verbreiteten Fotos von Berkut-Leuten mit Gummigeschoss-Pumpgun im Anschlag nebst privater Familienbilder selbiger plus Wohnanschrift und Aufrufen zu Gewalt.

      **Identifiziert** wurden **Scharfschützen** gar nicht.