Guerilla an der Macht

Die Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich. Nicht mehr täglich, sondern bereits stündlich kommt es zu wesentlichen Veränderungen. Aus dem Neusten: der neue Interims-Innenminister Awakow ließ mitteilen, dass Vertreter des „Rechten Sektors“ und der „Nationalen Selbstverteidigung“ an der Führung des Innenministeriums beteiligt werden.

"Die Ukraine ist Europa!" - Demokraten von der "Swoboda"

Ab sofort ganz offiziell die neuen Sicherheitskräfte der Ukraine.

Wahrscheinlich ist diese Entscheidung der Not geschuldet, aber selbst in diesem Fall braucht man sich keine Illusionen über die Loyalität der Polizei und der Sicherheitskräfte im Osten und Süden zu machen – man kann in solch kurzer Zeit schon rein psychologisch nicht dazu bereit sein, plötzlich jene zu Chefs zu haben, welche noch am Vortag mit Gewalt und Terror gegen die eigenen Kameraden vorgegangen sind.

In unserer Sprache heißt das: in der Ukraine kommt die Führungsebene von Nazi-Guerilla an die Spitze eines staatlichen Gewaltorgans. In der Sprache, sagen wir, der Syrer, lautete eine Analogie: Al-Nusra-Front und FSA übernehmen wichtige Posten im syrischen Innenministerium.

Der Not geschuldet mag diese Entscheidung sein, weil es sonst gar keine funktionierenden Ordnungskräfte in Kiew und im Westen des Landes gibt. Doch letztlich wird dazu die strukturelle Grundlage für den aufziehenden Bürgerkrieg geschaffen: die Nazi-Guerilla verfügt damit auf vollkommen „legaler“ Grundlage über sämtliche Ressourcen des Innenministeriums, also auch über Waffen und Militärtechnik, bekommt Humanressourcen und Finanzierung.

Wohin die „legalen Guerilla“ vom „Rechten Sektor“ sich gleich aufmachen werden, sobald sie einmal offiziell zu Sicherheitskräften geadelt worden sind, kann man sich auch denken: sie werden „die Ordnung“ in den Provinzen herstellen, einschließlich in den östlichen und südlichen. Es ist dringend geraten, dass diese Provinzen sich untereinander und ihre Verteidigung organisieren.

Tags:

Trackback von deiner Website.

  • Reisender
    • deduschka

      Hoffentlich ergibt sich irgendeine Möglichkeit, diesen faschistischen Wahnsinn zu stoppen.

      Yanu lehnt es laut diesen Quellen ab, die Diktate zu unterschreiben..http://de.ria.ru/politics/20140222/267891537.html

      • MM

        @deduschka
        Hier ist das Original von Haaretz:
        http://www.haaretz.com/jewish-world/jewish-world-news/1.575732

        @apxwn
        Gibt es einen LiveStream (außer den von RT), den du uns empfehlen könntest? Kann auch auf Russisch sein.
        Beste Grüße

        • Soja Kosmos

          Wenn ihr auf diese Seite geht, findet ihr mehrere Links zu Livestreams und auch zu Fernsehsenden, „Kanal 5“ z.B., allerdings spricht man dort überwiegend ukrainisch. Die brachten heute morgen die Rada-Sitzung und Liveberichte aus Charkow. „Espresso“ bietet nur Videomitschnitte, soweit ich das überblicke.
          Soja Kosmos

        • Soja Kosmos
      • kubanka

        welcher Nichtsnutz führt denn da die Kontrolle der Miliz- Dienstausweise durch und was brüllt der Verrückte ?

    • knechtrechtruppig

      Vitali Klitschko muss daher sehr aufpassen, hier immer die richtige Distanz zu wahren.“

      Tja da hat unserer oberster ….sagen wir mal….“Rabbiner“ ein breites Grinsen auf seiner Hac…..e.
      Juden sind halt wie alle Menschen auch nur „Material“ in den Augen einer gewissen ethnischen Elite.

      http://www.bild.de/politik/inland/vitali-klitschko/ukraine-krise-zentralrat-der-juden-dieter-graumann-unterstuetzt-klitschko-34538976.bild.html

      Hatte das an anderer Stelle schon mal verlinkt.
      Passt leider perfekt zur derzeitigen Situation in der Ukraine.

      Der Abstand hat sich verringert.
      Und kommt es zu dem wozu es kommen muss, dann hat man gleich wieder die Gründe um sich seiner unliebsamen Konkurrenz zu entledigen.

      Die Geschichte zeigt wie es läuft.
      Das anglo/Amerika für seine Herren über Leichen geht ist bekannt.
      Gerade wird wieder die jüdische Karte gespielt….dafür benötigt man Opfer.
      Aber nicht die Art die als Helden gegen ein pöööses System gestorben sind.

      Und leider kann man davon ausgehen das geliefert wird.

      • knechtrechtruppig

        Und Deutschland ist wieder ganz vorne mit dabei.
        Super.
        Wann hört das endlich mal auf.
        Imho geht das nur wenn genau der Plott der dort läuft in Brüssel wiederholt wird.
        Aber dafür gibts ja dann den Lissabon-Vertrag und Länderübergreifende Einsatztruppen.
        Wie diese französisch/deutsch/polnische mit Zentrale bei Paris.
        Das wird noch eine heisse Zeit in Europa.
        Aber erstmal muss der Standard weiter abgesenkt werden.
        Was ja gerade beschleunigt wird.

      • In Israel würde man es sicher begrüßen, wenn möglichst viele Juden aus der Ukraine fliehen. Schließlich ist bei einem Großteil damit zu rechnen, dass sie nach Israel gehen würden. Insofern sind einige auch gar nicht so traurig über die Bedrohung ihrer Glaubensgenossen in der Ukraine. Sie sehen es als Bestätigung der Rolle Israels als Heimstatt und Zuflucht der Juden.

        • knechtrechtruppig

          Zynisch aber leider so ist es.
          Wie schon ehemals wird aber kaum einer jenen zur Seite stehen welche sich nicht aufgrund finanzieller Reserven in Sicherheit bringen werden können.
          Genau das war und ist auch in dem heutigen Szenario durchaus das Kalkül.
          Und das unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit.
          Es trifft wie auch damals immer zuerst die armen, einfachen, gutgläubigen Menschen.
          Zyniker würden sagen selbst Schuld….bis es sie selbst trifft.
          Aber genau das passiert ja jetzt schon mit der Märtyrer Verherrlichung der zu Tode gekommenen „friedlichen Demonstranten“ Menschen der einen Seite.
          Die zu Tode gekommenen Sicherheitskräfte hat keiner auf der Rechnung.
          Im Gegenteil ich sah teilweise schon Darstellungen in denen diese als allein schuldige „pöööse Mörder“ verteufelt wurden.
          Mein Beileid gilt allen Die Angehörige verloren haben und allen die noch leiden werden.

  • sh4n

    Immer wenn man denkt, man hätte schon alles gesehen, dann …
    Absoluter Irrsinn, jetzt werden die Brandstifter zur Feuerwehr befördert.
    Aber Respekt an die Macher dieses Plots. Ein weiteres Land zerlegt sich selbst, der (finanzielle, personelle) Mitteleinsatz für Drittstaaten (USA,EU) beschränkt sich auf ein Minimum und am Ende kann man sich noch als Vermittler feiern lassen und sich die Filet-Stücke der Industrie herauspicken.
    Der „Farben“-Technologie ist derzeit nicht beizukommen und lässt sich, unter kleinen Modifikationen, scheinbar in jedes Land tragen.

    • haam@gmx.de

      Leider nicht in jedes.
      Den Unterschied macht das Niveau der Lebensqualität aus.
      Und die ist im westlichen Lager noch zu hoch.
      Aber das bekommen die Jungs schon hin.
      Wird schwer dran gearbeitet.
      Und das nicht erst seit gestern.
      http://www.brainworker.ch/Wissen/bush_think_tank.gif

  • Reisender

    http://images.scribblelive.com/2014/2/22/b4034028-014d-4658-93b7-60f6593b648c_500.jpg

    Angeblich ein Abgeordneter der Partei der Regionen. So bekommt man seine Parlamentsmehrheiten.

  • Jörg

    Der bedeutendste Faktor der Instabilität in der Ukraine ist offenbar die von vielen Bürgern als unbefriedigend empfunden wirtschaftliche Situation.
    Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage wäre nur dann zu erwarten gewesen, wenn die ukrainische Staatspolitik, nachdem der Kommunismus überwunden wurde, nun auch den Liberalismus überwunden hätte.
    Der Liberalismus ist nicht nur eine Wirtschaftsideologie, die zur Verarmung der Bevölkerung führt (u. a. auch z. B. in der BRD), sondern er ist zugleich auch das imperiale trojanische Pferd des Washingtoner Unrechtsregime in den Ländern dieser Welt.

    Um sich selbst gegen Instabilitäten zu wappnen, ist es unumgänglich, daß Rußland, nachdem es der Kommunismus überwunden hat, nun auch den Liberalismus überwindet (http://www.chartophylakeion.de/blog/2014/02/21/blitzkrieg-die-naechste-generation/#comment-24577) !

  • Enis

    Sollte Russland diesen Feigling und Landesverräter Janukowitsch aufnehmen, dann bekommt es den Status eines Entwicklungslandes, das seine Interessen nicht mehr durchsetzen kann. Enttäusched wie tatenlos, ideenlos und verloren die russische Aussenpolitik mit kurzen Hosen da steht. Zuerst redete man von einem Kompromiss und jetzt ist es innerhalb von 24 Stunden zu einem Staatstreich gekommen, wonach in Kürze eine Haftinsassin zur neuen Präsidentin erkoren wird!

    Ich bin weiterhin ein grosser Sympathisant Moskaus, aber es kommen mir immer grössere Zweifel auf, ob Russland aufrichtig handelt. Die heute angenommene Resolution mit Zustimmung Russlands ist zudem ganz klar gegen Syrien gerichet. Es ist heuchlerisch und jenseits der Realität. Das sollte Moskau wissen. Aufhebung von Belagrungen gegenüber Terroristen?! Aufhören von Bombardierungen der terroristischen Stellungen? Wieso spricht niemand von Nubl und al-Zahra in Aleppo belagert seit 2 Jahren durch die Terroristen? Wer kontrolliert, was für Hilfen ins Land damit geschleust werden sollen?! Syrien soll aufhören sein Volk zu bombardieren?! Und das mit Zustimmung von Russland. Will es uns seinen Willen aufzwingen Kompromisse einzugehen, die dann so enden wie in der Ukraine?

    Mag sein, dass mich Enttäuschung erfasst hat, doch Freunde müssen aufrichtig handeln, denn Russland hat ebenso vieles zu verlieren.

    Der starke syrische Wille wird jedenfalls weiterhin aufrichtig gegen die ganze Welt aufnehmen.

    • Timoschenko stört nun enorm, die Nationalsten werden sich ihren scheinbaren Sieg nicht so einfach nehmen lassen. Nun ist der Westen verantwortlich, die Wirtschaft wird schnell kollabieren. Janukowitsch ist und bleibt der gewählte Präsident im Osten wird es keine Wahlen geben, er wird sich abspalten müssen.

      Das wird Plan B im russischen Spiel sein. Das geht auch nicht um Putin, er führt eine große Bewegung und die wissen nun Bescheid!

  • Jörg

    In ihrem Hetze-Rausch überschreitet die FAZ mal wieder die Grenze zum (ungewollt) Lächerlichen!
    So wie einst bei Saddam Hussein und bei Ben Ali von Tunesien lesen wir von angeblicher „Prunksucht“ Janukowitschs. Wer neugierig auf dekadenten-üppigen Luxus geworden ist und mit begehrlich-lüsternen Augen den link „Der Prunk des Präsidenten“ ( http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/umbruch-in-der-ukraine-der-prunk-des-praesidenten-12815630.html ) anklickt, findet unter dem Text: „22.02.2014 · Viktor Janukowitsch ist aus Kiew geflohen, und das Volk stürmt in seine verlassene Residenz. Erst langsam begreifen die Ukrainer, welchen Reichtum ihr Präsident vor ihnen verborgen hat
    Und was sehen wir) …. Nur eine bescheidene Badewanne. Ziemlich klein und kurz – allerdings rund. Und noch nicht einmal ein einziger goldener Wasserhahn!
    Ich vermute mal, daß die Villa des sicherlich auch aus dem Ausland gut bezahlten Chefredakteurs der FAZ deutlich mehr zu bieten hat an „verborgenem Reichtum“!

    • Reisender

      @ Jörg: Du hast schon die gesamte Fotostrecke durchgeklickt? Für ein Privathaus ist das schon übertrieben. Schloss Bellevue kann da teils auch nicht mithalten. Was das Thema soziale Gerechtigkeit angeht war Janukowitsch kein Unschuldslamm! Die Berichterstattung ist aber trotzdem daneben. Sonst müsste im gleichen Ton die Königshäuser von Spanien, GB, NL auch angeprangert werden. Selbstbereicherung ist nicht schön, jedoch kein ausreichenden Grund, einen Putsch durchzuführen.

      • Jörg

        Du hast recht – ich hatte gar nicht kapiert, daß man da durchklicken muß!

        … und ich will jetzt wirklich nicht einfach Recht behalten oder rechthaberisch sein, Reisender. Aber seien „Villa“ finde ich durchaus klein: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/umbruch-in-der-ukraine-der-prunk-des-praesidenten-12815630-bg8.html#standAloneGalerieHeading
        Hier zum Vergleich Schloß Bellevue: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/78/Bellevue_Palace_Berlin_02-14.jpg/800px-Bellevue_Palace_Berlin_02-14.jpg

        Was mich eher stört ist die teilweise ’spießige‘ Anmutung der Behausung Janukowitschs.

        Auch die alten Sammlerautos: Nach den 60er-Jahre-Kleinwagen (Fiat & Co) auf dem ersten Bild offenbar sämtlich aus der kommunistischen Ära – weisen mir nicht auf Protzigkeit oder hohen Wert. Ich meine das Bild neben dem steht: „Auf diese Sammlung wäre jedes Automuseum stolz: Janukowitschs Privatgarage beherbergt offenbar so ziemlich jedes Auto, das Status, Macht und Geld verströmt.
        Aber nix „jedes Auto„: Schon gar nicht teure!“ Wo sind die Rolls Royces (Baghwan-Osho hätte sich totgelacht)) wo die Aston Martins, wo die Ferraris, Porsches Maseratis, Bentleys, klassische Bugattis? Nix!

        Und der Zoo ist doch auch nicht teuer. Pfauen usw. kosten nicht viel. Auch der Arbeitsplatz für einen Pfleger, der die Tiere füttert usw. ist beim Lohnniveau der Ukraine bestimmt nicht teuer.

        Die „Kogge“: Irgendwo muß sie ja stehen. Wenn Janukowitsch sie natürlich extra für sich hat bauen lassen, würde ich das auch kritisieren. Aber das weiß man nicht.

        Die Zapfsäule (mit häßlicher Überdachung) … der kleine mittelständische Betrieb meiner Eltern hatte damals auch ein eigene Zapfsäule. So üppig finde ich das gar nicht!

      • gradischnik

        Da muß ich widersprechen. Gegen Schloß Bellevue ist das eine restaurationsbedürftige Bretterbude! und ich frage mich ernshaft, wo Schloß Bellevue da nicht mithalten kann. Die Bilder zeigen auch nur Ausschnitte und sind von Polemik überzogen.
        Jeder durchschnittliche Handwerker kann den jämmerlichen Zustand analysieren. Ein Journalist der Westpresse wird darüber wohl kaum ein Urteil fällen können.

        • Reisender

          https://twitter.com/EuromaidanPR/status/437174422680522752/photo/1 Das Answesen als ganzes, selbst wenn viele Details einen jämmerlichen Zustand haben sollten, ist schon groß angelegt.

        • Gewiß hat Janukowitsch im Luxus gelebt. Doch auch die übrigen ukrainischen Oligarchen – inklusive Timoschenko – werden wohl kaum in Bretterverschlägen hausen.

          Es ist ohnehin lustig, daß jetzt der korrupte und selbstsüchtige Janukowitsch durch die ebenso korrupte und selbstsüchtige Julia abgelöst werden soll. Das Leben der Durchschnittsukrainer dürfte sich dadurch kaum verbessern. Tolle „Revolution“.

  • Bis zum nahen Wahlkampf müssen sie vorsichtig sein. Die Ukraine wird nun zerbrechen und die Russen dürften russische Pässe für den ausgeben der einen haben will. Nun wird die ökonomische Krise vollständig ausbrechen, kommt es zu einem Bürgerkrieg dann werden die Russen einmarschieren und der Westen wird hilflos zetern aber keinen Krieg beginnen. Russland kennt nun das Szenario und die Russen werden handeln müssen, zuerst müssen sie unter den Oligarchen aufräumen danach ihr Gas nur noch gegen Rubel verkaufen und ihre Zusammenarbeit mit China weiter verstärken!

    • knechtrechtruppig

      Ich bin mal gespannt wie die EU daraus noch Vorteile ziehen will.
      Ein bettelarmer Westteil der Ukraine ist sicher nicht der „Gewinn“ der eingestrichen werden muss um die Unkosten für diesen Putsch wieder reinzuholen.
      Die Krim gehört defakto trotz der „Schenkung“ 1954 durch Chruschtschow Immer noch zu Russland.
      Kenne mich mit Völkerrecht jetzt nicht auf den Punkt derart gut aus, aber soweit mir bekannt wurde die Abtretung an die Ukrainische SSR dereinst auch auf betreiben der westlichen Welt nicht anerkannt.
      Soweit mir bekannt geht der aktuelle Pachtvertrag Sewastopol’s auch noch ca.20 Jahre.
      Der Osten und Donbass ….wird sich zeigen wohin das Pendel schwingt.
      Läuft alles in allem recht gut für Putin und seine Mannen.
      Der nächste Zug in diesem Schachspiel wird einen Matt setzen.
      Und selbst ein Patt läuft auf einen Gewinn für die Russische Seite hinaus.
      Die EU verliert auf alle Fälle.
      Es freuen sich vorerst nur unsere transatlantischen „Freunde“ und immer mehr der pöööse „Feind“.
      Klassische Sche..ß Situation.

  • Jörg

    „Die öffentliche Versammlung der Abgeordneten aus den Gemeinderäten der südöstlichen Ukraine haben erklärt, sie übernehmen Verantwortung für die verfassungsmässige Ordnung im ganzen Land. Zehntausende versammeln sich in der südöstlichen Stadt Charkiw gegen den von der EU angeführten Putschversuch“
    http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/18340-Kiewer-Parlament-entmachtet.html

  • Die Informationslage ist derzeit extrem unübersichtlich, aber es scheint so, als würde die Versammlung Abgeordneten und Stadträten in Charkow von großteils zugereisten Aufständischen belagert.

    Eine Stadt von fast zwei Millionen Einwohnern geht doch in so einer kritischen Lage nicht vor ein paar Tausend Aufrührern, die meisten davon zugereist, in die Knie! Oder doch? Und ein neues Entscheidungsgremium (wie es die heutige Versammlung sein sollte), das sich vor seinem Tagungsort von Kämpfern seiner Blutfeinde belagern läßt, ist doch nicht ernstzunehmen.

    Irgendwie scheinen die örtliche Polizei und die Bürgerwehren versagt zu haben. Und das, obwohl gerade in Charkow während der vergangenen Wochen vieles gut lief. Ich hatte mehr Organisation und Widerstandskraft erwartet.

    Weitere neuernannte Hilfspolizisten aus den Reihen von SA und SS, pardon, dem Rechten Sektor, sollen angeblich von Kiew aus auf dem Weg in die Hochburgen der Ostukraine sein: nach Charkow und nach Sewastopol. Und angeblich soll – diese Meldung klingt unglaubwürdig – der Charkower Gouverneur, einer der Anführer des Antimaidan, das Land verlassen haben.

    Falls all diese Meldungen stimmen sollten, steht die Ostukraine kurz vor dem Zusammenbruch. Was bleiben könnte, sind ein paar kleine Duodezfürstentümer. Was dies in Anbetracht der heutigen Aussagen des Swoboda-Chefs für die Menschen bedeuten würde, dürfte klar sein: Genozid.

    Und der Westen unternimmt nichts, um seinen Satrapen Einhalt zu gebieten. Doch wenn sich die Lage tatsächlich derart dramatisch verschlechtern sollte, muß Rußland in den nächsten Tagen oder Wochen eingreifen. Daraufhin gäbe es großes Geheul („großrussischer Imperialismus“, „Schutz des bedrohten ukrainischen Volkes“ durch NATO/EU) und auch militärische Maßnahmen zur Unterstützung der Westukrainer in Kiew als „einzig legitime Vertreter des ukrainischen Volkes“.

    Das soeben skizzierte Szenario erscheint wie eine einzige große Falle, um Rußland nicht nur politisch, sondern auch militärisch fertigzumachen. Und der Westen ist sich seines Sieges im geopolitischen Endkampf gewiß und hat somit keinen Grund, die Eskalation zu stoppen. Er will heute die ganze Ukraine und nicht nur deren westlichen Teil. Und morgen die RF.

    Der einzige Ausweg wäre die schnelle und massive Verstärkung der Selbstschutzkräfte in der Ostukraine, gerne auch mit Freiwilligen aus der RF, um den anrückenden Maidan-Terroristen entgegenzutreten. Und natürlich muß das elende Zaudern, Taktieren und Nicht-Entscheiden aufhören, insbesondere in den Reihen der Partei der Regionen. Die neuen Truppen müssen tatsächlich geführt werden. (Was Berkut und Innere Truppen in den letzten Wochen geleistet haben, war beispielhaft und fast schon übermenschlich.)

    Nur so ließe sich eine große Eskalation stoppen. Die heute sichtbare Schwäche, Panik und Unentschlossenheit der Ostukraine, wenngleich man sie psychologisch erklären kann, ist höchst gefährlich (schlimmster Fall: WK 3). Die Propaganda der deutschen Medien während der letzten Monate war jedenfalls schon Kriegsvorbereitung pur.

    • Macht euch um Charkow mal noch keine Sorgen. Ich weiß, selbst Vesti.ru hatte 30.000 „Maidanis“ gemeldet und gar, dass Gouverneur und Bürgermeister ins Ausland geflohen seien, aber das sind hundertprozentige Fakes. In Charkow gab es während des Kongresses der Parlamentarier eine „Maidan“- und UDAR-Demo mit nur knapp 1.500 Beteiligten. Gouverneur und Bürgermeister sind vor Ort.

      • Jones2theBones

        Bin mal gespannt ob mir das mit den Codes ausnahmsweise mal gelingen sollte… Wenn ja, dann ist hier drunter eine Aufnahme von der Demo.
        All zu übertrieben viele dürften es nicht sein, vor allem weil auch Polizisten darunter sind.

        • Jones2theBones

          Nope… hat nicht funktioniert.
          Wie mache ich das mit dem Videos einbetten?

      • Ja, Rossija-24 habe ich hier im TV zu laufen. Mittlerweile haben sie dort auch Bilder von der Demo gezeigt. Ist als Demo wirklich nicht besonders beeindruckend. Doch ein problem bleibt: Seit einigen Tagen ist der Maidan aus dem Demostadium „herausgewachsen“.

        In Charkow hat der örtliche Euromaidan gestern eine Demo vor dem Konsulat der RF abgehalten. Sollen selbst nach Aussage der sympathisierenden Reporterin nicht mehr als ein paar hundert Teilnehmer gewesen sein:

        http://youtu.be/e5U5k4-2cdI

        Aus geographischen Gründen bedrohlicher ist der heutige Maidan-Aufruhr in Nikolajew, inkl. Stürzen des Lenin-Denkmals. Fiele diese Region in die Hände der Auständischen, dann wäre Odessa abgeschnitten.

        Im übrigen scheinen jetzt die „Säuberungsaktionen“ gegen das Moskauer Patriarchat zu beginnen:

        http://www.interfax-religion.ru/?act=news&div=54530

      • Jetzt gilt’s in Charkow: Kämpfer des Euromaidan – angeblich mehrere hundert, z.T. mit AKs bewaffnet – haben das Rathaus besetzt.
        Meine Befürchtungen von gestern scheinen sich zu bestätigen: die örtlichen Selbstschutzkräfte haben versagt. Offenbar schlechte Aufklärung im Vorfeld der Stadt bzw. an den Zufahrten, keine Behinderung auf dem Weg zum Rathaus, kein Schutz des Gebäudes.
        Nun ist das Schlamassel da. :(

        https://vk.com/wall-40199630_154288

  • sh4n

    Als das Gretchen vor einer halben Stunde auf die Bühne gerollt kam und das Wort ergriff, wurde nach der ersten Minute schon gepfiffen. Zufälligerweise musste die ARD ihre Liveschaltung und ihren Brennpunkt leider genau an diesem Zeitpunkt beenden und einen drittklassigen Krimi senden. Zufälle gibt’s…

    Was man zur Lage in der Ukraine aber auch sagen muss: die relative Stärke des Mob/der Opposition ergibt sich auch die katastrophale, diffuse Krisenführung der Regierung Janukowitsch.

  • TomGard

    Gewissermaßen „privat“ gesprochen bin ich mir ziemlich sicher, es war Putins Bedingung des Deals, Timoschenko nicht zur Behandlung auszufliegen, wie es der Sprecher des Weißen Hauses ihr nahelegte, sondern direkt auf den Maidan zu lotsen, um Udar und Svoboda zu erledigen und den Regionen Charkov, Dnepropetrovsk und Donezk gewisse Garantien zu geben. Da kommt die Gasprinzessin nämlich her und da hat sie ihre Machtbasis, so wie alle ukrainischen Mafiosi von Belang. Soweit ich informiert wurde, hat Timoschenko bis auf ein drohendes Wort Richtung Weißrussland jede Provokation Richtung RF unterlassen – und Putin will Lukaschenko ohnehin lieber heute als morgen los werden.
    Die Wirtschaftsseiten und -zeitungen sind voll von „Verrat“-Tiraden gegenüber Juschtschenko und Timoschenko, geschrieben von Lohnschreibern der Soros-Foundation und anderer US-Auftraggeber, z.B. Anders Aslund, um ein prominentes Beispiel zu nennen. Timoschenko ist das deutsch-russische U-Boot gegen die amerikanische Fraktion, die darauf setzte, die Ukraine zum dauerhaften Bürgerkriegsgebiet zu machen. Wenngleich, fürchte ich, keine Wunderwaffe, die garantiert, daß es nicht zu dem Soros-Szenario einer militärischen Konfrontation auf niedrigem Niveau in Mitteleuropa kommt.

    • Absolut einverstanden. Aus diesem Grunde wird Putin nicht „einmarschieren“, auch nicht nach der Olympiade. Er und die Ostgouverneure werden erstmal die Füße stillhalten und gucken, was Timoschenko zustande bringt. Sie hat aber momentan nicht viel mehr als ihre Autorität. Und die drei Oppositionskasper wird sie schon allein dafür frisieren, dass sie die Befugnisse des Präsidenten beschnitten haben.

      Freilich ist sie auch ein exponiertes Ziel für die Nazi-Guerilla. Abwarten…

      • Enis

        @apxwn
        für was sollte Russland überhaupt noch einmarschieren? Was gibt es zu retten? Was soll Timoschenko überhaupt zustande bringen, was für Russland akzeptabel sein könnte? Ich bin grundsätzlich geneigt Dinge realitätsnah zu betrachten. Mein ausgeprägter Sinn für die Realität sagt mir nüchtern, es gibt für Russland nichts mehr zu holen! Das einzige was es machen kann, wäre den Geld- bzw. Ölhahn abzustellen. Dann würde man sich aber ins eigene Fleisch schneiden. Denn Russland ist auf die Ölerträge angewiesen. Zudem würde es an Glaubwürdigkeit des Ölvörsorgers auf dem Weltmarkt verlieren. Dies wiederum würde bedeuten, dass verstärkt neue Ölwege gesucht werden, wobei Russland durch ein by-pass vom europäischen Ömarkt abgeschnitten wird.

        Ich bin eben realitätsbewusst zu wissen, dass Russland nicht im Stande ist für uns in Syrien, oder in der Ukraine physisch Krieg zu führen. Doch die opportunistische Aussenpolitik, wo zuerst hoch gepokert wird, dann angebliche Kompromisse getroffen werden ist nicht aufgegangen! Denn die gegnerische Partei ist von Natur aus so aufgestellt, dass sie Kompromisse als Schwäche versteht und dann eins drauf legt.

        International lauft man die Gefahr durchschaubar zu sein, dies wiederum bricht das Vertrauen der freundlich gesinnten Länder. Man hofft ja immer einen verlässlichen Partner zu haben.

        Ich bin auch nicht dafür. dass Russland aggressive Aussenpolitik betreibt. Doch es muss darauf bestehen, dass eingegangene Kompromisse eingehalten werden. Falls nötig auch mit Gewalt. Hätte im Fall Ukraine bedeuten müssen, dass russische Soldaten zumindest Richtung Osten hätten einmarschieren müssen und erst zurückgezogen werden, wenn der eingegangene Kompromiss wieder zur Tagesordnung kommt.

        Das hätte bedeutet, dass ein rechtlich gewählter Präsident bis zu den vorgezogenen Wahlen seinen Pflichten nachgehen kann und eine Einheitsregierung, in der alle Interessen der Ukraine vertreten sind die Geschäfte führt.

        Ich hoffe schlussendlich wird mein Herz, dass immer Richtung Moskau geschlagen hat, nicht enttäuscht.

    • ZX

      genialer kommentar. die usa wollten, dass Putin einmaschiert. Putin wird nicht einmaschieren, da die Usa nur bluffen und keine Armee dahinter haben, ausser den Rechten, die aber nur fuer Geld die Statisten abgeben. Dass Timoschenko nicht zu den Usa steht sondern zu Putin und sozusagen den Bluff der USA aufdecken wird ist genial.
      ich dachte, dass nun die EU ein marschal-plan mit Bedingungen auflegt und damit die Rechten ausspielt.

  • Enis

    Entschuldigt Freunde,das ist echt schurkenhaft wie ein Staat innerhalb von 24Std. zerfallen kann.Alle Institutionen kampflos in der luft aufgelöst.Keine Gegendemonstrationen.Nicht mal in den angeblichen Hochburgen im Osten. Mag dieser Depp Janukowitsch schlecht sein oder nicht, doch gibt es keine paar Tausend, die wenigstens für ihre Ehre auf die Strasse gehen und sich von dieser rechtsradikalen Verschwörung von Zion nicht alles gefallen lassen? Ich wünsche Russland viel Glück für die Zukunft. Die Lawine kommt bestimmt.

    Der Wüstenschurke Gaddafi und seine Beduinen haben sogar länger Wiederstand.

    Man bin ich stolz auf dass was wir in Syrien leisten. Wir werden schlimmstenfalls ehrenvoll in den Friedhof der Geschichte eingehen.

    Der Spruch Allah,Souria,Bashar wo bas hat hand und Fuss.

    • tag heute

      „Man bin ich stolz auf dass was wir in Syrien leisten.“

      Ja, das könnt ihr wohl wirklich sein. Nach über drei Jahren Lernen über Syrien, den Ablauf der kolonialen Aggression (kenne jetzt die Namen aller großen Städte und weiß wo sie liegen) und vor allem über die Menschen, kann ich sagen, dass sich bei mir schon ein Gefühl der Hochachtung entwickelt hat. Allein wir ihr das mit dem friedlichen Zusammenleben von Muslimen und Christen hinbekommen habt; dem Hass solange mit der verzeihenden Kraft der Liebe begegnen, bis der Hass sich auflöst und diese Haltung dann immer schön pflegen, genial. Dagegen leben wir in Europa kulturell noch auf den Bäumen und überlegen uns den ganzen Tag, wie wir anderen ihre Bananen klauen können. Die Antwort eines Bürgers auf eine Frage nach Leuten, die nach Syrien kommen: „…Hauptsache jemand ist einfach ein Mensch“, aus der Doku „Syrisches Tagebuch“ hat meinen Eindruck auf den Punkt gebracht. Heute bin ich sicher, ihr hättet alle hinbekommen, die sie euch hätten schicken können, alle bis auf diese hirnlosen religiös maskierten Drogenopfer und das wusste die scheinheilige Bande humanitärer Heuchler. In 100 Jahren könntet ihr nicht mehr so viele Verbrechen begehen, wie die euch angetan haben und das wissen sie, die wissen, wenn ihr den feigen Angriff abwehrt, werden früher oder später in Nürnberg die Gerichtssäle geputzt und dann sind sie sowas von dran. Doch das geht schon wieder in Richtung Hass, die Kraft, mit man sich mit unangenehmen Personen auf unangenehme Art verbindet und wer will das schon?

      „Wir werden schlimmstenfalls ehrenvoll in den Friedhof der Geschichte eingehen.“

      Das werden andere und zwar unehrenhaft. Ihr werdet euch befreien und euer Syrien besser und schöner aufbauen als es je war.

      • JdW

        diesen Kommentar kann ich ohne Einschränkung unterschreiben – Syrien 2011ff hat mir in vielerlei Punkten erst die Augen geöffnet und gleichzeitig die Hoffnung erhalten, dass Menschen der grausamen Maschinerie doch etwas entgegensetzen können, wenn die Umstände günstig sind. Und inzwischen habe ich keinen Zweifel mehr daran, dass zu diesen günstigen Umständen im Falle Syriens nicht nur der fähige Präsident zählt, sondern insbesondere auch die grundsätzliche Mentalität des syrischen Volkes, welchen Glaubens auch immer, welcher Ethnie auch immer ursprünglich entstammend die einzelnen Menschen sind – ihr Zusammenhalt und ihre Menschlichkeit haben der westlichen Verblendungskampagne (fast) alle Schlagkraft entzogen.

  • kubanka

    Ich glaube nicht ,das die BRD-Öffentlichkeit überhaupt darüber im Bilde ist, wer sich hinter diesem ominösen „rechten Sektor verbirgt“.
    Die Sympathie mit den Aufständischen wäre nur halb so groß wüsste der bundesdeutsche Durchschnittsbürger, das dort waschechte Nazis eine Revolte austragen, die sehr schnell aus dem Ruder laufen könnte.
    Im Gegensatz zu den VS-Fake-Wochenend-Nazis in der BRD sind diese Gestalten dort eine realistische Gefahr für ihre Nachbarstaaten, wie Polen und den ethnischen Minderheiten in der Ukraine.

  • Es gibt jetzt einen Wikipedia-Artikel zum Rechten Sektor
    https://de.wikipedia.org/wiki/Rechter_Sektor_(Ukraine)

    • Schon wieder gelöscht, aus welchem Grund auch immer. Verschoben nach „Prawyi Sektor“.

      • jowi

        Wixipedia. Ruhe in Frieden, wie WhatsApp.

  • Als Sprecher des Rechten Sektors wird in den Medien oft Dmitri Jarosch genannt. Das liegt u.a. daran, dass es ein TIME-Interview mit ihm gibt. Jarosch gibt aber auch kavkascenter.com Interviews. Dort läßt er sich als Oberst („Colonel“) anreden.

    Links hier
    https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Rechter_Sektor_(Ukraine)

  • Reisender

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/ukraine-geldproblem-holt-die-revolution-ein/9523972.html

    Schaut euch mal das Bild an. „Eine alternative ukrainische Flagge“ soll da abgebildet sein. Ja, und was für eine „Alternative“!

  • Jörg

    Hier mal ein ganz fairer Artikel zu Janukowitsch: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41062/1.html .

    Die US-Kriege und „farbigen Revolutionen“ haben zwar häufig zu Umstürzen geführt. Aber ein Erfolg waren sie letztlich für das US-Imperium nur deshalb, weil sich Rußlands Außenpolitik im permanenten Tiefschlaf befindet. Längst hätte Rußland in Tunesien, in Libyen, im Irak, in Afghanistan, in Somalia das Blatt wieder wenden können.
    Dies zeigt auch der Besuch des ägyptischen Generals Sisi im Moskau (http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-militaerchef-sisi-reist-fuer-waffen-deal-nach-moskau-a-952950.html ). Wobei ich vermute, daß die Initiative zu diesem Besuch wieder einmal nicht von Lawrow ausging, sondern allein von Sisi.

    Moskau könnte das Blatt auch in der Ukraine wieder wenden. Dazu gehört jedoch ein aktives und kreatives Außenministerium. Und ein solches hat Rußland nicht. In jedem andern Land wäre der Außenminister Lawrow längst hochkantig aus dem Amt geworfen worden!

    Denn halten wir noch einmal fest, was hier passiert ist: Als die USA Juschtschenko (und seien US-amerikanische Ehefrau) durch ihre „orangene Revolution“ installierten, kam es nur deshalb wieder zu seiner Abwahl (ich glaube er bekam 3 % der Wahlstimmen), weil sich die meisten Ukrainer durch diese „orangene Revolution“ angegriffen bzw. manipuliert fanden. Ich bezweifele sehr, daß Lawrow auch nur irgend etwas für diesen Rußland günstigen Wechsel von Juschtschenko zu Janukowitsch getan hat! Putin-Medwedew-Lawrow hatten daran nicht das geringste Verdienst.

    Sobald Janukowitsch wieder dran war, wurde seitens der USA (und solchen Vasallen wie diese Merkel) mit Sicherheit sofort dagegen gearbeitet. Was ich sagen will: Dieser von uns gerade erlebte Umsturz in der Ukraine ist kein Werk von 2 Wochen, sondern das Ergebnis einer mehrjährigen Unterminierungsarbeit . Und der völlig unfähige Lawrow hat weder irgend etwas rechtzeitig bemerkt, noch irgendeine Vorkehrung für den Fall eines Staatstreiches in der Ukraine getroffen!
    Und wir reden hier nicht von fernen Ländern, wie Libyen oder Venezuela, sondern wir reden von einem Rußland unmittelbar benachbarten Land! …. und einem Land das eine unvergleichliche Bedeutung für die Sicherheit Rußlands hat!

    Janukowitsch (und mit ihm die Mehrheit der Ukrainer) hatte jedes Recht, darauf vertrauen zu dürfen, daß Rußland der US-Wühlarbeit entsprechend Paroli bieten und Gegenkräfte aufbauen würde. Er und die Mehrheit der Ukrainer sind jedoch vom unfähigen Dreigestirn Putin-Medwedew-Lawrow auf das übelste im Stich gelassen worden!

    Noch nicht einmal jetzt wird im russischen Außenamt aufgeräumt! Muß irgend jemand nach diesem geradezu epochalem Versagen Konsequenzen befürchten?
    NEIN, NIEMAND!!
    Putin tut einfach so, als sei alles normal. Wie wichtigtuerisch hatte Putin doch noch die Verantwortlichen für den mehrfachen Raketen-Flop (vor ein oder zwei Jahren) ‚bestraft‘! Aber bei diesem katastrophalen Versagen des Lawrow’schen Außenamtes ist irgendwie alles egal.
    Ich würde Lawrow noch heute feuern und mir den damaligen tapferen russischen Botschafter in Tripolis herbeirufen!

    • Sorry, aber Lawrow ist einer der besten Außenminister, die derzeit weltweit im Amt sind. Die RF betreibt Außenpolitik im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Und wegen Libyen oder Tunesien wird niemand einen Atomkrieg beginnen. Außerdem gibt es noch Völkerrechtssätze wie z.B. die staatliche Souveränität, Nichteinmischung usw. Was meinst Du, was etwa im Nordkaukasus los wäre, wenn die Amis dort ihre komplette NGO-Maschinerie einsetzen würden?

      Lawrow und Puin sind Realisten – und wir sollten es auch sein.

    • Hallo Jörg, Geld regiert die Welt, sagt man, nicht umsonst, der Volksmund sagt, was er ahnt – und leider nicht in oilitischen Zusammenhängen verstet. Russland hat keinen Soros, keine überquellende Geheimkassen in den Ministerien, keine Konrad-Adenauer-Stiftung (Klitschko usw.), die mit ihren Geldern und ihren pseudowissenschaftlichen Instituten die Intelligenz für sich gewinnen kann. Ergo befindet sich Russland, wie auch die UDSSR, in einer „prähistorischen Phase“ der Einflußnahme und Propaganda, die den Zionismus, jetzt sogar mit Facebook und Co und deren Milliarden Schreibern uneinholbar macht. Ja, das Spiel wird von den Massen des ferngelenktem Mobs entschieden, die inhaltiliche Auseinandersetzung in den kritischen Medien wie hier der Apxwn spielt in der Weltpolitik kaum eine Rolle. Was tun, sprach Lenin? Putin tut, was er kann, er muss aber sehen, dass er immer den Kürzeren ziehen kann. Und uns, den kritischen Geistern, bleibt nicht anders, als ihm Hals und Beinbruch zu wünschen

  • MM

    Gibt es jemanden, der mit helfen könnte, um den letzten Teil hiervon zu übersetzen? Ist wohl auf Ukrainisch.

  • Jörg

    @apxwn
    Es ist wirklich schade, daß meine Kommentare fortlaufend geblockt werden. Denn ich möchte doch auch eine Kommunikation ermöglichen und freue mich sogar über Widerspruch.
    Aber wenn meine Kommentare niu#un schon mehrfach über viele Studnen geblockt werden – zumindest so lange bis ich dies nach mehrern Stunden anzeige – dann ist ein Meinungsaustausch doch gar nicht möglich!

    Jetzt geht es um meinen Kommentar von heute um 19.37 Uhr, der einfach nicht freigeschaltet wird.

    Warum wird er eigentlich überhaupt nicht gleich freigeschaltet? Unsittliche oder beleidigende Konmmentare kann man doch auch nachträglich entfernen.

    • Ich habe zu wenige Mitarbeiter… :) Gleich freigeschaltet werden Kommentare von bekannten Adressen mit maximal einem Link. Halte ich für fair. Hat sich so etabliert.

      • Jörg

        … gut, dann weiß ich Bescheid und muß entweder sparsamer mit links sein oder Kommentierungen aufteilen.

  • Comrade John

    Nur einen Tag nach dem seltsamen „Machtwechsel“ in Ukraine schreiben die MSM bedeutungsvoll von der Verschuldung, ja Staatspleite u. neuen Milliarden, die in der Ukraine nun dringend erforderlich seien, z.B. SPIEGEL: „Wirtschaft in der Ukraine: Ökonomen fordern westliche Milliardenhilfen für Kiew“. Die hiesigen Staatsnachrichten verkünden auch schon die grundsätzliche Hilfsbereitschaft der westl. Regierungen; die Ukrainer müssten aber mitarbeiten u. „institutionelle und wirtschaftliche Reformen“ anpacken (tagesschau.de: EU, USA und IWF wollen helfen).
    Hier offenbart sich, so wie hier schon früher von mir vermutet, der eigentliche Grund der westl. Kampagne gegen die alte Regierung oder besser gesagt: das Ziel, das damit schnellstmöglich erreicht werden sollte, nämlich Ukraine neue „internationale“ Kredite aufzudrücken u. bestehende alte abzulösen oder ggf. auch abzuschreiben. Die Hauptinteressenten an der ukrainischen „Krise“ sind die Grossbanken, die die entsprechenden Kreditlinien verfügen u. die IWF-Mitgliedsstaaten ausstatten.
    Ukraine hat bisher seine Schulden beim IWF bezahlt u. ist auch mitnichten „pleite“. Die Reg. Janukowytsch stand seit längerem in Verhandlungen wg. neuer Kredite, lehnte aber die politischen Konditionen ab u. hatte zugleich Angebote seitens der Putin-Regierung, die sie bevorzugt annehmen wollte.
    Und das ist wohl der eigentliche Auslöser der dann einsetzenden „Unruhen“ bzw. „Krise“: die privaten Förderbanken der bestimmenden IWF-Länder (denn heute sind praktisch alle Staaten, voran die USA, selbst verschuldet!) wollen „schnelles Geld“ sehen; strategische Interessen kommen anschliessend zur Geltung, keine Frage. Die Urheber der aktuellen Misere sollten in den Kreisen gesucht werden, die wir als die City und Wallstreet umschreiben, abseits von dem >>
    Der Rechte Sektor macht und >> Janukowytsch hat und >> Timoschenko soll jetzt (was praktisch nur den sensationellen Vordergrund gibt).
    Die Putin-Regierung hat ihre Finanzzusagen an Ukraine inzwischen wieder zurückgezogen; das ist vermutlich einer der Gründe, warum Janukowytsch das Amt aufgegeben hat.

    Interessant ist hier immer wieder die Frage nach der Stellung u. dem Vorteil der ukrainischen Oligarchen, die ich mal im Strang „Kiew: unbekannte russische Scharfschützen„, 23. Januar 2014, versucht habe anzuschneiden, woran aber in diesem Blog anscheinend s. wenig Interesse besteht.
    Die Oligarchen“ beantwortet wenigstens die wichtigsten Fragen des unmittelbaren Geschehens in Ukraine >> Wer von ihnen wollte „Europa“, wer nicht >> Wer hat gemeinsame Interessen mit dem westl. Finanzkapital u. ist politisch involviert >> Wer finanziert Swoboda, Rechter Sektor u.a. (die CIA muss das nicht tun, weil milliardenschwere Oligarchen das viel einfacher, direkter könnten) …

    Wir sollten doch hier nicht so tun als sei Ukraine ein Entwicklungsland mit lauter Bauerntrampel, wo es null einheimisches Kapital (einige Oligarchen verfügen multinationale Konzerne, sie sitzen alle auf milliardenschweren Vermögen – hallo!) u. keine eigenständigen Geschäftsinteressen gäbe, die sich natürlich politisch ausdrücken, und wo Alle nur auf westl. Investitionen warten. Die Frage ist, wer gehört dazu (der den „Umsturz“ betrieben hat) u. welche (Interessen) sind das – sachkundige Mitarbeit bitte statt >> die Nazis machen und >> ohgott, jetzt fallen sie auch in Charkow ein…

    Von Timoschenko weiss man, dass sie selbst einem oligarchischen Clan vorsteht, von Janukowytsch ist das inzwischen auch bekannt. Allein von daher hält sich mein Mitleid mit dem armen Staatspräsidenten, der ja von Allen verlassen u. selbst auch unentschlossen… „sehr in Grenzen“.

    Aktueller Lesehinweis (peinlich aber geht nicht anders, denn sonst ist definitiv fast nichts vom ukrainischen Grosskapital zu lesen) ein Artikel der WELT, 22.02.2014, mit den bekannten Namen (darunter V. Pintschuk, der „Vertrauter“ von George Soros genannt wird) u. einer s. interessanten Einzelheit zur ukrainischen Staatsverschuldung:
    Mächtiger Oligarch zählt Viktor Janukowitsch an
    http://www.welt.de/wirtschaft/article125092429/Maechtiger-Oligarch-zaehlt-Viktor-Janukowitsch-an.html

    Suchmaschine! >> Franklin Templeton Investments (Wikipedia u.a.)

    • Reisender

      Was wollen die Oligarchen ist sicherlich die eine Frage. Was wollen größere Teile der Bevölkerung, eine andere. Wer kann die bessere Utopie über das zukünftige gesellschaftliche Zusammenleben erzählen?
      Eine starke Spreizung des Vermögens und des Einkommen sorgt nicht unbedingt für sozialen Frieden.
      Die ökonomische Probleme sind ja bekannt: Das Land hat sowohl ein Staatsdefizit und ein Außenhandelsdefizit! Ich weiß nicht, ob es einzelne Regionen gibt, welche ökonomisch gut genug aufgestellt sind, dass sie sich dem Strukturanpassungsdiktat des IWF widersetzten könnten. Die EU verspricht ökonomisch für die Ukraine nichts Gutes. Viele junge Personen sind aber die Verlockung, Arbeits- und Niederlassungsfreiheit in der ganzen EU zu haben, vielleicht schon ausreichend.
      Solange sich das Militär, Geheimdienste und die Polizei aus der Geschichte raus halten ist halt völlig unklar, wer zurzeit eigentlich wirklich was zu sagen hat. Welche Eigendynamik es geben wird. Wird es „nur“ Übergriffe gegen einzelne Funktionäre geben, welche allgemein als Korrupt angesehen werden, oder kommt es zu Pogromen? Dann droht ja eine starke Abwertung der Währung. Wie weit hat die Ukraine die Möglichkeiten der regionalen Selbstversorgung? Wie hat man in der Ukraine geheizt, bevor das Erdgas aus Russland gekommen ist?
      Letztlich, all die Oligarchen sind auch schön erpressbar. Ob durch Steuern oder einfrieren von Konten oder Wirtschaftsboykott. Die Oligarchen würden gerne in ihrem Reichtum weiter leben. Ein Haushaltsdefizit eines Staates könnte man am einfachsten Stopfen, in dem eine Vermögenssteuer eingeführt wird. Die Oligarchen wollen vermutlich vor allem ruhige Zeiten. Wann die Straße diese ihnen wieder gibt, steht aber noch in den Sternen. Daher: Es bleibt spannend. Da ist noch nichts entschieden. Mal abgesehen, dass jetzt dann wohl ein anderer (Ex-)Politiker im Gefängnis sitzen wird.

    • Jörg

      Der Hinweis auf den Artikel in der „Welt“ ist sehr dankenswert.
      Ich mag „Die Welt“ zwar nicht, aber der hier von Dir, Comrade John, zitierte Artikel ist tatsächlich sehr aufschlußreich!

      • Comrade John

        Zu V. Pintschuk noch ein älterer Artikel aus der Financial Times .
        Dieser Oligarch scheint sich schon vor Jahren für „eine Modernisierung der Gesellschaft, neues Denken, vor allem in der Politik“ eingesetzt u. für den EU-Beitritt geworben zu haben. Sein Zusammenhang mit George Soros wird auch in diesem Artikel erwähnt.
        23.08.2007
        „Porträt:
        Viktor Pintschuk – Saulus a. D.

        http://archive.is/lUNy

        Damit sind, nach dem zu gehen was ich schon früher geschrieben habe, zumindest Pintschuk u. Petro Poroschenko als Befürworter eines EU-Beitritts festgestellt.
        Rinat Achmetow stimmte zuletzt für „Kompromisse“ zur Lösung der „politischen Krise“…
        Und Dmytro Firtasch darf man schon aufgrund seiner Geschäfte in mehreren Ländern Europas sowie im Bankensektor, also aus sachlichen Erwägungen, zu den EU-Befürwortern zählen.

        Aus diesen Kreisen war demnach auch kein Widerstand gegen die Übernahme Ukraines durch die EU zu erwarten.

        „Heissester“ Anwärter für die Finanzierung der sog. ukrainischen Opposition in Zusammenarbeit mit Soros könnte demnach V. Pintschuk sein. Aber wen genau hat er finanziert?

        • Comrade John

          Als Finanzier von Swoboda (Oleh Tjagnybok) wurden schonmal D. Firtasch und Igor Kolomoiskyj genannt, vgl. ALLES SCHALL UND RAUCH, 31. Januar 2014, Die echte und falsche Opposition in der Ukraine [Suchmaschine!].

          Zu Igor Kolomoiskyj siehe Wikipedia, wird dort als Hauptsponsor „nur“ von UDAR (Klitschko) gesehen.
          http://en.wikipedia.org/wiki/Ihor_Kolomoyskyi

          Von allen genannten Oligarchen soll K. der Timoschenko am nächsten stehen, noch vor Poroschenko, dessen Beziehungen zur T. scheinbar nicht ganz so ungetrübt sind.

          Reisender
          „Was wollen die Oligarchen ist sicherlich die eine Frage.“

          Aber ja, deshalb sollte man ihnen auch mehr Aufmerksamkeit schenken, wenn man die Vorgänge verstehen will.
          Übrigens halten sich „die Oligarchen“ ganz offiziell ihre ukrainischen Parlamentsparteien, was hier vielfach auch „übersehen“ wird, z.B. die Timoschenko (trotz Knast…) die Partei „Vaterland“.

          „Die Oligarchen würden gerne in ihrem Reichtum weiter leben.“

          Das klingt nach Swimming Pool und Bahamas… Tatsächlich sind „Oligarchen“ in der Regel Kapitalisten, Unternehmer, Geschäftsleute mit Interessen. Und diese Interessen müssen sie natürlich vertreten, wenn sie im wirtschaftlichen Tagesgeschäft nicht untergehen u. im politischen Leben nicht völlig übervorteilt werden wollen. Also, die liegen bestimmt nicht auf der Matte u. sagen >> Schaun wir mal …

  • Tunguska

    Die im süden sind auf jedenfall auch nicht zimperlich…Es gibt Hoffnung…

    http://www.kerch.tv/Default.aspx?VS=0&ID=3467

  • walter

    Hoffnungen, dass im Süden oder Osten der Ukraine sich wirkungsvoller Widerstand gegen den Nato-Putsch etablieren kann, sind vergleichbar mit der Suche nach guten Äpfeln in einer Kiste, in der es von faulen Äpfeln wimmelt.

    • Mal abgesehen von der Krim sieht’s wirklich mau aus.

      • Jones2theBones

        Naja, erstens liegt es daran, dass die Übergriffe der Banditen in den Südosten äußerst gering ausfallen, auch die Touristendemonstrationen aus dem Westen fallen dort bislang auf einer deutlich geringeren Skala aus.
        Und das Wegjagen von Banditen ist auch aus Charkov und Donetzk dokumentiert.

        Zweitens die Konferenz, die du selbst schon genannt hast, wo die teilnehmenden Abgeordneten bis zur Wiedereinführung der verfassungsgemäßen Ordnung das Parlament in Kiev als oberste Instanz aberkennen.
        Dagegen müssten die ehemaligen Oppositionellen entweder mit Polizeigewalt, mit der Armee, oder aber mit terroristischen Banden vorgehen, wollten sie etwas daran ändern. Mit der Polizei wird das aber nichts, die werden das wohl kaum tun, außerdem glaube ich stehen die ja eher unter der Kontrolle der Regionen als der des Innenministeriums.
        Während die Ordnung in Kiev ein Stück weit auch vor allem deshalb zusammengebrochen ist, weil die Südostregionen, von Janukovich’s Untätigkeit enttäuscht, selbst ihre Polizisten heimgeholt haben, stehen diese Ordnungskräfte dem Osten und Süden weiterhin zur Verfügung.
        Das Militär wollte zumindest sich nicht einmischen, ob es das tut, eher fraglich.
        Und als letzte fiktive Maßnahme gibt es schon lange Aufrufe, die Banditen de facto durch Imitation zu bekämpfen, bsw. wieder auf der Konferenz, von der du in einem Kommentar gesprochen hast, wo ein (Afghanistan?)veteran auf die Bühne kam und eine flammende kurze Rede mit dem Aufruf, sich zu bewaffnen und auf die Selbstverteidigung vorzubereiten, hielt. Aber dafür müsste man wie die Banditen Waffen- & Munitionslager plündern oder stürmen, und dafür fehlt den redlichen Bürgern ohne unmittelbaren Anlass die kriminelle Energie.

        Drittens das Gerücht der Mobilisierung der russischen 76. Garde ВДВ-Division in Pskov, die, so scheint es, praktisch „auf gepackten Koffern“ auf einen Einsatz in der Ukraine warten. Egal ob nur als abschreckendes Signal, oder mit Ernst dahinter, so wird das durch die Warnung von Susan Rice an Russland bestätigt, nicht in die Ukraine einzumarschieren.
        Ob beabsichtigt oder nicht, dürfte es eine drohende Wirkung auf die neue, nicht legitimierte „Regierung“ Ukraine haben.
        Brisant ist die Frage in der Hinsicht, dass die Russen und die Amerikaner hier wohl wieder (wie schon früher öfter geschehen) das Pokerspiel mit den roten Knöpfen spielen werden, bis einer nachgibt.

        …oder auch nicht. Zumindest so die Aussagen einiger sehr aufgerührter Parlamentsabgeordneter, die vom dritten Weltkrieg sprechen und von Russland die Intervention fordern, zu sehen gewesen auf vesti.ru/Rossiya 24, ebenso von Alexander Dugin. ;)
        Aber die russische Führung, wie auch die der Intriganten im „fernen Ausland“, wird sehr bedacht auftreten.

        …Wobei ich angesichts der Eskalation der letzten Tage echt kaum mehr was ausschließen kann. Ich war offensichtlich nicht Pessimist genug.

        • Peter Hofmann

          Nachdem die Sicherheitskräfte von ihrer Obrigkeit total verarscht worden sind – die Berkutleute haben sich zu Matsch schlagen lassen und stehen jetzt als Mörder da – ist von ihnen in der momentan unklaren Lage kaum großer Enthusiasmus zu erwarten, was nur die Faschos übrig lässt.

        • Den Menschen im Südosten fehlt irgendwie der rechte Kampfwille. Soeben hat Rossija-24 gemeldet, daß der Gouverneur von Charkow, Dobkin (der Organisator der Versammlung vom Samstag), zurückgetreten ist, weil er sich als neuer Vertreter der gesamten Südostukraine sehe und vielleicht auch bei den Präsidentenwahlen am 25. Mai kandidieren wolle. Ersteres ist okay, denn die disparaten Regionen müssen besser vernetzt werden. Eine mögliche Wahlkandidatur wäre hingegen der Todesstoß für den Südosten. Denn damit würde Dobkin die neuen Machthaber in Kiew anerkennen und nach deren Regeln spielen.

          Dobkin hatte es gestern nicht verhindern können, daß Maidan-Kämpfer seine Behörde gestürmt haben und wohl bis jetzt besetzt halten. Sehr blamabel.

          Was jetzt – auch aus Sicht der RF – not tut ist eine Begrenzung des Konflikts. Einerseits durch die Unterstützung der örtlichen Selbstschutzgruppen mit Freiwilligen (diese Bewegung scheint gerade anzulaufen), zum anderen mit begrenzten Einsätzen eigener Spezialeinheiten zur Lösung besonderer Aufgaben (z.B. Freikämpfen einer besetzten Gebietsverwaltung, Befreiung von Geiseln, welche der Rechte Sektor u.a. genommen haben usw.). Letzteres wäre nicht einmal illegal, sondern könnte als internationale Polizeihilfe verkauft werden, worüber es m.W. auch Abkommen zwischen RF und UA gibt.

          Reguläre Streitkräfte sollte die RF erst einsetzen, nachdem die NATO-Staaten Polen, Rumänien oder Ungarn dasselbe getan haben. Und dazu wird es wohl früher oder später kommen.

          Es ist davon auszugehen, daß auch die NATO-Staaten mit eigenem Personal am Boden vertreten sind. Die Aktionen der Maidan-Kämpfer (nicht unbedingt sie selbst!) deuten darauf hin, daß dort eine ziemlich professionelle Führung und Organsiation besteht. Also z.B. Leute, die Zugriff auf Satellitenbilder in Echtzeit haben, richtige Kommadotrupps usw. Das ist kein simpler Mob. Anders kann ich mir die Ereignisse in Charkow nicht erklären, obwohl vor dem Gebäude offenbar Posten der Bürger und Polizei standen.

          Am wichtigsten ist jedoch, daß Moskau sich endlich entscheidet, ob die Aufständischen als neue Machthaber anerkannt werden oder nicht. Insoweit ist Janukowitsch als vom Volk gewählter Präsident nach wie vor wichtig. In diesem Punkt war Medwedew heute eher unklar, doch seine Einlassungen gingen eher in Richtung Nichtanerkennung.

  • Jörg

    @E. K. , 23. Februar 2014 um 23:30 |
    Zitat: „Sorry, aber Lawrow ist einer der besten Außenminister, die derzeit weltweit im Amt sind.
    Antwort: Worauf stützt Du diese kühne Behauptung? Das Ergebnis von Lawrows Außenpolitik ist eine Aneinanderkettung von fortlaufenden Fehlschlägen – und Erfolgen für das US-Regime. Lediglich betr. Kirgisien gab es einmal einen kleinen/halben Erfolg.

    Zitat: „Die RF betreibt Außenpolitik im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
    Antwort: Ich sehe überhaupt keine Außenpolitik – außer der, Syrien auf die Anklagebank zu schieben wegen Chemiewaffen. Oder wegen der von vornherein erkennbar sinnlosen Genfer Verhandlung betr. Syrien.
    Nenne doch mal, E. K, über die bloße abstrakte Behauptung hinaus auch ein paar Fakten z. B. dazu, welche „“Möglichkeiten und seit wann Lawrow
    ….in Afghanistan,
    …im Irak,
    …in Ägypten,
    …in Libyen,
    … in Syrien
    nutzt!

    Zum Handeln auch aus einer Situation der Schwäche heraus hatte ich hier mal was geschrieben: http://julius-hensel.com/2013/09/russland-syrien-wir-werden-zum-narren-gehalten/#comment-34336 .

    Zitat: „Und wegen Libyen oder Tunesien wird niemand einen Atomkrieg beginnen.
    Antwort: Außenpolitik ist gerade das Gegenteil von ‚mit jemandem einen Atomkrieg zu beginnen‘!

    Zitat: „Was meinst Du, was etwa im Nordkaukasus los wäre, wenn die Amis dort ihre komplette NGO-Maschinerie einsetzen würden?
    Antwort: Habe ich diese Bemerkung dahin zu verstehen, daß Du mir jetzt doch recht gibst dahin, daß die Außenpolitik der RF doch untätig sei. Daß man aber dafür einen ‚deal‘ mit dem US-Regime gemacht habe, daß die USA dafür auch nur einen gewissen Teil ihrer NGOs zur nun den USA grundsätzlich erlaubten Wühlarbeit auf den Nordkaukasus loslassen – bzw.: Die USA habe sich lediglich verpflichtet nicht alle NGOs im Nordkaukasus einzusetzen, sondern nur einen gewisse Anzahl von NGOs?

    • Reisender

      Prinzipientreue ist eine Eigenschaft, welche zu Anerkennung führt. Also weltweit nach denselben Prinzipien vorzugehen. Sich an das, was man den politischen Gegner vorwirft, selbst zu halten. Wir leben nicht mehr in einer bipolaren Welt. Die russische Föderation ist nur eine regionalmacht unter vielen. Doch sie erreicht deutlich, dass die Pluralität erhalten bleibt. Diese Prinzipien, etwa Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines Drittstaates sind wichtiger, als ob jetzt irgendein Staat sich in die eine oder andere Richtung entwickelt. Regierungen kommen und gehen. Ein guter Doktor kann warten, bis ein Patient von den Quacksalbern enttäuscht ist.

      • Jörg

        @Reisender, 24. Februar 2014 um 12:32 | #
        Zitat: „Prinzipientreue“ …..“ Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten“
        Antwort: Diese internationalen Grundsätze sind doch gerade der Putins und Lawrows Außenpolitik völlig fremd! Genauso wie diese Grundsätze es die Politik Chamberlains („Sudetenkrise“) waren.

        Als Rußland Libyen im Sicherheitsrat den Wölfen zum Fraß vorwarf („Flugverbotszone“) stellte dies doch keine Respektierung des Grundsatzes der „Nichteinmischung“ dar! Im Gegenteil – es war Verrat an diesem Grundsatz!
        Auch beim Eindringen zweier türkischer Aufklärungs-Jets in den syrischen Luftraum, die zukünftige Bombenziele in Syrien erkunden sollten und dann von syrischer Flak abgeschossen wurden, gab es eine richtige Hetzkampagne gegen Syrien. Die türkische Armee bombardierte sogar Syrien und schoß über die Grenze hinweg in syrische Städte hinein!
        Hier hätten Putin-Lawrow-Medwedew doch im Sicherheitsrat die unnachsichtige Verurteilung der türkischen Angriffskriegspolitik rügen müssen! Bis heute dringen aus dem Ausland vom Ausland ausgerüstete, finanzierte und dort auch trainierte Invasionstruppen nach Syrien ein. Ein ganz klarer Fall des von der UN geächteten „Angriffskrieges“ (ein Angriffskrieg läge unter diesen Umständen sogar dann vor, wenn die eindringenden Söldner syrische Bürger wären – was natürlich keineswegs der Fall ist).
        „Prinzipientreu“ wäre es hier gewesen, diesen Angriffskrieg so auch zu benennen und die sofortige Einstellung im Sicherheitsrat zu verlangen. Statt dies zu tun lügen Putin-Lawrow-Medwedew die Regierung Assat in eine Diktatur oder „Regime“ um und die Angreifer in syrische „Schüler“ oder in eine syrische „Opposition“.
        Die Zustimmung gerade für den militärischen Überfall aus der Türkei gab Putin dadurch, daß er während des massiven Eindringens der von den USA und anderen Staaten ausgerüsteten Söldnerarmeen gerade von der Türkei aus, dem Aggressor Erdogan persönlich(!) einen Staatsbesuch abstattete, bei welchem nur gelächelt wurde und das gleichzeitige Abschlachten des syrischen Volkes durch türkische Invasoren konsequent ignoriert wurde. Vor kurzem trafen sich Putin und der Aggressor Erdogan schon wieder – http://de.ria.ru/politics/20131122/267332460.html .
        DAS WAR VERRAT AM PRINZIP DER INTERNATIONALEN ÄCHTUNG DES ANGRIFFSKRIEGES! Wenn Du, Reisender, das allerdings „prinzipientreu“ nennst, dann hast Du nicht völlig Unrecht.

        Vergleichbar sind Lawrow-Putin-Medwedews Haltung gegenüber dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg fast aller Nato-Staaten gegen Afghanistan. Statt sich gegen diesen mörderischen (zum mörderischen Hunger im zerstörten Afghanistan siehe schon vor 2 Jahren: http://news.antiwar.com/2012/03/05/child-hunger-in-afghanistan-among-worst-in-the-world/ ) Angriffskrieg zu wenden, hat Putin der Nato und den USA geradezu kriecherisch seine Beihilfe zu den erneuten Morden an den Afghanen angeboten (z. B. Waffentransporte durch Rußland).
        DAS WAR VERRAT AM PRINZIP DER INTERNATIONALEN ÄCHTUNG DES ANGRIFFSKRIEGES! Wenn Du das allerdings „prinzipientreu“ nennst, Reisender,. dann hast du nicht völlig Unrecht.

        Auch internationale Verträge werden von Putin-Medwedew-Lawrow nur so lange eingehalten, wie der Vertragspartner nicht von den USA & Co angefeindet werden. Man denke an die Vertrag über die Lieferung von Abwehrraketen an den Iran und an den Vertrag über die Inspektion von zahlreichen syrischen Kampfhubschraubern mit Syrien. Diese Verträge wurden von Moskau einfach gebrochen – Rußland behielt einfach die Hubschrauber!
        PRINZIPIENTREU IST DIE AUSSENPOILITIK PUTINS-MEDWEDEWS-LAWROWS NUR BEIM BRUCH INTERNATIONALER VERTRÄGE UND BEI DER VERLÄSSLICHEN SCHMÄHUNG DER GRUNDSÄTZE DES INTERNATIONALEN FRIEDENS!

        Resümee
        Mehr als die mangelnde Moral der russischen Außenpolitik rüge ich die wegen ihrer völligen Prinzipienlosigkeit unübersehbare Ineffizienz und Wertlosigkeit dieser Politik! Ein sich beim Afghanistankrieg anbiedernder Putin macht sich bei den Yankees nur lächerlich!
        Statt über Schwule krauses Zeugs auszubrüten, sollte Putin sich mal über die MANNHAFTIGKEIT in der russischen Außenpolitik Gedanken machen.

        Erdogan braucht Rußland nicht weniger als umgekehrt. Die Öl-Verträge hätte man auch durch Besuche auf Staatssekretärsebene regeln können. Einen Besuch von Präsident zu Präsident hätte man z. B. bei Konzessionen hinsichtlich der üblen Angriffe auf Syrien zusagen können. Und beim Erscheinen von Erdogan im St. Petersburg vor ein paar Woche hätte man erneut so verfahren müssen!

        • jörg

          … tut mir Leid apxwn … habe gerade übersheen, daß mein neuer Kommentar zwei linlks hatte. Hol mich doch bitte aus der Sperre („Der kleine Jörg wartet an de Kasse am Ausgang…“)

        • Walter Mandl

          Bei aller Vorsicht und bewussten Zurückhaltung gegenüber der russischen Außenpolitik meinerseits muss ich anerkennen, dass Deine Argumente stichhaltig sind und nicht übersehbar sind. Politik ist ein schmutziges Geschäft und lässt sich mit Prinzipien eigentlich nur in Vorwahlzeiten auf Plakaten kurzfristig vereint darstellen.
          Für mich ein Beispiel mehr, wie leer und krank „Repräsentative Demokratien“ sind.
          Und ad hoc gesprochen, fällt mir (mit vielen Abstrichen versehen außer der Schweiz) kein Land ein, indem der „Volkswille“ zum Durchbruch kommt.

        • Jones2theBones

          @Walter:
          Die Schweiz ist die einzige mir bekannte Demokratie.
          Allerdings haben die Schweizer neben den Volksabstimmungen auch große „repräsentative“ Elemente.
          Und die ist ähnlich verschlackt wie die Wahloligarchien im Rest der Welt.

          Politik ist zwar auch in Russland ein schmutziges Geschäft und ich will keinem die Möglichkeit aberkennen, dass die Dreck am Stecken haben. Aber rationale, stichhaltige Argumentation sieht gaaaanz anders aus.

          Außenpolitik ist traditionell ein Pokerspiel, wo man viel zu verbergen hat und verbergen muss, und wo man unter anderem das lustige Spiel mit den nervösen Fingern auf roten Knöpfen (Atombomben) hat.

          Folglich ist jeder gute Spieler erst einmal zurückhaltend, und da wir die Verhandlungen etc. nicht kennen, kann man sich da kein Urteil bilden, schon gar nicht, indem man von rian auf die Außenpolitik Rückschlüsse zieht. Das ist ungefähr genauso intelligent wie unsere Mainstreammedien mit ihrem „Sveta und Vova vom Maidan sagen…“.

          Nichteinlegung des Vetos ist mindestens ein Fehler gewesen, und dass sich weite Teile der russischen Führung (bzw. jeder mit etwas mehr als 2 Gramm Grips im Schädel) über die Folgen im Klaren sein mussten, ebenfalls. Aber es war Medwedews Entscheidung, und es kam in der Folge zu öffentlich ausgetragenen Meinungsunterschieden zwischen ihm und Putin.
          Aus einem passiven Akt (Enthaltung) einen aktiven zu drechseln, ist auch wieder falsch. Aber naja, man macht, was man machen will.

          P.S: Texte werden unleserlich, setzt man die Großschreibung so extensiv ein. Zumindest verursacht das bei mir Augenkrebs.

  • Jörg
  • LeChevalier

    Ich habe einige Infos von der syrischen Front.

    Falita ist nach zwei Wochen harter Kämpfe endlich von den Teufeln befreit worden. Die SAA konnte mithilfe der Hizbullah die Terroristenverbände liquidieren. Falita ist eine Stadt im strategisch eminent wichtigen Yabroud-Gebiet in der Nähe der syrisch-libanesischen Grenze.

    Die SAA hat eine neue Offensive in Ost-Ghouta gestartet, um die marodierenden Terroristen weiter aufzureiben. Auch in Daraa wurden viele Teufel getötet, darunter ein hochrangiger Al-Kaida-Kommandeur. Möge er in Glut verdorren!

    Dann noch eine spektakuläre Nachricht aus der jordanisch-syrischen Grenze. Die FSA-Teufel, die in Jordanien trainiert wurden, haben versucht, mit 27 Panzern (!) Kurs auf die Provinz Damaskus zu nehmen. Gott sei Dank konnten die Helden der SAA die Angreifer abwehren. Einige Panzer wurden zerstört, andere wurden in eine Falle gelockt. Der Rest hat sich ergeben. Kein einziger Panzer konnte nach Jordanien fliehen!

    Was ich mich aber frage: Wo haben diese Teufel 27 Panzer hergekommen? Ich meine, das ist schwerste Artillerie, die da zum Einsatz kommt. Das bedeutet also, dass USrael und das Imperialisten-Pack die Teufel doch mit „tödlichen“ Waffen ausrüsten.

    Gott möge Präsident Assad, die Helden der SAA und das syrische Volk segnen und schützen!

    • Jones2theBones

      Schon lange bekannt und auch fakt, dass die Ausrüstung der Rebellen, anders als dargestellt, kaum ausschließlich Militärlagern stammen kann, zumal die recht schnell aufgebraucht werden und dann Nachschub benötigt wird.
      Ebenso vor ca. ’nem Jahr oder mehr dokumentiert, die Überfahrt der Banditen in Panzern aus der Türkei nach Ras-al-Ayn.
      Wo die Panzer herkommen?
      Der größte Teil Beute, oder aber auch, wie schon bei oben genannten Zwischenfall der Fall gewesen, aus Südosteuropa (Bulgarien), die über diese Waffen verfügen, als NATO-Länder aber langfristig auf westliche Waffenproduzenten umschalten müssen.
      Gleiches gilt bei Kalashnikovs, Kalashnikovnachbauten und anderen Kleinwaffen, wo ebenfalls Unmengen von aus den Balkanstaaten importiert werden.

  • Kotromanic

    Nun ich sage es ja nicht gern und für die Zivilisten tut es mir auch nach wie vor leid doch ich bin sicher nicht der einzige aus einem Land das die Russen im Stich gelassen haben der lächeln wird wenn irgendwann Putin selbst wie Janukovic flüchtet.

    Es wird im Namen aller Jugoslaven, Iraker, Lybier und Syrer die durch die Feigheit der Russen dem Feinden gefallen sind eine genugtuung sein das Leute wie Putin die immer wieder gerne den Amis die Stirn bieten aber sobald es ernst wird dann doch nen rückzieher machen auch mal die Suppe auslöffeln dürfen.

    Es bleibt den Amis nicht mehr viel Ukraine, Syrien und Venezuela gleichzeitig anzugehen zeugt von Endkampf. Denke nicht das Russland und China noch lange warten müssen auf ihre Demokratisierung.
    Gibt es da auch sowas wie Banderajünger die man dafür verwenden kann?

  • Kotromanic

    Eine Sache noch.
    Wie kommt es eigentlich das wirklich jedes Land das die USA zerstören wollen ihnen die Waffe mit der Sie es tun können Frei Haus liefert?
    Überall scheinen sich Leute zu finden die nur zu gern für die USA ihr eigenes Land zerstören wollen und ihr eigenes Volk töten.
    Traurig so etwas….

  • Jörg

    @Jones2theBones, 25. Februar 2014 um 10:11
    „Texte werden unleserlich, setzt man die Großschreibung so extensiv ein. Zumindest verursacht das bei mir Augenkrebs“.
    Du hast ja recht .. der Text wirkt dann so ‚geschrieen‘. Aber es ist so schön einfach in meinen Textprogramm mit den Tasten „Hochtaste“ + „F3“ einen ganzen Satz auf Großschrift umzustellen. Nach dem hier funktionierenden Steuercode für „fett“ muß ich immer suchen (der ist ja auf jedem blog anders). Außerdem vergesse ich manchmal den „fett-aus“-Code und dann ist statt eines Wortes plötzlich der ganze Rest-Text in fett.

    Aber zur Sache:
    Rußland ist für mich das Rückgrat Europas (deswegen ärgere ich mich immer wenn uns vorgegaukelt wird, Rußland gehöre nicht zu Europa. Wie unlängst, als behauptet wurde, die Ukraine sei von der Fläche her das größte Land Europas. Nein ist sie nicht – RUSSLAND (tschuldigung!) ist das größte Land Europas!).
    Und schon mehrfach war die Befreiung Europas ohne Rußland nicht denkbar (Napoleon, Nazis). Da Deutschland vom US-israelischen Imperium längst einkassiert wurde und „die Deutschen“ eigentlich immer kriecherisch feige und schlampig sind (für mich sind das „Österreicher“, wobei mir das echte Österreich besser gefällt), setzte ich, seitdem der Jelzin weg war, große Hoffnungen auf Rußland. Denn auf GB und F und I kann man nicht zählen weil diese Staaten genauso paralysiert sind. Und mein PREUSSEN (tschuldigung!) haben diese Deutschen ja auch restlos vernichtet.

    Anders als Ronald Reagan (der seinen Name ursprünglich phon. wie „Riegen“ aussprach und erst spätrer, aus Eitelkeit, die Aussprache in phon. „Rägen“ änderte) noch behauptete war die „Mauer“ und der „Eiserne Vorhang“ ja nicht allein von der UdSSR sondern eben auch von den USA errichtet worden. Und deshalb „fiel“ der Eiserne Vorhange auch nicht 1989, vielmehr wurde/wird er nur fortlaufend auf die russischen Grenze zu geschoben.

    Aber die Putin-Ära ist eine reine Katastrophe – eben nicht nur für Rußland, sondern auch für ein gesamtes freies Europa! Wenn man einen Fehler macht, ist das eine Sache, wenn man aber nicht aus Fehlern lernt, ist das eine andere. Seit beinahe einem ¼ Jahrhundert wurschtelt man in Moskau unbeirrbar auf einem nie durchdachten Weg vor sich hin.
    Bis heute(!) gibt es kein Konzept zur Staatwirtschaft. Kein Konzept zur Abwehr des Angriffs auf den russischen Kaukasus (hier hätte man doch nach dem Prinzip
    ‚tust du mir weh, tue ich dir auch weh‘ der US-Nato in Afghanistan, im Irak und eigentlich auch heutzutage im Libyen ganz erheblich ‚weh‘ tun können – z. B. tragbare Flugzeugabschuß-Raketen im Afghanistan an die Taliban verteilen).
    Auf den anbrandenden Zorn der Yankees hin hätte man anbieten können, die (ohnehin: geheimen, die also offiziell selbstverständlich stets abzustreiten gewesen wären) Waffenlieferungen an die Taliban oder an Gruppen im Irak usw. einzustellen, wenn die ja bereits „kriegsartig“ zu nennende Subversion im Kaukasus, Georgien, Zentralasien usw. ebenfalls eingestellt wird. Wenn die USA-Nato dazu nicht bereit gewesen wären, hätte man ohnehin schon einen richtigen Krieg – nur daß noch nicht direkt aufeinander geschossen würde.
    D. h. die kriecherische Anbiederung von Putin-Medwed-Lawrow an Die USA/Nato ist in Wahrheit nicht friedenswahrend sondern allein kriegstreiberisch.

    Auch könnte man im Irak längst kleine Molkereien, Wasserwerke, Lebensmittelfabriken und auch Getreide- und Lebensmittelspeicher oder Bewässerungsanlagen für die lokale Bauern errichten können. Damit würde man im Irak und Syrien den (US)Terroristen das Wasser abgraben.
    Aber das stinkend-faule Pack Putin-Medwedew-Lawrow möchte irgendwie nur ‚Dienst nach Vorschrift‘ machen. Richtig ARBEITEN (tschuldigung) will von denen keiner (für mich sind die irgendwie auch schlampige Deutsche)!

    • Jones2theBones

      Ist schon ok, Jörg.
      Ich kann dich da schon verstehen, und bin mit einem anderen Preußen befreundet, der erst einmal ähnlich denkt.

      Was Putin, Lawrow, etc angeht, so habe ich nicht vor sie zu verteidigen oder in guter oder schlechter Weise über Sie zu urteilen.

      Ich sage halt nur, dass es falsch ist, von RIAN oder anderen Nachrichtenagenturen ausgehend über sie zu urteilen. Ich kenne jemanden, der bei RIAN arbeitet, und habe ihn nach staatlicher Kontrolle gefragt. Von der habe er noch nichts gemerkt.

      Menschlich verständlich, vor allem angesichts dieses weltweiten Terrors, wo ich dein Entsetzen teile, ist auch, dass man nach Rettung schreit und auf eine härtere Gangart hofft. Allerdings können wir die Widerstände, und somit die Grenzen des Machbaren, als Außenstehende kaum beurteilen.
      Kommt hinzu, dass Russland de facto, bei teilweise überlegenem Militärgerät, aber geringerem Informationsniveau und geringerer Quantität, militärisch, wirtschaftlich und bevölkerungsmäßig schlicht ein Underdog ist, auch wenn es für die Größe seiner Bevölkerung sehr viel leistet, und auf manchen naturwissenschaftlichen Feldern einen Vorsprung seit Sowjetzeiten hat, den die USA seit deren Zusammenbruch trotz Diebstahl nur teilweise haben aufholen können.

      Was die Komplizenschaft angeht, so kann davon keine Rede sein, da Russland in vielfacher Hinsicht selbst Opfer ist. Und dass viele der russischen Offiziellen und die Medien rhetorisch ruhig und diszipliniert sind, wird auch der Tatsache geschuldet sein, dass es aufgrund der westlichen Medienübermacht eh keine Rolle hat, beziehungsweise sogar kontraproduktiv ist.

      Es ist desweiteren für die Russen von Vorteil, wenn die Amerikaner und Taliban sich gegenseitig aufzehren. Russland ist erst dabei in die Region zurückzukehren, die Taliban bedrohen die ehemaligen zentralasiatischen Sowjetrepubliken ebenso wie die russische Föderation selbst.
      Da Russland seit 2000 ein sehr starkes Comeback hingelegt hat und sogar noch Steigerungspotenzial hat, lässt hoffen. Schön zu sehen, dass Russland umso außenpolitisch aktiver wurde, umso mehr sie wirtschaftlich und militärisch wieder zur alten Macht zurückgekehrt sind.

      Auf der anderen Seite stoßen die Westler mit ihrer Luftblase schon lange an ihrer Grenze. Große Hoffnungen, aber noch größere Befürchtungen hege ich mit Hinblick auf das Platzen dieser Blase.
      Möglich, dass die Amerikaner sogar eher zu einem Atomkrieg bereit wären, als ihren Status als Hegemonialmacht aufzugeben.

      • jowi

        Volle Zustimmung, J2B!

  • Feti

    Der wiederstand ist gross das spüren wir nicht aber der Ami.
    Der sucht nur ein grund um zu stänkern,die gehen irgend wo rein und kommen da nicht raus oder schwer.
    http://german.irib.ir/component/k2/item/254733-warum-man-jetzt-aus-us-werten-aussteigen-sollte

  • Jones2theBones

    Der illegitime Innenminister, Arseniy Awakow, hat kein Problem damit, dass die Strolche mit Natrium-Molotow-Cocktails & Armeewaffen die Vereinbarung brechen und ihre Waffen behalten und damit weiterhin das Land terrorisieren, aber dass einige Einheiten des eben erst aufgelösten Berkut ihre Waffen nicht abgeben wollen und sich in die Krim zurückgezogen haben, wo die Bürger ihnen einen triumphalen Empfang bereitet haben, geht mal gar nicht!

    Was tun also?
    Die Spezialeinheit Alfa fragen!
    Dumm nur, dass sie zwar elitärer sind als die Berkuts, aber wie sie auch aus der Armee rekrutiert werden, und deshalb es abgelehnt haben, gegen ihre eigenen Kameraden vorzugehen.
    So lange die Armee sich ebenfalls raushält, wovon auszugehen ist, steht der Marionettenregierung also kein institutionelles Mittel zur Exekutive zur Verfügung, sondern nur ihre Schlägerbanden.

    Quelle: Новости Севастополя, Киевские спецподразделения отказались разоружать крымский «Беркут».

    Der Fraktionschef der russischen Partei Sergei Mironow hat vorgeschlagen, die nun arbeitslosen Berkutmitglieder in den russischen Dienst aufzunehmen und ihnen nach 6 Monaten die russische Staatsbürgerschaft zu verleihen.

    Im ganzen Osten und Südosten kommt es zu Demonstrationen gegen die Banditen, statt polnischer, georgischer und EU-Flaggen wehen dort neben der ukrainischen Flaggen auch die russischen.

    ~~~~~~~~~~~~~

    Enis, ich dachte ich konnte das immer, aber erst jetzt kann ich dich so richtig nachvollziehen (glaube ich… mal wieder). Es ist was ganz anderes wenn man selbst Leute kennt, die vor Ort sind und außer Empörung auch eine persönliche Bindung an das Land hat.

  • Tunguska

    Ja jetzt kann ich das auch nachvollziehen. Meine Opa war beim Militär in der Ukraine und meine Mutter ist dort aufgewachsen. Meine Mutter fährt auch mehrmals im Jahr in verschieden Ukrainische Klöster und wollte eig im Frühjahr wieder hin was ich ihr Gott sei dank ausreden konnte! Es ist wirklich furchtbar das alles mit an zu sehen.

    Grad bei Ria entdeckt…

    http://de.ria.ru/security_and_military/20140225/267920592.html

    • Jones2theBones

      Habe ich im russischen ebenfalls schon gesehen.
      Ob das passieren wird, ist die Frage.
      Der Widerstand würde sich aber wohl kaum auf die 300.000 Männer beschränken, sondern wohl den gesamten Süden und Osten der Ukraine erfassen und eine russische Intervention wahrscheinlich machen.

      Wir wissen alle, was passieren würde, wenn Russland seine Atombomben gen Himmel schickt. Niemand will das. Die Russen nicht, die Amerikaner nicht, die Briten auch nicht. Aber so nah wie man uns an die Kronjuwelen fühlt, braucht der Kreml kaum noch zu bluffen.

      • Nur ein kurzer Einwurf… von irgendeiner Form des organisierten Widerstands gegen die Nazis in Kiew ist nirgends im Süden und Osten der Ukraine irgend etwas zu verspüren. Ansatzweise auf der Krim. Aber nur ansatzweise. Die diversen Gouverneure und Bürgermeister haben kapituliert oder lavieren – immer um ihre eigenen Privatinteressen. Wenn sich die Leute nicht selbst organisieren, gibt es auch niemanden, dem man (sagen wir, von Russland aus) helfen kann.

        Leider keine allzu rosigen Aussichten also.

        • Reisender

          Sofort zu handeln ist ja nur notwendig, falls es später dazu keine Möglichkeit mehr gibt. So kann doch abgewartet werden, wie sich die Sache jetzt entwickelt. Falls die Nazis mordend durch die Lande ziehen, wird sich da sehr schnell was entwickeln. Falls einfach ein paar andere Menschen an den Trögen sitzten wird gar nichts passieren.
          Die Frage ist ja, wer ist derzeit in der Lage, neue Kredite zu organisieren bzw. Finanzhilfen einzusammeln. Mit den derzeitigen Problem und so unterschiedlichen Erwartungen der Bevölkerung ist ein scheitern doch vorprogrammiert. Darum kann man sich auch zurück lehnen und die anderen scheitern lassen. Die „Opposition“ war vereint, als sie noch einen Gegner hatten. Falls es jetzt einen Gegener im Osten/Süden gebe, würden sie sich wieder vereinen. Doch wenn es keinen Feind gibt ist die Chance, dass sie sich untereinander verstreiten, sehr gegeben.

        • Jones2theBones

          http://youtu.be/Bi2xENWxND0?t=2m32s

          Militärisch vorbereiteten Widerstand gibt es bislang nur auf der Krim, das stimmt. Dort aber teilweise heftigen, wie in Sevastopol, wo sie einen neuen Bürgermeister gewählt haben, und wo die sich schon selbst bewaffnen (den Youtubelink habe ich entsprechend an die Zeitvorgabe angepasst).

          In den anderen Städten gibt es massive Gegendemonstrationen.

          Der Widerstand im Süden und Osten ist nicht aus dem Ausland organisiert, daher kann das auch nicht so einfach sein. Es gibt keine Anführer und Hintermänner, die die Richtung vorgeben.
          Dass die Leute von der politischen Kaste verraten wurden, ist ebenfalls Fakt, auch deshalb, weil einige Abgeordnete ihrer eigenen Regionen ebenfalls übergelaufen sind, und das gegen den Willen ihrer Bevölkerung, und ob da Erpressung oder Bestechung die Ursache war, spielt erst einmal keine Rolle.
          Solche „Revolutionen“ wurden noch nie an einem Tag erbaut.

          Und ja, es sieht nicht rosig aus, aber es gibt die Hoffnung und die Chance, dass der Süden und Osten sich zu einem eigenständigen Landesteil bildet und mehr Rechte sich rausholt.

        • Tunguska

          Man diese Sendung hab ich gestern die ganze Zeit gesucht… JTB wo läuft die den immer? Auf Rossija 1 nicht oder?

        • Jones2theBones

          Der Sender heißt РОССИЯ HD und gehört zur Familie der „РОССИЯ“-Staatssender, von dem her gut möglich dass es auch auf Rossiya 1 lief.

          Die Homepage von Rossiya HD ist hier:
          http://russiahd.tv/

          Was aber dir wirklich von Interesse sein dürfte, ist die Seite
          http://www.vesti.ru
          Das ist die die die Nachrichten zusammenfasst. Meiner Erinnerung nach hieß der Sender früher auch so.
          Bezeichnenderweise finden sich im Header momentan 3 Themen:
          Sochi, Ukraine & Syrien.

        • Tunguska

          Danke für die Info JtB!

          Dann muss das bei mir wohl unter РОССИЯ24 laufen..
          Hab eine TV Box von Kartina.tv und da zeigen bei mir РОССИЯ1 und РОССИЯHD das gleiche Programm…

        • Jones2theBones

          Achso, auf dem Fernseher jetzt?
          Ja, ich glaube das ist wie beim ARD, ZDF & ARTE auch, die haben auch jeweils eine HD-Version.
          Ist ja sehr leicht solche Sendungen zu verpassen, man hängt ja nicht 24/7 dran.

        • Tunguska

          Ja auf dem Fernseher…
          Lohnt sich auf alle Fälle, ist günstiger als GEZ und es wird alles glaube für 2 Wochen aufgenommen. Habe es leider noch nicht so lange u weiß noch nicht genau wo was wann läuft.

      • Tunguska

        Ich würde das auch gerne bezweifeln…Und hoffe natürlich das es nicht so kommen wird, nur nach dem was alles Passiert ist kann man fast nichts mehr ausschließen…
        Hast du Informationen darüber wie es mit der Polizei und der Armee im Süden und Osten aussieht? Auf welche Befehle hört man zur Zeit?