Guerilla an der Macht

Die Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich. Nicht mehr täglich, sondern bereits stündlich kommt es zu wesentlichen Veränderungen. Aus dem Neusten: der neue Interims-Innenminister Awakow ließ mitteilen, dass Vertreter des „Rechten Sektors“ und der „Nationalen Selbstverteidigung“ an der Führung des Innenministeriums beteiligt werden.

"Die Ukraine ist Europa!" - Demokraten von der "Swoboda"

Ab sofort ganz offiziell die neuen Sicherheitskräfte der Ukraine.

Wahrscheinlich ist diese Entscheidung der Not geschuldet, aber selbst in diesem Fall braucht man sich keine Illusionen über die Loyalität der Polizei und der Sicherheitskräfte im Osten und Süden zu machen – man kann in solch kurzer Zeit schon rein psychologisch nicht dazu bereit sein, plötzlich jene zu Chefs zu haben, welche noch am Vortag mit Gewalt und Terror gegen die eigenen Kameraden vorgegangen sind.

In unserer Sprache heißt das: in der Ukraine kommt die Führungsebene von Nazi-Guerilla an die Spitze eines staatlichen Gewaltorgans. In der Sprache, sagen wir, der Syrer, lautete eine Analogie: Al-Nusra-Front und FSA übernehmen wichtige Posten im syrischen Innenministerium.

Der Not geschuldet mag diese Entscheidung sein, weil es sonst gar keine funktionierenden Ordnungskräfte in Kiew und im Westen des Landes gibt. Doch letztlich wird dazu die strukturelle Grundlage für den aufziehenden Bürgerkrieg geschaffen: die Nazi-Guerilla verfügt damit auf vollkommen „legaler“ Grundlage über sämtliche Ressourcen des Innenministeriums, also auch über Waffen und Militärtechnik, bekommt Humanressourcen und Finanzierung.

Wohin die „legalen Guerilla“ vom „Rechten Sektor“ sich gleich aufmachen werden, sobald sie einmal offiziell zu Sicherheitskräften geadelt worden sind, kann man sich auch denken: sie werden „die Ordnung“ in den Provinzen herstellen, einschließlich in den östlichen und südlichen. Es ist dringend geraten, dass diese Provinzen sich untereinander und ihre Verteidigung organisieren.

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