Erlass Nummer 90

Erlaß des Präsidenten der Ukraine Nr. 90/2014 vom 27. Februar 2014

Am 22. und 23. Februar ist es in der Ukraine zu einem gewaltsamen Putsch gekommen, in dessen Verlauf bewaffnete Banden vom Nazi-Typus mit militärischer und politischer Unterstützung ausländischer Mächte zentrale Staatsorgane in der Hauptstadt des Landes, Kiew, sowie eine Reihe von Provinzverwaltungen im Westen des Landes besetzt haben.

Ein Teil der politischen Kräfte der Ukraine entpuppte sich als Volksverräter und Kollaborateure, indem sie mit den faschistischen Brigaden, welche die Regierungsgewalt in der Hauptstadt an sich brachten, kooperierten, um auf diese Weise eine Marionettenregierung heranzubilden, die gänzlich von den äußeren Sponsoren dieses gewaltsamen Putschs abhängig wäre, insbesondere von den Vereinigten Staaten von Amerika und NATO-Ländern, darunter insbesondere Deutschland und Polen. Die faschistoiden Banden haben Mitarbeiter der Präsidialadministration aus Kiew vertrieben, die Rada [das Parlament] eingenommen und begannen mit Repressalien gegen Abgeordnete, die den Putsch nicht unterstützen – bis hin zu Prügeleien, Verschleppungen, Brandstiftung an deren Wohnhäusern und Gewaltandrohung gegenüber ihren Familien. Im Zusammenhang mit alledem ist die weitere Arbeit der verfassungsgemäßen Machtorgane in Kiew aufgrund der Gewalt [wörtl. “aus Gründen militärischer Art”] nicht mehr möglich.

Zum Kaschieren der Ziele des Staatsstreichs haben dessen Protagonisten das “Abkommen über die Beilegung der Krise in der Ukraine” vom 21. Februar 2014 mißbraucht, in welchem sie gemeinsam mit mir “die Absicht der Bildung einer Koalition und der Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit innerhalb von 10 Tagen” erklärt haben, mit Frist bis zum ersten März. Dieses Abkommen wurde von den Außenministern Frankreichs, Deutschlands und Polens mit unterzeichnet; selbige haben im weiteren Verlauf nicht nur die ihnen auferlegten Pflichten als Garanten dieses Abkommens verletzt, sondern waren auch unmittelbar an Ermunterungen zum Staatsstreich in der Ukraine beteiligt.

Somit verbleibt der Präsident der Ukraine die einzige Partei dieses Abkommens, welche die ihr auferlegten Verpflichtungen genauestens und in vollem Umfang erfüllt hat. Im Zusammenhang mit der ablaufenden, im Abkommen vom 21. Februar gesetzten Frist zur Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit der Ukraine und den Versuchen eines Teils der Putschisten, eine eigene, illegitime Marionettenregierung in Kiew zu installieren, ordne ich die folgenden Maßnahmen der legitimen ukrainischen Staatsmacht zur Wiederherstellung der verfassungsgemäßen Ordnung an:”

Und nun aber nur eine kurze Zusammenfassung dessen, was noch folgte:

  1. Die Absetzung des Premierministers Asarow vom 28. Januar 2014 wird rückgängig gemacht. Das Ministerkabinett, Ministerial- und Amtsleiter werden an einen anderen Ort als Kiew berufen, um von dort aus die Arbeit der legitimen ukrainischen Regierung fortzusetzen.
  2. Das Hauptquartier des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte wird nach Sewastopol verlegt.
  3. Polizei und Sondereinheiten der Polizei gehen in “Militärmodus” (Unterstellung unter das Militärkommando) über. Den jeweiligen Polizeikommandos werden 24 Stunden Zeit gegeben, sich mit dem Hauptquartier in Sewastopol in Verbindung zu setzen. Wer das nicht tut, gilt als Verräter und wird abgesetzt und festgenommen.
  4. Staaten, die ihre diplomatischen Beziehungen mit der Ukraine fortzusetzen wünschen, haben ihre Militärattaches zur Kontaktaufnahme mit der legitimen Regierung nach Sewastopol zu senden.
  5. Das Außenministerium und die ukrainische Nationalbank werden nach Sewastopol verlegt.
  6. Alle verfassungstreuen Abgeordneten der Rada werden zu einer außerordentlichen Parlamentssitzung am 3. März nach Sewastopol geladen.
Gestern vor dem Parlament der Krim in Sewastopol

Gestern vor dem Parlament der Krim in Sewastopol

Es gibt noch eine Chance, dass dieser Erlass nicht echt ist. Er tauchte am Morgen des 27. Februar auf und wurde später, durch Janukowitschs Wortmeldung aus Russland, indirekt in seiner Echtheit bestätigt. Auch der Chef des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Jewgenij Martschuk, bestätigt – rein inhaltlich – die Authentizität. Freilich gibt es auch Fakten, die dagegen sprechen: einen vollkommen anderslautenden Erlaß Nummer 90 vom 21.02.2014 – der letzte in der Zeit, in der Janukowitsch noch in Kiew war – gibt es auf der Webseite des ukrainischen Präsidenten, Jemand “aus dem Umkreis” von Janukowitsch habe diesen Text ebenso als “Fälschung” bezeichnet. Wahrscheinlich muss man die morgige Pressekonferenz Janukowitschs abwarten, um die Sache klarzustellen.

Dieser Erlass, so er echt ist, würde die Karten vollkommen neu auslegen: die legitime Staatsmacht befindet sich demnach auf der Krim. “Abspalten” wird sich folglich nicht die Krim, sondern potentiell der Rest der Ukraine. Rechtsnachfolger der Ukraine, Ansprechpartner z.B. für Russland wäre nach einer möglichen Spaltung also die Krim. Das ist schon etwas anderes als “Separatismus”, “Okkupation” oder auch nur “Einmischung” durch Russland. Gewieft, ob Fälschung oder nicht.

Russland kann damit in jedem Fall sein Gesicht wahren, auf der Krim befindet sich ja nicht allein “der flüchtige Janukowitsch”, sondern sie gesamte legitime Regierung der Ukraine. Janukowitsch tritt später ab und kommt niemandem mehr ins Gehege.

Da die Putschisten aber inzwischen auch ihre “Regierung” vorgestellt haben, kommt es im Bereich der Tatsachen aber zu einer Doppelherrschaft. Jazenjuk wurde von der durch Gewalt bedrohten Rada zum Premier ernannt. In der Sicht Janukowitschs illegitim.

Das Problem ist indes, dass keine der beiden Seiten auf wirkliche Macht zurückgreifen kann, um sich selbst Nachdruck zu verleihen – hinter den Putschisten stehen die Randalierer vom Maidan und die Terrorbrigaden des “Rechten Sektors”, gegen sich (aber durchaus nicht “pro Janukowitsch”) stehen die sich heranbildenden Bürgerwehren auf der Krim. Für die Putschisten arbeiten die Strukturen der SBU, die vorgestern eigens zu diesem Zweck noch einmal gründlich bereinigt worden sind. Die Polizei untersteht formal den Putschisten, aber deren Loyalität kann derzeit gut und gern in Frage gestellt werden. Die Entmachtung Janukowitschs erfolgte unter einer derartigen Mißachtung jeglicher Gesetze und Regeln, dass eine bedingungslose Loyalität gegenüber den Terrorbrigaden, Verrätern und Rebellenbanden schon noch Folgen in der Zukunft haben kann.

Wichtiger ist aber, das Russland sein äußerstes Mißfallen zu den Vorgängen in Kiew äußert, immer schärfere Töne anschlägt und das auch mit Taten unterstreicht. Es ist dabei wenig wahrscheinlich, das russische Truppen irgendwo einrücken, maximal noch mit Ausnahme der Sicherung von besonders gefährlichen Objekten wie etwa Waffenlagern, Atomkraftwerken und so weiter; das Problem der Putschisten wird aber zunehmend die Krim, die zum Zentrum des Widerstands gegen sie heranreift. Die entsprechenden Strukturen entstehen, ebenso auch rechtliche Grundlagen. Das Referendum, das für Ende Mai angesetzt ist, hat bislang noch keine eindeutig formulierte Fragestellung, aber es ist schon jetzt klar, dass selbst die geschmeidigste, dort zur Volksabstimmung vorgelegte Fragestellung, sollte sie von den Menschen der Krim unterstützt werden, auf einen Konflikt mit der Junta in Kiew hinausläuft. Können die Kiewer Putschisten der “rebellierenden” Krim nicht Einhalt gebieten, so bekennen sie damit vor aller Welt ihre Ohnmacht. Der Versuch einer gewaltsamen Lösung hat kaum Perspektiven – ganz offenbar steht Russland hinter der Region. Abzusehen ist auch, dass es einige (sicher nicht alle) Regionen im Südosten der Krim gleich tun werden. Mit einer solchen sich abzeichnenden Front kann es das geputschte Kiew nicht aufnehmen. Bestenfalls wären noch “Strafexpeditionen” von Guerillaeinheiten des “Rechten Sektors” und anderer gewaltbereiter Banden denkbar.

"Russische Einmischung" auf der Krim, 27.02.2014

“Russische Einmischung” auf der Krim, 27.02.2014

In einer solch netten Konstellation muss Russland nicht unmittelbar aktiv werden, sondern kann sich, vielleicht ähnlich wie in Syrien, darauf beschränken, den Westen an einer direkten Einmischung zu hindern. Die Putschisten in Kiew werden keine gesamtukrainischen Wahlen durchführen können und haben folglich keine Möglichkeit, sich als ukrainische Regierung zu legitimieren. Sie bleiben Usurpatoren, denen es schwer fallen wird, die Gesamtheit der Gewaltstrukturen – Armee, Polizei, Geheimdienste – auf ihre Seite zu bringen. Schon klar, dass die EU Jazenjuk ganz fix als Premier anerkannt hat; aber Janukowitsch ist immer noch Präsident, was man nicht von der Hand weisen kann.

Bestenfalls spalten sich die Gewaltstrukturen, und nicht zu vergessen ist, dass die Putschistenregierung ja “nebenher” noch wirtschaften muss. “Katastrophal” ist dabei ein viel zu milder Begriff für die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Ukraine.

Die Gefahr einer weiteren Entwicklung nach syrischem Szenario, bei dem mächtigere auswärtige Interessenten die verfeindeten Gruppierungen durch Versorgung auch mit Waffen unterstützen, besteht derweil immer noch. Tritt ein solches Szenario ein, so bedeutet das, dass die Ukraine sehr schnell zu der einen oder anderen Version eines schon “heißen” Konflikts übergeht. Die momentan einzig richtige Variante scheint demnach eine schnelle Konsolidierung der Kräfte zu sein und der Versuch, das Putsch-Problem möglichst schnell zu bereinigen. Selbst, wenn das “irgendwessen” Blut kostet, denn wenn das in naher Zeit nicht gelingt, wird es umso mehr Blut und Gewalt geben. Syrien haben wir alle noch vor Augen.

 

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  • Snackbarian

    ‘Tritt ein solches Szenario ein, so bedeutet das, dass die Ukraine sehr schnell zu der einen oder anderen Version eines schon “heißen” Konflikts übergeht.’

    Deswegen wohl gibt es diese Drills der russischen Armee. Schoigu mag sagen was er sagen muss, aber im Endeffekt sind diese Drills beängstigend:
    120.000 Armeeangehörige, 90 Kampfflugzeuge, 120 Helikopter und 80 Schiffe (!!!).

    Sotschi ist vorbei. Eine neue Zeit bricht an. Ein neues russisches Imperium steht am Anfang. Bald, wenn die Oligarchen ihre endgültige Strafe bekommen…

    • Snackbarian

      Nachtrag: und 900 Panzer.

    • Tommy Rasmussen

      “Snackbarian: ‘Tritt ein solches Szenario ein, so bedeutet das, dass die Ukraine sehr schnell zu der einen oder anderen Version eines schon “heißen” Konflikts übergeht.’

      09.02.2014 – Die Zentralbank Russland´s gehört nicht Russland sondern dem Federal Reserve Board(!!!) – Das Zentralbanksystem aus russischer Sicht – Vortrag von Nikolai Starikov (16:33 Min.)
      http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=umy5eTD8KFk
      http://www.politaia.org/geschichte-hidden-history/das-zentralbanksystem-aus-russischer-sicht-nikolai-starikov/
      .
      Man schafft eine Situation (These), welche unbefriedigend ist und entwickelt eine Lösung (Antithese), um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (Synthese):
      .
      Wenn es zu Unruhen kommt, so bedeutet das, daß wir das Bedürfnis hatten, sie hervorzurufen, um eine allzu große Einigkeit zu zerstören. Kommt es zu irgend einer Verschwörung, so wird das Haupt derselben niemand anderer sein, als einer unserer treuesten Diener….. Der Weltherrscher aus dem heiligen Samen Davids, die Säule der Menschheit, muß alle seine persönlichen Neigungen dem Wohle seines Volkes opfern.
      http://euro-med.dk/?p=28242#comments
      .
      Was meinen Sie, wie käme ein Erlöser an, welcher nicht von der Wall Street stammt, sich sogar lautstark gegen die Elite stemmt und sich für Frieden sowie Kampf dem Hunger weltweit einsetzt? Ein Mann, der die Massen auf seine Seite bringt, indem er angibt, selbst einer von ihnen zu sein, der die Ziele und Wünsche der Aufklärer vertritt und tatsächlich Dinge verändern will, von denen viele Wahrheitskämpfer bislang nur träumen konnten. Nun, ein wirklich raffinierter Plan. Schade nur, dass es lediglich eine Idee ist und nicht tatsächlich geschieht. Oder? Was halten Sie denn davon?:
      .
      Als dann der 50. Jahrestag der Balfour-Deklaration ins Land rückte, um die Halbzeit vor Ablauf des messianischen „Countdowns“ einzuläuten, da hielt im Mai 1967 der Sohn des ersten Chefrabbis unter britischem Mandat, Rabbi Zvi J. H. Kook, unter den mystischen Chassiden von Merkaz Harav eine kriegshetzerische Rede, in der er betonte, die Juden müßten die „heiligen“ Städte Hebron und Nablus erobern. Vier Wochen darauf besetzten israelische Truppen in dem von Tel Aviv vom Zaun gebrochenen „Sechs-Tage-Krieg“ die Golanhöhen, den Gazastreifen, das Westjordanland, die Sinaihalbinsel und den arabischen Ostteil Jerusalem mitsamt der Altstadt.
      .
      ( “die Halbzeit vor Ablauf des messianischen „Countdowns“ einzuläuten…Mai 1967″ – Also Messias Ben David soll 2017 “erscheinen” ? )
      .
      1949 – Ben Gurion: “Jerusalem ist nicht nur die Hauptstadt Israels und des Weltjudentums, sie wird nach den Worten der Propheten auch die geistige Hauptstadt der ganzen Welt werden.” –
      http://de.scribd.com/doc/31437844/Eggert-Wolfgang-Israels-Geheimvatikan-als-Vollstrecker-biblischer-Prophetie-Im-Namen-Gottes-3

      12.08.2005 – REUTERS – Terrorismus: Al-Qaidas Agenda 2020 – … zwischen 2010 und 2013, wird es darum gehen, den Sturz der verhassten arabischen Regierungen zu erreichen. Es soll zwischen 2013 und 2016, gelingen, einen islamischen Staat auszurufen – und zwar ein Kalifat. Die sechste Phase, beginnend 2016, sieht die “totale Konfrontation” vor, wobei der Krieg nicht länger als zwei Jahre dauern soll.
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/terrorismus-al-qaidas-agenda-2020-a-369328.html

      29.05.2012 – Schiiten glauben, dass ihr 12. Imam, der Mahdi, am Ende der Zeiten wieder erscheinen, alle Ungläubigen töten und die Flagge des Islam in allen vier Ecken der Welt hissen werde. Der Mahdi werde erst wieder erscheinen, so glauben Schiiten, wenn Israel zerstört und die USA in die Knie gezwungen werden, 2/3 der Weltbevölkerung werden in einem Schlagabtausch sterben, und indem dieses Chaos und diese Verwüstung die Erde verschlingen, werde sich das “Kommen” entfalten.
      http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=WwiadYT-N9k
      http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2012/05/29/iran-unterwerfung-unter-die-nwo-oder-vorbereitung-auf-seine-letzten-6-monate/
      http://www.wnd.com/2012/04/iran-preparing-for-the-last-six-months/
      http://euro-med.dk/?p=26743

  • triangolum

    Nun, die Zeit der “Ruhe” und des “Untertauchens” wurden sehr gut genutzt.
    Es wurde schon deutlich als der “Putschisten Premier” da sagte es seien nur 350.000 Euro auf der Staatsbank. Da war mir schon klar das hier alles abgeschlossen war von der amtierenden Staatsmacht in Abwesenheit.

    Nun spielt Russland das völkerrechtlich einzig legale und damit richtige Spiel. Bringe den in einer freien Wahl gewählten Präsidenten des Landes in Sicherheit, gebe ihm völkerrechtlich Rückendeckung, lass diesen der Erlass machen und nun handle so das viele Staaten zu dem gewählten und legitimen Präsidenten stehen.

    Wie schon richtig erkannt ist die Hauptstadt verlegt auf die Krim und alle welche dort sich für die legitime Präsidentschaft einfinden handeln im Recht und damit völkerrechtlich auf der richtigen Seite.

    Natürlich muss sich ein jeder Ukrainer nun die frage stellen wohin er gehört. Das muss die Armee, die Geheimdienste, die Polizei aber besonders auch die Beamten Kaste usw. machen.

    Zudem können die Staaten, auch Russland, wie der Iran ganz sauber mit Syrien, Hilfe leisten. Egal in welcher Form auch immer. Alleine die Tatsache das die Kredite Russlands an die Krim gehen und damit die Beamten bezahlt werden können ist eines der stärksten mittel.

    Natürlich können die Staaten welche diesen erneuten terroristischen Putsch unterstützen Milliarden aufwenden um gegen zuhalten. Nur diesmal wird Russland nicht still halten wenn das auf einen blutigen Bürgerkrieg hinaus läuft. Diesmal wird es sich auf die Legitimität des Präsidenten berufen und mit anderen Staaten im Verbund handeln.

    Die Frage ist nun ob ein Herr Junker genau dieses Szenario meinte als er 2014 mit 1914 verglichen hat.

    Es ist nur noch eine Frage der zeit bis sich nicht nur Ukrainer entscheiden müssen wer wo steht. Wenn die NATO welche kein politisches Mandat hat meint politischen Druck weiter Aufzubauen und so zu handeln wie eine politische Kraft und nun auch noch meint die Ukraine und die Putsch Regierung zu unterstützen ist es in einem möglichen bewaffneten Bürgerkrieg in der Ukraine nicht mehr weit bis zur Konfrontation direkt mit Russland.

    Auch ist die Frage ob die USA hier genau solch ein Szenario wollte um eventuell im Zuge dessen woanders klar Schiff zu machen da Russland gebunden ist.

    Ich wäre nicht verwundert wenn im Süden Syriens es zu direkten Kampfhandlungen der SAA mit regulären US +x Kampfeinheiten kommen wird unter dem Vorwand des “humanitären Korridors” zu dem Kessel von Damaskus.

    “Russland” ist das wirkliche Ziel”… erinnert Euch an den Artikel hier.
    Wer so vorgeht wie die NATO und die genannten Länder schreckt vor nichts mehr zurück.

    Trotz allem ist der Erlass das einzig richtige. Russland spielt das Spiel des Völkerrechts was kein Spiel sondern der letzte Akt dessen ist. Setzt es sich jetzt damit nicht durch ist das Völkerrecht nicht nur praktisch sondern auch theoretisch Geschichte. Dann beginnt der einzig letzte Akt und diesen kennen wir. Wir hatten diesen schon einmal mit dem Völkerbund.

    Und die frage ist dann… auf welcher Seite ich, Du… wir stehen werden.

    • Spion Stirlitz

      Lieber triangolum,

      Deinen Ausführungen ist kaum noch etwas zu ergänzen.

      Ich begreife immer noch nicht, wie es die USA schaffen weitab Ihrer Grenzen einen Putsch zu organisierien, während Russland vor der Haustür, in Ihrem ureigenen Kernland (selbe Kultur, Geschichte, Verknüpfungen in allen Ebenen – Wirtschaft, Wissenschaft, ..) es nicht schafft mit Couterinsurgency zu agieren. Das kann doch nicht nur an den finanziellen Mitteln der Amerikaner liegen. Wahrscheinlich ist eine gewisse russische Phlegmasie und Schlendrian mitschuldig, daß man nicht rechtzeitig die Gefahr erkannt hat.

      Es ist doch nicht zu verstehen, wie es die Agenten des Imperiums immer wieder schaffen in aller Herren Länder subversiv über Jahre bewaffnete Söldnerheere zu rekrutieren, während Russland nicht mal es schafft die russische Bevölkerung vor der Haustür zu bewaffnen oder politisch zu mobilisieren.

      Ein militärisches Eingreifen Russlands ist doch genau das, was man sich aus Sicht Washingtons wünscht – “da schaut, so ist er der russische Bär, gefährlich und aggressiv, wir müssen militärisch dagegen angehen, alle in die NATO aufnehmen, usw., usw.”
      PR mäßig hat Russland jetzt schon verloren, egal was Putin jetzt macht.

      Wie es von J2B formuliert wurde – Medienmacht, Finanzspielregelen, Vernetzung, bessere Geheimdienste, Planungen für Jahrzehnte im voraus, … alles subtiler und effektiver bei den Amerikanern.

      Meine Befürchtung: Russland wird am Ende verlieren. Nächstes Jahr gehen die Unruhen in Moskau, St. Petersburg, … los. Die Wühlarbeit wurde schon vor Jahren geleistet, wahrscheinlich wurden schon Generäle, Polizeichefs, Oligarchen, …korrumpiert. Es wird meiner Einschätzung nach synchronisiert an allen Fronten losgehen (Kaukasus, Zentralasien, …). Und die Russen sind ähnlich gut aufgestellt wie zu Zeiten des Unternehmens Barbarossa.

      Für Russland ist heute der 21.06.1941 – ob diesmal aber der Winter hilft glaube ich nicht. Die USA sind viel intelligenter als das OKW.

      • der alte Umpitz

        Russland wird nicht verlieren! Putin hat die “bewaffneten Organe”, vor allem aber den Geheimdienst, hinter sich und den NGO´s bereits Zügel angelegt. Beides hatte Janukowitsch sträflich vernachlässigt.
        Wie die Dinge sich weiter entwickeln werden ist im Detail natürlich nicht vorauszusagen, aber zwei Linien verdienen durchaus Beachtung.

        1. Das Verhältnis der Radikalinskis zu Polen und somit auch zur EU.

        Nur zur Erinnerung: Der Pole hatte sich im letzten Jahrhundert einen hübschen Bissen aus der Ukraine herausgerissen und dies hat man in sog. “Nationalen Kreisen” in der Ukraine bis heute nicht vergessen. Nicht umsonst sass der Pole neben Fränkie Steinmeier bei Janukowitsch mit am Tisch. Das schlechte Gewissen (wenn es denn überhaupt eines gibt) und die scheissernde Angst des Polen, dass gerade diese sog. “Nationanlen Kreise” jetzt (eventuell auch mit Gewalt) ihr Land zurückfordern ist gewaltig. Wie will die EU/USA diesen Spagat der Interessen meistern ohne eine der beiden Seiten zu verprellen?

        2. Die finazielle desaströse Situation

        Russland stand bisher für viele Ukrainer als Garant für eine “warme Wohnung” und halbwegs auch für Stabilität. Sie Einwohner haben auch nicht vergessen was die “Goldhaarbekränzte Julie” noch so nebenbei verzapft hat. Wenn jetzt Kolja die Kredite streicht und zukünftig das Öl zum Weltmarktpreis eingeführt werden muss, ist abzusehen, dass der Otto-Normal-Ukrainer ganz schnell aufwacht. Die EU/USA kann die Wirtschaft der Ukraine nicht retten. Die Heinis in Brüssel haben schon Schwierigkeiten ihren eigenen Laden vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Es steht zu vermuten, dass diese Gierhälse mit der Ukraine einen viel zu grossen Brocken viel zu gierig verschluckt haben. Dieser könnte ihr übel aufstossen.

        Putin braucht sich nur zurücklehnen. Die USA haben sowohl wirtschaftlich wie auch militärisch einfach zu viele Baustellen um auch nur DROHEN zu können. Und zur Not ist auch noch China da. Jegliche “militärischen Träume” der Schalomskis in der Ukraine sind absolut unreal.

        …ist schon ein cleveres Kerlchen dieser Wladimir.

        • Nobilitatis

          “Der Pole hatte sich im letzten Jahrhundert einen hübschen Bissen aus der Ukraine herausgerissen” Diese Aussage ist ahistorisch.

        • ISKANDER

          @umpitz: Treffender kann es kaum gesagt werden :-)

        • Walter Mandl

          @Umpitz
          Brüderchen, Du gießt Öl in meine Seele! Und nun, da der Luftraum über Simferopol bis heute Abend für den zivilen Luftverkehr gesperrt ist steigt die Sonne um 04.18 über den Horizont!
          Diese verdammten Lügner in Kiev mit ihren Auftraggebern aus der EU und den unwerten Staaten von Amerika! Drohen vor militärischer Gewalt. Es wird keine Gewalt geben, es wird eine saubere und geordnete militärische Sicherung geben! Ohne brennende Reifen und einem mordenden Mob!
          Selten zuvor hab ich mein Mütterchen so geliebt wie an diesem frühen Morgen!

      • knechtrechtruppig

        Stirlitz & Mueller.
        Ja die alten Muster passen doch immer noch am besten.
        Wobei ich bezweifle das dieser subtile Humor auf Verständnis trifft.

        Alles durchaus zutreffend, jedoch ein Fakt bleibt.
        Unsere anglo/amerikanischen “Freunde” samt ihren Schaloms mit Banksters und allen noch so ausgeklügelten Methoden eskalieren die Lage Europas.
        Da Russland auch in Asien was zu verlieren hat ist der Konflikt eine Frage der Abwägung.
        Ich tippe eher auf das Asische Szenario.
        Mit China undXXX Intressenverbündeten.
        Nicht umsonst verlagert Uncle SAM seit geraumer Zeit seine Kräfte in diesen Raum.
        Aus einem atlantischen Bündnis IST doch jetzt eher eine NATO Krabbelgruppe geworden.
        Und wie man weiß müssen “Kinder” beschäftigt werden.
        Genau dafür sorgt gerade unser “Freund” letzter verbliebener Global Player.
        Wer aber überall zugegen sein muss um seine Intressen durchzusetzen …..brennt aus.
        Genau das ist doch in den USA der Fall.
        Nicht mal mehr ein Schatten der alten Zeit ist noch verblieben.
        Einzig die militärische Option ist noch verblieben.

      • kubanka

        Ob das OKW nun dümmer als die “USA” war, kann ich nicht beurteilen.
        Aber der sowjetische Spion im OKW, Decknahme “Werther” hatte damals ganze Arbeit geleistet.
        Pierre Ouest, “Moskau wusste alles”

    • Comrade John

      Wer ehrlich zu sich selbst sein u. nicht irgendwelchen Hoffnungen verfallen will, aus denen er persönlich bestenfalls vorübergehend positive Emotionen ziehen kann, die seine Lebenswirklichkeit aber nicht ändern und sich bald verflüchtigen werden – der sollte niemandes Partei ergreifen, den er gar nicht kennt und von dem er nicht sicher ist, dass der umgekehrt für ihn Partei nimmt. Keine Kirche sollten wir betreten ohne selbst zu glauben und nie die Lieder von Leuten singen, deren Sprache nicht die unsere ist. Sondern wir müssten selbst Partei werden, “unsere eigene Partei” u. eigenständig, unabhängig unsere Interessen vertreten. Die fangen an da, wo wir sie wirklich erfahren – bei unserer Gesundheit, im Geldbeutel, in der Mitbestimmung in Gemeinde u. Betrieb, am Zustand unserer Heimat – und enden vorläufig bei denen, von denen wir ziemlich sicher sind, dass sie uns schaden obwohl ihre Regierung uns eigentlich nutzen soll.

      Man sollte die eigene Seite wählen.
      Die der Familie, seiner Verwandte, der Freunde und all der Leute der eigenen Art, die man kennt und denen man vertrauen kann, weil sie Vertrauen verdienen.
      Für sie sollte man arbeiten, mit ihnen im Leben zusammen gehen und sie verteidigen wo es nötig und möglich ist.
      Man sollte sich mit denen zusammen schliessen, die dieselben Interessen haben. Sie kann man am ehesten dort treffen wo man lebt und das aus Erfahrung und Anschauung sagen kann, weil man jemals mit ihnen gesprochen hat.

      Vor allem sollte man sich keine fremden Herren suchen, weil einem die heimischen nicht passen. Nur der desorientierte Sucher nach dem letzten Strohhalm probiert alles – aber alles schonmal dagewesen. – Wie Genosse Oberstleutnant Vlad Putin einmal in Dresden.
      Viel wird hier immer von den Lehren der “Geschichte” erzählt, aber dann befolgt sie auch!

      Ob West ob Ost – niemals freiwillig Knecht, kein Söldner mit und ohne Sold – beim Aufruf der Bankster und Oligarchen für ihren Krieg soll man weghören und mindestens geistig desertieren, wenn man die Brut nicht schon an ihrem Tun hindern kann.

  • triangolum

    Ergänzung: TP zur Betrachtung…
    http://www.heise.de/tp/artikel/41/41112/2.html

    Genau genommen handeln wir wie 1941 (und davor) und unsere Regierung handelt als Faschistische Alliierter. Wir handeln mit der “NPD” einen Umsturz und holen uns was wir wollen.

    Es gilt jetzt klar zu machen das dies nicht hinnehmbar ist!

  • knechtrechtruppig

    Am 27.02.2014 war der Blog nicht mehr verfügbar.
    Die Meldung beim aufrufen dieser Seite war ….. Forbidden

    You don’t have permission to access / on this server.

    Additionally, a 404 Not Found error was encountered while trying to use an ErrorDocument to handle the request.

    Keine Ahnung ob es noch anderen so ging.
    Da ich derzeit noch in der Ukraine bin ist diese Tatsache aber schon interessant.
    Aktuell ist die Seite wieder erreichbar.
    Mit ein paar Tricks, aber erstmal geht es wieder.
    Heute Abend wenn ich wieder in Deutschland2.0 angekommen bin hab ich einiges für mich zu klären.

    Deutsche Redewendung: Etwas ist faul im Staate Dänemark! Etwas ist faul im Staate Dänemark! Hamlet, 1. Akt, 4. Szene / Marcellus, William Shakespeare …

    EU ich sehe wohin die Reise geht.

    • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

      Habe es geklärt, danke an alle für die Hinweise. War ein rein technisches Problem des Hosters. Zwei Anrufe und die Sache war behoben.

      • knechtrechtruppig

        OMG.
        Dann hatte also nicht nur meine HW “technische Probleme” :-)
        Danke für die Aufklärung der Umstände.
        Darf man fragen wo der/die Server stehen…guter technischer Support …Respekt.
        Kostet sicher einiges, gibt es bei euch auch eine “Kaffekasse” ;-)

        Der Blog gefällt mir immer besser.

  • knechtrechtruppig

    http://dtj-online.de/krimtataren-krim-ukraine-abspaltung-20908

    Die Krim wurde laut diesem Artikel 1954 an Russland angegliedert???

    Parallel -Universum ?
    Anders kann ich mir das alles nicht mehr erklären.

    Wer den Artikel mal aufmerksam durchliest …. Und dabei Fehler findet darf sie behalten…oder aber auch gerne teilen.

    :-)

  • kaumi

    http://edition.cnn.com/video/data/2.0/video/bestoftv/2014/02/01/exp-gps-kissinger-sot-putin.cnn.html

    “KISSINGER: I think he thinks that this is a dress rehearsal for what we would like to do in Moscow. And …

    ZAKARIA: Regime change?

    KISSINGER: A regime change issue. And the fact that it’s happening so close to the Sochi games, will make him even more suspicious. But Putin thinks that the disillusion of the Soviet Union was a great historical disaster. So obviously, the largest part of this independence is Ukraine with 50 million people, and he can’t be indifferent.”

    Vom 02.02. !!

    In aller Offenheit.

  • Traven

    Anonymous Ukraine hat die Malis von Klitschko geleakt.
    “Wir haben das E-Mail-Account von Laurynas Jonavicius – dem Berater des Präsidenten von Litauen gehackt. Wir haben alle eingegangenen E-Mails und entdeckten Schreiben von Vitali Klitschko.”
    Auszug: “Ich denke wir haben den Weg geebnet für eine radikalere Eskalation der Situation. Ist es nicht an der Zeit für entschiedenere Aktionen? Ich möchte auch bitten über die Möglichkeit einer stärkeren Finanzierung nachzudenken, um unsere Unterstützer für ihre Dienste zu bezahlen.”

    http://hinter-der-fichte.blogspot.de/

    • Walter Mandl

      Ausgezeichnete Nachricht, bitte verbreiten. Der Kastenboxer wird bald als stinkender Esel in der Ecke stehen und für keine Events in Hamburg oder Berlin mehr taugen! Dann kann er sich nicht einmal mehr in Kiev Laibchen besorgen und ist verdammt dazu, mit seinem US-Goldkälchen ins Land der Esel auszuwandern! Klitschko und seine “Freunde” dürfen ab sofort als Schweinepriester tituliert werden.

    • jowi

      Bin mir da nicht so sicher, ob die Mails echt sind. Möglich ist es.

      Diese “Beweise” braucht man auch gar nicht mehr, die Amis haben genügend Fehler gemacht um auch so – jedem der Augen hat – zu zeigen, was hier gespielt wurde.

      Aber – tit for tat – die Emails sind eine gute Sache ;-) .

  • Jones2theBones

    In 30 Minuten live die Pressekonferenz des Präsidenten der Ukraine hier:
    http://www.vesti.ru/videos?vid=onair

  • Tunguska

    Weißt du ob die Konferenz auch im russischen Radio übertragen wird? Stecke auf der Autobahn fest…immer zur falschen Zeit!

  • Beinstuhl

    Wurde eventuell schon berichtet, aber hier die Klitschko-Leaks:

    http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/02/die-klitschko-e-mails.html

  • Tunguska

    Naja wer Freitag auf die Bahn fährt ist auch selber schuld ;)
    Danke für den Link…Hoffe mein Datenvolumen reicht noch aus!

  • Nobilitatis

    Phoenix mit deutscher Übersetzung

  • Nobilitatis

    Nach der Pressekonferenz glaube ich, dass obiger Erlass eine Fälschung ist. Außerdem schließe ich aus der Anwesenheit Janukowitschs in der RF, dass es keine militärischen Aktionen geben wird und keine Gegenregierung.
    Aus diesem Interview schließe ich auch, dass es keine Abspaltung der Krim geben wird:
    http://www.taz.de/Aussenbeauftragter-der-Krimtataren/!133950/
    (Stichwort Budapester Memorandum von 1994), egal wie stichhaltig die anderen Behauptungen sind.

    • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

      Bis zu den oben von mir kurz zusammengefassten Punkten (1.-6.) haut es erst einmal (fast wörtlich) hin, wobei es sich bei der Vorrede ja eben nur um eine Vorrede handelt.

      Mehr noch, das Russ. Außenamt teilte vorhin gerade mit, dass “Russland die Vorgänge in der Autonomen Republik Krim als Folge von innenpolitischen Prozessen in der Ukraine betrachtet, so dass es in diesem Zusammenhang keine Notwendigkeit für die von der ukrainischen Seite angefragten beiderseitigen Konsultationen gibt”.

      M.a.W. wurde Januk & die Krim zum Teufel geschickt. Aber momentan ist alles noch vollkommen ungar. Alles entwickelt sich.

      • Nobilitatis

        Ich vermute, dass Rußland im Gegenzug gewisse Garantien erhalten hat. Die in der Ukraine zur Zeit stattfindenden aggressiven Vorgänge sind kein Dauerzustand. Es muss eine Normalisierung geben. Am Ende wird es irgendwann wieder normale Wahlen geben. Es kommt also auf den Eindruck des Wählers an. Ergo muss in absehbarer Zeit der “rechte Sektor” (oder wer immer sonst noch Gewalttaten begeht) in die Schranken gewiesen werden (müssen).

  • ISKANDER

    Januko gibt in Rostow am Don (RF) seine PK.
    Ergo hat er die Ukraine verlassen und die nächste hoffnungsvolle Chance (Krim als Sitz der Regierung) ist fraglich.
    Wann entschließt sich der Zauderer endlich dazu, Widerstand zu leisten und sein Land und Amt zu verteidigen?
    Die gegebene Vorlage (Erlass Nr. 90) ist doch eine Arbeitsgrundlage.
    Oder kehrt er nach der PK nach Sewastopol zurück und organisiert endlich den Widerstand?

  • Jones2theBones

    In der Pressekonferenz, die vor nicht all zu langer Zeit zuende gegangen ist, hat Viktor Janukowitsch sich professionell, und bemerkenswert demütig und ehrlich gegeben.

    Erstens: Er hat betont, dass er der legitime Präsident der Ukraine ist.

    Zweitens: Er hat sich nicht um den Anschein tatsächlicher Macht bemüht. Auf die immer wieder aufkommende Frage, wie er, ob legitim oder nicht, real regieren will, wenn Parlament und Administration außer Kontrolle ist, ist er nicht eingegangen. Er hat mit Gesetz statt mit Macht argumentiert und keine Illusionen erweckt.

    Drittens: Dies gilt auch für seine eigene Person, er hat freimütig eingestanden, dass er in der Ukraine nicht sicher ist, und dass er so lange in Russland zu bleiben gedenkt, wie ihm die Möglichkeit verbleibt.

    Viertens: Auf die Frage hin, ob er sich mit Putin getroffen hätte, kam die bemerkenswerte Antwort, er hätte sich mit ihm seit den neuesten Ereignissen kein einziges Mal getroffen, aber mit ihm telefoniert, und er werde sich mit ihm treffen, sobald Putin für ihn Zeit erübrigen könne. Dies war bemerkenswert demütig und ehrlich.

    Fünftens: Er hat sich über die russische Passivität gewundert. Ich war noch mit anderen Dingen beschäftigt und habe beim Auflauschen erst den zweiten Teil sicher mitbekommen. Er hat ausgesagt, die Russen hätten ein Recht und sogar die Verpflichtung… tja, wofür? Ich habe das nicht ganz mitbekommen. Gerade in Anbetracht des Charakters des Wladimir Wladimirowitsch Putin könne er dessen Stille nicht verstehen.
    An anderer Stelle hat er aber auch ausgesagt, dass er von den Russen keine militärische Intervention erbeten werde.

    Sechstens: Wer nicht auf Seiten der Eurofaschisten steht, der nimmt ihm meistens übel, dass er die Ordnungskräfte dermaßen hat leiden lassen. Janukowitsch hat sich wiederholt für die gegenwärtigen Zustände entschuldigt und ausgesagt, er schäme sich hierfür. Das erste Mal konkret u.a. an die Veteranen adressiert, womit er die Kontinuität zwischen UPA & den heutigen Eurofaschisten betont hat. Als von einer Journalistin die Frage kam, ob er sich nicht für die Ereignisse bei den Berkut entschuldigen wolle, ist er dieser Aufforderung indirekt nachgekommen, ausgesagt, dass er sich mit Berkuts getroffen habe, dass er ihnen dankbar sei und dass er die Ereignisse auf seine Kappe nehme.
    An diese Adresse wird seine Entschuldigung gerichtet sein. Aber! Siehe den nächsten Punkt.

    Siebtens: Er erkennt die Wahlen am 25. Mai nicht an und werde nicht teilnehmen. Ist durchaus konsequent, da er erstens wegen Haftbefehl ohnehin kaum teilnehmen könne, und zweitens wegen des Putsches die prorussische Machtbasis in Trümmern liegt und zum Wiederaufbau Zeit benötigt werden würde. Dies wird auch der Grund sein, dass die Eurofaschisten mit der Wahl sich auch so beeilen. Der Widerstand wird es schwer haben, rechtzeitig adäquat reagieren zu können.

    Achtens: Bemerkenswert auch seine Anmerkung hinsichtlich der „Koalition des Sieges“, wie die ungesetzliche Regierung in Kiev sich nennt. „Sieg gegen wen?“, fragte Janukowitsch und verwies auf die vereinbarte Regierung der nationalen Einheit, die von Opposition als auch den Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Polen unterzeichnet und sofort gebrochen wurde, ebenso wie die anderen Punkte (die Aufgabe der besetzten Punkte und das Niederlegen der Waffen).

    Neuntens/Neunzigst: Auf den angeblichen Erlass Nr. 90 wurde nicht eingegangen, jedenfalls nicht dort, wo ich zugehört habe. Auch von Journalisten gab es keine Frage hiernach. Zwar kann ich mir nicht 100% sicher sein, aber mein Eindruck ist, dass es eine Fälschung ist und ihn verunglimpfen soll. Fakt ist ja, dass er beide Beine auf dem harten Boden der Realität zu haben schien und der Erlass diesem Eindruck widerspricht und außerdem einem Hinarbeiten auf einen Bürgerkrieg gleichkommt.

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Ich habe mir die von der Schweizer Bankenaufsicht FINMA ausgeführte, vom schweizerischen Bundesrat verordnete „Verordnung über Massnahme n gegen gewisse Personen aus der Ukraine“ angeschaut: Das Dokument, das die Einfrierung der Konten bestimmter ukrainischer Persönlichkeiten verfügt, enhält keine andere Begründung als die legale Basis, auf der sie durchgeführt wird. Interessant somit deren Opfer. Die Überraschung stellt Gennadiy Kernes dar, der Bürgermeister von Charkow, der angeblich ja übergelaufen war und Janukowitsch für „Geschichte“ erklärt hat.

    Ebenso auf der Liste Mikhail Dobkin, der als Gouverneur von Charkow nichts mit den Abläufen zu tun gehabt haben kann.
    Dass er und Kernes dennoch hierauf sind, belegt, dass die Sanktionen nicht auf die tatsächlichen Verantwortlichen als Strafe abziehlt, sondern auf das Rückgrat der legitimen Regierung, um sie im eigenen Sinne zu beeinflussen. War zwar eh allen klar, aber das ist der Beweis.

    Dass Akhmetov fehlt, ist ein zusätzliches Indiz dafür, dass er zu den Überläufern gehört und wohl der maßgeblichste von ihnen ist
    Zusätzlich belegt wird der Eindruck unter anderem hier:
    http://sports.yahoo.com/news/behind-scenes-football-tycoon-pulls-strings-ukraine-crisis-183016225–sow.html
    Moneyquotes:
    „Akhmetov has long been seen as a leading ally of President Viktor Yanukovych. He has bankrolled the ruling Regions Party which he formerly represented in parliament as an MP, and harks from the eastern Donetsk region that is the president’s stronghold.
    But in a possible turning point in a crisis that has raised fears of a prolonged civil conflict, Akhmetov on Saturday issued a strong statement warning that the use of force against protesters was unacceptable and the only way forward was negotiations.
    […]
    He [Ukrainian political analyst Taras Berezovets] said that Akhmetov was able to control a group of at least 40 MPs from the ruling Regions Party in the Verkhovna Rada parliament, enough to block any motion to impose a state of emergency.”
    Und in seinem Überlaufen haben wir wohl auch den Grund für die plötzliche Änderung in den Mehrheitsverhältnissen der Verkhovnaya Rada.
    Die ist zwar in der personellen Zusammensetzung zwar legitim, aber kann deshalb nicht als beschlussfähig angesetzt werden, weil erstens der gesetzliche Präsident deren Gesetze nicht unterzeichnet und der gesetzliche Präsident deshalb verbleibt, weil die legalen Bedingungen für seine Absetzung nicht erfüllt wurden und diese deshalb illegal ist, zweitens weil sie durch Bedrohung materieller Besitztümer ebenso wie ihres Leibs und Lebens durch das Ausland und Schlägertruppen nicht mehr Herren ihres eigenen Meinung sind und ganz offensichtlich gegen eigene Interessen (bzw. die ihrer eigenen Regionen) stimmt.

    Wie von ComradeJohn durchaus richtig gesagt hatte Janukowitsch kaum Handlungsraum im Umgang mit der Krise. Dieses Problem ist jetzt bedauerlicherweise exponentiell verstärkt worden.

    • jowi

      Interessante Recherche.
      Dass dieser Fußball-Tycoon Akhmetov übergelaufen sein soll, würde mich nicht überraschen.
      Sah mal einen Bericht über die Ukraine, Akhmetov war darin der Osteueropa-Oligarch, der alle Negativ-Klischees erfüllt.

      Es wäre ja eine Ironie der Geschichte, wenn das mafiöse Oligarchenpack sich an die EU hängt und die Ukrainer, denen das nicht schmeckt, sich auf die Seite Russlands schlagen müssten.

      Janukowitsch ist für mich auch ein Mann ohne wirkliches Rückgrat. Aus dem sicheren Russland zur Konterrevolution aufzurufen, spricht für sich.
      Sich nun bei den Sondereinheiten dafür zu entschuldigen, dass er sie ins Messer laufen ließ, wird diese auch nicht befrieden, auch vor dieser Seite kann er sich kaum noch sicher fühlen.

      Ein Mann der immer auf der Hut ist, seine eigene Haut zu retten, kann schlecht andere dazu motivieren, in den Kampf zu ziehen. Aus meiner Sicht steht Janukowitsch einer Konterrevolution eher im Wege.

      • Jones2theBones

        1.
        Ich bin mir nicht sicher, was die ukrainische Gesetzgebung mit Hinblick auf Notstandsausrufung hat.
        Wenn ein Parlament einen Notstand eigenmächtig verhindern oder beenden kann, hatte er dieses Mittel eh nicht zur Verfügung, da besagte mindestens 40 Abgeordnete ihm ohnehin von Anfang an gefehlt haben, oder ihm auf sonstige Weise das Leben schwer gemacht hätten.

        2.
        Immerhin war Rinat Achmetov lange Zeit auf seiner Seite.
        Die erst angedrohten und nun durchgeführten Sanktionen machte man nicht zum Spaß, sondern mit konkreten Zielen.
        Ich habe nicht vor, Akhmetov oder Yanukovich zu verteidigen, denn beide versuchten zu überleben und es war nur eine Frage der Zeit, bis einer den anderen verraten würde.

        Dass Akhmetov der Verrat schwer gefallen ist, zeigt sich auch dadurch, dass er so lange gedauert hat.

        3.
        Alle mir bekannten Beispiele, die ja alle jeweils ihren Lösungsversuch unternahmen, zeigen ja, dass es keinen leichten Ausweg aus diesen Staatssabotagen gibt. Keinen friedlichen, keinen gewaltsamen.
        Wenn sie sich zeigt, ist es meistens zu spät.
        Aber wenn, dann wäre der gewaltsame besser gewesen.
        Ich bin mir ziemlich sicher, dass Janukowitsch nicht der große Taktiker ist, als der er von Roman in einem seiner Artikel bezeichnet wurde, sondern vielmehr strategisch, auf lange Sicht gedacht hatte.
        Er hatte die Kompetenzen und die Möglichkeit, den Maidan niederzuschießen, führte sie aber nicht aus.
        Dies erstens der persönlichen Erpressung wegen, und zweitens der schwerwiegenden politischen Folgen, die er durch sein Zaudern letzten Endes nicht nur nicht verhindert hat, sondern gar beschleunigt.

        Ob ein hartes Vorgehen den gewünschten Erfolg gebracht hätte, steht ohnehin in den Sternen.

        Fakt ist, dass die Eurofaschisten nicht ohne Grund aus dem Gefühl der Unangreifbarkeit gehandelt haben. Sie sind auch wirklich unangreifbar, wie das Beispiel Timoschenko zeigt.

        Fakt ist, dass es keinen Grund gibt, sich auf die nächste Wahl vorzubereiten. Die Partei der Regionen liegt in Trümmern. Ihre Geldgeber sind weg und die Partei effektiv gespalten. Jene Oligarchen, die noch zu Yanukovich stehen (z.B. er und sein Sohn selbst, sowie Pshonka) sind mit Sanktionen belegt und werden das Geld möglicherweise gar nicht haben.

        Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass es gelingen kann, bis zum 25. Mai diese Strukturen wiederaufzubauen und das Land zu befreien.
        Und selbst wenn: Die Eurofaschisten haben angekündigt, so lange auf dem Maidan zu bleiben, bis die Wahl gelaufen ist.
        Und werden die eine Niederlage akzeptieren?
        Wohl kaum.
        Und wegen ihrer Schlägerbanden wird man die Hauptstadt de facto mit militärischen Mitteln rückerobern müssen.

        —-
        Rossiya 24 hat auch mal wieder ‘ne Reportage gemacht. Habe sie aber noch nicht gesehen.

  • Jörg

    Hier ein sympatischer Kommentar von Paul Craig Roberts: http://www.antikrieg.com/aktuell/2014_02_27_ukrainische.htm .

    • jowi

      Schon gruselig, dass exakt 100 Jahr nach 1914, wieder der Frieden auf dem eurasischen Kontinent torpediert wird und zwar in voller Absicht.

      Wieder tappt Deutschland in die Falle der Atlantiker. Krieg und Zwietracht wird auf dem großen Kontinent gesät, teile und herrsche, das alte Spiel.
      Siehe:

      http://oconomicus.wordpress.com/tag/willy-wimmer/

      “Von 1976 bis 2009 war Wimmer Mitglied des Deutschen Bundestages und von April 1985 bis Dezember 1988 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Verteidigungspolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
      Wimmer ist Stellvertretender Leiter der Delegation des Deutschen Bundestages bei der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und war von Juli 1994 bis Juni 2000 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE.”

      • Jörg

        Roberts (link s. o.) deutet ja an, daß Washington seiner Ansicht nach gar nicht durchschaut oder gar beherrscht, was es losgetreten hat. Ich teile diese Ansicht.
        Wenn ich die russische Außenpolitik kritisiert habe, dann durchaus nicht deshalb, weil ich die US-Außenpolitik Politik für effektiv halte. Sogar wenn man deren ‘bösen’ Ziele akzeptieren würde, so ist die Umsetzung doch stets schlecht.
        Wir sahen das ja schon bei der “orangeneun Revolutionen” des Juschtschenko. USA/EU konnten nicht das installieren, was die Ukrainer wollten: Ein wirtschaftlich und sozial zumindest leidlich erfolgreiches Staatswesen. Auch in den baltischen Staaten, in Osteuropa und in Südosteuropa vermag die ruinöse Ideologie des Liberalismus der USA/EU nur einen elenden Zustand zu perpetuisieren oder die Lage gar noch zu verschlimmern.

        Dies wird nun in der Ukraine erneut passieren – sozusagen “Ruhe! ‘Juschtschenko die Zweite’ (Klappe!)!“. Daß die Imperialisten irgend etwas gelernt hätten, bezweifele ich.

        Darüber hinaus wird die USA die EU-Länder (also uns!) zwingen, viele dutzende von Milliarden von Euro in die Ukraine zu pumpen (Rußland hat den Vorteil, dies derzeit nicht tun zu müssen). Auch mit den vielen Milliarden Euro werden die Liberalisten in der Ukraine keine funktionierende Wirtschaft aufbauen können. Denn sie wissen ja gar nicht, wie das geht! Und dies deshalb, weil die Liberalisten überall wo sie auftauchen (oder historisch auftauchten) bereits immer eine funktionierende Wirtschaft vorfanden. Der Liberalismus hat noch nie ein wirklich zerstörtes Land (z. B., Nachkriegs-BRD oder Nachkriegs-Japan) oder ein bitterarmes Land zu Wohlstand gebracht. Der Merkantilismus schon. Der Liberalismus weiß ja auch nur, wie man aussaugt und ausraubt.
        D. h.: Ratlos werden demnächst viele Milliarden Euro (leider von uns EU-Bürgern) in die Ukraine verschoben und dann wird das Geld vermutlich in zwei Jahren weg sein. Die wichtigen Umstrukturierungen, die den Geldfluß notwendig begleiten müßten, wird es nicht geben. Denn die liberalen Ideologen der USA/EU sind ratlos darüber, was zu tun wäre.

        Damit aber per freie Wahlen nicht wieder – wie nach Juschtschenkos späterer Niederlage (3 % der Stimmen) – ein unabhängiger Präsident ans Ruder kommt, werden die USA/EU notwendig eine harte Diktatur in der Ukraine installieren müssen. D. h. trotz weiterer Verarmung (trotz der Milliarden aus Brüssel) der ukrainischen Bevölkerung wird eine notwendig brutale US-gelenkte Diktatur in der Ukraine einen erneuten Rückschwung in die Unabhängigkeit zu verhindern suchen.

        Dann wird es zu Widerstand in der Bevölkerung kommen – und dann muß Rußland handeln. Es kann sich ja angucken, wie die USA das in vielen Ländern gemacht hat.

        Wichtig ist, daß man diese Entwicklung nicht schon wieder tatenlos auf sich zukommen läßt, sondern daß man bereits jetzt Vorkehrungen trifft (was wird der zukünftige ukrainische Widerstand am Material usw. benötigen?).
        Wichtig ist, daß man sich auch nicht gleich in die Hose macht, wenn die USA/NATO drohen. Wenn die USA/Nato Rußland nicht dasselbe durchgehen lassen wollen, wie sie selbst in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen, Somalis usw. gemacht haben, dann ist eine Auseinandersetzung (das muß ja nicht gleich ein großer Krieg sein) sowieso nicht vermeidbar. D. h,. wenn man schon wieder klein beigibt wird, es ein paar Jahr später – unter viel ungünstigeren Verhältnissen doch noch zur Konfrontation kommen. Setzt man aber bereits jetzt eine ‘rote Linie’ wirkt jedenfalls noch die Abschreckung eines derzeit noch intakten und schlagkräftigen Rußlands.
        (Rußland sollte auch seine Binnenwirtschaft nunmehr geplant aufbauen – insbesondere Staatsbetriebe errichten; auch für eine vernünftige Bezahlung der wissenschaftlichen Kräfte sorgen, um die Abwanderung zu stoppen).

        • Jones2theBones

          Nicht dass sie es nicht können, sie wollten es nie.
          Es geht um den Transfer von Vermögen in den Westen und außerdem um eine Bereicherung der (westlichen) Eliten zulasten der Völker.
          Somit findet in Staaten wie Deutschland, Dänemark, Frankreich, etc. ein ähnlicher Ausverkauf (Privatisierung) statt wie der, den man den Ukrainern gewaltsam aufzwingen will.
          Und ich muss den Westlern zugestehen, sie handeln (leider) sehr erfolgreich und effektiv.

          Selbstredend tut Russland die Dinge, die du im letzten Absatz genannt hast.

        • triangolum

          Da muss ich Dich enttäuschen. Die Putschisten machen das weder alleine im Putsch noch werden diese es jetzt alleine machen. Im Gegenteil. Aus den ganzen “Change” (Interessant wäre mal ein Yes we can Artikel wo ein Obama mit dem Politik Change zitiert wird. Ich glaube ja eher das er damit wörtwörtlich Change woanders meinte statt in den USA!) welche die USA & Co. seit 30 und noch mehr Jahren machten ist so viel Erfahrung entstanden das diese ganz genau wissen wie sie nicht nur solche Putsch machen sondern auch wie sie danach das ganze auch in ihren Sinne weiter machen in diesen gefallenen Ländern!

          Daher ist es auch nicht mehr unerklärlich warum das ganze immer einfacher, immer günstiger, ja immer weniger Aufwendiger geht sondern warum Staaten wie Irak, Libyen und nun Ukraine danach nicht mehr funktionieren müssen um trotzdem davon radikal zu profitieren.

          Da wird ein ganzes Netzwerk, ja Netzwerke heute von leben um solche Dinge zu machen. Da werden “Entwickler” von leben.

          Die prozesse des Sturzes werden deshalb auch immer leichter und feiner weil wie bei allen Dingen die Erfahrung, die Ansatzpunkte usw. viel leichter dadurch werden.

          Wie 1991 wird diese Change Netzwerke die Ukraine nun so zerschlagen das eine Rückkehr zu einem durchaus großen Land nicht mehr möglich ist. Die Wirtschaft wird geplündert, der Geheimdienst zerschlagen, die Strukturen für alle Zeiten zerschnitten und das eigene Kontrolle und Ausfuhrnetzwerk installiert.

          Als wenn da nun rechte Faschisten wirklich Entscheiden können was nun zu machen ist. Da werden schon genug “Berater” da sein um zu sagen was zu machen ist. Siehe Russland 1991. Der Schaden in Russland ist heute noch beträchtlich!

          Und deshalb liegt hier auch ein Grund vor warum Russland oftmals komisch, für uns auch passiv, reagiert. Da werden die Säuberungen einfach noch nicht vollends gelaufen sein aus der Jelzin Ära.

          Zudem sollte Putin wissen das selbst seine Strukturen zersetzt sind von Verrätern und Zerstörern.

  • Beinstuhl
  • triangolum

    Der Erlaß 90 ist sicherlich kein Fake. Es scheint eher so zu sein das dieser eine Art stille Post ist. Es ist daher eventuell effektiver wenn das subtil getragen wird. Gut möglich das auch deswegen genau die “komischen Truppen” die Flugplätze und auch Straßen auf der Krim nun kontrollieren.

    Wer dem Erlaß folgt bekommt Schutz, Schutz wem auch immer…
    Und die PK heute macht deutlich das dies kein Chef ohne Macht oder Wirkungsmitteln ist. Das wäre schlicht sinnlos eine solche Bühne zu schaffen wenn er nichts mehr zu melden hätte.

    Wir können festhalten das die Krim als heimlicher Regierungssitz nun “gesichert” wurde. Die Abspaltung der Krim und anderer Teile wird nicht angestrebt. Zumindest jetzt noch nicht.

    Aber von der Krim aus kann der Widerstand nun sich entfalten und nach und nach neue Gebiete sich anschließen, neu ordnen, und durch diese “komischen Truppen” gesichert werden.

    Was uns zum zweiten wichtigen Punkt bringt. Die Ausrüstung ist nicht auf die schnelle zu machen. Das Auftreten ist nicht auf die schnelle zu organisieren. Das sieht schon eher nach einer geplanten Reaktion aus. Gut möglich das hier ein neues Werkzeug aus Russland zu sehen ist. Beweis mal das dies Russen sind. Und Beweis das mal so das dies auch zu Sanktionen oder gar Handlungen führt.

    Interessant auch das das Militär der Ukraine oder der SBU bisher nicht reagiert. Da scheint einer nicht über die Befehlsketten zu verfügen. Das mag sich bald ändern wenn zunehmend die Putsch Regierung samt Auslandsterroristen wirken können aber bis dahin gilt es nun weite Teile des Süden und Osten so zu sichern das hier funktionierende Strukturen incl. Löhne, Renten, Arbeit usw. wirken können. Kiew ohne den Osten und Süden ist praktisch nichts.

    wenn der Westen ein weiteres Libyen will wird es diesmal eindeutig auf Widerstand stoßen und dieser wird enorm sein. Russland wird ganz einfach (schön abgeschaut vom Westen) undeklarierte ukrainische Milizen stellen bis der Spuk vorbei ist.

    Und es hat auch keine andere Wahl. Wenn es jetzt nicht handelt, und das ganze nicht schon vor 10 Jahren am Horizont erkannte ist es nicht zu retten. Und das was wir heute auf der Krim sehen zeigt doch das Russland zumindest sich Werkzeuge einfallen hat lassen was das Spiel einfach mal umdreht.

    Ganz sicher wird dies auch Auswirkungen auf den Iran, Syrien usw. haben. Wenn Russland nun weiterhin meint hier nicht aktiver und enger sich zu vernetzen und gemeinsame Politik zu machen ist das ganze Spiel auf Zeit vom russischen Aussenminster nur eines: Eine nutzlose Kopie eines Ex. Außenministers von damaligen England 1938. Sicher, er verhalf England zu mehr Zeit um sich auf den Krieg vorzubereiten. Aber der Gegner ist diesmal einfach viel schneller und besser und es gibt keinen Kanal dazwischen der ihn dann noch aufhält….

  • http://antifo.wordpress.com/ Antifo

    Obama zu Ukraine
    https://www.youtube.com/watch?v=7DXv8s8CMS0

    Kommt mir ziemlich lau vor.

    Meine Empfehlung an Russland wäre, die Sache um die Krim möglichst schnell über die Bühne zu bringen. Der Westen wird keinen Krieg wegen der Krim wagen. Schließlich ist jedem bekannt, daß die Krim noch gar nicht so lange zur Ukraine gehört. Hinzu kommt dann die Bedrohung der Bevölkerung der Krim durch die faschistischen Umstürzler.

    • Beinstuhl

      Aktuell angedrohte Konsequenz ist: Rauswurf aus G8. Man möchte also keinen direkten Konflikt.

  • Jörg

    In der Ukraine gibt es durchaus weitere Sezessionsbestrebungen. Hier ein älterer Artikel aus dem Jahr 2008: “UKRAINE – THE RUTHENIANS AND THE RUSSIAN RESURGENCE”
    - http://www.offnews.info/verArticulo.php?contenidoID=12456 .

    Die Ruthenen sitzen in der äußersten westlichen Ecke der Ukraine – im Länderfünfeck Rumänien-Ungarn-Slovakei-Polen.

    • Jones2theBones

      “Ruthenen” ist die alte Bezeichnung für Ukrainer. Das Gebiet, von dem du sprichst, ist früher Teil Österreich-Ungarns gewesen und nur wenige Monate unter der Herrschaft der Zaren. Daher haben die eine etwas andere Geschichte hinter sich. Es ist tatsächlich auffällig gewesen, dass die äußerste südwestliche Provin sich nicht dem Aufstand anzuschließen schien.

    • Nobilitatis

      Es handelt sich um die vormals zur Tschechoslowakei gehörende Karpatoukraine. Die gehört seit der Auflösung der Tschechoslowakei zur Ukraine. Nach sowjetischer Zeitrechnung noch vor dem Großen Vaterländischen Krieg.

  • Beinstuhl

    Schöner Zusammenschnitt der gewalttätigen Aktionen auf dem Maidan:
    “Die Wahrheit über die Ukraine – Teil 1″

    • gradischnik

      Dies Video hat Propagandacharakter. Einfach mal so nebenbei bemerkt. Auch wenn es die Wahrheit darstellt, mag ich dies in dieser Form nicht und stößt mich ab. …und garantiert nicht nur mich.
      Das kann auch durchaus absichtlich gemacht sein.

      • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

        Ja. Aber das ist v.a. das Markenzeichen des Senders NTV (НТВ) – immer derselbe reißerische, aufbauschende Tonfall & Stil.

      • Beinstuhl

        Natürlich ist es Propaganda. Der Unterschied zur Propaganda deutscher “Qualitätsmedien” ist die Wahl der Stilmittel, nicht der Inhalt.

        Beachtenswert ist der Einsatz dieser ominösen maskierten Kämpfer mit AK und Scharfschützengewehr. Beide Seiten schieben sie der Gegenseite zu.

        Wo das Video wahrscheinlich irrt: das Loch im Baum könnte auch die Austrittsstelle sein. Dies wird bestärkt durch einen “Luftzug”, den man aus dem Baum kommend auf dem Video erkennen kann. Das stützt die Version der Maidanis jedoch nur, wenn geklärt werden könnte, dass aus dieser Richtung nur Sicherheitskräfte hätten schießen können.

  • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

    Momentan geht echt “was ab”, um es einmal salopp zu formulieren.

    Die Hausmarke der abzeichenlosen Para(?)militärs auf der Krim ist: höfliches Auftreten und Bewaffnung. Es ist kaum zu verleugnen, dass es russische Militärs oder mindestens von den Russen ausgerüsteter Berkut ist. Zur Ausrüstung gehören Nachtsichtgeräte, diverse Militärtechnik vom Truppentransporter bis Militärhubschrauber.
    Die Grenze zwischen Selbstverteidigungskräften, (Resten des) echten “Berkut” und der ukrainischen Polizei, ukrainischem und russischem Militär (Schwarzmeerflotte) sind nie wirklich eindeutig zu ziehen. Alles vollkommen verworren, aber die Linie ist eines: organisierte, entschiedene, dabei aber durchaus noch friedliche Übernahme der Kontrolle.

    In Kertsch sind hunderte Männer, die nach eigenen Angaben “Pilger, Hochzeits- und Geburtstagsgäste” seien, gelandet und sind auf Militärtransportern davongerattert. http://kerch.fm/2014/02/28/v-kerchi-na-territorii-cerkvi-sobralos-neskolko-soten-muzhchin.html – offenbar zu den nahegelegenen orthodoxen Pilgerstätten und Heiligtümern.

    In Donezk stürmen “russische Separatisten” die von Bandera-Putschisten besetzte Regionalverwaltung.

    In Dnepropetrowsk ebenso. @euromaidan setzt entsprechende Alarmmeldungen ab.

    • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

      Gleiches in Charkow. Die Bandera-Verwaltung wird durch die Menschenmenge aus dem Verwaltungsgebäude abgeführt.

      In Donezk weht auf dem Platz vor dem Verwaltungsgebäude inzwischen die russische Flagge. Das Getümmel setzt den Chef der örtlichen Selbstverteidigung als neuen Provinzgouverneur ein.

    • Walter Mandl

      Der Tiger ist erst zu erkennen, wenn er sein Opfer – noch im Sprung befindlich – reißt.
      Der maulige Esel hat ein großes und lautes Maul, viel mehr jedoch verrät er sich durch seinen schon von weitem wahrzunehmenden Gestank.
      Многие благодаря матери, и свобода и мир братьев!

    • Beinstuhl

      Lustig das einige der “höflichen Menschen” gar keine Magazine haben. Zumindest nicht in der Waffe. Könnte auch für beurlaubte Soldaten sprechen.

      Hier ein paar Schnappschüsse. Ab 2:50 und 3:05 sieht man das Zeichen des SBU an den Anlagen.

    • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

      In Lugansk weht die russische Flagge über dem Verwaltungsgebäude der Provinz.

      Es gibt einen kleinen Stand-Off im Schwarzen Meer. Die ukrainische Küstenwache ist unter Gefechtsalarm ausgerückt (Krim). Begründung: Versuche von Bewaffneten, die entsprechenden Strukturen an der Küste einzunehmen. In ihre Nähe rücken angeblich drei russische Raketenboote und der Kreuzer “Moskwa”.
      Quelle:
      1. http://korrespondent.net/ukraine/politics/3313377-pohranychnye-korably-ukrayny-po-boevoi-trevohe-vykhodiat-v-more
      2. http://korrespondent.net/ukraine/events/3313402-k-ukraynskym-korabliam-vyshedshym-po-trevohe-v-chernoe-more-pryblyzhauitsia-try-rossyiskykh-raketnykh-katera-y-kreiser-moskva

  • Beinstuhl
    • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

      Charkow ist durch, meinen Quellen nach. Die Meute zerstreut sich.

      JETZT: PUTIN WENDET SICH AN DEN SICHERHEITSRAT DER RF mit der Bitte um Genehmigung eines Militäreinsatzes in der Ukraine.

      Quelle: http://ria.ru/politics/20140301/997687424.html

  • Ethan Bishop

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