Der Krieg, eine Bürde

Die Ukraine war seinerzeit mit „Am Rande“ genau so in die Themen hier hineingeschlittert – am Rande. Inzwischen dominiert sie die Meldungen. Was den vorigen, lang dominierenden Newsmaker – Syrien – angeht, so geht er vollkommen vorhersehbar auf die zweiten und dritten Seiten zurück. Vorhersehbar, weil die Sache in den Kabinetten weitestgehend entschieden ist. Was bleibt, ist Arbeit am Boden, was es den Menschen vor Ort natürlich nicht leichter macht. Nichtsdestoweniger konsolidiert sich die Region scheinbar, eine Isolation des letzten großen Kriegstreibers in Syrien – des Königreiches Saudi-Arabien – nimmt allem Anschein nach allmählich Gestalt an. In diesem Zusammenhang gibt es hier zur Information über die derzeitigen Kräfteverhältnisse und Bestrebungen einen aktuellen Artikel von ITAR-TASS.


sarif

Bei einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen zwischen Iran und Katar dementierte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am 26. Februar in Teheran die Schaffung eines politischen Blocks aus Iran, Irak, Türkei und Katar, von dem eine politische Lösung der Probleme in Syrien betrieben werden solle.

Nichtsdestoweniger ist diese Frage der Journalisten durchaus nicht müßig und ganz sicher von den objektiv stattfindenden Prozessen aufgeworfen, die einen solchen Block nicht nur möglich, sondern sogar für alle beteiligten Seiten wünschenswert erscheinen lassen. Mit seinem Dementi mag Sarif aber sogar die reine Wahrheit gesagt haben – formal wird niemand einen solchen Block ins Leben rufen, aber für einen Diplomaten ist nicht nur das wichtig, was er sagt, sondern auch das, wovon er schweigt.

Es ist bereits offenbar, dass Katar, einst unter den aggressivsten Sponsoren des “Arabischen Frühlings”, ab dem Zeitpunkt der doch recht ungewöhnlichen Abdankung des ehemaligen Emir Hamad bin Khalifa al-Thani, seine Beteiligung an dem regionalen Konflikt faktisch eingestellt und Saudi-Arabien dadurch mit den Problemen und Folgen seiner Fortführung alleingelassen hat. Das liegt natürlich nicht an der Friedliebigkeit des neuen Emir Tamim, sondern an vollkommen objektiven Umständen, die letztlich zum Machtwechsel in Katar und zu einer Einstellung der Finanzierung des Syrienkriegs geführt haben.

Der “Arabische Frühling” ist eines der Instrumente zur Schaffung eines globalen Marktes für Erdgas als Schlüssel-Energieträger, welcher Erdöl immer weiter aus der globalen Energiebilanz verdrängt

Der Kampf um die Schaffung eines solchen Marktes, die Festlegung von Regeln für sein Funktionieren und die Sicherung von Positionen darin – all das sind Dinge, die man in den Ereignissen erkennen kann, die teilweise tausende von Kilometern voneinander entfernt stattfinden.

Das Interesse Katars als Erdgasmacht und Erdgaslieferant drückte sich in dem Bestreben aus, den Umschlagpunkt in Nahost – Syrien – unter seine Kontrolle zu bringen. Katar ist im Besitz einer der größten Flotten von Flüssiggastankern weltweit, und Emir Hamad rechnete wohl damit, auf diese Weise seine Lieferwege und -arten zu diversifizieren, indem er eine Erdgas-Pipeline baut, die über das Territorium Saudi-Arabiens (oder, im Falle einer Weigerung des Königreichs, auf dem Boden des Persischen Golf), des Irak und Syriens in Richtung Europa verläuft. Dadurch lässt sich das Bündnis zwischen Katar und der Türkei im Krieg gegen Syrien erklären. Die Türkei ist nicht nur an Erdgas aus Katar interessiert, sondern auch an dessen Transit nach Europa. Dadurch erklärt sich ebenso der unerbittliche Kampf des Emir Hamad gegen den Iran, welcher seinerseits gegen das katarische Projekt ankämpfte und seine eigene Variante – durch den Irak in Richtung des syrischen Baniyas – vorantrieb.

hrouhaniDie Abmachungen der Vereinigten Staaten mit dem Iran, die (wenn auch teilweise) Aufhebung der Sanktionen gegen das Land, und somit das massive Erstarken des Iran lassen den Kampf für die Umsetzung dieses Projekts für den Katar aussichtslos erscheinen. Damit hängt die plötzliche Abdankung des Emirs Hamad zusammen, gleichwie auch der Politikwechsel Katars. Es gibt keinen Sinn mehr für ihn, den Krieg in Syrien fortzuführen. Die Zeit für andere Herangehensweisen war gekommen.

Interessant dabei ist, dass der neue Emir Tamim, der sich in den innerkatarischen Verhältnissen auf den zweitgrößten Clan Al-Attiyah stützt, Repräsentanten genau dieses Clans auf alle politischen Schlüsselpositionen des Emirats eingesetzt hat. Bemerkenswert ist ebenso, dass der Schöpfer der Erdgaspolitik des Katar ebenso einer von den Al-Attiyahs war – und zwar Abdallah, der ehemalige Erdölminister, Vorsitzender der OPEC, und alles in allem einer der einflußreichsten Männer nicht nur im Emirat, sondern innerhalb aller sechs arabischen Monarchien. Er ist es auch, der heute für den Umbar der Politik des Emirats zeichnet, und führt sie im Grunde auch wieder an.

Der Krieg in Syrien, wo die unglücklichen Syrer sich gegenseitig und ausländische Söldner umbringen, ist weniger ein Krieg um eine mythische “Freiheit vom blutigen Regime”, als vielmehr ein Krieg im Interesse internationaler Erdgas- und Erdölkonzerne – und als solcher für Katar nicht mehr aktuell

Die Bilanz der Einkünfte und Ausgaben für diesen Krieg übersteigt jedwedes zulässige Maß, und die pragmatischen Scheichs ziehen es deshalb nun vor, sich mit dem offensichtlichen Sieger – dem Iran – zu einigen. Im Unterschied zu Saudi-Arabien, für das der Krieg in Syrien letztlich eine Frage von Leben und Tod ist, hat der Katar durchaus etwas zu verlieren. Und zu gewinnen, im Falle dessen, dass seine Pläne aufgehen.

Zur wichtigsten Aufgabe wird nun ein Handel mit dem Iran, eine Zuschaltung Katar zu dessen Erdgas-Pipelineprojekten – und das ist es, was der neue Außenminister des Katar (rein zufällig ein Vertreter des Clans Al-Attiyah) versucht. Die Umrisse dessen, was zwischen Katar und Iran vereinbart werden soll, sind in etwa zu erkennen: Teheran bekommt den Zuschlag zu seinem Pipelineprojekt Iran-Irak-Syrien, und Doha soll daran nunmehr als Partner beteiligt werden, wofür es im Gegenzug Quoten und Beteiligung an den Erdgas-Exportrichtungen gibt.

Emir Tamim al-Thani hat dafür auch ein recht gutes Argument für diesen Handel: der von den Sanktionen geschwächte Iran muss die Probleme angehen, die durch diese Sanktionen hervorgerufen wurden, und Fragen entscheiden, die mit dem Bau einer weiteren Pipeline in Richtung Pakistan zu tun haben; dazu noch den durchaus nicht einfachen, und absehbar erbitterten Kampf mit Saudi-Arabien ums Erdöl angehen, sich dazu mit dem Irak alliieren, welcher ebenso an einer enormen Erhöhung seiner Erdölförderung und dessen Absatz interessiert ist.

Katar kann in einem solchen Fall dem problemgebeutelten Iran seine Unterstützung in “syrischer Richtung” anbieten, finanzielle Hilfe beim Bau der Erdgas-Pipeline und aller damit zusammenhängenden Infrastrukturprojekte. Das wäre ein durchaus verlockendes Angebot, wobei ganz pragmatische Wirtschaftsinteressen Hand in Hand mit politischen Interessen gingen. Sowohl Katar als auch der Iran sind an einer Schwächung Saudi-Arabiens interessiert, welches zu allem Überfluss noch das Wohlwollen der Vereinigten Staaten eingebüßt hat, so dass es jetzt ein sehr attraktives Ziel bei dem Unterfangen darstellt, das in den letzten dreißig Jahren zustandegekommene Kräfteverhältnis in der Region umzuformatieren. Das Wahrwerden der Erdgas- und Erdölprojekte des Iran, dazu noch die des Irak und Katars würden es gestatten, das Königreich beiseite zu schieben und es zu einer Anerkennung der Vorreiterrolle des Iran im Nahen Osten anzuerkennen.

jobar-filatov

Dschobar. Foto: Andrej Filatow / ANNA-News

Der Krieg in Syrien wird für die an diesen Verhandlungen Beteiligten – Iran, Irak und Katar – immer mehr zu einer Bürde. Schon aus diesem Grunde ist die Frage auf der Pressekonferenz vom 26. Februar nicht müßig, sondern von einem genauen Verständnis für die neuen Kräfte- und Interessensverhältnisse in der Region diktiert. Die Antwort des iranischen Außenministers Sarif ist, wie jede diplomatische Antwort, korrekt, aber läßt Spielraum für Interpretationen.

Tatsächlich ist eine politische Allianz zwischen Katar und Iran höchstwahrscheinlich nichts als ein Gerücht. Allerdings ist das beiderseitige Interesse an einer Beendigung des Krieges in Syrien offensichtlich, und eine Koordination der Politik dieser beiden Länder hin zu einer Einstellung der Kampfhandlungen bedarf keiner formale Blockbildung oder der Leistung von gegenseitigen Garantien.

Was die anderen Parteien dieses vermeintlichen “Blocks” – Irak und die Türkei – angeht, so ist deren Interesse an einer Beendigung des syrischen Krieges nicht weniger offenbar, allerdings sind die Gründe dafür jeweils etwas anderer Natur.

Quelle: www.itar-tass.com

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  • Ben

    Wirklich interessanter Artikel nur ist leider das Deutsch irgendwie nicht so fliessend…

    • Le Mec

      Ganz ehrlich: Ich kenne wenige Blogs mit so flüssiger und angenehmer Schreibe wie diesem. Das einzige was nicht flüssig lesbar hier ist, ist der Name des Blogs :-)

      Was bedeutet das überhaupt? Chartyphdingsbums?

      Beste Grüße
      Le Mec

      • „Was bedeutet das überhaupt? Chartyphdingsbums?“
        Einem Kind einen Namen zu geben ist wahrscheinlich eines der schwersten Unterfangen, das einem Menschen durch einer der Facetten der Gott-Ebenbildlichkeit – die Schöpferkraft – auferlegt ist.

        Eine Erklärung findet sich im Impressum. Bisher haben ALLE gesagt, ich soll dem Ding hier einen simplen Namen wie „Dampfhammer“ oder „Blitzmerker“ geben. Kann ich aber nicht. Also bitte, da ist sie, die „Sydney Joy“ unter den Blogs.

        • Mich erinnert der schöne Name des Blogs an frühe Jugendtage, Oberschulzeit, als meine Jugendliebe für das „kleine Graecum“ büffelte.

    • Jörg

      Wirklich interessanter Artikel nur ist leider das Deutsch irgendwie nicht so fliessend…

      Diese Kritik kann ich ganz und gar nicht teilen!
      Besonders angenehm war mir die korrekte Verwendung des Wortes „nichtsdestoweniger“. Denn gerade bei jungen Leuten (dies es nicht besser wissen) hat sich die Unart verbreitet „nichtsdestotrotz“ zu sagen.

      Das Wort „nichtsdestotrotz“ existiert jedoch im deutschen Wortschatz nicht. Es verdankt seien Existenz lediglich einer scherzhafte Wortschöpfung, die die Worte „nichtsdestoweniger“ und „trotzdem“ völlig sinnfrei und lediglich aus humoristischen Gründen verschmolz.
      Auch im Englischen heißt es natürlich „nevertheless“ – und keineswegs ’neverthethough‘

      • Jörg

        Im übrigen, Ben, ist Ihr Deutsch fehlerhaft:
        Bei dem Satz „Wirklich interessanter Artikel nur ist leider das Deutsch irgendwie nicht so fliessend…“ gehört hinter das „nur“ ein Komma, Semikolon oder ein Punkt. Auch ein Bindestrich wäre statthaft. Aber so, wie Sie das hier schreiben, verstoßen Sie gegen die Regeln der Interpunktion der deutschen Sprache.

        Es handelt sich bei Ihrem Fehler auch nicht um ein einfaches Vertippen (wie das auch mir und anderen fortlaufend passiert: Nach einem leidenschaftlichen Kommentar ist man oftmals einfach zu faul, jetzt auch noch eine sorgfältige Fehlerlese vorzunehmen).
        Ihr Fehler; Ben, beruht vielmehr auf einem Fehlgriff des „gesprochenen Wortes“. mit „gesprochenen Wortes“ meine ich die Tatsache, daß die Fortentwicklung der Sprache sich stets nach der gesprochenen Sprache richtet – nie nach der Schreibweise.
        Und wenn Sie, Ben, Ihren Satz gesprochen hätten, dann hätten sie nach dem Wort „Artikel“ eine kleine ‚dramatische‘ Pause gemacht!
        In der Schriftform hätten Sie schon deshalb das Setzen der von mir benannten Satzzeichen nie vergessen können.

        Der Interpunktionsfehler ihres Satzes – eben kein: Tippfehler! – weist darauf hin, daß bei Ihnen offenbar bereits die gesprochene deutsche Sprache bzw. Ihr Redefluß unverdient „flach“ und „konturlos“ ist.

  • Haben „Katar, Irak, Türkei, Iran“ irgend welche technischen, militärischen, ökonomischen, politökonomischen Handhaben „den Syrienkrieg zu beenden“? Nein?

    (Wer jetzt antwortet: „Ja, durch ein taugliches Grenzregime“, ist nicht im Bilde. Erstens haben die Ereignisse hinreichend gezeigt, daß es kein türkisches Gewaltmonopol gibt, ein solches Grenzregime durchzusetzen, und zweitens ist längst höchst offiziell in Jordanien eine neue Front aufgebaut worden)

    Wenn sie diese Option nicht haben, dann zielt der TASS-Artikel auf eine gewünschte oder vermutete Neutralisierung der genannten Länder zugunsten der verbliebenen Player, also SA und Israel, nebst europäischen und amerikanischen Sondertruppen, in einer bevor stehenden Eskalation des Angriffes auf Damaskus.

    Mein Senf:
    Update zur bevorstehenden arabisch – israelischen Offensive gegen Damaskus

    • Enis

      @Tom
      ich nehme diese wiederholten Ankündigungen bezüglich Sturm auf Damaskus gar nicht mehr ernst! (wievielte schon??)

      Egal was diese Hohlköpfe für technische Unterstützung bekommen, Damaskus kann und wird nicht fallen! Die Medien pauschen da etwas auf, was auf dem Boden jenseits der Realität vorhanden ist.

      Ich sehe vielmehr eine andere Gefahr, die apxwn und andere hier nicht so oft in Betracht ziehen. Die Gefahr einer ausländischen Intervention! Je mehr die SAA auf dem Boden Geländegewinne verbucht, desto wahrscheinlicher wird so eine Aggression! Meine Prognose für die nächsten 3 Monate sieht folgendes Szenario vor. Es findet eine 3. Gesprächsrunde statt. Dabei kommt wieder nichts raus. Es wird irgend einen Vorwand konstruiert, wonach dann der Westen die Aggression losstarten wird. Am wahrscheinlichsten ist es, dass man einen „humanitären Korridor“ als Kriegserklärung herbeizaubern wird.

      Ich finde dieses Szenario ist momentan am wahrscheinlichsten, denn die SAA zieht das Programm erfolgreich durch, was die Sponsoren sehr nervös macht.

      • Walter Mandl

        @Enis
        TomGard’s Link verweist auf seinen aktuellsten Blog-Bericht (04.03.2014), in dem er exakt jene (bevorstehende) „ausländische“ Intervention beschreibt, die du fürchtest!!!

      • kaumi

        Enis,

        dass die Sache so nicht weiter- und auslaufen wird, wie es gerade den Anschein hat, ist uns beiden wohl klar. Da kommt noch was…
        Nun kann man, außer Spekulierens, nicht viel machen.
        Ein erneuter Versuch der Söldner, unter Bündelung aller Kräfte und in Kombination mit den seit Jahren für einen (diesen ?) bestimmten Zweck gedrillten „jordanischen“ Einheiten, ist nicht auszuschließen. Auch due syrische Presse, ich hatte es hier bereits erwähnt, geht seit Tagen recht offensiv mit diesem Thema um (“ Saudiarabiens letzte Schlacht um Damaskus“).
        Wer weiß, ob das Pulverisieren der 200 in Ostghouta nicht fehlgelaufenes tatktisches Verhalten der Deppen war?! Wo wollten sie hin?
        Und eine „letzte Schlacht um Damaskus“ ist von deiner Prognose einer militärischen Intervention auch nicht weit entfernt. Es wird ja m.E. nicht ein entweder-oder-Szenario geben, sondern ein Mischszenario. Die saudiscshe Attacke kann, wird oder soll eingebettet sein in eine offizielle „Intervention“.
        Allein, DASS da noch was kommt, sollte uns klarsein. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit eines dramatischen Wiederaufflammens von militärischen Aktionen um Potenzen wahrscheinlicher als das müde Auslaufen der Gefechte.
        Ich werde nicht müde in diesem Zusmmenhang immer wieder die Aussage des IDF-Kommandanten zu bemühen, auch wenn es einigen Leuten hier inzwischen auf den Wecker geht: “ Assad darf diese Krise niemals als Sieger verlassen“!
        Solange sich Netanjahu nicht hinstellt und offiziell (glaubhaft) diese Charta widerruft, solange ist der Syreinkrieg nicht beendet.
        Insgesamt glaube ich, dass nicht nur vom Süden her Gefahr droht. Die Nato-GCC-Allianz braucht unter den gegebenen Umständen dringend ein Werkzeug auf syrischem Boden, das ihr wieder ein wenig Zugriff, will sagen, Druck, bieten kann, den sie auf Assad ausüben kann. Mit welchen Argumenten soll Genf 3 bestritten werden?
        Meinen Informationen nach soll zumindest über Antakya schweres militärisches Gerüst (Waffen und Fahrzeuge) nach Syrien gelangt sein. Eine Strategie des Bedrohens der Küste (Lattakia) dürfte, wenn es effizient gemacht wird, tatsächlich Druck ausüben und Stress verursachen.
        Einziger Lichtblick: nichts, was wir hier besprechen, ist geheim. Die kombinierte syrisch-russisch-iranische Aufklärung läuft gut, es gibt genug eingebettete „Rebellen“. Syrien wird man strategisch und taktisch nicht überrumpeln können – nur zahlenmäßig.

        • Enis

          @Kaumi
          meinst Du wirklich diese hmar (Esel) gingen taktisch in den Tod?
          Die sind doch zu dumm um überhaupt auf eine taktische Idee zu kommen. Die Südfront ist eine wiederholte Totgeburt. Die müssen zuerst über den Hauran über die Druzen herziehen. Dieses wiederum würde bedeuten, dass viele Assad-loyale in dieser Gemeinschaft von passiver Unterstützung hin zum aktiven Verteidigungsmodus hinwechseln müssen! Die Druzen, die klar eine patriotische Haltung einnehmen, würden damit in den Krieg hineingezogen. Wie die anderen Minderheiten werden sie tapfer um ihr Leben kämpfen. Töten um zu überleben.Dieser Hund Jumbulatt im Libanon muss dan den Finger aus dem Arsch ziehen und seine verräterischen Fatwas umändern..

          An der Front im Nordwesten hat Syrien nichts zu befürchten, das kann ich Dir garantieren. Die Waffen- und Terroristenbewegungen sind von Antakya aus so unverändert hoch wie seit dem Anfang der Verschwörung. Um den Küstenstreifen mache ich mir absolut keine Sorgen. Einzig feige Massaker an arme Greise in den ländlichen Ecken können vorkommen.

          Damaskus-Umland ist zu einem entschärften Mienenfeld neutralisiert. Yabroud ist fast komplett umzingelt, die Verbindung zum Libanon für die Terroristen dadurch sehr erschwert. In Aleppo gehts langsam aber erfolgreich voran. In Homs ist die Pest praktisch ausgerottet. In Deirezzor werden wichtige Gebiete konsolidiert. In Hasaka statusquo. Rakka interessiert die SAA momentan gar nicht. In Idleb stekcken die Ratten in den Dörfern fest. Ok, Deraa ist noch einbisschen heiss. Aber die Sache ist intern gelaufen! Da gibts nach 3 Jahren für die Terroristen nix mehr zu holen.

          Daher gelte die Aufmerksamkeit einzig auf die äusseren Schmarotzer. Solange sie sich vom syrischen Boden fernhalten, bleiben wir rein.

        • kaumi

          „meinst Du wirklich diese hmar (Esel) gingen taktisch in den Tod?“
          Enis, das ist ein Missverständnis. Nicht die Hamir sind aktiv taktisch geworden sondern sie sind aktiv taktisch (seitens der SAA) in den Tod geschickt worden.
          Die Frontverläufe und die aktuellen Zustände, die du beschreibst, sind fraglos korrekt. In Damaskus gehen die Leute, und nicht nur mehr im Kern, wieder feiern und essen. Busfahrten von Wadi Al Nasara nach Homs (ca. 50 Km ) sind so sicher wie selten zuvor. Nahrungsmittel sind wieder erheblich einfacher zu bekommen. ABER: Ich persönlich glaube nicht daran, dass dieser Zustand sich peux a peux verbessert, bis quasi mittelfristig der Krieg „vorbei“ ist. Es wäre zu schön und zu wünschenswert wenn es so wäre, und vielleicht irre ich mich ja gewaltig und die ganze Sache läuft sich tot (und in dieser Sache würde ich mich für mein Leben gern irren), nur, es gibt Parameter, die erreicht werden müssen, um der Sache den Stopfen aufzudrücken, und ich sehe diese Parameter noch lange nicht erreicht.

        • Enis

          dann habe ich wohl was missverstanden.
          Meine Analyse der Lage ist natürlich immer den Umständen entsprechend zu bewerten. Verglichen mit dem Jahr 2012 stehen wir militärisch sehr gut da. Solange Terror herrscht und die Schmarotzer draussen immer noch ans fressen denken, müssen wir sehr vorsichtig bleiben.

          Bei Gott, bei meiner nächsten ersten Reise nach Syrien werde ich nach meinem ersten Halt bei den Bekannten direkt nach Hums fahren den Boden der Helden küssen und den Märtyrern gedenken! Ich bin so stolz auf diese Menschen dort, die trotz schrecklichem Terror nicht aufgegeben haben und mit ihren Heldentaten die Ereignisse zu Gunsten des syrischen Volkes gewendet haben.

          Hasha Hums al Batal.

        • kaumi

          „Meinen Informationen nach soll zumindest über Antakya schweres militärisches Gerüst (Waffen und Fahrzeuge) nach Syrien gelangt sein. Eine Strategie des Bedrohens der Küste (Lattakia) dürfte, wenn es effizient gemacht wird, tatsächlich Druck ausüben und Stress verursachen.“

          Ich darf kurz Bezug nehmen auf mein obiges Zitat:
          in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erfolgten seitens der syrischen Luftwaffe zwei Kommandoaufträge.
          Nördlich von Lattakia, in Al Kabir, zerstörten Mig`s eine Reihe von militärischen Fahrzeugen samt aufgestülpten MG`s und erledigten obendrein an die 75 Söldner.
          In Tal Tirjah, unweit der oben beschriebenen Region, erwischten Bodentruppen 12 Terroristen tödlich, unter ihnen der Einheitsführer, Ahmad Qaysun, libanesischer Staatsangehöriger.

        • Enis

          Ca. 100 Säugetiere die Lattakia erobern wollen :)

          Was sagt der Shabbih Hussam Jneid immer? No problem-mafi mashkal.

          Tri-trash-trash :)

    • knechtrechtruppig

      Auf die Frage:Haben “Katar, Irak, Türkei, Iran” irgend welche technischen, militärischen, ökonomischen, politökonomischen Handhaben “den Syrienkrieg zu beenden”? Nein?

      Da sind aber mindestens zwei Macht und Einflussgebiete miteinander vermischt.
      Und selbst im gleichen Lager gibt es eigene Ziele die durchgesetzt werden sollen.
      Gerade Katar ist ein gutes Beispiel wie schnell sich eigene Belange durchsetzen wenn die Machtgrundlage wackelt.

      Zitat:Die Ukraine war seinerzeit mit “Am Rande” genau so in die Themen hier hineingeschlittert – am Rande. Inzwischen dominiert sie die Meldungen.
      Aus „Am Rande“ ist mittendrin geworden.
      http://kurier.at/politik/ausland/ukrainerussland-krim-krise-putin-provoziert-mit-raketentest/54.473.705

      Interfax berichtet darüber hinaus, dass die neue ukrainische Führung mit den USA über einen Deal verhandelt: Im Gegenzug zu den finanziellen Hilfen, die Washington zugesagt hat, könnte die Ukraine Raketenabwehrsysteme installieren. Die Bestätigung über derartige Gespräche kommt vom ukarinischen botschafter in Minsk.

      Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch.

      Die Frage ist doch warum Uncle Sam seine Verbündeten wie eben Katar nicht mit eben diesen technischen Mitteln aufrüstet.

      Geopolitsch ist die Sache längst entschieden.

      Länder wie Katar schwenken um.
      Der nächste Kandidat für eine Farben-Demokratisierung.

      Der Konflikt in Syrien dürfte bald auf das zrückgefahren werden was er in der Ausgangslage war.
      Innenpolitischer Natur.

  • sh4n

    Es wäre den Syrern zu wünschen, dass das Leid ein Ende nimmt!

    Dem Text nach gäbe es dann folgende Gewinner: Iran, Irak, Syrien.

    Katar würde mit einem Image- und Einflussverlust als Juniorpartner der Pipeline nach Baniyas mit einem blauen Auge davon kommen.

    Die Türkei ginge ohne Pipeline-Projekt leer aus und hat darüber hinaus ein irreparabel beschädigtes Verhältnis zur sich konsolidierenden syrischen Regierung.

    Und das KSA wird dann wohl der nächste Demokratie Kandidat…

  • knechtrechtruppig

    Das große Ziel heißt brechen des Petrodollar’s.
    Die Machtbasis der alten Weltordnung geht Stück für Stück verloren.
    Öl wird nicht mehr lange ausschließlich mit Dollar gehandelt.
    Diesem Ziel unterliegen derzeit alle „demokratischen“ Veränderungen in diversen Regionen der Welt.

    Katar wechselt lediglich den Partner.
    Saudi Arabien kann das aufgrund der Schutzmacht welche im Land steht nicht.
    :-)

  • Walter Mandl

    Ich freue mich über die rege Anteilnahme im Blog. Ist es verwegen einen Bogen zu spannen zwischen den Stützpunkten Sevastopol und Tartus?
    Ich denke nicht. Denn die Frage lautet, welche Bedeutung hat Sevastopol für Tartus und selbiges umgekehrt?
    Aus dieser Frage-Sicht wird für mich klar, dass Tartus dieselbe Bedeutung hat wie Sevastopol. Sie stellen vielmehr den Mindestkern für die russische Marine dar, um operativ im Mittelmeer wirken zu können.
    Und dass man auch ein gesichertes Hinterland für einen Stützpunkt benötigt ist sonnenklar.
    @Enis: Die geöffnete Verteidigungsfront wird im Norden (Krim) gerade von russischen Einheiten und im Süden von der SAA und Hisbollah verteidigt. Die Waffenbrüderschaft ist auch im Feld entstanden. Und in den verbrecherischen Staaten von Amerika und Europa gibt es keinen Schmied, der ein Eisen schaffen kann, um diesen Riegel zu brechen!

    • Jones2theBones

      Sevastopol ist nach Sankt Petersburg der historisch wohl wichtigste Hafen der russischen Marine. Er ist in dieser Funktion älter als die Verfassung der Vereinigten Staaten, es wurden heftige Kämpfe um diesen Hafen gekämpft, von hier aus startete die russische Schwarzmeerflotte zu vielen Siegen.

      Tartous ist momentan nicht in der Lage, irgendwelche größeren Schiffe aufzunehmen. Er müsste stark ausgebaut werden, um eine andere Bedeutung zu haben als die symbolische.
      Genau genommen handelt es sich bei ihm nur um eine technische Basis mit einem aus zwei schwimmenden, jeweils 120m langen Schiffsanlegern bestehenden Pier.
      Als weiterer, weitaus wichtigerer Hafen, da auch für die größeren russischen Schiffe geeignet, steht den Russen Limassol auf Zypern zur Verfügung, da die Staaten aus verschiedenen Gründen gut befreundet sind.

      Weder für die Russen, noch für die Aggressoren spielt Tartous eine sonderlich große Rolle für ihr Engagement.
      Anders als zur Zarenzeit, als der russische Drang zum Mittelmeer und das westliche Entgegenhalten genauso alt ist wie der Stützpunkt, hat diese Bedeutung in der heutigen Situation stark nachgelassen.

      • Enis

        JtB,
        Ich stimme Dir in Deiner ausführung zu.
        Tartus wird in den westlichen Medien aus typischem Unwissen (wie immer) so überbewertet, dass man Russlands handeln immer mit diesem Stützpunkt in Verbindung bringt. Tartus ist eher symbolischer Natur. Zudem ist Russland an inoffiziellen Verhandlungen dabei in Aegypten, oder im Libanon einen weiteren Anschlagplatz zu mieten!

        Ich sehe die strategische Unverzichtbarkeit von Tartus für die Russen absolut nicht. Was die Russen jedoch wissen, ist dass sie ohne Syrien im Nahen Osten nicht richtig Fuss fassen können. Da bin ich mir absolut sicher. Ohne in Aegypten und Syrien dabei zu sein, ist man im Nahen Osten nur auf Zuschauerplätze angewiesen.

        Putin ist schlauer Mensch. Er weiss das besser als uns.

  • Beinstuhl

    Kann wegen Abwesenheit nicht sagen, obs schon jemand hier gebracht hat, aber gestern gab es eine Meldung, wonach die übrigen Golfstaaten ihre Botschafter aus dem Katar abzogen. Auslöser sei ein Streit um die Muslimbruderschaft gewesen.

    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1570902/Eklat_Arabische-Staaten-ziehen-Botschafter-aus-Katar-ab-

  • kaumi

    Und das wird dazu führen, dass die Unterstützung der Wahabi-Salafisten innerhalb Syriens seitens der „Könige des Sandes“ eher schlagartig zunehmen wird.

  • kaumi

    „Things are not what they seem“…

  • Enis

    das Affentheater geht weiter..
    Saudi-Arabien hat die Nusra, die Muslim Brüder und die ISIS als Terrororganisationen eingestuft..

    Wenns nicht zum heulen wäre, dann wäre es noch amüsant. Ein Steinzeitterrorsponsor erklärt seine Jüngern zu Terroristen.. wer sich noch alles in die Haare gerät, während unser Löwe in Damaskus weiterhin zu seinen Prinzipien hält.

    Es umgibt mich mit berauschendem Stolz auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.

    Ich bin kein Araber, ich bin Syrer.

  • Enis
  • kaumi

    „Letzte Schlacht um Damaskus“ und kein Ende…
    http://www.ft.com/intl/cms/s/3158b0c0-a480-11e3-9cb0-00144feab7de,Authorised=false.html?_i_location=http%3A%2F%2Fwww.ft.com%2Fcms%2Fs%2F0%2F3158b0c0-a480-11e3-9cb0-00144feab7de.html%3Fsiteedition%3Dintl&siteedition=intl&_i_referer=http%3A%2F%2Fwww.ft.com%2Fintl%2Fworld%2Fmideast#axzz2vN4fJQwV
    Die „financialtimes“ brachte vorgestern einen Bericht über die „Syrische Südfront“: “ 30.000 Kämpfer zwischen Süddamaskus und Jordanien warten auf ihren Einsatzbefehl, um die umstellten Rebellenregionen zu befreien und den alles entscheidenden Angriff auf Damaskus zu führen. Letzte Vorbereitungen laufen. Die anspruchsvollste Leistung wird sein, diese 30.000 Mann geschloßen unter ein Kommando zu stellen“.

    Nun ja, die anspruchvollste Leistung sollte sein, Damaskus einzunehmen. Sollte dieser letzte Kampf tatsächlich von der westlichen Allianz geführt werden, wird es ihr letzter großer Kampf sein.

    • Jones2theBones

      Paywall.

      • Lorenz

        Du kannst den Artikel googlen und das Suchergebnis „Im Cache“ öffnen ;)

        Syrian armed opposition pins hopes on southern front
        By Borzou Daragahi in Cairo and Erika Solomon in Beirut

    • Enis

      Achi,
      ich empfehle Dir diese Märchen schon gar nicht zu verfolgen.
      Wir kümmern uns um Tatsachen. Zara ist heute gefallen, somit ist die Grenze zum Libanon praktisch Rattenfrei.Jetzt nur noch eine erlösende Nachricht aus Yabroud, dann ist aus der Traum. Mit den frei werdenden Kräften solle kommen wer will und von welcher Flanke er will. Solange die Sponsoren selber nicht aktiv werden und die Luftwaffe weiterhin hochloyal und intakt bleibt, gehören diese Märchen schon gar nicht kommentiert.

      Unter zwei ausserordentlichen Generälen der SAA ist momentan ein Konkurrenzkampf entbrannt. Es handelt sich um den bekannten bulligen Issam Zahreddine in Deirezzor und dem kleinen, gebrechlichen Suheyl Hassan in Aleppo. Derjenige der sein Operationsgebiet zuerst befreit, darf anscheinend das Dessert in Richtung türkischer Grenze haben!

      In unseren Herzen sind aber bereits jetzt beide unvergesslich.

      • Franz

        „Unter zwei ausserordentlichen Generälen der SAA ist momentan ein Konkurrenzkampf entbrannt. Es handelt sich um den bekannten bulligen Issam Zahreddine in Deirezzor und dem kleinen, gebrechlichen Suheyl Hassan in Aleppo. Derjenige der sein Operationsgebiet zuerst befreit, darf anscheinend das Dessert in Richtung türkischer Grenze haben! “

        Schmunzel…Man brauch schon ordentlich Sarkasmus um in den bald 3 Jahre andauernden Krieg Mut und Hoffnung nicht zu verlieren.

      • neoguerilla

        Es gibt Gerüchte über den Tod von Brigadier General Issam Zahreddine:

        http://www.liveleak.com/view?i=9d1_1394275403

        Hoffentlich nur Rattenpropaganda…

        • Enis

          @neoguerilla
          Es ist ein typisches Rattenpropaganda. Im Titel heisst es, dass Issam getötet wurde, doch im Video sieht man, dass es sich um einen Mitglied der NDF handelt, welcher mit Issam am Aufräumen ist.

          Vielleicht handelt es bei dem Toten um den Mann im Video ab sek. 58. Zuvor nimmt auch Issam Stellung (sek 20).

          https://www.youtube.com/watch?v=IYpFRK2_9Ro

          Sobald neue Meldungen über ihn gibt, werde ich es hier posten.

          Zudem ist der andere General Suheyl Hassan in Aleppo schon drei mal getötet worden… Die SAA hat nichts zu verstecken, wenn einer fällt, wird das auch gemeldet.

        • Enis

          Der angeblich Tote Issam gratuliert seinen Kämfern einzeln für den heldenhaften Einsatz. Der Krieg hat sie alle zusammengeschweist, ohne Schranken des Abzeichens! Seine Rede ist kurz und bündig. Wir sind siegreich, denn wir sind Männer des Rechts, Männer Gottes und Männer Bashar al Assads.

          https://www.facebook.com/photo.php?v=734310269935211&set=vb.607233845976188&type=2&theater

  • Beinstuhl

    Al-Maliki ist sauer. Am Samstag nannte er Ross und Reiter und sprach aus, was er zuvor immer andeutete: Saudi-Arabien und Katar finanzieren Terror im Irak und führen somit „Krieg gegen den Irak“, so wie sie ihn gegen Syrien führen.

    http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iQnOHvUx5738TcwO-K18Mmay9sDw?docId=a8f198ee-3376-4e9d-87e2-5f43b7bc16c1&hl=en

  • kaumi

    Wieder ein kleiner Schwenk gen Osten:
    Während Djarba vehement den Sitz Syriens in der arabischen Liga fordert und dabei vom KSA unterstützt wird, versuchen die übrigen Mitglieder, KSA, Qatar und VAE zu einer „Versöhnung“ zu bringen.
    Unterdessen haben sich bereits der Irak und Algerien definitiv gegen die Vergabe des Syriensitzes an irgend eine andere Organisation entschieden. Der Libanon ist auch dagegen, hier fehlt jedoch eine offizielle Stellungnahme. Und in Tunesien häufen sich die Demos, die eine Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen fordern:
    https://www.youtube.com/watch?v=_81OAB4fTlM#t=158
    Gleiches gibt es aus Ägypten zu berichten, wobei hier die Denke die „Straßenebene“ bereits in Richtung höherer Ebenen verlassen hat.

    Nicht, dass mir die AL (diese Kollaborateuren-Vereinigung) auch nur annährend was bedeutet, aber es ist wohltuend zu sehen, wie sich die Claquere langsam gegenseitig an die goldenen Gurgeln gehen.

  • Nichtglauber

    http://www.welt.de/politik/ausland/article125663984/Assads-Armee-erkaempft-sich-die-Macht-zurueck.html#disqus_thread
    Das Flagschiff der Springerpresse macht seinem Namen alle Ehre und springt ob des Status quo im Caree. Auch schön zu sehen, wie dem Autor die Hose spannt, wenn er über die möglichen neuen Waffen der Rebellen spricht. Ach so, die Kommentarfunktion war bei meinen Versuchen querzulesen bereits blockiert.

  • Nichtglauber

    Die Al Qaida spricht jetzt englisch
    http://www.youtube.com/watch?v=nJ8HFnJLDiY
    Der Trailer zu einem englisch-sprachigen Magazin der Terroraffen.
    Die Stimme müsste Malcolm X gehören. So können sich Jihadisten in jeder Ecke dieser Welt dafür bewerben, in den großen Puff namens Paradies befördert zu werden

  • kaumi

    Fernab des Weltinteresses und im Zuge der „Befreiung“ der 14 Nonnen, tobt in Syrien ein nationales Drama.
    Nachdem die syrische Regierung 148 inhaftierte Frauen im Austausch gegen die Nonnen freigelassen hat, wurde schnell klar, dass Qatar (jawohl, Qatar) zusätzlich ein Millionen-Lösegeld an die Jabhatu Nusra bezahlt hat. So weit, so schlecht und so mysteriös.
    Dann aber stellt sich die Chefnonne, Mutter Bitar, vor die Mikrofone und huldigt den „ehrhaften Männern der Jabha, die uns unsere Kreuze ließen“ und bedankte sich auch noch bei Qatar, für die geleistete Hilfe.
    Es kann sich jeder vorstellen, wie sich Syrer zuhause am Fernseher gefühlt haben müssen, die seit 3 Jahren, so wie wir, jeden Tag dieses elendige Land samt seiner Führer ob der Tragödie, die sie über SYrien gebracht haben, verfluchen.
    Noch schlimmer fühlten sich in diesem Augenblick nur noch die christlichen Syrer, die voller Entsetzen ansehen mussten, wie eine der ihren, Schande und Würdelosigkeit gradezu zelebrierten.
    Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Sednaya, eine mehrheitlich von Christen bewohnte Stadt, lehnte es ab, die Nonnen in ihre Stadt zu lassen und die christliche Kommune organisiert sich gerade, Mutter Bitar ihrer offiziellen Ämter zu entheben.
    Wie sagte ein Sednayi ins syrische Fernsehen: „hätte sie doch bloß ihre Schnauze gehalten oder sich zumindest bei Gott für ihre Freilassung bedankt“. Amen!

    • jowi

      Man sollte sich hier in christlicher Vergebung üben, das „Stockholm-Syndrom“ ist bekannt und Gott/Allah gebe es, dass wir nie über viele Tage in den Händen von Menschen verbringen müssen, die jederzeit unser Leben auslöschen könnten, wie eine Kerze. Einem solchen Druck zu entkommen, sprengt wohl unsere Fantasie.
      Was gerade zwischen Quatar und Saudi-Arabien abgeht, ist eine andere, sehr interessante Geschichte. Mögen all die, die anderen Gruben graben, am Ende selbst in diese fallen!

      • kaumi

        jowi,

        bei allem was in den letzten drei Jahren passiert ist, ist es gerade in Syrien nicht so einfach, über solche Dinge hinwegzuschauen.
        Von einer Mutter Oberin muss ich „Festigkeit im Glauben und Standhaftigkeit in finsteren Tal“ erwarten. Zumal sie als Syrerin alles miterleben musste und sicher wusste, dass ihre Worte nicht als persönliche Botschaft irgend einer Nonne in die syrischen Wohnstuben gelangen sondern als Botschaft der gesamten christlichen Gemeinde. Sie hat uns, um es platt auszudrücken, einen Bärendienst erwiesen. Nach Sabra und Shatila bin ich persönlich sehr sensibel wenn es darum geht, eine gesamte Gemeinschaft durch das Werk einiger zu diskreditieren.
        Ich bin da ganz beim alten Sednayi…
        Was Qatar angeht, so muss ich sagen, dass ich ordentlich grübeln muss, um die Motivation dahinter zu erkennen.
        Die Jabha ist keine Fraktion der Ichuan, sondern vielmehr salafistisch geprägt. Und sie wird von SA protegiert. Und die beiden Sandkastenfirmen haben gerade ordentlich Streß miteinander.
        Die einfachste Begründung wäre, Qatar brauchte mal wieder einen positiven Imagekick. Aber kann das tatsächlich alles sein?

    • Enis

      @kaumi
      Achi, warum müssen sich die christlichen Brüder für die Dummheiten einzelner Glaubensgenossen schämen?! So wie die Verräterin Samar Yazbek (die Dirne aus Jableh für die Ratten von Homs) nicht unsere Gemeinschaft vertritt und die Tlass nicht alle sunnitischen Freunde vertreten, so hat sich die syrisch christliche Gemeinschaft nichts vorzuwerfen wegen einer dummen undankbaren Schwester. Ohne die Barmherzigkeit des Präsidenten, hätte sie sich wahrscheinlich noch einen Bart wachsen lassen müssen. Aber Gott ist eben gross. Sie werden noch zu sich kommen.

      An alle die behaupteten der Löwe kommt nicht aus seinem zentralen Revier raus sind wieder mal des Besseren belehrt worden. Das zeigt warum wir ihn über alles lieben. Zugegeben seine körperliche Verfassung scheint gelitten zu haben. Aber seine Schüchternheit, seine Bescheidenheit, sein Wille, seine Kraft, seine Trotzigkeit und seine liebe zu seinem Land sind es, die uns zu einer tiefen Hingabe hinreissen!

      Lang lebe dieser grossartige Mensch.

  • Enis

    Ich glaube ich bin im falschen Film. Die Türkei hat die Truppen an der südlichen Grenze tatsächlich zusammengezogen. Es gibt sehr starke Truppenbewegungen. Der Grund ist -ich dachte ich höre es nicht richtig- das Heiligengrab von Süleyman Shah?! Dieses Heiligengrab in Aleppo wurde in 1921 von den Franzosen an die Türken geschenkt, wie danach Liwa Iskandarun. Dieses Heiligengrab gilt angeblich gemäss Abmachung von damals immer noch als türkisches Gebiet. die ISIL habe das Gebiet um das Heiligengrab eingenommen. Die Knoblauchfresser drohen mit Intervention, sollte die ISIL das Grab angreifen. Das Feuer wird den Brandstifter noch verbrennen.

    Beim ersten toten Türken auf syrischem Boden gibt es ein Festessen.

  • Tunguska

    @enis

    Hast du einen Link dazu? Kann auch englisch sein.

  • Enis

    Tunguska,
    Diese Meldung stammen sowohl aus erster Hand, sowie aus den breakingnews der türkischen Nachrichten. Ich habe da was auf english gefunden.

    https://ansa.it/ansamed/en/news/nations/turkey/2012/08/08/Syria-Erdogan-warns-against-attacks-Suleyman-Shah-tomb_7315905.html

    • Enis

      Dieser link ist natürlich alter Käse..

      • Enis
        • Tunguska

          Danke Enis…

          Ich hoffe die werden sich jetzt nicht auf Russland berufen als Präzedenzfall…

        • Enis

          Tunguska,
          Ich denke das ist wieder eine psychologische Kriegsführung. Was dann passiert, wenn ihre Flugzeuge die syrische Grenzen überqueren müssten sie jetzt wissen. Die Türkei lässt täglich ihre Flugzeuge entlang der syrischen Grenze fliegen. Die syrische Seite lässt jedesmal bis zu 30 Sekunden ihre Raketenradare an die Flugzeuge angezielt. Danach lässt der türkische Generalstab immer heulend eine Erklärung raus, wonach die syrische Seite ihre Flugzeuge mit Raketenradaren belästigt hätten. Lufttechnisch können sie schon mal vergessen da etwas anrichten zu wollen. Und ein Einmarsch des Osmans in den Nordan hätte fatale folgen für seine Soldaten. Denn es gebe ein Vielfrontenkrieg. SAA-Islamoterroristen, SAA-Türkei, YPG-Türkei, YPG-Islamoterroristen, Türkei-Islamoterroristen.
          Viel Spass für Osman.