Festland-Ukraine

Höfliche, grüne Männchen (Simferopol, Krim)

Höfliche, grüne Männchen (Simferopol, Krim)

Vorab: Krim-Parlament erklärt Unabhängigkeit noch vor Referendum.

Gestern gab es in der ukrainischen Presse zwei interessante Verlautbarungen, die davon zeugen könnten, dass ein „Verlust der Krim“ bereits ein beschlossenes und akzeptiertes Faktum ist.

Zum einen wäre das:

„Eine mögliches Vordringen Russlands auf das Territorium des Festlandes der Ukraine wird zu einer vollumfänglichen Intervention der USA führen, deren Streitkräfte bereits jetzt im Großraum des Schwarzen Meers konzentriert sind. (…) Sobald die „grünen Männchen“ die Landenge passieren und dazu Gewalt anwenden, führt das zu einer militärischen Reaktion des Westens.“ (aus dem Munde des politischen Analysten Aleksej Garan via censor.net.ua).

Zum anderen gibt es ein Statement des Kiewer Verteidigungsministeriums (via unian.net). Das Verteidigungsministerium der Ukraine zieht drei Varianten der weiteren Entwicklung der Lage und dementsprechende Reaktionen der Streitkräfte der Ukraine in Betracht:

  1. Friedensverhandlungen. Diese Variante wird von ukrainischer Seite besonders begrüßt, hier liege es einzig und allein am Willen der russischen Führung;
  2. Eskalation des Konflikts auf der Krim durch das Vorgehen des Feindes (sic). In einer solchen Lage werden die Streitkräfte der Ukraine in volle Gefechtsbereitschaft versetzt, die Verbindungen für ein mögliches Vordringen des Feindes auf den Festlandbereich der Ukraine blockiert;
  3. Es kommt zu einer militärischen Aggression des Feindes und einem Versuch russischer Streitkräfte, auf den Festlandbereich der Ukraine vorzudringen. In diesem Falle sind die ukrainischen Streitkräfte dazu bereit, dem Aggressor Widerstand zu leisten, während gleichzeitig alle erdenklichen internationalen Mechanismen eingeschaltet werden, in erster Linie Anrufungen der EU und der NATO, usw. Eine Militäroperation ukrainischer Streitkräfte auf der Krim, die vorhersehbar einen vollumfänglichen militärischen Konflikt zwischen der Ukraine und Russland mit vielen zivilen Opfern zur Folge hätte, wird derzeit nicht in Betracht gezogen.

Das zeugt doch relativ deutlich davon, dass die Krim für die Kiewer Machthaber akzeptiertermaßen verloren und nicht zu halten ist – weder politisch noch militärisch. Vielmehr soll die öffentliche Meinung wohl auf einen Dialog mit der RF vorbereitet werden, bis hin zur Variante, dass die Krim tatsächlich zu einem Subjekt der Russischen Föderation wird.

Die Fakten am Boden sprechen eigentlich die gleiche Sprache. Gestern wurde der Aufbau von Verteidigungsstellungen der ukr. Armee im Bereich Kalanchaka (Oblast Cherson) gemeldet:

Gemeldet werden mindestens drei Brigaden, ein massives Aufkommen von Militärtechnik, der Aufbau von Feldlazaretten und anderer militärischer Infrastruktur sowie einem Verminen von Feldflächen.

feldlazarett-kalanchak

Feldlazarett der ukr. Streitkräfte nahe Kalanchak

Im Zusammenhang mit der gestrigen Äußerung des Verteidigungsministeriums, bei der es um die Abwehr eines möglichen Vordringens auf das „ukrainische Festland“ geht, haben wir es also mit einer Verteidigunstaktik zu tun, während der Verlust der Krim hingenommen wird.

Die Befürchtung der Kiewer Machthaber, dass nicht nur die Krim, sondern auch noch die südlichen Gebiete (Provinzen) Cherson und Odessa „unabhängig“ werden, haben nun schon eine existentielle Ursache: bei einer solchen Entwicklung würde die Rest-Ukraine nicht nur keine wirkliche Schwarzmeerküste mehr haben, sondern aller Voraussicht nach auch noch ihre Bedeutung als Erdgas-Transitland verlieren – wozu es nicht einmal mehr „South Stream“ (von „Verzögerungen“ in diesem Projekt hörte man erst gestern), sondern nur einer knappen Festlandsverbingung Rostow – Odessa brauchen würde. Ungeachtet dessen, dass Russland formal keine Äußerungen zu den Gebieten Cherson und Odessa gemacht hat, ist jetzt praktisch alles, was die ukrainischen Streitkräfte noch zu bieten haben, im Bereich Cherson konzentriert.

ukr-erdgastransit

Wahrscheinlich hat Putin sich in der Kenntnis all dessen in aller Ruhe den Paralympics gewidmet und nur gemeint, dass es keinen Krieg geben wird.

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  • TomGard

    Eric Posner, University of Chicago Law School, „Let Crimea Go“ (!). Zitate:

    „Crimea’s planned March 16 referendum … is underhanded, dishonest, and absurd—and completely legitimate. …we should swallow our pride and let him bask in his victory. In the long run, it gets him nothing. … The United States has imposed sanctions; other countries may join it.

    But this is a mistake. By engineering the referendum in Crimea, Putin has again thrown international law back into the face of the West. If a fair vote is held, and Crimeans vote overwhelmingly to join Russia, then any Western effort to stop them will be seen as an attempt to thwart the will of the people, a violation of their right to self-determination, which is enshrined in the U.N. charter and multiple human rights treaties. And how would the West stop them anyway? …We can take some comfort in the fact that, for all his cleverness, Putin’s long-term prospects are bleak. Russia is a corrupt, stagnant country. … It has steadily lost influence in the bord regions of Europe … Its vast neighbor, China, poses a long-term threat in the east. Along the south, weak states offer nothing but the prospect of endless ethnic strife. In the end, Crimea—a poor, tiny region with a potentially unruly minority population of unhappy Tatars and resentful Ukrainians—is a booby prize in the contest over Ukraine. And in fact, Russia has lost that larger fight; Ukraine, more populous than Poland, is now permanently outside its orbit.

    • ZX

      die Amis bluffen, sind feige und dem Ausgang des Putsches gleichgueltig. Die Putschisten werden bald die Hosen voll haben.
      Die Oligarchen koennen den Staat nicht retten, wenn er pleite ist. Deswegen ist der ganze Putsch sinnlos.

      • Reisender

        Die Amis gibt es nicht. Es gibt dort unterschiedliche Interessensgruppen. Die Frage ist, ob die ökonomischen, geopolitischen und sonstigen Interessen so parallel verlaufen, dass sich verschiedene Gruppen dafür begeistern können. Für die einen reicht es, wenn Europa zerstritten sind. Andere brauchen stabile Verhältnisse. Dritte brauchen wieder ein echtes Feinbild. Teure moderne Kriegsschiffe braucht man nicht im War-of-Terror. Wer so was produziert hätte lieber wieder einen kalten Krieg.

        Andere wollen vielleicht nur, dass die Schulden zurück bezahlt werden. Letztlich ist ja die Frage: Was ist mit den 5 Mrd. $ bezahlt worden, welche laut Nuland investiert wurden? Sind da Unternehmensanteile gekauft worden oder Staatskredite oder sind damit Aktivisten bezahlt worden? Was ist eigentlich das Interesse der USA? Glauben sie selbst, dass sie durch Farbenrevolutionen am Ende nur noch Freunde haben werden? Wollen sie Schiefergas abbauen? Oder brauchen sie einfach eine Ablenkung von innenpolitischen Problemen?

  • Reisender

    Bei allen handelnden Parteien ist ja die Frage, ob sie handlungsfähig bleiben. Wer hat die faktische Kontrolle über die Versorgungssysteme. Das sind in Kriegszeiten tatsächlich Wasser, Strom, Gas, Nahrung, … . In Friedenszeiten aber Geld. Können Löhne, Gehälter ausgezahlt werden. Kommt das Geld aus der Druckerpresse oder wurde es über Steuern eingenommen? Können die Auslandsschulden bedient werden?
    Die Frage stellt sich ja sowohl für die Krim wie für Kiew.

    Daher meine Frage: Was für ein Bankensystem hat die Ukraine? Auch ein zweistufiges Bankensystem mit Fiat-Money? Die Zentralbank hat sich die Putschregierung ja gleich unter den Nagel gerissen. Wie sehen die Geschäftsbanken aus? Wer hat da die Kontrolle? Bei wem haben die Regionalverwaltungen ihre Konten. Der Krim sind ja scheinbar alle Konten gesperrt worden. Warum sie, um handlungsfähig zu bleiben, schnellstmöglich den Anschluss an Russland wollen um von dort Geld für die Löhne und Gehälter zu bekommen.
    Auch die Regierung in Kiew muss die Frage lösen, wie sie die Gehälter zahlen. Da wird auch die 1 Mrd. der USA schnell verbraucht sein. Da ist noch nichts in trockenen Tüchern. Es bleibt dabei: Wer hat die besseren Utopien welche von der Bevölkerung geglaubt wird! Denn zu wem letztlich die Sicherheitskräfte loyal sind kann ja immer noch nicht gesagt werden.
    In wie vielen Tagen braucht Kiew Geld vom IWF? Wird Moskau weiterhin Gas liefern, falls die Rechnungen nicht bezahlt werden? Wem gehören die Gasnetzte auf dem Boden der Ukraine?

    • TomGard

      Es bleibt dabei: Wer hat die besseren Utopien welche von der Bevölkerung geglaubt wird!

      Glaube enthält keine Proteine. Wenn es einer an eine „Utopie“ ist, liefert er allenfalls ein paar Tag‘ Ersatz dafür.

      Die Krim-Regierung wirbt jetzt z.B. mit der Versprechung, Löhne und Gehälter würden nach einem Anschluß im Schnitt auf das Vierfache steigen (bei gleicher Kaufkraft des Geldes, versteht sich), wenn auch nicht gleich und sofort. Es ist nicht nur aus der Luft gegriffen, es ist eine platte, üble Lüge. Denn nachdem die NATO plangemäß den wirtschaftlichen Verkehr zwischen der Zollunion und West- Mitteleuropa maßgeblich geschädigt bis unterbunden hat, bricht nicht nur der Euro auseinander, sondern auch die Zollunion. Zumindest Weißrussland wird abgestoßen werden müssen, weil es eine reine Last darstellt. Der ganze Kontinent wird Hungerkrisengebiet mit zig Tausenden auf der Straße verendenden Leuten, in der Mitte ein „Syrien mit verteilten Rollen“, das von der Ukraine wohl rasch nach Weissrussland ausgedehnt würde. Jörg sehnt unten dieses Szenario herbei.

      • Pardon, aber das glaubst Du doch wohl selbst nicht?

        • TomGard

          Es gibt eine Reihe glasklarer Forderungen der Atlantiker an Deutschland: Euro – Bonds auflegen, wonach der Euro nichts weiter wäre, als eine altenative Beschriftung für Dollar-Schulden (das ist er jetzt zu großen Teilen auch, aber mit Euro – Bonds würde das irreversibel), den TTP widerspruchslos unterschreiben, Gen-Food zulassen nebst weitere Maßnahmen zur Bevölkerungsreduktion, darunter die Wichtigste: NATO-Beitrag mindestens verdoppeln und höhere Truppenkontingente stellen. Ich denke, man hat in Washington, London und Paris entschieden, das ist mit der politischen Klasse Deutschlands in ihrer gegenwärtigen Verfassung und Zusammensetzung nicht möglich, also muß sie verändert werden..

          D. bezieht mindestens 50% seines Öls aus Russland, Kasachstan und Libyen, wobei der aktuelle Anteil Libyens, aber auch Norwegens und des UK noch einmal deutlich gefallen sein dürfte. Gas is‘ eh klar. D. erzielte einen wachsenden Anteil seiner Exportüberschüsse in Russland und Kasachstan, Wachstum dieses Exportmarktes 2012 = 30%, während die Handelsbilanz gegenüber EU-Partnern zunehmend ausgeglichen wird. Das ist der Hebel.

          Ebenfalls mein Ernst ist es, daß UK / USA Deutschland 2011 mit einer Biowaffe angriffen, die EHEC-Affäre. Ich weiß das aus dem Studium des Erregers, seiner Virulenzfaktoren und Pathogenität im Zusammenhang mit der Epidemiologie, einschließlich des kompletten Verschwindens des Erregers. Es handelte sich um eine Chimäre, die nicht ausgebüxt ist, sondern per Aerosol ausgebracht wurde. Der Schaden summiert sich mit der Zeit auf Mrd-Höhe, weil um die 1000 Leute, evtl. mehr, mit geringem Altersdurchschnitt teil- bis vollinvalidisiert wurden. Damals habe ich das Ziel nicht verstanden, jetzt wird es allmählich klar: Maßgeblichen Leuten sollte klar werden, daß militärische Antworten auf Drohungen und Erpressungsmanöver D.’s mit Euro-Ausstiegsszenarien nicht ausgeschlossen sind. Der Libyenkrieg war ein angemessener Anlaß dafür – D. wurde genötigt, den Vollanschluß Paris‘, Amsterdam, Stockholm und Warschau an die Achse Washington – London ohne Gegenwehr hinzunehmen.

          Der Gedankenknoten, der die Wahrnehmung dieser Verhältnisse verhindert, ist paradoxerweise Antiamerikanismus, der gewöhnlich mit einer fatalen Unterschätzung des Machtvolumens und der Ansprüche des deutschen Euro-Imperialismus einhergeht. Die „Eigenwilligkeiten“ Deutschlands beim Mitmachen in der imperialen Welt sind für die Atlantiker ein sehr, sehr ernstes Ärgernis.

        • Walter Mandl

          @TomGard
          in einem Telefoninterview vom 12.03.2014 mit der IRIB spricht auch Christoph Hörstel darüber. Zwar nicht so explizit aber durchaus die Dinge beim Namen nennend:

  • Jörg

    Die Probleme werden kommen, wenn es Bürgerkrieg in der Ukraine gibt.
    Die Regierung Putin hat ja Glück im Unglück: Trotz des Verlustes einer befreundeten und ummittelbar an der eigenen Grenze liegenden Ukraine, wird Rußland die Krim nebst Militäranlagen ‚bekommen‘ bzw. richtiger: ‚behalten‘.
    Der zweite Glücksfall ist, daß Rußland, welches zuvor den tief in den Dreck gefahrenen „ukrainischen Wagen“ hätte rauswuchten müssen, nun gelassen zusehen kann, wie die aggressiven Gringos und die USA-EU dies unternehmen müssen und wie sie daran scheitern werden.

    Denn selbstverständlich werden USA und EU daran scheitern, die Erwartungen der Ukrainer auf einen bescheidenen Wohlstand und eine funktionierenden Staat zu erfüllen. Denn die in den USA und in Westeueropa herrschende Liberalisten sind gar nicht in der Lage, etwas aufzubauen. Sie können nur aussaugen und verfallen lassen. Die EU kann noch nicht mal für einen bescheidenen Wohlstand im winzigen Griechenland sorgen (oder auch Rumänien oder Bulgarien usw.). Auch die Diktatur in den USA kann das eigene Land nicht aufbauen – vielmehr werden die eigenen Bürger brotlos und sowohl industrielle wie staatliche Strukturen verfallen (Stichwort: „Detroit!“) rapide.

    Da die USA und die EU die Ukraine sogar beschleunigt ins Chaos führen werden (gerade hat das Putschistenregime verkündet, daß die Renten in der Ukraine halbiert werden) wird es erneute, bzw. echte , Aufstände geben – nun aber gegen die Nato-Püppchen in Kiew! Und dann wird es zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommen. Wichtig ist, daß sich die Regierung Putin schon jetzt darauf vorbereitet – insbesondere auf die auszuliefernde Ausrüstung und die Ausbildung der sicherlich aus dem Osten der Ukraine stammenden zukünftigen Kämpfer.

  • Jörg

    ,… guter Artikel :
    „Zur angeblichen Illegalität des Krim-Referendums“ – http://www.iknews.de/2014/03/11/zur-angeblichen-illegalitaet-des-krim-referendums/

  • ISKANDER

    @jörg
    Ich persönlich nehme an, das seitens des „Westens“ – um es einmal etwas oberflächlich zu veralgemeinern – überhaupt kein Aufbau des ukrainischen Landes mehr vorgesehen ist.
    Wie du schon schriebst, es wird wirtschaftlich als Einwegverpackung ausgesaugt und seinem eigentlichen Zweck zugeführt: dem Aufbau von massivsten Raketenanlagen, Stellungen, Militärstützpunkten.
    Denn die Ukraine ist nur eine Etappe nach Moskau, mehr nicht.
    Die Kidnapper – Allianz der Ukraine muss zwangsläufig in 4,5,6 Jahren Moskau erobert haben. So – oder so. Denn die Zeit läuft gegen sie.
    Warum?
    Chinas Entwicklung im militärischen und wirtschaftlichen Bereich ist enorm. Russlans erholt sich ebenso rasch von den Taten der Saufnase Jelzin. Fahr mal durch Russlands Gaue, die blühen auf, Armut ist zurückgegangen.
    Die wirtschaftliche und finanzielle Krise in den USA beschleunigt sich dagegen linear und die alte Tante Europa – West leidet an zahllosen Gebrechen. Angefangen vom Nervenfieber, Blutarmut und bis hin zu geistiger und körperlicher Senilität in Personalunion mit grassierender wirtschaftlicher Inkontinenz.
    Da braut sich ein großer Konflikt auf.
    Den ruhig zu stellen (Im Sinne des Tianmen – Platz Rezeptes), braucht es Ruhe im Osten, der Störfaktor Russland muß (bis dahin) weg.
    Na und im übrigen sind die russischen Reichtümer auch eine leckere Blutmahlzeit für dem Vampir, für ein paar Jahre.
    Als dritter Punkt ist da noch Peking zu kassieren….

    Kurzum, ich würde begrüßen, wenn sich in der Diskussions- und Gedankenkultur hier und anderswo, die Realitätserkennung dahingehend einsetzt, das man auf den wechselseitigen Keulenschlag mit der „Nazikeule“ verzichtet.
    Dies ist nämlich weder zutreffend, noch hilfreich.
    Was wir hier seitens des Westen erleben ist nämlich noch viel schlimmer: Es ist gewöhnliche, brutalst mögliche Barbarei die diese Welt in Flammen setzt und deren Fundament auf gigantischen Lügen aufgebaut ist.
    Die tatsächlich wiederwärtigen Ultranationalisten in der Maidanszene sind die Hämmer, die durch wohlbekannte Kräfte im Westen (hier mehrfach im Blog beschrieben), nur benutzt werden zum Sprengen allen Widerstandes und somit Erreichung ihrer Ziele.
    Auch Putin macht den Fehler, auf Nazis zu verweisen. Das ist eine denkbar schlechte Strategie. Er sollte sagen: „Westliche Demokratieträger“. Das könnte sich als neue Superlative einbürgern und zutreffen.

    • Jörg

      @Iskander
      „Westliche Demokratieträger“

      Nein, Iskander: Demokratie gibt es hier schon lange nicht mehr. In der BRD gab’s das vielleicht so ein bißchen Ende der 1960er Jahre. Aber spätestens unter Helmut Schmidt wurde aus der BRD ein Polizei- und Überwachungsstaat. Ähnliches gilt für die anderen westeuropäischen Länder.
      Heutzutage ist Westeuropa vom US-israelischen Imperium besetzt und beherrscht. In der BRD haben dazu gerade die alten und die neuen Nazis (in den Behörden – z. B. BND, Verfassungsschutz, Staatschutzabteilungen der Polizei) beigetragen. Siehe auch „deep state“ oder „NSU“. So völlig falsch ist die „Nazikeule“ also nicht. Die Nazis spielten und spielten dieselbe Rolle für das böse Imperium wie die Al Kaida.

      Wenn Du, Iskander, wirklich an einen zukünftigen Vernichtungskrieg gegen Rußland glaubt, muß Du ja ein äußerst scharfer Kritiker der fast 15 jährigen Verleugnungspolitik von Putin-Lawrow-Medwedew sein!

      Ich glaube allerdings nicht an so einen „heißen“ Krieg oder „3. Weltkrieg“. Denn das Gangster-Pack hat vor einer echten Schlägerei auch Angst. Es „erdrosselt“ lieber langsam.

      Über die für Rußland sich anbietende Gegenstrategie hatte ich schon oft gesprochen, so daß ich mich hier nicht wiederholen werde. Mit einem Lawrow allerdings wird man das Blatt nicht wenden können. Der opfert liebe befreunde Länder (Irak, Libyen, Syrien) als den Kurs seiner Appeasement-Politik zu ändern.

      • ISKANDER

        @jörg: „Westliche Demkratieträger“ – das war doch sarkastisch gemeint.
        Eben weil der Westen alles mögliche, nur eben KEINE Demokratie verbreitet.

      • demq

        Du glaubst doch nicht das Lavrov über Putins Kopf springen kann um aussenpolitische Entscheidungen zu treffen (vor allem wenn es um Krieg geht). Nach 2 Tagen wäre er abgesetzt!
        Unterschätzt Lavrov nicht, er ist ein sehr guter Diplomat einer der besten absolvente der Polit Schule der UdSSR, mit sehr viel Erfahrung! Wie oft er schon seine westlichen Kollegen zum Nervenzusamenbruch gebracht hat. Er selbst bleibt immer in Ruhe und Gelassenheit, aber emotionlos und kalt! Was Diplomatie an geht ist er ein Ass! Genau desswegen ist er da wo ihn Putin braucht!

    • kubanka

      Iskander

      Das geistlose Nazi-Gefasel ist ja nicht zufällig von allen Beteiligten zu hören. Es steckt natürlichen eine Absicht dahinter, diese ukrainischen Verbrechen oder BRD-VS-Kriminelle als Nazis zu bezeichnen.

  • Jörg

    „LUKASCHENKO NENNT URSACHEN VON ZERFALL DER UKRAINE“ – http://german.ruvr.ru/2014_03_11/Lukaschenko-nennt-Ursachen-von-Zerfall-der-Ukraine-6411/

    „Dem Zerfall des Landes liegen … entsetzliche Korruption zugrunde“, sagte Lukaschenko.
    Da hat er recht!
    Genau diese „Korruption“ ist auch der Grund dafür, daß die BRD besetzt ist und bei uns nur US-Schergen in Medien und Politik das sagen haben. Die Bürger sind korrupt! Oft nur aus Bequemlichkeit. Denn sich für das Gemeinwohl einzusetzen, ist zumeist mit Mühe verbunden. Vor dem Fernseher zu sitzen und Chips zu mampfen ist hingegen viel angenehmer!

    • Jörg,
      das Problem in der BRD sind aber wohl nicht (nur) die „korrupten Bürger“, die keine Lust/keinen Nerv/keine Zeit fürs „Allgemeinwohl“ haben – viele engagieren sich doch schon/noch in ihrer dürftigen Freizeit auf niedriger (= lokaler, familiärer, nachbarschaftlicher, vl. auch „kirchlicher“) Ebene, manche auch auf „höherer“ (Greenpeace, Nabu, etc.). All diese Menschen wollen mit ihren Ehrenämtern „etwas Gutes tun“ – und viele werden im kleinen Kreis auch durchaus ein wenig Licht und Geborgenheit spenden können – sei es nur für die engsten Bekannten, sei es für Fremde, die von ihrem Engagement profitieren.
      Leider aber reicht es nicht immer, Gutes lediglich tun zu WOLLEN, wenn man dann seine Energie in die falschen Kanäle investiert. Und „falsche Kanäle“ sind eben fast die einzig vorhandenen, sobald man auf mehr abzielt, als „nur“ auf den nächsten Bekanntenkreis und die nächste Umwelt (denn in diesen „direkten“, persönlichen Einflussbereichen bewahrt einen das ganz konkrete „Bauchgefühl“, das ein jeder Mensch hat, wie auch immer er es dann nennen will, vor all zu falschen Lageeinschätzungen) – zumindest verbläst man seine ursprünglich aufrichtige Motivation leicht an „falsche Kanäle“, wenn man im Rahmen seiner Suche nach einer „geeigneten gemeinwohlorientierten Einrichtung/Organisation“, bei der man seine Tatkraft einbringen möchte, schlicht *nicht die Zeit (bzw. „Lust“) hat, sich unabhängig über den Zustand der Welt und der Gesellschaft zu informieren*. Denn das Sich-Eigenständig-Informieren (also jenseits von Tagesschau und anderen Meinungsmonopolen) kostet immer Zeit und Konzentration – beides wird von der persönlichen „Berufstätigkeit“ (1.)) dermaßen in Beschlag genommen (und wenn auch „nur“ in Form einer „Berufstätigkeit“ wie „Hartzen“ mit all der damit einhergehenden Bürokratie-Strapaze …), dass dem einfachen Untertan kaum abzuverlangen ist, dass er seine knapp bemessene Freizeit dann auch noch für derartige Recherche opfert.

      [1.) Kleine Anmerkung: Wobei „neudeutsch“ (= Neusprech ;)) natürlich längst eher vom „Job“ und von „Erwerbstätigkeit“ gefaselt wird – von einem Beruf, von echter, persönlicher „Berufung“ ist ja auch bei der großen Masse längst keine Spur mehr.]

      Insofern ist es mbMn eher nicht der „Wille zum Guten“, der eindeutig fehlt in der BRD-Untertanenschaft. Es ist der „Wille zur Wahrheit“. Die Menschen müssten einfach nur mehr *verstehen*, was sie tun. Dann würden sie auch öfter die „richtigen Kanäle“ erwischen, wenn sie ihren Überschuss an „Gerechtigkeitsempfinden“, „Moralgefühl“ oder wie auch immer man diesen subjektiven „Willen zum Höheren“ nennen mag, in Handlungsweisen übersetzen.
      Diese bewusste Herangehensweise also ist zu propagieren, zu fördern und vor alldem insbesondere *selbst* zu verfolgen, anstatt – wie derzeit meist – blind aber lautstark Dinge zu tun wie … FEMEN zu unterstützen (und dadurch sämtliche Bemühungen von Frauen weltweit zu untergraben), eines Tages einmal „hinreichend“ wertgeschätzt zu werden; für Greenpeace (ökologisch-sinnlose Verbrechen zu begehen, genannt:) „aktiv zu sein“; „Demokratie“-Bewegungen in „autoritären Regimes“ unterstützen (und also der größten aller „autokratischen Mächte“ direkte Schützenhilfe zu leisten) usw.

      Aber vermutlich siehst du dies Alles im Grunde ganz genauso. Ich wollte hiermit also weniger Kritik an deinen Inhalten üben – als im spontanen Dialog mit dir an unser aller gemeinsamem „Feindbild“ schnitzen ;) Denn je zielgenauer man seine Gesellschaftskritik setzt, desto stichhaltiger werden die Hiebe – und treffen dabei zudem nicht so viele unschuldige Schafe … die Hirten und die Schäferhunde gilt es zu ändern (nicht „abzuschaffen“ – soweit ist die Menschheit lange nicht). Sie, die Hirten und Hunde sind es, die den Schafen die Richtung zeigen (sollen). Und Schafe wird es (vorerst) immer geben. Genauso wie Wölfe.
      Man verzeihe mir die „fabelhafte“ Tiersymbolik – aber ich hab´ einfach manchmal das Gefühl, dass sich in unserer Welt die Wölfe als Schäferhunde ausgeben und die Schafe sich das gefallenlassen (müssen) – und dass die Hirten angesichts der aus jeder neuen Nacht verstörter hervorgehenden Schafe nur gutgläubig dafür beten, dass doch der liebe Gott bitte seinen „Schäferhunden“ alle Macht der Welt verleihe, um „ihren Job“ zu tun … Deren eigentlich doch offensichtliche *Berufung* wird wie in Trance ignoriert …
      Tja, und möglich ist den Wölfen diese Scharade (unter anderen Faktoren), weil kein Schaf heute (mehr?) strukturiert in SYMBOLEN zu denken weiß. Stattdessen verrennen sie sich in den „rationalen“ Argumenten, die ihnen Jauch bis Maischberger in Gestalt ihrer Showgäste vorkauen. Oder schalten lieber direkt auf Durchzug, wenn irgendjemand von allzu abstrakten Dingen spricht.

      Und ja: „Oft nur aus Bequemlichkeit.“

      In diesem Sinne,
      Peace und Pravda – einer Menschheit, die weder das Eine, noch das Andere je in Vollendung wird erfahren können. Aber das Streben danach hält sie zumindest in der Existenz. ;)

      • Jörg

        @Janosch
        Das ‚Hauptproblem‘ gehst Du, Janosch, wirklich sehr schön zielstrebig an.

        Aspekt: „Falsche Kanäle“
        Hier glaube ich, daß die Leute nicht einfach deswegen nichts ändern können, weil sie – trotz guten Willens – ihre Aktivität aus Unwissenheit in „falsch Kanäle“ lenken.
        Vielmehr sind die allermeisten, die sich engagieren, so was wie Alice Schwarzer: Sie ergreifen ein prinzipiell berechtigtes Thema auf – aber nur, um sich(!) selbst(!) ausleben zu können. Dasselbe z. B. sieht man bei den Leuten von der Piratenpartei (siehe: http://blog.fefe.de/?ts=ade14ae9 ). Das sind Ausbeuter, nicht Gemeinnützige!

        Diejenigen, die sich wirklich für die Gemeinschaft engagieren, scheitern nicht am „falschen Kanal“, sondern daran, daß diese Gruppen, an die sie sich wenden, bereits von solchen ’sich -selbst- Ausleben‘-Typen besetzt sind. Und diese denken überhaupt nicht ans Gemeinwohl, sondern nur an ihre ‚Selbstbestätigung‘ bzw. ihr Vergnügen.

        Aspekt: „Wille zur Wahrheit“
        Woher kommen nun diese Leute, die ja nur die aktive Version derjenigen sind, die vor der Glotze sitzen?
        Meine Antwort ist: Solche Charakteren entstehen, wenn die „innere Straffheit“ verloren ging.
        Wenn die „Straffheit“ verloren geht, dann nisten sich Eitelkeit, Dünkel, Gier, Verlogenheit, Egoismus, Lieblosigkeit usw. ein.

        Das ist so wie mit einem lockigen Haar. Wenn man es straff zieht (aber auch nicht zuviel!) dann ist es ganz gerade. Läßt man es los, einstehen ein Kreis oder mehrere Kreise. Diese Kreise kann man als ‚Gegenprinzip‘ betrachten. Etwa als ‚Module‘ oder ‚Subsystem‘ die stets in Opposition zum Hauptsystem stehen (so ein bißchen wie bei den Christen der Liebe Gott und der Teufel). Durch Mangel an straffer Lebensführung entstehen im Charakter also Gegensysteme. Mit dem Ausleben der oben genanten schlechten Eigenschaften (Eitelkeit usw.) werden sie sogar noch gefüttert – und sie wachsen dann!
        Daß die alten Römer, die alten Griechen und, ja, auch die Preußen recht erfolgreiche Staatswesen hatten, lag absolut an dieser „Straffheit“.

        Aspekt: Wölfe als vermeintliche Schäferhunde
        Wenn man schlaff statt straff ist, nisten sich natürlich Parasiten und auch Mörder ein. Wer seine Pflichten nicht genügt und alles laufen läßt – früher waren das arbeitsfaule Könige (z. B. Ludwig II. – der „Kini“) oder auch damals dieser v. Bohlen und Halbach, der von Bertold Beitz ausgetrickst wurde – ist plötzlich fremder bzw. nur noch „Mieter“ im eigenen Haus. Nachdem die Bürger selbst regieren wollten und die Monarchie abschafften, erleiden sie dasselbe Schicksal wie ein fauler, der Genußsucht zugewandter König (man verliert alles und manchmal sogar das Leben – siehe Ludwig II.)

        • Danke für die ausführliche Antwort, Jörg!

          Besonders der letzte Satz – „Nachdem die Bürger selbst regieren wollten und die Monarchie abschafften, erleiden sie dasselbe Schicksal wie ein fauler, der Genußsucht zugewandter König“ – umreißt den Status Quo in Europa wohl sehr treffend: Die „Sklavenselbstverwaltung“ hat immer mehr Sand im Getriebe, weil das „Personal“ (= die „Bürger“) sich nicht mehr für den eigenen Betrieb (= BRD/EU) (mit-)verantwortlich fühlt.

          Und stimmt, die „Selbstsucht“ habe ich ein bisschen übergangen/übersehen im obigen Post. Tatsächlich könnte die „Selbstsucht“ (in all ihren Formen, wie „Eitelkeit“, „Gier“ etc. – im Prinzip sind hier wohl mindestens alle traditionellen „7 Todsünden“ zu nennen ;)) das entscheidende Moment in den Persönlichkeitsstrukturen der (zeitgenössischen) Menschen sein, das den Ist-Zustand unserer Gesellschaft besonders effektiv zementiert. Und nicht einfach nur der vermeintliche Mangel an „Wille zur Wahrheit“.

          Damit wäre also die „Unwissenheit“ (der fehlende „Wille zur Wahrheit“, die traditionelle Ignoranz und Stumpfheit der Massen) nur ein Derivat, ein Abgeleitetes von dieser originären „Selbstsucht“ – indem diese Selbstsucht im gesellschaftlichen „Normal“-Fall dazu führt, dass der konkrete Mensch sich vor eine strikte entweder-oder-Wahl gestellt fühlt (auch wenn diese Wahl wohl eher un-/unterbewusst getroffen wird): Entweder wählt er direkt die weitgehende „Unwissenheit“, um sich die Wirklichkeit (weiter) „schönreden“ (lassen) zu können – oder er wählt zwar zunächst durchaus den „Willen zur Wahrheit“, setzt diesen aber nicht „ins Äußere“ um, sondern strebt eigentlich nur nach Wissen, um es dann zum persönlichen Vorteil einzusetzen (dein Stichwort Piratenpartei – aber natürlich auch auf seeeehr viele „traditionellere“ Politikergestalten und zudem auf viele „anerkannte“ Wissenschaftler und natürlich „Medienmenschen“ zutreffend).
          Den „Willen zur Wahrheit“ auch „ins Äußere“ umzusetzen, hieße dagegen, die eigenen Erkenntnisse eben gerade auch den Mitmenschen näher zu bringen, auf dass auch diese davon „profitieren“ mögen.
          Sobald man diese Mitmenschen nämlich übergeht, und man stattdessen mit all seinem erlangten Wissen eines Tages den elitären Standpunkt vertritt, dass die Mitmenschen einem doch gefälligst einfach (blind) zu vertrauen haben, wo man doch so hehr „das Gute für die Allgemeinheit“ anstrebt … dann begibt man sich selbst in den Dunstkreis des „Faschismus“, also der Einstellung, dass man als Teil der (hier: „geistigen“) „Elite“ eben „besser weiß, was für andere gut ist“. Manchmal (oder gar oft) mag man sogar Recht haben mit dieser seiner Einschätzung. Die Masse ist eben relativ „blöd“.
          Doch sicher sein kann man sich dessen nie, dass die eigene (zunächst ja „nur“ theoretische) Sichtweise auch in der PRAXIS die überlegene ist. Also ist auch die tollste Utopie nur durchzusetzen, wenn man es schafft, das gemeine Volk von ihr zu überzeugen.

          Aber … wie erreicht man „das gemeine Volk“? Vermutlich nur mit entweder viel Geld und geschickter PR (dies ist wohl die traditionellste Vorgehensweise politischer Akteure …), oder – mangels Geld und Kontakten – mit äußerst effektiven anderweitigen „Manipulationstechniken“, die letztlich vielleicht darauf hinauslaufen, das eigene Leben (bzw. die eigene Lebensführung) ALS GANZES zu einem bloßen Medium seiner Botschaft zu machen (als Beispiel seien hier etwa Religionsstifter genannt, die in erster Linie durch ihren reinen Lebenswandel neue Ideen und Ideale in die Welt bringen – aber auch Nietzsche bin ich geneigt hier als Beispiel anzuführen). Doch auch letzterer Weg ist eine Form von „Manipulation“ der Mitmenschen – wenn auch nicht aufgrund von niederen Motiven seitens des Manipulateurs.

          Man muss sich also wohl oder übel in irgendeiner Weise auf das Niveau derer hinablassen, die seit Urzeiten das Volk mit Angst, Aberglauben und Denkfaulheit verblenden. Der Unterschied liegt nur darin, dass man dabei eben NICHT auf latente Angst, Aberglauben oder Denkfaulheit bei den zu Beeinflussenden setzen darf – weil man ja sonst doch nur wieder das laufende System unterfüttert. Man muss stattdessen auf latenten Mut, auf latente Weisheit und auf latente Wissbegier bei den „zu Belehrenden“ setzen. Zugegeben: Dazu gehört schon ein guter Batzen Optimismus …

          … und genau an dieser Stelle geben dann halt auch viele auf, aufrichtig für „das Gute“ kämpfen zu wollen, weil sie es endgültig für den berühmten „Kampf gegen Windmühlen“ halten.
          Sie fallen dann im günstigsten Fall zurück in die Trance der Ignoranz – im schlimmeren Falle aber interpretieren sie ihre derartigen Erfahrungen und Einsichten zum „Beweis“ um, dass „der Sinn des Lebens offenkundig darin liegen muss, egomanisch seine persönlichen Ziele zu verfolgen, indem man sein Wissen zum eigenen Vorteil einsetzt, weil dann ja – wenn das einfach jeder so täte – alles „gerecht“ sei“. Klassischer Sozialdarwinismus also.

          Es ist wohl wirklich so: Man muss in erster Linie auf die eigene „Straffheit“ abzielen; die *Arbeit an sich selbst* als erfolgsversprechendste Methode, um gerade NICHT sich selbst „persönlich“ zu verbessern (wenn dies auch eine Art Nebeneffekt sein mag), sondern um die Welt als Ganzes ein klitzekleines Stückchen besser zu machen: Indem eben jener kleine Daseinsanteil, den man mit seinem physischen Körper und seiner geistigen „Person“ repräsentiert, zu einem etwas besser geölten Rädchen wird im Gesamtgefüge des menschlichen Zusammenlebens.
          Doch diese Synthese der Paradoxie von gleichzeitigem Individualismus und Kollektivismus gelingt nur „jenseits“ der aristotelischen Logik – ist also Gegenstand der „Mystik“, oder zumindest der Philosophie … ;)

          PS: @ all: Man verzeihe mir bitte das wirre Brainstorming, das so gar nichts direkt mit dem Artikelthema zu tun zu haben scheint!

  • Antifo

    „Am 10. März 2014 wurde der Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko bei einer Rede in Charkiw mit Eiern beworfen. Am selben Tag wurde der frühere Verwaltungschef der Oblast Charkiw, Michail Dobkin, in KIew in Untersuchungshaft genommen. Dobkin wurden sezessionistische Bestrebungen vorgeworfen.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Charkiw#Geschichte

    Sie wollen Dobkin auch vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen.

    Dobkin hatte am 23. Februar 2014 angekündigt, bei den Präsidentschaftswaheln im Mai 204 kandidieren zu wollen …

    • Antifo
      • Jones2theBones

        Es geht momentan eine vom SBU durchgeführte Säuberungswelle durchs Land.
        Neben Dobkin, der festgenommen wurde, als er in Kiew eigentlich seine Kandidatur für das Präsidentenamt einreichen wollte, sind weitere Politiker festgenommen worden, darunter beispielsweise Anton Dawidtschenko und Rostislaw Barda.
        Die einzige mir bekannte Kandidatur fürs Präsidentenamt verbleibt der Eurofaschist und Terrorist des rechten Sektors: Dmitry Yarosh. Angesichts der Tatsache, dass die Wahlen eigentlich schon in zweieinhalb Monaten stattfinden sollten, macht das diese zur Farce.

        Der ukrainische Grenzschutz verkündet ebenfalls stolz, 3500 „russische Provokateure“ festgenommen zu haben.
        Was daran dran ist, merkt man schon an der Tatsache, dass historisch bedingt einige Bahnlinien durch ukrainisches Territorium verlaufen, beispielsweise von Moskau nach Rostow am Don, und Passagiere dieser Zuglinien verhaftet wurden.

        Den bereits emsig betriebenen Umbau und Gleichschaltung von Sicherheitsstrukturen, den eine Übergangsregierung eigentlich aufgrund der Dauer und schwerwiegenden Folgen eigentlich nicht begehen dürfte, hat sie ja schon mit der Regierung des Yushtshenko, aber auch anderen Revolutionenregierungen, wie der des Saakashvili, gemein.
        Von der Gleichschaltung des SBU unter Turchynov & Yushtshenko war hier schon mehrfach die Rede, und Saakashvili hat seinerzeit fast alle Polizisten gefeuert.

        Die Oligarchenjunta setzt aber noch einen drauf, indem sie komplett neue erstellt. „Kommissare“, wie wir sie aus der Sovietunion von 1917 bis zum zweiten Weltkrieg kennen, sollen die Armee gleichschalten und zögerliche Generäle im Notfall ersetzen.
        Eine „Nationalgarde“ mit der Aufgabe der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und des Grenzschutzes, wird ebenfalls aufgebaut und erinnert beispielsweise an die SchutzStaffel des Nationalsozialistischen Reiches, das ebenfalls parteitreue Strukturen aufbaute.

        Es ist also Fakt, dass die zweite ukrainische Republik de facto schon vorbei ist, und wir es mit einem neuen Staat zu tun haben, ähnlich wie der Wechsel von der Weimarer Republik zum Dritten Reich, doch mit dem Unterschied, dass 1933 der Wechsel weitgehend verfassungskonform vonstatten gingen.

        • Nobilitatis

          Eine Nationalgarde haben aber viele Länder. Die SS war eine solche nun eher nicht.

        • Jones2theBones

          Mit meist fundamentalen Leuten.
          Und ja, der Vergleich mit der SS hinkt. Sinnvoller wäre die SA gewesen.
          Die bestand auch aus Straßenschlägern, die sich bei Demonstrationen gezofft haben.

          Ich schreib dir später noch was zu Option A & B. Jetzt muss ich erst einmal schauen dass ich den Flug erwische.

        • Nobilitatis

          Handelt es sich um private Strukturen? Oder sollen Gruppen des „Rechten Sektors“ im Staatsauftrag operieren? Oder geht es um eine tatsächliche Nationalgarde?

    • Volker

      Das sind die Szenen mit Klitschko in Charkow. Vor und nach seinem Auftritt hat ein offenbar schizophrener Dichter ein ellenlanges Gedicht auf Ukrainisch verlesen, was Klitschko ganz offensichtlich peinlich war. Und man beachte das deutschsprachige Plakat … :)

      • Volker

        Klitschko vs. Gauleiter Koch
        :)

  • kaumi

    Mister Dax spricht klartext – so, dass selbst der Bildleser verstehen müsste…

    • Walter Mandl

      Ja, und während interessierte Leser/Innen hier -und auch auf anderen Plätzen im Internet- schier unfassbare Einsichten ins Geschehen „Internationaler Politik“ erhaschen, die letzten Reste an Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Sicherheit zu schwinden beginnen, bereiten unsere Regierungen schon die nächsten Schritte vor. Beinah im Intervall der stündlich sich endlos wiederholenden (offiziellen) Nachrichtensendungen kann die Zuspitzung -trotz krampfhafter Wahrheitsleugnung- erlebt und gefühlt werden. Gute Vorsätze und Gedankenmodelle wie: „Stell dir vor, es ist Krieg, und niemand geht hin“ zerbröseln ob ihrer Wirkungslosigkeit. Wir sollten nicht zuwarten wie der sprichwörtliche Hase im Anblick der Schlange. Noch können wir zumindest unseren Protest erheben. Zwei Generationen im vergangenen Jahrhundert hatten diese Möglichkeit nicht. Und dennoch werden sie – posthum – gerade dafür verurteilt. Mit welchem Recht? Courage kommt nicht aus dem TV-Kanal und wird auf keiner Schule gelehrt. Wenn die ersten Schüsse fallen, ist es mit Bestimmtheit zu spät für jede Art des Begehrens. Tod und Elend haben dann die grössten Stiefel. Wacht auf aus dem Traum der Ignoranz. Er schützt nur in „Friedenszeiten“ und bei vollem Magen!!!

  • Nobilitatis
  • kubanka

    „Heutzutage ist Westeuropa vom US-israelischen Imperium besetzt und beherrscht. In der BRD haben dazu gerade die alten und die neuen Nazis (in den Behörden – z. B. BND, Verfassungsschutz, Staatschutzabteilungen der Polizei) beigetragen. “

    Es gibt seit 1945 keinen einzigen Nazi, gäbe es Nazis sähe die Wirklichkeit auf bundesdeutschen Straßen anders aus.
    Die die BRD-Staatsschauspieler, die hier als „Nazis“ herumlaufen, kann man doch nicht ernsthaft mit den Figuren vergleichen, die in der Kampfzeit und ab 33 bis 45′ die politische Bühne beherrschten.

  • Enis

    Kann mir jemand russischsprechender aufklären, was die Fahne eines künstlichen Staates ab sek. 39 an dieser Versammlung für eine Aufgabe hat?? Oder stehe ich wirklich auf der falschen Seite der Geschichte?

    • demq

      Odessa, ist bekannt für seine „grosse Judische Minderheit“ – was nicht heissen muss, dass sie alle auf der Seite des Westens stehen müssen (aus welchen Gründen auch immer).
      Hinzu kommt, dass die momentane „exekutive Gewalt“ Bandera faschisten haben, die bekannt sind wegen Massenhinrichtungen (unter anderem) gegen Juden, was bestens dokumentiert ist!

      Ich wundere mich nicht darüber. Wenn es Menschen sind die sehen was passiert, warum sollen sie nicht Pro Russisch sein!

      • Enis

        @demq,
        Danke für die Aufklärung. Soll man es als eine Art Zwecksallianz verstehen?An für sich ist das normal, dass sie als Bürger dieses Landes sich sorgen machen müssen. Aber warum unter dieser Fahne?
        Ich bin da natürlich als Araber sehr heikel vorbelastet. Denn diese Fahne verkörpert einen künstlichen Staat, der eigentlich nicht existiert. Ein Unrechtstaat, ein Schurkenstaat, ein Terrorstaat.

        Sollte es vorkommen, dass diese Fahne bei Pro-Assad Demonstrationen weht, dann werde ich mit Bestimmtheit desertieren!

        • Enis

          hier noch ein Beweis warum es sich um einen Schurkenstaat handelt!
          Diese eigenartigen Gestalten haben ein eigenes Verständnis von Völkerrecht!

          http://www.greenpeace-magazin.de/tagesthemen/einzelansicht/artikel/2014/03/12/israels-parlament-stimmt-fuer-referendumszwang-vor-gebietsabtretungen/

        • Reisender

          Fragt sich ja, was mit dieser Flagge ausgesagt werden soll. Hier demonstrieren auch Menschen mit jüdischen Glauben gegen eine Regierung mit Beteiligung von Sozial-Nationalisten oder soll es eine Unterstützung des israelischen Staates sein.
          Hätten Menschen mit jüdischen Glauben denn ein anderes Symbol, was sie verwenden könnten?

        • Enis

          @Reisender
          Wie geschrieben, habe an für sich nichts dagegen, dass sich diese Gemeinschaft gegen die westlichen Demokratie-Faschisten mitdemonstrieren. Selbst in Iran und in Syrien hat diese Gemeinschaft sehr grosse Freiheiten bei der Ausübung ihrer Religion. Selbst Synagogen sind zugelassen. Es stört mich jedoch, dass sie unter dem Banner eines Terrorstaates auftreten! Ein Plakat mit Verweis auf die jüdische Gemeinschaft hätte längstens gereicht.

        • demq

          Es ist anzunehmen dass derjenige das Judentum mit der Israelische Flagge symbolisierte. Ob er auch diese zwei paar Schuhe auch miteinander identifiziert oder nicht, sei dahingestellt.
          Wahrscheinlich war das der einfachste Weg, zu sagen ich bin Jude und gegen xy…

  • Jörg

    Sehr schönes Statement von Willy Wimmer, welches – obwohl schon 2 Wochen alt – sehr aktuell ist: http://www.youtube.com/watch?v=O3fNWgefjz0

    • kaumi

      Danke Jörg. Sehr hörenswert.

  • klaus

    Hier noch ein frisches Video von Hörstel:

  • Antifo

    Gegner werfen Swoboda-Chef Oleg Tjagnibok Antisemitismus vor. Mitte der 2000er Jahre stand der studierte Jurist vor Gericht, nachdem er sich beleidigend über Juden geäußert hatte. Sein Verteidiger von damals, Oleg Machnizki, ist neuerdings Generalstaatsanwalt. Zudem wurde erst im Mai 2013 eine Swoboda-Delegation von der NPD-Fraktion Sachsen in Deutschland empfangen.

    Aber der Ex-Boxweltmeister muss sich selbst Fragen gefallen lassen. So hat sein Parteifreund Valentin Naliwaitschenko, nun Geheimdienstchef, einst dem Anführer des Rechten Sektors, Dmitri Jarosch, ein Geleitwort für dessen Buch „Nation und Revolution“ verfasst.

    So viel zum Generalstaatsanwalt und Geheimdienstchef der neuen Ukraine.

    http://www.tageblatt.lu/nachrichten/story/17766198

  • Ihr seid hier zwar in der Regel gut informiert, aber mitunter ist es auch von Bedeutung, wenn mehrere Seiten die Informationsverbreitung von Wahrheiten unterstützen und das sicherlich gerade auch jetzt.

    Ich habe deshalb einen Artikel von nsnbc übersetzt.
    Bezeichnung des Artikel:
    G7 “Warn” Russia not to “Annex” Crimea while Pravy Sector Deploy’s 20.000 “National Security Guards”

    Hier die Kopie mit Übersetzungen ins Deutsche:

    http://soz-net.neue-mitte-mv.de/display/stop_big_brother/181066?f=&redir=1

  • Ende der Zivilisation

    Achtung!
    SBU-Chef Alexander Yakimenko: Sniper gehörten zu Parubiy, US-Botschaft gab die Befehle
    http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2014/03/13/sbu-chef-alexander-yakimenko-sniper-gehorten-zu-parubiy-us-botschaft-gab-die-befehle

    Merkel, Steinmeier und die EU-Verantwortlichen ziemlich sicher juristisch verfolgt werden, weil sie Massenmörder in der Putschregierung materiell und logistisch unterstützten. Und weil sie ihre Mitwisserschaft gegen die legitimen Interessen der Deutschen Bevölkerung politisch einsetzen, im Dienste einiger USA-, Nato- und EU-Eliten.

  • MM

    Was meint ihr zur Computerstimme, akzeptabel? Am Inhalt müsste ich eigentlich auch noch mehr schrauben, doch fehlt mir einfach die Zeit.
    Beste Grüße, MM

    • jowi

      Offen gesagt nerven mich diese abgehackten Computerstimmen. Trotzdem vielen Dank für die Mühe!

      Ich persönlich würde da deutsche Untertitel bevorzugen, oder eine natürliche Kommentar-Stimme.

      • MM

        Du hast ja recht, aber ich habe mich erneut mit der Computerdame hingesetzt und sie überredet flüssiger und ruhiger zu sprechen.

        • MM

          Hmmm…das war wohl der falsche Link. Hier ist das korrekte Video:

  • Walter Mandl

    Das Referendum auf der Krim ist beendet. Das Ergebnis bekannt. Die jetzt „ausgerufene“ Teilmobilisierung der ukrainischen Armee wird ein sehr schwieriges Unterfangen für die weitere Destabilisierung oder Stabilisierung, je nachdem wie man es wünscht zu sehen, werden: Das folgende Video zeigt, wie sehr sich ukrainische Bauern „freuen“ über die ukrainischen Panzer auf ihren Feldern: