Einer mehr für den Fährmann, Johnny

In jungen Jahren in "Itschkeria"

In jungen Jahren in “Itschkeria”

Saschka, der Weiße, oder Aleksandr Musytschko starb, wie er gelebt hat – beim Versuch gewisser Sicherheitskräfte des Junta-Innenministers Awakow, ihn zu verhaften, leistete er bewaffneten Widerstand, versuchte zu fliehen und wurde erschossen. Immerhin hat er es geschafft, einen Beamten der Sondereinheit “Sokol” zu verwunden. Soweit zumindest der ganze Hergang nach Awakows Stellvertreter Jewdokimow. Den Fluchtversuch kann man eventuell anzweifeln: der Mann saß kurz vor seinem Tod bereits in einem Fahrzeug der Sicherheitskräfte (insgesamt immerhin 30 Mann, die zu seiner Festnahme abgestellt waren) und trug Handschellen.

Drei von Musytschkos Kumpanen waren verständig genug, sich zu ergeben. Sie werden jetzt wohl nach Kiew geschafft.

Eigentlich ist soweit allen klar, dass der ukrainische Staat als solcher in relativ naher Zukunft endgültig zusammenbricht. Im immer weiter um sich greifenden Chaos wird nur der überleben, der genügend Gewaltstrukturen kontrolliert. In genau diesem Zusammenhang ist auch das Engagement von privaten Sicherheitsfirmen wie Greystone Ltd. durch ukrainische Oligarchen, speziell Taruta und Kolomojskij, zu verstehen – bloß mit Papierdollars kann man sich nicht absichern, und die bewaffneten Knallköpfe vom Maidan eignen sich bestenfalls dazu, Menschen zu verschrecken und einzuschüchtern. Richtige Sicherheitskräfte arbeiten mit Aufklärung, Gegenaufklärung, in operativen Einsätzen und der Einrichtung und Aufrechterhaltung von Sicherheitsbereichen und so weiter. Und das ist etwas für Profis. Und da die ukrainische Polizei inzwischen fast vollständig liquidiert ist, braucht es da, wo es etwas oder jemanden zu schützen gibt, einen Ersatz.

Die Liquidierung des Aleksandr Musytschko ist derweil ein Schachzug der “Vaterlandspartei” im Macht- und Verteilungskampf gegen den “Rechten Sektor” und Jarosch. Logisch wären jetzt irgendwelche Gegeninitiativen, vielleicht solche, die direkt gegen Awakow gerichtet sind (denn Timoschenko und Jazenjuk sind unantastbare heilige Kühe). Das (überhaupt nicht) lustige Spiel der Verbrechersyndikate “Rechter Sektor” vs. ukrainische “Nationalgarde” nimmt langsam Fahrt auf. Es ist aber unwahrscheinlich, dass man der Ukraine die gleiche “Freiheit” zugestehen wird wie Somalia. Die meisten der auswärtigen Stakeholder hocken zu dicht daneben – für solche Fälle gibt es aber die “Variante Afghanistan”, oder, wenn man Glück hat, “Krim”.

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  • Herbert

    Ruhe in Frieden oder schmor in der Hölle, was soll man da als sensibler Mensch dazu sagen? ;-)
    Haftbefehle in Russland, Tschetschenien und der Ukraine soll es gegeben haben.
    Sieht aber leider nur nach Machtkampf und Machtverschiebung aus, als dass die “neue” Ukraine mit Terroristen aufräumen würde.

    • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

      Insoweit hinter “Yats” und den seinen die SBU steckt, ist das gleichermaßen das Werk der Amerikaner. Momentan gibt es ja eine ansatzweise Polarisierung zwischen den reinen Putschisten in Gestalten wie Jatzenjuk, Awakow & Co. (dazu als europäisches Spaltprodukt die Timoschenko) und dem “Rechten Sektor”. Letzterer ist ein Problem, weil er momentan im Gegensatz zu Yats & Co. über mobilisierte Gewalten verfügt. Dagegen wird die Nationalgarde (aus Parubij-Leuten, “Maidan-Selbstschutz”) zusammengezimmert und der “Rechte Sektor” nach Möglichkeit beräumt. Der wird sich das aber sicher nicht so einfach gefallen lassen, deswegen wird diese unsägliche Show sicher noch weitergehen.
      Von Klitschko z.B. hört man schon lange nichts mehr, außer, dass er sich wohl seit Wochen im Suff befindet und nur ab und an zum reinen Präsenzzeigen irgendwo auftritt, um sogleich mit Müll und faulen Eiern beworfen zu werden (wie letztens in … war’s Charkow?).

      • Walter Mandl

        Bin gespannt, welchen Präsidentschaftskandidaten die EU oder die Amis bis Mai aus dem Hut zaubern wollen. Denn nach der Veröffentlichung der russophoben Hetze Timoschenkos ist eine “westliche” Akzeptanz geradezu unmöglich geworden. Klischko dürfte ja auch aus zwei wichtigen Gründen auszuscheiden sein. Weder die Amis noch irgendeine Mehrheit an “Ukrainer” werden mit dem Boxer leben wollen. Dabei ist es egal wer in der Ukraine Präsident wird. Dieses Amt ist de facto bereits vergeben an die zukünftige Troika des IWF/EU.

        • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

          Grob dargestellt sieht es so aus: “Rechter Sektor” (Jarosch) gegen “Vaterlandspartei” (Yats, Timoschenko).
          Aber die “Vaterlandspartei” ist genauso gespalten, eben in “Yats” & Co. vs. Timoschenko. Dabei hat Timoschenko nichts in der Tasche als ein gewisses Charisma und wohl Unterstützung von außerhalb. Die anderen haben alle ihre realen Gewalten auf den Straßen, mit denen Fakten geschaffen werden.

        • Walter Mandl

          Dieser (nicht ernst zu nehmenden) Meldung der “Die Presse”, sieht bzw. sah Klitschko in seinen Fäusten auch eine (zweit)Zukunftsperspektive:
          “Dem Ukrainer wurde eine Ausnahmeregelung verweigert. Klitschko hätte mit dem Olympia-Antritt 2016 seine Karriere beenden wollen.”
          Das nennt sich “Qualitätzeitung” in Österreich, grausam:
          http://diepresse.com/home/sport/mehrsport/1577752/Boxen_Wladimir-Klitschko-darf-nicht-zu-Olympia-

        • der alte Umpitz

          @Walter Mandl

          verzeihe bitte meine deutliche Sprache, aber ich sehe hinter all diesem geräuschvollen Gerammel der interna-zion-nalen Qualitätsmedien nur eine gewaltige Konfusion und ebenso einen sich genüsslich zurücklehnenden russischen Präsidenten.

          Ich schrieb vor einiger Zeit, dass sich die US/EU mit einem sehr schmerzhaften Spagat zwischen den “nationalen Kreisen” in der Ukraine und ihren eigenen, machtpolitischen Interessen vertraut machen müssen. Wenn man diesen eigenartigen Kerl jetzt sogar erschiessen musste (weil er sich nicht freiwillig eingliedern liess), um halbwegs wieder Ruhe in die verfahrere Situation zu bekommen, zeigt es nur, dass die jetzigen Kräfte in Kiew und Brüssel die nun folgende Reak-Zion entweder nicht bedacht oder nicht verstanden haben.

          Die Ukraine wird, genau wie Russland, nie “europäisch” sein!

          Die Amis wissen dies seit langer Zeit sehr genau und haben nun die Hebel in Bewegung gesetzt um einen Stellvertreterkrieg anzuzetteln. Dass ihnen dies nicht gelingen wird – nun, dafür hat ein cleverer Wladimir bereits vorgesorgt…

          Geld hat, in seiner zerstörenden Gier, noch nie nach Nationalbewusstsein gefragt. Aber, ein tiefer, ehrlicher Nationalstolz auch noch nie nach Geld!

          Wir Deutschen können ein Lied über Jahrhunderte davon singen. Und möge es die Zukunft geben, dass wir diesen Teufelskreis aus Geld- und Machtgier einiger Weniger endlich durchbrechen können. Das Deutsche und das Russische Volk (hier meine ich all Jene die überhaupt noch in völkischen Dimensionen denken können) könnten einen wesentlichen Schritt in diese Richtung tun.

        • Nobilitatis

          Da das Ganze an den Wahlurnen entschieden wird, und damit notwendigerweise im Osten und Süden der Ukraine, dürfte der Rechte Sektor chancenlos sein. Also vermutlich Timoschenko gegen einen Kandidaten der Partei der Regionen.

        • Nobilitatis

          http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-klitschko-verzichtet-auf-praesidentschaftskandidatur-a-961427.html
          Klitschko ist erwartungsgemäß raus. Er pusht Poroschenko gegen Timoschenko. Damit ist auch das Leak von T. erklärt.

        • Alexander Petöfi

          Durchaus möglich, daß Janukovich von den Toten auferstehen wird. Lassen wir uns überraschen…

        • Antifo

          Janukowitsch fordert vor Abhaltung der Präsidentschaftswahlen ein Referendum über eine neue Verfassung. Das fordern auch die Demonstranten in der Südost–Ukraine.
          Mychajlo Dobkin, der heute zum Präsidentschaftskandidaten der Partei der Regionen nominiert wurde, spricht sich dafür aus, dass die Gouverneure der Regionen demokratisch gewählt und nicht vom Präsidenten bestimmt werden sollen und setzt sich zudem für die Umwandlung der Ukraine in einen Bundesstaat ein. An sich nichts Schlimmes. In Deutschland werden die Ministerpräsidenten auch nicht vom Bundespräsidenten ernannt. Trotzdem hat ihn die Junta verhaftet und zu Hausarrest verurteilt.

        • Nobilitatis

          Die Bundesrepublik ist ein Zusammenschluss von vorher unabhängigen Staaten, die einen Teil ihrer Autorität an den Bund abgegeben haben. Die meisten anderen Staaten sind Zentralstaaten. Eine Verselbständigung bedeutet Auflösung des Staates.
          Für die Ukraine ist eine legitime Führung (Präsident) notwendig, bevor eine legitime Verfassung ausgearbeitet werden kann. Wer sollte sonst den Auftrag geben? Janukowitsch würde gern nochmal legitimer Präsident spielen.

        • Ruth

          Hallo Walter, ich sehe das ein bißchen anders. M.E. befindet sich Klitschko in den USA, um mittels Schnellkurs (Rhetorik, Ukrainisch) für seine zukünftige Präsidentschaft flott gemacht zu werden. Wahrscheinlich sogar mit ukrainisch sprechender Nanny. In 4 Wochen ist er dann mit einigen Milliönchen im Rucksack wieder zurück, um pünktlich und völlig unbelastet von den jetzt ablaufenden unappetitlichen Sachen (Faschisten, Rentenkürzung, Gaspreiserhöhung auf Druck des IWF) in den Wahlkampf einzusteigen. Lt. veröffentlichtem Nuland-Telefonat ist er der absolute Wunschkandidat der Amis (Eu/USA-hörig, pflegeleicht ohne eigenständige Meinung). Deshalb sollte er sich auch nicht an der s.g. Übergangsregierung beteiligen…was er auch tat.
          Deswegen glaube ich auch, dass das Timotschenko-Telefonat eher von Ami-Seite seinen Weg an die Öffentlichkeit fand. Schon mal ein Konkurrent weniger.
          Ob bei diesen Plänen aber das Volk mitspielt, wage ich zu bezweifeln.

      • http://www.chartophylakeion.de/blog apxwn

        Tja, fast wie zu erwarten war, heißt es inzwischen, dass die SBU “mit Deckung aus dem Innenministerium” diese Aktion durchgezogen hat. Und wo man SBU sagt, meint man CIA, deren unter Juschtschenko gebildete ukrainische Tochterfirma die SBU ist.

        • http://urkeramik.wordpress.com urkeramik

          RIAs Version: “Das ukrainische Innenministerium hat am Dienstag bekannt gegeben, dass Musytschko bei einem nächtlichen Sondereinsatz in der Westukraine von der Polizei erschossen worden sei. Ein ehemaliger ranghoher Mitarbeiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU teilte RIA Novosti mit, dass Musytschko auf Befehl von SBU-Chef Valentin Naliwajtschenko umgebracht worden sei und dass Naliwajtschenko vor der Aktion mit einem CIA-Agenten in Kiew zusammengetroffen sei.
          „Das Ziel des Einsatzes war nicht die Festnahme, sondern die Tötung Musytschkos“, so der Sprecher weiter. Der rechtsradikale Politiker habe mit seinen jüngsten Ausschreitungen die neue Regierung in Kiew kompromittiert und man habe beschlossen, ihn von der politischen Szene verschwinden zu lassen. „Es ist kein Geheimnis, dass (der SBU-Chef) Naliwajtschenko der Hauptpartner der US-Geheimdienste ist und bei ihnen großes Vertrauen genießt“, so der Sprecher weiter. Er schloss nicht aus, dass weitere solche Einsätze möglich seien. „So hat niemand in Kiew (den Chef des Rechten Sektors Dmitri) Jarosch mehr nötig.”
          http://de.ria.ru/politics/20140325/268112511.html

  • Jones2theBones

    Würde nicht als Symptom des Zusammenbruchs werten, sondern als Teil der Zementierung nach Innen.
    So ist das bislang nach fast jeder mir bekannten Revolution/Putsch/Machtwechsel gekommen.
    Beispiele:
    Hitler und Ernst Röhm, Stalin und Trotzki, Robespierre und Danton.

    Die Ukraine wird hierunter sehr stark leiden müssen, was das Eurofaschistenregime aber bewusst in Kauf nimmt, denn nur so kann sie ihre Macht zementieren.
    Die Wahlen im Mai sind ja bereits jetzt zur Farce geraten, sofern sie so früh überhaupt stattfinden werden.

  • Reisender

    http://www.russland.ru/ein-nachruf-auf-alexander-musytschko-einer-der-fuehrer-des-rechten-sektors/

    Ich musste erst mal suchen, um zu wissen, um wen es sich überhaupt handelt.

    Das Bärenfell will ja jetzt auch verteilt werden. Wenn die Jagd mit Kalaschnikow-Sturmgewehren erfolgte werden sie auch jetzt benützt. Nun, besser diese Kräfte beschäftigen sich untereinander als sie bauen gemeinsam einen Staat auf. Hoffen wir mal, dass es nicht zu viele Kollateralschaden gibt. Doch wer hier als lachender Dritte raus geht ist wohl noch sehr lange völlig offen.

  • realsayer

    So was nennt man Imagepflege oder Flurbereinigung. Timoschenko sollte mal etwas vorsichtig in ihren russenfeindlichen Äußerungen sein, am Ende wird sie auch noch aus “hygenischen Gründen” entsorgt.

  • http://urkeramik.wordpress.com urkeramik

    ne, sie läßt entsorgen:
    Experte: Ukrainische Behörden planen Verhaftung von Anführern des Rechten Sektors
    22:00 25/03/2014
    KIEW, 25. März (RIA Novosti).

    Der kommissarische Innenminister der Ukraine, Arsen Awakow, hat eine Vernehmung führender Repräsentanten der ultranationalistischen Bewegung Rechter Sektor angeordnet.

    „Das trifft vor allem auf jene zu, die sich auf dem Maidan befinden“, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Innenministeriums, der anonym bleiben wollte, am Dienstag RIA Novosti in Kiew. Nach seinen Angaben ist in der Nacht zum Mittwoch eine Razzia auf dem Maidan geplant, bei der einige Anführer des Rechten Sektors verhaftet werden sollen. „Dabei werden die Miliz und bewaffnete Anhänger der Vaterlandspartei (der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko) eingesetzt… Ermittler des Innenministeriums sind bereits auf dem Maidan“, sagte er.
    http://de.ria.ru/society/20140325/268115082.html

  • M.W.

    Der “Rechte Sektor” hat nach dem Tod von Alexander Musytschko Herrn Awakow den Krieg erklärt.
    Oligarchenkriege

  • Traven

    Voltairenet, 25. März 2014
    Der ukrainische Minister der Verteidigung, Ihor Tenjukh, hat sich gegen die Integration der Jugend des Rechten Sektors (Neonazis) innerhalb der neuen Nationalgarde ausgesprochen.
    Jedoch hat der Bildungsminister, Serhiy Kvit (Svoboda), die Infrastruktur der im gesamten Gebiet verteilten 23 Ferienlager der Jugend des Rechten Sektors anvertraut, um eine paramilitärische Ausbildung zu organisieren.

  • Comrade John

    Was jetzt einsetzt ist nichts anderes als die innenpolitische Flurbereinigung für den zu erwartenden EU-Beitritt. Typen wie Musytschko sind da nicht hoffähig, und das war jedem unabhängigen Beobachter vorher auch klar. [In einem seiner ersten Kommentare zum Umsturz in Ukraine hatte hier der Nutzer @ISKANDER jene Erwartung ausgesprochen] Oder konnte man wirklich glauben, die USA-EU-Nato leisten sich eine ukrainische Regierung, die den historischen Faschismus von vor 80 bis 90 Jahren nachexerziert?
    Ob Jarosch (der andere Frontmann von Rechter Sektor) weiter mitspielen darf hängt an seinen Verbindungen. Er soll sich ja mit Plänen als Parteigründer u. Präsidentsschaftskandidat tragen. Er ist aktuell gar kein Regierungsmitglied, was schon einen Fingerzeig auf seine künftige politische Bedeutung gibt.
    Auch Swobodas Zukunft entscheidet sich nicht auf der Strasse sondern ist bereits entschieden. Die drei, vier Figuren, mit denen sie an der Staatsmacht in Kiew beteiligt ist (Minister mit den unwichtigsten Ressorts, wie Umweltschutz) weisen zumindest auf eine Übergangsrolle im Establishment. Zu erwarten sind hier in nächster Zeit programmatische Änderungen, womöglich in Richtung einer Regionalpartei wie etwa die italienische Lega Nord oder hin zu eine der typischen europäischen “Rechtsparteien” wie der franz. FN oder die brit. BNP.
    Also, SA-ähnliche Kolonen werden im ukrainischen Wahlkampf bestimmt nicht auftreten. Der neue Faschismus und Neonazismus, in etlichen russlandfreundlichen Blogs geradezu als d i e europäische Gefahr beschworen, entpuppt sich als Schreckgespenst, das soeben wieder in die Besenkammer gesperrt wird.
    Auch in Ukraine regiert, apxwn’s Artikel gibt es fast schon zu, “nur” das örtliche Büro der internationalen Bankstereliten, hier repräsentiert von Jazenjuk, Awakow, Kolomoiskyj und Taruta. Antifaschisten dürfen also bald wieder ganz beruhigt Schlafen gehen, wenn sie an Ukraine denken.

    • par­tout

      Die vollausgebildete faschistische Diktatur bringt das Großkapital meist nur, wenn es eine organisierte Arbeiterbewegung gibt, die Wahlen gewinnen oder eine soziale Revolution durchführen könnte, um als Volksregierung die Produktionsmittel zu demokratisieren und daher zuerst durch Wahlfälschung oder Putsch und anschließende Verfolgungen und Massenmorde zerschlagen werden muss, wie 1921 in Italien, 1933 in Deutschland, 1936 in Spanien, 1973 in Chile oder zur Zeit in Venezuela, obwohl die “SS” dort wohl von außen kommen müsste, wie in Syrien und wohl auch im Militär nicht genug Verräter zu finden sind.

      Nach der Zerschlagung aus dem Volk gebildeter Strukturen reicht der normale Nadelstreifenfaschismus eines bürgerlichen Regimes mit Scheindemokratie und Polizeischlägern, wie jetzt wieder beim “Marsch der Würde” in Spanien, auf RT zu sehen.

      Was in der Ukraine an Faschismus gezüchtet wurde ist angesichts der bereits geäußerten rassistischen Genoziddrohungen und der täglichen, auf YT bestens dokumentierten, Mordanschläge der bezahlten Nazi-Schlägerbanden alles andere als ein bloßes Schreckgespenst. Das reicht, um an ernstzunehmende Wahlergebnisse unter diesen Umständen des Terrors nicht einmal im Traum denken zu können. Der antifaschistische Widerstand im Osten ist inzwischen stark genug und warum sollten die CIA/NATO-Methoden unterhalb der Schwelle einer offenen Invasion nicht auch dort genutzt werden.

      Die Stahlproduktion im Osten ist für die RF ein Top-Thema der nationalen Sicherheit und kann unmöglich preisgegeben werden. Die Krim ist bereits sicher und damit die Menschen vor den Überfällen der rassistischen Eurofaschisten. Der Hafen ist ebenfalls sicher und damit die Verteidigung der Menschen in der RF. Wenn der Plan war, durch eine Übernahme der Krim die Schwarmeerflotte und damit den Schutz des syrischen Volkes vor weiteren Angriffen des Imperialismus zu blockieren, während gleichzeitig türkische Panzer über Syriens Grenzen rollen, dann wird sich bald zeigen, was davon noch übrig ist.

  • Ben

    Falsch… besser wäre gewesen die Festnahme korrekt durchzuführen… auf der anderen Seite, wer ist der nächste der eliminiert werde soll? Die Listen dafür sind bestimmt bereits fertig in der Schublade… und wer bestimmt also über die Liquidationen?

    Die Junta von Kiev die bis heute nicht legal ist noch eine demokratsiche legitimation hat?

  • triangolum

    Ukraine: Rechter Sektor fordert Rücktritt von Innenminister Awakow
    http://de.ria.ru/society/20140325/268114703.html
    Mal schauen ob dem auch “Taten” folgen.

    Interessant ist aber auch das Foto. Ist das eine “abgelegte” Uniform? Ist das ein “Söldner? Oder ist das ein Mitglied der KSK/GSG9 welche da Personenschutz gibt?

  • Jones2theBones

    @Roman:
    http://www.vesti.ru/doc.html?id=1410740&cid=9

    Der ehemalige Chef vom SBU (den du auch mal gebracht hast) hat ebenfalls den Tod des Sashko Bilyi kommentiert.
    Er wirft sogar die These in den Raum, dass es sogar möglich wäre, dass man dafür ausländische Söldner eingesetzt habe, weil der SBU wohl kaum an so einer Aktion teilgenommen habe.

    So weit würde ich nicht gehen, allerdings ist auch für mich SBU nicht gleichbedeutend mit CIA.
    Es mag Geld aus den Vereinigten Staaten geflossen sein, sogar sehr viel Geld, aber die Anzahl der Bewerber für so einen Job ist vergleichsweise klein. Ein umfassender Personalaustausch findet bei so einer “Umstrukturierung” nicht statt, sondern höchstens an Schlüsselpositionen.
    Ich nehme an, die Loyalität der Büros des SBU der Junta gegenüber werden von Stadt zu Stadt schwanken.
    Dass die Abteilung “A” sich angeblich geweigert haben soll, gegen ihre Kameraden vom Berkut vorzugehen, werte ich da als bestätigendes Indiz.

  • Beinstuhl

    Ukrainer (auch im Exil) bekommen angeblich solche Schreiben, die ich als Einberufungsbescheide interpretiere.
    http://imgur.com/7GwvIBL

  • TomGard

    Die Brüssler “Rede” Obamas hat bei mir den Eindruck hinterlassen, daß der Mann persönlich “fertig” ist und sich zumindest vorübergehend in die innere Emigration begeben hat, den internen Fraktionskämpfen ungeführt das Feld überlassend, und damit sowohl Putin als auch Schäuble Handlungsspielräume eröffnend.

    Das könnte etwas mit Flug MH370 zu tun haben, muß aber natürlich nicht …

    Ich habe auch den Eindruck, er hat Hollande nahegelegt, sich von der angloamerikanischen Achse ein wenig abzusetzen.

    Das ist reine Impression, ich weiß, aber Obamas Verbalradikalismus war derart verwaschen allgemein und abstrakt, daß er nicht ernst genommen werden konnte – und das widerspricht Obamas Stil. Natürlich kann das auch einfach daran liegen, daß in das Spielchen mit seinen “Red Lines” derart verbrannt hat, daß er sich nicht mehr konkret zu äußern wagt.

    Bereinigungen in der Putschregierung sind natürlich schlicht notwendig, besonders mit Blick auf die Zahl der auf der Krim übergelaufenen Kommandeure. Es muß ein taugliches verfassungsgebendes Organ her gegenüber dem die Kommandeure sich loyal erklären können, ohne ihre Gefolgschaft zu riskieren.
    - – - – - – - –
    OT @ Roman
    Mali hat mir die schreibwütigen Pfoten gründlich verbrannt, ich hab mir geschworen, meine Nase nicht mehr in afrikanische Angelegenheiten zu stecken.
    Nur soviel:
    Es scheint fast, als sei man zu “business as usual” zurück gekehrt, als habe die malische Erde die Toten nahezu spurlos verschluckt. Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, einer gespenstigen Aufführung beigewohnt zu haben, einer Art Fernbeben von Vorgängen, die andernorts in Gestalt von Aufwärts- und Abwärtsdegradierungen und -versetzungen bestanden haben.

    Auch das ist bloß eine Impression.
    Bin auch ein bissel fertig.

    • Jones2theBones

      Tom,
      meinste nicht, dass jeder Politiker, insbesondere Amerikaner, so ihre Drehbuch… äh Redenschreiber haben, wo jedes einzelne Wort kalkül ist?
      Vor dem Hintergrund finde ich Schlussfolgerungen auf den persönlichen Zustand von Personen etwas verwegen.

      Davon abgesehen habe ich bei ihm vor allem halbstarke Pöbeleien gehört. Beispielsweise die Aussage, Russland sei eine Regionalmacht, was zwar nicht wirklich beleidigend ist, aber herablassend und nicht wahr.
      Und um dieses “Stärke” zeigen bemühen sich die Westler, denn davon abgesehen stehen sie schwach dar.
      Fast alles, was man gegen Russland machen kann, haben die Russophoben schon gemacht. Die Folge ist, dass es kein Faustpfand mehr auf Seiten des Westens gibt, auf Seiten der russischen Föderation hingegen schon.

      • TomGard

        j2b

        gerade diese Äußerung ist ein Beispiel für Obamas persönliche Schwächephase. Sie ist ein katastrophaler Fehler, aber aus einem etwas anderen Grund, als Du meinst. Die Aussage ist nicht “herablassend” und sie ist sehr wahr. Aber im gegebenen Kontext ist sie diplomatisch ziel- und zwecklos und gibt damit eine Projektion zu erkennen, gibt zu erkennen, daß der Redner eingesehen hat, auch “seine” Macht, die der USA ist die einer Regionalmacht.
        Das ist nämlich auch wahr. Es gibt keine “Supermacht” mehr, seit das alternative kapitalistische Akkumulations-Modell aufgegeben wurde (und die Reste weggeschlachtet) und damit die kapitalistische (imperialistische) Konkurrenz entfesselte.
        Ich verzichte darauf, das korrekt zu begründen, j2b, weil ich keinen Bock mehr habe, die bubenhaft hochmütigen Beschimpfungen zu lesen, die ich von Dir als Antwort auf sowas gewohnt bin.

  • Beinstuhl

    In diesem Moment umstellt der Rechte Sektor das Parlament um Awakow zum Rücktritt zu zwingen.

    • ISKANDER

      @Beinstuhl: der rechte Sektor mag zwar martialisch auftreten, ist aber in Hirnlosigkeit nicht zu überbieten.
      Man wird denen versprechen eine “Untersuchungskommission” einzusetzen und die naiven Tölpel glaubens`s und gehen auseinander.
      Das hernach auch dieses Versprechen nicht ernst zu nehmen wahr, werden sie nicht mehr mitbekommen denn die Ausradierung des Sektors durch die Putschisten läuft ungestört weiter.
      Sie (der Sektor), haben ihre Leistung erbracht, nun werden sie entsorgt. Jede Glaskugelseherin hätte ihnen diese Entwicklung schon am Anbeginn aufzeichnen können wenn sie nur dahin gegangen wären.
      Es ist eine Standardsituation in der westlichen Destabilisierumgstheorie & Praxis. Verbündete werden geschaffen, aufgehetzt und verheizt. Hernach wird der Rest – so siegreich gewesen – eliminiert.
      Aus dem Wirte kommt der wahre Parasit gekrochen und obwohl zunächst zart, zerbrechlich und ohne Panzerung – etabliert er sich über diesen Weg.
      Die Kurden in der Türkei/Irak haben das übrigends auch nie verstanden. Seit Jahrzehnten lassen sie sich von den gleichen Parasiten mißbrauchen, gegeneinander hetzen und verlieren in schöner Regelmäßigkeit immer wieder.