Einer mehr für den Fährmann, Johnny

In jungen Jahren in "Itschkeria"

In jungen Jahren in „Itschkeria“

Saschka, der Weiße, oder Aleksandr Musytschko starb, wie er gelebt hat – beim Versuch gewisser Sicherheitskräfte des Junta-Innenministers Awakow, ihn zu verhaften, leistete er bewaffneten Widerstand, versuchte zu fliehen und wurde erschossen. Immerhin hat er es geschafft, einen Beamten der Sondereinheit “Sokol” zu verwunden. Soweit zumindest der ganze Hergang nach Awakows Stellvertreter Jewdokimow. Den Fluchtversuch kann man eventuell anzweifeln: der Mann saß kurz vor seinem Tod bereits in einem Fahrzeug der Sicherheitskräfte (insgesamt immerhin 30 Mann, die zu seiner Festnahme abgestellt waren) und trug Handschellen.

Drei von Musytschkos Kumpanen waren verständig genug, sich zu ergeben. Sie werden jetzt wohl nach Kiew geschafft.

Eigentlich ist soweit allen klar, dass der ukrainische Staat als solcher in relativ naher Zukunft endgültig zusammenbricht. Im immer weiter um sich greifenden Chaos wird nur der überleben, der genügend Gewaltstrukturen kontrolliert. In genau diesem Zusammenhang ist auch das Engagement von privaten Sicherheitsfirmen wie Greystone Ltd. durch ukrainische Oligarchen, speziell Taruta und Kolomojskij, zu verstehen – bloß mit Papierdollars kann man sich nicht absichern, und die bewaffneten Knallköpfe vom Maidan eignen sich bestenfalls dazu, Menschen zu verschrecken und einzuschüchtern. Richtige Sicherheitskräfte arbeiten mit Aufklärung, Gegenaufklärung, in operativen Einsätzen und der Einrichtung und Aufrechterhaltung von Sicherheitsbereichen und so weiter. Und das ist etwas für Profis. Und da die ukrainische Polizei inzwischen fast vollständig liquidiert ist, braucht es da, wo es etwas oder jemanden zu schützen gibt, einen Ersatz.

Die Liquidierung des Aleksandr Musytschko ist derweil ein Schachzug der “Vaterlandspartei” im Macht- und Verteilungskampf gegen den “Rechten Sektor” und Jarosch. Logisch wären jetzt irgendwelche Gegeninitiativen, vielleicht solche, die direkt gegen Awakow gerichtet sind (denn Timoschenko und Jazenjuk sind unantastbare heilige Kühe). Das (überhaupt nicht) lustige Spiel der Verbrechersyndikate “Rechter Sektor” vs. ukrainische “Nationalgarde” nimmt langsam Fahrt auf. Es ist aber unwahrscheinlich, dass man der Ukraine die gleiche „Freiheit“ zugestehen wird wie Somalia. Die meisten der auswärtigen Stakeholder hocken zu dicht daneben – für solche Fälle gibt es aber die „Variante Afghanistan“, oder, wenn man Glück hat, „Krim“.

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