High-Tech für gemäßigte Killer

Vor etwas mehr als einer Woche gab es die ersten Aufnahmen des Einsatzes moderner Panzerabwehrwaffen vom Typ BGM-71 TOW durch “gemäßigte Dschihadisten” in Syrien. Die Lokalisation der Aufnahmen – die Provinz Idlib – legt nahe, dass es sich tatsächlich um Waffen aus neueren Lieferungen, und nicht etwa, wie man vermuten könnte, z.B. von der Hisbollah oder der libanesischen Armee erbeutete Bestände handelt (die Hisollah hat diese Systeme wohl vor allem von der libanesischen Armee, Gefechtsköpfe werden vom Iran nachgebaut). Idlib ist weit genug weg vom Libanon, zumal aus dieser Provinz bisher noch keinerlei Hisbollah-Aktivitäten gemeldet worden sind. Dafür ist die Provinz Idlib eines der Haupteinfalltore für Waffen und Dschihadisten aus der Türkei.

Inzwischen gibt es weitere Zeugnisse des Einsatzes dieser Systeme aus ganz anderen Provinzen, beispielsweise der Provinz Homs und Daraa. Also auch im Süden, von Jordanien aus. Im ersten der neueren Videos ist klar erkennbar, im zweiten vermutlich ein Fehlschuss dokumentiert. Hält man das erste Video an einem bestimmten Punkt an, erkennt man – abgesehen davon, dass kurz vor dem vermuteten Einschlag eine Person das Panzerfahrzeug verlässt – ansatzweise den Gefechtskopf:

TOW-Abschuss; Syrien, Provinz Homs (11.04.2014)

TOW-Abschuss; Syrien, Provinz Homs (11.04.2014). Quelle: youtu.be/qTMlL_BlURE

Das sieht sehr nach mindestens BGM-71D TOW2 aus, also nicht der ganz alte Plunder. Zum Vergleich:

TOWs

Solcher Art sind also die Bemühungen um Frieden in Syrien. Dass man die Killer “gemäßigt” nennt, ändert nichts an der Tatsache, dass es Killer sind. Es ist nicht einmal Fakt, dass man diese Waffen den durchgeknallten Dschihadisten einfach in die Hand gibt und losschickt; es braucht immer jemanden, der ihnen sagt, welche Knöpfe man drücken muss. Mit anderen Worten: Instrukteure. Glücklicherweise besteht durch regionale NATO-Verbündete wie das Königreich kein Mangel an solchen, die in den Handyvideos rein visuell auch als herkömmliche “syrische Demonstranten” durchgehen könnten.

UPDATE: Alles ist noch etwas heftiger. Bei Masarat Syria, einem Medienprojekt der Aggressoren, gab es heute eine Reportage über die TOWs. Darin (bei 01:05) erkennbar: der Typ TOW – nämlich BGM-71E-3B sowie die Seriennummer:

BGM-71E-3B in Syrien. Quelle: youtu.be/v822Y9FVaFY

BGM-71E-3B in Syrien. Quelle: youtu.be/v822Y9FVaFY

Jemand hat auch schon eine Möglichkeit gefunden, anhand der Seriennummer den ursprünglichen Addressaten zu bestimmen – das US Marine Corps. Das ist zwar nicht hundertprozentig sicher, aber wenn, dann hätten die Amerikaner hier wirklich direkt und ohne Umwege ihre Finger drin. Siehe auch das „Update“ in diesem Artikel der HuffPost.


Inzwischen war die “andere Seite” ist aber auch nicht untätig – in Ost-Ghouta wurden iranische Drohnen, vermutlich vom Typ Schahed 129, gesichtet:

Iranische Drohne, mutmaßlich Schahed-129, über Ost-Ghouta (10.04.2014)

Iranische Drohne, mutmaßlich Schahed 129, über Ost-Ghouta (10.04.2014). Quelle: youtu.be/EKZg6xuUwKI

Zum Vergleich ein Präsentationsbild der Schahed 129:

Schahed-129 im Hangar. Quelle: RIAN

Schahed-129 im Hangar. Quelle: RIAN

Dieser Typ Drohne wurde von der Iranischen Revolutionsgarde erst 2013 in Dienst gestellt.

P.S.: SANA meldete gestern die Befreiung von Maaloula und einiger Orte der Umgebung. Allerdings sind im Verlauf der Operation drei Journalisten von Al-Manar umgekommen, darunter Mohammad Mantash, der dieses inzwischen recht bekannte Foto nach der Befreiung des Cherubim-Klosters nahe Saidnaya gemacht hat:

Cherubim-Kloster, Saidnaya, Syrien (09.04.2014). Foto von Mohammad Mantash - R.I.P.

Cherubim-Kloster, Saidnaya, Syrien (09.04.2014). Foto von Mohammad Mantash – R.I.P.

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  • P.P.S. Auch Maaloula wird nicht das erste Mal befreit. Zuletzt, wenn ich mich nicht irre, kurz nach dem Überfall durch die Al-Nusra-Front im September 2013.
    Hier allerdings ein Bild der Stadttore von gestern:

  • Aufnahmen aus Maaloula nach sieben Monaten wahhabitischer Demokratie: https://www.youtube.com/watch?v=wZeL4d1l8MQ

  • News: Position / Höhe Nr. 45 in Latakia ist wieder fest in syrischer Hand. Es gab gerade eine aktuelle Reportage von ANNA mit Hintergründen zu den Kämpfen dort.

  • @apxwn:disqus BGM71 ist nun auch im ORF erwähnt worden.
    Extrem lächerlich sind die Aussge des ORF-Schwätzers und damit meine ich nicht nur die
    Tatsache, dass er BMG71 statt BGM71 sagt. Hört doch einfach selber hin.

    Übrigens, diese Links könnten euch interessieren.
    Das von dir erwähnte Video ist auch dabei.

    http://youtu.be/v822Y9FVaFY

    http://youtu.be/qTMlL_BlURE

  • kaumi

    Homs Al Kadima (Homs-Altstadt) ist im Begriff zu fallen, aus Sicht der Islamisten:

    http://breakingnews.sy/ar/article/37331.html
    Die Armee ist inzwischen tief ins Viertel Al Hamidiyi eingesickert und die Kirche „Mar Jourjos“ wieder in syrischer Hand

  • Jowi

    Darf ich ein wenig Werbung für einen neuen Text machen, der auf der Basis einer hervorragenden Doku zur fabrizierten Revolution in Rumänien, von Susanne Brandstätter, entstanden ist? Ich würde mich freuen, wenn er auch kopiert und weiter gegeben wird, das wäre die beste Gewähr, dass diese Infos in den nächsten Infokriegen nicht plötzlich verschwinden. Noch will man ja in Sachen „Freiheit“ das große Vorbild sein, mal schauen wie lange noch.
    Die Parallelen zu Syrien, Libyen und Ukraine ließen mich beim intensiven Studium des Dokuments öfters erschaudern. Interessant, dass auch heute noch die wenigsten Rumänen diese Hintergründe kennen. Ein Freund, im Banat geboren, glaubt immer noch die Gerüchte von arabischen Scharfschützen, von Ceaucescu angeheuert, um Greueltaten zu begehen.
    Hier der Link zu meinem Text (wie gesagt, ihr könnt damit machen was ihr wollt):
    http://casa-democracia.de/fallbeispiel-rumaenien-mission-erfolgreich-beendet/

  • kaumi

    Es ist schön zu sehen, dass es den Syrern noch gelingt, dem unerträglichen Tekfirismus würdig zu begegnen
    http://breakingnews.sy/ar/article/37628.html
    Assad in der Mitte einer größeren Reihe an wenigen schiitischen und vielen sunnitischen Gelehrten. Er bedankte sich für die Unbeugsamkeit der Gottesmänner und für ihre dargebotene Verantwortung dem syrischen Vaterland gegenüber : „der wahre Islam war schon immer hier, im Bilad u Sham, zu finden.“

    • kaumi

      Und fern aller PR möchte ich euch noch diesen Link ans Herz legen. Ansichten und Augenzeugenberichte des vor kurzem in Homs getöteten niederländischen Jesuitenpaters Frans
      http://thebricspost.com/an-eyewitness-to-the-syrian-rebellion-father-frans-in-his-own-words/#.U1gIgKL7DIc
      Der Pater war seit Mitte der `60er in Syrien und, so denke ich, im Stande, objektive und tiefe Ansichten zu diesem Land und seiner Systeme zu liefern

      • Danke, Kaumi! Was wir u.a. hier seit ca. März 2012 „predigen“, ist inzwischen mehr oder weniger „public domain“ geworden.

      • Jowi

        Krass auch der al-Monitor-Artikel von Rosenthal über europäische Brigaden in der Aleppo-Region, die Französisch oder Deutsch sprechen und die in barbarische Aktionen verwickelt sind. http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2014/04/europe-jihadist-isis-syria-qaeda-terror-france-germany.html

        Diese Aggression vom Ausland gegen Syrien verstößt nicht nur gegen moralische, sondern auch sehr deutlich gegen rechtliche Normen, eklatant z.B. gegen das Nichteinmischungsprinzip nach Art. 2 Ziff. 7 der UN-Charta, also gegen Völkerrecht.
        Aber wen juckt das, es gilt das Faustrecht, willkommen im 21. Jahrhundert.

  • Syrien spendet 20 Tonnen Zitrusfrüchte für Kindergärten in der Region Moskau. Eine wunderbare Geste. Wahrscheinlich kann man in „Europa“ keine Apfelsinen aus Syrien bekommen. In Russland läuft schon seit langer Zeit eine Kampagne, beim Kauf von Zitrusfrüchten solche aus Syrien zu bevorzugen.

  • Dike

    Mal nicht direkt zur Ukraine, aber hängt ja alles zusammen.

    Laut Aussenminister Al Attiyah von Qatar sind die Streitigkeiten zwischen Qatar und Saudia Arabien, Bahrein, UAE und Ägypten vom Tisch und die früher abgezogenen Botschafter sollen demnächst wieder zurückkehren. Saudi Arabien fügte hinzu, dass dies erst geschehe, wenn Qatar die Absprachen erfüllt. Welcher Natur diese Absprachen sind, kann nur spekuliert werden. Eine Vermutung ist, dass führende Moslembrüder und sogar Qardawi persönlich Qatar verlassen müssen. Qardawi hat dies vehement verneint. Aber irgendwann wird auch Qatar das eigene Überleben wichtiger sein, als die Liebe zu den Moslembrüdern.

    In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass sich Hamas und Fatah versöhnt haben, zum grossen Ärger Israels und der USA, deren Taktik „Teile und Herrsche“ leider viel zu lange bei den Palästinensern funktioniert hat. Durch den Absturz der Moslembrüder, ihrem Versagen auf der politischen Bühne (ausser Türkei), dem Verrat an Syrien, muss sich nun auch Hamas umorientieren (vielleicht war eine Bedingung Saudi Arabiens die finanzielle Unterstützung der Hamas durch Qatar einzustellen) und sich auf die eigenen Kräfte besinnen. Für die Palästinenser wäre es wichtig eine neue Einheitsregierung zu wählen und sich von der korrupten Führung beider politischer Richtungen zu trennen. Israel will keine Verhandlungen und die Versöhnung kommt da gerade zur rechten Zeit, um endlich die unsäglichen Verhandlungen zu beenden. Die Palästinenser müssen sich nun nach Jahrzehnten sinnloser Verhandlungen mit dem Apartheidregime in Israel neu formieren und hoffentlich gestärkt den Kampf gegen die Besatzer aufnehmen. Angesichts des sich verändernden Kräfteverhältnisses weltweit (siehe auch Iran, jede Woche ein neues Waffensystem) hat ihr Kampf vielleicht zum ersten Mal eine ernsthafte Chance.

    http://dohanews.co/al-qaradawi-debunks-rumors-deported-qatar/

    • @Dike „…muss sich nun auch Hamas umorientieren … und sich auf die eigenen Kräfte besinnen“
      Diese eigenen Kräfte werden zu einem gewissen Teil Persisch sprechen, kann man mehr als nur mutmaßen.

      • Dike

        Ja genau, zumindest werden die Waffensysteme zum Großteil persischen Ursprungs sein. Auf jeden Fall ist die Achse Iran, Hizbollah, Syrien durch den Schulterschluss der beiden palästinensischen Fraktionen erheblich gestärkt.

  • ISKANDER

    Dreihundert türkische Soldaten mit sechs Panzern sind in Nordsyrien eingedrungen und haben das exterritoriale Gebiet des Grabmals von Süleyman Schah besetzt, berichter der Blog HINTERGRUND gestern.
    Quelle: wwww.hintergrund.de

  • Dike

    Eine Intifada 3 muss und wird kommen. Die Palästinenser erkennen leider sehr spät, dass sie keine andere Wahl haben. Es sei denn, der internationale Druck auf Israel (Boykott und Isolation) verstärkt sich in einem Masse (wie damals auf das Apartheidregime in Südafrika), dass Israel auf friedlichem Weg weitreichende Konzessionen machen muss, mit denen die Palästinenser leben können. Das kann ich mir kaum vorstellen. Eher reisst das israelische Regime die eigenen Bürger mit in den Tod, als dass sie einen Meter besetzten Boden wieder freiwillig rausrücken. Die zwei Alternativen (2 Staatenlösung oder ein Staat für alle) sind Israel sehr wohl klar. Beide kommen für Israel nicht in Frage. Ohne massiven Druck wird Israel niemals nachgeben. Sobald Syrien den Krieg gegen die von Zionisten und Wahhabiten unterstützten Terroristen gewonnen haben wird, wird sich auch wieder die Führung der Palästinenser zu Gesprächen in Damaskus einfinden. Die Frage bleibt, wie Syrien mit dem Verrat der Hamas umgehen wird. Beide Hamas und Fatah hoffen, dass Assad ihnen die mangelnde Unterstützung beim Kampf gegen die Terroristen verzeihen wird. Schliesslich ist deren Verhalten auch Schuld am Tod von tausenden Palästinensern durch die Kampfhandlungen in Syrien und daran, dass 200,000 Palästinenser Syrien verlassen mussten. Nicht nur das, auch Hisbollah wirft Hamas vor, dass sie die Jihadisten in Qusair unterstützt hätten. Hisbollah hatte viele Soldaten in Qusair verloren. Diese Ironie muss man sich vorstellen. Beide haben einen Feind, Israel, und eine Seite (Hamas) lässt sich verräterisch gegen den eigenen Verbündeten im Kampf ausspielen. Ein weiterer Vorwurf ist, das Hamas Mitglieder in Yarmouk gegen die syrische Armee gekämpft haben. Die Führungsspitze von Hamas muss weg. Die unerträgliche Arroganz von Ismail Haniye hat Hamas viel Schaden zugefügt und es wird dauern, bis sich die Beziehungen zum Iran, geschweige zu Syrien normalisieren werden. Diese Arroganz kann sich Hamas nicht leisten. Qatar hat Hamas (unter Druck) fallengelassen. Viele Freunde haben sie also nicht mehr.

    Hamas spielt seit Jahren den Israelis in die Hände und spielt Widerstand vor, wo sie in Wirklichkeit bewusst Israel immer wieder einen Grund liefern, Gaza mit Bomben zu attackieren und Verhandlungen hinauszuschieben. Israel hat es geschafft, durch die räumliche Trennung der Palästinensergebiete ein ganzes Volk zu schwächen und die weltpolitische Lage lenkt momentan wunderbar ab, von der kontinuierlichen Okkupation weiterer Gebiete durch das israelische Regime. Deshalb müssen mMn Gebiete zurückerobert werden und nicht nur zu den Grenzen von 1967 sondern zu den Grenzen von 1947. Das klingt noch sehr unrealistisch, aber wir konnten uns bis vor kurzem so einiges nicht vorstellen. Israel teilt durch den Siedlungsbau systematisch alle Gebiete in denen die Palästinenser leben. Wie lange wollen die Palästinenser das dulden? Hamas ist jetzt stark geschwächt und diese Schwäche wird sich hoffentlich in den kommenden Wahlen ausdrücken. Hamas muss sich entscheiden, gegen Israel und für die Einheit der Palästinenser. Syrien wird dann eine demokratisch gewählte Regierung, die alle Palästinenser vertritt, gemeinsam mit Iran und Hisbollah unterstützen.

  • kaumi

    Inzwischen haben sich an die 17 Bewerber gefunden, die bereit sind, in den bevorstehenden Wahlen – syriastyle – mit/gegen Assad zu kandidieren.
    Nachdem der Westen drei Jahre verstreichen ließ, eine faire und realistische Option zu finden, in Syrien einigermaßen saubere Wahlen durchführen zu lassen und statt dessen lieber auf eine Karte gesetzt hat, die da hieß, keine Wahlen mit Assad, oder gleich seine physische Eliminierung vorantreibend, nachdem die Demokraten also viel zerstört aber nichts erreicht haben, zieht die syrische Regierung jetzt eben ihr Ding durch und streckt dem Westen den virtuellen Mittelfinger – zumal der Termin dieser Präsidentschaftswahlen weiß gott früh genug kommuniziert worden ist.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist folgende Note:
    Omar Aussi, einer der Sprecher der Kurdischen Bewegung in Syrien, ließ gestern mittels Staatsfernsehen verlauten, dass zumindest die 950.000 syrischen Kurden, die in und um Damaskus ihren Wohnsitz haben, sich an diesen Wahlen beteiligen werden – und er meinte, als persönliche Einschätzung, dass Assad derzeit der einzige Kandidat sei, der die nationale Einheit Syriens gewährleisten könne.
    Stimmt, und das ist jetzt meine persönliche Einschätzung…

    • habkind

      Kaumi, weist du was über die übrigen Kurden – wie die reagieren
      werden oder ob sie überhaupt wählen werden?
      Innerhalb der 17 genannten Bewerber sollen auch 2 Frauen sein – das ist meines Erachtens mehr Bewerberinnen zum Staatsoberhaupt als Deutschland und Amerika zussamen bei einer Wahl aufbringen – alle Achtung.

      • In Aleppo (wo es m.W. derzeit eine relativ miese Dynamik gibt) haben die Kurden jedenfalls momentan eine Art Waffenruhe mit den Terrorbrigaden vereinbart: http://syriahr.com/en/index.php?option=com_news&nid=2153&Itemid=2&task=displaynews
        Solche Deals scheint aber die Armee zweckgebunden auch einzugehen: http://www.latimes.com/world/worldnow/la-fg-wn-syria-rebels-deal-electricity-20140428,0,4638106.story

        Anhar bestreitet übrigens irgendwelche Chemiewaffenangriffe. Kann aber nicht beurteilen, wie gut sie da im Bilde ist – sie hockt in Damaskus. Der gestrige Mörserangriff auf die Schule dort, und noch übler die Anschläge in Homs (>100 Tote) sind aber schlimm genug, um fast wieder verzweifeln zu können.

        • kaumi

          @habkind: Ja, es sind zwei Frauen bis jetzt dabei. Über das Verhalten der Kurden in „Kurdistan“ gibt es keine verlässlichen Quellen. Wenn du mich fragst, so zweifele ich, allein infrastrukturell, an eine rege Beteiligung. Das sollte man ihnen aber nicht als feindseligen Akt auslegen.

          @apxwn: das russische Außenministerium soll den Einsatz des Chlors der Al Nusra angelastet haben. Die syrischen Stellen haben eh von Anfang an jeglichen Einsatz von „Chemie“ zurückgewiesen.
          Und über die verheerenden Terrorakte in Damas und Homs erübrigt sich jede Beurteilung.

          Und noch dieses:
          einer der Sprecher der an Genf 2 beteiligten „Opposition“ (Samir Ayta) sagte heute im französischen Fernsehen, und es wurde dankbar übermittelt, die Wahlen in Syrien seien ein „bloßes Theaterstück“, da „alle Kandidaten der Opposition vom Regime getötet seien oder in Kerkern vermodern würden“…
          Dass Michel Kilo, Georg Sabra, Burhan Ghalioun, Haitham Al Maleh, Zuhair Atassi, Jarba, Anis Alabda, Idris und und und schon tot sind, wusste ich noch gar nicht. Oder vielleicht „vermodern“ sie einfach in irgend welchen türkischen 5* -Hotels!

  • kaumi

    Nach dem Übergabeangebot des Golans seitens Kamal Al Labwani an Israel vor einigen Wochen, war es nun soweit, ihm eine Sparte in „times of israel“ zu gönnen:
    http://www.timesofisrael.com/israel-is-our-last-hope-indicates-syrian-dissident/

    – “If you want to befriend the Syrians, send a message of friendship. I tell you, my people are ready.”
    – “If you only helped us intercept low-flying [regime] helicopters by
    providing a limited amount of antiaircraft weapons, with American
    approval, it would have a huge effect, morally and militarily,” Labwani
    said. “There are a million ways such weapons can be given to recognized
    people [in the opposition]. These weapons have ‘fingerprints’ and
    deactivation modes.”

    … und noch einige andere verbale Schätze verbergen sich im Bericht.

    Kamal Al Labwani, ein weiteres Mitglied der Falken Zions. Ganz im Sinne des Hrn. Laurent Fabius, der gestern zeitgleich in französischen und francophilen Gazetten die Order ausgegeben hat: “ Die einzige Lösung für Syrien besteht in der Entfernung Assads und der Jihadisten“!

  • kaumi

    Für alle Liebhaber von Statistiken und Sammler von Details anbei die Namen der – inzwischen – 23 Kandidaten und -innen für die Wahl zum syrischen Präsidenten. Die Aufzählung erfolgt chronologisch nach Datum der Registration eines Kandidaten (Nummer 1 erste Kandidatur, Nummer 23 letzte).
    1). Maher Abd Al Hafiz Hajjar (männlich)

    2). Hassan Abd Allah Nuri (m)

    3). Sausan Amr Al Haddad (weiblich)
    4). Bashar Hafes Al Assad (m)
    5). Samir Ahmad Maala (m)
    6). Muhhamad Firas Jasin (m)
    7) Jusef Abd Assalam Salamah (m)
    8). Azah Muhhamad Wajih Al Hallaq (w)
    9). Ali Muhhamad Wanus (m)

    10). Talih Naser Saleh (m)

    11). Salih Michael Musa (m)
    12). Mahmud Khalil Al Halbuni (m)

    13). Muhhamad Hassan Al Kanaan (m)
    14). Khaled Abdih Al Kridi (m)

    15). Bashir Muhhamd Al Ballah (m)

    16). Ahmad Hassun Al Abud (m)

    17). Ayman Al Isa Allam (m)
    18). Ziad Adnan Hakawati (m)

    19). Ahmad Ali Qsaiaa (m)

    20). Mahmud Muhhamad Nasr (m)

    21). Ali Hassan Al Hassan (m)
    22). Ahmad Amr Tabah (m)
    23). Mahmud Naji Musa (m)

    Front: die allepiner Front erlebt z.Zt. eine Gegenoffensive seitens der SAA. Es soll fürchterlich krachen. In Deir Ezzor und zugehörigen Region soll es ebenfalls sehr blutige Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Extremistengruppen geben. Die ISIS versucht scheinbar die „Jolanis“ (Nusra) entscheidend zu treffen.
    Und in namensgebender Region (Golan) sind Dutzende syrischer Soldaten umgekommen. Die Angreifer halten unter israelischem Schutz Einzug über den besetzten Golan. Da sich neben den gefallenen Soldaten viele Atemmasken befinden, wird inzwischen offen über einen stattgefundenen Einsatz chemischer Waffen seitens der Angreifer gesprochen. Offizielle Informationen (syrische) sind vor allem zum letzten Punkt im Moment sehr rar.

  • kaumi

    http://www.defense.gov/news/newsarticle.aspx?id=46311
    Dieses verschüttete Schätzchen kreuzte gerade meinen www-Weg…

    US-Statement nach Ostghouta 2013: “ Nur die syrische Regierung ist in der Lage, chemische Waffen einzusetzen“. Am Arsch die Räuber.
    Chlorgas wurde übrigens auch jüngst eingesetzt, “ … und wieder alles weist auf eine Verstrickung Assads hin (….)“ (Die Welt)!

    • Haben die schon vergessen, dass die Nusra-Terrorbrigaden die Chemiefabrik in As-Safira ausgeräumt haben? Chlorangriffe gab es danach nachweislich durch Terrorgruppen in Aleppo.