Pogrome in Odessa: Nachtrag

vierzehnte-hundertschaftDas ist nicht einfach nur noch irgendein Video von den Pogromen in Odessa am 02.05.2014, sondern eine gute Zusammenfassung der gesamten Vorgänge von Anfang bis Ende. Die Qualität ist gut, die Montage stringent. Kein „Wackelvideo“.

All das bietet die Möglichkeit, auf Details zu achten. Klar zu erkennen: Rädelsführer, Aufpeitscher, Ordner und Ausführende der Banden, das Zusammenspiel mit den Polizeikräften, das organisierte Vorgehen. Bei 06:59 einer der Aufpeitscher: „Alle bis auf den letzten umbringen! Das muss sein, sonst haben wir hier morgen [Zustände wie in] Donezk“…

Quelle für das Video: vk.com

Unter anderem sieht man auch, wer die treibende Kraft des Mobs war. Die „14. Hundertschaft“ des „Selbstschutzes“ vom Kiewer Maidan (gut zu erkennen ab 08:38, Screenshot oben) beispielsweise, eine der hirnverbranntesten Fanatikertruppen hinter dem gewaltsamen Umsturz Ende Februar. Ihr harter Kern besteht aus notorisch gewalttätigen Extremisten des ukrainischen „Nationalistischen Jugendkongress“. Ein Teil dieser Hundertschaft ist in die neue ukrainische Nazigarde gewechselt, aber aufgelöst hat sich die Bande deswegen nicht – sie zog weitere kriminelle und gewalttätige Elemente an sich und ging auf Tour durch das Land. Abgesehen von Raub, Schutz- und Lösegelderpressung gibt es aber noch andere, zweck- bzw. einsatzgebundene Finanzierungsquellen. Wer genau dahintersteht, ist an der Oberfläche relativ nebulös, aber wenn man sich die wenigen Figuren anschaut, die eine über hundert Mann starke Terrorgruppe finanzieren können, kommt man in etwa auf die Auftraggeber der Pogrome in Odessa. Und da Parubij an diesem Tag in Odessa war, ist es eigentlich klar, dass die Ereignisse gar nicht so überraschend eine solch schreckliche Wendung nahmen.

Die Euromaidan-Propaganda und ihr nachfühlende Demokraten in Europa behaupten jetzt u.a. auch, dass die Odessiten (denn nur solche waren es, und nicht etwa der russische FSB) im Haus der Gewerkschaften sich selbst mit Molotow-Cocktails angezündet haben. Der „Vize-Premier“ der Junta rückte heute mit einer neuen Variante heraus: es sei eine „unbekannte Substanz“ in dem Gebäude freigesetzt worden. Wahrscheinlich entweder durch Putin, oder durch die eingesperrten Antimaidanis selbst, und das dann in suizidaler Absicht. Eine „unbekannte Substanz“ ist im Sinne von Gas bei diesem alten Gebäude, voller Linoleum, alter Möbel, altem Duroplast aber bei Kontakt mit Feuer wiederum nicht völlig abwegig, aber abwegig ist die Behauptung, es sei von den eingesperrten Menschen bewußt freigesetzt worden.

Das Fazit ist – die Menschen in Odessa wurden kaltblütig und vorsätzlich umgebracht. Die Mörder kann man in dem Video frank und frei erkennen. Dem Gesicht nach. Es bräuchte nur eine Fahndung und dann ab ins „Sixpack“ und vor einen möglichst sehr gerechten Kadi. Aber… die Auftraggeber im Hintergrund haben saubere Hände, weil die Ausführenden ja keine Menschen, sondern „Kolorados“ umgebracht haben – und deren Gewissen dadurch rein ist.

(Anm.: „Kolorados“ ist eine Form der Entmenschung der Protestler, die sich durch das Sankt-Georgs-Band kennzeichnen und spielt auf den Kartoffelkäfer an, der im russischen „Colorado-Käfer“ heißt.)

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