Referenden

Während es allen bekannt sein dürfte, dass in den beiden ukrainischen Regionen Lugansk und Donezk heute ein Unabhängigkeitsreferendum stattfand, ist es weniger bekannt, dass in der Region Donezk auch ein „Referendum über die Vereinigung der Regionen Donezk und Dnepropetrowsk“ stattgefunden hat. Oder stattfinden sollte, denn der Initiator – Herr Kolomojskij – hat es lediglich in den „befreiten Gebieten“ durchführen lassen können, wie etwa hier im Städtchen Dobropolje:

Referendum in Dobropolje, 11.05.2014

Referendum in Dobropolje, 11.05.2014

Andere, mit dieser Volksbefragung zusammenhängende Bilder waren nicht aufzutreiben, dafür kennen die meisten sicherlich bereits die Bilder vom Andrang beim Unabhängigkeitsreferendum. Die Beteiligung lag in der Oblast Lugansk bei 80%, in der Oblast Donezk bei 70%. In Moskau wurde für in Russland lebende und arbeitende Ukrainer ebenso eine Möglichkeit der Stimmabgabe vorgesehen – übrigens ohne jegliche staatliche oder städtische Unterstützung, die Stimmabgabe erfolgte dort auf dem Grundstück eines Autohauses, welches – wie auch die Wahlkomission – in reiner Privatinitiative auftraten. Immerhin wurden die Menschenmassen von der Stadt kostenlos mit Wasser versorgt, eine Kosakenbrigade sorgte für Ordnung und ein Krankenwagen stand für Notfälle bereit.

Hinweis: ein großer Teil der Bilder hierüber stammt von der Stimmabgabe in Moskau. Mehr aus dem Donbass findet man u.a. hier (Dank an „urkeramik“).

In Krasnoarmejsk musste das Referendum abgebrochen werden, da dort die „Nationalgarde“ einfiel und den weiteren Verlauf unterband. Das erreichte sie, indem sie einen Menschen auf offener Straße erschoss. Man kann zwar nicht wirklich sagen, dass dieser Mensch überhaupt nicht provozierte, als er einem Söldner offenbar nach der Waffe griff, aber das Vorgehen ist trotzdem vollkommen unverhältnismäßig und illustriert nur einmal mehr, dass die Junta und ihre Strafexpeditionen dort Fremdkörper sind und waren. Das Ergebnis des Referendums wird dies jetzt lediglich schriftlich fixieren.

Inzwischen versucht Oligarch Achmetow, seine Fahne nach dem Wind zu drehen. Ihm gehört eine ganze Menge an Wirtschaft im Donbass, und wenn er jetzt urplötzlich von den Kiewer Machthabern fordert, den „Anti-Terror-Einsatz“ im Osten abzubrechen, ist das mehr als nur ein Wink mit dem Zaunpfahl. Freilich hätte er das spätestens vor einer Woche signalisieren sollen, um jetzt nicht den Eindruck zu erwecken, als versuche er lediglich, seine Pfründen zu sichern.

Bei Ruptly gibt es diese Aufnahmen von der Stimmabgabe in Moskau:

Die Leute halten ihre ukrainischen Pässe in die Kamera, um so zu beweisen, dass sie keine bloßen Darsteller sind.

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