Achmetow: “Die Macht bin ich“

Rinat_AkhmetovRinat Achmetow, der “reichste Mann der Ukraine”, Oligarch, und – zumindest bis vor kurzem – erbitterter Feind anderer solcher Gestalten wie beispielsweise Kolomojskij – hatte in der Nacht zum 19. Mai relativ unerwartet zu Protesten und Streiks im Donbass aufgerufen. Höchst interessant – ein Oligarch ruft zum Streik und zum Protest. Nicht nur der Fakt allein, dass er sich damit in der momentanen ukrainischen Gemengelage entschieden hat und sich gegen die Willensbekundung der Menschen vom Referendum am 11. Mai wendet – nicht minder interessant ist auch der Zeitpunkt, zu dem er das tut.

Was der Aufmerksamkeit der meisten entgangen sein wird, ist die kleine “Palastrevolte” am 16. Mai in der Führung der Volksrepublik Donezk. Die bis dahin sehr an PR interessierte, von ihren reellen Aktivitäten her aber recht träge Führung wurde etwas beiseite gedrängt; nunmehr ist der russische Staatsbürger Alexander Borodaj Premierminister der VRD. Borodaj ist eher der aktiveren, “Strelkow”-Fraktion zugehörig und macht kein Hehl daraus, dass er vorher schon auf der Krim aktiv war, bevor diese sich der Russischen Föderation angeschlossen hat.

Achmetows Aufruf folgte relativ zeitnah auf den Wechsel an der Spitze der “Volksrepublik Donezk”, was die vorher bestehenden Gerüchte stützt, weite Teile des “Projekts” der Unabhängigkeit des Donbass seien von Achmetow gebilligt, wenn nicht gar von ihm als Joker in der Positionierung in der Ukraine nach dem “Euromaidan” gebraucht worden. Bis dahin musste nicht einmal Strelkow und sein Trupp ihm großes Unbehagen bereiten, denn er versteht sehr wohl, wie sehr ein politisches Resultat allen möglichen paramilitärischen Teilerfolgen vorzuziehen ist. Es lief bis vor kurzem auch alles darauf hin, dass die relativen Erfolge der Bürgermilizen durch Geplänkel und Ränkespiele innerhalb der Kabinetts und neuen Organe kaputtgemacht wurden; von Achmetow handzahm gemachte politische Führungspersönlichkeiten der VRD waren allein durch ihr relativ zielloses Agieren und lasches Auftreten drauf und dran, die Erfolge der Bürgermilizen und des Referendums zu zersetzen. Eines der Zeugnisse dafür ist der dramatische Aufruf Strelkows von vor ein paar Tagen, wo er sich über fehlenden Zustrom von Freiwilligen in die Reihen der Bürgermilizen beklagt – de facto aber konstatiert, dass dieser Prozess massiv behindert wird.

Nun hatte Strelkow und sein Trupp eben offenbar wenig Lust auf die Rolle von Opfern und Bauern in den gewieften Spielchen der ukrainischen Magnaten. Wie genau die kleine Palastrevolte vom 16. Mai in Donezk verlief, wird vielleicht gar nicht an die Öffentlichkeit kommen, aber Fakt ist, dass Achmetow danach langsam Lunte zu riechen begann. Und sich nun entgegen all seinen vorherigen Verlautbarungen von den “vier Szenarien” einer Beilegung des Konflikts im Donbass offen auf die Seite der Junta stellte.

Indes ist der für heute erstmals anberaumte “Streik” und der “Protest” eher verpufft:

Stadion von Donezk, 20.05.2014 - Warnstreik und Protest von Arbeitern nach Aufruf von Achmetow

Stadion von Donezk, 20.05.2014 – Warnstreik und Protest von Arbeitern nach Aufruf von Achmetow

Ungefähr 1.000 Leute sind Achmetows Aufruf heute gefolgt (andere Meldungen sprechen von nur der Hälfte). Sie füllten mit Mühe und Not einen Block im Donezker Stadion “Schachtjor”. Die Sache sieht bislang also eher komisch aus.

Wenn Arbeiter streiken, dann ist das klar und verständlich, passt normalerweise in solche Kategorien wie “Gewerkschaft”, “Lohnerhöhung” oder auch “Klassenkampf”. Wenn allerdings die Besitzer von Großunternehmen streiken und dazu aufrufen, dann nennt man das ganz anders: Sabotage. Nichts anderes lief im nachrevolutionären Russland der Jahre 1917 und 1918. Firmen- und Großgrundbesitzer, Banken und andere Unternehmen haben versucht, die damals noch junge Sowjetmacht mit solchen Maßnahmen in die Knie zu zwingen.

Wie die Sowjets damals geantwortet haben, ist auch bekannt. Stichwort Tscheka. Diese Organisation wurde überhaupt aus der Notwendigkeit heraus geschaffen, Sabotage von Seiten der damaligen “Oligarchen” und Beamten zu bekämpfen. Die Tscheka sorgte dann – teilweise durchaus nicht unblutig – für den Übergang von Privateigentum in staatliche Kontrolle. Auf diese Weise waren solche Sabotageaktionen schließlich unterbunden worden.

Ob die Volksrepubliken Donezk und Lugansk – kurz: Neurussland – die Mittel und die Entschlossenheit haben, Achmetow einer ähnlichen “Nationalisierung” zu unterziehen, bleibt natürlich fraglich. Aber letztendlich hat der Oligarch nichts anderes ausgesagt, als dass er die eigentliche Macht im Donbass ist. Und diese Herausforderung hängt viel zu deutlich im Raum, als dass man sie einfach ignorieren könnte.

Anfänge eines solchen Prozesses scheint es auch zu geben; RIA meldete heute, die VRD habe im Zusammenhang mit dem Unwillen “einiger” Unternehmer und Oligarchen, ihre Steuern ins Budget der neuen Volksrepublik zu zahlen, einen Prozess der “Nationalisierung” (ihrer Betriebe) angestoßen. Dass sie sich damit einzig auf die Twitter-Meldung von PR-Mann Puschilin berufen, macht die Sache erst erst einmal wenig fest. Es wäre also sinnvoller, offizielle Meldungen dazu abzuwarten. Es soll demnächst eine Liste an Unternehmen veröffentlicht werden, welche “nationalisiert” (lies: enteignet) werden.

In keinem Fall aber geht es, Achmetows Positionierung und seine Sabotageaufrufe zu ignorieren; dazu hat er wirklich zu viel an realer Macht. Wer genau die Macht in Neurussland ist, sollten die Menschen dort sicher in Bälde klären.

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Trackback von deiner Website.

  • Hier noch mehr vielsagende Aufnahmen von der Achmetow-Aktion heute: http://youtu.be/meXdvEdRDHo – das kann man dann recht gut mit der Einstellung vergleichen, die es dazu auf SPON gibt:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-oligarch-achmetow-erklaert-separatisten-den-krieg-a-970573.html

    • Jowi

      Die Bilder sprechen in der Tat für sich!

  • anjamueller

    Ich bin guter Dinge, dass die VRD es schafft.
    Die Arbeiter sind gestern nicht rausgekommen zur Demo trotz der Kündigungsandrohung und heute nicht während der sogenannten „Streik“-pause. (wohlgemerkt der Ar… zieht die 3 Std vom Gehalt ab )
    Sich zur Junta zu bekennen hat auch Details. Dort gibts auch 3 Möglichkeiten, mit wem man sich verbrüdert. Julia-Zopf oder Poroschenko oder die Kolomojskij-Bande und Achmetov scheint zum Kolomojskij zu neigen. Heute hat der Vize-Gauleiter von Dnepropetrovsk, Gennadij Korban, sich geäußert im Sinne, dass dem sehr guten Freund Achmetov geholfen werden sollte.

  • Jones Bones

    Moin,
    Gestern abend hat der Akhmetov noch zurückgerudert und den „Streik“ angeblich aus „Sorge vor Blutvergießen“ abgesagt, was wohl die eher zutreffende Erklärung für die geringe Menschenmenge ist.
    Was der tatsächliche Grund für die Absage ist, weiß ich nicht.
    Hier das Transskript seiner Brandrede auf englisch auf der Homepage von Metinvest; dem riesen-Stahlwerk, das plötzlich zu einer politischen Institution geworden ist:
    http://www.metinvestholding.com/en/press/news/show/2929

    (Youtubevideo mit seiner Rede auf ukrainisch ist unten im Transskript)

    Moneyquote:

    „But I was told in the morning that there were gunmen in Mariupol, that they wanted to shoot down peaceful people and a peaceful action! I immediately contacted directors of our plants and called on them to suspend participation in the peace march. Because a human life is the biggest value and I will never allow bloodshed. I urged to suspend the action; suspend, not stop it! Because if we stop, Donbass will remain in blood.“

    Akhmetov hat früher den Angestellten und deren Familien verboten, gegen Kiew zu demonstrieren, und wäre natürlich mit Fußballfanatikern und vor allem hunderttausenden Lohnsklaven durchaus imstande, sein Stadium mindestens halbvoll zu kriegen.

    Natürlich tut Akhmetov sein eigenes Süppchen kochen und wird vor allem von der Junta und dem Westen in die Mangel genommen, und der Druck auf ihn nimmt mit jedem Erfolg der Föderalisten zu.

    Sanktionen des Westens wären weiterhin möglich, und auch das ukrainische Energieministerium macht gegen „sein“ Energieunternehmen DTEK Druck.
    http://biz.liga.net/all/tek/stati/2748218-potesnit-akhmetova-minenergo-protiv-dtek-.htm

    Und es ist somit nicht so einfach zu beantworten, ob die Verschärfung seines Tons auf den Führungswechsel im Donbass, oder auf implizite Drohungen seitens der Kiewer Machthaber zurückzuführen ist.

    Überhaupt hat der Westen ja ein sehr weit gefasstes Bündnis gegen die Russen geschmiedet, das so ziemlich alle in eine Zwickmühle steckt. Denn die Oligarchen sind untereinander Konkurrenten und nicht alle sonderlich nett zu einander.

    Einer, der besonders großen Einfluss auf die Regierung ausübt, ist der (um Neusprech aufzugreifen:) „selbsternannte“ Kolomoisky.

    Kolomoisky ist der zweit oder drittreichste Mann der Ukraine, hinter Pintschuk (der ebenfalls die Junta unterstützt), er hat noch 2006 mit einem Schlägertrupp eine Stahlfirma übernommen (was in Russland 90er-Jahre Methode sind – bsw. Aluminiumkriege), und zeigt auch seinen Ko-Oligarchen gegenüber nicht sonderlich viel Rücksicht. U.a. Pintschuk, Abramowitsch soll er übers Ohr gehauen haben, und man kennt ihn gemeinhin als „Raider“, also Plünderer. Auch an die Spitze der europäischen Juden hat er sich mal geputscht und schließlich des Widerstandes wegen seine eigene Organisation gegründet, und betreibt übrigens sein gesamtes Firmenimperium aus der Schweiz.

    Kolomoisky ist in den gleichen Märkten unterwegs wie Akhmetov, was u.a. Stahl und Energie angeht, aber auch, was das Aufkaufen der privatisierten ukrainischen Staatsunternehmen angeht, die der ukrainische Staat regelmäßig verschleudert.

    Hier hatte er während der Janukowitsch-Regierung meist gegenüber dem letztgenannten das Nachsehen.

    Für Kolomoisky kommt noch dazu, dass er gemeinsam mit Pintschuk einer der beiden Hauptverdächtigen ist, was den Eigentümer der größten Gasfirma der Ukraine, die Burisma, angeht.

    Die Burisma hat sich ein doch sehr spektakuläres Team an „Direktoren“ angeschafft:
    http://burisma.com/board-of-directors/
    Neben dem Sohn Hunter des Vizepräsidenten Joe Biden, sitzen dort noch Devon Archer, der ein Freund und Exberater von Kerry ist, sowie Ex-Präsident Alexander Kwasniewski.

    Dass diese Posten vielmehr zur Bestechung der Leute, denn zum Gewinn des Unternehmens da sind, wird durch gleich mehrere Zusammenhänge deutlich. Kwasniewskis Beruf wurde erst diesen Monat veröffentlicht, hat diesen aber schon mehrere Monate gehabt und nebenbei auch noch im Auftrag des EU-Parlaments mit Janukowitsch um die Freilassung von Timoschenko verhandelt. Schaut man sich auch die beruflichen Werdegänge der beiden Leute an, die schon auf der Webseite preisgegeben werden, fallen einem Namen wie Merrill Lynch, Renaissance Capital, Troika Dialog und Morgan Stanley bei Herrn Apter, sowie Citibank bei Herrn Archer auf. Die Rolle dieser Firmen im Zusammenhang mit dem Putsch in der Ukraine sind bekannt.

    Jedenfalls hat die Burisma ein dickes fettes Problem, denn es betreibt 3 Gasfelder, von denen nur eines vor den Unruhen halbwegs sicher ist (Karpathen), während die anderen am Donez, bzw. im Azov-Kubangebiet liegen. Letztgenanntes Feld ist also wohl weitestgehend weg, das andere mindestens stark bedroht.
    Da passt es den westloyaleren Oligarchen gut in den Kram, dem Akhmetov einen Teil seines Kuchens abzunehmen, falls das nicht schon vor/mit der Machtübernahme geplant war.

    Akhmetov wiederum muss pokern, kann nicht für und nicht gegen sein. Westliche Sanktionen wären sein Ruin, ein neuer Donbass-Staat sowieso, aber ohne Trümpfe geht es mit den Oligarchen auch nicht wirklich.

    Insofern kommt den Geschehnissen in Mariupol, wo die Kämpfe plötzlich ein Ende hatten und Föderalisten und Rechter Sektor gleichermaßen durch Stahlarbeiter ersetzt wurden, da auch eine besondere Bedeutung zu, denn de facto hat er dort die Macht übernommen, kann jederzeit die eine oder die andere Seite in die Stadt holen, oder aber draußen halten.

    Neben Drohungen oder Bestechungen, könnten auch echte Vorteile die Föderalisten zum nächtlichen Abzug bewogen haben, denn die Stadt wurde so zu einer neutralen Zone, während man die Kräfte im Norden konzentrieren kann.

    Sicher ist, dass Rinat Akhmetov ein rationaler Mensch ist und seine Hetze gegen die „Separatisten“ kalkuliert, wo also zwischen Worten und Taten kein zwingender Zusammenhang gegeben sein muss.

    //Sorry Roman auch dafür, dass ich deiner Aufforderung zu eigenen Beiträgen bislang noch nicht nachgekommen bin. Hatte heute mein erstes Examen von vielen. Meine Recherchen habe ich oben mal schnell zusammengetragen.

    • Jones Bones

      Ich hefte hier das Bild von den „Partnern“ der „OpenUkraine Arseniy Yatseniuk Foundation“ an.
      Dieser entlarvende Teil der Homepage war kurzzeitig entfernt worden, wurde aber in Caches bewahrt.
      Da also daran eh nichts mehr geändert werden konnte, wurde die Seite kurzerhand wieder hochgeladen:
      http://openukraine.org/en/about/partners

      Zu sehen, u.a:
      Pinchuk Fond, Renaissance Foundation, Citibank, State Department, polnische Botschaft, und weitere.

      Da sowohl Kolomoisky, als auch Yatsenyuk der Timoshenko nahestehen, sehen wir ein mal mehr, wie viele Fäden hier im Kreis rumgehen. Wer hier aber wen entlohnt, das habe ich ehrlich gesagt noch nicht begriffen.

      • Ben

        Interessant auch dieser Bericht im TA aus Zürich von 2009:

        27’000 PR-Berater polieren Image der USA

        Ein Chefredaktor beklagt den immensen Einfluss des
        amerikanischen Verteidigungsminsteriums auf seine Journalisten. Jetzt
        ist ihm der Kragen geplatzt: Er enthüllt schier unglaubliche Fakten über
        die PR-Arbeit des Pentagons.
        http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/27000-PRBerater-polieren-Image-der-USA/story/20404513

        Nur ein Steinchen im Räderwerk dessen was „der Westen“ stets „dem Osten“ vorgeworfen hat. Prwada, KGB, Gulags, und alles andere ausnahmslos negative das von der anderen Seite kam und kommt. Welche Medienorganisation aht schon ein Budget von mehr als 4 Mrd. und kann sich mehr als 27000 Angestellte leisten die Informationen produzieren?

        Ein weiteres Steinchen das zu einem Felsen geworden ist; Im Jahre 1945 3 von 4 Medien in den USA unabhängie individuelle Eigentümer hatten, 1980 waren es nur noch 50 Eigentümer welche bereits 90% aller Inhalte produzierten und auslieferten. Heute sind es nur lächerliche 5 Eigentümer die 90% der Bücher, Radio TV, Zeitungen und Onlinepräsenzen produzieren, verlegen und ausliefern.

        Im Sinne der Information reicht es also aus eine Konferenz mit einer Handvoll Teilnehmern durchzuführen um den Informationsfluss zu steuern. Weltweit, da diese Konzerne Weltweit agieren… das muss sich niemand wirklich wundern warum alle so gleich, so ähnlich berichten.

        Was heute noch fehlt ist die komplette private rein Profitorientierte Regulierung des Internet um den letzten unabhängigen den Weg zu zeigen…

      • Ben

        Ein Teil der finanzierung für den German Marshall Fund wird aus Steuergeldern, vom deutschen Staat aufgebracht. Bei der Chatham Foundation sind mehrere 100 Unternehmen, mehree 1000 Wirtschaftsführer und andere Stiftungen an der finanzierung beteiligt. Immer wieder gerne gesehen die angeblich neutralen Schweden, ein Neoliberales Musterland das zu einem richtigen Agressor geworden ist…

      • Mathew Miller

        Wir alle werden dafür „löhnen“ müssen.äähmm..dürfen.
        Die Ukrainer fangen schon mal an.
        Alles mindestens doppelt teurer bei gleichzeitig halber Kaufkraft.
        Hhm.
        Woran erinnert mich das nur?
        DeutscheMark : Euro.

        Friedensprojekt.

        RestInPeace.

  • limbojack

    Danke!

  • Ruth

    Ich hoffe, es findet sich schnellstmöglich ne Kugel oder ein Strick für diesen schnöden Mammon anbetenden Wendehalsverräter…Tschuldigung, aber das mußte jetzt raus.
    Den Menschen im Donbass wünsche ich Kraft und Durchhaltevermögen. Wenn man sich die Bilder vom 11.5. ansieht/-hört, aufgenommen von Graham Phillips (Engländer bei RT), dann bleibt kein Zweifel, WAS die Menschen in der Ostukraine wollen. Förderalisierung ist das Mindeste was sie fordern. Auf seinem Kanal gibts noch ne Menge mehr zu sehen. Man muß nicht mal des Russischen mächtig sein, um zu verstehen, was die Leute sagen.

    Und nun noch ne Bitte-Leute, ein Ihor ist seit Geburt und wird es immer bleiben ein IGOR. Und ein Akhmetow ist schon immer ein Achmetow. Dieses Kunstgebilde „Ukrainisch“ ist in wesentlichen Teilen Ausdruck der nationalistischen Strömung in der Ukraine. Ich weiß, wovon ich rede-habe selber 6 Jahre in Kiew studiert…damals wars aber noch die Sowjetunion :-(. Da hat, bis auf Babuschkas und Djeduschkas in entlegenen westukrainischen Dörfern, kein Mensch ukrainisch gesprochen. Keine Orts-Straßen-oder sonstigen Schilder waren zweisprachig. Latenten Nationalismus gab es aber auch schon damals, vorallem gegen die Kaukasusregionen und „natürlich“ gegen Juden. Der wurde aber noch gut unterm Deckel gehalten…Dieser Nationalismus konnte sich erst in den 90er Jahren seinen Weg bahnen.

    • Für den „Igor“ und den „Achmetow“ bekommst Du von mir 100 Punkte. Aber „Akhmetov“ ist die legitime englische Transkription. Leute, die „Kiev“ oder „Akhmetov“ schreiben, lesen wahrscheinlich eher englische Presse. Bei uns jedoch regiert der Duden, auch wenn sich das manchmal ulkig liest („Borschtsch“).

      • Jetzt sei mal nicht deutscher als der Kaiser… ;))) deutsche Rechtschreibung ist hochoffiziell tot seit der Rechtschreibreform/Sprachverstümmelung…. Schifffahrt… mir rollen sich die Zehennägel auf

      • Nobilitatis

        Einschlägig für die Umschrift ist eigentlich die DIN-Norm 1460, nicht der davon abweichende Duden. Es geht ja häufig um Namen.
        http://www.zoe.phil-fak.uni-koeln.de/2722.html?&L=0
        Zumindest was beglaubigte Übersetzungen betrifft.

      • Ruth

        Danke-und nur SO geschrieben schmeckt ein Borschtsch wie ein Borschtsch ;-))

  • urkeramik

    Zweiter Versuch: diesmal brannte das richtige Haus, das der Zarews, heute Nacht zwei Uhr; nach dem ersten Anschlag war die Familie ausgezogen, so das keine Personen zu Schaden kamen.
    http://rusvesna.su/news/1400656072

  • Mathew Miller

    Das mit dem Warnstreik ist ja eher ein schlechter Witz.
    Schon ehe die Selbstverteidigungskräfte im Donbass zur Klärung der Lage auf die Strasse gingen streikten weit mehr als 3000 Grubenarbeiter und das sind nur jene die für diesen Oligarchen in seinen Zechen malochen.
    Hat es jemanden intressiert.
    Nein.
    In vielen anderen Gruben das gleiche.
    Gehen wir mal von realistischen Zahlen aus.
    Es sind um die 6000 Leute welche sich aufgrund drastischer Lohkürzungen mal mehr mal weniger im Streik befinden.
    Abhängig ist das von den Lohnzahlungen welche ebenso schwankend bei diesen Leuten eingehen.
    Es gab im Donbass teilweise halbierte Löhne.
    Wer noch unter Janukowitsch seine gut 9000 Hrywnja mit Leistungszulagen ausbezahlt bekam hatte nach der Machtübernahme der Putschisten in Kiew auf einmal kaum noch mehr als 4000 Hrywnja auf der Hand.
    Gründe gibt es viele, durchaus auch realistische und nachvollziehbare.
    Halber Lohn und sinkende Kaufkraft der Landeswährung sind keine guten Umgebungsbedingungen für schweigende Arbeiter.
    Ich war im Februar genau zur „heißen Phase“ in der Ukraine.
    Wechselkurs Euro:Hrywnja, 1:9,.. bis 1:10,.. dann waren es schnell 1:12 und heute ist die Landeswährung um die 1:16,.. im freien Fall.
    Das war und ist überall in der Ukraine so.
    Da frage ich mich doch wie geht es den Leuten die nicht ihre Haut in den Todeslöchern welche sich Kohlegruben nennen verkaufen und seit jeher zu den besser Verdienern gehörten?
    Fakt ist jedoch auch das es eine 20% Sonderabgabe gibt welche direkt nach Kiew geht und von der 10% als sogenannte Subvention der unrentablen Gruben zurückfließt.
    Das ist der Trick mit dem das ganze System schon seit jeher auch die ältesten und marodesten Gruben am laufen hält.
    Diese Abgabe wollte Kiew auf über 40 Prozent anheben und kaum noch irgend etwas an die regionalen Minioligarchen vom Typ korrupter Minendirektor x, y, z, durchreichen.
    Das Ergebnis ist bekannt.
    Nach Kiew ging fast gar nichts mehr.
    Kiew ging „nach der Kohle“ nachschauen wo das Geld bleibt und oh welch Wunder es gab Menschen und durchaus auch korrupte die nicht so wollten wie Kiew.
    Der Rest ist bekannt.
    Kleinoligarchen finanzieren die Lage in der Gegend.
    Und jetzt wird der größte Oligarch der Ukraine die Ostukraine retten.
    Das ich nicht lache.
    Er wird den Teufel tun.
    Er versucht zu retten was für ihn zu retten ist.
    Das tut er nicht aus freier Entscheidung.

    Med Invest und Asow-Stahl liegen doch defakto auf EIS.
    Warum ist Titan-Stahl auf dem Weltmarkt auf einmal derart knapp das selbst Airbus schon auf das durchbrechen der Russischen Weltmaktbeherrschung dirngt.
    Asow-Stahl hängt voll und ganz von russischen Erz-Lieferungen ab um die Halbprodukte weche nach Russland zur Veredlung gehen im Auftrag fertigen zu können.
    Und dafür braucht auch ein Oligarch Kohle und auch Gas.
    Das eine wird nicht gefördert wenn gestreikt wird.
    Selbst wenn es die eigenen Minen nicht betrifft.
    Es werden riesige Mengen an Kohle in diesen Dinosaurier“n der Hüttenwerke dieser Welt benötigt.
    Und Gas liefert sich nicht von allein…schon gar nicht wenn die Zentralregierung in Kiew die Rechnungen nicht begleicht.
    Gasleitungen die von dieser Regierung angezapft sind liefern dann auch nicht die schon von Einzelabnehmern wie Asow-Stahl an Russland gezahlte Gasmengen.
    Und leergeförderte Öllpipelines bringen auch keinen Tropfen Öl dorthin wo es verarbeitet werden sollte.
    Selbst wenn die Deals mit den jeweiligen Oligarchen das garantieren sollen.
    Er sieht sich genötigt zu handeln wo er zuvor geschwiegen hat.
    Wirkliche Macht hat dieser Mann aber auch nur solange sein System das besser laufende das besser schmierende und somit das Systemrelevante ist.
    Er war immer nur einer unter vielen Blutsaugern in diesem Land gewesen.
    Täglich werden es mehr Maden die sich den nicht mehr kontrollierten Kuchen einverleiben.
    Jeder nimmt sich sein Stück.

    So sind doch alle Oligarchen zu dem gekommen was sie heute fürchten zu verlieren.
    Der gesamte Maidan war und ist gekauft.
    Weg mit den Oligarchen tönten die angeblich auch so friedlichen Demonstranten als sie die Berkut-Leute anfingen abzufackeln.
    Zitat:In Kiew wird der Milliardär für seine Attacke gegen die prorussischen
    Kräfte gefeiert. Jetzt werde man endlich „den terroristischen Abschaum
    wegfegen“, schrieb Innenminister Arsen Awakow auf seiner Facebook-Seite.

    Das Parlament, die Übergangsregierung, die Selbsverteidigungskräfte….alles Kasperletheater.

    Rinat Achmetow wird sie alle erlösen von ihrem Glauben an eine nicht korrupte Führung in diesem Land.

    Unsere westliche Wohlfühloase schrumpft von Tag zu Tag.
    Der Anspruch entspricht nicht der Realität.
    Es sind genau diese Oligarchen und noch größere Intressen dahinter welche die gesamte Welt beherrschen.

    Das höhere Level auf dem wir noch stehen birgt nur die Möglichkeit eines viel tieferen Falls.
    Das Endspiel ist eindeutig angepfiffen.
    Und keiner hält sich an die Regeln aber alle beschweren sich das die „anderen“ nicht fair und sauber agieren.

    Ponyhof-Atmosphäre …

  • Achmetow ist Tatare und Moslem. :)