LifeNews

Den beiden am 18. Mai von der Kiewer Junta verschleppten russischen LifeNews-Journalisten Marat Saijtschenko und Oleg Sedjakin werden zwei Vergehen zur Last gelegt: Erstens, sie hätten einen Angriff der “Separatisten” koordiniert, angeleitet und dabei gefilmt. Konkret geht es um diese Aufnahmen, die tatsächlich über LifeNews verbreitet worden sind:

Es ist nicht unüblich, dass Journalisten Aufnahmen aus anderen Quellen zur Verfügung gestellt bekommen. Ein ähnliches Beispiel waren erst unlängst Mitschnitte eines nächtlichen Artillerieangriffs auf Positionen des SBU / der “Nationalgarde”, die von KP.ru und den in Slawjansk arbeitenden Journalisten Dmitrij Steschin und Aleksandr Kots verbreitet – aber natürlich nicht von ihnen gemacht – wurden.

''Motorola'', Kommandeur und Filmer der Bürgermilizen

“Motorola“, Kommandeur und Filmer der Bürgermilizen

LifeNews hat inzwischen den wirklichen Kommandeur und Filmer des obigen Angriffs ausfindig gemacht: sein Spitzname ist “Motorola”, und wie unschwer zu erkennen ist, hat er eine Halterung für eine Kamera (“GoPro”) am Helm. Aber auch seine Stimme ist wiederzuerkennen – hier im heutigen Interview ab 1:02.

Das zweite Verbrechen, das man den LifeNews-Leuten zur Last legt, ist der Transport einer tragbaren Flugabwehrrakete (“MANPAD”) im Kofferraum ihres Fahrzeugs. Es ist dabei niemandem eingefallen einmal zu testen, wie gut man so ein rund 1,60 m langes Gerät in den Kofferraum eines Schiguli bekommt. Es ist wohl eher so, dass das Ding am Checkpoint gerade zur Hand war und man es den beiden – in Ermangelung von Koks – einfach unterjubelte.

Inzwischen in Moskau, gegenüber der US-Botschaft

Inzwischen in Moskau, gegenüber der US-Botschaft

Formal ist es wohl ein Vergehen, wenn Journalisten als Privatpersonen einreisen und dann journalistischer Tätigkeit nachgehen – wie im Falle der beiden LifeNews-Leute. Aber die Details sind gar nicht mehr wichtig, seit aus Washington zu hören war, man sei sich sicher, dass die “ukrainischen” Militärs richtig gehandelt und in Wahrheit “Terroristen” festgenommen haben, die ganz bestimmt Luftabwehrrakten im Kofferraum ihres Autos durch die Gegend fuhren. So kann man jetzt ruhigen Gewissens einen kleinen Schauprozess angehen – und sich so einen netten Trumpf im Geschacher mit den Russen sichern.

Etwas anderes als Kidnapping und Menschenhandel – allerdings auf Betreiben einer “Staatsmacht” – ist das dabei aber eben nicht. Während freilich auch ihrem Äußeren nach wie Banditen aussehende Strolche wie etwa Saschka, der Weiße, ihr Geschäft noch direkt von richtigen Terrorbrigaden z.B. in Tschetschenien erlernt haben, so hat die derzeitige Kommandoebene des ukrainischen SBU diese Schule direkt bei denen durchlaufen, die die Lehrmeister der Lehrmeister von Musytschko waren. Das Geschäft ist und bleibt aber das selbe.

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