Archiv für Juli, 2014

Kommunisten an den Galgen

„Der Faschismus an der Macht… ist… die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals… Der Faschismus ist die Macht des Finanzkapitals selbst.“ (Georgi Dimitrow, 1935 – Quelle)

Georgi Dimitroff - der Richter, der GerichteteDie Rada-Fraktion der Kommunistischen Partei der Ukraine wurde heute aufgelöst. Die Kiewer Junta strebt ein Verbot der Partei an und wird damit voraussichtlich Erfolg haben.

Demokratie ist ja nun nicht etwa eine Gesellschaftsform, in der alles erlaubt wäre. Im Gegenteil: ein Volk, ein Reich, ein Führer.

Eines der Elemente der Mobilisierung der Massen ist die Schaffung von Feindbildern, von inneren und äußeren. „Der Faschismus in der Außenpolitik ist der Chauvinismus in seiner brutalsten Form, der einen tierischen Haß gegen die anderen Völker kultiviert (Dimitrow ebd.).

Zum derzeit in der ehemaligen Ukraine kultivierten äußeren Feind braucht man sich nicht weiter auszulassen. Was den inneren Feind betrifft, so besteht in den Gebieten, in denen die „Separatisten“ und „Kolorados“ erfolgreich unterdrückt werden konnten, weiterhin Bedarf nach einem Feindbild. Die Kommunisten eignen sich als Partei mit einer recht zahlreichen, dabei aber ziemlich überalterten und deshalb harmlosen Gefolgschaft recht gut dazu. Gefahr geht von ihnen nicht aus, aber nach dem Verbot kann man bequem jeden, der mit der Junta irgendwie nicht einverstanden ist, als Kommunisten-Sympathisanten verfolgen.

In der inzwischen EU-assoziierten Ukraine läuft mit der Bevölkerung derzeit de facto die selbe psychologische Bearbeitung, wie sie mit Selbstmordattentätern bei den Dschihadisten unternommen wird. Nur weit massiver und größer in ihrem Ausmaß. Nur so kann man mobilisieren. Es hat deswegen wenig Sinn, die Stimmung in der zombisierten Bevölkerung vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes zu bewerten. Ein Großteil der Bevölkerung des Landes ist derzeit ziemlich genau so drauf, wie man sie im Verlauf der vergangenen 4-5 Monate gepolt hat.

Die Ukraine ist Europa. Lugansk, 18.07.2014

Nach der Entscheidung für Europa wird in der Ukraine eine demokratische Zivilgesellschaft der Vielfalt und Werte aufgebaut:

Lugansk, 18.07.2014. Bombenopfer. 18+


Diese Bilder sind aus dem Stadteil Solnetschnyj im Osten der Stadt.

Für Lugansk war es heute der bisher blutigste Tag des Krieges. Wenigstens gab es nach der einhelligen Auskunft der dortigen Leute bisher noch keinen so heftigen Beschuss wie den heutigen. Die Euromaidan-Propaganda bleibt stur auf Linie und behauptet, die „Separatisten“ seien es, welche ihre eigenen Wohnviertel mit Artilleriefeuer eindecken. Die Lüge muss eben einfach ungeheuerlich genug sein, um als Wahrheit durchzugehen. Indes:

44 Tote unter den Zivilisten allein am heutigen Tag in Lugansk – und das sind vorläufige Meldungen, wie auch die 215 teils schwer Verletzten.

Inzwischen wird gemeldet, dass die 30. MechBrigade der ukrainischen Streitkräfte in die südlichen Stadtbezirke vorgedrungen ist. Dabei handelt es sich sicherlich nicht um eine „Erstürmung der Stadt“ – dazu hat diese Brigade dann doch nicht die Kraft – sondern eher darum, den Rückzug von vorher durch die Volkswehr doch recht stark gebeutelten Einheiten der Nazigarde und der Armee zu decken und eventuell etwas Druck vom Flughafen zu nehmen.

Zum Boeing-Crash

boeing-crashDie Sache mit der malaysischen Boeing sieht insgesamt recht eigenartig aus. Die Ukraine hatte ihren Luftraum über den Regionen Donezk und Lugansk (und pro forma über der Krim) noch vor einer Woche für die zivile Luftfahrt gesperrt und die ganze Welt darüber informiert. Aus welchem Grund der heutige Flug der Boeing ausgerechnet dort verlief, ist ein Rätsel, zumal dieselbe Flugverbindung noch gestern ganz anders – wesentlich weiter westlich – gelegt war.

Es gibt weiterhin die eigenartige Meldung über ein weiteres Flugzeug, das kurz vor dem Crash nahe der Boing auftauchte.

Alexander Borodai von der VRD sagt, die Volkswehr verfüge nicht über die Mittel, ein so hoch fliegendes Flugzeug anzugreifen. Das Flugzeug ist aus einer Höhe von etwas über 10.000 Metern abgestürzt, was außerhalb der Reichweite “gängiger”, der Volkswehr zur Verfügung stehender Luftabwehrsysteme liegt. Aus diesem Grunde dreht die Euromaidan-Propaganda – und mit ihr bereits die deutsche Presse – an der “Buk”-Version. Dass die Volkswehr angeblich über “Buk”-Waffensysteme verfüge, hörte man aus einem einzigen früheren Statement von (im Donbass recht zwielichtig auftretenden) Sergej Kurginjan – russischer Politiker und Kopf seiner eigenen, recht bekannten Bewegung “Das Wesen der Zeit” – sowie von der Volkswehr selbst, der Ende Juni durch die Übernahme zweier Stützpunkte der ukrainischen Luftabwehr einige dieser Systeme, allerdings “in defektem Zustand”, zugefallen sind.

Auf dem grünen Felde

Es gäbe zwar eine Menge zu den taktischen Umbrüchen und einigen Hintergründen nach dem Fall von Slawjansk zu sagen – unter anderem, wie allmählich die „Linie Moskaus“ zutage tritt – aber das, so die Zeit bleibt, kommt etwas später.

Ein Anzeichen dafür, dass in Donezk jetzt langsam „Ordnung“ im Sinne eines einheitlichen Militärkommandos einkehrt, ist die heutige Vernichtung der 24. und 79. ukrainischen mot. Brigade durch Artilleriefeuer der Volkswehr Lugansk.

Die Panzerbrigade wurde am heutigen Morgen nahe Selenopolje aus einer Entfernung von ca. 20 Kilometern mit Feuer aus Gardewerfern eingedeckt. Präzisionsfeuer. Im ersten Chaos gab es Meldungen über dutzende, ja hunderte Tote, so dass man erst einmal abwarten musste, was überhaupt vor sich geht. Die Kiewer Machthaber kündigten für 17 Uhr Ortszeit eine offizielle Stellungnahme an; inzwischen gibt es aber auch eine grundsätzliche Bestätigung von Strelkow. Momentan wird von 30 Toten und über 100 Verletzten gesprochen.

Die ukrainische 24. mot. Brigade ist normalerweise im westukrainischen Jaworow beheimatet und gilt mit dem heutigen Tag als zerschlagen.