La Resistance

Zu Beginn vielleicht erst einmal ein Zitat:

“Er ist es, der 1994 den Präsidentenpalast schützen wird. Er ist es, der die Operation zur Einnahme Grosnys planen und durchführen und die Verhandlungen in Chassawjurt leiten wird. Und als Jelzins Geisel festsitzt, während dieser ins “unterworfene” Tschetschenien fährt, um dort seinen Pyrrhussieg zu feiern. Er streckt die Hand des Friedens aus, woraufhin man ihn demonstrativ töten wird – ihn, den Präsidenten der Tschetschenischen Republik Itschkerija.

Die Welt wird schweigen, und als Antwort auf dieses Schweigen wird sie blutigen Terror ernten.

Vor genau sechs Jahren wurde im tschetschenischen Dorf Tolstoj-Jurt, das nach dem großen russischen Schriftsteller benannt ist, der Präsident des unabhängigen Itschkerija vom russischen Speznas erschossen.” (08.03.2011)

hebdoEs handelt sich dabei um eine Elegie auf Aslan Maschadow, den “Anführer des tschetschenischen Widerstands” (sic), und sie trägt die Überschrift “Ich habe gegen Russland gekämpft, aber nie meine Würde verloren (in memoriam Aslan Maschadow)”.

Veröffentlicht wurde dieser Text nicht etwa auf irgendwelchen Islamisten- oder Terroristenressourcen, sondern auf der offiziellen Internetseite von Radio France International. Wo es zu diesem Thema noch eine ganze Menge an weiteren wunderbaren Dingen gibt, wie z.B. zu Herrn Bassajew, den man dort u.a. als “Anführer der Separatisten des Kaukasus” bezeichnet, oder Geschichten über den russischen Speznas, der die Schule von Beslan mit Raketenwerfern in Schutt und Asche gelegt habe.

Gestern und heute sind die Seiten von RFI voll von Tränen und Jammer über den gestrigen Terroranschlag auf die Redaktion des französischen “Charlie Hebdo” (von diesem Blatt war hier in einem Nebensatz vor über zwei Jahren schon einmal die Rede).

Schamil Bassajew ist also der Anführer des tschetschenischen Widerstands, während die Kerle, die eine Redaktion von Karikaturisten massakrieren, Terroristen sind. Aslan Maschadow, der mutmaßlich hinter der schrecklichen Geiselnahme beim “Nord-Ost” steht, ist für die Franzosen geradezu ein Ritter auf weißem Pferd, und der, welcher seine Schergen sandte, um sie französische Journalisten und Polizisten abknallen zu lassen, ist ein Unmensch und blutrünstiger Teufel.

Mal wieder dieses liebenswürdige liberale Europa. Es liebt Terroristen, aber natürlich nur in der Ferne. Es jubelt ihnen zu und unterstützt sie auf allerlei Art und Weise. Sie sind Regimekritiker, Protestbewegung, Freiheitskämpfer, Widerstand. Sie sind “das eigene Volk”, gegen das der nächste “Diktator” wieder einmal “vorgeht”. Aber wehe, wenn dieselben einmal im Haus Europa gastieren… das immer noch als recht loyal zu bezeichnende Verhältnis zu den hiesigen Dschihad-Touristen, die nach Syrien, Irak oder Afghanistan aufbrechen, konnte gar keine andere Folgen haben als das, was wir gestern erleben mussten: Leute, die das Töten gewohnt sind, übertragen diese Art der Problemlösung auf das europäische Territorium, wohin sie – mindestens ein Teil von ihnen – sicher zurückkehren. (Einer der beiden sächsischen Dschihad-Touristen – apropos „PEGIDA“ – wurde gestern aus der U-Haft entlassen. Das nur nebenbei.)

Mit relativer Sicherheit ist auch die europäische Einwanderungspolitik eine Ursache für diese Vorgänge. Es gibt bei jedem Ding, so auch bei der Einwanderung von Volk aus fremden Kulturen, irgendwann eine Sättigung, und nachdem diese erreicht wird, funktioniert der Mechanismus des “Schmelztiegels”, d.h. der Integration, nicht mehr. Dabei hat sich die Einwanderungspolitik ja nicht einmal sonderlich um das Funktionieren des “Schmelztiegels” gekümmert. Der Leichtsinn der Euro-Politiker grenzt an eine Idiotie von derartigem Ausmaß, dass es leichter fällt, an eine vorsätzliche Verschwörung zu glauben, als an einen massenhaften Kretinismus einer solchen Menge an Leuten an der Macht.

Kein Wunder, das Europa immer “rechter” wird. Man lässt ihm ja gar keine andere Wahl. Einerseits haben wir die Eurobeamten, die massiv eine sämtliche Identitäten verwaschende “Weltoffenheit” forcieren, andererseits die für Europa doch immer noch fremd bleibenden Einwanderer. Fast schon ein Wunder, dass der Rechtsruck nur so allmählich von statten geht.

Bislang haben die Europäer aber keine anderen Möglichkeiten – solange die jetzige Politikerkaste an den Machthebeln ist, werden sie weiterhin von Fremdlingen umgebracht werden. Den hier praktizierten Liberalismus mit seiner “Multikulturalität” und der ad absurdum geführten Pflege und Durchsetzung der Rechte beliebigster Minderheiten, der Hervorhebung des Individualrechts im Ausgleich für einen Verzicht auf die Rechte der Mehrheit, welche ja diesen Liberalismus erst geschafften hat, hat rein medizinisch betrachtet alle Anzeichen von Krebs. Islamisten, Faschisten und andere Radikalinskis gebrauchen frank und frei das ganze Instrumentarium der Demokratie zu deren Vernichtung.

All das soll in keiner Weise die vollkommen ausgeflippten Karikaturisten von “Charlie Hebdo” rechtfertigen, die ihrem eigenen Untergang höchstselbst ganz gut zur Hand gingen, indem sie sich von jeglichem moralischen Grundsatz losgesagt, jedes mögliche Tabu gebrochen haben. Jedenfalls so, dass man wohl kaum ehrlicher Dinge behaupten kann, es handele sich um einen Angriff auf die “Pressefreiheit” oder die “Demokratie”. Freiheit, auch Pressefreiheit, muss auf gewissen Grundsätzen beruhen, einschließlich der Achtung von Menschen und ihrer Werte. Jedenfalls bin ich ganz sicher nicht “Charlie”. – Und das wiederum, und alles vorangehende, soll in keiner Weise die Terroristen rechtfertigen, die daran gingen, nach dem von ihnen gewöhnten Muster “Gerechtigkeit” zu wirken. Der primäre Mörder aber ist Europa selbst, und zwar das Europa, das Terroristen unterstützt, alle Grundsätze und Tabus auf jede erdenkliche Weise brechen läßt und es gestattet, seine eigenen Bürger umzubringen.

Vielleicht demnächst auf RFI oder einem analogen Kanal: “Abu Bakr al-Baghdadi: Ich habe gegen Frankreich gekämpft, aber nie meine Würde verloren”.

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