J’ai mal à la tête

Dass man anhand der Länge propagandistischer Slogans nicht unmittelbar auf den Scharfsinn seiner Herren schließen darf, hat uns das aktuelle Beispiel in der Causa Poroschenko wieder deutlich vor Augen geführt.

Da die Kassen in der Ukraine trotz unserer Hilfen nicht gut gefüllt sind, verlegt man sich aufs Kopieren. An „Je suis Volnovakha“ ist das einzig Lustige, diesen Satz mit Akzent auszusprechen. Aber nicht nur der Name des Films ist abgekupfert, sondern auch der Plot: Farce.

Ganz zu schweigen vom Marketing: „Der Terrorismus stellt ein weltweites Problem dar, das wir besiegen werden“. Ein Verkaufsargument, das seit bald 14 Jahren wieder verstärkt zieht. Wie ein Nudelteig wird dieses Sprüchlein ausgerechnet von denen, die am meisten Furcht und Schrecken verbreiten und deren Weg zur demokratischen neuen Weltordnung von Leichen nur so gepflastert ist, immer wieder ausgewalzt.

Die Aussagen des Oberhaupts der Putschregierung zum Terrorismus und dessen abgekupferte Identifikation mit seinen Opfern sind entweder Ausdruck puren Hohns oder zeugen von einer ernstzunehmenden und therapiebedürftigen Identitäts- und Wahrnehmungsstörung des Staatsoberhaupts. Natürlich haben die Organisatoren des Attentats nicht selbst Hand angelegt – sie behalten saubere Hände. Und die Erfüllungsgehilfen behalten dafür ein reines Gewissen.

Nur durch diese Art der Aufteilung moralischer Verpflichtungen wird dieses Schmierentheater und das bedrückte Gesicht Poroschenkos erst möglich.

Doch während auf der Bühne das Unmögliche glaubwürdig posaunt wird, werden unentwegt weiter unschuldige Zivilisten umgebracht. Ihr Tod wird ohne Pathos und öffentliche Tränen hingenommen, verschwiegen, vergessen:

Donezk, 21. Januar 2014. Opfer von Mörserbeschuss.

Donezk, 21. Januar 2014. Opfer von Mörserbeschuss.

Verschwiegen wird auch die Angst und der Schrecken der Kinder in Gorlowka, welche sich noch immer in den Kellern Schutz suchen.

Kinder in Gorlowka, Neurussland. 21. Januar 2015

Kinder in Gorlowka, Neurussland. 21. Januar 2015

Kinder in Gorlowka, Neurussland. 21. Januar 2015

Kinder in Bombenkellern in Gorlowka, 21. Januar 2015

Verschwiegen wird auch der Beschuss eines Kindergartens in Stachanowo.

Kindergarten Stachanowo, 21. Januar 2015

Kindergarten in Stachanowo 21. Januar 2015

Kindergarten in Stachanowo 21. Januar 2015

Vergessen werden die im Flughafen von Donezk herumliegenden Leichen der sogenannten „Cyborgs“, deren Schicksal schon niemanden mehr interessiert.

Tote ukrainische "Cyborgs" im neuen Terminal des Flughafens von Donezk

Tote ukrainische „Cyborgs“ im neuen Terminal des Flughafens von Donezk

Neues Flughafenterminal, Flughafen Donezk, 21. Januar 2015

Neues Flughafenterminal, Flughafen Donezk, 21. Januar 2015

Und nein: Wiederholtes kopieren macht nicht den Meister.

Donezk, 22. Januar 2015. Mörserbeschuss der ukrainischen Armee tötet rund ein Dutzend Zivilisten in diesem Bus.

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