Mariupol, 24.01.2015

Eine kurze Meldung dazu, was zum heutigen Tag bekannt ist:

Der Angriff auf oder aus Mariupol ist inzwischen in aller Munde, und selbst das linke „Neue Deutschland“ meldet, „Rebellen“ hätten sich zu dem Angriff bekannt. Diese Behauptung beruht aber auf haargenau einem solchem, vom SBU angefertigten Mitschnitt einer „Konversation“ zwischen „Separatisten“, wie er auch zum Abschuss der MH17-Boeing fabriziert worden war. Um auch ja keine Zweifel an der Urheberschaft des Beschusses zu lassen, ist der Funkname des einen Terroristen aus dem Telefonat denn auch „Terrorist“. Damit es wirklich jeder begreift.

mariupolSachartschenko kündigte heute wörtlich an: „Heute haben wir mit dem Vorrücken in Richtung Mariupol begonnen“, wonach diese #jesuismariupol-Aktion mit den Gardewerfern folgte. Es gibt genug Videomaterial, das einen Beschuss aus Richtung West – also aus der den „Rebellen“ entgegengesetzten Richtung – nahelegt, aber auch solches, das Richtung Ost andeutet. Wie in solchen Fällen immer – die Nebel des Kriegs. (UPD. Die OSZE gibt inzwischen an, der Beschuss erfolgte aus Richtung Ost / Nordost.)

Mit einem Frontalangriff auf Mariupol ist aber vermutlich nicht zu rechnen – einerseits ist das nun einmal eine von Menschen bewohnte Großstadt, andererseits gibt es dazu nicht genügend Ressourcen. Die Volkswehr im Donbass hat anderswo genug „zu tun“ – sie leidet schwere Verluste in Awdeewka und in Nikischino (jeweils nordwestlich und nordöstlich von Donezk), beides im Zuge von Versuchen, die in Debalzewo eingegrabenen Ukro-Truppen in den Kessel zu zwingen. Über den Hafen Mariupol wird die ehemalige Ukraine mit Kohle versorgt – woanders bestehen solche Möglichkeiten nicht, abgesehen von den Überland-„Hilfslieferungen“ aus Russland bzw. auch aus dem Donbass. Die strategische Bedeutung des Orts bedingt also den Grad seiner Befestigung und die Ressourcen, die Kiew dort mobilisiert. Die einzige Unbekannte ist vermutlich Achmetow (dem Mariupol samt Hafen gehört oder gehört hat).

Ein kleiner Exkurs, wie das derzeitige Regime in Mariupol zustande gekommen ist: Die Ereignisse vom 9. Mai 2014.

Die allgemeine Lage ist also alles andere als eindeutig, und das vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltenden massiven Bombardements von Zivilisten durch die ukrainischen Militärs und Nazibataillone. Aus Gorlowka allein werden für die vergangenen zwei Tage rund 100 Tote gemeldet.

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  • soja kosmos

    Video von einem der Einschlagorte Mariupol 24.01.2015. Ein Uniformierter, bewaffnet, spricht eindeutig die Sprache des Friedensnobelpreisträgers Obamasama. Aber er ist sehr schüchtern und möchte nicht, dass wir sein Gesicht sehen (ab min 00:22). Das kennt man sonst gar nicht von den „Weltbeglückern“.

  • Zwei interessante Videos zu Mariupol.

    • jowi

      Das Projektil zeigt doch eindeutig nach Westen, oder sehe ich da etwas falsch?
      Ich kann kein Russisch, aber im Spiegelfechter-Blog sagte jemand, der Militär würde behaupten die Granate sei aus dem Osten gekommen. Ist das richtig?

      • „„Die OSZE-Mission im Donbass ist zu dem Schluss gelangt, dass die Stadt Mariupol aus nordöstlich und östlich gelegenen Gebieten, etwa 400 Meter von Stellungen des ukrainischen Militärs entfernt, beschossen worden war.
        Das geht aus einem an Samstag veröffentlichten Bericht der OSZE-Beobachtermission hervor. Laut der OSZE-Mission hat eine vorläufige Untersuchung von Einschlaglöchern ergeben, dass mit „Grad“- und „Uran“-Raketensystemen gefeuert worden war. “ (der Freitag)
        https://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/nachrichtenmosaik-ukraine-folge-128

        • Das zweite Video würde auch mit Karte übereinstimmen, wenn die betroffene Straße die „Olimpiis’Ka“ ist, weil diese eine gerade Nord/Süd Achse ist.

        • jowi

          Die Karte stimmt nicht, sie ist spiegelverkehrt. Die Nord-Süd-Achse ist die Spiegelachse. Vergleiche mit anderen Karten.
          Ein Informationskriegs-Fundstück.

        • Im Video zeigt er nach „unten“ sagt „Ost“ links Meer Süd …also der Einschlag stramm aus West. Die Straße habe ich mir auf G Map gesucht, die geht von Nord nach Süd durch die Stadt, bei der Autokam sieht man die Einschläge von der Seite…..würde doch passen?

        • jowi

          Das Video ist horizontal gespiegelt, das ist mir mittlerweile klar. Habe es erst später erkannt, weil mir die kyrillischen Buchstaben fremd sind und ich so nicht bemerkte, dass das Schild gespiegelt ist.

          Warum wurde das Video gespiegelt eingestellt? Ist hier noch etwas anderes faul? Kompassnadel ummagnetisiert, oder das Metall-Stück stammt gar nicht von einer Granate. Ich tendiere zu letzterer Version. Es gibt andere Filme, da sieht man die Szenerie um das eingebohrte Metall, und die Umgebung zeigt eindeutige Spuren von der Granate. Hier sieht man ein Metall-Stück, Schlamm drum herum, wenig von der Umgebung. Würde mal sagen, hier ist etwas faul. Wo soll denn das aufgenommen worden sein und welche Beweise gibt es dafür?

        • Warum ist mir das mit der Schrift nicht aufgefallen?
          Ich habe mal ein Bild horizontal zurück gespiegelt.
          Und schon ist der Wahrheitsgehalt der Aussage gedreht – erschreckend.

        • Ruth

          Bin ich jetzt völlig durcheinander, oder meint Ihr Beide VERTIKAL gespiegelt?

        • Ne horizontal …..sonst würden die Kopf stehen. Im Video ist links/rechts verdreht….im Bild wieder zurück gespiegelt. So vertauscht man West und Ost.

        • Ruth

          Ja, eben…genauso meinte ich das ja auch. Aber die Nord-Süd-Achse ist eben für mich die Vertikale (Oben-Unten) und damit Rechts-Links gespiegelt. Die Horizontale ist für mich die Achse Ost-West und damit wäre dann Unten/Oben bzw. Süd/Nord vertauscht. Zumindest habe ich das mal so in der Schule gelernt. Scheint dann wohl iin der IT noch eine andere Spiegelung zu geben…
          Zumindest sind wir uns aber einige, daß Rechts/Links vertauscht wurde. ;-)

        • Ahhh…ich glaube zu wissen was das Problem ist. Eine Spiegelung horizontal bedeutet nicht um die Horizontalachse, sondern auf der Achse. Also Links mit Rechts, so ist das in Bild- oder Videobearbeitung.

        • Robert Ketelhohn

          „An der Vertikalen gespiegelt“, besser?

        • Robert Ketelhohn

          »Warum ist mir das mit der Schrift nicht aufgefallen?« – Das frage ich mich auch. Den Küstenverlauf bei Mariupol sollte man inzwischen kennen.

        • Robert Ketelhohn

          Nicht die Karte, das ganze Video ist gespiegelt.

        • jowi

          Das habe ich mittlerweile auch kapiert.
          Wie schon oben gesagt, da hat die Ukr-Propaganda-Abteilung einen Köder ausgelegt, nach dem Motto „finde den Fehler“. Das Metallteil zeigt also durchaus nach Osten. Weil man wegen der Spiegelung zuerst denkt, hopla, haben die Deppen das plump gespiegel um aus Osten Westen zu machen.

          Vermutlich liegt aber die Verarsche darin, dass es sich bei dem Metallteil überhaupt nicht um etwas handelt, was mit den Mariupol-Toten im Zusammenhang steht. Das Teil kann sonstwo stecken, man sieht ja von der Umgebung viel zu wenig um es zweifelsfrei verorten zu können.

        • Robert Ketelhohn

          Steht das da? Stuß. Können wohl kein Englisch. Und auf 400 m Distanz, zumal innerstädtisch, kann man nicht mit ’nem Grad schießen, das sollte auch der Dümmste sich von selber denken können.

          In dieser Distanz war aber auch nur ein Ukrop-Posten. Abgeschossen worden sein sollen die Grad-Geschosse aus 19 und 15 km Entfernung.

          Es ist allerdings nicht vorstellbar, daß die OSZE-Beobachter binnen weniger Stunden diese Entfernung so exakt angeben können. Das zu behaupten ist dreist. Auch hinsichtlich der Himmelsrichtung sind Abweichungen von einigen Grad leicht möglich, ja wahrscheinlich, was hinsichtlich des Abschußorts aus Richtungen um Nordost sowohl in Junta- als auch in DVR-Gebiet führen kann.

          Was Treffer aus Ost betrifft, bestätigt sich inzwischen „Jurasumys“ plausible Ansicht, daß die Donjezker Volksarmee niemals so dicht an den Mariupolitaner Stadtrand herangerückt war, daß dazwischen nicht noch reichlich Raum für Juntaeinheiten gewesen wäre, von denen aus sie die Grad-Geschosse hätten abfeuern können.

          Darüber hinaus ist Beschuß aus Westnordwest durch lokale Zeugen gut belegt. Hierbei stehen die Juntatruppen als Urheber fest.

          Da von wenigstens drei Punkten aus – unter denen wenigstens einer mit Gewißheit der Junta zuzurechnen ist – ein und dasselbe Zielgebiet recht genau getroffen wurde, kann man schließen, daß
          – es keine Fehlschüsse waren, sondern die Zielkoordinaten einheitlich vorgegeben wurden,
          – es sich um eine geplante und koordinierte Aktion handelte, und zwar um eine solche der Junta.
          Dazu paßt die ebenso prompte wie einheitliche Reaktion von Politik und Medien.