Der Krieg ist niemandes Bruder

Aus dem Dokumentarfilmprojekt von NewsFront / Max Fadeev: „Der Krieg ist niemandes Bruder“, siebenter Teil des Zyklus „Donbass unter Feuer“ (die Filmtitel sind freie Übersetzungen mit Dank an „eMBeAh“ für die Inspiration).

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Im Film sind die dramatischen Ereignisse zwischen dem 14. und 18. Januar in Donezk dokumentiert, insbesondere die Erstürmung des neuen Flughafenterminals durch Kräfte der Volkswehr. Fadeew selbst schreibt dazu:

„Der Film ist ein Versuch, die brutale Realität und den Wahnsinn des Krieges zu übermitteln, den ganzen Schrecken der enormen menschlichen Tragödie im Donbass zu dokumentieren, den Schmerz und die Verzweiflung einfacher Leute zu zeigen und den Zuschauer fühlen zu lassen, was Krieg bedeutet.“

Die Erstürmung des neuen Terminals nahm knapp eine Woche in Anspruch, der Film zeigt aber nur rund 50 Minuten. Fadeew war im Verlauf von drei Tagen und zwei Nächten ununterbrochen im Flughafen dabei. Der Augenblick des Siegs fehlt; und dazu sagt er:

„Leider konnte ich nicht alles zeigen: ich habe es körperlich nicht ausgehalten, meine Akkus waren leer, und an einem der letzten Tage der Erstürmung hat mich der vollkommen erschöpfte Matros einfach weggeschickt – es war keine Zeit für die Beschäftigung mit einem Dokumentarfilmer. Außerdem war es streckenweise schon sehr bedenklich, dort zu sein.

Ich kann nicht alles im Film wiedergeben: die Kälte, den ständigen Durst, den Geruch von verbranntem Plastik und der brennenden Spanplatten, den Effekt, den im Kampf eingesetzte Gase produzieren, die Spannung vor einem Angriff, den Verlust eines Kameraden – ich weiß einfach nicht, wie man diese Dinge mit den Mitteln des Films wiedergeben kann.“

0b-alter_wocha_matrosFür sich allein genommen ist die derzeitige Offensive der Volkswehr im Donbass allem Anschein nach reine Improvisation, und auf der Gegenseite lässt sich auch nichts anderes als ein rein reflektorisches Reagieren auf die Entwicklungen konstatieren, das keinem erkennbaren Plan folgt. In einem solchen Szenario ist die bei der Volkswehr immer noch vorherrschende vergleichsweise Autonomie der diversen bewaffneten Einheiten weit effizienter, als das mehr oder weniger zentralisierte, und dafür umso trägere Kommando der ukrainischen Armee und der verschiedenen Sonderbataillone. Solange die lokalen Befehlshaber der Armee, der Nazigarde und der Sondereinheiten des Rechten Sektors jeweils über ihre eigenen Kanäle und ihrer eigenen Vorgesetzten gegenüber Bericht erstatten und Anweisungen zum Vorgehen abwarten, ändert sich die Lage “am Boden” bereits wieder.

Die Geschichte mit der Zerschlagung der sogenannten “Cyborgs” im neuen Flughafenterminal ist eine anschauliche Demonstration der Schockstarre des ukrainischen Kommandos in Armee und Innenministerium. Die Kommandoebene, die, wie es aussieht, auch selbst an die Uneinnehmbarkeit dieser viel beworbenen “Festung” glaubte, glaubte auch weiterhin daran, dass das neue Terminal sich unter ihrer Kontrolle befindet, traf Entscheidungen und gab Befehle, die in keiner Weise der aktuellen Lage vor Ort entsprachen.

Warum kam es so relativ unerwartet zu der Offensive?

Anlass erst für die Erstürmung des neuen Terminals, und später auch die weitere Intensivierung der Gefechte war eine Reihe von Umständen, die fast banal aussehen. Es handelt sich dabei, streng genommen, gerade um eine humanitäre Geste in Entsprechung mit dem Minsker “Waffenstillstand”.

Mitte Dezember waren in allen möglichen Medien die Szenen zu sehen, die “Motorola” bei einem Treffen mit dem Kommandeur der ukrainischen “Cyborgs” zeigten. Hintergrund war eine von der Volkswehr aus humanitären Gründen (und auf Befehl von Oben) zugelassene “Kaderrotation” bei den Besetzern des Flughafens, in deren Zuge die abgekämpften Militärs gegen frische Kräfte, samt Verpflegung und Medikamenten, ausgetauscht wurden. Waffen- und Munitionsversorgung waren dabei ausgeschlossen. Diese Szenen führten allerdings zu heftigem Ungemach bei der Kiewer Kriegspartei, insbesondere beim SNBO und Turtschinow, der sich bei Poroschenko über diese offenkundige Wehrkraftzersetzung beschwerte – immerhin hatte “Motorola” so vor einem Millionenpublikum innerhalb der Ukraine das Wort. Poroschenko leitete den Volkszorn auf den Verteidigungsminister weiter, welcher seinerseits innerhalb seines Ressorts nach unten austeilte, wie das eben bei Behörden Usus ist. Im Endergebnis führte das vor Ort zu wesentlich verstärktem, dabei aber immer noch ziellosem Beschuss des alten Flughafenterminals und auch des Stadtgebiets von Donezk selbst, viele Opfer unter den Zivilisten inklusive. Die Leute von der Volkswehr wurden ungehalten – wir lassen euch hier durch und gewähren euch Hege & Pflege, und ihr dankt es uns durch blindwütige Aggression?

Bewältigung des Unfassbaren: "Die Cyborgs bestehen, der Beton nicht".

Bewältigung des Unfassbaren: „Die Cyborgs haben durchgehalten, der Beton nicht“.

Im Endeffekt liefen die Ereignisse wie von selbst und endeten vorerst mit der Einnahme des neuen Terminals durch die Volkswehr und die Vernichtung der “Cyborg”-Garnison. Genau das dokumentiert der Film oben. Im Nachgang dazu gab es in Kiew erst einmal eine Weile lang betretenes Schweigen und die offensichtliche Weigerung zu glauben, was da vermeldet wurde: die “Cyborgs” wurden von Kiew selbst mit PR-Mythen behangen, die deren Niederlage oder Untergang – auch nur den Gedanken an eine solche Möglichkeit – vollkommen ausschlossen. Zumal infolge von Angriffen durch zwar gut bewaffnete und überwiegend kampferprobte, aber doch immer noch Bergleute und sonstige Amateure. Aus Kiew folgte der Befehl, mindestens das neue Terminal zu gleich welchem Preis zurückzuerobern, und die Ereignisse nahmen – weitgehend unabhängig davon, was die jeweilige politische Führung eigentlich wollte – ihren Lauf. Das ist es, was man jetzt als “Offensive” der Volkswehr bezeichnet, die so gut wie ohne Vorbereitung lief und läuft und bislang größtenteils vom Zorn darüber vorangetrieben wird, was den Leuten von der Volkswehr innerhalb der vier Monate unter dem “Minsker Diktat” zugemutet worden ist.

Bislang hat aber auch Kiew keine erkennbare Gegenstrategie, geschweige denn Angriffspläne – die militärischen Vorbereitungen des faschistischen Kiewer Regimes und seiner Herren und Lieferanten deuteten auf einen großangelegten Versuch “nach dem Winter”, also frühestens Mitte März, hin. Es ist nicht ohne Grund unüblich, keine Winteroffensiven zu planen; und den ganzen Winter über eine mobilisierte Armee herumstehen haben kann sich kein Land leisten. Eine mobilisierte Armee muss entweder eingesetzt werden, oder eben demobilisiert werden. Sie kann nicht einfach tatenlos in Wald und Wiesen herumstehen und sich den Hintern abfrieren. Die landesweite Mobilisierung, bzw. deren vierte Welle, ist momentan in vollem Gange. Erst zum heutigen Tage sind 45.000 Männer einberufen und zur militärischen Grundausbildung vorgestellt worden. Niemand hatte zum Zeitpunkt Mitte Januar mit einer regelrechten Offensive gerechnet – daher die deutlich wahrnehmbare Entscheidungsblockade innerhalb aller Befehlsebenen, einschließlich der politischen, einschließlich Moskau.

Andererseits ist Moskau auch der endlosen Ermahnungen seiner “Partner” deutlich überdrüssig. In Kiew laufen undercover permanente Rangeleien zwischen verschiedenen Kräften, die für jeweils andere Herren arbeiten; aus diesem Grunde sind sämtliche Abmachungen mit “Kiew” relativ schnell nur Makulatur. Die Offensive der Volkswehr schwächt die Positionen der proamerikanischen Kriegspartei um Turtschinow und Jazenjuk, die im Zuge der erwähnten Rangeleien recht viel an Entscheidungskompetenz auf sich gezogen und Poroschenko faktisch beiseite geschoben haben. Vielleicht paradox, aber die Offensive der Volkswehr in Neurussland kann dazu beitragen, sein politisches Gewicht wieder verstärken. Was Moskau anbelangt, so ist es gut denkbar, dass dort momentan der Standpunkt vorherrscht: soll es laufen, wie es läuft, und später schauen wir nach, was sich aus der ganzen Sache ergeben hat. Die Volkswehr jetzt auszubremsen, wie Ende August / Anfang September 2014, hieße nämlich, der Kiewer Kriegspartei weiter den Rücken zu stärken.

Es ist noch verfrüht, irgendwelche Schlüsse zu ziehen – die Offensive hält noch an, obwohl ihr Tempo bereits deutlich verlangsamt ist. Beispielsweise kann man fast davon ausgehen, dass der beabsichtigte “Kessel” in Debalzewo nicht gelungen ist – seit einiger Zeit gibt es keine Nachrichten mehr von dort. Das (und die Aufhebung der Blockade von Gorlowka) wäre allerdings eines der wichtigsten Ziele einer solchen Offensive, denn damit würde man die Millionenstadt Donezk endlich vom permanenten Mörserbeschuss durch die ukrainische Armee bzw. diversen Nazibrigaden befreien können. Für die äußerst gering bemessenen Kräfte der Volkswehr ist allein das eine enorme Aufgabe, und von sich aus wird sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum viel mehr leisten können.

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Trackback von deiner Website.

  • Unglaublich …. danke für den Beitrag und das Video.

  • Jones Bones

    Ehrlich gesagt mache ich die gleichen Fehler wie im Sommer auch.
    Im Sommer (Vor der Offensive) hörte ich über Wochen immer positivere Lageberichte, wollte sie aber nicht glauben. Ich hielt die Neurussen kaum dafür fähig, erst eine Woche vor der Offensive blickte ich die veränderte Lage.

    Heute denke ich mir, dass die ukrainische Armee aus ihren Fehlern wohl gelernt hat, dass sie auch immerhin ein halbes Jahr hatte, sich eine Verteidigungsstrategie für Debalzevo zu überlegen, dass denen die Gefahr der Einkesselung bekannt sein sollte (dafür braucht man sich nur eine Karte anzuschauen), und dass sie doch bei Gefährdung ihre Truppen doch zumindest teilweise zurückziehen dürften.

    Aber: Es wiederholt sich das gleiche Szenario wie bei allen anderen Kesseln auch, insbesondere Ilovaisk. Dort war die militärische Lage nach den vorangegangenen vielen Kesseln (vor allem Südkessel 1 & 2) komplett aussichtslos, dennoch rannte man da weiter an und kein Rückzug wurde befohlen.
    Und die strategische Bedeutung von Debaltsevo ist hervorragend damit vergleichbar, sie ist ebenfalls ein strategischer Verkehrsknotenpunkt, der bei ukrainischer Kontrolle die Bewegungsfreiheit der Neurussen extrem einschränkt, ansonsten aber für die Ukrainer kaum zu gebrauchen ist.
    So sind die Neurussen gezwungen, große Kräfte auf diesen Abschnitt zu konzentrieren, die sonst woanders die ukrainischen Streitkräfte verheeren und offensiv tätig sein würden, und das Halten um jeden Preis könnte also (ähnlich Stalingrad) eine bewusste Entscheidung auf Kosten der verratenen eingekesselten Soldaten gewesen sein, um Zeit zu gewinnen.
    Ideologische Hemmnisse bei den Apparatschiks im Militär und der sich dauernd einmischenden Politiker könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

    Tatsache ist, dass die Ukrainer es den Neurussen bezüglich des Abwürgens nicht so einfach machen, den Hals also stark verteidigen.
    Tatsache ist außerdem, dass es zur Zeit (noch) keinen Kessel in dem Sinne gibt, dass sich die neurussischen Streitkräfte aus Ost und West getroffen hätte.

    Dennoch sind seit gestern de fac

    • Petra Moser

      Irgendwo las ich, dass die Regierung der Ukraine absichtlich
      Geländeverluste produziert um einen Vorwand zu erstellen, westliche Länder (die
      NATO) zu Hilfe zu rufen. Was meinen Sie zu dieser Theorie/Vermutung?

      • Jones Bones

        Ganz einfach, die ist falsch.
        Weil 1) es die großen Geländegewinne seitens der Neurussen es nicht gibt (bsw. konnte zwar der Flughafen erobert werden, nicht aber das Dorf Peski dahinter, aus dem besonders häufig auf Donezk geschossen wurde),
        2) die ukrainische Seite hierfür keine Geländeverluste fabrizieren muss, sondern einfach ihre und die transatlanische Propagandamaschinerie laufen lassen.
        Im Klartext: Während ARD & Propagandakonsorten damals noch sehr spät vom nahenden (jetzt von mir bös umformulierten) Endsieg und einer für die Neurussen unhaltbaren militärischen Situation faselten (während die schon ca. 50 km nach Süden auf Novoazovsk zurollten), ist heute das Gegenteil der Fall, und es wird das Bild einer tapferen Ukraine gezeichnet, die einer übermächtigen, teuflischen und dunklen Macht gegenübersteht und unserer (vor allem finanziellen) Solidarität bedarf.

        Die russischen Sender waren hingegen bei der Julioffensive voll im Bilde, berichteten frühzeitig und richtigerweise über die für die Ukraine unhaltbare militärische Situation, heute aber ist sie vorsichtig.

        Über den Kessel berichten beide Seiten, doch während die Transatlantiker über eine drohende Einnahme von Mariupol fabulieren, ist die russische Sicht eine andere, nämlich, dass eine ukrainische Offensive Richtung Novoazovsk droht, und weiß von neurussischen Verteidigungsvorbereitungen zu berichten, wie beispielsweise camouflierten, halb eingegrabenen Panzern und ein Netzwerk von Gräben.

        Fazit:
        Die militärische Situation ist für die Neurussen alles andere als einfach, auch haben sich die Prioritäten verschoben.
        Während die Neurussen sich vor allem im Norden um Frontkorrekturen bemühen, scheinen die Ukrainer sich auf eine Offensive im Süden vorzubereiten.
        Frontverkürzungen sind bekanntlich Dinge, die ein militärisch unterlegener Gegner anstrebt, die Ukrainer aber machten bislang, abgesehen vom teilweisen Abzug von schwerem Gerät, keine Anstalten, ihre Leute aus einer kaum haltbaren Situation abzuziehen.
        Eingekesselt sind die Ukren noch (!) nicht, auch wenn Debalzevo de facto vom Nachschub abgeschnürt ist. Die Neurussen stehen vor der schwierigen Aufgabe, einerseits immerhin 8000 Mann einzukesseln und in dieser zu halten, und andererseits genügend Kräfte für andere Schauplätze zu sammeln.
        Tagesschau und Co. stellen interessanterweise die ukrainische Situation weitaus katastrophaler dar.

        • Jones Bones

          (Infos von Colonel Cassad):

          Medienkompetenz auf einer ganz neuen Ebene:
          Ukrainer kündigen ihren Angriff über Facebook an, wundern sich dann dass sie in einen Hinterhalt geraten, und Militärtechnik und (leider) auch Leute verlieren.

          Die neurussische Seite meldet unterdessen:
          „Vom Kommandeur des Stabs der Artillerie der zweiten Brigade der Armee der ЛНР (Lugansker Volksrepublik), nom de guerre „Фомич“:
          Die Milizen haben Debalzevo vollständig umzingelt.
          Die Straße nach Artemovsk wird von der Armee Neurusslands kontrolliert. Ein Durchfahren ist einfach so nicht möglich, in Kürze planen wir dort Checkpoints aufzustellen. Die ukrainischen Streitkräfte (ВСУ) werden versuchen durchzubrechen, aber die Kräfte der „Bestrafer“ sind nicht ausreichend, wir beobachten bei ihnen Probleme mit der Versorgung von Munition und Provision.
          Die Zerschlagung des Debalzevschen Kessels wird in der nächsten Zeit durchgeführt werden.“

          Was ich mal so unkommentiert für euch übersetzt habe, teilweise etwas frei.

          „Разгром Дебальцевского
          котла – дело ближайшего времени.“

        • Ist noch jemandem aufgefallen, dass Semjon Semjontschenko (KomBat von „Donbass“) seit einer Weile nicht mehr persönlich, sondern nur noch seine Pressestelle über FB funkt? — Ich las nur heute davon, dass die x-te Inkarnation des „Donbass“-Bataillons aufgerieben worden sei. Semjontschenko meldete sich zuletzt persönlich aus dem Umland von Uglegorsk, das heute (und das meldet die ukr. Seite) komplett von der ukr. Armee und Sonderbataillonen „verlassen“ wurde.

          http://ic.pics.livejournal.com/dragon_first_1/72271520/72309/72309_original.jpg

        • Jones Bones

          So weit ich auf seiner FB-Seite sehen kann, hat er selbst zuletzt vor 17h geschrieben, und am 30. ein paar Bilder mit Text gepostet.
          Alle Posts danach waren mit „Das Informationszentrums des Battalions Donbass informiert“.

          Habe ihn abonniert und komisch kam mir das schon vor, weil mir vorher nicht bekannt war, dass da das Pressezentrum reinfunken würde.

          Willst du implizieren dass er tot ist?

        • Ruth

          Bei der Alternativen Presseschau habe ich heute (31.1.) gelese, daß er schwer verwundet oder tot sei.

          „Novorosinform.org: In der DVR, auf der
          Straße Debalzewo-Uglegorsk, sind die Kämpfer des Bataillons “Donbass” in
          einen Hinterhalt geraten. Darüber berichtet auf seiner Facebook-Seite
          der Freiwillige Aleksej Motschanow. «Der Weg Debalzewo-Uglegorsk. Weiter
          zu fahren war keine Möglichkeit nicht. Sind dort „Donbass“und
          Sementschenko begegnet. Sich bis zur Garnison in Uglegorsk
          durchzuschlagen konnten die Leute nicht — sind in einem Hinterhalt unter
          Beschuss …“ Nach unbestätigten Angaben wurde Semen Sementschenko
          infolge durch einen Splitter eines Grad-Geschosses schwer verletzt oder
          getötet. Zuvor hatte der Abgeordnete Semen Sementschenko mitgeteilt,
          dass die Kräfte der «АТО» Uglegorsk in der Donezker Volksrepublik
          angreifen.“

        • Jones Bones

          Von seiner Facebookseite:

          „Пресс-служба батальона „Донбасс“ информирует.
          31.01 командир батальона Семен Семенченко участвовал в проведении операции по деблокированию батальона „Свитязь“. В ходе операции был контужен.
          Сегодня утром при попадании в ДТП состояние Семена Семенченко ухудшилось.
          Ему была оказана медицинская помощь.“

          „Der Pressedienst des Battalions Donbass informiert.
          Am 31.01 nahm der Kommandeur des Battalions Semen Semenchenko an einer Operation zur Deblokierung des Battalions „Svityas“ teil.
          Im Zuge der Operation wurde er verwundet.
          Heute morgen hat sich der der Zustand des Semen Semenchenko durch einen Autounfall verschlimmert.
          Ihm wurde medizinische Hilfe geleistet.“

        • Da gibt’s wieder die wildesten Spekulationen, er sei abgehauen, bei dem Crash seien Fahrer + Beifahrer umgekommen, usw. usw. – Fakt ist eins, das „Donbass“-Bataillon wurde wieder einmal zerbröselt.

        • Jones Bones

          Janz jenau… :D :D :D

          Folgende Perle einer Nachricht ist im Netz aufgetaucht, die offenbar ein „Phoenix Phoenix“ einem „David Martiashvili“ geschrieben haben will.

          Ich hab es mir nicht nehmen lassen seinen Namen auf facebook aufzuschlagen, und siehe da:

          https://www.facebook.com/profile.php?id=100004625978398&fref=ts

          Hier das Bild:
          https://pp.vk.me/c623231/v623231063/17906/VK_iMgzFBKc.jpg

          Und hier die Übersetzung (meine Anmerkungen in eckigen Klammern):

          „Jetzt aber die Wahrheit über den Abgeordneten:

          [Folgt das Facebookzitat das ich euch im vorigen Post schon geliefert und übersetzt habe und hier überspringe]

          Jetzt aber die Wahrheit… Semen Semenchenko, der seit dem 24. November 2014 kein Kämpfer, kein Soldat war, hat ohne irgendwelche Befehle der ukrainischen Streitkräfte oder des Generalstabs sein Battalion „Donbass“ in die ATOzone [das Bürgerkriegsgebiet, von der Junta „Anti“-Terror-Operations-zone genannt] geführt, und warf das Battalion ohne Vorbereitung der Rekruten nur mit (vermutlich Kalashnikow) Sturmgewehren gegen Panzer.
          Das Battalion geriet in einen Hinterhalt und verlor innerhalb von Tagen 6 Männer, viele Verletzte [sowjetischer Militärjargon: Cargo 300 bedeutet Verwundete].
          Wie immer hat Semen sich schnell aus dem Staub gemacht, überließ das Battalion der Zerfleischung.
          Aus der Umzingelung mit zwei Leibwachen fahrend, welche vorne saßen und Semen hinten, und mit solcher Geschwindigkeit, dass sie am Morgen nicht ausweichen konnten und in einen BTR [Radpanzer] reinfuhren.
          Daher starben die beide die vorne saßen, schon wieder +2 „200e“ [sowjetischer Militärjargon: Cargo 200 bedeutet Tote] :( :( [Ja, Smilies übersetze ich auch :)]

          Semen liegt jetzt im Krankenhaus in der Stadt X (wir werden das Geheimnis jetzt nicht lüften), schreibt im Namen des Pressedienstes auf seiner Seite Stuss, den Ärzten und dem medizinischen Personal aber verspricht er für ihr Schweigen gute Dienste und Geld, weil er keine Wunden hat und aus meiner Sicht, nur Feigheit :) :) :)“

        • Beinstuhl

          Hier ist ein hübscher Dialog, angeblich innerhalb des Donbass-Battaillons entstanden.

        • Jones Bones

          Ist mMn ein sehr schönes Gespräch, nicht nur im Bezug auf den Umgang der Vorgesetzten gegenüber ihren Gangmitgliedern und der angedeuteten Flucht Semenchenkos, sondern auch wegen der Sprache, die mE durchaus auf den persönlichen Hintergrund der beiden schließen lässt, der mit „Nekulturnyi“ noch höflich umschrieben ist. :)

          Aaaanyway: Sowohl Semen Semenchenko, als auch die Neurussische Seite melden übereinstimmend, dass gerade um die Trasse gekämpft wird, und dass mehrere neurussische Panzer auf dieser Trasse kämpfen. Es ist möglich und absehbar, dass der Kessel bald zu sein wird.

        • Basurin hat vor inzwischen 4 Stunden vermeldet, dass Logwinowo eingenommen wurde. Aber auch in anderen Meldungen war vom „100%-igen“ Zuklappen des „Kessels“ zu lesen, und erste Verbände innerhalb von Debalzewo. Alles Entwicklungen der letzten 8 Stunden.

        • Sementschenko bestätigt das gerade und schreit Zeter und Mordio. https://www.facebook.com/dostali.hvatit/posts/899243233443785

        • Traditionsgemäß findet die ukrainische Politik und die militärische Planung und Berichterstattung auf Facebook statt.. :) Sementschenko gerade wieder: „Damit es allen klar ist. Es gibt keinen Kessel. Es wurde einfach eine kleine „Nase“ gelegt. Wenn man jetzt energische Maßnahmen ergreift und durch koordiniertes Vorgehen zwischen Armee und Nationalgarde den Gegner, der sich schon befestigt hat (!!!), wieder heraustreibt, dann wird alles gut.

          Es gibt keinen Grund zur Panik.
          Wir haben genügend Kräfte, die Frage besteht einzig darin, sie sinnvoll einzusetzen.

          Laßt uns einfach eine Weile schweigen.“

          Quelle: https://www.facebook.com/dostali.hvatit/posts/899267633441345

        • Beinstuhl

          Genügend Kräfte? Yourasumy berichtete immer wieder von ukropischen Pazergruppen die seit Tagen bei Artjomowsk warten. Sie zur Öffnung des Kessels zu benutzen, sei nun aber zu spät.

          http://yurasumy.livejournal.com/383576.html

        • Jones Bones

          Es ist vielleicht voreilig…


          Egal:
          УРРРААААААААА!

          http://ic.pics.livejournal.com/dragon_first_1/72271520/76781/76781_900.jpg

  • jowi

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Sponsoren der ukrainischen katholischen Universität in Lwiw (Lemberg) unter die Lupe zu nehmen und zwar aus der Sorge, dass solche Zeitzeugnisse bald verschwinden, so wie die Partner-Seite von Jatsenjuks Stiftung „Open Ukraine“ verschwunden ist, auf der unter anderem das NATO-Emblem prangte: http://casa-democracia.de/sponsoren-der-ukrainischen-katholischen-universitaet/

    Alle (!) nicht-kirchlichen Sponsoren sind letztlich us-amerikanisch, viele direkt mit Regierungsstellen in Verbindung zu bringen, vor allem USAID und natürlich amerikanischen Oligarchen, wie Soros.
    Fast schon amüsant fand ich die Sabre-Stiftung mit ihrem ukrainischen Ableger Sabre-Svitlo. Unter dem Deckmäntelchen einer Entwicklungshilfe bringt diese Literatur in die ukrainischen Bücherregale, die man in den USA für wertvoll befindet. Ich konnte im Internet für diese „wertvolle Literatur“ ein Beispiel finden: „Sabre-Svitlo has been a regional representative of the Euroclub in Lviv
    since 1995 and distributes numerous leaflets and brochures released by
    the NATO Office of Information and Press in Brussels.“ NATO-Broschüren! LOL

    Die Instrumentalisierung von Konfession und Religion, die man ja schon in Syrien so bitter kennen gelernt hat, spielt leider auch in der Ukraine eine fiese Rolle, in der Destabilisierung und Militarisierung einer Zivilgesellschaft. Leider spielen hier Russland, bzw. die Neurussischen Milizen, das Spiel mit, hier paaren sich Nationalismus, Slawischer Chauvinismus und orthodoxe Kirche, exemplarisch zu bewundern in diesem Film vom Vineyard Saker: http://vineyardsaker.de/video/erste-slawjansker-milizbrigade-gewaltsame-aufklaerung/

    Das ist aus meiner Sicht ziemlich Retro und kann nicht in die Zukunft führen. Hier würde ich mir, von Nation und Konfession unabhängiges, Kämpfen für die Macht des Volkes wünschen. Abschaffung des Neofeudalismus durch Oligarchen und Satrapen imperialer Mächte und Schaffung einer wirklichen Volksherrschaft. Leider bleibt das wohl ein Traum.

  • Walter Mandl

    CyberBerkut veröffentlicht Daten bzw. gewährt Einblick in Unterlagen der Junta in Kiew:

    http://cyber-berkut.org/traitors/

  • kaumi

    Es gibt ja verschiedene Bolgs, Medien und Foren, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Zahl der Opfer durch das sogenannte „bombing for Democracy“ wenn irgendwie möglich brutal nach unter zu korrigieren. Ich fand solche Zahlenakrobatik schon immer menschenverachtend, dabei konsequenterweise aber im Einklang zur politischen Richtung, die solche Blogs repräsentieren.

    Diese aktuelle Pressemitteilung von IPPNW macht uns allen noch mal klar, womit wir es wirklich zu tun haben:
    http://www.ippnw.de/startseite/artikel/89cb9c3efb00869e66d250c2e7399539/opferzahlen-des-krieges-gegen-den.html

    Terror entspringt nicht einem gewissen Volksstamm, der plötzlich Opfer einer kaputten DNA
    wird. Terror entspringt Unterdrückung und Tötungen oder er entspringt einer Idee einer gewissen Elite mit kaputter moralischer DNA, die Terror als Waffe einsetzt…
    Jens Wagner (IPPNW), der Koordinator der Studie:
    “Früher war ich überzeugt, dass die Ursachen des Terrorismus so sind, wie sie uns durch die Medien vermittelt werden, also dass vereinfacht gesagt: böse Menschen aus mehr oder weniger unbekannten Gründen böse Dinge tun. Später habe ich mich aus Sicht der Friedensforschung damit beschäftigt und bin letztendlich zu völlig anderen Schlussfolgerungen gekommen: Entweder ist Terrorismus ein Resultat von Unterdrückung und hauptsächlich sozialen Ursachen – Beispiel Palästina – oder, und das ist die tiefere Ebene der Analyse, bei der man die Historie und die von den Massenmedien gern versteckten Tatsachen des Terrorismus betrachten muss, es handelt sich um ein verdecktes politisches Instrument von Geheimdiensten und mächtigen Interessensgruppen, in aller Regel Staaten.”
    Ps.: ich finde es auch etwas traurig, dass viele treue Leser dieses Blogs scheinbar in andere Foren gezogen sind. Meine Gewohnheit, hier zu schreiben, wird das aber nicht verändern. An apxwn habe ich die BItte, diese Seite nicht vollends zu vernachlässigen. Danke!