Uglegorsk

05Vom Bundeskanzleramt sind es genau 1.129,2 Kilometer Luftlinie bis ins Zentrum von Uglegorsk. Vom Bundespräsidialamt sind es 1.129,9 Kilometer. Für die Patrone des faschistischen Kiewer Regimes ist das offenbar weit genug weg. Zumal es diese Stadt nicht mehr gibt, nachdem sie vorgestern von ukrainischen Sonderkommandos beim Rückzug vor der anrückenden Volkswehr dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dabei waren die Menschen aber noch da…

Die folgende Reportage stammt vom heutigen Tage; sie kommt fast ohne einen Kommentar aus. Steschin und Kots, die Reporter von KP.ru, schrieben dazu, dass es ihnen beim Filmen das Herz zerriss; sie haben so etwas bisher noch nicht erlebt. Dabei waren sie schon im Krieg gegen Libyen, gar in Gefangenschaft bei “Rebellen”, und im Krieg gegen Syrien mit vor Ort.

Quelle: KP.ru

Ruptly hatte auch was aus der zerstörten Stadt:

Der Mann sagt: “Würdest du aus deiner Heimat fliehen, wo deine Vorfahren gelebt haben? Würdest du weglaufen? Meine Vorfahren sind hier! Alle – alle meine Großväter und Väter, sie alle waren [hier] Bergleute!”

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  • Beinstuhl

    Danke für Worte und die Übersetzung!

    • Interessant ist, dass ich inzwischen allein drei voneinander unabhängig produzierte Versionen dieser Reportage mit deutschen Untertiteln gesehen habe. Klarer Hinweis auf fehlende Kreml-Finanzierung! :)

  • Walter Mandl

    Das Elend ist groß und wächst unaufhaltsam, scheinbar folgenlos dürfen Verbrecher walten und sich ergötzen, sogar daran verdienen. Was auch immer folgen wird, Einer hat alles mitbekommen und alles vermerkt. Bleibt beisammen, stützt den Nächsten und haltet euch bereit. Das Schand- und Blutgeld wird verfaulen, die Gerechtigkeit wird über die Mörder kommen wie ein Fels der eine Schlange trifft. Dann werden eure Tränen getrocknet, die zerrissenen Seelen geheilt und die Geschmähten, Erniedrigten und Vertriebenen befreit vom Schatten allen Bösen. Der Glanz des Lebens wird aus euren Gesichtern strahlen und keine Vergeltung wird euch weiter quälen. Es kommt der Tag, es naht die Stund, ihr seit nie mehr allein.

  • Dike

    Hänsel (aka François) und Gretel (aka Angela) verliefen sich im….na Ihr wisst schon. Aber jetzt fassten sie sich ganz fest an den Händen und sagten sich, wir kommen hier wieder raus, gemeinsam schaffen wir das und wir tricksen die böse Hexe (aka Usazionista) aus und finden zurück nach Hause, Europa! Tief durchatmen, wir machen das jetzt, jetzt oder nie. Wir sind doch stark oder? Ein bisschen erinnert es an das Pfeifen im Wald.

    Es bleibt abzuwarten, ob es ein “und wenn sie nicht gestorben sind…” Ende geben wird. Es sieht aber so aus, als ob Frankreich und Deutschland ihre Mission im Alleingang absolvieren. Bevor es zu spät ist und Europa doch noch in einen großen Krieg verwickelt wird. Die Gesichter sahen alles andere als zuversichtlich aus, als die beiden bei Poroschenko waren. Der Druck von den Amerikanern muss enorm sein. Sie (Kerry und Co) hatten ja ihr separates Treffen und wenn ich richtig sah, nahm auch Victoria f t EU Nuland daran teil. Also Europa darf keinen Erfolg davontragen, das wird USA niemals akzeptieren, auch wenn NATO Brigadegeneral Breedlove in einem Interview auf CNN klar darauf verwiesen hat, dass der Konflikt in der Ostukraine diplomatisch und politisch gelöst werden muss und er hat seine militärische Einschätzung sowohl innerhalb der NATO als auch in Washington dargelegt. Mit anderen Worten, ein Krieg gegen Russland ist nicht zu gewinnen. Aber dem Weg zum Frieden werden noch viele Steine in den Weg gelegt werden.

    • Jones Bones

      Ich glaube schon dass der Besuch realistische Erfolgschancen hat und ein bestimmter Konsens überhaupt diesen Eurotrip veranlasst hat – es gibt ja keinen symbolpolitischen Nutzen, also muss der Anlass Realpolitik gewesen sein.

      Es spricht Bände, dass Deutschland und Frankreich de facto unter Ausschluss der Briten und Amerikaner mit den Russen verhandeln.
      Es wundert insofern nicht, dass diese beiden Industriebastionen Europas mehr zu verlieren haben, aber auch die wirtschaftliche Macht, um einen gewissen Druck der Angloamerikaner widerstehen zu können, so lange sich die Kosten/Nutzen-Rechnung lohnt.

      Weiterhin ist Poroshenko in einer ähnlichen Situation. Er ist ein kriminelles Arschloch, das ja. Aber im Vergleich zu den starken proamerikanischen und neofaschistischen Kräften in seiner Regierung ist er noch vergleichsweise moderat, was sich auch in seiner früheren Zusammenarbeit mit Janukowitsch äußert.

      Ihm gegenüberstehen u.a. Yazenyuk & Turchynov, vor allem aber Kolomoisky & die Söldner/Contras/Nazibatta… Verzeihung: Gut bezahlten “Freiwilligenbattalione”.

      Weiterhin fällt auf, dass die militärische Situation alles andere als koscher ist.

      Es fällt auf, dass fast alles im Vergleich zum Sommer umgekehrt ist.

      Dass die Neurussen dieses Mal im Norden offensiv tätig werden statt im Süden, wird nicht nur an der Beschwerlichkeit einer Einnahme Mariupols liegen und dass es im Norden vielleicht drängendere Probleme gibt, sondern unter anderem auch an dem großen westlichen Druck.

      Während die westlichen Medien damals noch möglichst lange vom, verzeiht mir die Zuspitzung, “Endsieg” schwadroniert hat, auch wenn die ukrainische Position schon seit Wochen fast unhaltbar geworden war, weil diese Aussicht auf einen baldigen Sieg diplomatische Lösungsversuche redundant gemacht hat, ist dies heute anders herum: Die ukrainische Streitkräfte massieren sich u.a. im Raum Mariupol, wären durchaus zu einer Offensive im Süden in der Lage.
      Ein solcher Angriff müsste aus ukrainischer SIcht eigentlich schon längst erfolgen, um den Debalzevokessel, je nach Reaktion der Neurussen, entweder zu entlasten (wenn die Neurussen Kräfte vom Kessel in den Süden verlegen würden), oder aber auf Kosten der dort dann über kurz oder lang aufgeriebenen Soldaten mit Geländegewinnen im Süden auszunutzen (wenn die Neurussen nicht angemessen Kräfte aufbieten würden, um dortige Vorstöße aufzuhalten).

      Passiert aber nicht. Die beiden einzigen anderen Alternativen für Kiev wären direkte Entlastung des Kessels, oder aber ein Rückzug aus diesem, soweit das möglich ist.

      Nix davon passiert, im Gegenteil:
      Der Chef vom Privatbattalion “Kiewer Rus”, der wie die meisten anderen vermutlich von Kolomoisky finanziert wird, wurde verhaftet und des Vaterlandsverrates angeklagt, weil er 51 Mann aus dem Kessel geführt hat.
      Es fällt also auf, dass Poroschenko nicht nur das Militär von der Lustration
      ausgenommen hat und mit alten Janukowitschanhängern neu besetzt, sondern
      fast sogar eine verdeckte Gegenlustration gegen die neofaschistischen Kräfte unternimmt.

      Nimmt man das Ausland in diese Gleichung ein, so wissen wir, dass alle früheren Waffenstillstände und Abkommen (auch der im Februar mit Janukowitsch), die von den Deutschen und Franzosen unter Ausschluss der Amerikaner ausgehandelt wurden, vor allem von diesen “Freiwilligenbattalionen” gebrochen wurden, mit einem Gesichtsverlust der Deutschen und Franzosen zur Folge.

      Weiterhin wissen wir, dass zwar niemand nur auf ein Pferd setzt, aber sowohl Deutschland, als auch die USA, jeweils ihre Favoriten haben.
      Hier fällt auf, dass die Deutschen vor allem die relativ gemäßigteren Leute finanziert haben, wie bsw. Klitschko & seine “UDAR”-Partei, und dass für “Fuck-the-EU”-Nuland, wie nicht nur aus dem eben zitierten Gespräch ersichtlich, Yazenyuk der Mann war. Seit den 40ern halten die Amerikaner enge Kontakte mit der ukrainischen Banderistenbewegung.
      Wie wir wissen, hat die UDAR für ihre Regierungsbeteiligung keinen einzigen Ministerposten bekommen, sondern wurden zu Abnickern im Rumpfparlament degradiert. Die offen für Genozid werbende Svobodapartei, mit weniger Rumpfparlamentssitzen als die UDAR-Partei, wurde hingegen mit Ministersitzen quasi geflutet.

      Meine, sich vielleicht etwas weit aus dem Fenster lehnende Konklusion ist, dass es unheilige Trinität aus transatlantischen Propagandamedien, USA & den ukrainischen Rechtsradikalen es verhindern, dass Merkel, Hollande & Poroschenko, die alle drei an einer Deeskalation interessiert sein, aber zum eigenen Machterhalt ebenso gute Mine zum bösen Spiel machen müssen, den direkten Weg zum Frieden nehmen, bzw. jeder direkte Versuch scheitert, und dass daher ein Verheizen der Nazibattalione in Debalzevo (wie früher u.a. in Ilovaisk) durchaus von Interesse ist.
      Dafür spricht, dass der Chef der ukr. Streitkräfte, Muzhenko, ein Exmitglied der Partei der Regionen ist, und alles andere als radikal, und dass sein frisch ernannter Vize Vorobyov ausgerechnet nicht nur ukrainischerseits die Schlacht von Ilovaisk unter Fehlern geführt hat, die fast den Eindruck machen, als seien sie beabsichtigt gewesen und so die ukrainischen Truppen, die dort vorrangig aus den “Freiwilligenbattalionen” bestanden, verschlissen hat, sondern auch den Posten schon einmal vorher hatte. Unter Janukowitsch.
      Von dem war er dann im Januar 2014 gefeuert worden, weil (so damals die Gerüchte), er auf eine militärische Auflösung des Maidans gedrängt hatte.

      Insofern wundert es dann überhaupt nicht mehr, dass in Debalzevo schon wieder genau der gleiche Myasorubka wie bei Ilovaisk im Gange ist.
      Schon bei Ilovaisk war die Niederlage früh absehbar und ein Rückzug möglich.
      Dass die ukr. Kämpfer in Debalzevo sich in einer exponierten Lage befinden, war hingegen seit Monaten jedem bewusst, und ebenso, dass ein Eingraben/eine Maginotlinie schon spätestens seit 1939 keine erfolgsversprechende Option ist.

      Dazu passt dann auch die jetzigen diplomatischen Bewegungen, die wir seitens Merkel und Hollande beobachten können.
      Ihnen waren die Kosten des Krieges schon lange zu groß. Den Amerikanern vielleicht auch.

      Wenn ihr interessiert seit, mache ich vielleicht morgen mit mehr Details einen Artikel draus.
      Was meint ihr dazu?

      • Dike

        Erste Meldungen vom Treffen im Kreml sagen es gab keinen Händedruck und eisige Gesichter. Klar angesichts der Lage. Aber welche Vorschläge die Europäer auch unterbreiten werden, das Problem ist, dass Europa nicht emanzipiert ist und wie soll Präsident Putin die Vertreter Europas ernst nehmen, wie soll er Vertrauen haben, dass die Amerikaner nicht dazwischen grätschen und alle Abmachungen von gestern wieder Null und nichtig sind. Russland ist ein gebranntes Kind.
        Aber um noch einmal auf die Eingekesselten zu kommen. Es ist mir nicht klar, wie diese Lage entschärft werden kann und was wird mit den 8000 Eingekesselten passieren. Sind sie ein Faustpfand? Der saker schreibt übrigens, dass er eine false flag befürchtet um eine Vereinbarung zwischen Europa und Russland zu torpedieren.

        • Jones Bones

          Dass die Amerikaner auf jeden Fall ihr eigenes Spiel spielen, davon zeugt ja auch, dass Kerry & Nuland sich direkt am Tag davor mit Poroshenko getroffen haben.

          Ich habe vorhin Vesti (rus. Staatsfernsehen Rossiya 24) gekuckt, da fiel mir auf, dass die teilweise ähnliche Ansichten vertreten haben, aber:
          Dass Poroshenko über die Abmachungen eher unglücklich zu sein scheine, und Merkel und Hollande nicht angelächelt habe sondern nur die angewesene Pressemeute (was aber in meinen Augen nicht mal einem Indiz nahekommt), während ich Poroshenko eher für damit einverstanden halte. Dieser Krieg führt sein Land an die Belastungsgrenze.
          Wo Vesti und ich uns einig sind, ist natürlich, dass die Amerikaner dazwischen zu grätschen versuchen.

          Das interessante ist, dass sogar die Zeit jetzt das gleiche behauptet und sagt, dass die Amerikaner von den Europäern gar nicht konsultiert wurden in dieser Frage.

          Was “Minsk+” angeht, so erwartet, glaube ich, niemand mehr von Russland irgendeinen Vertrauensvorschuss. Da sind sie in der Tat ein gebranntes Kind. Allerdings wird das auch nicht verlangt.
          Die Verhandlungen basieren ja auf dem Vorschlag, den Putin dem Poroshenko brieflich im Januar hat zukommen lassen.

          Was False Flags angeht:
          Die Volksrepubliken haben vor einer anstehenden False Flag gewarnt. Das ist nicht allein Sakers Befürchtung.
          Ob da was passieren wird, weiß ich nicht.

          Was die Leute in Debalzevo angeht:
          Ich will mir da kein Urteil erlauben, wie was dort vonstatten gehen würde.
          Vermuten würde ich, dass der Keil von Debalzevo an die Neurussen fallen soll, und dass “Minsk+” in einer Art und Weise abgewickelt werden würde, die Poroshenko einerseits innenpolitisch nicht schwächt, sondern stärkt, und andererseits ihm den Machtausbau auf Kosten der Privatarmeen ermöglicht.
          Aber ich gleite gerade in Spekulationen ab.