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Auf dem Weg zur alawitischen Bastion

[Daesh/IS] greifen gerade massivst Rebellengebiete im Norden an. Es gibt Meldungen von dutzenden Toten auf der Rebellenseite. 150 sollen es sein… (Kommentar von Achillus)

Foto: Andrej Filatov

Foto: Andrej Filatov

Sicher, die Feindschaft zwischen Daesh und der Al-Nusra-Front ist nicht vom Tisch, und die ganze Zeit über bekriegen sich die Terroristen um Aleppo, die IS drängt Al-Nusra-Brigaden im Umland von Idlib zurück, so dass es eine gewisse, nicht von der Hand zu weisende Perspektive gibt, dass die IS hier, westlich von den kurdischen „Problemzonen“, an die Grenze zur Türkei vorrückt.

Dabei hat aber die Feindschaft zwischen IS und Al-Nusra-Front keinen konzeptuellen Charakter: im Grunde geht es dabei um nichts anderes als um Unstimmigkeiten zwischen den Führungsetagen dieser Strukturen. Seinerzeit hat die Al-Nusra-Front sich der „Al-Kaida“ angebiedert, einzig um einer Unterstellung unter die Schura des IS zu entgehen. Hier geht es also eher um Verwaltung als um weltanschauliche oder prinzipielle Meinungsverschiedenheiten.

Abgesehen von solchen „Kollateralschäden“ innerhalb der Terroristenstrukturen sieht es für die syrische Armee nämlich wirklich schlimmer aus. Vor drei Tagen haben sich die Regierungstruppen aus Ariha zurückgezogen – der letzten mehr oder weniger nennenswerten Stadt in der Provinz Idlib, die noch nicht in die Hände der Takfiris gefallen war. „Idlib down“ ist nunmehr endgültig eingetreten.

Man kann es wenden wie man will, aber die Variante eines möglichen „Syrien ohne Assad“ ist wieder im Diskurs. Auch für die „Partner“ – am 28. Mai seien um die hundert russische Offiziere samt Familien aus Latakia ausgeflogen worden. In Damaskus sei eine zusammengesetzte operative Gruppe aus Militärs – Russen, Iraner und Hisbollah-Offiziere – aufgelöst worden. Solche Meldungen kommen zwar momentan noch aus „panarabischen“, Syrien durchaus nicht freundlich gesonnenen Quellen (hier: Asharq al-Awsat), werden aber in der russischen Presse zitiert, womöglich um vorzufühlen und sich vorerst nicht selbst auf dünnes Eis zu begeben.

Aber auch ohne solche, allgemein nicht sehr objektive Quellen, muss man eingestehen, dass die Lage in Syrien kritisch ist. Die Armee hat nach über vier Jahren Aufreibungskrieg keine Kräfte mehr, die neuerliche Schwemme an terroristischen Interbrigaden aufzuhalten. Die im Irak durch die IS gekidnappten Waffen und Militärtechnik („2.300 Humvees“, wie ein Jahr danach zugegeben werden musste), haben es den Terrorbrigaden gestattet, eine Unmenge neuen Kanonenfutters auszurüsten; es herrscht nach wie vor ein stetiger Zufluss aus den 4 wichtigsten Trainingslagern in der Türkei, Jordanien, Saudi-Arabien und Katar. Dazu kommen nicht unter den Teppich zu kehrende Zuströme terroristischer Irrläufer aus Zentralasien und auch Europa. Alles in allem sind auf diese Weise im Verlauf des vergangenen halben Jahres rund 20-25 Tausend Mann zum IS gestoßen; bei der Al-Nusra-Front & „moderaten“ Splittergruppen sind die Zahlen bescheidener, aber die Dynamik ist dieselbe.

Gefangene syrische Soldaten in Palmyra

Gefangene syrische Soldaten in Palmyra

Der Durchbruch der IS bei Palmyra war dabei ein durchaus logischer Schritt: hier gab es kaum nennenswerten Widerstand durch die Armee, das einzige strategische Objekt der Gegend ist die Verbindungsstraße zwischen Damaskus und Deir-es-Zor. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, diese Straße in ihrer Gesamtlänge zu verteidigen, was sich die Terrorbrigaden auch zunutze machten. Mit dem Verlust der Straße verliert die syrische Regierung in baldiger Perspektive und vermutlich unumkehrbar Deir-es-Zor, wo die Republikanische Garde noch bis Ende März den einen oder anderen Erfolg zu melden hatte. Damit wäre auch die Grenze zum Irak verloren.

Je weiter Daesh nach Süden vorrückt, desto besiedelter werden die Gebiete wieder und desto mehr Widerstand ist zu erwarten. Trotzdem sind es an manchen Ausläufern der Kampfhandlungen nur noch 70 Kilometer bis Damaskus…

Man muss wohl oder übel der Realität ins Auge sehen: die Syrische Arabische Armee ist inzwischen wohl kaum noch zu Gegenangriffen fähig, und das, obwohl es auswärtige Hilfe gibt – abgesehen von der Hisbollah soll sich das Kommando auf verschiedenen Ebenen zu bis zu einem Drittel aus Offizieren der iranischen Revolutionsgarden rekrutieren. Eine Möglichkeit wäre es jetzt, die Erfahrung von Ende 2012 – Anfang 2013 („Waffenstillstand“) zu wiederholen und die Banden in vorsorglich evakuierte Vororte von Damaskus einfallen zu lassen, wonach man sie unter enormen Verlusten für Infrastruktur, Mensch & Maschine ausräuchern müsste. Man hätte sie zwar dann blockiert, aber das „Ausräuchern“ bspw. von Dschobar dauert bis heute an. Das Kräfteverhältnis ist jetzt auch ein solches, dass man fast schon fürchten muss, die Terrorbrigaden drehen den Spieß um und räuchern die Armeeeinheiten irgendwo in den Damaszener Vororten aus.

dschobar-soldat

Dschobar. Foto links vom 31.12.2014, rechts die Todesmeldung vom 26.05.2015

Die andere Variante, hier auch oft genug erwähnt, weil sie einer gewissen Ratio nicht entbehrt, wäre der Rückzug in die „alawitische Enklave“ in Latakia. „Rumpfsyrien“, höhnte einmal ein Kommentator. Dort könnte man dem Konglomerat aus Terrorbrigaden noch auf lange Zeit Widerstand leisten, die auswärtige Unterstützung wäre trotzdem kritisch wichtig. Das ist dann wohl auch das, was die syrische Führung ernsthaft erwägt – es gibt bereits Meldungen über den Aufbau einer „alawitischen Bastion“ in Latakia, einschließlich des Aufbaus einer „Küstengarde“ mit Freiwilligen (die Rede ist von rund 1.500 Mann) aus der iranischen Revolutionsgarde.

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Trackback von deiner Website.

  • Ruth

    Klingt alles nicht mehr gut…Die armen Menschen in Syrien…
    Kleine Korrektur: Soll sicherlich 20-25 Tausend Mann heißen (nicht 20-25).

    • Reinhard

      Die Orks werden doch nicht vor Latakia stehen bleiben. Was wird aus Aleppo, Homs und Damaskus? Wo sollen denn die Christen, Drusen und Ismaeliten hin? Wir reden hier von einigen Millionen Menschen. Sollte Russland Syrien verraten, wer wird künftig auf ihren Schutz noch vertrauen? Nach Libyen muss hier eine rote Linie gezogen werden. Bis hierher und nicht weiter!

      • kaumi

        Das obige Szenario von Roman stellt die Situation dar, nachdem von Syrien kein Fetzen mehr übrig geblieben ist – sprich Damaskus in die Dunkelheit und in den Abgrund des IS gefallen ist.
        Dann kann aber auch nicht mehr von der syrischen Armee gesprochen werden, sondern von ethnischen Milizen, die ums nackte Überleben kämpfen. Mad Max im Biladu Sham!
        Syriens Fall hängt von Damaskus ab, nicht von Lattakia. Damaskus ist die Hauptstadt Syriens, Lattakia lediglich die „Hauptstadt“ der Alawiten. Zwischen diesen beiden Bastionen erstreckt sich das sog. „Kernsyrien“, mit dem Mittelmeer im Rücken. Hier kasernieren sich die Dreiviertel der Syrer ein.
        Erst wenn die schwarze Flagge über dem Präsidentenpalast weht, wird Syrien, wie wir es kennen und lieben, Geschichte sein. Aber das ist ein Bild, was unvorstellbar ist.

        • tag heute

          Seit vor ein paar Tagen die US-Regierungsdokumente aus dem Jahr 2012 veröffentlicht wurden, weiß die Welt nun, dass über einem Regierungspalast ganz sicher die Fahne des Lohnterrorismus weht. Damit ist dies ab jetzt der Ausgangspunkt jeder sinnvollen Diskussion. Und es ist nicht das erste Mal.

          „Die USA wurden am 27. Juni 1986 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag für ihre direkte und indirekte militärische Teilnahme am Contra-Krieg zur Beendigung der „ungesetzlichen Anwendung von Gewalt“ gegen Nicaragua und Zahlung von Reparationen verurteilt. Die USA weigerten sich jedoch, das Urteil anzuerkennen. Nicaragua wandte sich daraufhin an den UN-Sicherheitsrat, welcher eine Resolution verabschiedete, die alle Staaten dazu aufrief, das internationale Gesetz zu befolgen. Die USA legten ihr Veto gegen die Resolution ein. Die USA sind damit das einzige Land, welches gleichzeitig vom Internationalen Gerichtshof verurteilt wurde und gegen eine an alle Staaten gerichtete Resolution des Sicherheitsrates zur Einhaltung internationaler Gesetze ein Veto einlegte.“

          https://de.wikipedia.org/wiki/Contra-Krieg

          Die USA wurden für militärische und paramilitärische Aktionen in und gegen Nicaragua vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu einer Zahlung von 2,4 Milliarden US-Dollar verurteilt. Sie erklärten aber den Gerichtshof für unbefugt, über die USA zu urteilen, obwohl sie selbst Richter an den Gerichtshof entsendet hatten. In einer Resolution forderte die UN-Generalversammlung die USA auf, dem Urteil nachzukommen. Nur die USA, Israel und El Salvador stimmten gegen die Resolution. Dennoch weigerten sich die USA bisher, die Zahlung an Nicaragua zu leisten. Stattdessen stockten sie die Hilfe für die von den USA geführte Söldnerarmee, die Nicaragua angriff, auf.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Nicaragua#Die_Sandinisten

      • Spion Stirlitz

        Vorsicht mit Roten Linien. Die hatte Obama auch. Wenn man die zieht, muss man bereits sein im Zweifelsfall auch tatsächlich militärisch einzugreifen. Und dazu ist Russland definitiv nicht bereit – jedenfalls nicht für Syrien. Hilfe ja, leisten sie ja auch schon lange, aber selbst eingreifen? Zudem auch wie? Luftunterstützung evtl. oder mit Schiffen, Raketen und Marschflugkörpern, O.K.. Aber mit Bodentruppen? Never. Das kann Putin zu Hause niemandem verkaufen – tote Söhne in Russland für einen innerarabischen Konflikt – Konfessionskrieg – (als das wird es wohl in Russland gesehen werden)? Nee, mit roter Linie wird das nichts. Hilfe in jeder sinnvollen Art immer, aber mehr ist leider nicht drin. Syrien kann nicht von russischen Truppen gerettet werden. Entweder es gibt genug Patrioten aller Konfessionen in Syrien oder der Kalif des IS wird bald die Steinzeit wieder in Syrien ausrufen. Die vorhandenen 50-60% syrischen Patrioten reichen nicht. Wenn das den Syrern nicht klar ist, dann kann niemand etwas dagegen machen. Dann soll es eben nicht sein mit Syrien. Leider ist bei rund 80% Sunniten im Land nicht immer 100% Verlass auf die Loyalität aller Sunniten. Gerade in der Provinz sind viele durchaus für die Al Nusra oder FSA oder gar IS empfänglich.

        • Reinhard

          Er soll keine Bodentruppen stellen, aber bessere Technik. Auf Videos bin ich ehrlich gesagt entsetzt über den Zustand der Armee. Selbst die Hisbollah ist besser ausgerüstet. Außerdem schrieb ein Blogger, dass die Suchbi Maschinen nicht mehr gewartet werden – warum?

  • Enis

    apxwn,
    dass die Lage für die SAA schwierig ist, stimmen wir uns
    überein. Das keine Gegenoffensiven mehr zu erwarten ist, habe ich ja
    bereits nach dem Fall von Idleb zum Ausdruck gebracht. Dass es kein
    „altes“ Syrien mehr geben wird, stimmen wir uns auch überrein.

    In
    einem Punkt stimme ich Dir aber nicht zu. Die SAA ist nicht kurz vor
    dem Niedergang. Auch wird sie in Damaskus nicht vernichtet werden können
    -wie du oben befürchtest!

    Es ist jetzt nur die Einsicht der
    syrischen Führung eingetreten, dass sie nicht mehr ganz Syrien regieren
    kann. Darum die massiven Abzüge aus diversen Gegenden. Hier möchte ich
    wieder die Kritik an die syrische Führung hervorbringen, warum dieser
    Schritt nicht schon vorher in Betracht gezogen wurde.

    Was Latakia
    angeht, habe ich bereits vor Tagen mitgeteilt, dass es eine massive
    Einwanderungswelle stattfindet. Auch die Miliz-Brigaden kann ich
    bestätigen. Nur werden sie momentan nicht vom Staat ausgerüstet! Die
    Bekannten meinten die Menschen würden das wenige Geld zusammenkratzen um
    diesen „armen“ Männern Anzüge und Essen zu besorgen. (Momentan sind
    diese hauptsächlich in den Gebirgsregionen stationiert).

    Zudem
    erfuhren wir, dass angeblich in den vergangenen drei Tagen in Syrien
    etwas sehr wichtiges ansteht. Jetzt liest man, dass Qassam Sulaimani
    der iranische General und die Hezbollah in Damaskus waren. Eine
    iranische Beteiligung -nach dem der Krieg ohnehin-

    • Enis

      -nach dem der Krieg ohnehin konfessionelle Züge angenommen hat, ist nicht mehr auszuschliessen.

      Deshalb ist das letzte Wort in Balad al Sham noch nicht gesprochen!

      • Spion Stirlitz

        Hallo Enis,
        ich vermute, dass Deine Kritik an der syrischen Führung nicht korrekt ist. Assad und sein Stab konnten vor 1-2 Jahren nicht anders entscheiden. Er hat den schwersten Job den man sich vorstellen kann. Die Entscheidungen sind seinerzeit unter der Kenntnis der damaligen Situation getroffen worden. Im Nachhinein (!) war es ein Fahler, das ist heute klar. Aber andersherum hätte man ihn heute kritisiert er habe damals nicht alles versucht und das intakte Syrien zu früh geopfert. Ich vermute, das alle Szenarien schon längst durchgespielt wurden und man den Rückzugsplan schon lange in der Planung hatte. Insofern ist nicht mal klar ob es wirklich ein „Fehler“ war. Man musste halt so lange es geht durchhalten, denn auch die Alliierten (Iran und Russland) waren noch nicht bereit für einen Krieg gegen das Imperium. Das ist erst langsam erreicht worden. Der Preis dafür ist leider nur noch ein Rest-Syrien. Weder Iran noch Russland konnten daran etwas ändern. Wichtig ist, dass die Alawiten und Christen vereint in der Region Lattakia fest vereint sich verteidigen, und das werden sie. Gebiete mit 80% Sunniten, deren Loyalität fraglich ist, kann man auf Dauer nicht verteidigen, schon gar nicht unter der strategischen Lage (Norden Türkei, Süden Jordanien, Westen Israel, Osten IS). Das war ein Abnutzungskrieg, den Syrien nicht gewinnen konnte, egal ob mit S-300 und neuen T-72. ider ohne Die Ratten benutzen ja auch nur weitgehend primitive Waffen und sind trotzdem jetzt erfolgreich. Kopf hoch, solange die Menschen (Alawiten und Christen) überleben können ist es egal, der Rest unterliegt ständigen Schwankungen und Veränderungen die geopolitisch bestimmt werden. Syrien gab es als Staat vor 100 Jahren nicht mal oder? Also daran soll Dein Herzblut nicht hängen. Wichtig ist nur das überleben der Menschen von Lattakia, der Rest ist unwichtig und kann später sich wieder ändern. Ist immer nur eine Frage der Zeit.
        Gruß
        P.S.: Mit Deiner Krankheit ist alles wieder bestens hoffe ich.

        • Enis

          Hallo Spion Stirlitz
          Danke für Deine Anfrage bezüglich meiner Gesundheit. Leider macht es immer wieder einen Rückschritt, wenn ich das Gefühl habe einen einigermasen geregelten Zustand erreicht zu haben. So war es auch jetzt vor kurzem. Aber ich bin ein Kämpfertyp…

          Die Geschehnisse in Syrien nehmen mich leider auch immer mit. Denn das liegt mir sehr am Herzen.

          Einzig ein Kernsyrien mit Latakia-Tartous-Homs und Damaskus macht für mich einen Sinn. Anders ist es -wie bereits kaumi in einem anderen Beitrag sagt- reine Provinzangelegenheit.

          Ohne Damaskus wäre es für mich eine Liebe ohne Geliebte!
          Trotz meiner patriotischen Einstellung würde ich jedoch ein alawitisches Dörfchen Latakia-Tartous akzeptieren. Denn wir sind vom ausgelöscht werden bedroht! Die Menschen kämpfen für ihre geschichtliche Existenz. Das muss ich akzeptieren.

          Die Geschichte rächt sich aber. Damals waren die Alawiten gegen einen alawitischen Staat und kämpften leidenschaftlich für die Einheit Syriens. Jetzt kostet ihnen die Einheit die Existenz.

          Aber eben das letzte Wort ist nicht gesprochen. Es gibt Berichte wonach die SAA mit den Iranern und ihren Brüdern aus dem Libanon überraschende Gegenoffensiven angehen werden.

          Ich bin gespannt und vorsichtig optimistisch.

    • Ich (und alle anderen) sind wie immer dankbar für Deinen Input.

      Was die iranische Beteiligung angeht, so ist die, wie ich denke, gar kein Geheimnis mehr. Eine Sache, die ich in diesem Zusammenhang las, war aber auch interessant – ein syrischer Offizier äußerte sich ziemlich erbost über den sogenannten „taktischen Rückzug“ aus Palmyra (oder Jisr al-Shougur, habe es vergessen und kann die Notiz nicht mehr finden). Es soll allgemein manchenorts Probleme mit der Subordination unter iranisches Kommando geben.

      • Maße

        Palmyra sah eher nach panischer flucht unter kugelhagel aus wenn man sich die neusten isis Propaganda vidoes anguckt sieht es schlecht aus für die saa scheint als währen sie nach 4 jahren ausgeblutet

  • kaumi

    Kein Syrien ohne Damaskus. Ein syrisches Kernland OHNE Damaskus gibt es nicht. Es gibt „den Berg der Alawiten“, das „Tal der Christen“, den „Küstenstreifen“, das „Drusenland“, die „Kurdengebiete“, die syrische Wüste – alles lokale Regionen, die für sich selbst niemals „Syrien“ repräsentieren können oder werden.
    Und ich wiederhole mich gern, wohlwissend, dass hier die Emotio und nicht die Ratio schreibt: Damaskus in IS-Hand kann ich mir nicht vorstellen. Es wird nicht passieren.

    • Und Bagdad? Dort gibt es ja nicht die „Alternative“ von „gemäßigten“ Terrorbanden…

      • kaumi

        Bagdad ist schwierig… der Unterschied liegt darin, dass Damaskus seit jeher regierungstreu ist.

  • Achillus

    Ich habe vor einigen Wochen prophezeit, dass die Jabhat Al Nusra eine Offensive gen Aleppo plant, nach Idlib – Und es hat sich als wahr erwiesen. War aber auch nicht schwer zu prophezeien, diese Leute werden ein wenig übermütig.
    Ich prophezeite aber auch eine WENDE im Sommer. August/September rechne ich mit einer Wende für die Syrische Seite.

    Nun war Qassem Soleimani am Wochenende überraschend in Lattakia (Mich wundert es, dass er bei dieser ‚Krise‘ nur kurz dort war….) (Als sei etwas schon lange geplant, Krisengespräche dauern länger).

    Deswegen bin ich doch zuversichtlich für die Zukunft, DENN: Die Terroristen bekriegen sich nicht nur im Norden auf’s blutigste, sondern auch im Süden, in der Daraa Region: ISIS vs Jabhat al Nusra.
    Hoffen wir, dass es größere Ausmaße annehmen wird!

    Gruß
    Achillus

    • Achillus

      Für den Krieg in Syrien versicherte der Iran gegenüber Machthaber Baschar al-Assad, dass Teheran weiter auf seiner Seite bleiben werde. «Das wird bis zum Ende der Fall sein», sagte Präsident Hassan Rohani bei einem Treffen mit dem syrischen Parlamentspräsidenten Mohammed al-Lahham in Teheran.

      Der Plan einiger Länder, zusammen mit der IS-Terrormiliz in nur wenigen Monaten Damaskus zu erobern, sei auch nach vier Jahren nicht aufgegangen, sagte Rohani. Die Länder, die den Sturz des syrischen Präsidenten wollten, begingen eine «politische Fehlkalkulation».

      http://www.srf.ch/news/international/iraks-regierungschef-anti-is-koalition-versagt

      So war nicht nur Soleimani in Syrien, sondern auch der Parlamentspräsident Teherans zur Selben Zeit wie Soleimani.

  • Achillus

    Hab deinen Beitrag jetzt erst gelesen,

    Enis. Ich kann es bestätigen: https://now.mmedia.me/lb/en/NewsReports/565369-irans-soleimani-vows-syria-surprise

  • Ruth

    Eine recht gute Doku, was Religionen für die grauen Zellen bei einer zunehmenden Masse bedeutet: muslimische und christliche Taliban gemeinsam gegen Rußland und Syrien. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man sich totlachen…die Akteure sprechen fast ausnahmslos russisch…
    http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/die_story/videobruederdesjihaddieneuenglaubenskriegerineuropasosten100-videoplayer_size-L.html

    • Robert Ketelhohn

      Selten eine derart neben der Spur stehende Bemerkung von deiner Seite gelesen. Sind da noch alte pawlowsche Reflexe wirksam, damals im ML-Unterricht antrainiert?

      • Ruth

        Die Akteure der Doku werden von den Machern selbiger als muslimische und christliche Taliban bezeichnet. Ich habe nur den Link eingestellt.
        Vorm nächsten Anschiß also evt. erst mal belesen/-sehen…Danke!

  • habkind

    Vielleicht bin ich der unverbesserliche Optimist, was Syrien und
    seine staatliche Einheit angeht.
    Ich glaube nach wie vor nicht an ein Rumpfsyrien – wer sagt dann,
    dass die Angriffe aufhören würden? Syrien würde sich als
    Rumpfstaat erst recht nicht mehr verteidigen können und jeder
    Angriff – ob militärisch oder wirtschaftlich, würde verheerend
    sein.

    Ich sehe die Lage in Syrien längst nicht so schwarz wie einige andere.
    Ich denke, diese Rückzüge der letzten Wochen waren so schnell
    vollzogen worden, dass sie rein tatktische Natur sind.
    Reine Stellungskriege sind meiner Meinung nach nicht sinnvoll
    und würde nur das Leben der Soldaten gefährden.

    Die SAA wird trotzdem offensiv vorgehen können und auch Siege erringen.
    Es ist ein mehr als 4-Jahre dauernder Krieg mit Siege und Verluste.
    Sowohl Russland als auch der Iran werden sich nicht zurückziehen
    können – dazu ist ihre Zukunft zu sehr mit der Syriens verbunden.
    Natürlich könnte Russland mit mehr und besseren Waffen helfen –
    soweit wir das von außen sehen können.

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Russen den Amerikanern bei der

    Bekämpfung der Isis zu Hilfe kommen könnten. Auch wenn jeder weiss, dass

    die USA nicht wirklich die Isis bekämpft, so könnte Russland diese Hilfe nicht nur

    anbieten, sondern gar aufdrängen – denn dazu gibt es ein UN-Mandat.

    Die Russen würden die Nachschubwege und die Konvois der Isis mit Sicherheit treffen statt versehentlich Waffen über falsches Gebiet abzuwerfen.
    (Warum sie diese Hilfe nicht anbieten, bleibt mir allerdings unerschlossen).

    Ich denke, die nächsten Monate werden die syrischen streitkräfte wieder Boden gut machen,
    dass war bisher die letzten Jahre immer so.

    • Achillus

      Die Meldungen häufen sich, dass der Iran aktiv eingreifen will, und Kampftruppen reinschicken will. Auch Irakische Schia-Milizen sollen angeblich schon in Damaskus gelandet sein. Ich weiss aber nicht, was dran ist. Die Meldungen häufen sich allerdings!

      Das würde generell wieder die Moral heben. Der Löwe von Damaskus scheint nicht gewillt zu sein, aufzugeben. Ich wünsch ihm das Beste.

    • ISKANDER

      Ich muß noch einmal davor warnen, die Realität am Boden zu unterschätzen.
      Wir, die wir hier seit über vier Jahren den Überlebenskampf des syrischen Volkes mit unserer Zuneigung, unserer Hilfe und unseres Hineintragens des Themas unter die Menschen in unseren Heimatländerrn unterstützen – wir dürfen nicht in den Fehler des Realitätsverlustes verfallen.
      Es ist eine vergebliche Hoffnung, auf ein Zurückrollen verlorener Gebiete zu setzen. Dafür gibt es einfach keine Kraft mehr. Noch vergeblicher ist die Hoffnung auf einen Kriegsgewinn Assads zu setzen. Eine vollkommene Herstellung der Souveränität Syriens wird es nicht geben. Assad spielt dabei für die globalen Mörder Syriens keine Rolle, ebenso wie es in den vergangenen Kriegen niemals um die Führer, die Präsidenten oder Kaiserstürze ging.
      Es ging – und geht beim großen Satan – immer nur um die Vernichtung von Strukturen, von Völkern und Nationalitätsbegriffen.
      Der Iran wird nichts tun, tut mir leid. Russland – nicht mehr als bisher.
      Syrien ist für Russland nicht wichtig. Der Stützpunkt Tyros ist bereits in Ägypten neu im Aufbau.
      Assad und die SAA selbst sind ebenso der Fehleinschätzung verfallen, das ganze Land halten zu müssen. Das ist spätestens seit Idlib eine vollkommen irrwitzige Militärstrategie.
      Und so hoffe ich, das wir hier im Forum, die Dinge realistisch zu sehen bereit sind und unsere große Liebe zu Syrien nicht von Enttäuschungen – wenn diese verfehlte Strategie eines Tages zum Zusammenbruch führt – überdeckt wird.
      Und noch eines: Wieso bitte sehe ich in Videos aus Syrien immer wieder Massen an jungen Männern die noch keine Uniform tragen?
      Wo blieb die totale Mobilisierung??
      Ein weiterer taktischer Fehler – oder traut man den Menschen nicht?

      • jimi

        hallo zusammen

        ich schreibe hier zum ersten mal, ich bin weder ein grosser politik kenner noch bin ich jemand der informationen besitzt und erst recht jemand der die ganze ereignisse in der region zusammensetzen kann um dan einen richtigen blick für die ereignisse zu haben.
        ich bin ein einfacher syrer der sein land und präsident liebt.
        ich für meinen teil wen ich meine meinung schreiben darf würde sagen das syrien als ganzes so wie wir es kennen vielleicht nicht mehr zu halten ist aber das heisst lange nicht das assad kein präsident mehr sein wird, über iran und russland wird viel geschrieben, weiss den einer von uns was wirklich passiert? weiss jemand ob die russen wirklich syrien aufgeben würden? oder ob die iraner mit ihre verhandlungen syrien verkaufen würden?
        iran wird so oder so das nächste ziel sein ob die syrien aufgeben oder nicht, russland wäre danach dran usw.
        ich bezweifle das die syrische führung sich nicht im klaren ist was um sie herum passiert und das was wir hier schreiben glaub ich wissen die schon viel früher als wir.

        @ISKANDER meinst du wirklich das die russische führung so ganz blöde ist und baut einen stützpunkt in ägypten? ägypten hat doch die russen/soviets damals verraten und ist abgesprungen nachdem sie neue waffen bekommen haben um ein schosskind von usa zu werden, meinst du die russen vergessen sowas? ich denke nicht und ich denke russland wird dort nichts bauen, zumal selbst wen so wie du schreibst syrien fallen wird, wird tartous stützpunkt eh nichts bzw. wenig mit dem geschehnisse am hut haben und es kann weiter betrieben werden. assad hat sich so lange gehalten nicht NUR weil russland und iran ihm unterstützen, assad hällt sich so lange weil ein sehr grossen teil der syrischen bevölkerung hinter ihm ist und genau dieses teil der bevöllkerung wird ihm niemals aufgeben, selbst wen wie im artikel geschrieben wird er sich zurückziehen wird und nach latakia oder tartous zurückzieht den genau dort leben die menschen die ihm weiterhin als ihren präsident haben wollen.

        ich bin mir bis heute und auch in der zukunft sehr sicher das syrien niemals fallen wird, du kannst denken was du willst und auch jeder andere hier aber bedenkt nur eins, damaskus wird niemals unter der führung von diese ( hab ich hier gelesen „ORKS“ ) fallen selbst wen die SAA dafür einen dritten weltkrieg anzetteln wird und das ist kein wunschdenken, die saa hat nicht 5 jahre gekämpft und so viele soldaten sind gefallen damit sie sich nach tartous zurückzieht und syrien an diese analphabeten abgibt, das hätte man sich sparen können, über die geschehnisse war man sich im klaren, vielleicht nicht alles und auch nicht in dem ausmass aber man war sich im klaren das das ganze sich soweit entwickeln wird und ich bin mir sicher das die syrische führung auch dafür mehrere szenarien im fach hat.

        weiss jetzt wirklich nicht genau ob es ein syrisches propaganda video war oder ob es wirklich existiert, putin hat wohl wortwörtlich gesagt: wir werden damaskus genau so verteidigen als wäre es moskau, fals das wirklich die worte von präsident putin waren hoffe ich das sie keiner vergisst.

        ich wünsche meinem präsident weiterhin nur das beste für ihm und für mein land, ich wünsche meine SAA weiterhin die kraft und die geduld das sie so weiter kämpft wie sie es bis heute getan hat, wir brauchen keine menschen die in blogs und in foren ihren unmut schreiben ( um ehrlich zu sein brauchen wir weder solche noch die optimisten wie mich ) den keiner von der syrischen führung liest hier und unsere tapfere SAA hat die zeit dafür nicht um hier mit zu lesen und sich demoralisieren zu lassen.

        hoffe keiner nimmt meine worte als einen angriff auf sich, alles was ich sagen möchte lässt sich eigentlich in paar worte umschreiben: keiner von uns sitzt dort wo er sitzen soll um die richtigen informationen zu haben damit wir hier schreiben das syrien geschichte sein wird ( oder auch umgekehrt )

        danke an alle

        hochlebe die SAA, hoch lebe ASSAD und alle unsere verbündete und freunde

        • Reinhard

          Hallo Jimi,

          ich denke auch, dass alle Beteiligten wissen – Syrien wird nicht das Ende sein. Man kann in diesem Fall also wirklich sagen, die Interessen des Libanon, des Iran und wie ich auch meine die Russlands werden vor Damaskus verteidigt. Ich würde eine Zurückhaltung der Parteien daher auch nicht verstehen. Die mehrheitlich sunnitischen Teile Syriens (und ich meine jetzt nicht die sunnitisch-städtische Oberschicht – die es auch gibt und die Assad unterstützt – sondern die ländlichen Sunniten) werden niemals Assad unterstützen. Sollen Sie doch zusammen mit den Orks aus aller Welt zusammenleben. Sie werden sich schon recht bald erinnern, dass es unter Assad vielleicht gar nicht so schlecht war.
          Zur militärischen Lage kann ich leider auch nicht viel beitragen, aber die fehlende Kampfkraft der zum Teil wie Volkssturmgruppen wirkenden Verteidiger ist schon sehr alarmierend…

        • kaumi

          Maraheb Jimi, lak shlonak ;-) ?
          schön, ein wenig frisches Blut (will sagen, frische Einsichten) zu erhalten.
          Du schreibst exakt so, wie die Stimmung unter den meisten Syrern ist, die ich kenne – inklusive meiner.
          Ich hatte es hier schon mehrfach erwähnt, die russische Frage, die (Un-)Tätigkeit des Iran, die Bedeutung spezieller syrischer Regionen und Städte hinsichtlich des weiteren Kampfes, die Antriebsfeder der SAA etc..
          Was auch in Zukunft in unserem geliebten Biladu Sham passiert: die SAA wird bis zur letzten Patrone kämpfen (müssen), das Wort Syrien in den Mund nehmen ohne Damaskus zu meinen ist ein „No-go“, und über all` den Entwicklungen nie vergessen – und das ist der Leitfaden, der mich durch diese Krise führt – was Netanjahus Ausspruch vor 3 Jahren gewesen ist: “ Assad und der Iran dürfen diesen Krieg nie als Gewinner verlassen“ (mit allen daraus resultierenden Konsequenzen).
          Syrien ist seit 5 Jahren im Akt der Verteidigung und des Reagierens, gegen eine westumspannende Verschwörung unter Mitbeteiligung nahezu aller arabischer Länder und des ehemals großen brüderlichen Nachbarn Türkei (welch` ein Verrat).
          Was uns hier in den Blogs mit den Menschen in Syrien verbindet, ab kämpfend oder nicht, ist der Umstand, dass wir darauf angewiesen sind und sein werden, wie der große Feind seine Haltung uns gegenüber weiterfährt. Mehr als Reagieren und erbitterten Widerstand leisten (im Falle Syriens ist das eine wahrlich heroische Leistung) sind wir nicht im Stande zu tun. Und womit Du auch noch recht hast: natürlich wissen die Macher in den syrischen Uniformen genau soviel wie wir – vielleicht sogar ein wenig mehr!

        • Spion Stirlitz

          Hallo kaumi,
          auch wenn der Verrat der Türken vollkommen offenkundig wie auch wiederwärtig ist, wie stuft man dann noch den Verrat der versammelten eigenen arabischen Brüder gegen Syrien ein? Ein Krieg zum totalen Nutzen Israels, wie jeder sofort erkennen kann. Während Gaza 2014 von Israel in Schutt und Asche gebombt wird, haben die „arabischen Brüder“ nichts besseres zu tun als sich mit arabischen Brüdern in Syrien sprichwörtlich an den Hals zu gehen. Die Türken sind ja weder sprachlich noch ethnisch mit den Arabern verwandt, von daher ist der Verrat dort nichts unerwartbares, zumal die Türken seit Lawrance v. Arabien gegenüber Arabern sich nicht mehr loyal verhalten wollten. Aber der Verrat der Araber an Ihren eigenen Verwandten ist ja mittlerweile schon legendär (Krieg gegen den Irak 1991 z.B. und jetzt die Allianz der Saudis gegen Jemen). Da fehlen mir die Worte.
          Die einzige Konstante die alle gegen Syrien hier verbindet ist Sunna gegen Shia. Egal ob Türkei, Quatar oder SA. An dem Konflikt kommen die Muslime, wie hier im 30 jährigen Krieg wohl nicht mehr vorbei. Der Iran wird wohl auch seine entscheidende Schlacht dieses historischen Krieges noch ausfechten müssen. Während die Anglo-Zionisten Ihr Geoschach in der Region spielen, fahren die Sunniten auf dem Anglo-Ticket offenbar mit um historische Nachfolgeregelungen des Propheten endgültig zu klären. Bei 9:1 Überlegenheit an Bevölkerung (Sunniten vs. Shiiten) wird das für den Iran, Irak, Syrien und Jemen noch sehr eng. Der Rest ist durch die Bank sunnitisch und rekrutiert weltweit verblendete Affen und Orks gegen diese Länder. Niemand fragt nach den Verlusten der Orks. Die können beliebig verheizt werden. Da kann man aus saudisch-türkischer Sicht noch jahrzehntelang weiterkämpfen. Geld haben die ebenfalls wie Heu und die Interessen sind aktuell noch deckungsgleich mit den Anglo-Zionisten. Optimal für die sunnitische Seite. Und 80% der Bevölk.in Syrien sind ebenfalls Sunniten – deshalb kann Assad nicht gewinnen. Wenn nur die Hälfte mit der Al Nusra sympathisiert, dann ist es vorbei mit der „nationalen Einheit“. Diesem Faktum müssen die anständigen Syrer (Alawiten und Christen) ins Auge sehen. Der Verrat begann in der eigenen Bevölkerung! Damit muss die syrische Gesellschaft sich mal auseinandersetzen. Die Türken haben sich dieses Faktums nur opportunistisch bedient.

        • kaumi

          Lieber Spion,
          alles richtig, was Du schreibst. Mit Verrat meine ich die Gombo „arabische Bruderstaaten UND großer nachbarlicher Bruder“. War stilistisch wohl nicht eindeitig.
          Der Rest bleibt unwidersprochen weil korrekt!

        • Spion Stirlitz

          Und noch etwas kaumi.
          Ausländische Mächte und Nachbarn können nur dann mit Import-Terrorbanden etwas ausrichten, wenn es Konflikte im Lande gibt, die tabuisiert oder geleugnet und unter den Teppich gekehrt werden, wo also ein potentielles Einfallstor existiert. Darauf sind die Analytiker des MI6 seit Jahrhunderten spezialisiert. Das beherrschen die wie sonst keiner.
          Ein typischer Zustand in multiethnischen und multikonfessionellen Staaten wie auch Syrien einer ist. Das selbe Problem haben sehr viele Staaten im Nahen Osten, nicht zuletzt die Türkei mit Kurden und Aleviten. Auch hier ist ein Hebel für ausländische Mächte und Nachbarn vorhanden der noch bei Zeiten genutzt werden wird. Der Nährboden ist ständig bereit für diese Art von Saat im Nahen Osten, wo Religion über allem steht. Da konnten weder Kemal Atatürk noch die pan-arabische Baath-Bewegung etwas dran ändern. Eine Identifikation zur Gesellschaft findet mittlwerweile nur noch über die konfessionelle Zugehörigkeit statt.
          Die Tragödie in Syrien begann mit Ratten aus der eigenen Gesellschaft die nur aus religiösem Wahn und Intolleranz
          sich haben für fremde Interessen einspannen lassen. Auf den Zug sind alle anderen „Brüder“ mit aufgesprungen.

        • kaumi

          Spion,
          wenngleich Du im Kern Recht hast, so beschreibt Dein letzter Beitrag doch vor allem eine überspitzte Statusbeschreibung.
          Gerade in Syrien war die gesellschaftliche Verkittung inzwischen weit fortgeschritten. Religiöse Animositäten spielten in den Ballungszentren nur noch eine Rolle, wie sie in Paris oder London auch genauso vorhanden sind. Gänzlich anders zeigte sich die Situation in ländlichen Gebieten, wo es durchaus Regionen gibt, die streng konfessionell durchzogen sind. Aber auch hier wäre mit der Zeit und mit der Zunahme der Bildung und des Wohlstandes ein zufriedenstellender Status erreicht worden. Und gegen (friedvollen) ethnischen Lokalkolorit ist ohnehin nichts einzuwenden, er dient ganz im Gegenteil zur Manifestation der Identifikation mit bei. Wir waren auf einem guten Weg. Syrien nahm unter allen arabischen Ländern diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein. Ich kann mich noch an eine Umfrage in allen arabischen Staaten erinnern, die 2009 (so meine ich, in einer britischen Zeitung veröffentlicht) erschienen ist, in der nach dem beliebtesten und modernsten arabischen „Führer“ gefragt wurde: Bashar Al Assad führte diese Liste an!
          Tragisch für ihn und für Syrien gestaltete sich der Umstand, dass sich von allen Mitgliedsstaaten der AL (Arabische Liga) nur noch Syrien de facto nicht in die Achse des Bösen einreihen wollte und als einziger arabischer Staat ein unberechenbarer Faktor für die Zionisten darstellte. Das Todesurteil!

        • Spion Stirlitz

          Trotz allem sind aber große und bedeutende sunnitische Bevölkerungsteile auf den FSA-Zug gesprungen. Wie erklärst Du Dir das? Heute kommen viele Import-Dschihadis, aber gerade 2011/2012 war es doch von bedeutenden syrischen Volksgruppen mitgetragen. Offenbar konnte irgendwas den Kitt nicht härten oder hat ihn wieder weich gemacht.
          Nochmal: Wir sitzen alle dem Glauben auf, dass es sich um eine reine von außen getragene Geschichte handelt, aber ohne substantielle Unterstützung aus der sunnitisch-syrischen Bevölkerung hätte das nicht in der Weise wie heute fruchten können.

      • Dike

        Hallo Iskander,

        Ich weiß nicht, warum Du in dieser Endgültigkeit die Situation Syriens einschätzt. Keiner hier, glaube ich, unterschätzt die Realität am Boden und wenn man die Nachrichten verfolgt, dann weiß man, dass es Rückschläge gab. Aber, wie schon früher gesagt, Geländegewinne und Geländeverluste gehören zum Krieg. Keinesfalls ! sollte man hier eine endgültige Aufgabe dieser Gebiete sehen. Im Gegenteil. Das langfristige Ziel bleibt die Rückeroberung dieser Provinzen. Das kann sich durch ein ausbluten der Terrorbanden ergeben, eine Ermüdung und Austrocknung oder auch durch künftige Verhandlungen nach Kriegsende, bei dem die Sieger die Gangart bestimmen werden. Es ist hier auf keinen Fall das letzte Wort gesprochen und nichts ist umsonst.

        Da stimme ich @ jimi zu, das würde heißen, dass die SAA die letzten 5 Jahre vergeblich gekämpft hat. Ich möchte auch daran erinnern, dass sich die syrische Armee nicht nur aus Alawiten zusammensetzt. Die Sunniten werden Damaskus ebenso niemals dem IS Dreck überlassen. Undenkbar. Es geht hier auch nicht nur um Assad. Um so merkwürdiger finde ich Deine Aussage

        „Syrien ist für Russland nicht wichtig“.

        Wie kommst Du nur darauf? Ist das Dein Ernst? Denkst Du wirklich, dass Russland zwei Missiles der Amerikaner oder Israelis abschießt, alles tut, um einen großen Krieg zwischen den Supermächten – um Syrien – zu verhindern, indem die Chemiewaffen abgegeben werden, Syrien berät und mit Waffen unterstützt, x mal Gesprächsrunden in Moskau organisiert, wenn Syrien nicht wichtig wäre? Dabei geht es natürlich nicht um die Person Assad alleine, wobei er trotz allem im Moment die Mehrheit der Syrer hinter sich vereint und eine Armee hat, die hinter ihm steht und beste Beziehungen zum Iran und zur Hizbollah hat und der Garant in Syrien für eine geradlinige Politik im Interesse vom Russland, China und Iran ist – nur mal so am Rande- geht es nicht allein um Assad, aber zum großen Teil schon.

        Das mit Ägypten halte ich auch für eine Fata Morgana. Ägypten ist von Saudi Arabien gekauft. Sicher wird Russland weiterhin versuchen Ägypten mit ins Boot zu holen und es gibt Ansätze für eine erweiterte militärische Zusammenarbeit. Vielleicht plant Russland ja auch einen Militärstützpunkt in Ägypten, darüber weiß ich nichts. Aber Tartous ist für Russland von unschätzbarem Wert. Diesen Hafen gibt es und der ist keine Fata Morgana.

  • Dike
    • kaumi

      Dike,
      das, was die IS-Unterstützer Deppen können, kann Damaskus schon lange :-)
      Schließlich sind Allianzen ja keine Einbahnstraßen, richtig?
      Aber: davor hat sich die syrische Regierung immer gefürchtet, sie hat immer wieder und wieder davor gewarnt, dass, bei anhaltender Islamisten-Unterstützung der Westallainz (+ GCC), eine reagierende Bewegung einsetzen wird, in der sich auf einmal viele abertausende nichtsyrische Kämpfer auf syrischem Boden gegenüber stehen werden…
      Für Syrien ist nach 5 Jahren Krieg und dem Einmarsch von geschätzten 125.000 Islamisten aus allen Herren Länder das Ende der Fahnenstange erreicht. Nun ist zu folgern: Geht das Einsickern der Wahabis in Syrien weiter, schieben die Schiiten nach.

      • Achillus

        Die Schiiten werden gewinnen. Mehr Kampferfahrung insgesamt, bessere Organisation, Absprachen zwischen Oberkommandos anstatt mit Lokalen Kommandos. So sind koordiniertere Operationen möglich

      • Jimi

        hala wallah bel ghali ebn el balad :)

        also laut ein ofizier
        „mukhabarat el jawie“ aus der SAA der grad in latakia gegend stationiert
        ist gibts dort keinen einzigen iraner oder russe und selbst aus jupiter
        wurden keine kämpfer importiert ( das sind exakt seine worte ).

        die
        SAA hat sich vor kurzem aus bestimte gebiete in idlib region
        zurückgezogen, daür sich in andere gebiete formiert, soll heissen ( auch
        von einem ofizier ) bald sehr bald gibts einen gegen angriff und die
        sind sich mehr als sicher das die orks eine haushohe niederlage erleiden
        werden.

        aber selbst wen die iraner soldaten zur unterstützung
        geschickt haben, ich möchte meinen das sie uns damit zwar einen gefallen
        getan haben aber anderseits ist es das was sie tuen müssen da syrien
        das einzige arabische land war der zu iran gehalten hat als sie ihren
        krieg gegen saddam hatten, die libanesischen brüder genau so, als sie
        sich 2006 in einem krieg befanden war syrien das einzige land weit und
        breit das seine monition depots aufgemacht hat und es den jungs gegeben
        hat egal was sie gebraucht haben von der patrone bis zum scud, soll auch
        nicht heissen das wir das nicht gern gemacht haben

        ich versuche
        euch auf dem laufenden zu halten, eins ist gewiss: die SAA wird sehr
        bald einen rückeroberungs kampf anfangen der nicht nur idlib, sondern
        auch einige andere gebiete beinhaltet, gewinnen werden wir auf alle
        fälle, hoffentlich mit dem wenigsten verluste

        • Enis

          achi jimi, sama’ahtne…dal muhabarat al jawie ou barriye bi souriya?!
          seit 4 Jahren hören wir auch diese Märchen von diesen korrupten Dreckskerlen… Wegen diesen Fettresevoire müssen die Helden der SAA an der Front leiden. Je mehr ich diese grossartigen Jungs an der Front leiden sehe, desto mehr ergibt mich ein Hass auf diese angeblichen mukhabarats, die immer so tun als würden sie alles wissen. Kurz vor dem ganzen Drama in 2011 -wo es noch keine Sanktionen bestanden- waren wir kurz davor ein Deal mit einer syrischen Sicherheitsbehörde zu vermitteln, dass jetzt der SAA unheimlich zu Gute gekommen wäre. Genau diese hochwärtigen Ausrüstungen fehlen heute den armen Männern an der Front. Was ist passiert? 7 Stufen an korrupten Offizieren mussten wir schrittweise füttern bis der Siebte samt Futter und Muster plötzlich von der Bühne verschwand. Keine Ahnung was danach damit geschah… Kurz gefasst; ich glaube diesen Typen einfach nicht mehr.

          Mehr, so weh mir mein syrisch-patriotisches Herz auch tut, leider wird es keine Gegenoffensiven mehr geben! Meine direkte Quelle aus Suwaida z.B. hat mir erst vor kurzem erzählt, dass einige Einheiten der SAA über Nacht von ihren check-points verschwunden seien. Die Terrorbanden stünden jetzt an den Toren Suwaidas. Angeblich sei es auch in einigen Orten in Aleppo das gleiche geschehen.

          Ehrlich zugegeben, ich kann die aktuelle Entwicklung nicht mehr genau einteilen. Ich möchte optimistisch bleiben. Denn Syrien ist meine grosse Leidenschaft. Aber ich bin ein Mann der Realität. Wir brauchen Hilfe. Schon gestern als morgen. Sollten wir fallen wäre es der grösste Verrat der Iraner. Wir kämpfen gegen die ganze Welt. Ein Beistand der Iraner ist moralische Pflicht. Jetzt wo das russische Interesse an uns von der Öffentlichkeit verschwunden ist…

          Allah yansirna!

        • Jimi

          ich gebe dir mit allem recht, koruption bis zum umfallen und zwar jeden einzelnen der es schafft an geld ran zu kommen hat es getan und viele tuen es bis heute noch.

          was diese angebliche offensive angeht, lasst uns doch paar wochen warten, ich bin immernoch davon überzeugt das was passieren wird, ob dieser ofizier recht hat oder nicht das wird sich in spätestens 2 wochen zeigen.
          ich hab wirklich keine ahnung von das alles was du schreibst, ich bin ganz ganz weit davon entfernt und von diese mukhabarat erst recht, ich weiss nur eins, syrien wird nicht verlieren, syrien wird vielleicht auch nicht gewinnen aber ein verlieren bedeutet nichts anderes als die ganzen alewiten+christen und die restlichen minderheiten werden geschlachtet + libanesische chiiten und die christen die zu syrien gehalten haben, da steht wirklich mehr als nur ein zerfall syrien auf dem spiel, ganz zu schweigen von der grossen welle die fast alle anderen arabischen staaten in der umgebung überrollen wird, es gibt keinen ausweg für syrien und unser präsident ausser bis zum letzten mann zu kämpfen den so oder so werden sie sterben ob am schlachtplatz oder von diese orks.
          wer sich retten konnte und kann ( christen hauptsächlich ) hat es getan die restlichen warten noch auf dem sieg oder auf dem hänker!

          noch eins was dieses artikel angeht, auch das wird nicht stattfinden den sollten sich die alewiten und christen und die loyalen suniten zurückziehen und sich auf ein kleines gebiet siedeln, werden die in spätestens 10 jahren wieder angegriffen und dan wird es aber aus und ende sein den weiter zurück geht nicht mehr, das mittelmeer ist die nächste station, deswegen bin ich mir auch da sicher das es nicht passieren wird.

        • habkind

          so lieb ich dich Enis!!!!
          ich bin genauso sicher,dass die SAA sich reorganisiert – dazu sind nun mal

          bei den begrenzenten Mitteln an Waffen/Soldaten auch Rückzüge nötig.
          Ich glaube aber auch, dass die Iraner auch mit Manpower helfen wird. Die haben nur einen Grund gesucht (die massive Unterstützung der Türkei der letzten Wochen) um ihren Verteidigungspakt mit Syrien erfüllen zu können.
          Ob sie nun schon da sind oder noch nicht – egal.

    • S. Matt (triangolum)

      Bitte beachte auch die Kommentare. Aktuell sollen bereits 7000 iranische Soldaten für Damaskus dort sein. Frage ist von welchen Einheiten. Dazu sollen es 50.000 insg. werden. Auch hier die Frage welche Einheiten genau? Andere Quellen sprechen auch von bis zu 70.000 Mann und dazu schweres Gerät aus Russland.

      Das gerade etwas neues passiert ist Eindeutig. Auch die Kurden machen im Norden weiterhin massiv Druck.
      Es sieht so aus als wenn der IS von der Türkei vollständig abgeschnitten werden soll und auch wird. Sofern die SAA alles westlich vom Fluß dicht machen kann.

      Zumindest bewegt sich der Iran endlich massiv.

  • Enis

    Die letzten beiden Abschnitte im Artikel sind furchterregend. Nicht mal Nachtsichtgeräte im Inventar. Die Militärführung gehört zur Front geschickt.Das befreundete Staaten nicht mal solche Kampftechnik zur Verfügung stellen,ist nicht minder Amateurhaft.Was für mutige Männer diese grossartigen Soldaten sind…Gott beschütze diese Patrioten.

    http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/the-syria-hospital-siege-thatturned-into-a-massacre-jisr-alshugour-breakout-was-less-of-a-victory-than-damascus-claims-10301084.html

  • user

    Hallo zusammen,

    ich verfolge den Blog und die Kommentare dazu täglich. Dies aber eher passiv da ich abgesehen von meiner persönlichen Haltung zu den hier behandelten Konflikten und Themen keine Inputs oder Informationen bieten kann.

    Grund meines Kommentars oder eher meine Frage an die Community hier ist die derzeitge militärische Lage in Syiren. Viele der Hintergründe scheinen mir nach 4 Jahren recherche „google news, blogs etc klar..

    Was mir im Moment fehlt ist eine halbwegs valide Karte, auch wenn sich der Verlauf derzeit ständig ändert. Authentische und unzensierte Berichte sind über die Massenmedien nicht verfügbar.

    Kann mir jemand bestätigen ob diese beiden Frontverläufe korrekt sind u ggf dazu etwas sagen?

    Stand 24 Mai
    https://cdn.liveleak.com/80281E/ll_a_s/2015/May/24/LiveLeak-dot-com-e1f_1432512146-_37aasyrianmap_1432512264.png?d5e8cc8eccfb6039332f41f6249e92b06c91b4db65f5e99818bdd4954a45d8d3cec5&ec_rate=230

    Stand 03 Juni
    https://cdn.liveleak.com/80281E/ll_a_s/2015/Jun/3/LiveLeak-dot-com-bcd_1433327517-syria-info_1433327904.jpg?d5e8cc8eccfb6039332f41f6249e92b06c91b4db65f5e99818bdd4954a45d8d0075e&ec_rate=230

    Über ein qualifiziertes Feedback würde ich mich sehr freuen.

    beste Grüße

    user

    PS: Gerne auch via mail wenn der admin meinen kontakt weitergeben kann. Es kann auch davon abgesehen werden den Eintrag zu veröffentlichen, mir geht es um einen Austausch zu der Situation in Syiren aus persönlichem und moralischem Interesse. Ich war auch bei der Veranstaltung in Leipzig – Syrisches Tagebuch – leider ist es mir dort nicht gelungen ein Gespräch mit den Syrischen Gästen zu führen.

    • Probier’s mal mit dieser Karte: http://umap.openstreetmap.fr/fr/map/desyracuse-syria-civil-war-1-june-2015_41967#7/34.393/40.551 (Stand: 1. Juni 2015)
      Updates kommen dann und wann via @deSyracuse. Viele Detailkarten bringt immer wieder @PetoLucem

      • user

        Vielen Dank für die beiden Links – das hilft mir weiter. Was ich nicht verstehe ist zB die Situation um Damscus und im Süden. Daraa ist eine Autostunde von Damascus entfernt, trotzdem sitzt dort noch die FSA (?). Liegt es am Gelände oder ist die Region so Urban das hier ohne zivile Verluste militärisch nichts bewegt werden kann?

        Aber auch nordöstlich von Damascus und das Flüchtlingscamp im Süden? Warum bindet man dort die Kräfte anstatt den Sack zu zumachen? Eine konsolidierung der unmittelbaren Gebiete um die Hauptstadt würde doch Sinn machen.

        • habkind

          Ist auch eine gute Seite, die immer aktuell ist.

          http://worldconflictsresearch.t83.net/#/world-map/4589609227

        • user

          Danke Habkind, der Link ist schon in den Favouriten gespeichert. Ich verstehe es immer noch nicht. Vielleicht ist mir die Mechanik des Krieges zu wenig bekannt. Gebietsverlust bei ausgedehnten Fronten mit zu langen Nachschubwegen sind für mich als Laien noch nachvollziehbar. Aber unmittelbar am eigenen Vorgarten diesen „Mist“ zu dulden versteh ich nicht. Laut Reuters…. scheint sich zwar um Damascus, an der Grenze zum Libanon (Hisbollah) und Latika (sorry für Schreibfehler) eine Konsolidierung bzw ein einigeln der saa Kräfte zu formen. Trotzdem versteh ich es nicht. Was ist in diesem Konflikt der kritische Faktor im militärischem Sinn? Lufthoheit vorhanden, Tartus Express und Luftlinie Bagdad Damascus, weiters Libanon u Milizen. Was die Aufklärung angeht ist der Gegner sicher ambitioniert unterwegs aber gleicht dies Russland nicht aktiv aus?

          Langer Post ich weiss, aber diese Fragen bewegen mich sehr. Jedes qualifizierte Feedback ist willkommen.

          Dank euch nochmal.

          M

    • S. Matt (triangolum)

      Auch wenn immer mit Vorsicht zu genießen hat sich diese Karte und das Team dafür als sehr Aktuell und genau in den letzten Jahren erwiesen.

      en.wikipedia.org/wiki/Template:Syrian_Civil_War_detailed_map

  • Soja Kosmos

    Karin Leukefeld berichtet aus Damaskus (07.06.2015): https://www.youtube.com/watch?v=2uLY29PuqrI&list=TLYTdxAI1tV9A

    • Achillus

      Danke dir!

    • Dike

      Danke Soja, ganz ausgewogene Darstellung der Lage

  • soja kosmos

    Iranische Truppen in Syrien … ja, nein, oder vielleicht doch bald …

    junge Welt, vom 09.06.2015: Truppenentsendung dementiert

    Iranischer Politiker widerspricht Gerüchten über die Anwesenheit von Kampfeinheiten seines Landes in Syrien | Von Knut Mellenthin

    Ein einflussreicher iranischer Politiker ist Gerüchten entgegengetreten, dass Truppen seines Landes am Bürgerkrieg in Syrien beteiligt seien. Es gebe auch keine Pläne für einen solchen Einsatz.
    Über das Thema sei »offiziell« noch nie diskutiert worden. »Unsere Unterstützung für Länder der Region schließt nur beratende und humanitäre Hilfe ein«, sagte der Generalsekretär des Schlichtungsrates, Mohsen Rezai, am Sonnabend. Das Gremium ist Teil der pluralistisch
    zusammengesetzten Strukturen, die beratend auf die Regierungsarbeit einwirken. Der 60jährige war von 1981 bis 1997 Oberkommandierender der Revolutionsgarden, einer gut ausgebildeten und ausgerüsteten Parallelarmee, die über alle Waffengattungen verfügt, die auch die
    regulären Streitkräfte haben.

    Die »Al-Quds-Truppe«, eine Spezialeinheit der Revolutionsgarden, wird oft mit angeblichen Auslandseinsätzen in Verbindung gebracht. Rezai hat den Rang eines Generals. Er trat der Militärorganisation im vorigen Jahr formal wieder bei und zeigt sich seither oft in Uniform. Das könnte erklären, warum er als Verbindungsmann zwischen politischer und militärischer Führung für dieses Dementi beauftragt wurde.

    Libanesische Zeitungen hatten vor einer Woche gemeldet, dass mehrere tausend »Kämpfer« aus dem Iran und anderen Ländern in Syrien angekommen seien, um bei der Verteidigung einiger strategisch wichtiger Orte und Gebiete zu helfen, die von islamistischen Kräften besonders hart angegriffen werden. Die Tageszeitung As-Safir behauptete am vorigen Dienstag, dass »mehr als 20.000 iranische, irakische und libanesische Kämpfer« an verschiedenen Fronten eingetroffen seien.

    Qasem Soleimani, der Kommandeur der Al-Quds, halte sich derzeit ebenfalls in Syrien auf. Der von Bild schon mal als »der gefährlichste Mann der Welt« titulierte Generalmajor ist
    wegen seiner Einsätze als Chefberater im Irak in seiner Heimat zur populären Figur geworden. Offiziell ist Soleimanis Rolle nicht bestätigt, doch ist seine Anwesenheit an hart umkämpften
    Frontabschnitten durch Fotos dokumentiert, die über das Internet verbreitet werden.

    As-Safir machte in dem Artikel keine Angaben über die Herkunft ihrer angeblichen Informationen. Dagegen berief sich die Tageszeitung The Daily Star auf eine anonyme »libanesische politische Quelle«, als sie am Donnerstag die Ankunft einer »aus Iranern, Irakern und Afghanen bestehenden Miliz« in Syrien meldete. Insgesamt handele es sich um 15.000 »Kämpfer«.
    Soleimani sei einige Tage zuvor in der Hafenstadt Latakia gewesen, um sich an der Planung von Militäroperationen zu beteiligen, behauptete das Blatt außerdem.

    Iranische Regierungs- und Militärvertreter hatten in der Vergangenheit immer wieder Meldungen über die Anwesenheit von Kampfeinheiten ihres Landes in Syrien und im Irak bestritten.
    Israelische Medien gehen davon aus, dass Teheran dieses Thema bisher tatsächlich mit größter Vorsicht behandelt habe und dass die Entsendung von Truppen einen schwerwiegenden Strategiewechsel darstellen würde. Bis hin zum Internetportal DEBKAfile, das als geheimdienstnah gilt, vermuten die israelischen Medien bisher, dass die Behauptungen der
    libanesischen Zeitungen nicht der Wirklichkeit entsprechen.

    Andererseits wird in Israel allgemein spekuliert, dass die militärische Lage in Syrien den Iran letztlich zu einer Umorientierung zwingen werde. Die Entscheidung, Truppen nach Syrien zu schicken, stehe unmittelbar bevor und werde von Revolutionsführer Ali Khamenei »in den
    nächsten Tagen« offiziell bekannt gegeben, hieß es in der vorigen Woche in einigen israelischen Zeitungen und bei DEBKAfile.
    Regierungs- und Militärvertreter haben wiederholt angedeutet, dass Israel auf die Entsendung iranischer Kampfeinheiten nach Syrien aggressiv reagieren würde.

    • soja kosmos

      NACHTRAG: Ich frage mich allerdings, wie solche Mengen an Leuten (15.000 Mann) unbemerkt vom Iran nach Syrien gelangen sollten – ich kann mir das nur schwer vorstellen.

      • kaumi

        „unbemerkt“ ist vielleicht die falsche Vokabel.
        Bei Einfall von zigtausenden fremder Kreaturen aus allen Himmelsrichtungen seit Jahren nimmt man so einen zusätzlichen „Import“ einfach nicht mehr wahr. Zumal die Jungs ja nicht in der Flaniermeile der Hauptstadt spazieren gehen sondern direkt zu den über 400 Fronten geschickt werden

        • soja kosmos

          Es gibt an keiner Stelle gesicherte Informationen, nur Spekulationen. Natürlich würden sie in Damaskus oder Latakia keine Militärparaden abhalten. Aber allein den Transport (und es müßte sich ja um den Transport größerer Einheiten in einem relativ kurzen Zeitraum handeln) kann ich mir nur über Luft oder Wasser vorstellen. Wie viele ausgerüstete Kämpfer passen in ein Transportflugzeug? Bei 250 Personen wären das 60 Flüge. Die Kapazitäten muss man erst einmal haben, ganz davon abgesehen, dass das nicht unbemerkt bliebe. Per Schiff – ich kann es mir nicht vorstellen, zu riskant über eine lange Zeitstrecke. Und beamen? Eher unwahrscheinlich. 15.000 Mann unbemerkt und unbehelligt quer durch den Irak und durch den Osten Syriens? Ick weeß nich …

        • S. Matt (triangolum)

          Da gibt es nur eine Route welche möglich ist. Die im Norden. Und ganz zufällig wird da seit drei Wochen der IS dem Boden gleich gemacht. Wenn ich schon lese das diese iranischen Kämpfer Damaskus schützen sollen. Ehrlich, wer Vertraut bitte seine wichtigste Stadt fremden an?

          Ich würde ja eher Vermuten das solche Truppen eher eigene Flächdngebiete bekommen und die Orte im Süden und Nord Westen der SAA vorbehalten bleiben. Also es nur gegen den IS ginge für reguläre iranische Kräfte. Welche dann auch über dem Irak ohne Halt nach Syrien wirken können und werden.

          Und ganz wie Israel spekuliert sage auch ich das der Iran sich viel massiver bewegen muss. Aber genau das würde ja vieles nach sich ziehen. Sie Russland und Ukraine.

          Der Iran wird jedoch nicht umhin kommen was zu machen.

          Und er wird in Zentral Syrien und Irak handeln und das massiv.

          Die Frage ist nur wann. Aber bitte wenn dann massiv mit allem. Was einen Konflikt mit den Saudis und Israel wahrscheinlich werden lässt. Die ja genau das planen. Siehe deren Zusammenarbeit.

          Der IS ist der Hebel dafür um den Iran in etwas zu ziehen damit beide handeln können.

        • kaumi

          @Soja
          wenn über mehrere Wochen kleinere Kontingente über Beirut International-Airport, über Damaskus IA oder durch den Irak kommen, dazu das eine oder andere Schiff in Lattakia und Tartous anlegt, würden 200 nichtsyrische schiitische Kämpfer pro Tag ausreichen, um die kolportierte Zahl ohne jegliche Probleme erreichen. Mit Verlaub, das wäre angesichts der restlich anfallenden Probleme noch das geringste organisatorische Problem.
          Aber: gesicherte Zahlen gibt es nicht, nur Spekulationen und sich widersprechende Aussagen. Ich für meinen Teil glaube – leider – dass der Iran und der Irak verstärkt in Syrien aushilft. Hätte nie so weit kommen sollen, ist für die Syrer und den Widerstand inzwischen aber existentiell.
          @triangolum:disqus
          Ich weiß nicht, ob es der Plan Israels vorsah, dass die Reihen des Hizbullah durch schiitische Brüder aus dem Iran und dem Irak verstärkt werden. Das Gegenteil ist anzunehmen.
          Ziel der Operation war, die Achse zu zerschneiden, um die Versorgungswege für den libanesischen Widerstand zu kappen. Nun passiert genau das Gegenteil, und statt 50.000 schiitische Kämpfer unter Waffen an der libanesisch-israelischen Grenze tummeln sich bald womöglich 100.000 entschlossene Widerstandskämpfer.
          Ich werde jetzt mal abwarten und genau hinhören, was aus Tel Aviv an Reaktionen rüber schwappt.
          Und ob die Saudis was vorhaben oder nicht, wen juckt`s? Schau mal rüber zum Jemen und guck dir mal diese bemitleidenswerten saudischen Soldaten an. Erst vor 3 Tagen konnten Jemeniten jenseits der Grenzen wieder 3 Offiziere und 12 Soldaten erschießen.

        • soja kosmos

          Kleinere Trupps, über Beirut, Tartus, Latakia – sicher möglich, trotzdem
          bewegt sich alles auf der Ebene der Spekulation. Letztendlich geht es
          darum, der Rattenplage ein Ende zu setzen, das Töten und Zerstören zu beenden.
          Doch bei allen militärischen Erwägungen (die gewiss nicht unwichtig sind) – es geht nicht ohne eine politische Lösung. An Ungeziefer gibt es ja offenbar genug und immer mehr, dieser komische islamische Staat hat sich inzwischen etabliert, es geht immer weiter – hackt man ein Glied ab, wachsen zwei nach.
          Und kaum jemand in unseren westlichen Ländern redet über Syrien, höchstens über die syrischen Flüchtlinge. Syrien wird keinerlei Solidarität zuteil, am beschämendsten finde ich die Haltung der deutschen Linken.
          Deshalb komme ich wieder auf Russland zu sprechen. Auch ich war manchmal im Zweifel, aber je weiter die Zeit und die politischen Entwicklungen voran schreiten, desto sicherer bin ich mir, dass Russland – allein aus purem Eigeninteresse – alles ihm Mögliche tun wird, um Syrien zu unterstützen. Russland jedoch ist von allen Seiten selbst unter Beschuß und Druck, seine Möglichkeiten sind nicht uferlos. Ich denke, Putin/Lawrow machen eine gute Aussenpolitik (soweit ich das beurteilen kann), soweit sie Möglichkeiten haben. Aber wir sehen ja – die Amis im Bund mit der Nato spielen absolut verrückt.

          SPON meldet: „Rebellen erobern wichtigen Armeestützpunkt in Syrien … Das Lager Liwa ist einer der größten Stützpunkte der syrischen Armee in der Grenzregion zu Jordanien und Israel.
          Dort haben die Regierungstruppen in den vergangenen Monaten immer
          wieder Rückschläge erlitten. Der Stützpunkt der 52. Brigade liegt in der
          Provinz Dara. Er ist rund zehn Kilometer von der Autobahn entfernt, die
          in die Hauptstadt Damaskus führt.
          Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von 14
          getöteten Rebellen und 20 Todesopfern unter den Soldaten von Machthaber Baschar al-Assad.“
          Und weiter (gleicher Artikel):
          „US-Luftwaffe unterstützt erstmals islamistische Rebellen …
          „Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen mehrere Gruppen gegen Diktator Assad, zudem kontrolliert die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS)
          mehr als die Hälfte des Landes. Die US-Luftwaffe, die eine
          internationale Militärkoalition gegen die Dschihadisten anführt, hatte
          mit Luftangriffen auf IS-Stellungen zuletzt erstmals direkt islamistische Rebellen unterstützt.“ – Hier wird nicht eindeutig klar, ob die Amis nun auch im Süden Syriens bombardieren, oder ob dieser Teil des Artikels sich auf die Bombardierungen im Norden („zuletzt“) beziehen.

          Dem allem ist auf Dauer nicht allein militärisch beizukommen. Auch nicht mit Hilfe des Iran. Ich hab auch keine Lösung. Solange die Amis, der Westen und die Saudis ihre dreckigen Pfoten dort haben und Geld und militärische und politische Unterstützung liefern und der Rest der Welt dazu mehr oder weniger schweigt – so lange wird das unsägliche Schlachten weitergehen, befürchte ich.
          Es zerreißt mir das Herz, wenn ich Videos/Fotos syrischer Soldaten sehe oder die der Gefangenen oder Menschen zwischen den Ruinen ihrer Häuser. Dieses schöne Land so zu zerstören … Und dann muss man sich diese Bilder von Elmau ansehen, wo die arroganten Schweinsköpfe, diese Verweser der Welt, sich hinter Stacheldraht als „Weltregierung“ feiern, vorneweg dieser schokoladenbraune Drohnenkiller und um seinen Allerwertesten herum watschelt die deutsche Preßwurst mit Knopfleiste, muss sich Fotos ansehen, wo Steinmeier, dieser „Sozi“, dem saudischen Potentaten die Pfote schüttelt und grinst.
          Da weiß man manchmal einfach nicht weiter.
          Meine Gedanken sind täglich in Syrien, ich bewundere traurig die Menschen, die kämpfen und ich wünsche ihnen von Herzen Erfolg und vor allem Frieden.

        • Dike

          Wenn das stimmt, was im nachfolgenden Artikel von Thierry Meyssan steht, dann könnte das erklären, warum noch keine Truppen in Syrien sind. Es kann sich jedoch nur noch um Tage handeln. Das wird dann nicht auf Schleichwegen nötig sein. Das wird alles noch vor dem 30. Juni geschehen. Das Abkommen mit dem Iran wird unterzeichnet.

          Das einzige Hindernis, dass ich hier noch sehe ist Israel. Israel hat immer mit Bombardierung gedroht, sollte der Iran sich intensiv einmischen. Was wird Israel geboten, damit es still hält? Im Artikel steht, dass die beiden grossen Verlierer dieser Abmachung Frankreich und die Palästinenser wären.

          Inzwischen überschlägt sich die BBC mit stundenlangen Berichten über die katastrophalen Lebensbedingungen unter von IS (Daesh) regierten Regionen. Die Berichte der Menschen, die vor IS fliehen konnten, zeichnen ein düsteres Bild, einen völlig unakzeptablen Zustand, eine Schande und nicht zu entschuldigen wäre es, wenn dies nicht mit allen Mitteln bekämpft würde. Dazu kommt die Ankündigung der Amerikaner, mehr Truppen in den Irak schicken zu wollen. Will man jetzt doch Bereitschaft im Kampf gegen IS zeigen, damit man bei einem Sieg gegen IS, der auch ohne die Amerikaner erreicht würde, noch ein paar Lorbeeren einheimsen kann und nicht dasteht wie der totale Versager?

          Nicht zuletzt bedeutet der Ausgang der Wahlen in der Türkei eine Niederlage für die Moslembrüder und die potentiellen Koalitionspartner der AKP haben bereits eine Wende in der Syrien Politik angekündigt. Und die Saudis müssen Schläge einstecken, von den Houthis.

          „Diese Woche, am 2. Juni, kam der Vize-Außenminister Antony Blinken nach Paris, um ein Treffen von 22 EU-Mitgliedstaaten der internationalen Koalition Anti-Daesh zu co-präsidieren. Im Gegensatz zu dem, was die französische Presse dazu sagte, ging es nicht darum, den militärischen Gegenschlag auf den Zusammenbruch von Ramadi und Palmyra zu organisieren; Das Pentagon braucht nicht Verbündete zu versammeln, um zu wissen, was es tun muss. Nein, das Thema war, den französischen Außenminister, Laurent Fabius, dazu zu zwingen, das Iran-US-Abkommen zu akzeptieren. Wozu er auch gebracht wurde.

          Die Unterzeichnung des Abkommens war durch den Fall von Palmyra bedroht, das die „Seidenstraße“, d.h. den Kommunikationskanal zwischen Iran einerseits und der Hisbollah und Syrien andererseits abschneidet [10]. Falls Palmyra in den Händen der Dschihadisten (d. h. der Söldner im Kampf gegen die „Achse des Widerstands“ [11]) bleiben sollte, könnte Teheran nicht sein Gas transportieren und nach Europa exportieren und hätte somit kein Interesse sich mit Washington zu vereinbaren.

          Der Vize-Außenminister Antony Blinken hatte also die Gesprächspartner informiert, dass er die „Achse des Widerstands“ ermächtigt hatte, frische Truppen nach Syrien zu bringen, um Daesh zu besiegen. Es handelt sich in diesem Fall von 10.000 Revolutionsgarden, die die syrische arabische Armee vor dem 30. Juni verstärken werden. Bis jetzt verteidigten sich die Syrer allein, nur mit Hilfe der libanesischen Hisbollah und der türkischen PKK, aber ohne russische oder iranische Truppen und ohne irakische Milizen.

          Antony Blinken hat auch seine Gesprächspartner informiert, dass er mit Russland eine Vereinbarung getroffen habe, die die Einberufung einer Friedenskonferenz für Syrien unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen in Kasachstan autorisiert. Er verlangte, dass Laurent Fabius eine Abschlusserklärung unterzeichnet, die den Grundsatz einer ’einvernehmlichen’ syrischen Regierung zwischen der aktuellen Koalition an der Macht (Baas und PSNS) und ihren verschiedenen Oppositionen, ob in Paris oder in Damaskus, akzeptiert.

          Nachdem Herr Fabius klein beigeben musste, hat er den Slogan „Baschar muss gehen“ eingezogen, hat zugegeben, dass Präsident Al-Assad sein Mandat beenden könnte, für welches das Volk ihn massiv gewählt hatte und hat sich pathetisch zu einem „Herr Bachar (sic) ist nicht die Zukunft von Syrien“ bekannt.

          In drei Wochen dürfte der König nackt sein. Mit der gemeinsamen Unterzeichnung machen Washington und Teheran die Pläne von François Hollande, vom neokonservativen Jacques Audibert und vom neo-faschistischen Benoît Puga zu nichts.“

          Thierry Meyssan

          http://www.voltairenet.org/article187829.html

  • kaumi

    Und die Reise geht den vorgeplanten Weg munter weiter
    bennett-erkennt-israels-annexion-der-golan-hoehen-an-92303

  • kaumi

    Obiger Link funktioniert nicht
    „Bennett: Israels Annexion der Golan-Höhen anerkennen
    HERZLIJA (inn) – Israels Bildungsminister Naftali Bennett hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, „Israels Souveränität über den Golan anzuerkennen“. Bei der Sicherheitskonferenz in Herzlija sagte er, der Fall des Golan unterscheide sich von denen der palästinensischen Gebiete.“
    israelnetz.com

  • kaumi

    Es ist genau DAS, genau dieses hier, was ich meine, wenn ich von Arroganz und Ignoranz spreche. Von mangelnder Fairness, von Doppelstandard, von Heuchelei und Skrupellosigkeit. Und von ungesühntem Massenmord:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-rumsfeld-vs-george-w-bush-abrechnung-zum-irak-krieg-a-1038008.html#ref=meinunghp
    „“Es ging immer um Regimewechsel, nicht um Demokratieaufbau“, sagte er da. Demokratie sei nie „die offizielle Begründung für unser Eingreifen in der Region“ gewesen. Und er könne sich auch „an niemanden im Pentagon oder im Weißen Haus erinnern, der das Wort ‚Demokratie‘ als Rechtfertigung für den Irak-Krieg benutzt“ habe.“
    Da plant man einen Völkermord, führt ihn durch, setzt alle Lügen- und Fantasiegeschichten medial ein, belügt die gesamt Weltöffentlichkeit… und kommt am Ende damit durch. Chaos, Tod und Verzweiflung hinterlassend, aber fröhlich Interviews gebend und den eigenen Lebensabend genießend. Wann werden sich solche Mörder endlich ihrer Verantwortung stellen müssen? Warum tobt ob solcher dreisten Auswüchse kein Protestorkan? Ich könnte kotzen!
    Und das Schlimmste ist: Es geht einfach so weiter. Keine Gerechtigkeit für Libyen, keine für Syrien, keine für die Jemeniten. Im Westen also nichts Neues…

    • Dike

      Das ist ja das Absurde. Es wird ja nicht einmal mehr verheimlicht. Denk mal an die Veröffentlichung der IS bezogenen Dokumente durch den Pentagon Geheimdienst DIA. Da steht doch alles drin. Die Amis wussten vom IS, haben das Erstarken gebilligt und unterstützt und nun? Nichts. Kein Aufschrei, dabei ist das doch ein Skandal! Keiner muss den Hut nehmen, alles geht weiter wie bisher.

      Zum Golan, tja den hätten die Israelis gerne für immer und ewig. Vielleicht ist das das Friedensopfer für Syrien. Natürlich völkerrechtlich abgesegnet….

      • kaumi

        Dike,
        ich bin persönlich nicht bereit, dieses Opfer zu bringen. Denn ironischerweise verknüpfen sich die Themen Golan und Rumsfeld hier eindrucksvoll:
        Die Arroganz und die Skrupellosigkeit hätten wieder gesiegt. Das kann doch nicht einfach so weitergehen.

        • Dike

          Ich auch nicht kaumi. Zumal die Verbindung meiner Familie zum Golan sehr eng ist. Nein das wird Syrien niemals zulassen! Der Golan bleibt Syrien. Davon bin ich überzeugt. Dass es bisher keinen Friedensvertrag zwischen Israel und Syrien gibt, hängt nicht nur mit der Palästinenserfrage zusammen, sondern auch mit den seit 1967 von Israel annektierten Golanhöhen. Der Golan gilt völkerrechtlich als Teil Syriens.
          Im Grunde lässt Israel den IS und Nusra Front den Kampf um den Golan führen. Wenn sich die Terroristen dann dort festgesetzt haben, werden sie, so ist sicherlich der Plan, von Israel – natürlich aus Angst um die Nordgrenze Israels – von dort „vertrieben“. Vielleicht gibt es ja auch schon eine Abmachung, sollte die syrische Opposition die Macht übernehmen, dann verzichten sie auf den Golan und bekommen einen Friedensvertrag mit Israel. Ich kann mir inzwischen alles vorstellen. Aber so gierig, wie Israel ist, wird es auch beim Golan nicht haltmachen wollen. Deshalb, wer glaubt, dass man mit Israel Frieden haben kann, der ist verloren.

        • Achillus

          Daesh bekämpft sich immernoch und mal wieder mit den anderen Rebellengruppen auf’s heftigste, Aleppo:

  • S. Matt (triangolum)

    Wie kann es sein das eine Stadt welche weit und breit im SAA Kontrolliertem Gebiet liegt an die IS Fällt? Und das nach ein paar Stunden? Hysal südlich von Homs?

    • Achillus

      Aufpassen,
      Welcher Quelle du folgst.
      In diesen Zeiten ist die Propaganda ziemlich hoch gestellt..

      • S. Matt (triangolum)

        Mag sein doch die Meldungen sind meist zutreffend. Gestern Früh war es wieder SAA Gebiet. Aber Aktuell wird wieder an der M5 südlich von Homs in Hisyah gekämpft. Solch ein Vorgehen der IS ist keines mehr einer Miliz. Solche Ziel Schläge sind eher Kommdoaktionen von Fallschirmjägern.

        Besonders so tief im Hinterland.

  • S. Matt (triangolum)

    Aber mal was anderes. Die Offensive der Kurden im Norden läuft ja recht gut. Geht das so weiter sollten sich da bald die Kurden die Hände schüteln und auch im Nord Osten die IS verdrängen.

    Ob sich die Türkei wegen Kobane schon Ärgert?

    • Spion Stirlitz

      Nach den für Erdogan letztlich gescheiterten Parlamentswahlen (O.K., weiterhin die größte Fraktion, aber keine Mehrheit mehr) haben alle Parteien die als Koalitionspartner in Frage kommen bereits erklärt, dass es in der Syrienpolitik eine 180° Wende geben muss. Selbst die Nationalisten, auch eher islamisch-konservativ aber mit deutlich stärkerem Akzent auf Atatürk und Laizismus, sind grundsätzlich gegen die ungenierte Öffnung der Grenzen für die sehr dubiosen „moslemischen Brüder im Dschihad“. Es ist kein Geheimnis, dass die türkischen Nationalisten, die Araber und Kurden verachten, lieber heute als morgen die inner-arabischen Konfliktparteien außer Landes bringen wollen. Außer Erdogan will niemand in der Türkei diesen Konflikt, egal ob rechts oder links.Lange Rede kurzer Sinn: Für die ISIS und Al Nusra könnte bald schon die wichtige nördliche Basis wegbrechen.
      Was die Kurden angeht – da blicke ich schon lange nicht mehr durch. Opportunimus ist wohl die Haupttriebfeder. Dienen sich allen Mächten an die denen etwas versprechen. Es gibt ja Berichte, wo Kurden teilweise mit Al Nusra zusammenarbeiten. Lokale Bündnisse sind da immer nicht ausgeschlossen. DIE Kurden gibt es ohnehin nicht. Es gibt zig Clans, mit lokalen Ambitionen, teilweise sogar sich Spinnefeind (z.B.marxistische PKK vs. Peschmerga – also Leibeigene Kämpfer- vom Großgrundbesitzer Barzani, … ).

      • kaumi

        Sehr richtig, Spion. Ich schaue seit den Wahlen in der Türkei auch sehr wachsam nach Ankara. Hauptaugenmerk ist aber die Taktik, die Erdogan wohl anwenden wird, um aus diesem Desaster wieder rauszukommen. Eine Kugel hat er noch, bevor er sein Lebenswerk begraben muss: Neuwahlen provozieren! Wenn dieses Szenario abgewendet werden kann, wird sich auch die Syrien-Politik fundamental ändern. Selbst wenn es Neuwalken gäbe, wäre eine Erdogan`sche Wende gar nicht sicher, aber er gewänne wertvolle Zeit.
        Diese Wahlen könnten eine weitere unkalkulierbare Größe in den Wirrungen und Wendungen gewesen sein. Hoffen wir es…
        In Sachen Kurden: ich möchte deren Zickzack-Kurs nicht werten. Dieses Volk hat in den letzten Jahrhunderten viel einstecken müssen und jetzt, eine „Verbesserung der Situation“ vor Augen, strampeln sie nach unten und oben, um an den „Befreiungen“ teilzuhaben. Da werden innerhalb weniger Kilometer die alliierten Gruppen gewechselt, wie die Jockeys die Pferde. Eine gemeinsame Sache ist nicht zu erkennen, dafür sind deren Führer mit zu unterschiedlichen Fraktionen verbündet. Ironischerweise profitieren denn von den türkischen Wahlen auch nicht alle Kurden: Die Fraktion um Barzani hätte sicherlich einen anderen Wahlausgang erhofft.

        • Achillus

          Das macht aufjeden Fall Hoffnung!

          Stellt euch vor, was möglich wäre, wenn die Türkische Grenze geschlossen wird: 1. Viel weniger Nachschub für die Terroristen im allgemeinen . 2. Fast garkein / garkein Nachschub mehr aus dem Norden. Das heisst; die Terroristen würden dort oben festsitzen und könnten langsam aber sicher durch die Luft mit gering angesetzten Infantrie – Einsätzen dezimiert werden. Es wäre ein Leben auf eng begrenzter Zeit für die Terrorhonks! Irgendwie müssen wir diese Chance doch nutzen. Ich wünschte, die HDP hätte mehr Mittel, ihren Wahlkampf bekannter zu machen.

          2. Wenn dann nur noch die Jordanische Grenze offen ist könnte sich die Syrische Armee Komplett auf den Süden konzentrieren und die Städte. Es würden massig Truppen aus Damaskus freiwerden: Früher oder später und aus dem Qalamoun!

          3. Um den Irak kümmern sich die Iraker. Die werden schon mit ISIS fertig!

          Wo ich einzig skeptisch bin ist die Frage, ob Erdogan nicht doch Möglichkeiten dann noch besitzt, Terroristen durchzulassen. Das, was Hoffnung aber gibt ist, dass wie du sagst, keine Partei diesen Krieg da unten unterstützen möchte!

    • S. Matt (triangolum)

      Aktuell geht es schneller als gedacht. Beim Grenzübergang Tall Abyad sind Gefechte. Die Kurden haben sich nun vereint und die ISIS nun von der Türkischen Grenze abgeschnitten.

      Geht deren Offensive so weiter werden sich die IS Kämpfer über die Turner wohl nach Nord Aleppo bewegen. Deren einziger Zugang von der Türker aus nach Syrien Aktuell. Die Kurden werden wohl die IS Reste aufreiben und nach Süden vorstoßen wollen um so den Druck im Irak der IS zu mindern.

      Siehe auch Östlich von Hasakah. Auch hier wird gerade die IS massiv Aufgerieben. Der Vorstoß nach Süden und dem teilen der ISIS in Irakischen und Syrisch ist nicht mehr Ausgeschlossen.

      Zumal ar-Raqqah das kommende Ziel der Kurden sein wird wie auch ein Vorstoß nach Deir ez Tor.

      Was fehlt ist eine Offensive der SAA von Westen in Richtung Ar- Raqqa und damit das Abschneiden der IS von der Türkei perfekt zu machen wie auch den Druck auf den IS weiter zu erhöhen.

      Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie eine Terror Miliz dem Stand halten könnte. Jetzt wäre der Zeitpunkt für maximalen Druck und damit der IS Zerschlagung.

  • Achillus

    Es sind nun Videos und Bilder aus der Syrisch Türkischen Grenze aufgetaucht, die beweisen, dass die Türkischen Soldaten nichts gegen die ISIS machen. Sie sind zusammen mit Flüchtlingen, schaut es euch selbst an.

    Das grausamste ist aber die Doppelmoral, die sie an den Tag legen, um ihre Ziele zu erreichen; Denn sie sind es, die schreiben, Assad wäre es, der nicht gegen ISIS kämpft.

  • soja kosmos

    Hier ein sehr aufschlussreicher Beitrag, den ich beim Saker gefunden habe. Er bezieht sich zwar nicht auf Syrien, sondern auf Russland/DNR/LNR/Ukraine, aber der Problemkreis wird hier im Blog ja auch diskutiert und auch da geht es häufig um „Verrat“ Russlands an Donezk und Lugansk und Dergleichen, warum Russland die DNR und LNR nicht anerkennt (Video-Erklärung von Nikolai Starikow):
    http://vineyardsaker.de/video/warum-putin-dnr-und-lnr-nicht-anerkennt/

    • Starikow mag ansonsten ein schlaues Bürschchen sein, aber als Propagandist ist er eine Pfeife. Er hat sichtlich zu rudern, dieses „strategische Modell“ rüberzubringen und muss ständig dazu aufrufen, die „Emotionen zurückzustellen“ (auf Deutsch: zu ignorieren, dass dieses geniale hypothetische Modell täglich Menschenleben fordert). Selbst wenn das, was er da erzählt, stimmt, ist das wohl ein kaum zu vertretender Zynismus.

      Gleichzeitig ein Hinweis darauf, dass die Propagandisten eines „schlauen Plans“ hinter all dem Morden sich nur noch schlecht erklären können. Erst das „Schweigen des russischen Bären“, dann die „Sammlung und Konzentration“, und jetzt diese eigenartige Konzeption sind einerseits Versuche, die irrationale russische Politik im Donbass zu verstehen („die da oben wissen viel besser, was zu tun ist“), andererseits ein durch Leute wie Starikow aus genau diesem Grund gern bediente propagandistische Rohrkrepierer.

      • urkeramik

        @apxwn: bist du sicher, Starikov verstanden zu haben?? Dann mach doch mal einen inhaltlichen Punkt oder bringe eine treffendere Analyse, statt emotional abzuwatschen. Warum hältst du die russische Donbass-Politik für irrational, das kann ich nicht nachvollziehen.

        • Ich denke schon, dass ich das begriffen habe: der Donbass sei „Stachel im Fleisch“ der Ukraine, welcher verhindert, dass dieser Zombie gegen Russland geworfen wird.

          Das ist insofern richtig, als dass der Zombie „geworfen“ werden soll, aber primär geht es um die Krim. Für Russland selbst sind noch ganz andere Instrumente bereit.

          Der Zynismus dessen, was Starikov darstellt, springt aber jedem sofort ins Gesicht. Er muss es mit „Emotionen beiseite lassen“ kommentieren und deutet an, es würde hunderttausende (statt der jetzigen Tausenden) Tote geben, wenn Moskau nicht genau so verfährt wie jetzt.

          Das Irrationale ist deswegen eher der Umgang Moskaus mit Kiew, weniger mit dem instrumentalisierten Donbass selbst. Fakt ist, dass eine Darstellung der „Großen Oligarchischen“ nicht ohne entsprechende Einlassungen über die „Ost“-Seite des Konflikts auskommt; vielleicht schreibe ich dazu noch etwas.

          Gestern gab es bei Scharij (den selbst der „Saker“ verlinkt, wenn es ihm in den Kram passt und er sogenannte „Hurra-Patrioten“ denunzieren kann) ein Interview mit einem Klassenkameraden von Putin. Dieser Mann lebt in Gorlowka, hat zu Putins Person (zu Schulzeiten) wirklich nur Gutes zu sagen, gibt aber auch deutlich wieder, was die Leute im Donbass inzwischen von Russland und dieser Politik halten. Hört es euch an, wenn ihr mögt.

        • urkeramik

          Ist es nicht so, dass die Zwangslage der russischen Politik von den Betreibern des ukrainischen Zombiestaates (also von den anglozionistischen West-Oligarchen) genau so angelegt ist, dass es keine „gute“ Option für den Kremel gibt? Ich jedenfalls teile diese Sicht mit Starikov. Wäre dies eine Auseinandersetzung lediglich mit „ukrainischen Ultranationalisten“ hättest du sicher Recht, so ist es aber nicht, sondern das Schlachtfeld ist extrem grösser und vor allem widersprüchlich, nicht einfach in gut und böse, Freund und Feind zu teilen. Du selbst hast den Beginn des Donbass-Aufstandes als Projekt der örtlichen Oligarchen (Achmetov, Jefremov) beschrieben, die dabei von Eigeninteressen bestimmt waren (und teilweise, dem hörensagen nach insbesondere in Lugansk) noch sind. Das erstere, die globale Sicht muß einen Bewohner von Gorlovka nicht interessieren, er hat jedes Recht, einfach Frieden und Ruhe zu wollen und es als zynisch zu empfinden, das seine Interessen und sein Leben gegen andere abgewogen werden im politischen Prozess. Im zweiten Fall aber, wenn es darum geht das Hilfslieferungen verschachert und mit Kohle, Waffen und möglicherweise auch Drogen, geschoben wird, hat auch der Gorlovkabewohner dieses Recht schon nicht mehr.
          Wer aber, wie wir hier, verstehen will was eigentlich abgeht in der Welt, der hat dieses Recht erst gar nicht, insbesondere dann, wenn er im „Westen“ lebt und „Frieden will“. Weil es nämlich (auch) in seiner Verantwortung liegt, wer die Ressourcen und die Macht des“Westens“ für welche Zwecke benutzen kann oder nicht, und weil er der Zyniker ist, der vom Rücken des Tieres herab meint Noten und Ratschläge verteilen zu müssen an jene, gegen die dieses Tier kämpft.
          Russland, mMn, handelt bislang absolut rational und berechenbar, wenn es versucht, das eigene Staatsschiff zwischen Scylla und Charybdis hindurchzusteuern, Schäden gering zu halten und die Möglichkeiten der Betreiber zu begrenzen.
          Lange Rede kurz gemacht: Man muß nicht wie Starikov aus von Not diktierten Lösungen einen Sieg machen, gleichwohl sollte man aber doch anerkennen, dass Russland bislang nicht in die ausgelegten Fallstricke (die manch einer wohl nicht sieht) gelaufen ist und bislang vernünftig und mMn verantwortlich handelt. Den Richterspruch dazu sollten wir dem Höchsten überlassen, der auch uns richten wird.

          Aktuell: Nalivaltschenko ist gerade gefeuert worden – werden jetzt die Hardcore-Banderisten aus dem Verkehr gezogen?

        • Nur kurz von unterwegs zum letzten Absatz: ja! „Partner“ Poroschenko setzt sich durch, übrigens gegen die Amerikaner oder mit deren Einvernehmen. Als nächstes könnte Jarosch kalte Füße bekommen.. Rest später :)

        • Spion Stirlitz

          apxwn, Du sprichst mir aus der Seele.
          Ich habe auch das Gefühl, dass hier die strategische Schwäche Russlands in einen „genialen Plan“ und „brilliantes Taktieren“ umgedichtet werden soll.
          Auf vineyardsaker stellt der Moderator Russophilus alles an Kritik an dieser Interpretation der Dinge als Russophobie dar. Es ist doch natürlich klar, dass die Abkommen von Minsk I + II einem Verrat an Novorossija gleichkommen. Was sonst? Hat die Rote Armee nach Stalingrad oder Kursk die Initative eingestellt und mit der Wehrmacht verhandelt? Natürlich nicht! Es scheint fast, als möchte Russland gar nicht, dass der Donbass Kiew militärisch besiegt. Jedesmal wird der Krieg angehalten, wenn es für Kiew desaströs aussieht. Was soll das? Das alles als „genialen Plan“ darzustellen ist schon komisch. Die USA bestimmen von Anfang an die Regie in Kiew, aber Moskau hat die „geniale“ Idee laut Starikow den Donbass als Trumpf und Stachel gegen die Ukraine einzusetzen? Ich kapiere die Rolle und Motive Russlands in diesem Konflikt ohnehin nicht. Wenn man den Kollaps der Ukraine einplant, wieso werden die Kredite dann noch gestundet? Wieso wird noch weiter Energie geliefert? Will man Zeit erkaufen bis die Verteidigungsmaßnahmen gegen die NATO komplettiert sind (wohlwollend gefragt?)? Ich sehe hier nur reaktive Maßnahmen gegen die imperialen Kräfte. Keinerlei Gegenangriffe oder strategische Initiative im Donbass. SCO und BRICS-Initiativen die jetzt verstärkt laufen, wirken ja dort noch nicht. Und auch der Wirtschaftskrieg geht ja auch unvermidert weiter gegen Russland. Unterstützung f. Novorossija, natürlich, aber eine R2P Mission über dem Kampfgebiet, z.B. durch Luftwaffeneinsatz, wie in Libyen durch die NATO, wäre sicherlich auch ein Weg. Eine schlüssige Strategie Moskaus, außer der auf Zeit zu spielen kann ich nicht erkennen. Alle Hoffnungen liegen auf den wirtschaftlichen Kollaps Kiew und einer Konterrevolution gegen die Junta. Ein bisschen wenig „Plan“, wenn man nicht selbser die Handlung bestimmt und nur auf die nächsten Schritte warten muss. So kann Moskau zwar den Konflikt verwalten, aber gestalten im Sinne von bestimmen und Regie führen, das macht hier klar nur die USA.

        • Tja, der wirtschaftliche Kollaps der Ukraine wird aber nicht kommen, wie uns der IWF unlängst mitgeteilt hat – noch braucht man den „Zombie“. Aber die „schlüssige Strategie“ Moskaus ist ja eigentlich gerade klar – man muss nur den ganzen Pathos von der „russischen Welt“ und dem „Kampf gegen die Faschisten“ beiseite werfen, dann erkennt man es als das, was es ist. Man kann ruhig auch Starikows Erklärungen heranziehen, die zeichnen ein genügend finstres Bild – auch die Propagandisten können es nicht mehr verhehlen und verschieben die Logik bewusst in nicht zugängliche Sphären.

          Es kann schon sein, dass, würde es anders laufen, ein größerer Krieg droht. Aber ich glaube das nicht.

          Konkret glaube ich nicht, dass es einen größeren Krieg gegeben hätte, wenn Moskau die Kiewer Junta beizeiten liquidiert hätte. Sicher würden die Sanktionen nochmal verschärft, aber die Töpfe sind eh gebrochen. Die wird Russland auch so nicht wieder los.

        • Jones Bones

          Doch, Roman.
          Wir erinnern uns doch alle noch an die Tage im Januar, als es zwischenzeitlich ganz danach aussah, als würde Janukowitsch im Amt bleiben.
          Man hat dann hart zugegriffen, hat dafür gesorgt, dass die Banderisten sich mit Waffen versorgt haben, und die Zeichen standen darauf, dass die „Freiwilligenbattallione“, die heute einschließlich Massakern für eine Staatlichkeit eintreten, zu Mujahedeen geworden wären, ähnlich denen in Syrien oder Afghanistan, gegen eine von Russland unterstützte „Diktatur“.
          Gleiches wäre passiert, wenn Russland einen Einmarsch durchgeführt hätte.
          Dann hätten die Terrorangriffe begonnen, und zwar auf einer ganz großen Skala.

          Kiew wird weiterhin liquide sein, so viel steht klar. Gleichzeitig sind EU und USA bislang, und dies völlig überraschend, aus diesem Kräftemessen erstmal als die Verlierer hervorgegangen, denn der Krieg war für sie noch deutlich teurer als für die Russen, die zwar ihre Krise hatten und haben, denen es aber deutlich besser geht als die Zahlen vermuten lassen. Nicht zuletzt mit Hinblick auf die Reindustrialisierung, die man in Russland sehen kann.

          Dies wird auch wiederum der Grund dafür sein, dass man nochmal an der Eskalationsschraube dreht, dass man russisches Vermögen im Ausland einfriert und gleichzeitig Griechenland fallen lässt.
          Ich war nie ein Freund von „Die sind in 5 Sekunden pleite“ Szenarien, und weitestgehend drucken die sich das Geld, widdewidde wie es ihnen gefällt. Aber trotzdem ist dies alles eine sehr schwere Last und ein schmerzhafter Aderlass.

  • Ruth

    Bin hier auf einen Artikel aus dem Jahr 2012 (!!) gestoßen, der mit Fakten belegt, wie Deutschland die Terroristen in Syrien unterstützt.
    „Das neue Syrien kommt aus Wilmersdorf“ http://www.zeit.de/2012/31/Syrien-Bundesregierung

    • Spion Stirlitz

      Liebe Ruth,
      damals „wussten“ wir doch gar nicht, dass das alles böse Terroristen waren. Das waren damals doch alles noch Kuschelrebellen, die nur keine Zeit gehabt hatten sich ordentlich zu rasieren und eben halt nur fromm waren. Woher hätte man das denn ahnen sollen, hmm? Die haben alle immer nur von Demokratie gesprochen, da mussten wir doch helfen. Das sich darunter böse IS-Terroristen befinden, ja mei, shit happens oder? Und überhaupt, wenn der Assad die IS nicht geschont hätte um die Rebellen zu spalten, dann wäre heute eine blühende Demokratie dort. Assad hat die radikalisiert, genau so ists passiert!
      Hier kann man die Perfidie unserer Westwertler in voller Blüte erkennen und bewundern. Geschickt oder? Terroristen ausbilden, sich unschuldig stellen und wenn die in voller Radikalität und Pracht wüten, war es das angegriffene Opfer, weil er die ja nicht richtig bekämpft hat und somit erstarken ließ. Hast Du das verstanden? Ich nicht.
      So in etwa wird heute argumentiert, seitens der BRD-Offiziellen. Man kann nicht so viel essen wie man kotzen könnte.

      • Achillus

        Solche Leute, die DAS erkennen, brauchen wir dringend in den Medien! Mit dem Rest kannst du den Schrottplatz räumen ;)

  • kaumi

    OT+++++

    Wisst ihr noch damals, vor gar nicht so langer Zeit, als in Frankreich, stellvertretend für die gesamte freie Welt, der Schulterschluss geübt wurde, wegen Recht auf freier Meinungsänderung, Toleranz, Transparenz, gemeinsamer Widerstand gegen die Unterdrückung Radikaler und so weiter? Ich meine natürlich Charlie Hebdo.
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-06/breaking-the-silence-ausstellung-koeln-israel
    Was glaubt ihr, wie viele Polit-Bonzen Arm in Arm durch Köln latschen werden, um für die westlichen Werte in diesem Falle zu kämpfen??

  • Petrovski

    Hintergrund hat letzte Woche einen Artikel zur „Neuordnung“ gebracht. Gerade weil hier in den letzten Tagen doch der Vorstoß der Kurden beklatscht wurde, sollte man bedenken, dass dies wohl Teil des Plans der „Fragmentierung“ ist.

    http://www.hintergrund.de/201506113563/globales/kriege/zerfall-und-neuordnung-im-nahen-osten.html

    Denke ich dabei zurück an den Anfang des Jahres, als massiv für die Bewaffnung der YPG vor allem in „linken“ Kreisen geworben wurde, wird´s mir nur noch schlecht, wie sich diese Leute haben einlullen lassen. Oder aber staatliche Strukturen haben tatsächlich massiven Einfluss, wie auch damals beim NSU und dessen Umfeld.

  • kaumi
  • Achillus

    Der Qalamoun, er ist fast frei.
    Uns haben Karten erreicht, die nurnoch ein klitzekleines ISIS Gebiet im Qalamoun zeigen. Auch das wird bald bereinigt sein, denn die Truppen der Hisbollah rücken mit erstaunlicher Geschwindigkeit und Präzision vor. Sie kämpfen sehr professionell, z.B. Mit Drohnen im Verbund mit Mörserangriffen.

    Jetzt haben auch vermerht Drusen zu den Waffen gegriffen. Ihre Anzahl beträgt in Syrien ca 700.000. Ein Gegner, den man nicht unbedingt zum Feind haben will, trotzdem ließen sich viele Drusen für die Armee oder Verteidigungsstaffeln rekrutieren, es wurden schon Angriffe auf den Südlichen Militärflugplatz durch SAA und Drusen abgewehrt.

    An Damaskus und Lattakia trauen sich die mordernden Rebellen nicht ran.

  • kaumi

    Ist ja nichts neues, Einzelberichte wurden ja immer wieder hier reingestellt. Hier jetzt mal der offizielle UN-Bericht über aktive Allianz IDF/syrische „Rebellen“ (sprich Al Nusra) in den besetzten Golanhöhen…http://eraclito450.blogspot.de/2015/06/reports-of-secretary-general-on-undof.html

    • kaumi

      Noch mehr davon – „klingt wie Scherz“:
      „Es klingt wie ein schlechter Scherz, als am letzten Montag der Richter in London verkündet, dass das Verfahren gegen den schwedischen Staatsbürger Bherlin Gildo eingestellt werden wird. Ihm wurde vorgeworfen, an terroristischen Aktivitäten in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Doch im Verlauf des Prozesses führte die Verteidigung an, dass der britische Geheimdienst MI6 dieselbe Terror-Gruppe in Syrien bewaffnet hatte, der auch Gildo angehörte, um Assad zu stürzen. Zur Anklage kam es unter anderem weil diese Gruppe schon damals Verbindungen zum IS aufweiste. Die Argumentation der Verteidigung war einfach: „Was der Britischen Regierung erlaubt ist, darf einem Staatsbürger nicht verwehrt bleiben“. Die Staatsanwaltschaft, prüfte die Unterlagen gründlich und reagierte unverzüglich auf die Enthüllung: Die Anklage wurde in allen Punkten fallen gelassen.[1][2]“ Quelle The Guardian

  • Achillus

    Ich habe einen Kommentar in einer Syriengruppe hinterlassen. Der ist natürlich etwas ‚Jung‘ geschrieben, etwas propagandistisch. Ich bitte es zu verzeiehen; Jedoch ist der Lageüberblick klar und faktisch dargelegt. Ich kopiere es einfach mal rein!

    “ Nach Idlib hat die halbe Welt geschrieben, dass Assad wankt, wie noch nie: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.syrien-das-assad-regime-wankt-wie-nie-zuvor.6ef25c4f-c027-49e2-a3ee-b04bb5bfcacc.html

    Wichtig ist jetzt eine klare Analyse was danach passiert ist: Die Rebellen haben sich bis nach Lattakia und Damaskus nicht rangetraut, obwohl es die nächsten Ziele waren.

    In Deir Ez Zor hat die ISIS darauf einen Angriff gestartet, der etwas Gebietsgewinn erzielt hat. Jedoch wurden die Angriffe abgeschlagen und die Gebiete wieder zurückerobert worden sind.

    Doch jetzt das wichtigste (1) In den letzten Juni Wochen 26-30. Juni gab es einen Großangriff der Rebellen auf #Daraa

    Die wichtigsten Quellen (Auch Opposition) meldeten hohe Verluste bei dem Angriff auf Daraa: MIT sehr geringen Gebietsgewinn. Das war der Preis nicht wert. Der Gebietsgewinn ist wirklich minimal und eigentlich nicht der Rede wert. Ich schreibe es hier nur zur Info.

    Dann eine Offensive auf Westaleppo (Hab ich übrigens mal prophezeit (2): Die Offensive traf auf einen gut vorbereiteten Gegner und auch hier gab es minimale Geländegewinne. Der größte Geländegewinn ist 1 Gebäude… Die Verluste der Rebellen waren horrornd und in Twitter hat es nicht aufgehört, Bilder von Toten Rebellen zu sehen. Es gab auch einige Gefangene.

    Nun ist eine Gegenoffensive geplant um das Gebäude wieder einzunehmen da man in Aleppo keinen Meter mehr preisgeben will. (3)

    Das war noch nicht ALLES. Die Hisbollah und die Syrische Armee greifen gemeinsam Zabadani an, welches am Qalamoun liegt in Richtung Damaskus. Es war eine der bestausgestattetsten Rebellenhochburgen: Und doch fallen ihre Linien schon nach 36 Stunden Kampf. Die Hisbollah und Syrische Armee befinden sich schon nach relativ kurzer Zeit im Stadtzentrum. (4)

    Man sollte noch erwähnen, dass die Syrische Armee gerade in Hasakah gemeinsam mit Zotoro, NDF & Co eine Offensive startet (5)

    P.S: (6) Es gab gestern eine Offensive der Rebellen in Jobar: Auch hier traf der Gegner auf gut vorbereitete Soldaten. Und so schnell die Offensive begann, so schnell endete sie auch unter großen Verlusten im Stadtkampf.

    Wo sind also Manpower Probleme?

    6: http://www.almasdarnews.com/article/joint-islamist-offensive-inside-jobar-fails/

    5: http://www.almasdarnews.com/article/syrian-army-to-begin-major-military-operation-in-al-hasakah/

    4: http://www.almasdarnews.com/article/rebels-collapse-as-syrian-army-hezbollah-storm-zabadani/

    3: https://twitter.com/leithfadel

    2: http://www.almasdarnews.com/article/ansar-al-shariah-offensive-in-aleppo-proves-unsuccessful/

    1: http://t.co/KtLlfk4LLc