Tal Abyad

tal-abyadDie gestrige Niederlage des IS in Tal Abyad wird zwar von den Medien als großer Sieg gehandelt, sieht aber bei näherer Betrachtung nicht danach aus, als wären das die ersten Anzeichen einer endlich greifenden und weiterhin erfolgversprechenden Strategie gegen die Islamisten. Der IS hat zwischen 50 und 70 Tausend Mann unter Waffen und operiert auf seinem sehr großen Territorium an praktisch vier Fronten gleichzeitig – gegen Damaskus, gegen Bagdad, gegen die Kurden und gegen die Islamistenkollegen von der Al-Nusra-Front bzw. der sogenannten „syrischen Opposition“, vor allem nahe Aleppo. Es ist deswegen kaum verwunderlich, dass der Angriff der Kurden auf Tal Abyad nicht zurückgeschlagen werden konnte. Ganz ähnlich lief es vor einer Weile im irakischen Tikrit, wo irakische Einheiten und schiitische Freiwilligenverbände erst eine sechs- bis siebenfache Übermacht aufbauten und die IS/Daesh-Verbände aus der Stadt herauspressten. Aber viel weiter ging es dann eben nicht.

An sich ist Tal Abyad für den „Islamischen Staat“ ein recht bedeutender Ort gewesen. Er fungierte als Tor von und in die Türkei, durch das ein guter Teil des vom IS geraubten Erdöls verschachert wurde, in entgegengesetzter Richtung gingen Waffen und Kämpfer. Es ist klar, dass ein solcher Grenzverkehr und das faktische Terrorsponsoring nicht ohne das Wissen & Zutun der türkischen Regierung (wenigstens aber gewisser bedeutender und einflußreicher Kreise in der Türkei) vonstatten gehen konnte, aber das bedeutet andererseits auch wieder, dass der IS den Verlust dieses „Tors“ an jeder beliebigen anderen Stelle der syrisch-türkischen Grenze wird kompensieren können; mag es auch weniger bequem sein als in Tal Abyad, die Tanklaster sind doch keine Pipeline, die, einmal verlegt, zu einer Lebensader wird, welche es zu verteidigen und zu halten gilt.

Interessanter ist deswegen die Frage, ob die Kurden nach Tal Abyad ihre Dynamik beibehalten und weiter gegen den „Islamischen Staat“ vorrücken. Es gibt gewisse Zweifel daran, dass sie das tun.

Denn sollte es weiter nach Süden gehen, dann kämen die Kurden recht schnell an die „Hauptstadt“ des „Islamischen Staates“, nach Ar-Raqqah. Es ist zwar nicht anzunehmen, dass der IS (für den amorphe Netzwerkstrukturen typisch sind) sich an irgendwelche Städte oder Punkte auf der Landkarte klammert und massiv Leute aus anderen Richtungen abzieht, um diese zu halten, aber die Kurden stehen vor einem weiteren Problem als nur dem militärischen Widerstand des IS.

Zemanta Related Posts ThumbnailEs gab schon vor ein paar Tagen Meldungen darüber, dass die Kurden in den von ihnen befreiten Gebieten zu nichts anderem als ethnischen Säuberungen der Zivilbevölkerung übergehen. Das betrifft die ansässigen Araber und Turkmenen. Die Kurden selbst bestreiten das auch gar nicht, erklären die massenhafte Umsiedlung dieser Leute aber mit der Notwendigkeit, sie außerhalb der umkämpften Gebiete zu bringen. De facto sagen Kurden und Vertriebene ein und dasselbe, nur ist die Motivation der beiden Parteien entgegengesetzt: „ethnische Säuberungen“ versus „Umsiedlung aus Sicherheitsgründen“; letzteres wird dadurch untermauert, dass die YPG in Tal Abyad mit irgendwelchen versprengten (bzw. aus der Türkei kommenden) Einheiten der offensichtlich nichtkurdischen FSA gemeinsame Sache machte. Für die Vertriebenen macht das im Endeffekt keinen Unterschied, zumal man als sicher annehmen kann, dass die bewaffneten Kurdenverbände diese Vertreibungen wohl schwerlich nur mit einem Augenaufschlag und flehentlichen Bitten in Gang setzt. für die Araber und Turkmenen ist es deswegen kaum zu unterscheiden, ob denn die Vertreibung jetzt aus Sicherheitsgründen oder aus Gründen einer „ethnischen Säuberung“ passiert.

Was aber, kurz gesagt, bedeutet, dass es die YPG allein durch diese – wie auch immer motivierte – Politik künftig nicht nur mit dem Widerstand des IS, sondern auch mit dem Widerstand der „normalen“ Bevölkerung zu tun bekommt. Ein weiteres Vorrücken ist damit vorhersehbar wesentlich schwieriger, da es sich in vielen kleinen Scharmützeln aufzulösen droht.

Es ist am wahrscheinlichsten, dass die Kurden sich in Tal Abyad verschanzen werden und maximal noch für eine gewisse „Sicherheitszone“ sorgen. Die Chancen, sich dort nachhaltig zu befestigen, stehen momentan recht gut; der „Islamische Staat“ hat derzeit in diesem Bereich keine Ressourcen, um eine großangelegte Gegenoffensive zu starten.

Freilich muss das Erdöl auch weiterhin über die türkische Grenze verkauft werden, solange es noch keinen direkten Zugang zum Mittelmeer gibt. Die aus vormaligen Saddam-Offizieren bestehende Militärführung des IS hat in der Vergangenheit schon einige Male unter Beweis gestellt, dass sie zu recht originellen und unerwarteten Manövern in der Lage ist. Wenn das „Tor in die Türkei“ zurückgeholt werden soll, so wird es entspechende Versuche schon in relativ kurzer Zeit geben, bevor die Kurden sich dort allzu tief eingraben können.

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  • kaumi

    Die Entwicklung um Tal Abjad, die in der Weltöffentlichkeit mehr oder weniger sekundär wahrgenommen wird, sollte m.E. stringenter interpretiert werden.
    Die Kurden Syriens sind dabei, sich einen Kurdenstaat zusammenzuschustern !
    Wenn sie geographisch eine sinnvolle, zusammenhängende Fläche beisammen haben, dann sollte uns nicht überraschen, wenn sie einen Kurdenstaat ausrufen.
    An Syriens Souveränität wird inzwischen an jeder Ecke gezerrt und gezogen. Leider. Aber das ist dem historischen Ereignis geschuldet.
    P.s.: Dass die Türkei genau diese Entwicklung vermeiden wollte und nun die Scherben ihrer auswärtigen Politik zusammenkehren muss, ist immerhin eine Art von Trost.

    • Dike

      Ein kurdischer Staat auf ehemaligem syrischem Territorium wird sich kaum halten können ohne die irakischen Kurden. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Irak und Iran sind sich einig, dass die Amerikaner die Einheit des Irak zerstören wollen und sie werden das nicht zulassen. Im Zusammenhang mit Tel Abyad ist mein Eindruck eher, dass die Kurden dies nicht überraschenderweise allein geschafft haben, sondern eher, dass dies zugelassen wurde, um eben einen kurdischen Staat zu ermöglichen. Anders kann ich mir nicht erklären, wie die Kurden diese Übermacht des IS, die die syrische Armee überrollt hat (und die ist bei weitem besser ausgerüstet als die Kurden) besiegt haben. Offensichtlich will die Türkei ihr „Kurdenproblem“ nach Syrien verlagern. So wie Israel das „Palästinenserproblem“ nach Jordanien verlagern möchte. Die Kurden werden Wachs in den Händen des Westens sein und vor Freude und Glück über einen eigenen Staat alles tun, was man von ihnen verlangt. So sehr ich den Kurden ein eigenes Staatsgebiet gönnen würde, es wird zum Schaden aller Nachbarn werden. Gerecht wäre weitgehende Autonomie für die Kurden in der Türkei, Syrien und im Irak, zumal sich die meisten Kurden immer noch als Bürger dieser Staaten sehen.

      • kaumi

        Dike, die „Akte Kurdistan“ ist eine sehr difficile Angelegenheit. Sehr komplex und multinational direkt bedeutsam.
        Wir haben ein Volk, welches politisch streng in zwei Lagern geteilt ist. Die jeweiligen Alliierten sind sich jeweils spinnefeind. Was den Einen im Irak seit Jahren zugebilligt wird, wird den Anderen kategorisch verwehrt. Der Irak hat doch im Grunde faktisch seinen Nordwesten bereits verloren. So könnte es mit Syriens Norden ebenfalls kommen, oder glaubst du, dass, in einem Kurdenstaat jedweder Couleur, jemals wieder die syrische Fahne wehen würde?
        Der Westen muss selbstredend die Kröte PKK schlucken, um diese Entwicklung zu gewährleisten. Was als gemeinsamer Nenner mit Barzanis Fraktion als Katalysator wirken könnte, wäre, und das hast du schon korrekt herausgestellt, die Affinität gen Westen, inklusive einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Israel. Das ist ein Pfund, mit dem die Kurden (alle!) wuchern können. Daher schließe ich nichts aus. Und wahrscheinlicher als ein einheitlicher Kurdenstaat sind für mich kurzfristig zunächst zwei Kurdenstaaten/Autonomien.

  • S. Matt (triangolum)

    Der IS ist eine schwere Bedrohung. Bedeutet das Staat oder Rivalität hinten an steht bis das Problem IS beseitigt wurde.

    Wir konnten die letzten Wochen sehen wie gezielt die Kurden vorgingen. Auch im Irak.
    Das die Verbindung zur Türkei nun der IS verloren geht ist keine Kleinigkeit. Allerdings fehlt dazu noch etwas. Der Teil nördlich von Aleppo.

    Wenn Syrien und der Iran ein Abkommen mit den Kurden getroffen hat könnte dies dem IS den Gar ausmachen. Und die Indizien sprechen deutlich für sich.

    Wird die Verbindung zur Türkei völlig gekappt wird es für den IS äußerst schwer werden. Deshalb wird sich die kommenden Tage zeigen ob die Kurden alleine handeln oder gemeinsam mit dem Irak und Syrien zusammen.

  • Jones Bones

    1. Türkei:
    Der Grenzhandel mit dem IS hat derart große und offensichtliche Ausmaße, dass sich da schon nicht mehr die Frage stellt, ob da die ganze, oder nur Teile der türkischen Staatsstruktur da involviert sind.
    Ausführen tun dies natürlich nur jene Teile, die zuständig sind, aber die Offensichtlichkeit macht es unmöglich zu glauben, dass bsw. Erdogan davon nicht wüsste.
    Tell Abyad wurde übrigens VOR der Einnahme durch die Kurden mit Strom aus der Türkei versorgt.

    Tell Abyad war auch höchstwahrscheinlich der wichtigste Grenzpunkt zwischen dem IS und der Türkei, denn von al-Raqqa muss man da nur nach Norden fahren.
    Du hast Recht dass es jetzt immer noch die Möglichkeit gibt, die Kurdengebiete zu umfahren, und zwar höchstwahrscheinlich vorrangig bei Timshin und Jarabulus, die wohl ebenfalls eh schon verwendet wurden, wenn es darum ging, bsw. Gaziantep und die wirtschaftlich potenteren Gegenden im Westen zu erreichen. Für Städte wie Mardin und Diyarbakir bedeutet das halt einen Umweg von 3-4 h, schätze ich.

    2. Für die Kurden bedeutet es, dass sie nach dem IS die zweite Fraktion sind, die unterwegs zur eigenen Staatlichkeit sind. Anders als beim IS wird sie dies aber wahrscheinlich nicht zu Feinden des Westens machen, denn zu zerteilt sind sie in einzelne Fraktionen, und die Idealisten unter ihnen werden dann halt von den Realos dank westlicher Unterstützung erst ausgebootet und dann zertrampelt, es gibt hier reichfaltige Möglichkeit, auf deren innere Belange Einfluss zu nehmen.

    Persönlich vermute ich auch, dass die Kurden auch als Bollwerk gedacht sind gegen eine all zu unabhängige Türkei, genauso wie die Türkei den Islamismus braucht, um den Panarabismus zu überwinden und so große Teile wie möglich des Iraqs und Syriens zu kontrollieren.

    Die ethnischen Vertreibungen sind teils Vergeltung (siehe https://youtu.be/KbsesrAMjTw?t=23m46s ), teilweise eben auch die Konsequenz der Staatlichwerdung.
    Ich glaube nicht, dass die Vertreibungen ein Faktor ist, der einen Vormarsch der Kurden wesentlich aufhalten dürfte, im Gegenteil. Die Kurden werden es wohl auch deshalb tun, um sich eine 5te Kolonne vom Hals zu schaffen.
    Der IS hält noch wesentliche Gebiete westlich von Tell Abyad, und die Kurden werden wohl erst diese noch zurückerobern, und außerdem vielleicht noch einen Anschluss an die Kurdengebiete um Afrin versuchen.

    3. Raqqa
    Einen Vormarsch auf al-Raqqa wird es nicht geben, denn an einer Unterstützung der syrischen Regierung gibt es schlicht kein Interesse.
    Eher würden die Kräfte dafür eingesetzt werden, weiter Richtung Mossul vorzurücken.

    Eine Einnahme Raqqas hätte sehr wohl sehr schwerwiegende Folgen für den IS, nicht zuletzt deshalb, weil es dessen Staatlichkeit untergraben würde, aber auch, weil Nachschub und Versorgungslinien damit durchtrennt werden würden.
    Der IS würde sich da heftig zur Wehr setzen, ein weiterer Grund warum die Kurden dies nicht tun werden.
    Auch geht es darum, den IS vom Iraq weg und gegen die SAA zu drängen.

    Was die Verteidigung von Tell Abyad angeht, so ist davon auszugehen, dass die Verteidigungslinien längst stehen, denn vorher gab es ja einen Ring, wo sicherlich gegen Entsatzungsangriffe Vorkehrungen getroffen wurden.
    Für die IS-Kämpfer führte daher auch der einzige Fluchtweg über die Türkei.

  • bahman shafigh

    Hallo,

    die Nachricht von der Umsiedlung bzw. ethnische Säuberung der Turkmenen und Arabarn ist sehr wichtig. Ich habe nur die Quellen hierzu gefunden, die entweder von den Islamisten sind oder der Türkischen Regierung nahe stehen (wie die hier zitierte Sabah). Könnte jemand hier bitte auch andere Quellen zitieren? Insbesondere die im Artikel erwähnte Stellungnahme der Kurden dazu als “Umsiedlung aus Sicherheitsgründen”, was ja nichts andres wäre als ein Zugestännis.

    Danke

    • Vermutlich handelt es sich dabei um die Interpretation eines Statements von Erdogan, das er (auf dem Rückweg aus Baku) gab und meinte, es komme der Eindruck auf, als gelten die Angriffe der Kurden und die Luftschläge der „Koalition“ den Arabern und Turkmenen, von denen bereits ca. 15.000 vertrieben worden seien, während die Kurden das Vakuum ausfüllten.

      Immerhin sieht sich die YPG genötigt, die Sache vehement zu dementieren. http://www.kurdpress.com/En/NSite/FullStory/News/?Id=10668

      • bahman shafigh

        Danke. Ich habe mittlerwile deutlichere Anzeichen davon gefunden, dass es tatsächlich eine Art Vertreibung gegeben hat oder zumindest viele in YPG (wenn nicht alle) sich darüber freuen, dass sie den Araabern und Turkmenen zuerst mal los sind und evtl. auch in absehbarer Zeit. Hier nun eine Aussage eines Sprechers des YPG , zitiert aus middleeasteye:

        “We assure them that we will insure security and their humanity needs. They can return to their villages and property when security comes back to the region,” YPG spokesperson Redur Xelil said on his Facebook page, asking Tal Abyad civilians to move towards al-Hasakah province.

        Was eine zumindest indirekte Zugeständnis der Vorwürfe gleichkommt. Er macht die Rückkehr der Flüchtlinge von der Sicherheitslage abhängig. Dies kann ja bekanntlich mehrere Jahre dauern und in der Zwischenzeit können ja rein zufällig Kurden in die Häuser der Vertribenen eingezogen sein. Oder?

        hier die Link:

        http://www.middleeasteye.net/news/analysis-can-syrian-kurds-maintain-momentum-after-defeat-tal-abyad-345059446

        • Es kommt langsam auch in die „große“ Presse: https://www.middleeastmonitor.com/articles/middle-east/19356-is-there-systematic-ethnic-cleansing-by-kurds-in-north-east-syria

          Dort sind auch ein paar Quellen verlinkt.

          „There is no cleansing, but calls were sent to civilians living close to war zones to move to safer zones,“ explained Mustafa Ebdi, a Syrian-Kurdish journalist and the managing editor of KobaniKurd.com. He added that it is possible that there are individual cases of violence by Kurdish fighters against the Arabs and Turkmen but insisted that these acts are few and are not systematic.“

        • Maße

          Sie sollten aufhören der türkischen Propaganda zu glauben die haben panische angst davor das die syrischen kurden zu mächtig werden vor zwei Jahren als der isis tall abyad von der ypg erobert hat wurden alle kurden vertrieben wo war da der Aufschrei der Heuchler aus ankara es gibt keine ethischen Säuberungen obwohl die kurden jedes recht dazu haben es ist kurdisches land was während der 1960er arabiesiert wurde

        • bahman shafigh

          Sicher ist die türkische Propaganda aktiv dabei, daraus Kapital zu schlagen. Vielmehr, auch die islamistische Terrorgruppen stehen auf einmal da als Verteidiger der Rechte der Araber und Turkmenen. Wenn du aber meinen ersten Kommentar etwas genauer gelesen hättest, hättest du gesehen, dass ich nach anderen Quellen gefragt habe. Nun beschuldigst du mich, der türkischen Propaganda nachzublabern? Lies nochmal die Zitate sowohl von mir als auch von apxwn. Wir haben nur die kurdischen Stellen zitiert. Sind die nicht richtig? Dann bitte um Klärung.
          Nein, das machst du nicht. Du beschuldigst andere. Dein Problem ist, dass du dies nicht sehen willst. Glaubst du ja wohl, dass die Kurden jedes Recht auf Vertreibung von Arabern und Turkmenen hätten. Dies ist aber keine Frage des Rechts, sondern der Menschenleben. Das Recht auf unversehrtes Leben steht über alle anderen Scheißrechte die nur als Instrument in der Hand der Eliten und Herrschenden dienen, die einfachen Völker gegeneinander aufzuhetzen. Der Nahe Osten braucht eine Völkerübergreifende Lösung, keine Völkische.

        • Maße

          wie du vllt gemerkt hast gibt es keine anderen Quellen ausser von türkischen und islamistischen Medien da ist es Immer angebracht misstrauisch zu sein wenns um die kurden geht …..zu den Zitaten da wird nur gesagt das die Menschen in ihre Heimat zurück können wenn die sicherheitslage wieder hergestellt wird oder würdest du es besser finden wenn die kurden die Menschen als Schutzschilde missbrauchen wie diverse andere Gruppen Zivilisten haben nix auf den Schlachtfeld zu suchen…
          Und wie ich es schon gesagt habe es ist das verdammte recht der kurden ihre gebiete zurück zu erobern und die angesiedelten araber und turkmenen zu vertreiben wenns ihnen passt diesen menschen ist nicht zu trauen bei nächster Gelegenheit werden sie den kurden in den Rücken fallen und mit solchen Menschen sollen sie zusammenleben ..??..
          Und nur zu info in den letzten tagen haben die kurden tausende turkmenen in afrin aufgenommen die aus azaz geflüchtet sind warum werden diese nicht von der Türkei aufgenomm ??

        • bahman shafigh

          Nun, das is es ja. Es sind zwei engegengesetzte Sichweisen. Du meinst: „es ist das verdammte recht der kurden ihre gebiete zurück zu erobern und die angesiedelten araber und turkmenen zu vertreiben wenns ihnen passt diesen menschen ist nicht zu trauen“. Dies ist genau die Logik des Krieges und der Vertreibung. Aus meiner Sicht gibt es für den Nahen Osten nur einen Ausgang der den Menschen in dieser Region Jahrzente lange weiteres Leiden ersparen wird: die Überwindung der künstlich erzeugten Identitätsgrenzen wie Nationalität oder Religionszugehörigkeit und das Streben nach einem freien sozialistischen Nahen Osten. Jeder Versuch einen neuen Nationalstaat aufzubauen, ist ein reaktionärer Akt.
          Das sind zwei entgegengesetzte Sichweisen, nicht wahr? So verwundert es nicht, wenn auch die Fakten anders gelesen werden.

  • Heute, 22. Juni 2015:

    – Die Militärbasis der 93. Brigade der SAA nahe Ain Issa (zwischen Tal Abyad und Ar-Raqqah gelegen) fällt an… nein, nicht an die Kurden, sondern an die „FSA“

    – Die syrische Armee festigt sich um Palmyra und in/um Deir ez-Zor.

    • kaumi

      …und im besetzten Golan haben Drusen zwei israelische Krankentransporte gestoppt, die zwei verletzte „Rebellen“ auf dem Weg zur medizinischen Versorgung nach Israel bringen wollten. Es gab ein Keilerei mit begleitenden IDF-Soldaten, bei der drei Soldaten verletzt wurden, ein „Rebell“ getötet und der andere schwer verletzt wurde.
      Sind die Drusen jetzt Terroristen?

      • Maße
      • Jowi

        Interessant ist bei dieser Drusen-Geschichte auch ein Artikel der Propaganda-Seite des israelischen Geheimdienstes: http://www.debka.com/article/24687/ .
        „The Druze demand for Israel to abandon the Nusra Front is tantamount to
        its repudiating the Syrian rebel cause at large. For the IDF this is a
        non-option: Ditching its under-the-radar links with certain Syrian rebel
        groups is the recipe for ending the relative calm on its Golan border
        with Syria. And withdrawing from its cooperation with the
        US-Saudi-Jordanian backed rebel force would endanger their effort to
        capture southern Syria, in the same way as comparable forces attained
        control of most of the north.“

    • Maße

      Nach mein Informationen ist ain issa von der ypg und der fsa einheit burkan aal firat fast vollständig umzingelt und die liwa 93 wurde von diesen Einheiten eingenommen welche fsa meinst du ??

    • S. Matt (triangolum)

      Welche doch seit 6 Monaten dort schon nicht mehr war. Oder meinst du du deren leeren Gebäude?

      • Sicher, oder was auch immer die Takfiris inzwischen daraus und darin gemacht haben.

  • habkind

    Vielleicht möchte der ein oder andere den Aufruf zur Beendigung des Embargos

    gegen Syrien ebenfalls unterstützen.

    http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/?p=1048

    DAS AUSHUNGERN DES SYRISCHEN VOLKES MUSS BEENDET WERDEN!
    Vor vier Jahren verhängten die „Freunde Syriens“, die EU, USA und die
    Golfmonarchien, ein Embargo gegen Syrien: seine Auslandsguthaben wurden
    eingefroren, Importe aus Syrien verboten.

    Dem Land sollte jede Einkommensquelle genommen werden. Ebenfalls
    verboten wurden Exporte von Treibstoff, Erdöl, Technik und Ausrüstung
    nach Syrien, um die Wirtschaft dieses Landes lahmzulegen und seine
    Regierung zum Fall zu bringen.
    …..

  • kaumi

    +++ Kurzes Update +++
    — In Ain Al Arab (Kobane) richtete der IS gestern und heute mehr als 20 Kurden hin. Der neuerliche Angriff geschieht nicht durch sich in Syrien befindliche Terrorkräfte sondern durch frisch aus der Türkei eingesickerte Orks.
    — In Al Hassaka erwährt sich die SAA einer fulminanten Offensive. Bis jetzt ohne Gebietsverluste
    — In Daraa geht es auch hoch her. Hier scheiterte eine groß angelegte Offensive der Islamisten.

    • S. Matt (triangolum)

      Als ich das im Video Text lass dachte ich mir… die können nur aus der Türkei kommen. Nur stand davon natürlich nichts im Text. Einfach grotest was die Türkei hier abzieht. Und wir decken das auch noch mit der Bundeswehr.

      Trotzdem fühlen die Kurden Richtung al- Raqqa weiter vor

      • S. Matt (triangolum)

        Die Türkei wird kurzerhand als IS in Kobane tätig.

        http://www.jungewelt.de/2015/06-26/048.php

        Nicht nur war zu erwarten das dem IS und der Türkei der Vormarsch der Kurden nicht gefällt und ich nahm vor drei Wochen an das die „Koalition“ mal „Aus Versehen“ falsch abwirft aber das die Türkei nun für die IS eingreift ist mehr als das.

        Die IS einsickern lassen war anzunehmen bei den ersten Berichten jedoch so wie es jetzt sich darstellt war es eine türkische Operation und damit eine ganz neue Qualität.

        Und es wird nur der Anfang sein. Das Abschneiden der Nachschubrute von IS führt dazu das die Türkei ihre Maske fallen lassen muss.

        Da fehlt nicht mehr viel bis es richtig knallt. Die ganze Region gleicht mehr denn je einem Szenario wie vor dem 1.Weltkrieg.

        • kaumi

          Mal schauen, wie dieses Spiel jetzt weitergeht
          http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/06/514295/erdogan-fordert-von-militaers-einmarsch-in-syrien/
          Der oberste Islamofaschist will, die Militärköpfe (noch) nicht – entweder es wird einmarschiert, dann spitzt sich die Lage im Nahen Osten richtig zu, oder es wird nicht einmarschiert, dann spitzt sich die Lage innerhalb der Türkei richtig zu…

        • Jowi

          ErdoWahnSinn und wir sind Komplizen. Ich habe mal wieder naiv an die Bundeswehr geschrieben: http://casa-democracia.de/deckt-die-bundeswehr-auch-einen-angriffskrieg-der-tuerkei/

          Wenn ich eine Antwort bekomme, deren Inhalt sicher keine Überraschung sein wird, werde ich die dort ebenfalls veröffentlichen.

        • kaumi

          „… den IS schwächen“… was hat der Tagesspiegel an diesem Spiel eigentlich nicht verstanden? Oder hat er es verstanden und spielt mit ;-)

        • jowi

          Im Zweifel spielt der Tagesspiegel eher das Täuschungsspiel mit.
          Auch beim Ukraine-Konflikt fiel mir das Medium bislang immer mit transatlantischer Linientreue auf. Moskau böse, Kiew gut.

          Bei diesem von apxwn zitierten Artikel ist die Wahrheit immerhin als Link hinter dem Satz „Zum einen will Ankara den Islamischen Staat schwächen und damit die westlichen Partner beruhigen“ versteckt. Aus dem damit verlinkten Artikel geht dann klar hervor, dass ErdoWahn vor allem eines verhindern will: einen kurdischen Staat und das mit allen Mitteln.
          Wenn es Spitz auf Knopf kommt, wird man aber dem deutschen Dumm-Michel erklären, die Türkei würde im Interesse unserer Sicherheit intervenieren, um dem Islamischen Staat und seinen bärtigen Halsabschneidern den Nachschub abzuschneiden.
          Ich könnte mir sogar mittlerweile vorstellen, dass unsere Bundeswehr ErdoWahns militärisches Abenteuer auf syrischem Staatsgebiet mit den Patriots deckt und gleichzeitig den Kurden weitere G36s geliefert werden.
          Denn das vorrangige zynische NATO-Ziel scheint mir zu sein, dass sich die zu geburtenfreudigen Bevölkerungsgruppen in diesem Winkel der Welt gegenseitig massakrieren.

        • Erstmal haben ihn seine (noch nicht zu Ende wegskandalisierten) Generäle ausgebremst (wobei ich das nur bei DTN und DWN sah). In den übrigen Publikationen liest sich das so:

          „After meeting June 29, Turkey’s National Security Council released a general statement that gave no indication of imminent cross-border action to deal with security threats posed by the conflict in Syria.“ (via Stratfor)

        • kaumi

          Hätte ich nicht gedacht, dass so schnell Fahrt in die Sache kommt:
          http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/06/514368/mit-18-000-soldaten-tuerkei-marschiert-in-syrien-ein/ll
          Jetzt bekommt Erdogans schwadronieren von einem „neuen Sykes-Picot“ eine ganz andere Gewichtung…

    • Achillus

      Dieser Angriff der Islamisten hat ihnen unzählige Verluste gekostet, der Angriff auf Daraa wurde vollständig abgewehrt unter geringem Geländeverlust für die Syrische Armee! Das meldeten sogar Oppositionsquellen.

  • ISKANDER

    Ich glaube vor drei Wochen – wurde hier von großen Hilfseinsätzen durch den Iran und die Mahdiarmee (Irak) + russ. Waffenlieferungen gesprochen.
    In Kürze werde am Boden eine Wirkung zu sehen sein.
    Wo bitte – ist nun diese „Wirkung“?
    Am 09. Juni tönte „Politaia“ – oder besser – Gordon Duff und Nahed al Husaini,
    im Artikel: „Die Scharmützel sind vorbei – der Krieg beginnt“ vom ultimativen Roll Back in Idlib usw.
    Leute und Mitfühler, ich kann euch nur warnen in der Stunde des Niederganges nicht in Realitätsleugnung a la Führer und Co zu verfallen.
    Nichts, rein gar nichts hat sich bewegt seither. Nichts messbares.
    Im Gegenteil.
    Und es ist auch keine Schande für die SAA, sie tut was sie kann aber offensichtlich ist im Lande doch kein so geringes Potential für die FSA/ISIS/IS. Oder wie bitte, erklärt man, das die aus Homs herausgedrückten Terroristen alsbald erfolgreich und reihenweise Städte + Dörfer im Umland besetzten und halten – trotz Nachschubisolation? Wie geht das bitte????
    Was machen erneut Banden in Al – Qusayr/Hisyah?
    Sind wir doch strategisch klar. Der Krieg ist verloren, die SAA ausgeblutet – es sei denn – die Führung ändert ihre unhaltbare Großsyrienstrategie und zieht sich auf die Kerngebiete zurück. Und noch was: Soldaten die 4 Jahre in Quamishli oder Sabburah (Hama) ausharren und letztendlich doch geköpft werden hinterlassen wütende Mütter und Frauen, Kinder und Clans.
    Was soll dieser Wahnsinn?
    Wer noch immer nicht versteht, der möge eintauchen in das überlieferte Wissen.
    Das Tier aus dem Meer und das Tier vom Land – recherieren und analysieren.
    Jegliches Hoffen auf Russland und Iran und die BRICS Geldsäcke ist vergeblich.
    Syrien möge sich auf Franz Werfels Werk „Die 40 Tage des Musa Dagh“einschießen und dabei den darin enthaltenen Spieler Kleinfrankreich mit seiner scheinheiligen Rettung ganz ausschließen.
    Hundert Jahre ist`s her, das Drama am Musa Dagh. Hundert Jahre später: alles wieder da nur wesentlich brachialer.

    • Reisender

      Die Vielschichtigkeit des Konflikts lassen kaum akzeptable Lösungen zu. Die Akteure haben ja auch völlig verschiedene Ziele. Von jenen Akteuren, welche „nur“ in ihren eigenen Dörfern ihre eigene Sicherheitsapparat haben möchten und eine Teilautonomie bis zu jenen, welchen allen Menschen ihr Lebensmodell aufzwingen wollen. Dritte Akteure wollen sich selbst nur an die Fresströge setzten und sind bereit, ihr Land zum NATO-Partner zu machen und den Weltkonzernen neue Absatzmärkte und Rohstoffquellen wie billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Würden sich aber auch von China kaufen lassen, falls China mehr bezahlen würde.

      Die Frage stellt sich doch, was die Kerngebiete sein soll? Der Punkt wäre ja doch eher jener, dass die Regionen aufgefordert werden sollten, jeweils eigene Strukturen aufzubauen und der Staat Syrien sich dann einfach selbst auflöst. Syrien seine mobile Infrastruktur (Panzer, Hubschrauber, Polizeiautos) dann an jene Regionen verteilt, welche Verfassungen ausgearbeitet haben, die pluralistisch, demokratisch sind und soziale Standards beinhalten. Letztere Regionen können ja dann zusammen arbeiten.

      Doch auch bei diesem Szenario stellt sich die Frage, wie jene Soldaten, welche irgend wo eingeschlossen sind, raus geholt werden. Sie mit Hubschraubern zu evakuieren ist häufig nicht möglich, da die Gebiete zu klein sind, die Hubschrauber in feindliches Luftabwehrfeuer kommen. Bleibt dann nur der koordinierte Ausbruchversuch.

      Ob dann dieses Kerngebiet dann in Frieden leben kann muss leider jedoch stark angezweifelt werden.

      Ein geordneter Rückzug auf eine vorbereitete Linie ist aber auf jeden Fall besser als überrollt zu werden bzw. wieder kleine Gruppen eingekesselt werden. Hier Haltebefehle zu erteilen, ohne zeitnah in der Gegend selbst wieder in die Offensive zu gehen ist gegenüber seine Soldaten verbrecherisch.

    • Lomor

      Ich kann Ihre Verbitterung nachvollziehen, Krieg ist entsetzlich und zehrend. Bei aller Empathie, die syrische Führung benötigt einen kühlen Kopf und sollte sich alle Optionen so lange wie möglich offen halten. In einem Krieg in der Größe über mehrere Staaten hinweg werden viele Schlachten und Wendungen ausgefochten. Fallen Sie nicht zu schnell vom Glauben ab.
      Die Situation um Hisyah sind Synergieeffekte aus der Qalamoun Offensive, es sind verzweifelte Versuche die Truppen von Hisbollah und SAA abzulenken und neue Rückzugsräume zu schaffen. Das Grenzgebiet westlich von Qara bis hoch zum Grenzübergang Jawsiyah war bisher nicht bereinigt. Ich gehe davon aus das sich diese Problemzone bis Ende des Sommers erledigt.
      Ansonsten ist die Lage nicht rosig und Armee + Milizen am Anschlag. Das bedeutet das größräumige Offensiven derzeit nicht möglich sind und das Hauptaugenmerk auf erbitterte Rückzugsgefechte und strategische Verteidigung ausgerichtet ist. Die kürzliche Aufstockung der Hilfen aus Iran und Russland haben immerhin dafür gesorgt das eine weitere schnelle Erodierung an der Nordfront im Südwesten der Region Idlib verhindert und die Gesamtlage dort vorerst stabilisiert werden konnte.
      Die Feinde sind übermächtig. Verloren ist der Krieg noch nicht. Die Türkei wird unruhig wegen der Kurden. Sollten sie den Fehler begehen und einmarschieren, könnte sich das Blatt wenden. Von dem Ziel der Errichtung eines Kurdenstaates in Teilen von Syrien und Irak wird der Westen nicht abrücken, im Gegenteil. Und auch in Saudi-Arabien gärt es. Die vielversprechendste Front liegt im Irak aus den gesicherten schiitischen Regionen heraus.
      Damaskus muss ausharren, der „Winter“ dauert nicht ewig.

  • urkeramik

    Gibt es hierzu:
    http://www.politaia.org/kriege/syrien-israelischer-general-bei-luftangriff-getoetet/

    irgendeine Verifikation oder Falsifikation?

    • S. Matt (triangolum)

      Angenommen solch ein Stab geht nach Syrien so decke ich diesen mit Aufklärung. Wenn Syrische Jets Aufsteigen erfasse ich diese, verfolge Kurs und mögliches Ziel. Allein schon die Richtung zu meinem Passagier leitet dessen Abbruch ein und er verduftet.

      Kann mir kaum Vorstellen das die IDF die syrische Luftwaffe nicht zumindest mit BVR am nähern hindern würde.

    • Spion Stirlitz

      Lieber Urkeramik, danke für den sehr interessanten Artikel.
      Die Verifikation bzw. Quelle ist unter dem Artikel gesetzt. Je nachdem für wie glaubwürdig man Veteranstoday hält ist es eben die Bestätigung. Meines Wissens nach eine durchaus glaubwürdige Quelle. Also offenbar eine sehr schöne Nachricht :) bei der es genau die richtigen erwischt hat.

      Original Link auf die sich politaia org. bezog:
      http://www.veteranstoday.com/2015/07/01/exclusive-israeli-general-chechnyans-killed-in-syrian-air-strike/
      Gruß vom Spion Stirlitz

  • kaumi

    Im Moment zeigt sich die Lage auf dem syrischen Boden wieder extrem unübersichtlich und schwer zu interpretieren – was nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein muss.
    Während die türkischen Einheiten im Norden ihren Marsch Richtung syrische Grenze unbeirrt fortsetzen, greift die SAA/Hizbullah-Allianz im großen Stil Sabadani an (südl. Rif Damaskus), eine Region, die seit Jahren von den Islamisten gehalten wird. Dort scheint es ans Eingemachte zu gehen, soll heißen, dieser Flecken soll endgültig gesäubert werden.
    In Hassaka fliegt die Luftwaffe Angriff um Angriff und in Halab (Aleppo) wiederum, versuchen die Orks íhrerseits, die von der SAA gehaltenen Viertel anzugreifen (dieses Manöver ist wohl direkt mit der Bewegung des türkischen Militärs zu erklären). Mir ist nicht bekannt, dass die SAA ihre Einheiten im Norden verstärken würde, ergo scheinen sie einen eindeutigen Schwerpunkt im Süden gesetzt zu haben. Nervosität hinsichtlich der Bewegung der Osmanen kaschieren sie ebenfalls sehr gut. Vielleicht ist es aber auch wirklich ihre derzeitige Gemütslage. warum auch immer…

    • Jones Bones

      Als vielleicht einziges positives Signal scheint die NDF so langsam zu einer kampffähigen Organisation heranzuwachsen, hat einzelne kleinere Angriffe mittlerweile auch selbst schon durchführen können und ist besser darin geworden, feindliche Angriffe abzuwehren.
      Aber das sagt auch viel Schlimmes über den Zustand der zunehmend ausgelaugten syrischen Armee aus.

      Hasakah ist faktisch verloren, denn die Kurden versuchen da jegliche IS-Offensiven auszuschlachten, haben früher vom NDF gehaltenes Territorium, das kurzzeitig vom IS gehalten wurde, in Gegenangriffen annektiert, ehe der NDF dies selber tun könnte, es gab auch Zusammenstöße mit dem NDF, die sich dadurch erklären lassen, dass der NDF zumeist aus Arabern besteht, die Kurden aber führen ethnische Säuberungen durch, und beispielsweise ein Krankenhaus haben die Kurden auch in einem direkten Angriff auf die Syrer erobert. Die Syrer werden sich da auf lange Sicht nicht halten können.

      Zabadani ist, salopp gesagt, einfach ein Kaff, das man angreift, weil andere Fronten festgefahren sind. Es ist das letzte größere Nusra-Nest im Qalamoun, und liegt in der Nähe der Straße Richtung Beyrut. Aber damit hat es sich dann auch schon.

      Aleppo: Die Rebellenoffensive hat bisher nix gebracht. Die Syrer zeigen sich auch immerhin zu Gegenangriffen fähig und haben die meisten wichtigen Gebäude zurückerobert. Das Wissenschaftliche Forschungsinstitut im Westen leider ausgenommen. Aber alles in allem scheint es da so schlimm nicht zu sein.

      • kaumi

        ;-)
        Sabadani ist also „einfach ein Kaff“?
        Grundsätzlich und im Original ist Sabadani eine wunderschöne Urlaubsgegend und ein erfrischendes Naherholungsgebiet. Ich war in heißen Sommermonaten immer gern dort. Weiter: die strategische Bedeutung dieses Fleckens ist immens. Nicht umsonst verbarrikadierten sich die Deppen seit 2012 dort so vehement. Und, vor allem, nicht zu vergessen, wer dort das Sagen hat: Unser Freund Allousch!
        Jones, ich versichere dir, dass dieser Angriff nicht geschieht, weil die Jungs sonst nicht wissen, was sie denn tun sollten. Dieser Säuberung war m.E. überfällig. Es war seit Jahren wie ein Dorn in der westlichen Südflanke meines Landes. Im Rahmen der Konsolidierungstendenz des „Kerngebietes“ eine wesentliche und strategisch wichtige Aktion. Hoffentlich bleiben die Jungs nicht stecken.
        In Sachen Aleppo: D`accord
        Hassaka: hier würde ich noch keinen Abgesang einläuten.

        • Enis

          hallo Freunde,
          leider hat das persönliche Leid wieder ein Streich gespielt…
          Aber die Lage in Syrien kann ich eifach nicht aus den Augen verlieren! Ihr habt schon vieles erfasst was an den Fronten Sache ist.. Dass die SAA endlich Angriffe abwehren konnte, gab auch mir persönlich viel Kraft.. Wollte nur beifügen, dass in Hasakah die (politische) Lage nicht so eindeutig ist. Man hört aus kurdischen Kreisen, dass der Verteidigungsminister Freij persönlich eine Nachricht von Bashar al Assad an die kurdischen Vertreter überbracht hätte. Darin wird den Kurden nebst einer weitgehenden Autonomie im Norden, Unterstützung in finanzieller und waffentechnischer Hinsicht versprochen. So soll z.B. das grosse Waffendepot der SAA in Hasakah an die PYD übergeben werden. Die syrische Regierung hat die NDF auch angewiesen einige Kontrollpunkte in der Stadt an die PYD zu übergeben. Dieser Schachzug hat meines Erachtens mehr als einen lokalen Hintergrund. Ich verstehe es eher als eine Anwort an die säbelrasselnden Osmanen..

          Denn ich kann bestätigen, dass hunderte Panzer, Artillerie und andere Waffen unmittelbar an der Grenze stehen, als könnte die Türkei morgen früh plötzlich in Syrien stehen.. Ich persönlich erwarte keine Invasion, denn die Iraner hätten bereits ihre message an die Turkos gesandt.

        • Achillus
        • Jones Bones

          Klar, war auch nicht so gemeint, aber:
          Der Alloush herrscht auch anderswo, vor allem im Ostghouta.
          Vllt. hast du Recht, und wenn der Qalamoun komplett gereinigt ist, werden vllt. mehr Kräfte frei. Aber das wissen wir nicht.
          Bei Hasakeh musste dir einfach die Karte anschauen. Die syrische Armee hatte neulich ein weitaus größeres Gebiet dort, jetzt wird es von Nord und Süd zerrieben.
          Ist vllt. etwas früh, aber der Stadt fehlt leider die strategische Perspektive.
          Finde ich übrigens schade.

          Generell stimme ich dir zu, dass die ganzen Löcher, die es im Westen gibt, das vielleicht deutlich größere Problem für Syrien darstellt als das besetzte Gebiet im Osten. Wäre bsw. Aleppo befreit, hätte man riesige Kräfte frei, könnte bis Nubol und Zahra vorstoßen und hätte die Region Idlib im Zangengriff.
          Vielleicht haben wir ja Glück und die Islamisten sterben schnell genug weg, oder die Iraner greifen ein. Um unsere Welt wäre es dann besser bestellt.

        • ISKANDER

          Also, die seit Tagen angekündigte Offensive der SAA + Hisbollah hat bisher nicht einmal dazu gelangt. um dieses Zabandi zumindest als „umkämpft“ darzustellen.
          M. E. eine Nebelkerze.
          Allousch ist im Kessel von Damaskus ungestört zu Hause, Wie geht das eigentlich?? Wie kommt der da da einfach nach Belieben raus und rein – woher kommen die immensen Waffen nach 3 Jahren Einkesselung??
          Sind hier nicht vielleicht interne Kräfte im Lande am Werk die gern in der Propaganda ausgeblendet werden?
          Zabadani war schon mal erobert, ich erinnere mich dass das ganze Gebiet rattenfrei war.
          Heute?
          Inwischen 6 Städte dort in FSA Hand!

          Sogar Al Qusayr ist inzwischen schon wieder in klarer Gefahr. Und wo einmal gekämpft wird ist fast immer der Gegner langfristig Sieger.Nein, so sieht kein Erfolg aus. Das ist nur eine Realitätsverleugnung, ein Schöngerede.
          Und es wird immer schlimmer kommen. Solange – bis Präsident Assad den Befehl zur Frontbegradigung wie schon angemahnt – gibt.
          Oder – ein langsames Ausbluten.Gott schütze die tapferen Syrer!

          .

        • Lomor

          Da sind Sie glücklicherweise schlecht informiert. In Al-Zabadani finden schwere Straßenkämpfe statt. Es werden Fortschritte erzielt. Die westlichen u. nordwestlichen Stadtgebiete sind befreit. Der ganze Ort galt vorher als extrem befestigt, dafür geht es recht zügig voran. Von einer früheren Rückeroberung durch syrische Verbände ist mir nichts bekannt. Es gab fehlgeschlagene Offensiven und zwischenzeitliche Waffenstillstände sowie Verhandlungen, ohne Erfolg.
          Leider existiert kein Kessel östlich von Damaskus in der Ostghouta. Mayda’a ist ein offenes Einfallstor über das die wichtigsten Schmuggelgüter gehen. Das Al Dumair Plain ist ein schwer zu kontrollierendes Gebiet, das würde zu viele Männer binden. Die Achse Adra – Mayda’a – Jarba ist der Schlüssel um das Gebiet einzukesseln.
          Al Qusayr sehe ich nicht in Gefahr, von wo sollten dort feindliche Kräfte aufziehen? Die kürzlichen Kämpfe um Hisyah waren Strohfeuer, nichts von größerer Tragweite.

          Die Frontabschnitte an oder in der Nähe der libanesischen Grenze entwickeln sich seit dem effektiven Eingreifen der Hisbollah auf beiden Seiten der Grenze positiv. Wenn es ein Gebiet auf syrischen Territorium gibt, wo es im Moment außer den Gefallenen nichts zu bedauern gibt, dann dort.

        • Karl

          In der aktuellen Ausgabe des Hintergrund ist ein Syrien-Bericht von Karin Leukefeld. Darin schreibt sie u.a.: dass die syrische Armee sich in letzter Zeit von 160 auf 50 Fronten zurück gezogen hat, um Städte, Transportwege und Infrastruktur dort zu schützen, wo momentan 2/3 der verbliebenen syrischen Bevökerung Schutz suchen.

          Eine Frontbegradigung ist also längst im Gang. Idlib, Palmyra oder Liwa52 hätte die SAA vermutlich auch noch wesentlich länger verteidigen können.

  • Karl

    So langsam geht mir ein Licht auf, was die Amis mit ihrer Unterstützung
    der Kurden-Offensive auf Tal-Abyad wirklich bezweckt haben. Die Einnahme
    von Hasakah, und später Qamischli, durch den IS. Der letzte
    Versorgungsweg, der dem IS noch geblieben ist, über Jarabulus, ist lang
    und verwundbar. Demzufolge war es absehbar, dass der IS nun alles daran
    setzen wird Hasakah einzunehmen, um dadurch den Verlust von Tal-Abyad
    auszugleichen. Das Mindeste was so passiert, ist dass SAA und IS sich
    im Kampf um Hasakah gegenseitig schwächen. Und maximal verliert die SAA
    ihre letzten, strategisch wichtigen, Vorposten im Nordosten Syriens.

    • Der „IS“ ist immer wieder ziemlich originell, was seine Taktik angeht. Aber es kann schon sein, dass die Strippenzieher ihn so lenken wollen. Deren Hauptproblem ist m.E., den „IS“ von Saudi-Arabien fernzuhalten und eher in den zentralasiatischen Ländern zu aktivieren. Es gibt genug Anzeichen dafür, dass das schon funktioniert, aber noch gibt’s den „großen Schwenk“ nicht.

    • ISKANDER

      Die SAA opfert ihre Söhne in verlorenem Gebiet (Hasaka/Quamishli)
      Unverantwortlich finde ich, zumal der Kurdenführer Aldar Xeli tönt: “ Sobald die Regierungssoldaten hören das sich der Daesh (IS) nähert, machen sie sich aus dem Staub….“
      Wofür bitte, wofür verteidigt die SAA die Provinz Hasaka????
      Das ist nicht nur verlorenes Land sondern auch Gebiet in denen die beliebigen Kurden hausen. Die SAA Soldaten werden in Latakia und Damaskus gebraucht. Der Generalstab der SAA macht wirklich alles um zum Verlierer zu werden. Was für ein miltärisch- strategischer Wahnsinn!

      • Achillus

        Was? Warum glaubst du das Zitat gerade?
        Am 25-30. Juni, in diesem Zeitraum hat es eine gigantische Offensive der Honks auf Daraa gegeben, welches im Süden Syriens liegt.

        Die Terroristen wurden abgewehrt. Minimalster Geländeverlust für die Armee und haushohe Verluste für die Terrorhonks. Die Armee war diesmal gut vorbereitet. Dazu passt das, was ‚Karl‘ schreibt.

        Und wenige Tage danach haben die Islamisten einen Groß-Angriff auf Westaleppo gestartet, der den Honks immense Verluste gekostet hat. Man konnte nur das Research Center einnehmen, das war’s aber auch schon. Momentan gibt es wieder Berichte, wonach die Armee es zurückerobern will. Doch sie muss langsam machen, um Verluste zu vermeiden. Die Armee ist noch lange nicht am Ende und ich glaube trotzdem, ohne es schönzureden an einem Sieg der SAA über ganz Syrien. Ausser die Kurdengebiete, die bleiben Kurdisch, so glaube ich.

        Und Zabadani ist wichtig: Denn es droht der ganze Qalamoun an die Syrische Armee und Hisbollah zu fallen, dann werden wieder große Kräfte frei. Von Hisbollah und Armee.

        Und eines zeigt uns die Syrische Geschichte im Bürgerkrieg: Wo immer die Hisbollah ist, dort sind auch unsere Siege für die Menschlichkeit und für ein freies, souveränes Syrien, oder?

        Die Stadt Zabadani war ein Fort für die Rebellen und Islamisten. Schon nach 36 Stunden ist die Hisbollah mit der Armee dort eingedrungen.

        Neuerdings kann man auch Drohnenvideos von der Armee im Einsatz sehen, ein gutes Zeichen: Dort hat noch keiner aufgegeben!

        https://www.facebook.com/syrianmilitary/videos/873599292721454/?hc_location=ufi

        2. Gestern hat ein Koalitionsluftangriff ein Nusra Fahrzeug in Idlib angegriffen und Nusra Anführer getötet.
        Und vor einigen Tagen hat sich ein ISIS Selbstmordattentäter in Ariha in die Reihen der Nusra geschlichen und 40 seiner früheren Brüder der Nusra mitgenommen. Das sollte uns zeigen dass noch nicht alle Karten gespielt sind, die Honks verschleißen sich auch gegenseitig während die Hisbollah und SAA gezielte, vom Oberkommando gesetzte Operationen macht.

        Nach Lattakia haben die Honks sich auch noch nicht rangetraut, dort wird die SAA stets Angriffe erwarten und ist auf der Hut.

        • Spion Stirlitz

          Das hört sich doch alles sehr ermutigend an. Hoffentlich sind das aber keine bloßen Durchhalte-Jubelmeldungen (hätten Sie vielleicht freundlicherweise ein paar links zu den aktuellen Meldungen?). Vor 2 Jahren gab es immer wieder mal schöne Videos hier wo man mal das Ergebnis solcher Ork-Angriffe mit von selbigen von Leichen übersäten Feldern sehen konnte. Oder auch wunderbare Luftschläge die ganze Ork-Züge mit einem Schlag zu deren heiß ersehnten und imaginierten 72 Nutten beförderten.
          Klar ist aber auch, dass strategisch die Luft aus der Syrien-Nummer solange nicht entweichen wird, solange die saudisch-wahhabitische und türkische Schlangengrube ungestört und ungestraft weiter Ihre Natternbrut Richtung Syrien werfen darf. Da man offenbar weder im Iran noch in Russland keine Möglichkeiten und Wege hat hier strategisch ein Gegenmittel einzubringen, heißt es für Syrien leider nur, Verteidigung, Ausharren, Beten und auf Besserung der globalen Großwetterlage hoffen. Das kann aber fürchte ich noch mehrere Jahre dauern.

        • Achillus

          Quellen, bzw Links: 1) Koalitions-Angriff auf Nusra Konvoi https://www.youtube.com/watch?v=S2cdExltO5E Oder Twitter/IvanSidorenko suchen

          2) Die abgeschlagene Daraa Offensive im späten Juni unter hohen Verlusten: http://t.co/KtLlfk4LLc

          3) http://www.almasdarnews.com/article/ansar-al-shariah-offensive-in-aleppo-proves-unsuccessful/ Die abgewehrte Offensive in Aleppo mit minimalstem Geländegewinne für die Islamisten (Research Center)

          4) http://www.almasdarnews.com/article/rebels-collapse-as-syrian-army-hezbollah-storm-zabadani/ Syrische Armee und Hisbollah schon nach kurzer Zeit in Al-Zabadani!

          5) Offensive in Al Hasakah, heute kamen neue Meldungen rein mit Geländegewinn. http://www.almasdarnews.com/article/syrian-army-to-begin-major-military-operation-in-al-hasakah/

          6) Die Jobar Offensive wurde auch abgewehrt: http://www.almasdarnews.com/article/joint-islamist-offensive-inside-jobar-fails/

          Ich bin mir bewusst, dass ich mehr oder weniger eine Pro – Armee Quelle poste, die sich aber in der Vergangenheit dadurch erwiesen hat, dass sie auch Meldungen über Verluste der Armee gepostet hat. Unter anderem von der Aleppo Offensive der Syrischen Armee, die das Ziel hatte den Kessel zu schließen. Es gab nach der Quelle um die 100 NDF Tote bei der Offensive im Februar.

          Man kann sich aber auch durchtwittern, auch Opposition bestätigen mehr oder weniger die Niederlagen der Schlachten bei Daraa und Aleppo

  • kaumi

    Als ich vor einigen Tagen davon hörte, dass sunnitische Clanchefs, die bisher gegen Assad und der SAA gekämpft hatten, angeblich eine Note mittels Unterhändler (di Mistura ?) an die USA überbringen ließen, um einen Kurswechsel hin zu einem Friedensgespräch mit Assad anzudeuten, hielt ich es für eine aufgeblähte Geschichte, zumal diese Geschichte selbst in den arabischen Bezugsquellen bisher kaum Resonanz gefunden hat.

    Die Sunni-Chefs beklagen seit längerem die wachsweiche (sprich bipolare) Strategie, mit der die „Anti-IS-Koalition“ hausieren geht. Das der IS viele hundert Mitglieder verschiedener Clans hinrichten ließ, schwenkten schon vorher viele Stämme wieder gen Damaskus. Nun also scheint das Sunni-Clan-Konglomerat eine gemeinsame Linie fahren zu wollen.

    Just heute lese ich dann diesen Artikel, ausgerechnet in einem deutschsprachigen Medium eines kleinen Nachbarlandes ;-)
    http://orf.at/stories/2288293/2288290/

    • Achillus

      Irakische Sunni Stämme MIT Assad zusammen, versteh ich das richtig?
      Lg

      • kaumi

        Eher syrische Stämme, deren familiäre Strukturen durchaus grenzübergreifend sind.
        MIT Assad: Mehr oder weniger. Diese Clans sind in Sachen Assad eh gespalten. Damit sich keine interne Aufwurflinie bildet und, aufgrund des nicht „vertrauenserweckenden Verhaltens“ der „Anti-IS-Allianz“, sollen die Reihen geschlossen werden. Und dieses ginge nur mit einer Ausrichtung gen Damas.
        Ob diese Clans eine relevante Kraft darstellen, kann ich nicht beurteilen.

  • S. Matt (triangolum)

    Sind wirklich SAA Kräfte in Bir Umm al- Tababir oder ist das eine Falschmeldung? Scheint sich um eine Störaktion zu handeln mitten auf der einzigen IS Nachschubrute aus der Türkei.

    • Karl

      welche IS Nachschubroute meinst du?
      die IS-Provinz östlich von Homs? die wird über schmuggelrouten durch die Wüste um Khirbet Bir al-Qusayr versorgt (steht auch in der Wikipedia-Karte)
      und nach Palmyra führt noch eine größere Straße aus Raqqah, über As Sukhnah.

      • Achillus

        http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Nur-Assad-kann-den-IS-zerstoeren/story/22753050

        Breaking News. Ich würde es so bezeichnen. Es hat eine ordentliche Sprengkraft. !

        • kaumi

          Viel Wischwaschi, viel altes Westzeugs. In Gänze nur eine Zusammenfassung der in Syrien bekannten Tatsachen. Was interessant ist, ist aber dass dieses in einem Medium innerhalb Europas artikuliert wird.
          Der Kern der Geschichte ist in diesen Zeilen versteckt:
          „Bei Besuchen in der Türkei und im Libanon im vergangenen Jahr habe er bei vielen Flüchtlingen einen Meinungswandel festgestellt: Hätten sie im Voraus gewusst, was passieren würde, hätten sie sich nicht darauf eingelassen, sagten diese.“
          In Syrien wird am Ende die Fahne wehen, die die Mehrheit des Volkes unter sich versammeln kann. Es bestand nie die Befürchtung, dass es einen andere sein könnte als die mit den Farben rot/weiß/schwarz.
          Syrien hat zwei grüne Augen…
          Von dieser Stelle alles Gute an Enis. Hoffe, du bist gesundheitlich wohl auf. Bei Möglichkeit kannst du uns vielleicht mal einen „embedded“ Bericht zu der Stimmung in der Türkei im Allgemeinen und im Süden im Speziellen geben, nach dem dort erfolgten Anschlag des IS.

        • kaumi

          Oh je, was wird das am Ende noch geben?
          http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/07/515841/is-oder-pkk-tuerkischer-unteroffizier-stirbt-nach-beschuss-aus-syrien/
          Einmarsch in Syrien? Bündnisfall? Weitere Bomben in der Türkei und komplette Eskalation?
          Zum wievieltem Male seit März 2011 sitzen wir nun schon angesichts solcher „unvorhersehbaren“ Ereignissen still in der Ecke und denken uns, „haben wir doch gleich gesagt“?
          Von welchen Totalchaoten und politischen Totalschäden wird die Menschheit eigentlich regiert?
          Da fuchtelt ein Plastiksultan jahrelang mit Nattern vor der eigenen Brust rum, um sich dann zu wundern, dass die eine oder andere nun zubeißt…

        • kaumi

          So, es sieht nach einer Mischvariante aus…
          Partieller Einmarsch in Syrien mit hauptsächlichen Schlägen gegen die Kurden (PKK) und somit zunehmende Eskalation in der Türkei.
          Die ersten überlieferten Reaktonen zeichnen schon ein eindeutiges Bild:
          – Der IS zeigt sich „überrascht“, dass die Türkei gegen ihn vorginge: „die sollen doch froh sein über das, was passiert ist. Das waren doch deren Feinde „.
          – Die Türkei gib nach der ersten Luftattacke bekannt, „daß das Ziel gegen den IS erreicht ist“ man aber gegen alle (!) terroristischen Verbände weiter kämpfen werde.
          – In der Folge wird klar, dass nach den morgendlichen Luftschlägen gegen IS-Stellungen ausnahmslos nur noch Attacken gegen die „PKK“ geflogen wurden.

          Die Türkei wird auf Teufel komm raus ein zügiges Agreement mit dem IS suchen, das Geschehene ausnutzen, um die Kurden empindlich zu treffen und so doch noch zu erreichen, dass der Matchplan weiterläuft: Schwächung Assads, Schwächung der Kurden und somit Stärkung des IS.
          Aber die Türkei hat die Spielregeln dermaßen gebrochen, dass dieses Spiel nunmehr jenseits von Gut und Böse weitergehen wird. Sowohl der IS wie auch die Kurden wissen bestens, wo Ankaras wunde Punkte liegen.

        • jowi

          Immerhin kam heute im Radio, dass Politiker aus allen Parteien diese durchsichtigen Aggression der Türkei gegen Kurden, mit dem Alibi-Angriff auf IS-Stellungen, verurteilen. Deutschland deckt diese Aggression mit Patriots, das sollte man nicht vergessen. Und dass hier Erdowahn mal wieder mit dem Feuer spielt ist zu offensichtlich.

          Ich hatte ja eine Mail an die Bundeswehr geschrieben, in der ich eine Beurteilung dieser Lage haben wollte, die nun eingetreten ist. Aus meiner Sicht ein absolut verfassungswidriger Bundeswehreinsatz. Wie so oft in der Geschichte wird eine Aggression als Verteidigung verkauft.

          Soll der Türkei das um die Ohren fliegen! Wer soll auf diese Nummer herein fallen? Zu offensichtlich ist dieser Verteidigungsfall getürkt.

        • Dike

          Ich begreife die Handlung der Türkei nicht mehr. Den Anschlag in Suruc hatte ich eigentlich mit einem westlichen Geheimdienst in Verbindung gebracht. Schließlich haben die USA davon profitiert und die Türkei damit in Handlungsnot getrieben, so dass die Türkei nun die Basis in Incirlic für Flüge zur Verfügung stellen muss. Aber warum geht die Türkei jetzt so offensichtlich gegen die PKK vor? Das ergibt keinen Sinn. Damit öffnet sie doch einer Eskalation im eigenen Land alle Türen. Eine scheinheilige weitere Unterstützung des IS durch Schwächung der Kurden ist ein gefährliches Spiel und kann nicht zum Erfolg führen. Erdogans Sympathie für die Moslembrüder (IS) ist inzwischen zu bekannt Erdogan isoliert sich zunehmend.

        • kaumi

          Dike,
          es schraubt sich munter weiter hoch.
          Jetzt gab es nördlich von Kassab (Rif Lattakia) die ersten direkten Gefechte zwischen der SAA und dem türkischen Militär.
          Zunächst beschossen die Osmanen eine Stellung der SAA, diese erwiderte das Feuer und schoss auf die türkische Stellung auf türkischem Gebiet. Die Türkei schwadronierte kurz davor davon, auf Truppen in Syrien zu verzichten, dafür solle nun aber die seit Jahren geplante NoFly-Zone umgesetzt werden.
          Wir harren den vielen Dingen, die da noch kommen werden…

        • jowi

          Es sieht leider nach einem Deal zwischen USA und Türkei aus, auch auf hintergrund.de sieht man das so:
          http://www.hintergrund.de/201507273613/globales/kriege/krieg-gegen-kurden-aleviten-und-linke.html

          Der Alibi-Angriff auf die IS(IS) eröffnet demnach die Einrichtung einer „Pufferzone“, in die man dann auch die vielen Flüchtlinge zu entsorgen gedenkt. Heil Erdowahn, dem türkischen Führer. (Ob man seinen Wahn heilen kann ist die andere Frage.)

        • kaumi

          Dike, hier eine zwar kurze, aber ordentliche Zusammenstellung der Fakten und der daraus resultierenden Ergebnisse. Zur Klärung deiner Fragen sehr hilfreich:

          http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59169

          Vor allem dieser Absatz ist hochinteressant:

          „Die türkische „Schutzzone“

          Scharfe Kritik äußert die Bundesregierung hingegen daran, dass das türkische Militär parallel zu den Angriffen auf Stellungen des IS auch Lager der PKK im Nordirak bombardiert. Der Hintergrund ist komplex. Ankara will seit Jahren eine sogenannte Schutzzone im Norden Syriens etablieren – angeblich, um die dortige Bevölkerung gegen Angriffe syrischer Regierungstruppen zu schützen, tatsächlich jedoch, um einen bis zu 50 Kilometer breiten und mindestens 90 Kilometer langen Landstreifen auf syrischem Territorium nördlich von Aleppo unter Kontrolle zu nehmen. Dies soll die Gründung eines einheitlichen kurdischsprachigen Verwaltungsgebietes in Nordsyrien verhindern, das nach Lage der Dinge PKK-nahen Kräften unterstünde; diese sind – im Unterschied zu der kooperationsbereiten konservativen Kurdenregierung des Nordirak – der Türkei gegenüber nicht willfährig. Bis vor kurzem verhinderte der IS die Gründung eines einheitlichen kurdischen Gebietes in Nordsyrien. Jetzt aber kann Ankara nicht mehr auf seine Hilfsdienste zurückgreifen – und wird deswegen selbst aktiv. Das türkische Militär hat den Krieg gegen die PKK wieder aufgenommen – womöglich in Vorbereitung auf einen Einmarsch in Syrien, über den Beobachter in jüngster Zeit ohnehin wieder verstärkt spekulieren. Zuletzt ist in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen worden, dass Aufständische unter anderem in den Gebieten um Aleppo und Idlib die Einführung einer neuen Währung vorbereiten – der türkischen Lira.[8]“
          …so, so!

  • Dike

    Danke für den link Kaumi!
    Kaumi, trotzdem ist die Handlungsweise selbstmörderisch. Erdogan und die Saudis haben sich inzwischen die Arroganz der Israelis zu eigen gemacht. Und man sieht ja, dass das Konzept aufgeht. Da hilft auch kein Anruf von Merkel, mit der Aufforderung den Friedensprozess mit den Kurden nicht aus den Augen zu verlieren. Es wird zur Kenntnis genommen, dass Erdogan einfach mal in seinen Nachbarländern bombardiert, es wird zur Kenntnis genommen, dass Saudi den Yemen bombardiert. Das wars auch schon. Aber Erdogan hat die Türkei bereits in ein unruhiges Land verwandelt, dass mit Terrorismus in Verbindung gebracht wird und bald ist es vorbei mit dem schönen Urlaubsland Türkei. Auch wenn er tausende verhaften lässt, er kann die Kurden und ihren Wunsch nach einem eigenen Territorium nicht verschwinden lassen.

    Wenn sein Plan ist, einen Kurdenstaat auf syrischen Grenzgebiet zu verhindern, was ist dann mit dem Kurdengebiet im Irak, dass von den USA gefördert wurde und mit dem auch die Türkei beste Beziehungen hatte?

    Eine Erklärung könnte sein, dass er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will. Die Kurden im Irak und Syrien ausdünnen und schwächen, eine Sicherheitszone in Syrien etablieren und dann natürlich, wie Du berichtet hast Kaumi, unbedingt die syrische Armee in Kampfhandlungen zu verwickeln. Ob er damit mehr Popularität im eigenen Land gewinnt, wage ich zu bezweifeln. Das ist ein 5 Fronten Kampf für die Türkei. Kurden im Irak, Syrien und im Inland, den IS (gezwungenermaßen) und die syrische Armee. Putin hat Erdogan am Sonntag ebenfalls angerufen……..

    Gestern hat Präsident Assad in einer Ansprache zugegeben, dass die Armee einige Gebiete „aufgeben“ musste, um andere Gebiete, die strategisch wichtiger sind, zu halten und auch um Verluste in den eigenen Reihen so gering wie möglich zu halten. Er sagte auch, dass jeder Zentimeter Syriens kostbar ist.

    Es ist zwar sehr bitter, dies zugeben zu müssen und trotzdem sehe ich dieses Eingeständnis als Stärke an und ich bin überzeugt, wenn die Lage sich nicht zum Besseren gewandelt hätte, dann hätte Präsident Assad diese Äußerung nicht gemacht.

    Meanwhile, Assad justified why his army had given up on some territories. „It was necessary to specify critical areas for our armed forces to hang on to. Concern for our soldiers forces us to let go of some areas.“ Assad said in a televised speech. He added that: „Every inch of Syria is precious.“

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