Auf dem Präsentierteller

„Das Nato-Land Türkei zeigte sich in einer gemeinsamen Erklärung mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA und den verbündeten Golfstaaten [Saudi-Arabien und Katar] tief besorgt über die russischen Militäraktionen. Sie bedeuteten eine „weitere Eskalation“ des Konflikts, hieß es.“ (Quelle: SPON)

sushkaDa haben wir sie ja, die ganze nette Gesellschaft der Sponsoren des Terrors in Syrien, wie auf dem Präsentierteller. Es brauchte nur ein paar russische Luftangriffe, und alles tritt offen zutage. Freilich vermute ich, dass Frankreich und Deutschland bei dieser Erklärung eher deshalb dabei sind, weil sie ihren netten Kollegen einfach den Gefallen nicht ausschlagen konnten. Nota bene fehlt Israel, trotz unmittelbarer geographischer Nähe und Betroffenheit. Aber das mag verschiedene Gründe haben.

Der Aufruf dieser glorreichen Sieben an Russland ist durchaus klar formuliert: hört auf, die harmlose „syrische Opposition“ zu bombardieren, und macht euch endlich über die bösen Terroristen vom „Islamischen Staat“ her.

Es kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass die tief besorgten Sponsoren der Terroristen der „Islamischen Front“ jetzt diverse Hebel in Bewegung setzen, um ihre mit Schweiß und Tränen herangezogenen Schützlinge mit verschiedenen Mitteln der Bekämpfung von Luftzielen auszustatten. Ob’s nützt, ist eine andere Frage, aber darin besteht die eigentliche Gefahr einer Eskalation, die sicher nicht nur herbeigeredet wird. Man wird dafür sorgen. Spätestens beim ersten abgeschossenen russischen Flugzeug wird das russische Kommando diese neuen Gegebenheiten berücksichtigen, solche Gefahren entsprechend ausschalten oder minimieren müssen. Im Klartext heißt das, es käme zum Einsatz von Sonderkommandos am Boden, zur Verstärkung der Luftoperation, zur Beiziehung von Kampfhubschraubern – mit anderen Worten, der Einsatz am Boden, vor dem jetzt an allen Ecken und Enden Abstand genommen wird, stünde haushoch zur Debatte.

Die, welche die oben zitierte „tiefe Besorgnis“ äußern, werden alles daran setzen, die Russen nur genau innerhalb der Grenzen gewähren zu lassen, wie es ihnen selbst Vorteile verspricht. Das war eigentlich auch schon klar, bevor Russland sich in diesen Konflikt eingebracht hat. Nun diktiert aber die Logik des Konflikts selbst in Teilen das Vorgehen. Wenn die Russen weiter machen wie geplant, wird der Shitstorm in den Medien nur anwachsen, der Druck zunehmen und gewiss bestimmte Überraschungen bereithalten – von False Flags gegen Zivilisten bis hin zu Sonderkommandos ohne Abzeichen, aber mit modernen Manpads.

Die Unterschiede, welche die fortschrittliche Welt innerhalb der verschiedenen Terrorkommandos macht, kann man übrigens recht gut illustrieren. Nur des Beispiels halber folgen hier ein paar (durchaus schreckliche) Bilder aus den vergangenen Jahren in Syrien, anhand derer man den Unterschied sogleich erkennen kann.

1. Ein Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“, jener „Guten“, über deren Schicksal die glorreichen Sieben „tief besorgt“ sind:

1-fsa

(Bildquelle) Zusätzlich wird man sich an diese nette Episode aus der Geschichte der „gemäßigten Opposition“ erinnern.

2. Al-Nusra-Front, das sind auch die von den Russen getroffenen „gemäßigt Oppositionellen“:

2-alnusra

(Bildquelle)

3. Und hier die Ausgeburten der Hölle vom „Islamischen Staat“:

3-is

(Bildquelle)

Die „Opposition (nicht der IS)“ trägt klar erkennbar weniger Bart, vom Habitus könnten sie fast als zivilisierte Menschen durchgehen. Kann man eigentlich nicht verwechseln, nicht einmal aus dem Cockpit eines Militärflugzeugs.

Die Marke „Sukhoi“ scheint jedenfalls ein gutes Mittel gegen zweierlei Maß zu sein. Wenn die US-geführte „Koalition“ mit 7.000 Sorties im Schnitt 0,4 IS-Terroristen pro Einsatz liquidiert und im Verlauf von etwas über einem Jahr gute 15 Quadratkilometer Territorium vom „Islamischen Staat“ befreit, sind die „Sukhois“ mit ihren bislang etwa 20 Einsätzen ein bißchen effizienter, vor allem auch, was das weltweite Echo betrifft.

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