Kramatorsk

Vor wenigen Stunden – Angriff auf den lokalen Stab der ukrainischen „Anti-Terror-Operation“ in Kramatorsk, mutmaßlich mit „Uragan“ oder „Smertsch„:

Kramatorsk, vermutl. nicht detonierte "Smertsch"-Rakete

Kramatorsk, vermutl. nicht detonierte „Schmertsch“-Rakete; Quelle: Twitter

Kramatorsk ist nun doch einige Dutzend Kilometer von den aktuellen Schauplätzen entfernt. Angegriffen wurde der ATO-Stab im Flughafen Kramatorsk. Die nächsten Stellungen der Donbass-Leute sind ca. 42 Kilometer Luftlinie davon entfernt, außerhalb der Reichweite des „Uragan“. Der „Smertsch“ schafft das aber…

Bislang werden drei Tote unter den Zivilisten gemeldet – die zweite Salve ging in einem nahegelegenen Wohngebiet nieder. Zu den Verlusten im Stab der „ATO“ gibt es bislang keine Info. Die Führung der VR Donezk stritt jedenfalls ihre Beteiligung an dem Angriff bereits ab und bezeichnet ihn als „Provokation“. Nach dem gestrigen angeblichen Tod des ukrainischen Generalstabschefs Muschenko in Debaltsewo ist das mindestens eine der möglichen Optionen.

Fakt ist jedenfalls eines: kurz nach diesem Zwischenfall wurde der von Mariupol ausgehende Angriff des Asow-Bataillons in Richtung Nowoasowsk abgebrochen.

Fehlt nur noch, dass Strelkow wieder in Slawjansk auftaucht. Aber noch ist ja nicht Abend.

PS. Poroschenko spricht von „Tornados„. Diese Dinger sind aber momentan noch Stückware, werden erst seit kurzer Zeit an die russischen Artillerieeinheiten ausgeliefert – und das auch nur in Fernost. Das wird er wahrscheinlich verwechseln, zumal „Smertsch“ vom Wortsinn nichts anderes bedeutet als „Tornado“.

UPD. 11.02.2015. Anatoli Scharij seziert einen Videobeitrag des ukrainischen „Inter“ und findet irgendwo dort herausgeschnittene Aufnahmen davon, was Anwohner zum Beschuss sagen. Demnach kamen die Raketen zwar aus Südost, aber nicht aus Richtung Gorlowka (nächstgelegene Stellungen der Neurussen), sondern Artjomowsk / Debaltsewo, also aus Richtung des „Kessels“, in welchem zwischen 8 und 10 Tausend ukrainische Militärs und Sonderbataillone verharren. Außerdem wird bezeugt, dass 20 Minuten vor dem Angriff vom Flughafen Kramatorsk aus Artillerieraketen abgefeuert wurden.

Tiger gegen Duma

Die syrische Armee und (unbestätigterweise) Hisbollah-Verbände haben am heutigen Tag einen Angriff auf Duma gestartet, den man für die lang erwartete Offensive und den „Todesstoß“ gegen die „Rebellen“-Hochburg nordöstlich von Damaskus halten kann.

Zahran Alloush, Dschaisch al-Islam

Zahran Alloush, Dschaisch al-Islam

„Rebellen“-Hochburg ist dabei nicht nur eine abgeschmackte Medien-Redewendung – die Terrormilizen in Ostghouta bzw. ihre dort größte und eigentlich einzige Formation, die „Armee des Islam“ (Dschaisch al-Islam), wird von Zahran Alloush befehligt, der aus Duma gebürtig ist. Alloush ist Sohn eines saudischen Salafitenscheichs und selbst natürlich Salafitenprediger, hat bereits vor dem Krieg in Syrien wegen extremistischer Umtriebe im Gefängnis gesessen, wurde aber ausgerechnet 2011 amnestiert. Das Städtchen Duma ist seit jeher ein Konzentrationspunkt für saudischen Einfluss gewesen; das messen die Syrer zum Beispiel daran, dass rein nach standesamtlichen Unterlagen der Prozentsatz der Frauen, die saudischen Ehemännern angetraut wurden, in Duma alle Rekorde schlägt. Auch die „Armee des Islam“ ist Ende September 2013 unter saudischer Regie aus rund 40 kleineren Extremistengruppen zusammengezimmert worden, um so der von Katar favorisierten Jabhat al-Nusra ein wenig Struktur und Gewicht entgegenzusetzen.

Kaum bemerkt von irgendwelchen Medien (und von SANA ziemlich heruntergespielt) haben die Mörser- und Raketenangriffe auf Damaskus in den letzten Wochen extrem zugenommen. Bis zu hundert solcher Angriffe gehen täglich auf die syrische Hauptstadt nieder, deren überwiegender Teil in ihrem Zentrum und den östlichen Bezirken. Allein am 25. Januar waren es 92 Granaten mit in der Folge 9 toten und 60 verletzten Zivilisten. An nur einem Tag. Eine solche Intensität gab es seit den Präsidentenwahlen im Juni 2014 nicht. Die Angriffe erfolgen überwiegend aus Ostghouta und gehen auf das Konto von Alloushs „Armee des Islam“.

Uglegorsk

05Vom Bundeskanzleramt sind es genau 1.129,2 Kilometer Luftlinie bis ins Zentrum von Uglegorsk. Vom Bundespräsidialamt sind es 1.129,9 Kilometer. Für die Patrone des faschistischen Kiewer Regimes ist das offenbar weit genug weg. Zumal es diese Stadt nicht mehr gibt, nachdem sie vorgestern von ukrainischen Sonderkommandos beim Rückzug vor der anrückenden Volkswehr dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dabei waren die Menschen aber noch da…

Die folgende Reportage stammt vom heutigen Tage; sie kommt fast ohne einen Kommentar aus. Steschin und Kots, die Reporter von KP.ru, schrieben dazu, dass es ihnen beim Filmen das Herz zerriss; sie haben so etwas bisher noch nicht erlebt. Dabei waren sie schon im Krieg gegen Libyen, gar in Gefangenschaft bei „Rebellen“, und im Krieg gegen Syrien mit vor Ort.

Quelle: KP.ru

Swifte Kriegführung

swiftÜbermorgen „beraten“ wieder einmal die EU-Außenminister. Was dabei herauskommt, oder besser: herauskommen soll, ist eigentlich bereits beschlossene Sache. Steinmeier schließt ja bereits nicht mehr aus. Formal soll es darum gehen, ob man für Russland das internationalen Zahlungssystem SWIFT abklemmt. Damit wird auch langsam klar, wofür 30 Menschen in Mariupol* sterben mussten. Für den Fall, dass das (wie vermutet) Realität wird, hat Medwedew bereits „unbegrenzte“ Konsequenzen versprochen. Das ist zwar momentan noch nur Rhetorik, macht aber deutlich, dass die Möglichkeit solcher Art von Sanktionen für die russische Staatsführung nicht gerade Pillepalle sein wird.

Abgesehen von einer möglichen SWIFT-Abschaltung für Russland werden wohl über Rosatom Sanktionen verhängt werden, wonach die US-amerikanische Westinghouse sich die potentiell frei werdenden Märkte in Osteuropa mittelfristig einverleiben kann.

Die Amerikaner gehen gerade – in welchem Format, ist noch unklar – mit der Möglichkeit einer vollumfänglichen Wiederholung des iranischen Sanktionsszenarios gegen Russland unter ihren Verbündeten hausieren. Darin kann es also auch um ein Embargo gegen Erdölimporte aus Russland in die EU gehen. Fakt wird das nicht so schnell – frühestens gegen Ende dieses, oder Anfang des kommenden Jahres – aber die Entscheidung dazu müsste dann bis Ende März fallen. Genauso Thema sind auch die Erdgasimporte. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Amerikaner den Europäern plötzlich mit Garantien aufwarten können, in denen davon die Rede ist, dass sie für einen Ersatz des derzeitigen russischen Anteils von rund 22% am importierten Erdgas sorgen können. Ab dem kommenden Jahr könnten sie das theoretisch wirklich, und wenn nicht in vollem Umfang, so gibt es immer noch die Freunde aus Katar und womöglich sogar das Erdgas aus dem Iran.

Mariupol, 24.01.2015

Eine kurze Meldung dazu, was zum heutigen Tag bekannt ist:

https://www.youtube.com/watch?v=8DudRimnt-E

Der Angriff auf oder aus Mariupol ist inzwischen in aller Munde, und selbst das linke „Neue Deutschland“ meldet, „Rebellen“ hätten sich zu dem Angriff bekannt. Diese Behauptung beruht aber auf haargenau einem solchem, vom SBU angefertigten Mitschnitt einer „Konversation“ zwischen „Separatisten“, wie er auch zum Abschuss der MH17-Boeing fabriziert worden war. Um auch ja keine Zweifel an der Urheberschaft des Beschusses zu lassen, ist der Funkname des einen Terroristen aus dem Telefonat denn auch „Terrorist“. Damit es wirklich jeder begreift.

mariupolSachartschenko kündigte heute wörtlich an: „Heute haben wir mit dem Vorrücken in Richtung Mariupol begonnen“, wonach diese #jesuismariupol-Aktion mit den Gardewerfern folgte. Es gibt genug Videomaterial, das einen Beschuss aus Richtung West – also aus der den „Rebellen“ entgegengesetzten Richtung – nahelegt, aber auch solches, das Richtung Ost andeutet. Wie in solchen Fällen immer – die Nebel des Kriegs. (UPD. Die OSZE gibt inzwischen an, der Beschuss erfolgte aus Richtung Ost / Nordost.)

Mit einem Frontalangriff auf Mariupol ist aber vermutlich nicht zu rechnen – einerseits ist das nun einmal eine von Menschen bewohnte Großstadt, andererseits gibt es dazu nicht genügend Ressourcen. Die Volkswehr im Donbass hat anderswo genug „zu tun“ – sie leidet schwere Verluste in Awdeewka und in Nikischino (jeweils nordwestlich und nordöstlich von Donezk), beides im Zuge von Versuchen, die in Debalzewo eingegrabenen Ukro-Truppen in den Kessel zu zwingen. Über den Hafen Mariupol wird die ehemalige Ukraine mit Kohle versorgt – woanders bestehen solche Möglichkeiten nicht, abgesehen von den Überland-„Hilfslieferungen“ aus Russland bzw. auch aus dem Donbass. Die strategische Bedeutung des Orts bedingt also den Grad seiner Befestigung und die Ressourcen, die Kiew dort mobilisiert. Die einzige Unbekannte ist vermutlich Achmetow (dem Mariupol samt Hafen gehört oder gehört hat).

Ein kleiner Exkurs, wie das derzeitige Regime in Mariupol zustande gekommen ist: Die Ereignisse vom 9. Mai 2014.

Die allgemeine Lage ist also alles andere als eindeutig, und das vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltenden massiven Bombardements von Zivilisten durch die ukrainischen Militärs und Nazibataillone. Aus Gorlowka allein werden für die vergangenen zwei Tage rund 100 Tote gemeldet.

J’ai mal à la tête

Dass man anhand der Länge propagandistischer Slogans nicht unmittelbar auf den Scharfsinn seiner Herren schließen darf, hat uns das aktuelle Beispiel in der Causa Poroschenko wieder deutlich vor Augen geführt.

Da die Kassen in der Ukraine trotz unserer Hilfen nicht gut gefüllt sind, verlegt man sich aufs Kopieren. An „Je suis Volnovakha“ ist das einzig Lustige, diesen Satz mit Akzent auszusprechen. Aber nicht nur der Name des Films ist abgekupfert, sondern auch der Plot: Farce.

Ganz zu schweigen vom Marketing: „Der Terrorismus stellt ein weltweites Problem dar, das wir besiegen werden“. Ein Verkaufsargument, das seit bald 14 Jahren wieder verstärkt zieht. Wie ein Nudelteig wird dieses Sprüchlein ausgerechnet von denen, die am meisten Furcht und Schrecken verbreiten und deren Weg zur demokratischen neuen Weltordnung von Leichen nur so gepflastert ist, immer wieder ausgewalzt.

Die Aussagen des Oberhaupts der Putschregierung zum Terrorismus und dessen abgekupferte Identifikation mit seinen Opfern sind entweder Ausdruck puren Hohns oder zeugen von einer ernstzunehmenden und therapiebedürftigen Identitäts- und Wahrnehmungsstörung des Staatsoberhaupts. Natürlich haben die Organisatoren des Attentats nicht selbst Hand angelegt – sie behalten saubere Hände. Und die Erfüllungsgehilfen behalten dafür ein reines Gewissen.

Nur durch diese Art der Aufteilung moralischer Verpflichtungen wird dieses Schmierentheater und das bedrückte Gesicht Poroschenkos erst möglich.

Doch während auf der Bühne das Unmögliche glaubwürdig posaunt wird, werden unentwegt weiter unschuldige Zivilisten umgebracht. Ihr Tod wird ohne Pathos und öffentliche Tränen hingenommen, verschwiegen, vergessen:

“Al-Kaida“ im Jemen: Wir waren’s!

Nasser al-AnsiNasser al-Ansi, ein Mann mit dezent vergilbtem Bart, den man als „einen der Führer“ der Al-Kaida im Jemen (AQAP) bezeichnet, beharrt darauf, dass der Angriff gegen die infernalischen Pariser Karikaturisten auf das Konto seiner Organisation geht. Das macht ganz den Eindruck, als würde die AQAP in enger Zusammenarbeit mit den saudischen Geheimdiensten in dieser Situation ganz exakt in deren Auftrag handeln und versuchen, die Aufmerksamkeit der Europäer auf den Jemen zu lenken.

Nur zu verständlich das Bestreben, sich die offenbar ausstehenden Vergeltungsmaßnahmen der „zivilisierten“ Welt, resp. der führenden Militärmächte, zunutze zu machen. Derzeit kann man nicht verkennen, dass die Saud über die vermutliche Zielrichtung der wahrscheinlich bevorstehenden „europäischen Antwort“ – den „Islamischen Staat“ – nicht gerade erbaut sind. Der IS ist für Saudi-Arabien trotz dessen martialischer Drohungen und selbst trotz kleinerer Grenzzwischenfälle im Norden nicht so aktuell, wie es beispielshalber die gestrige Drohung des Iran ist, jene Länder, welche für den akuten Ölpreisverfall der vergangenen Monate verantwortlich sind, „bereuen“ zu lassen. Wie Rohani diese Länder zur Reue bringen will, sagte er nicht – dass sich der Iran und Venezuela zu einem Club der ausgestoßenen Erdölexporteure zusammentun, hat noch nicht ein Gewicht, das den Golfmonarchien, oder auch nur den Saud allein, allzu großes Kopfzerbrechen bereiten müsste. Vorsichtshalber fühlen sie aber natürlich vor, ob nicht eventuell „der Russe“ mit Maduro und Rohani in ein Triumvirat aus bedrängten Rohstoffexporteuren einsteigen will.

Anders gesagt, die Lage an der Grenze zum Jemen ist für das Königreich derzeit weit gefährlicher als alles andere – und hier hat der Iran eben auch seine Hebel in Form von schiitischen Milizen, die den Norden des Landes einschließlich der Hauptstadt Sanaa besetzt halten.

Die Europäer trommeln stattdessen in eine ganz andere Richtung und reagieren gar nicht auf die jemenitische Spur. Ganz und gar ignorieren kann man das „Bekenntnis“ der Pariser Terroristen und der AQAP-Führung natürlich nicht, aber es ist der „Islamische Staat“, den man beharrlich als Verantwortlichen benennt. Die Gruselgeschichte von Syriens „Atomfabriken“ im Spiegel kann durchaus auch andeuten, wohin die Reise eigentlich gehen soll – kein Sicherheitsrat müsste konsultiert werden, und unter Umständen zielt man auf ein „Tripolitaner“ Szenario für Damaskus ab, bei dem Spezialeinheiten u.a. aus Frankreich und Katar die Tore der libyschen Hauptstadt für die tobenden Rebellenbanden öffneten.

Allem Anschein nach wird derzeit noch im Hintergrund verhandelt, wer denn nun vor den Augen der Weltöffentlichkeit für den Anschlag auf die Redaktion des französischen Blatts bestraft werden soll, und wie. Die Saud können sicher ihren finanziellen Beitrag dazu leisten, dass man die AQAP ins Visier nimmt (und die schiitischen Verbände im Nordjemen in einem Aufwasch mit erledigt). Das Problem ist, dass der IS für Amerikaner wie Europäer ein lohnenderes Ziel ist – es gilt, dort Aktivitäten zu entfalten, in deren Schlagschatten man gut und gern Gelegenheiten bekommt, Assad aus dem Weg zu räumen. Die „Pitbulls“ (in Fursows Terminologie) haben Syrien ja nicht etwa vergessen, und hier bietet sich die Gelegenheit, dem Krieg gegen Syrien ohne juristische Formalitäten, wie etwa der UNO, neues Leben einzuhauchen.

Eine Intensivierung des „Kriegs gegen den Islamischen Staat“ birgt die Möglichkeit, die Bereiche auszuweiten, die im Fadenkreuz der Koalition stehen – im Bedarfsfall auf das ganze Syrien. Wahrscheinlicher wäre in dem Fall aber eine indirektere Variante, nämlich eine Aufrüstung jener „gemäßigter Banditen“, die auf syrischem Boden gegen den IS (und zufälligerweise auch gegen die syrische Regierung) kämpfen. Einen Korridor zum Präsidentenpalast in Damaskus würden dann zu gegebener Zeit Fachleute ohne militärische Abzeichen legen.

Vor Astana: Hindernisse aus dem Weg räumen

Der für den 15. Januar in Astana anberaumte „Vierer-Gipfel“ zur „Beilegung“ der Ukraine-Krise steht kurz vor dem Abbruch. Merkel hat ihn faktisch abgesagt, heute legt Putin – ebenso diplomatisch-faktisch – nach. Es ginge um die Umsetzung des Minsker sogenannten „Friedensplans“, die erst greifen müsse.

Im März läuft der Großteil der EU-Sanktionen gegen Russland ab, und bis dahin möchte sich Moskau natürlich als artiges Kind erweisen, so dass diese möglichst nicht verlängert werden. Die US-Sanktionen schrecken Russland weniger, aber was die der EU angeht, so ist Merkel maximal hart: kein Waffenstillstand, kein Ende der Sanktionen.

Das Problem ist, dass eine Einhaltung des Waffenstillstands nicht von Putin, und auch wenig von Merkel abhängt. Sondern vom guten Willen Poroschenkos und seiner Kuratoren in der Kiewer US-Botschaft. Aber Poroschenko selbst hat nichts zu verlieren, und für die Amerikaner besteht der ganze Sinn der Ukraine-Krise in einem Zerwürfnis zwischen Europa und Russland.

Folglich werden seit Donnerstagabend wieder massive Artillerieangriffe auf Donezk und Umgebung gefahren:

„Vier Stadtteile von Donezk und Gorlowka stehen unter massivem Beschuss… Viele Zerstörungen, es gibt Tote unter den Zivilisten, die Wasser- und Stromversorgung ist (in einigen Stadtteilen) unterbrochen; wir haben es gerade so geschafft, die Bergleute aus dem Zasjadko-Bergwerk zu evakuieren; dort ist die Stromversorgung zum Erliegen gekommen. Angegriffen wird aus allen Rohren: Thermit-Brandbomben, „Grad“, „Uragan“, „Smertsch“, „Wasilki“, „Tjulpan“, Selbstfahrlafetten… so etwas hat es seit Beginn des Krieges noch nicht gegeben. In der Stadt gibt es aber keine Panik, die Leute wissen schon, was läuft. Alle sind an ihren Plätzen. Einen Durchbruch wird niemand zulassen, alle sind fest entschlossen. Ich kann nicht sagen, wieviele Opfer es gibt, aber es heißt, es seien schon mehr als 100. Gorlowka hat schwer gelitten, und allein aus Gorlowka hören wir, dass eine Zahl von 100 Toten noch zu niedrig gegriffen sei – in Gorlowka gibt es fast in der gesamten Stadt kein einziges intaktes Fenster mehr; den Beschuss von Gorlowka haben wir bis hierher gehört, dort standen sie 4 Stunden lang unter massivem Artilleriefeuer. Bei uns (in Donezk) eilen die Krankenwagen hin und her, in die Krankenhäuser und wieder zurück. Viele, wirklich, es gibt viele Opfer.“ (Quelle: http://dnlg.tk/103619, 12. Januar 2015, ca. 2 Uhr nachts)

Es handelt sich dabei wohl um einen von Steinmeiers Anläufen, „Hindernisse aus dem Weg zu räumen“.

Nota bene gibt es in den Medien, auch in den russischen, kaum Informationen dazu. Gerade noch, dass der eine oder andere russische Politiker über Twitter andeutet, dass man sehr wohl im Bilde über die Lage ist. Aber man will wohl die „Friedensgespräche“ nicht gefährden. Aus diesem Grunde wird man überall mit dem „Trauermarsch“ in Paris gefüttert, der so viele Klischees und Banalitäten bündelt, dass der Polemiker betreten schweigt: dazu fällt einem wahrlich nichts mehr ein. Aus diesem Grunde vielleicht nur diese eine Episode:

poroshenko-paris

„Die Friedhofskapelle hob zum Trauermarsch an, da ließ er sich nicht lumpen und forderte die Dame zum Tanz auf.“

Faktisch steht die Situation aber wieder am Scheideweg. Das Projekt „Neurussland“ kann man zwar als abgeschlossen bzw. abgetan betrachten, aber die Frage ist, mit wie vielen Tausenden von Opfern die um „Charlie“ trauernden pornophilen Demokraten Russland noch „zu provozieren“ gedenken. Es gibt natürlich Mittel, die Provokationen zu unterbinden, und sie sind vor Ort. Aber das hieße ja eine Verlängerung, Erweiterung und Verschärfung der Sanktionen. „Astana“ wird nicht wirklich stattfinden. So oder so, es gewinnt, wie immer, Uncle Sam.